Nr. 274
Erscheint tdflltJ) au Bet SonntQQÄ.
Dem Greben er Anzeiger werden im Werbiel mit dem hessischen Landwirt die Suehcner Kamillen« blätter Diennal tn der Woche beiqcleqL
RolaiionSdrutt il Verlag bet Brüh t'lchen Umvers.-Buch-a. Sletn- bruderet. ÖL Lange. Rtbaftton, Srvebttixm und Tructeret:
Schul st ratze 7.
Redaktroi' 113
Verlag u.Exped.e-^Ll Adresse für Deoeschen: Anzeiger Wietzen.
Erstes Blatt
156. Jahrgang
Mittwoch 21. November 1806
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Beraniroortltdb *üt den ooltL und atlgem.
Amts- «nd Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Teil P. Wilrko »üx „Stadl und Land^ und t(Äend)tS|aar. (S tnfl peb. *üt den An- zelgemell: £>an6 Bei
Are heutige Kummer umfaßt 12 Seiten.
Are Kaiserliche Uot,chast vom 17. Hrov.mber.
Man schreibt unS:
Zu dem Tage, an welchem vor 25 Jahren Fürst Bismarck das erste großzügige sozialpolitische Programm deS jungen Reiches im deutschen Reichstag verkündete, hat der Kaiser eine Botschaft erlassen, welche in Dankbarkeit jenes Friedenswerkes gedenkt, zu dem damals der Grund gelegt wurde. 9hemanb wird bezweifeln wollen, daß dies Gefühl der dankbaren Anerkennung dessen, was wir m den vergangenen 25 Jahren auf dem Gebiet der sozialpolitischen Arbeiterfürsorge erreicht haben, wahlberechtigt ist. Während fast alle großen Industriestaaten noch in ziemlich stümperhafter Welse sich in den Anfängen einer Sozialpolitik bewegen, die deutschem Muster nachgebildet ist, haben wir m unserer Arbeitcrversicherung eine Institution, ivelche den Gedanken, daß der Hilfsbedürftige einen Rechtsanspruch auf gesetzlich geregelte Bezüge, wie es in dem Erlaß heißt, besitze, in weitem Maße zur Verwirklichung gebracht hat. lieber 4 Milliarden Mark sind in den verflossenen 25 Jahren aus den drei VersicherungSziveigen an Arbeiter und deren Angehörige zur Auszahlung gelangt, davon im letzten Jahre, über welches statistische Nachweise vorliegen, auS der Kranten- Versicherung 220 Millionen, aus der Unfallversicherung mehr als 180 Millionen, auS der Alters- und Invalidenversicherung mehr als 145 Dhüionen. Insofern wird man sich den Worten der Kaiserlichen Botschaft voll und ganz anschließen können. Ebensowenig aber wird man sich des Eindrucks er- wehren können, daß der weitere Inhalt des Erlasses in einem gewissen Widerspruch steht zu der Strömung, welche auf dem Gebiet der deutschen Sozialpolitik mehr und mehr zu Tage getreten ist und den Standpunkt vertritt, daß wir bisher wohl Brauchbares, aber noch teineswegs Vollkommenes geleistet haben.
Der Erlaß spricht von dem Vertrauen auf den endlichen Sieg gerechter Erkenntnis des Geleisteten und auf wachsendes Verständnis für die Grenzen des wirtschaftlich möglichen und erweckt dadurch den Gedanken, daß in maßgebenden Regie- rungskreisen das bisher erreichte als bis an die Grenzen des möglichen gehend angesehen würde — ein Eindruck, der auch durch die Betonung der Absicht, die Gesetzgebung auf dem Gebiet der sozialpolitischen Fürsorge nicht ruhen zu lassen, nicht verwischt wird. Es muß befremden, daß über diesen beabsichtigten Welterausbail unserer Sozialpolitik so gar nichts positives — sehr im Gegensatz zu früheren Botschaften — gesagt ivird, daß die sozialpolitischen Vorlagen, mit denen sich der Reichstag demnächst zu beschäftigen haben wird, daß die Reform der Arbeiterversicherung, ihre Erweiterung durch die Witwen- und Walsenversicherung, mit keinem Wort erwähnt werden. Es wäre zu beklagen, wenn dieser Eindruck, den der Erlaß heroorruft, wirtlich die Stimmung der maßgebenden Faktoren wiederjpiegeln sollte.
Der Erlaß spricht zum Schluß davon, wie wichtig die freiwillige Liebestätigkeit für die Lösung der sozial, politischen Aufgaben im Geiste jener ersten Novemberbotschaft wäre. Gewiß verdient diese Tätigkeit Anerkennung. ES darf jedoch nicht verkannt werden, was in dem Erlaß nicht zum Ausdruck kommt, daß ihr trotz allem nur eine subsidäre Bedeutung zukommt und zukommen darf, daß der Umfang dieser Tätigkeit niemals zum Maßstab werden darf für daS Tempo, in welchem sich der Gang der gesetzgeberischen Tätigkeit des Staates zu bewegen hat. Sollte diese Anschauung Platz greifen, so würden die Millioncnstiftungen Privater mehr schaden als nützen. Den Rechtsanspruch, den auch die neueste Botschaft anerkennt, schafft allein das Gesetz, und Stillstand auf diesem Gebiet bedeutet Rückschritt.
Gietzener Stadttheater.
Der Raub der Sabinerinueu.
Gastspiel von E. W. Büller.
Der gestrige Abend — ich bin so unbescheiden, das hier zu erwähnen — bot für mich eine Art Jubiläum. Es war nämlich das zehnte Mal, daß ich den in dec Theaterwelt wohlbekannten E. W. Büller als „Direktor Striese" sah. Büller ist Virtuose durch und durch, doch kein Gast auf der klassischen Bühne, er zieht den leichten Schwank, die leicht an uns vorüberflattecnde Posse vor, und daher io nun t es wohl, daß viele Büller schnell wieder vergessen. Gerade der wird so leicht vergessen, dem viele Schwänke unserer Lustspielfabriken es verdanken, baß man sie überhaupt noch kennt.
Der „Raub der Sabinerinnen", dieser Schwank der Gebrüder v. Schönthan, steigt und fällt mit dem Darsteller des „Striese". 21 Jahre hat sich dieser Schwank auf der deutschen Bühne gehalten. Wenn ich sonst eine Rolle zehn Mal von demselben Darsteller spielen sehe, so muß ich bei dem zehnten Mal am Schlüsse gewöhnlich geweckt werden. Gestern abend habe ich aber noch ebenso herzlich gelacht wie das erste Mal, als ich diesen „Striese" sah. Der Theaterdirektor Striese, dieser biedere Sachse, dargestellt von Herrn E. W. Büller, das ist eine Figur, die eigentlich ständig in unsere besten Witzblätter gehörte. Wie ill) mir einen Junkermann nicht ohne feinen „Aräjig", einen Bore§ nicht ohne seinen „Falstaff" denken kann, so
Bom neuen preußischen Landwirtschaftsminister.
lieber die Person und die Familie deS zur Nachfolge deS Herrn v. PodbielSki berufenen Riiterschaftsrats bei der Uckermärkischen RitterschaftSdirektion in Prenziau, Bernd von Arnim auf Criewen weiß einer unserer Berliner Mitarbeiter einiges zu erzählen. Die Herren von Arnim zählen zu den ältesten Geschlechtern der Mark Brandenburg und leiten ihren Ursprung vom Dorfe Arnim im Kreise Stendal in der Altmark her. Johann Georg von Arnim (meist ,Arn- heim' geschrieben) focht als kaiserlicher Feldmarschall im 80jähr. Kriege und befehligte die Sachsen in der Schlacht bei Breitenfeld. Dem preußischen Heere gaben die Arnim einen Generalfeldmarschall und zahlreiche Generale. Stach der neuesten Rangliste dienen gegemvärtig in der preußischen Armee 44 Herren bezw. Grasen von Arnim, darunter zwei Generale. Herr von Arnim-Criewen ist der vierte preußische Minister seines Namcnö; Adolf Heinrich Graf von Arnim-Boitzenburg war von 1842 bis 1845 Minister des Innern unter Friedrich Wilhelm IV. und Übernahm am 19. März 1848, am Tage nach dem Atisbruch der Revolution, die Bildtmg eines neuen Kabinetts, in das Alexander Heinrich Freiherr von Arnim- Suckow als Minister des Auswärtigen eintrat. Heinrich Friedrich Graf von Arnim-Heinnchsdorf erhielt ein Jahr Ipäter, 1849, das Portefeuille der auswärtigen Angelegenheiten, legte cS jedoch schon nach wenigen Wochen in die Hände des Königs zurück. Mit dem Grafest Harry Arnim, dem Gegner Bismarcks, verbindet den neuen Landwirtjchasts- minister enge Verwandtschaft — er ist dessen Schwiegersohn, als Gatte der Tochter Harry Arnims, der Freim Margarete von Slrnim. Von mütterlicher Seite her hat Herr von Arnim- Criewen Hohenzollernblut in seinen Adern. Sein Vater, Gustav von Armm auf Criewen und Denseu, der vor zwei Jahren 84jährig starb und, ein sehr unterrichteter Herr, eine schöne, seitdem versteigerte Bibliothek hmterließ, war mit dem Fräulein Klara von Prillwitz verheiratet, einer Tochter des Prinzen August von Preußen, autz dessen Verbindung mit einem Fäulein Marie Arndt, einer jungen Berliner Israelitin einfachen Standes. Prinz August von Preußen und Marie Arndt sind demnach in mütterlicher Linie die Großeltern des neu er nannten Mini sters.
Pfarrer Bernbeck
in Okarben sandte uns folgende „Erklärung":
Nach dem Gieß. Anz. Nr. 271 hat Herr Pfarrer K o r e l l in einem am 16. November in Bad-Nauheim gehaltenen Vortrage ertlärt, ich habe m Dresden behauptet, derartig schroffe Elemente, wie sie in der Sozialdemokratie auf- zuweisen seien, müßten aus der Kirche ausge- st o ß e n werden.
Demgegenüber konstatiere ich:
1. Ich habe in Dresden überhaupt nicht geredet.
2. Wenn ich bei den Verhandlungen des deutschen Piarrer- tags zu Dresden über den »Fall fiorcll" das Wort ergriffen haben würde, so würde ich nicht eine so unsinnige Behauptung ausgestellt haben, wie sie mir Herr Pfarrer Korell in den 'Diunb gelegt hat, sondern, wie stingst in der Hessischen Landessynode, den Standpiinkt vertreten haben, daß einem Pfarrer d i e soztaldemokra t i schen Glieder seiner G e in e i n d e s e l b st v e r st ä n d l i ch ebenso nahe st e h e n müssen, wie die übrigen, em Standpunkt, auf den sich übrigens alle Redner in Dresden gestellt haben.
9lun hat Pfarrer Korell wieder das Wort. *
Noch einmal Köhler-Langsdorf und die Fleischteoerung.
Ein Gießener Lehrer schreibt uns im wesentlichen folgendes:
Sehr geehrte Schriftleitung! In der Nr. 273 Ihres geschätzten Blattes (Seite 1, Spalte 1) machen Sie sich lustig über Herrn Abg. K ö h l e r-ll a n g S do rs, der in feinem .Elaborat" die erhöhte n Fleisch preise den Zwischenhändlern, großstädtischen Metzgern re. in die Schuhe schiebt. Ans derselben Seite (Spalte 3) eiitrültet sich Ihr L.-Korrespondent über die agrarische Regierung, die an der
ganzen Fleischteuerung zum größten Teil mit schuld fei. Aus der zweiten Sette (Spalte 3) bringen Sie die Nachricht, daß die hiesige n Ale tzger den Verkaufspreis für Schweine- s l e i f ch u n d W u r st um 10 P s g. herabgesetzt haben. Es muß also doch nut der Fleischteuerung, bezw. Fleijchnot nicht so schlimm sein. Tas ^Elaborat" des Herrn Kühler scheint doch einen Funken Wahrheit zu enthalten.
Wenn dieser Herr an seinem eigenen Portemonnaie die, trotz des Abschlages aussch ließlich des Preises von Schweinefleisch und Wurst, immer noch exorbitant hohen Fleischpreise noch nicht als außerordentlich drückend gespürt hat, dann muß eben dieses Portemonnaie recht groß sein. Andere Angehörige des Mittelstandes in den Städten und Städtchen des Landes empfinden sie als kaum erschwinglich. Immerhin begrüßen wir auch die geringste Verminderung der Preise auf 'ötahrungsrntttel, und loir haben uns recht gefreut, gestern von dem einen Preisabschläge Mitteilung machen zu rönnen. Daraus ist wohl ersichtlich, wie sehr es uns darum zu tun ist, daß die fast allgemeine Entrüstung des Voltes über die Hohe unserer Nahrungsmittel in uen rechten Grenzen bleibe und im Volte jeoer Preisrückgang beachtet uno gcwnooigt werde. Gewiß ist in dem, was Herr Abg. Köhler von seinem Stanopunkt als Fleischproduzent aussagt, „ein Funke (!) Wahrheit" enthalten; als Vollsv er- rreter aoer, der die Interessen b<r Gesamtheit, nicht allein eines Standes zu vertreten die Pflicht hat, verdient sein Antrag nrcyt ernst genommen oder nur mit stärksten Kaurteln u.|Ci)lageii zu werden.
Die rechts-natlonallib. ,£)ffenb. Ztg." bemerkt übrigens ironisch znm Köhler'ichen Anträge:
Daß in den so ernsten und wenig erfreulichen Zeitläuften Herr Köhler wieder einmal das Wort ergreift, tut ordentlich wohl.
Tas kathol. /Mainzer Journal" überschreibt den Antrag Köhlers spöttisch „Baldurs Klageruf'.
parlamentarische».
Berlin, 20. November.
Dem Reichstage ging eine von den Polen und den Freisinnigen unterzeichnete Interpellation von Dr. v. Jagdzewski und Genossen zu:
Tie preuß. Staaisregierung hat versucht, auf Grund der §§ 16g6 und 1638 des Bürgerl. Gesetzbuches durch Anrufung des Borniundjcha'lSger.chles aus durchaus unzureichenden Gründen den Etteln das ihnen durch § 1631 B. G.-B. zukommende Recht, ihre Kinder zu erziehen, sie zu beaufsichtigen und chren Au'enthalt zu bestimmen, zu entziehen, und hat bereits tn einzelnen Fällen gerichtliche Beschlüsse erzielt, wonach die Kinder wegm Befolgung von Anordnungen ihrer Eltern der elterlichen Erziehungsgeivall entzogen und der Fürsorgeerziehung überwiesen werden sollen. Wir richten an den Reichskanzler die Frage, was er zu tun gedenkt, um diesen Eingriffen preußischer Behörden in die Gewisse nsjp höre und in daS durch das Bürgerliche Gesetzbuch und sonstige Bestminiungen garantierte Recht der Eltern auf die geistige und sittliche Erziehung und Ausbildung ihrer Kinder, wie eS ihrer religiösen Ueberzeugnng und den Grundsätzen uni) Normen ihrer Kirche entspricht, wirksam entgegcnzutretcn.
Tic Zentrumsfraktion des Reichstages Hal beschlossen, die Unterstützung der Polen-Interpellation durch Veweigerung der Unterschrift abzulehnen.
ES ist mit Sicherheit oorauszusehen, daß die Regierung die Beantwortung der Polen-Interpellation ablehnen wird.
Der Börsensteuer-Gesetzentwurf geht demnächst dem Reichstage zu in der vom Bundesrate genehmigten Fassung. Die Vorlage wird im Reichstage vornehmlich der Handelsminister Delbrück vertreten.
Für Südwestafnka ist noch ein weiterer Nach- tragSetat angekündigt worden. Er soll die Summen für die Farmer-Entschädigungen enthalten.
Deutsches Reich.
Berlin, 20. Nov. Der König von Dänemark empfing heute vormittag den Reichskanzler Fürsten Bülow. Heute abend fand eine Galavorstellung im Opern hause statt. Ter Kaiser, in dänischer Admiralsuniform, führte die Königin
würde ich einen Büller ohne feinen „Striese" in das Reich der Unmöglichkeit zählen. Wenn ich ihn so wundervoll gleichprächtig, loenn ich ihn die Augen verdrehen sehe vor Entsetzen, wenn ich ihn feine Buttervewnre verzehren sehe, immer muß ich herzhaft lachen. „Dihzjus Dahzjus", du köstlicher „Sabinjerkönig", wie viele Lachtrüneu hast du schon entlockt, seit dich ein Büller verkörpert?
Dem Gaste gegenüber hatten natürlich die hiesigen Darsteller einen schweren Stand. Am besten ist es, wenn alle es machen wie Büller, wenn sie ihre Rolle möglichst Possenhast durchführen; denn einen andern Zweck, als unsere Lachmuskeln in Bewegung zu setzen, hat das Stück nicht. Das taten nur zwei. In erster Linie ist zu nennen Herr Lippert, der feinen Professor recht gut und einheitlich durchführte. Dabei hielt er sich von allzu großen Uebertreibungen fern. Dann ist noch zu loben die Paula von Frl. Schellenberg. Alle Rollen des Stückes außer dem Professor unb Striese sind ja nur dazu da, Verwicklungen zu schassen. Mehr Wert haben sie nicht. Im großen und ganzen befriedigende Leistungen boten Frau Bonv als Frau Professor, Herr Kober als Emil Groß und Frl. Schuster als Marianne. Aber warum drei ver- schredene Toiletten dieser Tarne in den ersten drei Akten, wahrend im vierten Alt dieselbe beibehalten wurde? Der Toilettenwechsel zuerst war gar nicht gerechtfertigt, Währeno zum Schluß doch schließlich eine Dame am Montag ein anderes Kiew trägt als am Sonntag. Herr Goll wußte mir seiner None scheinbar nicht viel anzufangen, roäärenb L>e^ Schloltau als Groß allzu jugendlich und
völlig unglaublich war. Gegenüber oec jorgiultigen Maske Büllers und auch Lipeprts hatten sich andere Herren damit gar keine Mühe gegeben. Ebenso kam gegenüber der einfach großartigen Mimik Büllers die der hiesigen Kräfte schlecht weg bis auf Frl. Hoffmann, die sich mit der undankbaren Rolle der Aiosa ganz gut abfand.
Die Regie verdient bei den hiesigen Verhältnissen Anerkennung. Nur mußte im zweiten Akt die Dekoration geändert werden. Hier spielt doch das Stück bei Neumeister. Sonst ging, von Kleinigkeiten abgesehen, ein flotter Zug durch die Aufführung.
Das leider, besonders auf den oesseren Plätzen, schwach besuchte Haus spendete reichen Beifall. Besonders der Knalleffekt, der Schluß des dritten Aktes, wirkte zündend. Büller verfehlte feine Wirkung nicht. Eine Lachsalve folgte der andern. Möge der heutige Abend dem Künstler ein volleres Haus bescheren, denn vor leeren Stühlen spielt sich's nicht gut O. R.
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— Der Fabrikbesitzer Karl Kempe sen. in Nürnberg begibt sich mit den Vollmachten der japanischen Botschaft in Berlin versehen, nach Japan, um dort Vorträge über die Fortschritte der graphischen Technik in Europa und Amerika zu halten.
Wien, 20. Nov. Der Schriftsteller Dr. Jakob Julius David ist heute nachmittag nach längerer Krankheit gestorben. lTr. Davw hat sich als feinsinniger Lyriker und Novellist bekannt gemacht. Er war am 6. Febr. 1859 iu Weißkirchen 'geboren. D. Red.)


