Ausgabe 
18.12.1906 Zweites Blatt
 
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Nr. 297

Zweites Blatt LL8. Jahrgang

Dienstag 18. Dezember 1906

Enstcheint täglich mit Ausnahme deS Sonntag».

TieGiehenrr §oml!lrnbIStter- werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich detgelegt. Der ..hessische Landwirt" erschernl monouid) einmal.

Eichener Anzeiger

Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'fchen UnwersitätSdmckeret. R. Lange, Diebe«.

Redaktion, Expedition ».Druckerei: Cchulstr.7.

Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr. r Anzeiger Gießen.

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

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Deutsche» Reich.

Kiel, 17. Dcz. Der Stapellauf deS Linien­schiffes Q fand heute in Gegenwart des Kaiserpaares statt. Herzog Ernst Günther hielt die Taufrede. Tic Kaiserin taufte das Schiff auf den Nanien ,Schles­wig .H o l ste i n". Um 1 Uhr fand im Königlichen Schlosse beim Kaiserpaar Frühstückstafel statt, an welcher u. a. teil- nahmen Staatssekretär v. Tirpitz und Herr und Frau Krupp von Bohlen-Halbach.

Berlin, 17.Tez. Neichökanzler Fürst Bülow empfing heute den württembergischen Minislerpräfidenten von Weiz­säcker.

Die Nordd. Slllg. Ztg. schreibt in offiziösem Sperr­druck: In der ausländischen Presse wird nut einem angeb­lichen Telegramm des Kaisers an den Reichs­kanzler über die Auflösung des Reichstages Unfug ge­trieben. Aus dem Inhalt dieser Depesche wird mit dem An­schein wörtlicher Wiedergabe der Satz angeführt: .Ich jage die ganze Bande zum Teufel". Der Londoiier Daily Expreß beschäftigt sich in zwei Nummern des Längeren mit dieser Geschichte. Wir begegnen ihr aber auch in Wiener Blättern. Selbstverständlich handelt cs sich um eine plumpe Erfindung. Dem Reichskanzler ist em Telegramm deS Kaisers, daS die angeführte oder eine ähnliche Wendung ent­hielt, nicht zugegangen. Während der letzten Reichstags- sitzungcn trafen beim Reichskanzler überhaupt leine laiser- lichen Mitteilungen ein.

Der .LtaatSanz." veröffentlicht eine Bekannlmachung deS Landwirtschaftsministers, wonach die Einfuhr lebender Schweine aus Dänemark, Schweden, Norwegen für das preußische Staatsgebiet verboten wird, weil in Tänemaik, Schweden und Norwegen Rotlauf, Schweine- seuche und Schweinepest in für den inländischen Biehstand bedrohlichem Umfange herrschten. Tie Anordnung tritt mit dem 20. Dezember in Krast, mit dem gleichen Tage werden die von den Regierungspräsidenten über die Einfuhr von lebenden Schweinen und von Schweinefleisch aus Dänemark, Schweden und Norwegen erlasienen vetermärpolizeilichen An- orünnngen aufgehoben.

Der Plantagenbesitzer in Sakkarani (Deutschostafrika) Thomas Paul Ansorge Prince, Hauptmann a. D. der Schutztruppe, hat den erblichen Adel erhalten.

Posen, 17. Dez. In einer heute hier abgehaltenen, sehr stark besuchten polnischen Versammlung wurde emiimunig eine Petition an den Papst angenommen, in welcher ec um seinen Beistand in Sachen des Schulstreik2 ge­beten wird. Der Versammlung ging em Gottesdienit in der Pfarrkirche voran.

Braunschweig, 17. Dez. Die .Br. N. N." melden ans Wien: Auf die dem Herzog von Eumberland vom braunschweigischen Landtag gestellten Bedingungen, inner­halb drei Monaten sich dahin zu äußern, ob alle Agnaten des herzoglichen Hauses auf Hannover verzichten wollen oder nicht, hat nunmehr der Herzog eine Antwort an das herzogl. Staatsministerium gelangen lasten. Es heißt darin u. a., Herzog Ernst hält seine Ansprüche auf Hannover mit der rückhaltlosen Anerkennung dec deutschen Re lchsverfassu ng im Hinblick auf analoge Präzedenzfälle in Deutschland für durchatlS vereinbar. Zu den Han­noveranern habe er, der Herzog, das volle Vertrauen, daß sie alles unternehmen werden, was geeignet sei, die Stellung des Prinzen Ernst August zu Braunschweig nicht zu er­schweren. Mit einer eventuellen Verletzung der Reichsordnung würde Braunschweig zu teuer erkauft. Der Herzog gibt an­heim, einem Präzedenzfalle aus jüngster Zeil folgend, die streitige Rechtsfrage, ob Prinz August die Nechtsooraus- setzuugen zur Thronbesteigung in Braunschweig erfüllt, der Entscheidung des Reichsgerichts als Schiedsgericht zu unterbreiten.

Kolonialpofte

__ Zu der Meldung der ,L.eui>chen Kabelgesellschaft" aus Dar-eS-Salaam vorn 11. Dezember über eine Rieder­läge der portugiesischen Expedition gegen den Häupt­ling Machemba berichtet der ostafrikanischc Berichterstatter der .Köln. Ztg.' in einem Telegramm aus Lmdi vorn 17. Dez., daß der Haupttrupp der geschlagenen Expedition, von der zwei Soldaten in Jumbo verwundet wurden, nach Palma floh; Machern ba3 Leute verfolgten die portugiesischen Truppen bis drei Stunden vor Palma; sie durchziehen brennend und raubend die Umgegend des Ortes, dessen Einwohner nach dem Süden geflohen sind. Die Expedition erwartet in Palma Verstärkungen. Viele Flüchtlinge sind auf das deutsche Gebiet übergegangen. Die in Lindl stehende Kompagnie der deutschen ostafrikamschen Schutztruppe fährt unter Hauptmann von Grawert nach dem unweit der Grenze gelegenen Küstenorte Kionga und sichert mit dem Posten von Luagalla die Grenze.

Ausland.

London, 17. Dez. Unterhaus. Rees fragt an, ob M der Regierung Vorstellungen des Inhalts gemacht wor­

den seien, daß die Au f stän d i s ch en in Deutsch-Süd- westasrika aus britischem Gebiet Verstärk­ungen erhalten hätten. Unter staats sekretär Runciman er­widert, es seien fragen darüber uorgetiagen worden, daß Eingeborene die Grenze nach dem deutschen Gebiet über­schritten hätten, aber es seien keinerlei Vorstellungen über irgend etwas erhoben worden, was man mit Fug und Recht als Zuzug zu den Aufständischen vom britischen Ge­biet her bezeichnen könne. Es sei auch vorgekommen, daß die Grenze durch deutsche Truppen nach dem englischen Gebiet überschritten woroen sei und der jüngste Einfall Ferreira'S aus dem deutschen in englisches Gebiet, ljabc Rees zweifellos noch in Erinnerung. Aber keiner dieser Zwischenfälle sei von einer der beiden Regierungen als ein Zeichen einer unfreundlichen Gesinnung von leiten der Behörden des anderen Landes be^andelr worden. (Beifall.) Unterstaatssekretür Robertson teilte mit, daß die Admiralität bei der Nachprüfung der lüiegsgerichtlichen Ver­handlung aus Anlaß des jüngsten militärischen Auf­ruhrs in Portsmouth zu der Auffassung gelangt sei, daß der crjte Aufruyr vom 4. November unvorbereitet und zum Teil veranlag war durch den Unwillen der Heizer wegen deS m i ß.b r ä u ch l i ch a n g e w a n d t e n E x e r z i e r- befehls, sich auf d^e Kniee niederzulassen. Ter zweite Aufruhr am 5. Dezember sei ernster Na^uc gewesen und würde nicht erfolgt sein, wenn die Vorgesetzten die erforderlichen Vorsichtsmaßregeln g^rossen hätten. Däe Ad­miralität habe beschlossen, Komm'oovre Stopfort von seinem Kommando zu enrbinoen, weil er unterlassen l>aue, mit Festigleit uno Uedernegung dem Ausruyr eiwgegenzutreten. Ein anderer Ojsizier sei ebensa.ts mit Dienstentlassung bestraft worden, wahrend ein bester Os.izi.er laviert wurde. Tas für d.e Anführer und Heizer aus fünf Jayre Zuchthaus lautende Urteil sei auf drei Jahre heraogemindert worden. Auch sei die Anordnung erteilt worden, daß der Befehl zum Niederrassen auf die Kniee auf die Exerzierzwecke befchränti bleiben müsse.

Wien, 17. Dez. Der Bericht der Wahlreform- kommission des Herrenhauses betont, die Mehr­heit der Kommission habe ihrer Ueberzeugung vielfache Opfer gebracht, um nicht die Vorlagen ablehnen oder ver­eiteln zu müssen. Sie sei jedoch uverzeugt, daß die un­veränderte Annahme der Vorlagen unheilvolle Konsequen­zen nach sich zie.,en werde. Um diesen Gefahren zu be­gegnen, sei es notwendig, das aUj. (stknmrecht durch oie Alterspluralität zu mildern, welcher lein Bei- geschmaa emes KlassLngegeu,atzes'an.,aste. Hinsichtlich des Numerus Etaufus begr.chr die Kommis.iön die Bereitwillig- teit der Regierung, daraus prinzipiell eutzugehen, beharrt jedoch einstimmig daraus, daß die,e Frage nicht durch ein Spezialge,etz, sondern durch eine Aounoerung der Wahl­reformvorlage geregelt wrroe.

RencS ans Rußland.

In Warschau wurde am 17. Tez. der Polizei- inspcktor auf offener ©trage erschossen. Bei dec Gas­gesellschaft arbeiteten 20 Geheimpolizisten als Arbeiter, die nun der Polizei eine größere Anzahl von Arbeitern der Gesellschaft als politisch Verdächtige überlieferten.

In Petersburg verurteilte das FeldkriegSgericht die beiden des Attentates auf Admiral Dubassow angeklagten Personen zum Tode durch den Strang. Beide Veriirteilte wurden sofort hin gerichtet.

Bei einer Haussuchung in Moskau wurde ein großes Laboratorium für ©prengftroffe entdeckt, Auch fand man Bücher, die der Lazaroiv'schen Instituts-Bibliothek gehören. Bei emer dieserhalb vorgenommenen Untersuchung der Bibliothek wurden Sprengstoffe und elektrische Zündiingen für Bomben gefunden. Heule wurden 50 Verdächtige, darunter Mitglieder der Moskauer Kampforganlsation, verhaftet. In dem Lazaroiv'schen Laboratorium wurden 7 Bomben gefunden; em Mann wurde verhaftet. Im Lazaroiv'schen Institut und einem von vielen Studenten bewohnten Stadtteil wurden ebenfalls HauSsuchunaen und Verhaftungen vorgenommen.

«Hauptversammlung des landw. Aercius für Höelhcssen.

DiE (Original-Bericht des Gießener Anzeigers.)

L Gießen, 15. Dez.

Aus dem Bericht über die Tätigkeit des Vereins im vergangenen Jahre sei mitgeteilt: Das Jahr 1905 kann inbezug auf die Lage der Landwirtschaft zu dm besseren gerechnet werden. Die Landwirtschaft Lberhessens ly.tte eine gute Ernte zu verzeichnen und die Preise Zkc tandw. Hauptprodnkte waren gegen srüher höher. Die Verbesserungen der Teclmik und die intensivere Betriebsweise haben die Ertragssteigerung wesentlich bedingt. Die ungesunden Arbeitsverhältnis je geben fortgesetzt Anlaß zu Klagen. Die Löhne sind rapid gestiegen, Arbeitskräfte schwer zu erlangen, die Zuverlässigkeit und die Ausdauer im Drei.st haben sich fortgesetzt verschlechtert. Die Arbeiterfrage macht der Landwirtschait beute die größte Sorge, und der Prozentsatz, den die Arbeits.öhne vom Rohertrag in Anspruch nehmen, wächst von Jahr zu Jahr.

Der Provinzialverein zerfällt in 6 Bez.rkrvereine mit 2515 Mitgliedern, auf den Bezirk Friedberg entfallen 554, Büdingen 504, Gießen 464, Lauterbach -124, Alssels 580 und Schotten 175 Mitglieder. Angeschlossen smo neu) 7 Dezirkszuchlvereine, 6 Schweinezuchtvereine, 6 5kreisziegenzuchtvereine, 9 Geflügel- zuchtvercine Eid der Oberhessische Obstbauverein. Die landw. Winterschulen Friedberg, Alsjeid und Biidingen und die im Okwoer 1905 für den Kreis Gießen zu Lich neu errichtete zäh.ten im

Winter 1905,'06 116 Schilc.', die landw. HaushaUnngsichule zu Lindheim 43 Schülerinnen. Die neue Wander hau 5h. Unn gs- schu.e für den Kreis Gies.en hielt gut besuchte Kurse in Lang Göns, Heuck^cchnm, Eroßen-Liiidcn und Langsdorf ab. Die OSpczial- kurse an der Obstbau schule Friedberg wurden von 70 Teil­nehmern besucht, davon waren 13 Teilnehmerinnen am Obst- verioerrungskursuS.

Eine besonders rege und höchst erfolgreiche Tätigkeit hat der Verein inbezug auf die Boden Verbesserung erzielt. Die Durchführung landw. Bodenmelioration, wie Fetdocreiiilgung, Drainierung der Accker, Be- und Entwässerung der Wiesen usw., nimmt in der Provinz fast in allen Orten in auffälliger Weise zu. In vielen Orten sind sämtliche Fluren drainiert. Im Vogels­berg wirken hauptsächlich die durch den Provinzialvercin durch» gejührten HutweilXnme.wrcüMneu vorbildlich. Äcmcctl sei, daß der verstorbene Graf Friedrich zu So:Ms^Laubüch der Anreger hierzu war. Die Fechbereinigiing zieht immer weitere Ortscl-asten in ihr Bereich, sodaß die Feldbereinigungsoehörden und -Gev- metcr die Arbeit kaum bewältigen können. Auch dec Kultur­techniker in Lauterbach, der die Hutweidenmetioration _ durch- sühct, ist vollauf 6ci(fxn"ti{;t. Die weitere staatliche Anstellung von Kulturtechnikern i|t imngenb criorbcrlid). Ende 1905 wurden in BcrmuthLH in, Grebenhain, Salz, Hartmannshain, Volkarts­hain und ou./oiicn, 1906 in Eichelsham, Engelrod und Sichen­hausen Hutwetdcnmeiiorationen ausgeiuhrt. Der Provürzi.lverein hat seit Beginn der Meliorationen von 18931905 insgesamt 436 Hektar Boden im Vogelsberg verbessert mit einem Kostenauf­wand von rund 158U0O Mk., davon zahlte der Provinziaivcrein, bezm. der Staat 90 800 Mk., die beteiligten Gemeinden 67 200 Nlark. Auf den Kreis Lautc.bach entfallen 228 Hekt..r, den Kreis Schotten 208,25 Hektar, dazu kommen noch verbesserte Weide- ciurichtungcn im Kreise Lautecoach 108 Hektar, Schotten 45 Hektar. Im Rechnungsjahr 19u5 wurden 9082,50 Alk. sür Melioratwnen ausgegeben. Vor drei Jahren wurde in Gießen in Anschluß an das landwirtschastckä-e Institut ein Wetterdienst ein­gerichtet, den der Provinzia.verein finanziell unterstützt.

Die Bedeutung der V i e h h a l t u n g ist in den letzten Jahren sehr gestiegen, und zwar dank' der intensiven Tätigkeit des Pro- oinziawereins; der Staat hat hiersür größere Mittel zur Ver- lügung gestellt. Die Ausnahmen von Tieren der Simmentaler und Voge.sberger Rasse in das Herdbuch werden feit 1897 regel­mäßig durchge.ührt u;.'j haben sich gut eingebürgert. 1900 ging im Kreise Lauterbach die Zahl der ungeEörten Zuchttiere infolge der 9Naul- und Klauenseuche feljc zurück. Bon 18971906 sind in Ober Hessen 4738 Tiere Simmentaler und 1135 Bogelsberaer Rasse angekört worden. Letztere besinden sich nur in den Kreisen Gießen -(444) und Schotten (691). Leider geht die anspruchs­losere Vogelsberger Rasse, die mit geringerer Nahrung zufrieden ist, in ihrer Reinzucht stets zurück. Zuchtvereine bestehen in Oberhessen 7 mit 86 ^rtsvereinen, davon sind 72 für Simmen­taler und 14 sür Vogelsberger Zucht. In der Provinz bestehen 15 Bullenstationen und zwei Zuchthöse, Bingmu-, c und Zwie­falten. Bei der Einfuhr von Simmentaler Zuc.,toieh wurden in den Jahren von 18981906 eingeführt 96 Bullen, das Stück dnr.ch'chni^t.ich sür 904 Mk., d. h. in der Schweiz, und 115 weibliche Ti re, dis Stück 72J Mk. Zur Verbesserung bei Zucht haben auch sehr viel die vier Jungviehlveiden und die Tummelplätze beigctragen, die fortgesetzt gut beschicke wurden. Die Ziegenzucht toibmet sich hauptstichlich der Saanenziege, die Schweinczua/t der Porkshircrasse. Die Schweinezucht ist infolge der hohen Fleischpreije in großem Aufsä-tvung begriffen. Seit 1900 wurden in mehreren Kreisen und Orten (auch Gießen) Ziegen- zua)tvereine gegründet und Ziegenweiden angelegt

Inbezug aus den Psianzenbau ist üt der Provinz eine ausgedehnte Tätigkeit unter Leitung des Direktors des landw. Instituts Gießen, Professor Dr. Gisevius, entfaltet worden, die sich hauptsächlich mit Sortenbauversuchen unserer Kulturpflanzen besaßt Die Versuche finden auf dem Ver­suchsfeld zu Gießen, ferner in Friedberg, Alsfeld, Büdingen, Utphe, Dorheim u. a. Orten statt Der Landwirtschaftsrat hat in Obcrhesfen 21 Saatg.erstellen eingerichtet. Bedauernswert ist, daß die oberhessischen Landwirte davon nicht ausgiebigeren Ge­brauch machen, das meiste Saatgut geht deshalb nach Vaden.

Das R e a>n u n g s w es en des Provinzialvereins weist im 1. Teil eine Einnahme von 32 000 Mk., im zweiten Teil von 131024 Mk. auf, die Ausgaben find 31700 Mk. + 131025 Mark. Der Staatsmschuß betrug im Rechnmigsjahr rund 90 000 Mark, davon wurden ausgegeben für Hebung der Viehzucht, des Obst- und Gemüsebaues usw. 82 000 Mk.. für die Unter­haltung der Molkerciichule Lauterbach 8000 Mk. Der Jahresl» vericht zeigt insgesamt einen recht günstigen Stand des Pro­vinzialvereins.

(ßerid?tsfaaL

Duisburg, 17. Dez. Das Gericht verurteilte einen Polen, der vor Gericht angab, der deutschen Sprache nicht mächtig zi» sein und zu diesem Zweck einen Dolmetscher erhallen hatte, aber während der Verhandlung dann plötzlich eine längere Ausführung in deutscher Sprache machte, zu einer mehrtägigen Haflstraie w e g e u U n g e b ü h r vor Ge­richt. In der Urteilsbegründung heißt es, durch die £ träte wolle man dem 'Angeklagten einprägen, daßbaS Gericht für seine national-i)o(nijd)en Dummheiten nicht zu haben" sei.

Schiffrnachrrchten.

Red Star 2 i n i e.

Der Postdampfer .Samland" der «Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 12. Dezember wohlbehalten in New-Pork angekommen.

Vcrgeffen Sic nicht, daß Weihnachten bevorsieht und daß als bestes WeignachtSgeschent sich eine Caw-ftüllfeber erweist, welche von Mk. 12.50 aufwärts, der Größe der Goldfeder entsprechend, käuflich ist. ES gibt nichts Brauchbareres, weil jedermann täglich sich einer Feder bedienen muß. Es gibt auch nichts Tauerhalleres, weil sie lebenslänglich oorhält. EL gibt überhaupt nichts, dessen sich der Beschenkte angeneljmer erinnert, als der Gabe einet Caws- Füllleder. Nachahmungen sind zahlreich, aber jeder Händler von gutem Rule wird Ihnen eine Caw verkarsten, wenn Sie Caw ver­langen. Dian beamte beim Kaufen, daß der Haller den Namen Caw trägt. Bezug durch Papiergeschäfte. Jlluslr. Katalog gratis. Schwan-Bleistifl-Fabrik, Nürnberg. l»w/u