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23.11.1906 Erstes Blatt
 
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Nr. 5676

Erscheint tÄfllld) außer SonnlagS.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Zamilien- blätter oiermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Der- laq der Brühl 'schen Unwerf.-Buch-n. Siem- b ruderet. 0t Lange. Rtbaftton, <tn>ebttioe und Druc/eret:

Freitag 23. November 1906

156. Jahrgang

Erstes Blatt

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger

Vezngspret», monatlich 7b v»., viertel- jährlich Mk. 2.20, durch jlbhole- iu Zweigstellen inoimtlidi 65 'UL, durch diePost Ml.2. utertel- jährl. ausichl. Beltellg. Annahme von rinzcigea für d>e iaqe6nuinmet biS vorniillagS 10 Uhr. ZeitenpreiS: lokal 12'lifN auswärts 20 1'»q.

Berantivortltch ♦üi den poltL und allqern.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Echot st raße 7.

Redaktion 112

Verlag u.Exped.^sDöl

Slbrefie für Depeschen: Anzeiger Gießen.

Teil; P. Witt ko »ü, ,Stad« und Land" und .Gerichts] aal*. Grast peß. für den *Hn- zeigenteil: £)«n8 Beck.

Z)ie heutige Bummer umfaßt 12 Setten.

LS

Beu

; für Kleinkunst: Trust und Sommersemester. iva6 Unieiric.-i0hvnorar-vccragt je

Darmstadter Kunstbestrebungen.

oder des Sommersemesters, so sind nur

des Quartals

12.50 Mk. für Semesterschluß

politische Lagerscha«.

Die deutjcheu Schutzgedlete in Afrika.

die Zeit dis zum nächsten Quartals- oder zu entrichten. Zur den Probekurs ist eine von 10 Mk. zu zahlen. Die Großh. Lehr-

1907 eröffnet.

London, 22. 9K) v. Dr. Danijsez vom Pasteurschen Institut, der auf der Insel Brougtyon mit der M ässe n- vertilgung von Kaninchen beauftragt war und diesen eine epidemische Krankheit ein impfte, ist schwer erkrankt. Alle Symptome deuten auf Blut­vergiftung. Auch mehrere Gehilfen sind erkrankt.

Vom neuen Stadttheater in Kiel. Tie vieler Sladtkollegien beschlossen emslimnug, die Ausgaben für den Fundus des im Bau begriffenen neuen Sladtlheaters von 125 OOO aus 2oü Ouu Mk. zu erhöhen. Aus Grund dieses Vertrages wurde ein Vertrag zwischen der <5ladr und der Gesellschaft (m. b. H.)Bühne* inTüfsetdors abgeschlossen, welche sänuliche Tekoralionen und Kostüme nach tunstlerischen Entwürfen zu liefern har.

Deutsches Reich.

Berlin, 22. s)loo. Zn Gegenwart des Kaisers und unter dem Vorsitz deö Großherzogs von Oldenburg trat heute vormittag in der Charlottenburger technischen Hochschule die deutsche Schiffbautechnische G esc lisch a ft zu ihrer Hauptversammlung zusammen. Der Kaiser erschien in dec Admiralsumform. An erster Stelle sprach Herr Walter Borveri über die Pareon-Turbine als Schiffsmodell.

Der Bundesrat überwies die Vorlagen betreffend den Entwurf einer deutschen Arzneitaxe für 1907, den Entwurf einer kaiserlichen Verordnung betreffend -die Aus­dehnung der §§ 135 bis 139 b der Gewerbeordnung aus Werkstätten der Labaklndustrie, den Entwurf von Be­stimmungen betreffend die Einrichtung und den Betrieb der zur Anfertigung von Zigarren bestimmten Anlagen und die Vorlage betreffend die Ausprägung von 20 Mill. Mark in Fünfmarkstücken den zuständigen Ausschüssen.

Das Befinden des Ministerialdirektors Alt hoff läßt noch zu wünschen übrig. Der Patient ist recht schwach.

DieNocdb. Allg. Ztg." schreibt: Bekanntlich ist eine zeitgemäße Reform unseres amtsgerichtlichen Prozesses von feiten des Reichskanzlers in die Wege ge­leitet. Zur Verständigung über die Grundlagen des neuen Verfahrens sind heute Delegierte des preußischen Justiz- und preußischen Finanzministeriums, der bayrischen, sächsischen, württembergischen, badischen, hessischen Regierung, der Hansastädte und der Reichslande zu einer mehrtägigen Kon­ferenz im Reichsjustizamte zusammengetreten.

Kiel, 22. Nov. Heute abend traf der Kaiser hier ein. Auf dem Bahnhof hatten sich zur Begrüßung einge­funden: Prinz Heinrich, Staatssekretär o. Ticpitz tc.

Hannover, 23. Roo. Von welstscher Seite werden Nachrichten verbreitet, wonach der Herzog von Cumber­land, der bekanntlich für sich und seinen ältesten Sohn auf die Thronfolge in Braunschweig verzichtet hat, nun auch für sich und sein Haus seinen Ansprüchen auf Hannover ent­sagen werde. Es gedenkt dann nur noch sein jüngerer Sohn den Anspruch auf den braunschweigischen Thron auf­recht zu erhalten. Man wird abwarten müssen, ob der Herzog, dem inzwischen die genau formulierten Bedingungen bekannt geworden sein dürften, unter denen Preußen feine Einwilligung zu der Thronbesteigung eines Mitgliedes der Familie Cum- berland zu geben bereit ist, den Verzicht auf Hannover tat­sächlich aussprechen rvird.

Braunschweig, 23. Nov. Der Regentschaftsrat hat die dem Herzog von Cumberland zur Verzichtleistuiig auf Hannover gestellte Frist auf den 2. Februar 1907 fest- pesetzt.___________________________ ____________________

Rtiechc und Schule.

Berlin, 22. Nov. Nach verschiedenen SMbungen soll der Oberkirchenrat im Falle Cäsar den Protest der

Sondergebühr , ...

ateliers für angewandte Kunst werden am 1. Januar

bemüht. Nur das bleibt; Die Interpellation der nicht vollzähligen nationalliberalen Landtagsiraklion macht den gleichen Eindruck, den ein Kampier hervor mit, der feinem Gegner schon vor dem Kample erllärl: Ich schlage dich nicht, ich tue nur so! Hut: von dem bevorstehenden Tag der P a i r s k a m m e r dürste das Gleiche zu sagen sein. Die Komödie ward zur Groteske.

Landwirtschaftsminisler v. Arnim.

DerNeichSanz.- meldet:

Ritterschastsrat Ntttergutsbesitzer von Arnim aus Kriewea wurde zum ^taatSminisler und L a n d >v i r t s ch a s t s m i n l st e r ernannt.

Die bündlerische »TageSztg.^ hält Herrn v. Arnim einst­weilen nicht für den 3)1 Q nn nach dem Herzen der reinen8 Agrarier. DaS Blatt bemerkt:Die roirt* schastSpolitische Stellung deS Herrn v. Arnim ist nicht so bekannt und klar, daß man feine Pec]bnlichkeit als em Programm auf­äffen könnte." Vermutlich hat der Bund der Landwirte andere Kandidaten für die Nachfolge des Herrn o.PodbielSki m petlo ge­habt,und so ist die Enttäuschung zu erklären. In konser­vativen Kreisen Preußens über wird die Berufung dcS Herrn v. Arnim willkommen geheißen. Die Ernennung biete der Landwirtschaft jede Gewähr für eine k rüstige Förderung ihrer Interessen.

für Fläch en kunst: F.. Kleulens ;

Riegel; für Plastik: Heinrich Job st. Das Zeichnen nach

Dem Reichstag ging eine _ Denkschrift über bte finanzielle Entwicklung der deutschen Schutzgebiete (ohne Äiautschou), eine graphische Darstellung der Auf­wände des Reichs mit Au-.'Nahme der Militärlasten für die - Schutzgebiete und der eigenen Einnahmen der Schutz­gebiete, ein Vergleich mit der finanziellen Entwicklung Al­giers, sowie ferner eine Denkschrift über die deutschen Kapitalinteressen in den deutschen Schutzgebieten (ohiie Kiautschou) und deren Größe, Stand und Rentabilität zu.

In der ersten Denkschrift ist eine Vorbemerkung vorausgefchickt. In derselben heißt es: Als Ziel einer er­folgreichen K'vlonialpolitik dürfe man wohl die finanzwirt- schastliche Selbständigkeit der einzelnen Kolonialgebiete und damit zusammenhängend eine gewisse Selbstverwalt­ung im Anschluß a'n das Mutterland hinstellen. Eine wirtschaftliche Selbständigkeit fei aber schwer, oft auch unmöglich zu erreichen, weiin die ganz unregelmäßig sich entwickelnden Ausgab en für Militär und Lan­desverteidigung auf deii Kolonial-Etat gesetzt wer­den. Ein llas]isches Beispiel hierfür biete Algier und des­halb zieht die Deiikschrift auch die finanzielle Entwickelung Algiers zum Vergleich heran. Die Denkschrift scheidet daher von der Darstelluiig der Ein- uiid Ausgaben die Ausgaben für Schutztruppen und zu deren Unterstützung herangczoge- ner Polizeimannschaften, ferner den auf Militärzwecke ent­fallenden Anteil von dem gemeinsamen Berwaltungssonds und den Beträgen für staatliche Expeditionen aus. Ferner heißt es: Die gesamten Koloniab-Einnahmen (unter Ein­rechnung der werbenden Kapitalsanlagen des Reiches) zeigen für die Jahre 1896 bis 1904 sowohl absolut (bei slcliger Erhöhung von 3,1 auf 12,3 Millionen) als in Pro­zenten der Ausgaben (1896: 49, 1900: 32, 1904: 61 Proz.) eine befriedigende Entwicklung. Es wäre aber nicht richtig, auf weitere werbende Kapitalscmlagen zu verzichten, um eine möglichst vollständige Deckung der Ge­samtausgaben durch eigene Einnahmen der Kolonien zu erreichen. Die Denkschrift betont sodann: Als Maßstab einer finanzwirtschastlichen und verwaltungspolitischen Reise der Kolonien müsse 'jedoch das Verhältnis der Ver­waltungsausgaben zu den eigenen Einnahmen nach Ab­zug der Einnahmen aus den werbenden Kapitalsanlagen des Reiches dienen. Unser Kolonialbesitz sei bereits in dieses Stadium getreten, da die beiden entsprechenden Kurven sich in der graphischen Darstellung schneiden und sich selbst bei Südwestasvika einander beträchtlich nähern. Bei Kamerun, Togo und Ostafrika sei die Zahl bereits wesentlich überschritten. Die Vorbemerkung betont schließ­lich: Der bereits beträchtliche Betrag des werbenden Ka­pitals des Reiches wie der Privaten in den Kolonien könne mit Rücksicht aus die Gebietsgröße nur das Anfangs- stadium der wirtschaftlichen Entwicklung be­deuten. In diesem Anfangsstadium nun habe die sinanz- wirtschastliche Entwicklung bereits das auß er or den tlich günstige Ergebnis zu verzeichnen, daß die Ver­waltung s ko st en durch eigene koloniale Einnahmen nach Abzug der Einnahmen aus den Kapitals- anlagen des Reiches gedeckt werden, trotzdem die Lokal­verwaltung gerade in der ersten Zeit besonders hohe Aus­gaben verursachen mußte.

Die zweite Denkschrift gibt zunächst an der Hand von Ziffern eine Uebersicht über die Art und den Zweck der ^apitalsanlagen und sodann die Gesamtsumme der deut­schen Kapitalsinteressen in den deutschen Schutz­gebieten ohne Kiautschou auf rund 370 Millionen Mark an. Stellt man hierzu den Kapitalwert der Ex- portprodukrion in den einzelnen Kolonien, der auf rund 600 Millionen Mark beziffert wird, so ergibt das ein produktives Gef amtkapital von rund einer Milliarde, welches in den Schutzgebieten arbeitet. In der Dentschrist heißr es weiter: Auf das Quadratkilometer Fläche trifft in den gesamten Schutzgebieten 26.1 Mark reichsfiskalisches Kapital und 85.7 Mark Privatkamtal. Man kann also wirklich nicht behaupten, daß unsere Kolo­nien zu viel Verwaltung und zu wenig Ini­tiative aufweisen. Die Dentschrist besagt sodann, vom privatmünnischen Standpunkte betrachtet sei die Ent­wickelung unserer Kolonien geradezu nberrafchend

Die Erste Kammer und der Fall Eißuert.

Man schreibt uns heute ans Darmstadt zu der Absicht der Ersten Kammer, ihre Beratung über den Fall Eißnert unter Ausschluß der Oessentlichkeit stattsinden zu lassen:

Wenn es wirklich wahr ist, daß Aufregung und Entrüstung Über die Lesläligung eines Sozialdemokraten zum Beigeordneten durch S. St. H. den Großherzog im Volke laifächlich so lief gehen, wie die Protestler und ihre Presse glauben zu machen suchen, dann muß man sich wundern, daß die Herren der Ersten Kammer hinter verschlossenen Türen der für den Bestätigungsakt verantwortlichen Regierung die Meinung sagen. Die Sympathien un Volke für oiese Stammet sind mit dem Scheitern der Wahlrechts- und Ge- memdesteuerreformen gewiß nicht größer geworden. £ae Erste Kammer hätte also heule die beste GelegenheU, daü auszugleichen, indem sie sich zum Dolmetscher der Ge'uhle und Empfindungen des Volkes machte. Die Auffassung, diese Tolmelscher zu fern, scheint aber die Erste Kammer bezw. die Besürworler eines Aus­schlusses der Oeffenllichkeit doch nicht zu haben, denn wozu dann dieVertraulichkeit" der Sitzuna? Tas Richtige dürste wotzl die Ansicht treffest, daß die Erste Kammer in der BestangungSfraae ebensowenig die Aieinung deS Volkes wiederzugeben geeignet ist, wie sie bleie beim Scheitern der Resormgesetze roiefcerfpiegeltc^ und daß den Drahtziehern beim Eißiierveldzug in der Ersten Kammer die Volksstimme ebenso gleichgültig ist, wie dein hefsifchen Volke die Anschauung der Herren von der Ersten Kammer Hetuba ist.

Immerhin ist es bezeichnend, daß unsere hesstfchen PairS ihrer srondierenden GemütSstimmung" (wie BrSmarck das nannte) nur hinter verschlossenen Türen Ausdruck zu geben sich> herausnehmen. Die Eißnert-Kanipagne wird em Sturm im WafferglaS bleiben. Außer dem Nationalliberalen Stöpler, den Freisüimgen, dem Zentrum und den Sozialdemokraten wird auch der radikale piugei des Bauernbundes die versasjungsgemäße Haltung d e s M i n i st e r i u m s g u t h e i h e n, aljo die M ehrheit der Volksvertreter. Gewisse Streife im Lande haben sich somit umfonfl

25 Mk. für das Quartal von Anfang Oktober bis Weih­nachten, für das Quartal von Neujahr bis zu ben Oster­ferien und für bas Sommersemestcr, sonach für bas ganze Jahr 75 Mk. Erfolgt ber Eintritt in ber zweiten Hälfte

günstig anzusehen, unb schließt bann: Die Opfer, bie wir bisher für bie Schutzgebiete bringen mußten, lagen nur zum geringsten Teil auf wirtschustlichem Gebiete, zum weitaus größten Teil auf militärischem. Daß aber große militärische Expebitionen notwenbig würben, ist auf einen einzigen schwer en Fehler zurückzu- sühren, ber bisher in unserer K'olonialpolitik gemacht würbe, nämlich auf bie zu langsame Erschließung ein­zelner Schuttgebiete burch reiche fiskalische Ka pitals an lag e n, insbesaubere burch Eis enbah- nen. Wenn in früheren Jahren nur für bie Hülste ber Summe, bie uns jetzt ber Krieg in Sübivestafrika gekostet fyat, Eisenbahnlinien in biesem Laube gebaut wären, bann hätten wir wohl niemals ben großen Au,staub erlebt unb dafür heute eine rasch ausbluheiide Kolonie mit einem Eisenbahnnetz und ein werdendes Neu-Deutsch- lanb in Westasrika. Die Praxis aller Kolonialvöller be­stätigt, daß große Kolonialgebiete ohne Eisenbahnen ein unsicherer, wirtschaftlich nickst erschließbarer Besitz bleiben. Ein mittelalterliches Sprichwort sagt: Wer in den Geleisen der Wege geht, bunnt die Gespenster. Auch dem schwarzen Gcspen,t in Afrika iverden wir uns dann nicht wieder ve- gegnen, wenn wir unsere Schutzgebiete durch die Gleise per Eisenbahnen nicht blaß wit.c,chu.]tiich erschließen, san- bern auch verteidigungsfähig machen.

In der Kalaniaiverwaltung werden zurzeit weitere Dentichristen auogearbeitet, rnsbesandere fo£d;e über bie afrikanischen Eijeuvah..undrnehuiungen aller bart kalanc- jatariscy tätigen Kulturvölker.

Pfarrer Korell

Vom Graßh. Kabinett ging uns bas P r a g r a m m bem lebenben Modell finbet auf Kosten der Anftalt m ber ber neu-gegrünbeten Lehrateliers für ange- - ' - 'Tej-"' to anbte Kunst zu, das folgendes besagt:

Die Großh. Lehrateliers für angewandte Kunst zu Darmstadt bilden ihre Schüler unb Schülerinnen unter Berücksichtigung ihrer Veranlagung und ihrer Ziele heran zu selbständigem Schassen im Gebiet der an­gewandten Kunst und der Plastik. Ae Unter­weisung umfaßt: A. Als Hauptfächer: 1. Die Raum­kunst und den Möbelbau. 2. Die Flächenkunst, das ist alle Zweige der Buchausstattung, die Kunst des Plakates, das Entwerfen für Stickerei, Weberei, Kunstverglasung und Wandschmuck. 3. Die Kleinkunst, insbesondere bie Ebel­metallkunst. 4. Die Plastik. B. Als Hilfssächer: Das Zeichnen unb bas Mob ellier en nach bem lebenden Modell. Der Unterricht in den Hauptfächern wird als Atelierunterricht erteilt. Die Schüler Dcftimmen selbst, in welchem Haupisach und somir von welchem Haupnehrer sie unterwiesen zu sein wünschen. Jeder Schüler ist ver­pflichtet, am Zeichnen unb am Mobelcreren nach bem leben» den Mobell teilzunehmeu. Tie Lehrrraste ber Großh. Lehr- aLeliers sinb fölflenbe: für Raumkunst Albin Müller;

schreibt unS heute:

Tie Erklärung des Herrn Pfarrers Bernde ck-Okarbeu in Nr. 274 desGieß. Anz/ wird dadurch hinfällig, daß ich von ihm un iraglicijen Zujainmeuhauge gar nicht gesprochen habe, son­dern von Herrn P'arrer Wahl-Langen. Tiefer hat allerdings, was ich erwähnte, nach dem bis jetzt unwiderfprochenen Berichte in der »Preuß. Kirchen-Ztg." gefegt, er wüufche, daß feine Rebe von der Sozialdemokratie gegen die Kirche und den Pfarr­stand auSgenützt werde. Man müsse die Sozialdemokratie zivmgen, die Aiaske abzunehmeu und den SatzReligion i]i ^rioahache" fallen zu lassen. O s f e n e Feindschaft |ei besser u* die jetzigen unklaren Verhältnisse. .

Gegen diese Auffassung habe ich nud) gewendet, und es soll und) ftenen, wenn Herr Pfarrer Bernbeck anderer Aieirn-ng ist als jein Parteifreund Herr Pfarrer Wahl. Tenn die richtige Auffassung, daß einem Pfarrer die fozialdemolratischen Glieder |ell)|iuerfiänö- üch ebenso nahestehen muhen wie die übrigen", widersprid)t dod) wohl em weing dem Wunsche des Herrn Piarrer Wahl.

K ö n i g st ä d t e n, am 21. Llovember 1906.

Adolf Korell.

Kunstschule bes Malers Adolf Beyer dahier statt. Der Unterricht im Modellieren wird von bem Bildhauer ber Großh. Lehrateliers erteilt. Soweit es mit ben Interessen ber Großh. Keramischen Munusaktur terein&ar ist, wird bereu Leiter I. I. Scharvogel Sck-uler zur künstlerischen Ausbilbung in ber Keramik annehmen. Schüleraufnal)men können zu jeber Zeit stattfinben; bie Auszunehmenben ollen bas 17. Jahr vollenbet haben. Anmeldungen sind christlich unter Beifügung von Nachweisen über bas er­reichte Können, sowie eines Lebenslaufs oei bem Kurator ber Großh. Lehrateliers, Kabiuettsbibliothekar Zobel, einzureichen. Wirb eine Anmelbung angenommen, so hat ber Angemelbete zunächst einen Probekurs, ber bis zu einem Monat bauert, nach feiner Wahl in einem ber Haup^ facher zu absolvieren. Nach Ablauf bes Probekurses wirb die Au>nahme schriftlich erteilt ober abgelehnt. Hat em Schüler eine Fähigkeit zu selbständigem künstlerischem Schassen in einem Der oben aufgefuhnen Hauptsacher bar- getan, so erhält er beim Abgang von den Grofst). Lehr­ateliers daruvec ein Zeugnis. Das Schuljahr Degumi am 1. Oktober unb schließt Mitte Juhi, Es zerfällt in Wmter-