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24.4.1906 Zweites Blatt
 
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24. April. 1.1b Ohr.

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Pachtungen iicRcu.

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Vorfall der Behörde an. Diese schickte die Bombe nach Paris, wo festgestcllt wurde, daß bei einer eventuellen Explosion der Bombe großer Schaden angerichtet worden wäre.

Paris, 24. April. Etwa 6000 Juwelen- und Goldarbeiter beschlossen gestern abend, von heute ab in den allgemeinen AuSstand zu treten. Sie verlangen den Achtstundentag mit derselben Löhnung wie für den Zehn­stundentag.

Marcinella, 24. April. Die 62jährige Witwe de Payel wurde von ihrem 18jährigen Enkel Ferrier mit einem Hammer getötet. Der Mörder zündete dann das Haus an, um die Spuren seiner Tat zu verwischen.

Das Erdbeben in Kalifornien.

San Francisco, ?3 April. Ein Mitglied des Stabs des Gouvc nrurs, Tilden, der sich hervorragend an den Rettungsarbeiten beteiligt?, wurde bei einer Automobilfahrt von Leuten, die angeblich der Bürgerpatrouille angehörten, erschossen. Der Brand ist durch den in der ver­gangenen Nacht gefallenen Regen teilweise gelöscht.

Newyork, 23. April. Veranlaßt durch die Dkiß- billiZung des Auslandes über die Zurückweisung der an g eb o teilen Hilfe für Kalifornien ließ Präsident Roosevelt dem Kongreß eine Botschaft zu^ehen, in wel­cher er die Bewilligung weiterer iy$ Millionen Dollars vorschlägt und seinen Standpunkt verteidigt, daß Ldnerika keine ausländische Unterstützung benötige, Tie Botschaft besagt aber, Roosevelt empfinde eine tiefgefühlte Wert­schätzung für das gütige Mitgefühl und das großmütige Hilfsanerbieten. Es ist bei Vorschlag gemacht worden, daß die Hartkohlenarbeiter unentgeltlich für eine Mil­lion Dollar Kohlen fördern sollen, die dann an die Notleidenden in San Francisco übermittelt werden.

San Francisco, 23. April. Die Bürger sind ent­schlossen, die Stadt schöner un£> größer wieder aufzubauen. Die aufgefundenen Leichen werden verbrannt, um den Ausbruch von ©eudjcn zu verhin­dern. Mle Flüchtlinge im Präsidio und im Golden Gate- Park müssen binnen drei Tagen die Stadt verlassen. Die Eisenbahnen gewähren freie Beförderung. Im Washing­toner Kongreß wurde eine Resolution eingereicht und beschlossen, daß der Zoll auf Struktur-Stahl und anderes

Baumaterial für San Francisco für ein Jahr sust- pendiert werden soll. r . ±

Newyork, 24. April. Zwei Er der schul ter- un gen wurden gestern im Grants Paß und Glendale im Staate Oregon verspürt. Tie Gebäude gerieten ins Wanken und die Bewohner flüchteten ins Freie, doch wurde kein nennenswerter Schaden angerichtet. Tie erste Künstlerin de^ Metropolitaine Opera S?nu|c von Newyork, Frau ^osefme Jacobi, erzählte, daß fie durch die Erderschütterung aus ihren Betten geworfen wurden und in Nachtkleidern ins Freie liefen. Sie blieben im Union Square Park, bis sw gegen 4 Uhr durch da§ Feuer auch von dort vertrieben wurden. Tie neuen Erdstöße erregen die Bevölkerung aufs höchste. In San Francisco erhöht starker Regen die Leiden der Obdachlosen. Tie Kirchen werden als Schlasstätten hergerichtet. TaS Militär errichtet eiligst Baracken. Flüchtlinge erzählen, sie seien bei dem ersten Erdstoße aus den Betten geworfen worden und hätten kaum Zeit gehabt, sich notdürftig anzukleidcn. Auf den Straßen hätten sich furchtbare Szenen abgespielt. Tie Straßen seien von halbnackten Menschen und schreienden 5iindem, die ihre Eltern suchten, augefüllt gewesen. Ter Hilfsfonds beträgt jetzt 13 Millionen.

Bekanntmachung.

Tie nachsüchmde Bekaimtmachung bringen wir hiermit zur Kenntnis der Pferdebesitzer.

Gießen, den 20. April 1906.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen

Mecum. B/<

Bekanntmachung.

Wir machen die Besitzer derjenigen Pferde und Fahrzeuge, welche bei der Aushebung mt Falle einer Mobilmachung zu gc- stellen sind, bereits im Frieden ausdrücklich auf folgende gesetzlichen Bestimmungen aufmerksam:

1. Uebertretungen der hinsichtlich der Stellung der Pferde zur Aus­hebung getroffenen Anordnungen werden nach § 27 des Kriegs- leistungsgesetzes vom 13. Juni 1873 mit Geldstrafe bi? zu 150 Mark geahndet.

2. Pferdebesitzer, welche ihre gestellungspflichtigen Pferde nicht un­gesäumt und vollständig vorführcn, haben außer der gesetzlichen Strafe zu gewärtigen, daß auf ihre Kosten eine zwangsweise Herbeischaffung der nicht gestellten Pferde vorgenommen wird.

3. Der Verkauf eines Pferdes vor erhaltener Gcstellungsauffordcrung entbindet nicht von dessen Gestellung, sofern die Ablieferung an den neuen Erwerber noch nicht erfolgt ist. Eine Ausnahme findet nur statt, wenn nachweislich der Verkauf an die Militärbehörde, an Offiziere, Sanitätsoffiziere oder Militärbcamte, welche sich ihre Pferde für die Mobilmachung selbst beschaffen, erfolgt war.

4. Von Bekanntgabe des Mobilmachungsbefehls bis nach Beendigung der Pferdcaüshebung ist jede Ausführung von Pferden in andere Kreise oder Ortschasten verboten. Zuwiderhandlungen werden für jeden einzelnen Fall mit der in § 27 des Kxiegsleiflungs» gesetzes vom 13. Juni 1873 vorgesehenen Strafe geahndet. Eine Ausnahme von dem Gebote findet nur statt, wenn nach­weislich der Verkauf an Militärbehörden des Aushebungsbezirks oder an solche Offiziere, Sanitätsoffiziere oder Mililärbeamte, welche sich die Pferde für die Mobilmachung selbst beschaffen, geschehen ist.

6. Bei der Vorführung muffen die Pferde durch den Besitzer ver­sehen sein mit:

Halfter, Trense, zwei mindestens zwei Meter langen Stricken und gutem Husbeschlag.

Der Wert dieser Stücke ist in der Taxe mitenthalten. Fehlt eines derselben, so werden die dadurch entstehenden Kosten bei der Taxsumme in Abzug gebracht.

6. Pferde, welche als brauchbar ausgewählt, aber zunächst nicht abgenommen werden, sind von den Besitzern bei Meldung der unter 1 erwähnten Strafe, auf drei Wochen, vom Tage der Aushebung an gerechnet, zur Verfügung der Militärbehörde zu halten. Bis zur förmlichen Abnahme haben die Besitzer ober deren Beauftragte die Pferde zu beaussichtigen und auf eigene Kosten zu verpflegen. Wenn die Besitzer dieser Verpflichtung nicht genügen, werden die dadurch entstandenen Kosten bei Aus­zahlung der Taxsumme in Abzug gebracht.

7. Bei den bereis früher gemusterten Pferden sind an den Halftern auf der linken Seite die BestimmungStäfelchen, welche die De­signation der letzten Musterung aufweisen, zn befestigen.

8. Schläger und bissige Pferde sollen ausdrücklich als solche be­zeichnet werden, um Unfällen vorzubeugen.

Gießen, den 30. März 1906.

GrotzherzoglicheS KreiSamt Gießen.

________________________I. V.: gez. vr. Wagner._______

Arbeitsvergebung.

Die Dachdecker-, Spengler- und Weitzbiudcrarbcitcn für die Unterhaltung dcS Gebäudes für das chem. Untersuchungsamt sollen

Montag, den 30. April d. IS., vormittags 11 Uhr, öffentlich vergeben werden.

ArbeitSbeschreibung und Bedingungen liegen während der AmtSstundcn bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daseblst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an unS cinzureichen.

Zuschlagsfrist 14 Tage. BC8/<

Gießen, den 23. April 1906.

Städtisches Hochbauamt.

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Bilanz am 31. Dezember 1905.

Aktiva JC £ Passiva v4L £

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2. Warcnkonto . . 3505.04

3. Ausständekonto . 6884.40

4. Mobilienkonto . 30.20

10910.73

1. Aufgenommene

Kapitalien. . 100. 2. Mitgliederguthaben 1260. 3. Warenschuldcn . 5901.76 4. Verwaltungskosten 137.38 5. Reservefonds . . 2363.46 6. Reingewinn . . 1148.13 10910.73

Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1904 137

Während 1905 gingen zu......

w w " ob . .....

Daher Stand der Mitglieder Ende 1905 . 137

Steinbach, den 23. April 1906.

Herbert, Direktor. Balser V, Kontrolleur, ___________Horn, Rechner und Lagerhalter.___________

Sandgrubenverfteigerung

Mittwoch, 25. Nprit, nachmittags 7 Nhr, findet auf dem Ortsgericht in Wieseck die öffentliche Ber- stcigernng der der Firma Büttner &

Damm in Gießen, Flur XVII Rr. 223, 224, 225, 226, 227 der Gemarkung Wieseck zusammen 5798 Meter meist­bietend statt. [2582

Hierdurch gestatte ich mir, den verehrten Bewohnern Gießens und der Umgegend mitzuteilen, daß ich an hiesigem Platze, im Russischen Hof, eine

Niederlage von

Oefen und Herden aus den Fabriken der Vudcrus'fchen Eisenwerke Hirzenhain, errichtet habe. Durch meine 16-jährige Tätigkeit im Betriebe obiger Werke, sowie dadurch, daß ich von Jugend auf nur in diesem Fache tätig war, bin ich fähig, jedem, was die Heizungsfrage betrifft, mit Rat und Tat an Hand gehen zu können. Besonders Gewicht lege ich bei Anschaffung eines Ofens auf diejenigen Amerikaner-Systems, obgleich diese ja etwas teurer sind, wie die jetzt mehr gangbaren Irischen, so heben die Vorteile und Annehmlichkeiten, die sie bieten, den etwas höheren Anschaffungspreis doch auf. Hauptsächlich möchte ich bei Neubauten von Schulen im Interesse der Herren Lehrer sowie der Schüler zur Anschaffung von Amerikaner-Oefen raten. Diese sind auch teilweise in den Kreisen Büdingen und Schotten, auf mein Anraten hin, eingeführt worden, und können die Herren Lehrer sie nicht genug loben. Um die Kosten eines teueren Transportes aus das Werf zn sparen, werde ich bei Herrn Schlossermeister Nagel hier, eine Reparaturwerkstätte errichten, in der die Oefen einer gründlichen und sachgemäßen Instandsetzung unterzogen werden.

Zu Auskünften bin ich jederzeit bereit und erbitte etwaige Anfragen nach meinem Hause, Löbcrstratze 7.

Ich empfehle mich dem geneigten Wohlwollen mit Hochachtung

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