sei dem Strei Samt Gießen, den KreiSamtmann bei dem jtrciSamt Bingen Theodor Muhl zum Kreisamtmann bei lern Kreisamt Friedberg, den Kreisamtmann bei dem Kreis- imt Dieburg Regierungsrat Friedr. Welckcr zum Kreis- amtmann bei dem Kreisamt Bingen, den Ministcrialsekretär bei dem Ministerium des Innern Dr. Herrn. Stammler zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Dieburg ernannt.
* * Notariatsangelegenheiten. S. K. H. der Grobherzog haben die Notare Geh. Justizrat Dr. Karl Braden in Mainz, Geh. Justizrat Herm. Jockel in Friedberg und Justizrat Otto Hallwachs in Darmstadt zu Mitgliedern des Disziplinarhofs für Notare, die Notare Justizrat Ferd. Gallus in Darmstadt, Justizrat Dr. Jul. Ne en in Wörrstadt und Ernst Metz in Nidda zu stellv. Mitgliedern des Disziplinarhofs für Notare; die Notare Justizrat Dr. Karl Schüler in Darmstadt und Justizrat Ernst Schmeel in Darmstadt zu Mitgliedern, die Notare Justizrat Dr. Karl Kleinschmidt in Darmstadt und Justizrat Otto von Brentano di Tremezzo in Offenbach zu stellv. Mitgliedern der Disziplinarkammer für die Notare der Provinz Starkenburg: die Notare Aug. Metz in Gießen und Herrn. Katz in Gießen zu Mitgliedern, die Notare Artur Stahl in Bad-Nauheim und Ludw. Nömheld in Gießen zu stellv. Mitgliedern der Disziplinarkammer für die Notare der Provinz Öberheffen; die Notare Justizrat Karl Wolf in Mainz und Justizrat Hch. Köhler in Osthofen zu Mitgliedern, die Notare Peter Hubert in Oppenheim und Otto Schwarz in Worms zu stellv. Mitgliedern der Disziplinarkammer für die Notare der Provinz Rheinhessen, für die Zeit bis zum 31. Dezember 1908, ernannt.
• • Die Sitzung des Provinzialausschusses, die für vergangenen Samstag vorgesehen war, ist ausgefallen.
* * Eine Gedenkfeier zu Mozarts 150. Geburtstag veranstaltete am Sonntag abend der „Sängerkranz" im neuen S-aalbau. Die Vereinsangehörigen und Verehrer des Fürsten im Reiche der Töne hatten sich in sehr großer Zahl zu der stimmungsvollen und in allen Teilen wohlgelungenen Feier eingefunöen, um deren Zustandekommen der rührige Vereinsdirigent, Herr Musiklehrer Franz Bauer, sich besonders verdient gemacht hat. Der gut geschulte und über eine Anzahl prächtiger Stimmen verfügende Vereinschor eröffnete die Feier mit dem formvollendeten Vortrag des Mozartschen Chores „O Isis und Jsiris", worauf Herr Franz Bauer eine von warmer Begeisterung für den großen Tonmeister getragene Festansprache hielt, in der er den Lebensgang Mozarts und seine Bedeutung als größtes musikalisches Genie aller Zeiten feierte. Im Anschluß hieran sang der Vereinschor Silchers „Stumm schlaft der Sänger" und erzielte damit eine tiefgehende Wirkung. Auch der übrige Teil des Programms trug dem Charakter des Abends dadurch Rechnung, daß fast ausschließlich Kompositionen Mozarts dargeboten wurden. Als Gesangssolistin wirkte Frl. Klara Funke aus'Frankfurt mit. Tie über eine hübsche, ziemlich umfangreiche Altstimme verfügende Dame sang zunächst einige Lieder Mozarts und späterhin noch Lieder vvn Liszt, Brahms und Wolf und zwar trotz sichtlicher Indisposition in sehr ansprechender Weise und großem Erfolge. Ten gespendeten lebhaften Beifall quittierte sie bereitwillig mit einer Zugabe. Die ^Begleitung der Sängerin auf dem Klavier hatte .Herr Julius Hahn übernommen und er führte seine Aufgabe in sehr verständnisvoller Weise durch. An ferneren Kompositionen Mozarts gelangten zum Vortrag: Trio für Klavier, Violine und Cello (B-dur), „Larghetto" aus dem Klarinetten-Qclintett für Cello und Klavierquartett, G-moll. Tie mitwirkenden Herren, Franz Bauer (Violine), Musikdirektor Krauße (Viola), Ernst Krauße (Cello) und Julius Hahn (Klavier) boten damit den Zuhörern einen großen künstlerischen Genuß, an dem sie alle gleich großen Anteil hatten. Sehr hübsch wurde von einem gemischten Chor unter Streichquartett-Begleitung die Motette „?lve verum corpus" gesungen, auf deren Einstudierung sichtlich von Dirigent, Sängerinnen und Sängern großer Fleiß verwendet worden war. — Tas Podium hatte einen der Bedeutung der Feier entsprechenden Sdimuä erhalten und inmitten einer Pflanzendekoration grüßte Mozarts Büste die Musikftwunde, die zu seinen Ehrrn erschienen waren. — Dem zweistündigen, einen hohen künstlerischen Genuß gewährenden Konzert schloß sich ein flotter Ball an.
* * Aus dem Bureau des Stadttheaters. Lessings ,Nathan der 9Betfe", der wegen Krankheitsfällen im Personal wiederholt verschoben werden mußte, ist für morgen als 15. Dienstag-Abonnementsvorstellung an- gesetzt. Die Titelrolle spielt Herr Wittmann. In den sonstigen Nollen sind beschäftigt die Herren Lüttjohann, Lippert, Herrscher, Mendel, Steinmann, sowie die Damen Donccker, Maurice und Millar. — Auf verschiedene Anfragen an das Theaterbureau sei mitgeteilt, daß die diesjährige Spielzeit bis Palmsonntag (8. April) dauert.
* * Dünsberg-Verein. In der kürzlich abgehaltenen alljährlichen Generalversammlung des Dünsberg-Vereins, wurde einstimmig der wegen seines Alters zurückgetretene langjährige Vorsitzende Kommerzienrat Ludw. Georgi zum Ehrenvorsitzenden ernannt, und an seiner Stelle Rechtsanwalt Grünewald als Vereinsleiter gewählt. Der Verein, der sich das Verdienst erworben hat, auf dem Gipfel des Königs unserer Berge einen Aussichtsturm mit Schutzhütte zu schaffen und den Zugang zum Berge zu verbeffem, zählt 305 Mitglieder in Gießen und 72 Mitglieder in Wetzlar. Da die Schutzhütte nicht mehr hinreicht, um den stets zahlreichen Besuchern bei schlechtem Wetter Schutz gewähren, ist beabsichtigt, in diesem Jahre eine wesentliche Vergrößerung der Hütte vorzunehmen.
Von der „Hass reck'. Wie die „Kt)ffh. Korresp." mitteill, betrug das Vermögen der einzelnen Veremsbezirke des rund 62 000 Mitglieder umfassenden Landesverbandes der militärischen Vereine im Grvßherzogium Heffen (Kriegerkameradsckuist .Hassia) Ende 1905 959 402 Mk. Die einzelnen Vereinsbezirke haben im Jahre 1905 für Unterstützungen auggegeben 44 621 Mk., bei Sterbefallen 16 488 Mk.: sie gaben alsv für Wohlfahrtspflege 61109 Mk. aus.
* • Dicbst ahl. Den Mitgliedern des Fußballklubs 1905 wurden gestern wieder mal die Taschen der Kleider, welche sie in einem Zimmer der Wirtschaft zur „Stadt Lich" aufbewahrt hatten, von einem noch zu ermittelnden Täter untersucht und mehrere P o ri e m onn aies mit Inhalt gestohlen.
• * Roh heit. Als in verfloßener Nacht ein Wirt am Ianzleiberg einem im Lokal erscheinenden, bereits angetrunkenen Arbeiter die Getränke verweigerte, verließ der Arbeiter das
Lokal mit dem Bemerken, er werde sich noch einige Leute holen und ihm das Lokal demolieren. Es dauerte auch nicht lange, bis die Tür nebst Verglasung mit Backsteinen ein- geworfen wurde. Die Täter sind bekannt und der Wirt hat Strafantrag gestellt.
* * Besitz wechsel. Die Stadt erwarb zu Lasten des Stadterweiterungsfonds die Ho freite des Kaufmanns Karl Semmler, Walltorstraße 9, für 20 000 Mk. Das Grundstück, welches an der Ecke der Zozelsgaffe liegt, ist für die Stadt zweifellos ein wertvolles Tauschobjekt, wenn einmal die Frage der Verbreiterung der Dammstraße spruchreif wird.
* * Frühjahrs pferde markt. Die Anmeldungen der Händler und Züchter sind außerordentlich gut ausgefallen und es wird eine große Auswahl schöner und edler Pferde vorgeführt werden. — Die Lose sind längst vergriffen; da viele Nachfragen auch von auswärts nicht befriedigt werden konnten, beabsichtigt die Pferdemarktkommission für die nächstjährigen Märkte n;tt eine Vermehrung der Lose nachzusuchen. Wie bei den früheren Pferdemärkten werden auch diesmal die Wagen der Omnibusgesellschaft zwischen Bahnhof und Marktplatz verkehren.
’ * Erledigt sind: eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Zell- Hansen. Die Stellen von je drei S teuer aufsehe rn bei dem Großh. Hauptsteueramt Mainz.
* * Der Deutsche Verein veranstaltet heute abend im (Safe Ebel eine Versammlung, in der Generalsekretär Henningsen von Hamburg über die „Konsumvereins- gefahr und die Mittel zur Abhilfe" spricht (s. Inserat).
** Eine große Billard-Vorstellung veranstalteten heute abend 9 Uhr im (Safe Skalizri die Herren Henry Straub, Kunst- und Meistersckaftsspieler Deutschlands im Billardhandsvicl, und Anton Sckide aus Wien, der bekannte Billardkünstler. Die Herren werden, jeder in seiner Art, KUnstbätte vo-rführen, die vermöge ihrer Komposition und eleganter Demonstrierung allerwärts die größte Bewunderung der Zuschauer hcrvorgeruferr haben. Zum Schluß findet noch eine Partie mit dem Besten der anwesenden Amateure mit Vorgabe statt.
**DerBerg-und Dammrutsch beiStativn Elm. Man schreibt uns: Geh. Oberbergrat Beischlag aus Klaus- thal hat 'Lenkungen bei Elm darauf zurückgefiihrt, daß große Wassermengen in den fritr zutage gehenden Verwerfungs-Spalten zwischen den Gebirgszügen der Rhön, des Spessarts und des Vogelsbergs, die fortwährend im Schieben befindlichen Trüm- mcrmassen in der Tiefe in widerstandslose, bewegliche Schlammmassen verwandelten. Niemand kann wissen, welche Folgen dieser int Innern der Erde sich abspielcnde Prozeß haben kann und haben wird, — aus alle Fälle muß dafür gesorgt werden, das; der auf der Strecke Bebra-Frankfurt konzentrierte Hauptverkehr nicht für längere Zeit eine Störung erfährt. Es durfte sich empfehlen, die Bahnstrecke „Wächtersbach-Birstein" nach Grebenhain sofort auszubauen, wodurch eine Verbindung über Lauterbach nach Fulda geschaffen werden würde. Diese ncueStreckc: „W ächtersbach-Birstein-Lauterbach- Fulda" wäre nicht länger, als die feiterige, Strecke Fulda-Elm-Wächtersbach, allerdings ist jene nur eingleisig, ebenso wie die Strecke Fulda- Gießen. Das fehlende Glied in der vorgeschlagenen Verbindung, die Strecke Birftcm-Grcbenhain, hat nur eine Länge von 16 Kilometer, Schwierigkeiten im Gelände sind nickst vorhanden und wenn die Eisenbahnverwaltung sich die Engländer zum Muster nimmt, die unter ungünstigen klimatischen Verhältnissen in Egypten eine Strecke von 500 en gl. Meilen, gleich 800 Kilometer, in 14 Monaten gebaut haben, so find diese wenigen 16 Kilometer in kürzester Zeit herzustellen. Nicht minder dürfte es sich empfehlen, die Strecke Hersfeld-Nicder-Aula unverzüglich nach Schlitz im Tale der Fulda weiter zu führen und von Schlitz direkten Anschluß nach Lauterbach zu schassen. Damit wäre sofort ein teilweiser Ersatz für die Linie Bebra-Elm-Frankfurt vorhanden, die neue Linie wäre sogar kürzer und konnte wesentlich zur Entlastung der alten Strecke beitragen. "Von (Hersseldl Niederaula bis Schlitz bietet die Anlage der Bahn auch nickt die geringsten Schwierigkeiten, sie folgt dem Lauf der Fulda, der fast gradlinig ist. Damit käme das Projekt zur Ausffihrung, wie es ursprünglich gedacht war, die Ausführung scheiterte damals an dem Widerspruch be§ letzten Kurfürsten, der seine Bahn nicht über darm- hcffisckes Gebiet geleitet haben wollte.
( Schotten, 24. Mär:. Am Donnerstag wurde in der ApprctnrAnstalt der Gebr. Weitz hier das 50 000. Stück der Dückskinfabrik Bratsifck und Tassins-Saalmünster fertig gestellt. Aus diesem Anlässe überreichten die Gebr. Weitz der genannten Firma, die eine besondere Feier veranstaltete, ein geschmackvolles Diplom. Ein auf einem Stück des Stoffes gestickter Eicken-Lor- beerkranz umfasst eine passende Widmung. Dies eigenartige Jubiläum ist nicht allein ein Beweis echter GeschäftsanhänglickMit, sondern legt vor allem Zeugnis ab von der Entwicklung der hiesigen Tuckindustrie. Unter den wenigen Ueberbleibseln der einst blühenden Tuckmacherei ist die Appretur-Anstalt der Gebr. Weitz eine derjenigen, die technisch vollständig modern eingerichtet ist.
(G.) Helpershain, 24. März. Gestern wurde Mer die Feuerwehr aufgeboten. Es galt, einen Zigeuner e in- z u fangen, der im Oktober v. I. in der Nähe von Paderborn einen Gendarmen durch einen Schuß verwundet hatte. Vorgestern abend war eine Zigeunerbande eingetroffen, in deren Anführer die Gendarmerie den Täter vermutete. Papiere erwiesen fick als gefälscht. Unter dem Vorwande, seine Leute zur Legitimation seiner Person herbeizurufen, gelang es ihm zu entwischen. Leider verblieb das Unternehmen der wohlausgerüsteten Feuerwehr o hn e Erfolg. Nur fand man int Walde gut versteckt drei Büchsen.
Mainz, 24. März. Ter dl k t i e n g e s e l l s ch a s t Tietz, die an Steile ihres Warenhauses in der Stadthaushalle einen großen modernen Neubau errichten will, wurde für die Errichtung eines provisorischen Warenhauses von der Regierung in der Stationshofstraße mietweise auf zwei Jahre ein großes Terrain überlassen. (Frkf. Ztq.)
Cfc.) Hersfeld, 23. März. Hier wurde der aus Scklitz stammende 40 jährige Knecht Sippel wegen versuchtenGat- tenmordeS verhaftet. Dte Eheftau Sippeis wohnte noch in Scklitz. Vor einigen Tagen nun schrieb ihr Ssppel, sie möge am Mittwoch abend nach Neukirchen kommen, wo er sie treffen wolle, um mit ihr nach Eitra zu gehen. Tort wolle er ihr eine Wohnung mieten. Als dte Beiden nun abends in der Richtung nach Odensachfen die öautt entlang gingen, warf Sippel feine Frau plötzlich in den hockangeschwollenen Fluß und machte sich dann aus dem Staube. Der Frau gelang es, sich ztt retten. Sie kam gegen Mittemackt in Oberhaun an, wo man ihr Unterkunft gewährte. Wie man hört, wollte Sippel eine Witwe in einem benachbarten Orte heiraten. Zu diesem Zwecke sollte seine Frau verschwinden. — In Sieglos wurde am Donnerstag der 11 jährige Sohn des Webers Bolender von einem Automobil totgefahrem
Frankfurt a. M., 24. März. In den großen Räumen des Hippodroms begann gestern ein auf drei Tage berechnetes großes Neiterfest zugunsten der Hinterbliebenen in Süd- mesiafrika gefallener oder infolge des Feldzuges invalide gewordener Krieger. Um das Gelingen »nachten sich nicht nur die Damen der Frankfurter Gcburts- und Finanzaristokratie, sondern auch die Offiziere und Offiziersdamen der benachbarten Garnisonen, wie Hanarr, Darinstadt und Mainz, verdient. Etwa 700 Personen wirkten mit. Alles vollzog sich in einem historischen Rahmen. Als Hauptnummer des Programms war der Einzug Gustav Adolfs in die Stadt Frankfurt, der sich bekanntlich nach der Niederlage Tillys
bei Leipzig am 17. November 1631 vollzog, gewählt worden, und es darf gesagt werden, daß die Regisseure ein recht lebendiges und anschauliches Bild schufen. Der Schwedenkönig wird von den Ratsherren der freien Reichsstadt empfangen und sofort entwickelt sich vor dem Hoflager ein Schauspiel von eigenartigem Reiz. Eine Quadrille wird geritten, Waffenspiele werden aufgeführt, Paeen zu Pferde iverden getanzt, so daß es an Kurzweil nicht fehlt. Im zweiten Teil des Programms wurde man in das Krönungslager Kaiser Leopolds II. geführt, und es wird auch in diesem Bilde längst entschwundene Zeit (1790) wieder lebendig gemacht. Zur Vervollständigung des BildeS werden Spiele veranstaltet, so ein Besuch auf einer mexikanischen Hazienda, sowie eine ungarische Parforcejagd, beides Evolutionen, die die Freunde des Pferdesports ganz besonders interessieren. Der Besuch des Festes ist groß.
** Kleine Mitteilungen aus H e s se n u n b den Nachbarstaaten. In Darmstadt ist ein alter Achtundvierziger und „schwarzer Schütze" der Schubmackermeister Ludwig Ebner gestorben. — In Worms wird nach Ostern eine Fortbildungsschule für die aus der Schule entlassene weib- licke Jugend der Stadt und des Kreises Worms eröffnet werben.
Vermischter.
* Eine schlagfertige Prinzessin. Die Prinzessin Elvira von Bourbon, die Tochter deS Don Carlos, die in Florenz mit dem Maler Folchi lebt, der sie vor Jahren entführte, wollte in einer Färberei ein Kleid abholen, wobei sie mit der sie bedienenden Verkäuferin über den Preis in Streit geriet. Dieser artete in Tätlichkeiten aus, als die Verkäuferin nicht dulden wollte, daß die Prinzessin das Kleid ohne Bezahlung fortnahm, und letztere e§ mit Gewalt an sich brachte. Die Prinzessin verprügelte die Verkäuferin derartig, daß diese sich ins Hospital begeben mußte, um sich verbinden zu lassen. Die Polizei schritt ein, verhaftete Elvira von Bourbon, brachte sie auf die Wache und ließ sie nicht eher frei, als bis das Zeugnis eines Arztes eintraf, wonach die Verkäuferin in zehn Tagen heilbar sei.
* Kleine Tagesckrvnik. Im amerikan. Seebad Atlantic City stürzte der Sonncnturm des Hotels St. Denis ein. 10 Personen wurden getötet, mehrere verletzt.
Sport.
0 Fußball. Die Schlappe, die der Gieß en e'r Fußballklub von 1900 am 18. März l. I. in Mannheim gegen die Fußballgesellschaft 1896 erlitt und der Eingeweihten unglaublich schien, wurde gestern wieder gut gemacht, indem die 1. Mannschaft ^1900 den F r a. n k fu r t er M e i fters cha f ts kl u b 1. Kl. und Sieger im Westmaingan mit 8:J. Tore besiegte.^ Die errungenen Tore verteilen sieb auf Schelper 3, Münker und Schwinger je 2 und Schwan 1.
(sd.) Gin Staffeltengehen Frankfurt-Darmstadt veranstaltete am Sonntag der Turnsportverein Frankfurt am Main. Den Teilnehmern an dem Wettgehen, die vormittags um 9 Uhr in drei Gruppen am Diakonissenhaus in der Esckers- heimerlandstraße in Frankfurt starteten, war die Aufbabe gestellt, einen Gruß des Vereins an den Großherzog von Hessen zu überbringen. Trotz der schneebedeckten Wege wurden gute Resultate erzielt und schon um 12 Uhr 20 Minuten wurde der Brief im Neuen Palais in Darmstadt abgegeben. Er ist in 3 Stunden und 20 Minuten von Frankfurt nach Darmstadt befördert worden. Wer die beste Gehleiftung erzielt hat, läßt fick jetzt noch nicht sagen.'
Arbeiterbewegung.
Vittsburg, 24. März. Infolge der bedenklichen Lage in Indianapolis, wo die ans Bergwerksbesitzern und Arbeitern bestehende Kommission zur Festsetzung eines Lohntarifes gestern abend eine Sitzung abgehalten hat, ohne zu einer Einigung zu kommen, stieg der Preis für Kohlen um 25 Cents pro Tonne. Die Erie-Eisenbabn schloß ihre Eisenbahnwerkstätten an verschiedenen Orten mit Rücksicht auf die infolge des Stteiks zu erwartende Verkehrsabnahme.
Literarisches.
— Hessische Versa ssnngsge sehe mit Einführung und Erläuterungen herausgegeben von Dr. W. v. Gatter, ord. Professor der Rechte a. d. Univ. Gießen. XVI. und 284 S. In Ganzleinen gebunden. Preis 3.50 Mk. — Die „Handausgabe hesssiscker Landesgesetze", deren erster Band soeben erschien, verdankt ihre Entstehung in erster Linie dem Bedürfnisse des akadem. Unterrichtes an der Landesuniversität. Schon seit Jähren wurde es sowohl von studierenden unb Lehrern als ein Mißstand empfunden, daß es an einer für die Zwecke des rechts- und staatswissenschaftlichen Studiums geeigneten Ausgabe der wichtigeren hessischen Gesetze fehlte. Aus diesem Grunde haben sich die Univ.-Professoren: van Calker, Schmidt, Mittermaier, Biermer und der Verleger A Töpelmann entschlossen, eine „Handausgabe hessischer Gesetze" zu veranstalten. Tie Auswahl der Gesetze, die Anordnung des Stoffes und die Art der Erklärungen ist vor allem durch die Zwecke des akademischen Unterrichts beftinrmt. Jedvck wird sich 'diese Gesetzesausgabe zweifellos auch anderen Greifen dienlich erweisen. Tie vorliegende Ausgabe hessischer Verfassungsgesetze gliedert sich in vier Teile: Der erste Teil enthält eine, die geschichtliche Entwicklung des Großherzogtums skizzierende Einleitung: der zweite Teil gibt eine kurz gefaßt« Schilderung der wichtigsten Grundlagen des hesfisck)en Staats« rechts; der dritte den Text der Verfassungsurkunde nach dem gegenwärtigen Stande der Versassiingsgesetzgebung; der vierte Teil endlich den Abdruck einer Anzahl von Vorschriften verfassungsrechtlicher Natur in chronologischer Reihenfolge und zwar: Die Gesetzestexte betr. Ausführung und Aenderung der Ver- fassungsurkunde — betr. die Regentschaft — betr. die Minister- Verantwortlichkeit — betr. die Zusammensetzung und Geschäftsordnung der Kammern. Wahl der Abgeordneten, — betr. den Staatshaushalt, — Gesetz betr. die Einführung eines Regierungsblattes — Gesetz betr. das Petitivns- und Versammlungsrecht, — Gesetz betr. die religiöse Freiheit, — Gesetz betr. die Militär- Konvention
Gerkchtssaal.
fc. Darmstadt, 25. März. Wegen Diebstahls wurde der S t u b e n t an der hiesigen Hochschule Richard Zirkel aus Mindelheim vom Schöffengericht zu 2 Tagen Gefängnis verurteilt. Er hatte dem Studenten Groß ein Reißzeug unb dein Wirt Böhmann, bei dem er wohnte, 50 Meter Handtuchstoff, 6 Dieter Jackenstoff, 6 Bettücher, 2 Deckbezüge und 12 neue Al- uaccalöffet entwendet. Er gab vor Gericht an, er erhalle von seinen Eltern nur 30 Mk. monatlich und habe die Sachen roeiter verkauft, um mit dem Geld seine Kollegien zu bezahlen.
Innsbruck, 25. März. Das Landgericht hat den Pfarrer Albrecht H u b e r von Tarrenz wegen Ankaufes von W a h l st i m m e n anläßlich der vorjährigen Gemeindewahl zu einer Woche Arrest verurteilt.
Handel nn- Verkehr, Volkswirtschaft.
Eine Teilung der T ü r k e n l o s e wird in französischen und türkischen Blättern erörtert und darauf hingewiesen, daß für einen solchen Plan eine sicherere Basis vorhanden sei, als früher. Ten Türkenlosen sind durch die Uniftfation der türkischen Staatsschulden sehr wesentliche Vorteile erwachsen. Zu diesen gehören die Auszahlung der Treffer zu vari, sowie die Einlösimg der gezogenen Stücke mit 00%. gegen frühere 58%. Während dies bekannt ist, wird jedoch der Umstand ivcniger beachtet, daß die durch bie'Uni- fifitation entstandenen Mehreinnahmen der Delle vublieue dr


