Ausgabe 
28.6.1906 Zweites Blatt
 
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irfhl auf Borg entnommen. Major v. Zttndex Habe d'atculf etttti große ÄbsMagszaWing ^eteiftef

Bei Karl Salbach in Berlin hat Fran v. Zander zahl­reiche Pelzfachen gekauft. Fran v. Zander bemerkt, sie habe die Pekzsachen zumeist als Weihnachtsgeschenke für das Dienstpersonal gekauft. Mgekl. Major von Zander: Die vielen Weihnachtsgeschenke, die meine Fran für die Dienstboten kaufte, dienen auch zur Beurteilung ihres Geisteszustandes. Unter den Pelzsachen habe sich eine Boa für 400 Mk. befunden. Äugelt. Frau v. Zander: Ich hribe eine Boa für 400 Mk. nicht bestellt. Da einmal die Boa da war, habe ich sie behalten, Pelzsachen sind ja nicht der Mode unterworfen.

Von Thonet in Berlin hat Frau v. Zander für meh­rere hundert Mark Möbel entliehen. Migekl. von Zander: Ich fand mich damals in einer so bedrängten finan­ziellen Lage, daß ich meiner Frau, wiederholt die ernstesten Vorstellungen machte imd sie bat, angesichts unserer trau­rigen Lage sich möglichst einzuschränken und nur gegen bar zu kaufen. Ängekl. v. Zander: Jawohl. Die Möbel mußten wir doch aber haben, es hätte ja sonst auf unserem Gute aus­gesehen wie in einem Schweine stall. Major v. Zander: Ich bemerke, daß wir genügend Möbel hatten, ich erschrak, als ein großer Möbelwagen vollgepfropft mit den kost­barsten Möbeln aller Ärt ankam. Anaekl. Frau v. Zander: Wir mußten doch Bettstellen. Stühle, Tische, Waschtoiletten usw. haben. Ehemann v. Zander: Wir besaßen alle diese Gegenstände in reichlicher Zahl. Frau v. Zander: Die Sachen paßten aber nicht für ein Rittergut.

Bei dem Hoffuwelier Werner in Berlin hat Frau von Zander eine große Zahl Goldsachen gekauft. Ängekl. v. Zander: Er habe gewöhnlich eine Uhrkette im Werte von 1,50 Mark getragen.

Der Vorsitzende hält Frau v. Zander vor, daß sie bei dem Hofuhrmacher Felsing in Berlin zahlreiche kost­bare Uhren entliehen habe.

Kaufmann Eduard Bielschowsky jun., Breslau, als Zeuge: Frau Major v. Zander habe für 681 Mark Wäsche bei ihm bestellt. Einige Zeit darauf sei der Major v. Zander zu ihm gekommen und habe ihn ge- beten, etwaige weitere Bestellungen seiner Frau erst aus­zuführen, wenn er sie genehmigt habe.

Bei Schneider in Düsseldorf hat Frau v. Zander zahl­reiche Dekorationsstoffe bestellt, v. Zander: Er habe von der Existenz der Firma Schneider in Düsseldorf keine Ahnung.

Bei Karl Dittmar in Berlin hat Frau v. Zander große Posten der teuersten Möbel bestellt und auf Mahn­briefe um Stundung gebeten,zumal sie eine große Erb­schaft in Aussicht haben".

Bei dem Warenhaus für Armee und Marine in Berlin hat Frau v. Zander für 1717 Mark Waren aller Art bestellt, v. Zander: Er habe auch von dieser Bestellung nichts gewußt. Als er davon hörte, habe er das Waren­haus sofort gewarnt, seiner Frau noch mehr zu borgen. Gleichzeitig habe er die Versicherung gegeben, daß er seinen Verpflichtungen nach komm en werde, denn er wolle am aller­wenigsten, daß das Warenhaus für Mmee und Marine etwas verliere.

Bei Lohse in Berlin hat Frau v .Zander große Posten Parfümerien und To i le t t e n ge g e n- stände bestellt. Bei Franz Langhammer in Cuxhaven hat Frau v. Zander zahlreiche Photographien bestellt. Bei Heinrich Jordan in Berlin hat Frau v. Zander für 3742 Mark Wäsche bestellt.

Vors.: Frau v. Zander, wozu brauchten Sie so itn = e.n d l ich viel Toiletten wasser? Frau v. Zander: Für unseren Haushalt, für meinen Mann, meine Kinder, für mich und meine Dienstboten. Angekl. v. Zander: Toi­lettenwasser habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gebraucht. Frau v. Zander: Du brauchtest doch aber Haar­wasser. v. Zander: Ich habe keine Haare, wozu soll mir Haarwasser? (Heiterkeit im Zuhörerraum.)

Bei dem Fabrikbesitzer Bernau in Steinau a. £?. hat Frau v. Zander Oefen für 1060 Mk. bestellt und in Schmoegerle setzen lassen.

Bei M. Gerstel, Berlin, hat Frau v. Zander unend­lich viele Kleider, Jacken, Hüte, Schleier usw. für 2465 Mk. innerhalb eines Jahres entliehen, v. Zander: Ich kannte die Firma 05erstel gar nicht. Ich bin überzeugt, daß meine Frau die Hüte gar nicht getragen hat, sie kam ja gar nicht aus Schmoegerle heraus. Bors.: Wozu brauch­ten Sie 10 Hüte und so unendlich viele Kleider und Jacken? Frau v. Zander: Ich war oftmals in Breslau und Berlin und wir bekamen oftmals ancsi Besuch. Als ich mit Ihrer königlichen Hoheit in England war, hatte ich stets zehn Hüte und eine sehr reichhaltige Toilette, v. Zander: Es besuchten mich allerdings bisweilen alte Kameraden und Jagdfreunde. Es wurde aber dabei in einfachster Weise gegessen und getrunken.

Bei Ehrich in Berlin bar Frau v. Zander Sport­kostüme, seidene D a m e n - R e i t h o s e n, Rad­fahreranzüge, Jagd - und Radfahrerhüte usw. entliehen. Bors.: Wozu brauchten Sie die seidenen Reit­hosen? Frau v. Zauder: In Magdeburg habe ich oftmals geritten, ich wollte in Schmoegerle ebenfalls reiten. Kauf­mann Ehrich bekundet als Zeuge: Er habe einen Verlust von 1165 Mk.

Bei A. I. Mugdau in Breslau hat Frau v. Zander für einige tausend Mark Hüte, Blusen, Gürtel, Schnallen, seidene Bänder usw. gekauft, v. Zan­der: Meine Frau muß ja mindestens 50 Hüte gehabt haben. , (Heiterkeit im Zuschauerraum.)

Bei Knittel in Breslau hat Frau v. Zander eine große Menge feinstes Meißener Porzellan entliehen.

Aus SraOt utie Castö»

Gießen, den 28. Juni.

** Vom Großherzoglichen Hof. I. I. K. K. H. H. der Großherzog und die Großherzogin kamen um Dienstag abend in größerer Gesellschaft in der sich auch Prinz und Prinzessin Franz Josef von Battenberg und Prinzessin Hans zu Hohenlohe befanden im Automobil in Frankfurt an, nahmen im Englischen Hof das Diner ein, besuchten die Vorstellung im Zirkus ^Schumann und fuhren nach deren Beendigung wieder nach Schloß Wolfsgarten zurück. Am 2. Juli werden sich S. K. H. der Großherzog zur Teilnahme an dem Gesangswettstreit mittels Automobil von Schloß Wolfsgarten nach Gau-Algesheim begeben. Die Großherzoglichen Herrschaften werden n. d. Dcxrmst. Ztg. morgen abend in Schloß Wolfsgarten einer Serenade der Gesangsabteilung des Offenbacher Turnverein ent­gegennehmen. .

** Lehrer person allen. Uebertragen wurde dem Lehrer Friedr. Neeb zu Köddingen, eine Lehrerstelle an

der Gemeindeschule zu Melbach. Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu Jsenburg-Birstein auf die 2. Lehrer­stelle an der Gemeindeschule zu Geinsheim, präsentierte Friedr. Roth daselbst; der von dem Grafen zu Erbach- Fürstenau auf die 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Weiten-Gesäß, präsentierte Lehrer Gg. Diehl daselbst.

** Der Siebenschläfer-Tag, der auf den gestrigen 27. Juni fiel, ist wohl der bekannteste unter den sogenannten Lostagen" der Witterung, d. h. denjenigen Tagen, an welchen sich das Los der Witterung auf längere Zeit entscheiden soll. Regnets am Siebenschläfertag, regnets noch sieben Wochen hernach", lautet eine von den alten Bauernregeln. Diese Bauernregel ist natürlich nicht begründeter, als alle die zahl­losen ähnlichen Regeln, die in manchen Jahren eben zutreffen, in manchen nicht, indem sie vereinzelte Vorkommniffe fälsch­lich zum meteorologischen Gesetz verallgemeinern. Sie basiert im letzten Grunde auf der richtigen Wahrnehmung, daß um Ende Juni oder Anfang Juli oftmals die entscheidende Ge­staltung der Witterung sich vollzieht, welche dem Wetter­charakter des kommenden Hochsommers sein Gepräge verleiht. Die Verknüpfung der Bauernregel mit dem Siebenschläfer ist rein zufällig, in Italien, Polen und Süddeutschland spricht man dem Johannistag (24. Juni), in Frankreich dem Feste Peter und Paul (29. Juni) die gleiche loskündende Be­deutung zu, wie bei uns in Norddeutschland dem Sieben­schläfer. Daß speziell diesem Tage nicht die Bedeutung zu­kommt, welche der Volksaberglaube ihm zuschreibt, hat die Erfahrung oft genug erwiesen. Auf manchen schonen 27. Juni folgte ein gründlich verregneter Sommer, so z. B. 1888, 1896 und 1902, und auch umgekehrt hat mancher prachtvolle Sommer sich an den Regen des voraufgegangenen Sieben­schläfertages durchaus nicht gekehrt. Ain gründlichsten wurde die alte Wetterregel jedenfalls blamiert, als der berühmten sechswöchigen, großen Dürreperiode des Sommers 1904 der letzte Negenfall an vielen Orten Norddeutschlands ausge­rechnet am Morgen des 27. Juni voraufging. Daher traue man auch der Witterung des gestrigen Siebenschläfers keine übernatürliche Kraft zu. Ter gestrige Tag war un­gewöhnlich heiß und wir brauchen nicht anzunehmen, daß nun eine siebemvöchige Hitzeperiode uns bevorsteht. Ob uns die nächsten Wochen Regen oder Sonnenschein bringen, da§ haben wir einfach abzuwarten.

W. Bad-Nauheim, 27. Juni. Auf Veranlassung des Kirchbauvereins fand heute in der Dankeskirche die Aufführung des OratoriumsDer Messias" von Händel durch den Musikverein aus Friedberg statt. Zlls Solisten waren engagiert: Frau Emmy Küchler, Sopran, Fräulein Alice Aschaffenburg, Alt, beide Damen aus Frank­furt, ferner Herr Hormann, Tenorist nn§ Frankfurt, und Herr- Karl Weidt, Bassist aus Heidelberg. Das Orchester bestand au§ der Kurkapelle, die Orgel spielte Dr. Karl Schmidt, Friedberg. Die Mitwirkenden führten durchweg ihre Aufgabe auf das Beste aus. Leider waren verschiedene Bänke unbesetzt. Am Schluffe des Oratoriums fand eine allmählich zunehmende elektrische Beleuchtung des herrlichen Gotteshauses statt, was dem Ganzen einen wunderbaren Glanz verlieh.

§ Ober-Ohmen, 27. Juni. Gestern hat Lehrer Schwartz unsere Gemeinde verlassen, um in seinen neuen Wirkungskreis Gedern, wo er die 1. Klasse übernimmt überzuziehen. Elf Jahre lang hat erhier als Lehrer der Oberklasse gewirkt. Mit seltener Herzensgüte ausgestattet, war Herr Schwartz seinen Schülern stets ein liebevoller Lehrer. Seine Schüler ihre Zahl ist nicht klein werden ihm deshalb ein dankbares Gedenken bewahren. Gleich unvergeßlich bleiben allen Besuchern unserer Kirche sein Orgelspiel und die erhebenden Gesänge von Schülern und Konfirmanden, womit Herr Schwartz die Festgottes­dienste verschönte.

Nied er-Oh men, 27. Juni.. Der Neubau unseres Schulhauses schreitet seiner Vollendung ent­gegen, so daß seine Einweihung in diesem Herbste zu er­warten ist. Der stattliche Bau mit seinen hohen Sälen läßt eine Parallele ziehen mit den dumpfen Schulstuben, in den enseither unsere Schüler allen modernen hygienischen Anforderungen zum Trotz weilen mußten. Schade nur, daß das dem Dorfe zur Zierde dienende Gebäude aus Mangel an einem anderen geeigneten Platze etwas ab­gelegen erstehen mußte.

A Alsfeld, 27. Juni. Ein herbes Geschick be­gegnete einem Landwirt in einer Nachbargeineinde. Er ließ in einer Schmiede ein Stück Eisen abhauen. Ob­wohl er sich mit vorgehaltenen Armen gegen eine Ver­letzung der Augen zu schützen suchte, sprang ihm doch ein Eisensplitter zwischen Brust und Armen hindurch zu einem Auge hinein. Tas Auge ging verloren.

Aas33. Kauturnffst des Gaues Kessen in Schotten.

(Original-Bericht de^Gießcner Anzeigers.)

H Schotten, 26. Juni.

Der gestrige Montag war hauptsächlich dem E inzel- roett urnen gewidmet, an dem sich in der Oberstufe 29 und in der Unterftufc 121 Turner beteiligten. Geturnt wurden am Reck, Barren und Pferd je 2 Pflicht- und eine Kürübung, sowie die volkstümlichen Hebungen Laufen über 200 m, Gewichtheben einarmig und Weitsprung. Im allgemeinen wurden recht gute Leistungen erzielt, so daß in der Oberstufe 28 und in der Unterstufe 97 Turner mit Preisen bedacht werden konnten. Das Wetturnen, das von der herrschenden kühlen Witterung sehr begünstig war, war kurz nach 12 Uhr beendet. Am Nachmittag folgten Konzert, Volksbelustigungen, Tanz usw. Festpräsident Engel dankte dem Gau- und Turnausschuß für seine mühevolle und' aufopfernde Tätigkeit, Gauvertreter Helm sprach dem festgebenden Verein für das Arrangement und den Einwohnern von Schotten für die überaus herz­liche Aufnahme und den Schmuck der Feststadt. Zum Schluß ergriff noch einmal der Ehrenfestvräsident Geh. Re­gierungsrat Schönfeld das Wort zu einem Gut Heil auf die deutsche Turnerschaft und alle Gauvereine. Die am Abend vom Gauturnwart Will-Gießen vorgenommene Preisver tcilung ergab in der Oberstufe:

1. Wilhelm Hamel, Gießen (Tv ) 67,2 Punkte: 2. Albert Diehl, Kirchhain 65 2; 3. Hermann Arkularius, Schotten 65,1; 4. Christian Schmidt, Gießen iTv.) 63,4; 5. Guido Springer, Alöseld 63,1; 6. Gg. Dickhaul, Alsfeld; 7. Karl Bender, Wetzlar; 8. Wilhelm Heues,

Bad-Nauheim; 9. Emil Wahl, Butzbach; 10. W. Spamer, Schotten- 11. I. Lippert, Butzbach; 12. G. KujuS, Marburg (Tv.); 13. H. (gtfe* Usingen; 14. H. Scharmann, Wetzlar und F. Heinbelbecker, Marburg' 15. H. Henes, Bad-Nauheim; 16. K. GrieS, Bad-Nauheim; 17. H. Schneider Wetzlar imb E. Lindner, Marburg; 18. L. Bender, Alsfeld; 19. H. Balzer' N.-Wöllstadt; 20. K. Thöt, Gießen (Mtv.); 21. K. Glaser, Alsfeld' 22. P. Lausch, Alsfeld; 23. W. Menges, Ufingen; 24. F. Philippi', Usingen, H. Sommer, Usingen und R. Köhler, Wetzlar.

In der Unterstufe:

1. K. Spamer, Schotten; 2. W. Obcrheim, Gedern; 3. K. Ruhl Gr.-Buscck; 4. K. Schmidt, Biedenkopf; 5. W. Heß, Gießen (Tv.)- 6. A. Waldschmidt und I. Mignon, Wetzlar; 7. I. Rausch, Lauterbach; 8. Baumann, Gießen (Tv.); 9. F. Märtz, Schlitz und G. Schwing, Wetzlar; 10. G. Korndcr, Wetzlar und W. Schneider, Gr.-Buseck; 11. B. BonariuS, Gr.-Buscck, H. Ehrhardt, Gießen (Tv.) u. W. Frank' Lollar; 12. F. Weller, Gießen (Tv.) und H. Becker, Bad-Nauheim- 13. W. Bender, Marburg; 14. H. Sippach, Wetzlar; 15. G. Knieriem, Bad-Nauheim; 16. H. Bender, Krofdorf; 17. G. Schab, Butzbach; 18. H. Amcnd, Krofdorf; 19. W. Spamer, Schotten u. G. Kessel, Nidda; 20. H. Engelmann, Wetzlar u. G. Baseler, Heuchelheim; 21. W. Schneider' Grünbcrg und O. Näder Alsfeld; 22. K. Wenzel, Gießen (Tv.)' W. Schmidt, Rodheim u. G. Kaletsch, Lollar; 23. A. Loos, Gießen (Tv.), H. Seim u. A. Bölzing, Nidda u. A. Textor, Marburg; 24. A. Botz', Gießen (Mtv.); 25. K. Schröder, Marburg u. L. Braubach, Butzbach; 26. K. Kaus, Grünberg; 27. H. Lang, Kl.-Linden; 28. E. Hahn, Lich' 29. W. Müller, Gr.-Buscck, R. Jung, O.-Mörlen, H. Weber, Kl.-Linden n. K. Bücking, Alsfeld; 30. W. Heil, O.-Mörlen; 31. H. Fendt, Schlitz u. A. Seeling, Lauterbach; 32. W. Neumann, Grünberg, W. Hofmann, Gambach, G. Müller, Treysa u. H. Schlörb, Schotten; 33. I. Steinmüller' Rodbeim; 34. L. Hofmann, Lollar und A. Feuerstein, O.-Mörlen; 35. F. Ziegler, Gedern u. G. Burk, O.-Mörlen; 36. H. Hahn, Gr.-Buseck' 37. A. Gaßmann, Marburg; 38. Gg. Matthäus, N.-Weisel; 39. H. Bon^ acker, Schlitz; 40. H. Leidolf, Naunheim; 41. G. Gabeler, Frankcnberg, B. Wack, Bad-Nauheim, H. Rohrbach, Lollar u. F. Rinn, Heuchelheim; 42. F. Th öt, Gießen (Mtv.) u. H. Schlicht, Niedergirmes; 43. N. Schneiders Ockershausen, H. Levi, Neustadt u. H. Loos, Gießen (Tv.); 44. L. Zecher, Staufenberg und B. Menzler, Treysa: 46. K. Berg, Friedberg, K. Müller, AlSfcld u. W. Gerhardt, Gießen (Mtv.); 47. K. Gröninger, Gießen (Tv.) und 8. St. Eckhardt, Staufenberg; 48. K. Loos, Gießen (Tv.), H. Prediger, Kirchhain u. K. Koch, Gießen (Tv.); 49. K. Höhl, Gedern; 50. H. Meidt, Schotten; 51. K. Heimerwolf, Friedberg; 52. O. Seipp, Leihgestern; 53. H. Hieronymus, Friedberg u. Gg. Schmidt, Lich; 54. W. Andermann, Kl.-Linden; 55. Andr. Muhl, Schlitz; 56. K. Leib, Krofdorf; 57. W. Bätz, Schlitz; 58. H. Rcuchling, Kl.-Linden it E. Rudolf, Alsfeld; 59. F. Heinz, N.-Weisel.

* Kleine Tageschronik. Dieser Tage ist die Geburt des 200000 Einwohners der Stadt Duisburg- Ruhrort- Meiderich angeineldet worden. Ein Großfeuer brach im Lehrerseminar zu Barby (Prov. Sachsen) aus. Der Brand ent­stand auf dem Kofferboden und verbreitete sich mit rasender Ge­schwindigkeit über die angrenzenden Räume. Ein ganzer Flügel des Gebäudes wurde ein Raub der Flammen. 140 Federbetten gerieten in Brand, die eine riesige Flammensäule entwickelten. Einem Seminaristen siel aus bedeutender Höhe ein Stein auf den Kopf und zertrümmerte ihm den Schädel, so daß er hoffnungslos darniederliegt. Am 27. Juni wurde der ganze Süden von Wales von einer heftigen, drei Sekunden andauernden Erd­er s ch ü tt e r u n g heimgesucht. Am stärksten war die Erscheinung in Swansea. Die Häuser wankten und viele Schornsteine stürzten ein. Angsterfüllt stürzte die Bevölkerung auf die Straßen. Aehn- liches ereignete sich m anderen Orten. Die Erschütterung wurde bis nach Chrepshire hin wahrgenommen. In Berchtes­gaden wurde die Leiche des seit drei Jahren vermißten Wiener. Professors Dr. Straubinger ausgefunden. Die Wertsachen des Verunglückten, darunter 1800 Kronen Bargeld, wurden unversehrt bei der Leiche gefunden. Arn 26. d. Mts. warf sich auf der Station L a n k w i h bei Berlin eine ältere Dame vor den elektri­schen Eisenbahnzug und wurde auf der Stelle zermalmt. Die Leichenteile wurden nach dem Friedhöfe gebracht. In Rostock verursachte beim Experimentieren in seiner Wohnung em In­genieur eine Explosion, wobei er getötet wurde.

Universitäts-Nachrichten.

D i e Rangklassen unserer Universitäts­lehrer sind, so schreibt dieDeutsche mediz. Wochenschrift", vor kurzem vom preuß. Ministerium um eine höchst bedeutungsvolle vermehrt wordeu: es werden jetzt auchaußerordentliche; Honorarprofessoren" ernannt! Es gibt also jetzt bei beir preußischen medizinischen Fakultäten folgende Ordnungen : 1. ordent­licher Professor, 2. ordentlicher Honorarprofessor, 3. außerordent­licher Professor, a) mit Lehrauftrag, b) ohne Lehrauftrag, 4. außer­ordentlicher Honorarprofessor, 5. Privatdozent, a) mit dem Titel, b) ohne den TitelProfessor". Und nun behaupte noch jemand, daß unser Ministerium bezw. die Fakultäten nicht das feinste Unter- scheidungsvermögen für die Verdienste der einzelnen Universitäts­lehrer besitzen!

Wissenschaftliche Stiftungen u u d Bewilli- g u n g e ii. Ans einer Statistik der Ncw-PorkerWorld" geht her­vor, daß im Laufe der letzten 13 Jahre amerikanifche Millionäre über 3000 Millionen Mark (genau 3 155 076 560 Mark, ohne Be­rücksichtigung der Schenkungen unter 4000 Mark) für wissenschaft­liche und gemeinnützige Zwecke gestiftet haben. An der Spitze dieser Spende steht Andrew Carnegie, der bis zum Oktober 1905 allein 4601/, Millionen Mark gestiftet hat.

Eisenbahn-Zeitung.

Stuttgart, 27. Juni. Die Denkschrift für Per­l' o n c n t a r i f r c f o r in, welche Ministerpräsident Dr. v. Breitling im Namen der Negierung den Ständen übergeben hat, ist nunmehr zur Veröffentlichung gelangt. Nach derselben beabsichtigt die Re­gierung bei der, wenn nicht besondere unvorhergesehene Umstände emtreten, auf den 1. April oder 1. Mai 1907 geplanten Durch­führung der Personentarifreform die meisten bisherigen Ausnahme­tarife, vor allem die R ü ck s a h r k a r t e n - P r e i S c r m ä ß i g u n g und die Landcskarten aufzuhebcn. Was die Ein­führung einer von der Fahrkarlenstener befreiten Z weipsenniq- klasse betrifft, so hat die Regierung zunächst geprüft, ob eine unbeschränkte Herabsetzung des Satzes der 3. Klasse auf 2 Pkg. möglich sei; sie erachtet aber eine solche Preisermäßigung aus finanziellen Gründen für völlig ausgeschlossen. Im übrigen glaubt die Regierung, daß die 4. Klasse dem bayerischen und badischen Projekte, den Fahrpreis der 3. Klasse in den Personen­zügen ans 2 Pfg. zu ermäßigen, vorzuziehen ist, vor allem, weil der Preisunterschied zwischen der 2. und der 3. Klasse zu groß uud dann anch der Einnahmeaussall für die Verwaltung viel höher wäre als im Falle der Einführung der 4. Klasse. So glanbr die Regierung angesichts der schwerwiegenden Bedenken gegen das baperisch-badische Tariiprojekt davon a b s c h e n zu sollen, dieses System anzunehmen. Vielmehr beabsichtigt sie, ungeachtet der Unwahrscheinlichkeit des Zustandekommens der Bctriebsinittelgc- meinschast in dein ursprünglich geplanten Umfange und trotz des abweichenden.Vorgehens der Nachbarverwaltungen, die 4. Klasse n zu führ en. Für die erste Zeit soll der Bedarf durch Ver- ivendung älterer Wagen 3. Klasse, die durch neue, besser ausge- sialtete ersetzt werben sollen, gedeckt werden; später sollen be­sondere Wagen 4. Klasse angeschafft werden. Demgemäß ergeben sich für die württembergischen Staatsbahnen folgende kilo- metrische 6) r n n d t a x e n : 1. Klasse 7 Pig. (bisher 8 Psg.h 2. Klasse 4,5 Psg. (bisher 5^3 Pfg.), 3. Klaffe 3 Psg. lbisher 3,4 Pfg.), 4. Klasse 2 Pfg. Der S ch n c l l z u g z u s ch l a g (bisher 1,1 Pig. ver Kilometer! soll betragen: für 175 Kilometer 1. und 2. Klasse 0,50 T<L, 3. Klasse 0,25 Mk., für 76150 Kilometer 1. und 2. Klasse 1 Mk., 3. Klasse 0,50 Mk., für über 150 Kilometer 1. und 2. Klasse 2 Alk., 3. Klasse 1 Alk. Bei den zusammcnstellbaren Fahrschein­heften soll bei jedem Fahrschein ein lilometrischer Zuschlag für die Schnellzüge gemacht werden. Die Regierung bcrechiiet den jähr- lichen Ausfall bei Einführung der 4. Klasse auf 2 230 000 Mk., bei Einführung einer 3. Klasse nach bayerischem Vorgänge auf 3 470 000 Mk., bei unbeschränkter Herabsetzung des Tarisjatzes der 3. Klasse auf 2 Psg. auf 4 790 000 Mk.

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