und auch
die Woermannvcrträge.
Du fr aast, was ich von seinen (Dr. Semlers) Ausfüh- (Heiterkeit, Zustimmung.) "xu. V,» /FrrnmAafrüAt«» sind in immer minder- Welter bin ich gefra.
Beamten der
ist daS
ziehe sich auf die Woermannlinie. ------
U. Richthofen und die Kritik lasten sich sehr wohl veremiyen ; derjenige, der dabei sich nicht vorgesehen hat, ist der Relchsfiskus.
Weiter bin ich gefragt worden, wer hat den Vertrag gemach« Und da ist vielleicht doch richtig, hier festzustellen,, dast nicht die Einzelpersonen für das, was hier vorgekommen ist, in Anspruch zu nehmen sind, sondern wie Herr Schädler gesagt hat,
Bei der Lösung handelt es sich erstens nm den sogenannten Monopolschiffahrtsvertrag, zweitens um den L an -
c Besiedelung des ganzen rranoes aufgegeoen unu , jjx u » u u 11 11 । u w v *■» « v . ...- », n
p:m(,2 beschranken will freut uns sehr', er folgt damit! d u n g S v e r t r a g für Swakopmund und Lüderitzbucht. Da
*■ - ' freisinniger und sozialdemokra- ! neben laufen noch eine große Anzahl von Einzelvertragen weiter, sie
liberalen ihn bekämpfen. Herr werden aber vorgelegt werden. Es ist ganz richtig, wenn Herr 'iner Broschüre ein Phantasie- Erzbcrger bemerkte, meine Erklärung über das Znruckfordern be- ftoxvxucr der afrika- ziehe sich auf die Woermannlinie. Die Anerkennung des Herrn
auf einen
einer Anregung von Zentrums-, L-., v .
tischer Seite, während die NationaUiberalen ihn bekämpfen.
Dr Scmlcr hat diesen Plan in seiner Broschüre em Phantasie Produkt genannt. Hören wir, wie ein genauer Kenner der afrikanischen Verhältnisse, Dungs, über die Broschüre des Herrn Dr. Semler urteilt. Er schreibt (sein Buch besteht aus Briefen an seine Sen fatte. Nun, bi7 Erstllngsfrüchte sind ja immer minderwertig (Heiterkeit), und im Altertmn hat man sw der Gottheit geopfert. (Heiterkeit.) Mir kam beim Lesen der Schrift oft der Gedanke: Wie ungerecht bist du doch gewesen, vom Deutschen Volke Verständnis für koloniale Dinge zu erwarten, wenn selbst femand, der mit an besten Spitze stehen will, rn seinem Urteil fo oft und so aründlich daneben haut!" (Große Heiterkeit.) Asio, das ist das Urteil eines Sachkundigen über die „Praxis" des ^errn Dr.^an- ler der uns — und jetzt also auch dem Kolonraldircktor —<■ »P^an- tasieprodukt" an den Kopf wirft. Das wollw ich vcrrn Dr. Semler gegenüber in aller Freundlichkeit und Freundschaft (Hetter-
Ucbersicht. Es handelt sich um vereinzelte Falle sodaß der Leoner zu dem Schlüsse kommt: Angriffe gegen den deutschen Kolomal- beainlenstand als solchen fiiit) unbegründet.
ES [»inten diese Aufstellung nicht, daß alles, was anhängig ist, auf bnj gründlichste untersucht wird. Aber un allgememeu
Diese Legende möchte ich gleich a er flöten. Ich habe an Herrn Le de b out und ein anderes Mitglied der Linken, nicht der sozialdemokratischen angehörend, folgenden Brief geschrieben: „Ich bin zur Zeit beschäftigt, die. Fälle zu untersuchen, in welche gegen Beamte Beicbwerden, fei es Venn Reichstage, sei eS in der Oeffentlichkeit, erhoben worden sind. Es wird mir gesagt, daß mich bei Ihnen solche Beschwerden em* gegangen sind. Ich würde es mit Dank anerkennen, wenn Sie, soweit Sie die Beschwerde selbst für begründet erachten, mir meine Aufgabe durch Angabe des sachlichen Inhalts der Beschwerde erleichtern würden." Das ist alles. (Lebhafter Bei* fall) Wenn Herr Ledebour mir das Material nicht gegeben hot, so hat er vielleicht kein Material gehabt. Vielleicht wollte er der Verwaltung auch u n e n t to e g t keinen Gefallen tun. (Sehr gut! rechts.) Es tut mir leid, daß mir auch der andere Herr sein Material unter einem Vorwande nicht gegeben hat. Nur wenn ich unterstützt werde, wie es hier Erzberger getan hat, kann ich auch diese meine Pflicht tun.
Es ist die
Bildung der besonderen Kommissioti
bemängelt worden. Es wäre mir auch lieber gewesen, sie wate nicht ernannt worden, um alle Präjndize zu vermeiden. Es ist auch nur geschehen, weil das Amt mit laufenden Aufgaben bereits derartig überhäuft ist, daß es eine gründliche Untersuchung überhaupt nicht mehr bewältigen konnte. Die Kommission hat außerdem den Vorzug, daß die Richter und Staatsanwälte frisch und frei an die Arbeit Herangehen tonnen, daß sie durchaus unbeeinflußt sind. Das bat mit dem Grund der Berufung nichts zu tun.
Die Besteuerung darf also nicht zur Konfiskation werden, denn sonst kommt der gute Glaube des Reiches in Frage, und der ist schließlich doch wichtiger, als der in betracht kommende Zweck.
Ich komme nun zu der sogenannten
Rentabilitätsberechnung.
Es handelt sich um einen jährlichen Zuschuß von 550 000 Mk., den die Firma Lenz u. Co. als Marimum für die Bahn ver- taugt. Was hieran bis zu 200 000 Mk. gespart wird, soll halb der Firma und halb dem Reiche zugute kommen. So ist der Srnn des Vertrages, und so ist er gefaßt, weil ich mich auf Rentabilitätsberechnungen nicht einlassen wollte. Ich habe ja schon sonst nicht viel Glauben für meine Berechnungen gefunden. (Heiterkeit.) Die Frage, wann die Bahn gebaut sein muß, hängt von der Zahl der Truppen draußen ab. Daß aber immer noch Truppen da bleiben muffen, darüber herr'cht gar kein Zweifel. Das Risiko des Betriebes ist nicht groß, ob wir allerdings Kapitalzinsen bekommen werden, ist eine andere Frage. Nun ist es ja äußerst gefährlich, sich über die Frage, wieviel Truppen da notwendig sind, hier im Plenum zu unterhalten. Daß sind Fragen, über die man sich in der Kommission unterhalten muß. Ich bemerke aber, daß der Limes nicht so beschritten werden wird, daß einzelne Leute davon Vorteil haben. Gouverneur von Liiideguist ist der Meinung, daß man Maßnahmen dagegen trifft Dec Vertrag, durch den der
Vertrag mit TiPPelSkirch
aufgelöst ist, wird Ihnen natürlich auch in der Kommission vorgelegt werden. Es heißt darin, daß der Vertrag am 31. Marz 1907 fein Ende erreicht, daß eine Entschädigung durch das Reich nicht stattfindet, daß die Materialien znm Selbstkostenpreis übernommen werden. Der Kolonialdirektor teilt noch einige weitere Einzelheiten des Vertrages mit Der Tippelskirchvertrag wird vorgelegt werden
sondern auch Hufeisen, Pferdenägel, Photographie-Apparate und alles Mögliche verkaufte — natürlich zu Apothekerpreisen. (Hort! Hört! und Heiterkeit.) Man kann doch nicht behaupten, daß die Apotheke die billigste Vezugsquelle für Hufeisen ist (Heiterkeit)
Nun zum allerschlimmstenl Der Abg. Frhr. von Richthofen chat gesagt, man habe die F i r m a Woermann mit Schmutz beworfen. Ich weiß nicht, ob sich das auf meine Per,on bezieht. (Abg. v. Richthofen: Nein!) Die Firma Tippelskirch i|i gegen die Firma Woermann der reinste Waisenknabe. (Hörtl Hört!) Nicht gegen die Kaufleute richten sich meine Vorwürfe, denn die nutzen die Konjunktur aus, sondern gegen die Verwaltung, die solche Vertrage abschließt. Mit der ?ytrma Woermann sind eine ganze Reihe von Verträgen abgeschlossen, z. B.der Vertrag betr. die Landung Kapstadt-Lüderitz. . Dort entwickelt sich ein ganz riesiger Verkehr, lieber die Tarife, die hier an Woermann gezahlt wenden, herrscht in den Kreisen der Reedereibeiitzer nur eine Stimme der Verurteilung. Wir bezahlen z. B. f; die Fracht von Kapstadt nach Lüderißbucht, bei einer ^ahrtdauc von 2 Taaen, pro Tonne 31,50 Mk. (Hört! Hört!), von Hambu nach Wladiwostok dagegen bei einer Fortdauer von r > bis 60 -tagen pro Tonne nu/23,50 Mk. lLcbha'' ?S Hört! Hört), und da muß der Reeder nach die hohen Suez-.'' nal-Al • .-Jen tragen. Sie sehen also, die Verdienste der Firma sind riest":groß. _ Was noch bedenklicher ist. ist folgendes: Es ist mir bei- nt, daß eine «rudere Linie sich angeboten bat, die Fracht um 1 b i s 66 V r o z e n billiger nach Lüderißbucht zu bc' .dem, als die Woermannlinie (Hört! Hört!) Es ist mir wc er mitgeteilt, daß auf diese für die ReiSsfinanzen so günstige Offerte bie betreffende Linie ohne jede Antwort geblieben ist (Erneutes Hort! Hort!): es ist.mir weiter gesagt, daß die Kolonialverwaltung auf Grund dieser Offerte nicht an die Woermann-Linie heranaetretm ist und von ihr eine Ermäßiaung verlangt hat. Ich hoffe, daß ''ns hierüber in der Kommisiion eine genügende und ausreichende Auskunft gegeben wird, denn bei Ausgaben von über 100 Millionen kann man Nicht so leicht über solche Dinge hinwegaehen. Hoffentlich gelingt es mir durch meine Kritik mich die Verträge mit Woermann über den .Haufen zu werfen. Noch besteht das L a n d u n g s m o n o P o I in Swakopmund und Lüderitzbucht. Die Landungsgebuhr ist ungemein hcch, und dabei muß es auffallen, daß die Landungsge- b'ihren mit ber itnnffngen Reede von Swakopmund mebnaer sind in dem stillen Hafen von Lüderitzbucht. Gei^ß, die Luderltz- bucht-Gebübren sind ermäßigt worden, aber bezeichnenderweise erst
die Kolonialschwärmer erkennen <8 jetzt an, daß für viele Leute, die jetzt draußen find, die Schutztruppe die milchende Kuh ist. Ta ist es sehr erklärlich, daß diese Leute sich gegen die Zurückziehung der Schutztruppe erklären. Wenn sie erfolgt, bann wird eben in den Gewinnchancen dieser Leute ein gewaltiger Zusammenbruch erfolgen. Wir führen jetzt im Süden nur noch den Krieg un Gebiet der Landgesellschaften, die den Proviant dazu liefern und em gutes Geschäft machen. Diesem allein liegt an der Verlängerung des jetzigen Zustandes.
Natürlich, sie machen daS allergrößte Geschäft. Die Autorität des Geucralstabes erkenne ist sonst gern an. Mer wie oft hat sie hier nicht schon aufmarschieren müssen! Oberst von Deimling rechnet zuerst us, daß jeder Kopf und Knopf dort notwendig sei. Sväter sagte er: „Bewilligen Sie die Eisenbahn, so ,age ich, wie viele Leute zurückgezogen werden." Dieser unwürdige Handel nut Menschenflcisch kam nicht zustande, die Eisenbahn fiel, trotzdem luw nach und nach 2500 Mann zurückbefördert. Da kommen «ie uns nicht mehr mit der unbegrenzten militärischen Autorität in diefen Dingen. Profesior Hasse meinte sogar, 20 Unteroffiziere mit einer schwarzen Truppe würden genügen. So weit gehe ich ja nicht. Was ist überigens geschehen, um die Eingeborenen friedlich zu getoinnen? Einmal ist ein Missionar dazu entsanidt worden; mehr habe ich wenigstens nicht gelesen. Wo ist die Erfüllung der Zusage, den Eingeborenen Rcservare zu sichern.
Wundem muß man sich darüber, daß in. den letzten zwei Jahren so oft ein Wechsel in den K o m m a n d o st e l l e n stattgefunden bat. Man sagte früher, Südwestafrika sei eine gute Lungenheilstätte. Jetzt scheint es fast, als sei es em Sanatorium für Leute, die an gewißen Herzaffektionen leiden, (£*lt€rtott;) Was jetzt in Südwestafrika zu leisten ist,, ist feine SoPbatcnarlbeit mehr, es ist eine Arbeit für den Polizeidienst. Auch im Jitterepe der Soldaten selber ist eine Reduzierung der Truppen gelegen. Bon der Undankbarkeit des Vaterlandes den Soldaten gegenüber hätte Herr Dr. Semler wirklich nicht sprechen sollen. Es ist von feiten des Reichs genug geschehen. Vielleicht hatte Herr Dr. Semler nur die im Auge, die als „Liebesgaben" ganze Kisten mit „^okal- Anzeigern" sandten! (Heiterkeit.) Das war allerdings sehr herzlos (Erneute Heiterkeit.) Auf alle Vorkommniste will ich nicht eingehen. Manche Mißstände siiid noch vorhanden. Wie steht es uim Beispiel mit der Tatsache, daß ein Teil der Schutztruppe em Hoch auf Bebel ausgebracht haben soll — gewiß leine erfreu* liche Ersclfeinungl (Große Heiterkeit.) p b e r st v o n D e i m - l i n g hat mit der unS bekannten Energie (Heiterkeit) dem Reich schon viel Geld erspart, indem er überflüssige Posten gestrichen hat. Im übrigen warten wir ab, was die Untersuchung bringt, die erst der neue Kolonialdirektor ungeordnet hat, nachdem man den ganzen Sommer hindurch trotz aller Enthüllungen nichts, getan hat.
Nun zur Vorlage selber! (Große Heiterkeit; Redner spricht nämlich schon zwei Stunden.) Ein „großzügiges Vahn- Projekt", wie Herr Dr. Semler, wünsche ich nicht. Ganz unmöglich ist cs, die Entwickelung im voraus zu übersehen. Das konnte man nicht einmal in Berlin. Wir betrachten den Bau dieser Bahn umer dem Gesichtspunkt der Zurückziehung der Truppen. Daß em Transport auf der Eisenbahn rentabler ist, als auf einem Ochsen- tuagen, ist klar. Mer die ganze Rentabilitätsberechnung fußt auf der Tatsache der Anwesenheit der Truppen. Sind nicht 5000 Mann anwesend, sondern nur 500 Mann, so hört der Betrieb auf, ren- i tabel zu fein. Und mit den Schätzungen der Ertragnisse der Ko- | Tonic soll man doch recht vorsichtig fein! Wenn G e he i mr a t Seitz einmal ein wahres Wort gesagt hat (.Heiterkeit), so dies, daß man Rentabilitätsberechnungen für die Kolonien überhaupt nicht aufstellen kann. Daß der Kolonial- direktor die Besiedelung des ganzen Landes aufgegeoen unb sich
leit) bemerkt haben. . *
Nun noch ein paar Worte über weine prinzipielle Stellung zur Kolonialpolitik Ich kmin deren Gegner gar nicht sein, schon wegen meiner christlichen Weltanschauung. Im Glauben an die große g ö t t l i ch e W e l t m i, s i o «des C h r i st e n r u m s muß ich natürlich wunfchen, daß alle Volker zu Christen werden. Tas ist meine Prinzipielle Auffassimg, die ich überall vertreten habe. Schutz und Fürsorge für dw Schwarzen, das ist der Kern einer feden Sozialpolitik. Von die,em ®e- sichtSpunkt aus verwerfen wir jode Maßnahme, die sich gegen die Existenz der Eingeborenen richtet. In dem Moment, wo der Schutz der Eingeborenen in den Mittelpunkt unserer..Kolonialpolitik gestellt wird, werden unsere Kolonien einer begeren Zukunft entgegengehen. (Lebhafter BcifaN im Zentrum.)
Schatzsekretär Ftzhr. v. Stengel:
ist die Kolonialverwaltuna ganz "Z
überhaupt an einer solchen Sache sein kann. lH^rtett.) wird dem Hause demnächst bereits ein Vorbericht Über die letz R-chnung zugch---. Daß die R-chnu^Sl-Sung der
abteilung mchr rechtzeitig erfolge, ist unrichtig. Zch Erzbcrger mitgeteili, daß schon die ^technuiig für das erste Quartal 1906 in den Händen des Rechnungshofes ist Prompter^nnmaa doch wohl nicht fein. Der Rechnungshof hat Hegen ^nche Dinge sehr erhebliche Bedenken, und Sie werden.diefe ia aus d-m Vor- bericht ersehen. Nun möchte ich dem Hau,e^ noch etwas Mitteilen.
interessieren wird. Ich habe mir nämlich wegen der Angriffe, die gegen die Beamten erhoben sind, eine Lusammrnstellung machen lassen, über die Verfehlungen die, seitens der Beamten, Offiziere und Mannschaften in den Kolonien borgefommen stno. Redner verliest diese Zusammenstellung. Sw enihalt u. a. die Angabe, daß tn Südwestafrika bis zum Ausbruche des Krieges 103 Offiziere und Beamte und 3381 Mannfckfaften gewesen sind, und dag bestraft sind wegen Verfehlungen gegen Angeborene ein Offizier und ein Mann und wegen sonstwer Verfehlungen 39 Manm Auch über die ErmittlungS- und Disziplinarverfahren gegen Ine.
Kolonialabteilung gibt der Kolonialdirektor eine vereinzelte Falle, sodaß der Redner riffc gegen den deutschen Kolomal-
nach der Kritik in diesem Hause.
Aufklammg bedarf auch die Art und Weise wie dieL a n - dungsgebühren berechnet werden. In der „Dortmunder Zeitung" sind haarsträubende D'nae darüber mitgcteilt worden. Ich bin darüber unterrichtet, daß schwere und berechtigte Klagen über diese Art der Berechmmg m der Kolonialabteilung einge- txem^n fing im Frübmbr ist mir diese Mitteilung gemacht
worden. Ich habe dem Betreffenden gesagt, er möge siw ^machst Beim Kolomaldirektor beschweren, da ich mich darum.erst bekümmere, wenn der Instanzenweg erschöpft sei. Es ist mir mitgcteilt toorben, daß die Woermannlinie erhebliche Beträge zuviel berechnet hat, ich sage irrtümlich zuviel. Wir muffen diese Betrage unbedingt zurückverlaugen. Auch die Liegegelder sind ungemem hoch. Der Kmizler bat sich über die Uebertreibungen der Preise beklagt, aber er wird doch wohl auch englische Cav-Zeitiingen gelesen haben und wißen, mit welchem Hohn und Spott diese über die deut,che, . Verwaltung hergefallen sind, daß sie solches Liegegeld bezahlt. : (Hört! hört!) Ich konnte ihm eine ganze Reihe von Ausschnitten zur Verfügung stellen, wo ein Kapitän sich in Eap-Zeitungen rühmt, die deutsche Verwaltung übers Ohr gehauen zu haben (Hotti hört!) Wenn man all das zusammenstellt, so bekommt man em schönes Raritatenkabinett. (Heiterkeit.) Die Mrma Woermann hat die Verpflichtung übernommen, die ganze Verfrachtung ord- nunasmäßig zu erledigen, und wenn sie diese Vervflichtung nicht erfüllt, dann ist- e5 doch unerhört, daß sie auch noch Liegegelder verlangt. Ich bitte also, die Sache zu prüfen und auf Ruckzah- lungderLiegegelderzu bringen. Ich habe übrigens Anlaß anumebmen, daß Liegegeld auch bemhl! worden nt für Schiffe, die in Swakopmimd laaen und von Privaten verftachtet waren. (Hört! hört!) Jetzt plötzlich ist der Frachtsatz für die Fahrt von Lüderitzbucht nach Slimkopmund um 30 Proz. ermäßigt toorben. DaS aibt doch ?u denken, und ba wird niemand mehr behaupten können, daß meine Kritik nicht berechtigt war. Monopolvertrage müßten in Zukunft überhaupt vermieden werden, und man follte auch erwägen, ob die Ucbertragung von Lieferungen nicht in höherem Maße in die Hand der Gouverneure gelegt werden könnte. Das hat sich in England sehr gut bewahrt.
Zur Untersuchung der Verhältnisse der 2 an b g es e H sch asten ist 1904 eine Kommission eingesetzt toorben. Ein Jahr har es gedauert, bis diese Kommission zusammentrat und Beschlüße hat sie überhaupt noch nicht gefaßt. Wenn das in dem Sckmellzugs-- tempo toeitergeht, bann werden wir vielleicht im Jahre 19-.5 $u Dem ersten greifbaren Resultat kommen. Wir fordern, daß mit dem , Unfug der Landgesellschaften sofort gebrochen wird. .
sehr leicht erreicht toerben, wenn man ibnen.eine gewaltige Grund- , steuer auferlegte unb diese Steuer auf das fünf- und zehnfache er- höhte für solche Gebiete, die nicht bewirtschaftet werden. Ist es nickt ein Hohn, wenn man erfährt, daß bie deutsch e Kolo n i a l g e s e l l s ch a f t für Süd west afrika b^ in 20jähriger Friebenstätigkeit nie einen Pfennig Dividende gezahlt hat, in dem Kriegsjahre 1905 plötzlich 20 Proz. verteilen konnte! (Hört! hört!) In Südtvestafrika nennt man diese Vereinigungen „Sandwuchergesellschaften". (Heiterkeit.) Woher kommen denn die 20 Proz.? Zu "/-° bezahlt sie das Reich selbst. Die Gefell- schaften haben in unerhörter Weise das Reich ausgenutztz Ich habe Gelegenheit gehabt, einen Blick hinter bie Kulis s e n zu hin Wenn irgenb ein klingender Name an der Spitze stand, dann war es bisher sehr leicht, eine Konzession zu erhalten. M't der Erteilung solcher Konzessionen wird der Kolonialbirektor also künftig sehr vorsichtig sein müssen. Liegt boch sogar der Verdacht nahe, daß bie Südwest-Afrika-Kompagnie ni Verbindung steht mit der De Beers-Gesellschaft unb es verhindert, b^ Diamanten gefunben werden, nur damit der De Beers-Gefellschaft keine Konkurrenz erwächst. (Hört! hört!)
Der neue Nachtragsetat von 29 Millionen wird angesichts der Hunderte von Millionen, die wir schon gezahlt haben, uns bezüglich' der Höhe nicht überraschen. Aber es wird auch noch ein K r e d i t g e s e tz in Aussicht gestellt, das die Ueberschrcitungen decken soll. Hat man denn etwa Schulden gemacht, ohne den Reichstag zu fragen? Hat man Ausgaben überschritten, ohne uns etwas zu sagen? Tie Frage ist von äußerster Wichtigkeit. Ich Bitte dringend um Auskunft. Mit Einschluß dieses Kreditgesehes, das sich doch sicher auf 40—50 Millionen belaufen wird, vielleicht noch auf mehr, kommen wir zu einer Summe von 180 Millionen, die wir bis zum 1. April 1908 für ein einziges Schutzgebiet aus- geneben haben. (Hört, hört!) Wofür denn diese horrenden Ausgaben? Es stehen ja doch nur noch 300 Hottentotten unter den Waffen. Ist denn die Ehre Deutschlands noch irgendwie engagiert? Der Reichskanzler sagte, der Hauptwiderstand sei gebrochen. Tann muß man aber doch die Konsequenz daraus ziehen und die Lchutz- ttuppen bedeutend vermindern. Ich habe nicht den Vorzug des Abg. Semler, selbst in den Kolonien gewesen zu fein. Es ist ja überhaupt zweifelhaft, ob das für uns einen so besonderen Nutzen hat. Fürst Bismarck sagte einmal, als man die Nachricht verbreitete, er wolle in die Kolonien gehen: Ganz gewiß gehe ich dahin, und zwar werde ich auf dem Kamel reiten, bas diesen Gedanken ausgeheckt hat. (Große Heiterkeit.) Jedenfalls kann man auch auf anderem Wege zu praktischen Schlüssen gelangen, unb da mochte ich zunächst dem Gedanken widersprechen, den deutschen Bevolce- rungsüberschuß in die Kolonien zu schicken. Wo ist denn dieser . Devölkerungsüberschuß? Glauben Sie etwa, baß die Industriearbeiter in bie Kolonien gehen werden? Tas glauben Sie wohl selbst nicht Dann also die Landarbeiter? Aber wie stimmt denn bas mit Ihren Klagen über bie Landflucht zusammen, über den Mangel der Landwirtschaft an heimischen Arbeitern? ""io, Sie Haben kein Recht, von einem Bevölkerungsüberschutz zu reden. Auch
Der Vorredner fragte, wie es m dem Krebitgeietz steht. Es handelt sich hier um Ausgaben, die g. stet sind, die uns aber tn ihrem Umfange noch nicht bekannt s \ T^n^>-5nsa
nommcn aus den bereiten Fonds der 9k erforderlichen Falls durch Begebung L i Schatzanleihen ergänzt werden. Daß wir die Höhe der Fordei -ngen noch nicht kennen, darf Sie nicht Wunder nehmen, denn es handelt sich um Jtnögaben für bie Niederwerfung eines Aufstandes in einem fremben Erbteil. Sobald die Ueberschreitungen bekannt sind, werden die Mittelvon Ihnen in verfassungsmäßiger Weise gefordert werden. Wir hegen bie begründete Vermutung, daß es sich um UeberStellungen handelt, die einen sehr erheblichen Betrag erreichen. (Hort, hort! links und im Zentrum.) Deshalb ist hier ausnahmsweife in Aussicht genommen, die Mittel zu beschaffen durch ein be,onbere§ Krebibgesetz. Sollten darüber noch wettere Auskünfte gefordert werden, so behalte ich mir vor, in der Kommission darauf zuruck- zukommen.
Kolonialdirektor Dernburg:
Einen Teil der zahlreichen Anfragen werde ich der Natttr der Sache nach erst in der Kommission beanttoorten können, da ich dazu ein .erhebliches Aktemnctterial nicht entvehren kann. Ich mochte hier aber meine Anerkemiuiig dafür auSiprechen, daß bei den gaiizrn Debatten über die gewiß sehr wichtigen Fragen alle penonlichen Elemeiite, insbesondere die Nennung der Namen von Beamten vermieden toorben sind. Das ist eine aunerordeiitl.ch dankenswerte Zöche, und ich sehe da, daß man mir persoiil,Ä und der Verwaltung Ls Vertrauen schenken will, daß alle diefenigen M'ttellungen, d.e mir gemacht worden sind, über einzelne Perfonen richtig und
vollständig untersucht iverden. Ich muß Herrn Erzberger auch dafür danken, daß er mein 1 Bule, mich durch Ucbcrtoeihuig des Materials zu unter» Le»' ohne weueccs nachgekommen ist »nd mir sein Material in fimtb neacbeu hat. Ich habe auch an andere Mitg teder des Hanse" we che sich auf Material stützten oder sich zu slnhen vor- gabei, das gleiche Ersuchen gerichtet. Jnfolgedesten ist man von d?r äußersten Linken mit der Behauptung hausieren ge- aangen, ich halte mich an Mitglieder deS Hauses gewandt, um sie davon abzuhalten, irgend welche Sachen vorzubrmgen.
das System,
(Sehr wahr), das System, welches sich nicht genügend darüber klar war, welche ' Mittel für eine Entwickelung von Kolonien aufgewendet werden müssen und toelche Vorbereitungen zu treffen sind; das System, welches ebemo die Gefahren, welche mit dem Kolomalbentz verknüpft sind, nicht voranssab. (Sehr wahr!) Dieser Mangel yn, System hat dazu geführt, daß die Kolonialabteilung des Auswärtigen umtes mit Personal, sachverständigem Personal nicht genügend au^geflattet war (Hört! Hört!), und die Konsegucnz davon ist die folgende. Wir baden verschiedene Expeditionen nach anderen Zandern ans- gesandt. Wir haben Schutztruppen in den verschtodenen Ge- bieten, sie mußten alle ausgerüstet und gekleidet unMer brouiautiert werden, und es mußte auch für die Geldverpflegung in der Kolonialabteilung gesorgt werden. Dazu war em Offizier da und der major Fischer, die machten ba* Mammen. DaS konnte natürlich ein einzelner nicht. Infolgedessen mu^ ° man sich an eine große Firma wenden, und der Vertrag Tippests kirch war fertig. Ebenso ist eS nut der Verschiffung.
war niemand in der Kolonialabteilung, der das erled^en konnte und der die Reisen, die notwendig toaren, selber machte, die einzelnen Vorkehrungen selber treffen konnte.
einen Vertrag mit der Woermami-Lmw — das war einfach mio erledigte die Sache. Das ist nicht etwa ein doier Wille, es ist nicht einmal eine Bequemlichkeit, fonöetn es ist das, was absolut eintreffen mußte, wenn man solch große Massen von technischen Aufgaben auf eine sehr fleringe Jn zabl von administrativen und jnrlftifch gebildeten LcMen g. Den Gedanken, es von vornherein festzustellen, was e'" ^^utz^ebwt pro Jahr bekommen soll, balle ich für ,ehr diskutabel. Natu" ch kann ich jetzt noch keine bestimmte Stellung dazu nehmen weil ich mich noch mit anderen Ressorts darüber unterhalwn mutz, aber m dieser Richtung wird sich die Sache wohl schließlich bewegen.
An den
Mängeln der Rechnungslegnng


