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27.2.1906 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

156. Jahrgang

Dienstag 27. Februar 1906

Pie heutige Dummer umtaht 8 Seilen.

VezugSpretS: monathcb 75 Pi., vrertek- jährlich M!. 2.20; durch Abhole- tu Zweigstellen monailidi 60 Pf.; durch dicPosl 2lk. 2.viertel- jährl. ausschl. Destellg. Annahme von Anzeige« für bic Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenprels: lokal 12 Pf* mrsivärts 20 Psg.

Verantwortlich fßt den po(tL und allgem. Teil: P. Wittko- rür rStabt und 2anb* und ,GenchtSjaal'-. Ernst peß; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Die Ankunft der Brant.

,2er oldenburgische Hofzug mit der Herzogin So­phie Charlotte, dem Großherzog von Oldenburg und dem Gefolge traf um 12 Uhr 50 Mn. in Rathenow ein, wo festlicher Empfang durch die Behörden stattfand. Tort wurde mit dem kaiserlichen Hofzug die Fahrt nach der Residenz fortgesetzt. Utni 1 Uhr 55 Min. traf auf dem Ehrten Äahnhofe die Großherzogin von Oldenburg, um 2 Uhr <5 Min. der Großherzog von Oldenburg mit der Herzogin- Braut ein. Ter Eroßherzog und die Großherzogin begaben sich alsbald nach dem Schloß Bellevue. Die Herzogin-Braut wurde auf dem Lehrter Bahnhofe von dem Oberstallmeister Frhrn. v. Reischach, dem Gouverneur von Berlin General­feldmarschall v. L-ahnke, dem Kommandanten von Berlin -Generalmajor v. Moltke, dem Polizeipräsidenten v. Borries empfangen. Ersterer geleitete die Herzogin-Braut zum Wagen, der nach Schloß Bellevue fuhr.

Eine nach Tausenden zählende Menschenmenge begriißte Vie Herzogin-Braut auf der Fahrt durch den Tiergarten nach Schloß Bellevue. Hier hatten sich inzwischen eingefunden: -der Kaiser, die Kaiserin, Prinzessin Friedrich Karl, der Kron­prinz, die Prinzen-Söhne und die Prinzessin Viktoria Luise. Kor dem Schlosse stand die Leibkompagnie des 1. Garde­regiments zu Fuß unter dem Befehl des Prinzen Eitel .Friedrich. Bei dem Eintreffen der Braut präsentierte die

Essen, 26. Febr. Frau Krupp hat anläßlich der Sil­bernen Hochzeit des Kaiserpaares eine mit einem Kapital vor, einer Million Mark ausgestattete Stiftung zur E r w e i t e e- un9 Auguste-Viktoria-ErholungShauses auf dem Altenhof bei Essen und zur Errichtung eines Erholungs­heimes für grauen und Kinder geschaffen. Die Zinsen, von 300 000 Mk. sollen zur Bezahlung der Pflegekosten reserviert bleiben. Der verfügbare Rest deS Stistnngskapitals soll zur Der-, größerung des bestehenden Männer-ErholungshanseS, bezw. zur Erweiterung des Altenhofes verwandt werden.

Ak ünchen, 26. Febr. Der Prinzregent begab sich heute mittag- in preußischer Artillerieunnorm zum preußischen Gesandten Grasen Pourtales, um ihm anläßlich der Silberhochzeit des Kaiserpaares seine Glückwünsche zum Ausdruck zu bringen. Rach der Abfahrt des Prinzregenten fuhr Prinz Ludwig beim Gesandten vor.

Dvontheim (Norwegen), 26. Febr. Mehrere tausend hiesige Burger sandten dem deutschen Kaiserpaare zur Slberhochzeit eine künstlerisch ausgestattete Adresse, ferner wurde eine größere ^umme für die Armen der Stadt gesammelt.

politifcbc Wochenschau».

_ Gießerr, 26. Febr. 1906.*)

Die-Lteu erkomMissi on des Reichstags ist recht lebhaft damit beschäftigt, neue Aderlässe vorzubereiten; merkwürdiger- tveiie lnt sie zu ihrem besonderen Versuchsobjekt den Verkehr! ausenehen, der nach allen möglichen Richtungen hin belastet wer­den soll. Man blickt daher mit recht unfreundlichen Augen aus die Tätigkeit der Herren, indes wollen wir hoffen, daß wenigster,s das Plenum Vernunft annimmt.

Ter R e i ch stag nahm in der vorigen Woche u. a. das

*0 Wegen Raummangels um einen Tag verspätet.

kleines Feusüeton.

; Im Lefsing-Tbeater zu Berlin gelangte am SamstagDer Rn fdes Leben Schauspiel in drei Men von Artur Schn inl er, zur Erstaufführung und wurde nach idem lebten Akte entschieden abgelehnt. Auch nach den beiden anderen Men kämpfte Zisckien mit dem von Freundeshand ge- nlachten Applaus. Schnitzler hat in seinem neuesten Werke das­selbe Problem behotidelt lüie Sudermann in_ seinem Schauspiel: ES lebe das Leben! Das Leben ist nach Schnitzler das höchste aller Guter; deshalb folgt Marie dem Rufe des Lebeirs und darum wird auch den blauen Kürassieren das Sterben so schwer. Denn die Offiziere die Handlung spielt in Wien um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts haben, um eine alte Schmach ihres Mrassierregimentes mit ihrem Blute zu tilgen, den Eid ge­schworen, in der nächsten Schlacht alle bis auf den letzter! Reiter in den Tod zu gehen. Um diesen Entschluß dreht sich die Hand­lung. .Die beiden Mädchen, die durch ihre Zärtlichkeiten zwei Mrassieroffizieren die letzten Stunden versüßen, sowie die ehe­brecherische Gattin des Obersten, sind nymphomanffch veranlagt, und das Offizierkorps scheint, wenigstens nach den drei vor­geführten Exemplaren zu schließen, nur aus Lumpen und Schuften zu bestehen, die sicher nicht in den gewissen Tod geben würden.

Mit dem Märzheft schließt der 17. Band der Darmstädter KimstzeitschriftDeutsche Kunst und Dekoration"*, ab. Tiefes

*) Verlags-Anstalt Alexander Kvcch-Tarmstadt. Einzelpreis Heftes mit 82 Abbildungen 2.50 Mk. Im Llbounement viertel- Wrlich 6 Mark.

Heft enthält als Einleitung einen Aufsatz, über moderne Blumen- malerer, illustriert mit guten Werken dieser sonst so krank dar- nlederliegenden KUnsttätigkeit. Dann folgen künstlerische Porträt- ansnahmen von Photograph Hilsdorf in Bingen. Darunter em geradezu hervorragendes Bild des Großherzvgs von Hessen; ferner Menzel, Thoma, Begas und andere Größen. Jeder Fach- und Liebhaberphotograph sollte diese Mersterwerke beachten. Tas Märzheft enthält noch eine groge Anzahl Abbildungen nach Werken des Münchener Plastikers Georg Wrba, einen Künstler, der sein Können an die Lösung praktische'' Aufgaben wendet, und ca. 40 Abbildungen von 'Arbeiten der Schüler und Schülerinnen eines Münchener Lehr-Ateliers Alle Abbildungen des Heftes In eien Künstler und Kunstfreunden schätzenswerte Anregungen und Belehrungen.

Zur Erlangung von Entwürfen für das National d en k- mal, das im Oktober 1607 zur Erinnerung an die uaft-male Erhebung Preußens und zum Andenken Friedrich Wil­helms III. und der Königin Luise in Memel errichtet werden soll, wurde ein engerer Wettbewerb ausgeschrieben, zu dem folgende Künstler ousgefordert wurden: Professor Breuer, Professor Janensch, Lewin Funke, Felderhof, Wenck und Pro­fessor Reusel-Königsberg. Die Kosten sollen 80 000 Mk. betragen.

Dergroß eRem brandt" im Staede Ischen In­st i t u t gibt, so wird aus Frankfurt iMaini geschriebeir Anlaß zu einer merkwürdigen kulturgeschichtlichen Beobachtung' Diese neueste und wertvolllte Erwerbung des Frankfurter Dfti- seums stellt dar, wie die Philister Samson fesseln rmd blenden Rembrandt hat das äilb 1637 gemalt. Der geharnischte Mann

Nie Aoppelhochzeilsfeierlichkeiten in ZSertin. m.

Berlin, 26. Februar.

Des Kaisers alte Kameraden.

Die gonge Stadt ist beflaggt. Wenn auch von buntem Blumenschmuck abgesehen werden mußte, so macht e§ doch einen freundlichen und einheitlichen Eindruck, vorwiegend Tanncn-Guirlanden, Myrtenkränze und Myrtenkronen ver­ziert mit Fahnen der oldenburgischen und preußischen Farben zur Ausschmückung verwandt zu sehen. Unter den Linden wogt eine festliche und dichte Menge. Der Kaiser unternahm um 10 Uhr eine Ausfahrt und besuchte den Reichskanzler Fürsten Bülow. Er begab sich bann nach dem Marslall und be­sichtigte hier den Kronleuchter aus Geweihstangen, ein Ge­schenk der Hofjagdreoicre, und das Geschenk der deutschen SchiffSbaugesellschaften, 12 silberne Schiffsmodelle. Bald nach 11 Uhr rückte in den Schloßhof die zweite Kompagnie deS 1. Garderegiments zu Fuß ein, die vor 25 Jahren unter dem damaligen Prinzen Wilheln^gedient hat, etwa 170 Mann. Das Kommando hatte Kastelmn Börns. ES fanden sich ferner ein Oberst und Flügeladjutant v. Berg und die Offiziere, die im Jahre 1877/78 bei der Kompagnie gestanden hatten. Gegen 12 Uhr erschienen der Kaiser in der Uniform des 1. Garde­regiments zu Fuß, die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise. Kattellan BörnS überreichte den Frontrapport. Der Kaiser schritt die Front ab, redete jeden einzelnen an und erkundigte sich nach feinen Verhältnissen. Die Kaiserin und die Prinzessin begleiteten ihn dabei. Kastellan Börns hielt hierauf eine Ansprache und wies auf die Adresse und die Stiftung für die 2. Kompagnie hin; Kanzleisekretär Hartmann überreichte die Adresse.

Der Kaiser dankte in seiner Erwiderung besonders für die Stiftung von 3000 Mk. Er werde das seinige tun und dem Kapital eine weitere Summe hinzu fügen. Er dankte ferner den Leuten, daß sie gekommen wären, um ihrem alten Kompagniechef gegenüberzustehen und an dem 'Feste in seinem Hause teilzunehmen, und für ihre Anhäng­lichkeit an ihren König und sein HauS, ihr alteS Regiment und ihre alte Kompagnie. Zur Erinnerung an den heutigen Tag habe er ein Erinnerungszeichen gestiftet, welches er allen auShändigen werde.

Das Zeichen besteht auS einer 25 in einem Silberkranz auf weiß und gelb gestreiftem Bande. Der Kaiser händigte selbst die Attszeichnung einem jeden ein, nahm daraus den Parademarsch seiner alten Kompagnie ab und verabschieoete sich dann. Die alten Kameraden wurden hieraus im Schlosse bewirtet.

Nr. 49

Ersitzet«, tLgktch außer Sonntag-.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kesstschen Landwirt die Lietzener Somllien» blätter orermal in der Woche beiqelegt

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'scheu Unwers.-Buck-u.Stem- druckeret. R. Lange. Redaktion. Ervedttioa und Druckerei:

Schulst ratze 7.

Redaktion fcsss» 112

Verlag u.Exped.^^51 Adreffe für Depefchen: Anzeiger Gießen.

der dem überwältigten Samson das linke Auge aussticht, be> nutztdazu einen Dolch, der die charakteristische Form der meu

$ 3cigt, mit geflammter rauhgeäUer Klinge und! als Enn eine ut Holz geschnitzte Menschenfigur. Diese Beobacht- mrg zergt deutlich, wie um die Mitte des 17. Jahrhunderts bie Handelsbeziehungen der Niederländer zum Dunda-Archipek so hey un Volksbewußtsein wurzelten, daß die Mnstler von dort herübergebrachte Gebrai.chsgeaenstände in ihren AnschauungskreiZ aufnaymen und in ihren Werken verwandten.

lltz^^nard Shaw: Cäsar und Cleopatra. Eine) histornche Komödie. (S. Fischer, Verlag, Berlins Geh. 3 Mk ^ahaw scheint berufen, in Deutschland das Mißtrauen gegen oie moderne englische Dramatik zu zerstören. Er ist ein bis .^ntrullät eigener, bis zum Spleen Fonfecuenter, ganz Person. :cher Autor; d'bei modern bis in die Fingerspitzen, skeptisch JennmbercT wider Willen und Aesthet. Seine .KvrnödieCäsav und Cleopatra" würde passend den Titel führenCleopatras Er« zwhung ; Cleopatras Erziehung aus einem sechzehnjähriaen

-1U?cr Schönheit und w'ntaiie5 enft-l(^,mateTO WU» G-st--lt, die ShakefpeareI .zSto Bteirffeit hatte sich nach d-nt Erfolg von .-orn Uhl" ein Bauerngut zugelegt. Jetzt, nach dem E--

,üül?T im Hamburger Villenort

Blankenese eine Beytzung erworben und wird sich dort ein Land- Haus bauen.

Kompagnie. Die Musik spielte die oldenburgische Hymne. , Der Kaiser führte die Herzogin-Braut die Front der Kom­pagnie entlang und nuhm mit der Herzogin den Vorbei­marsch entgegen. Hierauf fand im Schlosse Bellevue Früh- stücksLafel statt.

Einzug in Berlin.

Um 5 Uhr nachmittags hielt die .Herzogin-Braut in Be­gleitung der Prinzessin Friedrich Karl vom Schlosse Bellevue aus ihren feierlichen Einzug in die Hauptstadt, i Ten Zug eröffnete eine Eskadron des 1. Garhe-Drag.-Regts., 1 Jann f°*0icn in einem sechsspännigen Wagen der Hofstaat , der Braut u. s. w., hierauf eine halbe Eskadron Garde- i du-Corps, dann der große sechsspännige Staatswagen i nnt der Braut und der Prinzessin Friedrich Karl. Aus der rechten (Seite des Wagens ritt Oberstallmeister Frhr. u. Reischach, auf der linken der Kommandeur der Leib- 1 eskadron des Garde-dn-Corps. Dann folgte wieder eine ' hnlbe Eskadron Gardc-du-Corps, an deren Spitze der Kron- ! pisiuz ritt, hieraus der Wagen mit den Damen der Braut, i Eine Eskadron Garde-Kürassiere mit Trompetern bildete i den Schluß des Zuges. Innungen bildeten längs der Fest- : straße im Tiergarten Spalier, 6 Pvstinspektoren und 40 Postillone setzten sich an die Spitze des Zuges. Bor dem Brandenburger Tore empfingen Gouverneur Generalseld- marschall v. Hahnke, der Kommandan. von Berlin General­major Graf Moltke und der Polizeipräsident v. Borries die Herzogin-Braut und schlossen sich den neben dem Staats­wagen reitenden Personen an. Als die Braut um 5i,4 Uhr durch das Brandenburger Tor einfuhr, wurde im Lustgarten Salut von dreimal 24 Schuß abgefeuert. Auf dem Pariser Platz traten Oberbürgermeister Kirschner, Bürgermeister Dr. Reicke, Stadtverordnetenvorsteher Tr. Langer Hans und andere Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordneten an den gevsfneten Wagenschlag. Oberbürgermeister Kir s ch- ner hielt eine Ansprache, in der er die Herzogin-Braut uamcns der Stadt begrüßte. Eine Ehrenjungfrau über­reichte der Braut einen prachtvollen Blumenstrauß mit der Schleife der oldenburgischen Farben. Die 5)erzogin reichte ihr dankend die Hand. Die Herzogin-Braut dankte mit folgenden Worten:

Tief gerührt von Jhrern fteundlicheir Empfang und dem der Stadt Berlin, sage ich Ihnen meinen herzlichsten Dank. Es freut mich, in die Heimat meiner Mutter ein ziehen zu können, wiewohl es mir schwer wurde, die alte liebe Heimat zu verlassen. <>fi) glaube, aber, daß ich mich hier in der neuen Heimat, der n?c*rwi Mutter, heimisch 'm'.?. und hoffe, ein treues Mitglied der kafferlichen Familie zu 'werden.

jAe Herzogin-Braut reichte dem Oberbürger­meister die Haud, dieser brachte ein dreifaches Hoch auf sie au§. Sodann bewegte sich der Zug die Mittelpromenade Unter den Linden entlang nach böm «schlosse. Bei der Fahrt in der Stadt setzte ein leichter Regen ein, der aber aleich wreder nachließ. Tie Tücher und .Häuser am Pariser Platz unb Unter den Linden waren mit einer dichtgedrängten Menschenmenge besetzt, ebenso sah man zahllose Zuschauer an allen Fenstern der reichdckorierten Häuser der prächtig in preußischen und oldcnb. Landesfarben dekorierten Straße Unter den Linden. Die Leibbatterie feuerte, als der Zug am Schlosse anlangte, im Lustgarten Salut, die Glocken läuteten. Die Leibkomvagnie nahm aus dem inneren Schloß­hof als Ehrenwache Aufstellung. Bald nach 5 Uhr 12 Min. ritten die Postillone in den Schloßhof ein, ihnen 'folgten die Kava.llerieschwadrouen. Mit lauter Stimme gab Prinz Eitel Friedrich das Kommando zum Präsentieren der Ehren­wache. Die Musik setzte mit der oldenburgischen Hymne em. Dem Staatswagen entstiegen die Braut, die Prinzessin Friedrich Karl und die Gräfin Schliessen. Am Fuße der Treppe empfingen der Kronprinz und die übrigen Prinzen die Braut. Ter Kronprinz reichte der Braut/ Prinz Adalbert der Prinzessin Friedrich .Karl den Arm. A>i der Tür des Schweizersaales empfingen der Kaiser und die Prinzessinnen die Braut und geleiteten sie nach dem Mtter-. saal, wo die Kaiserin die Braut erwartete. Inzwischen hatte Prinz Eitel die Leibkompagnie zum Parademarsch antreten lassen und führte sie vor dem Kaiser und den Fürstlichkeiten, die am Fenster zusahen, salutierend, aus dem Schlosse hinaus. Sodann begab sich Prinz Eitel selbst < in den Rittersaal. Die Majestäten und die Eltern der Braut, gefolgt vom Hausminister Graf Wedel und dem oldenburg' Minister Willich usw., begaben sich dann in das Kurfürsten- : «immer zur Vollziehung der Ehepakten, hierauf geleiteten die Majestäten unter Vortritt der höchsten Hof­

Gietzener

General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblaü für den Kreis Gießen

chargen die Herzogin-Braut nach den für sie bereiigestelltei- Gemächern.

Abends 7 Uhr fand

Familrentafel

statt, wobei das Brautpaar die Ehrenplätze innehatte. Rechts von der Braut saßen der Kronprinz, die Groß Herzogin von Hessen u. s. f., links von der Braut Prinz Eitel Friedrich, die Kaiserin, der Großhcrzog von Oldenburg «nd die Kronprinzessin. Dem Brautpaare gegenüber saß ber Kaiser zwischen der Großherzogin von Oldenburg und bey Großherzogin von Baden.

Geschenke ausländischer Potentaten.

Beim gestrigen Empfang der auÄvürttgeu Gesarrdten und' Botschafter überreichte Graf von Stzogyenh-M-arich eine in Silbep getriebeire Büste des Kaisers Franz Josef nrit einem! Handschreiben. Vasen wurden mehrfach überreicht, so vom italienischen Botschafter zrmi antike und vom iapanii scheu Gesandten zwei moderne. Auch der russische Botschaften überreichte zwei prachtvolle Vasen aber auch das Bild der rufiv* Jacht Polarstern, auf welcher bic Käiser-Zusammerrkunst bei Björkö ftattfand. Der englische Botschafter übergab eine xn Silber getriebene Bowle, ber französische ein Hand - i ch r eiben beS Präsideirten Falliöres und ein wunder" schönes Serv i c c aus SövreS-Pvrzellau. Der a m eri ka-, u i s ch e Botschafter überreichte ein Handschreiben deS Präfix deuten Roosevelt.

Ein großer Gedenkstein wird die Erinuenmg an die Silber-! Hochzeit des Kaiserpaares festhaltm. Der Stein wird im Wild-« vark bei Potsdam aufgestellt werden. In der Nähe steht dep Kaiser Friedrich-Gedächtuisstein.

Aus Heffen-Naffau.

Unter den Morduungen der preuß. Provinzen, Städte usw., die von den Oberpräsidenten resp. von den Ressortministern vor- gestellt tourben, und ihre Adressen, bezw. Stiftungenrfunbent überreichten, befanden sich aus Hessen-Nassau: BczirkK- verbärche: a) Bezir^ve-cbanb Kassel (Stiftung von 75000 Mk. ,vai Errichtung einer Kirche für das hessische Brüderhaus in Hephata), b) Bcürksverbcmd Wiesbaden (Stiftung von 50 000 Mark zur Errichtung eines SiechenheimsWilhelm-Auguste- Viktoria-Heftn">; Stadt Kassel: Stadt Wiesbaden; Stadt Frank­furt a. M^(Stiftieng von 150000 Mk. für ,Kaiser- itnb Kaiserin- Wils-elm-Stiftuirg zur Bekämpfung der Luugentuberknlvsc"st Ko-, mitee der Stiftung für Säuglingsfürsorge (Stiftung von 280 000 Mark für eineWilhelm Auguste-Viktoria-Stiftung für Säug^ lmgsfürsorge").

Ter neue Hofstaat.

. 2er bisherige pcrsöwiche Adjutant des Prinzen Eitel- Friedrich, v. Lettow-Vorbeck, wurde unter gleiche- zeitiger Verleihung der Kammerherrenwürde zum Hof-, marschall des Prinzen Eitel-Friedrich, Ober­leutnant des Jnf.-Regts. Nr. 92 v. Heynitz zum dienst­tuenden Kam wer Herrn der künftigen Gema-Hlin be? Prinzen Eitel-Friedrich ernannt.

welches sich iinfxmi- HE, bejonders im iiter ausdilden möüile, ! ohne ge.;eni. Verging, nanjchl. Umg.v.Äietzm Echrillliche Angebote nd. Gies.Anz. erbeten.

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