Ausgabe 
24.7.1906 Zweites Blatt
 
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Nr. 171 Zweites Matt

15G. Jahrgang

Dienstag 24. Juli 1906

Erscheint ÄHNch mit Ausnahme des Sonntags.

Dieiefitnet ^amilienblätter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der «hessisch« tai&whrt** erscheint monallich einmal.

X A X A A A A. A A A A A 9 A a a a Rotationsdruck und Verlag" der «rübl'schen

M 017 H B fvIF f I Elz izf fit izr Unwersitätsdruckerei. R. Lange. Tietz».

1 gLlL, ÖL I iL W JL ^CMöil Redaktion. Expedition u. Druckerei- Schulfti.».

V W Uf V V m wr » ~ Tel. Nr. Kl. relegr.-Adr.: Anzeiger Gieße«.

General-Anzeiger, Amtr- und Anzeigeblatt für den Arris Gießen.

die der sei.

Deutscher Reich.

B e r l i n, 23. Juli. Gegenüber den verschiedenen Stimmen, es als gewiß bezeichnen, daß eine Amnestie aus Anlaß Gebllrt des ersten kaiserlichen Enkels nicht gu erwarten versichert dieRh. Wests. Zig." bestimmt, der betreffende

Bulgarische Bombenattentate.

Konstantinopel, 22. Juli. In dem. bisher ziemlich »uhigen Sandschak Drama begann eine Tätigkeit der bul­garischen Banden. Am Donnerstag Nacht warfen drei Aulgaren im HotelCentral" in Drama eine Bombe, durch welche ein Grieche und eine Frau getötet wurden. Die Verbrecher wurden von Soldaten verfolgt. Zwei von iihnen wurden erschossen, dem dritten gelang es, zu ent­nommen. An demselben Tage fielen bulgarische Bauden in Zwei Dörfer bei Drama ein. Acht Griechen wurden getötet und ein Mohamedaner verwundet. In einem Dorfe wurde eine Bombe geworfen, wodurch das Wach­

Obcrhesfischer Bienenzüchterverein. (Original-Artikel des Gießener Anzeigers.)

§ Friedberg, 23. Juli.

Der OberhessischeBienenzüchterverein hält aus Anlaß seiner 4 6. Wanderversammlung hier eine Bienen- und Honigausstellung im Rats­keller. Die Ausstellung wurde gestern vormittag 11 Uhr von Lehrer Himmelreich, dem Vorsitzenden des hiesigen Vereins, eröffnet. Bürgermeister Stahl und Direktor Dr. v. Peter wohnten der Eröffnung bei. Die Ausstellung ist auf allen Gebieten der Imkerei reich beschickt, wir sehen Honig, Wachs und zahlreiche Maschinen, Geräte und Werk­zeuge. Besonderen Beifall fand eine Blumenweide, die sämtliche honigreichen Blumen enthielt, zusammengestellt von Dr. Hofmann. Die landwirtschaftliche Schule hatte mehrere kartographische Darstellungen ausgestellt, z. B. innere Organe der Biene, Brutstadien, äußere Ansichten der Bienen. Die Ausstellung erfreute sich gestern und heute eines sehr zahlreichen Besuches. Die Prämiierung fand heute vormittag statt. Es standen zahlreiche Geld- und Ehrenpreise zur Verfügung, auch Graf Oriola hatte einen Preis gestiftet. Für Völker erhielten Preise: Riedel, und Leichtnam - Asseirheim, Himmelreich, Kohlheyer, Jeckel, Maurer und Keck; für Honig: 1. Himmelreich-Friedberg, 2. Hillebrand-Nieder-Mörten, 3. Hauptlehrer Roth-Lich, 4. Baumeister-Friedberg, 5. Fourier-Friedberg, 6. Riedel- Assenheim, 7. Wörz-Tornassenheim, 8. Himmelreich-Nieder- Erlenbach, 9. Hofmann-Freienseen und 10. Röder-Dorheim. Für Geräte, Stöcke und Maschinen wurden durch Preise ausgezeichnet: Keck-Nidda 1. Preis, Schäfer-Friedberg, Per­ron-Vilbel, Knauff-Ziegenhain und Dr. Hofmann-Friedberg für die ausgestellte Bienenwcide. Um 10 Uhr begann im Saale zum Ratskeller die 4 6. H au p t o e r s am m l u n g des Oberh. Bienenzüchtervereins unter zahlreicher Beteiüg- ung der Imker. Der langjährige Präsident Pfarrer Ellen­berger hielt die Eröffnungsansprache, Stadtv. Falk hieß den Verein namens der Stadt willkommen, namens der landwirtschaftlichen Sck)ule sprach Direktor Dr. v. Peter. Nach dem Jahresbericht für 1905 war dieses Jahr recht erfolgreich. Die Mitgliederzahl stieb von 864 auf über 900. 1905 war ein sehr günstiges Honigjahr, 1906 dagegen ist ein recht geringes, namentlich mit dies für Rhernyeuen. Auch 1905 fand wieder ein Jmkerkursus statt, 16 Herren hatten sich dazu angemeldet doch erschienen nur 9 Es wurde allgemein gewünscht, daß die Kurse aus zcrka 14 Tage verlängert würden. Die Stellungnahme des Vereins zum deutsch-österreichischen Verband wurde verragt. 1905 kamen 100 000 Reklamezettel zur Verteilung. Die Rechnung sur 1905 zeigt eine Einnahme von 29o8,19 Mk., Ausgabe 2d2u,88 Mark Ueberschuß 637,24 Mr. Tie vorjährige ^anoerver- sammlung zu Hungen erzielte einen UebAcyuß. Der Vor­anschlag riir 190. wurde angenommen. Die 4/. Hauptver­sammlung &9Q7) Ett Lüdii,nge.n. Ml .Antr.qgs.pes

Die interparlamentarische Friedenskonferenz. ' Lvnd on, 23. Juli. *

Die inteüparlamentarische Friedenskonferenz, zu der 1 etwa 500 Abgeordnete erschienen, wurde heute eröffnet. Die j Abgesandten der Duma, die mit Beifallsrufen begrüßt 1 wurden, erklärten, daß ihr Mandat beendet sei und daß ' sie nach Petersburg zurückkehr ten. Am Vorstands- tische haben Platz genommen die Lords Crewe, Tweedmouth und Carrington, Kgiegsminister Haldane, sowie der amerik. I Präsidentschaftskandidat Bryan. Zum Vorsitzenden wurde Lord Weardale erwählt, der die Erschienenen, besonders die ( ^russischen Abgesandten, begrüßte und sagte, er hoffe zu- , verächtlich, daß der Tag erscheine, wo es keinen Krieg . mehr gebe, vor dessen Beginn nicht das Schiedsgericht ; angerufen wird.

Der englische Premierminister Campbell- Bannerman hieß als Chef des Ministeriums die Dele- 1 gierten willkommen. Er sei stolz darauf, daß er ihnen die Hand zum Willkomm bieten könne im Namen der Regierung und des Volkes, und im Namen derMutter aller Parlamente". Er erklärte, der König ermächttgte ihn, die Versammlung seiner Anteilnahme zu ver­sichern. Die englische Regierung sei sich der Aufgabe der Konferenz bewußt und schließe sich der Konferenz rück­haltlos an. Das Friedens werk sei erst in Angriff genommen und schon hätte das allgemeine Verlangen nach Frieden Gestalt gewonnen. Biel zu lange schon sei die Welt nichts als ein Kriegslager gewesen. Ganz besonders bewillkommne er die Abgesandten der russischen Duma. (Lauter, lang­anhaltender Beifall.) Er nehme auch die Gelegenheit wahr, des russischen Kaisers zu gedenken, der so viel zur Belebung des Friedensgedankens beigetragen habe, er könne wohl sagen, daß, wenn auch die Duma gerade aufgelöst worden sei, sie doch von neuem ins Leben treten werde.

Bannerman schloß mit dem Rufe: Die Duma ist tot, es lebe die Duma! Die Delegierten erhoben sich und brachen in langanhaltende stürmische Beifallsrufe aus.

Bannerman drückte die Hoffnung aus, daß der Gedanke der Schiedsgerichte schnell an Ausdehnung gewinnen werde; er erinnert an die Beilegung der Dogczerbank- Affäre. Die Worte des russischen Kaisers seien damals, als er die Haager Konferenz berief, ebenso zutreffend ge­wesen, wie jetzt. Er habe gesagt, Hunderte von Millionen, die für Zerstörungsmaschinen ausgegeben würden, seien eine schwere Last. Das treffe auch heute zu. Auf der einen Seite werde die Ansicht vertreten, daß Europa immer .-mehr dem Frieden geneigt sei, auf der anderen fahre man mit K r i e g s r ü st u n ge n fort. Ein derartiger Zustand tue der Würde der europäischen Staaten Abbruch, und sei für zivilisierte Menschen ernie­drigend. Niemand könne behaupten, daß der Erfolg dieser Rüstungen größere Sicherheit sei; eine Gewalttat löse die andere Gewalttat aus, eine Panik die andere. Das Volk sei für den Frieden; es werde eine Zeit kommen, in der sich die Demokratien klar darüber würden, daß sie die Opfer des Militarismus sind, der ihre '^Entwicklung aufhält. Redner fuhr fort: Ich sehe "öie Zeit kommen, wo die Abgesandten der verschiedenen Länder wieder im Haag versammelt sein werden. Ich ^wünsche Ihren Arbeiten den größten Erfolg. Sagen Sie, wenn Sie nach Hause kommen, Ihren Regierungen, was mir einmal gesagt wurde: Taten sprechen deutlicher als Worte! Bestehen Sie im Namen der Menschlichkeit auf der Herabsetzung des Kriegsbudgets.

Nach Bannerman sprach Graf Apponyi, und sagte, Bannermans Rede sei ein geschichtliches Ereignis, weil sie eine direkte Botschaft König Eduards enthalten habe, der nicht gewartet habe, bis die Konferenz ihm ihrM Ehrfurcht aussprach, sondern aus eigener Initiative beim Vorhaben der Konferenz seine vollste Sympathie und den Wunsch zu erkennen gegeben habe, sich an ihrem die ganze Welt berührenden Werke zu beteiligen. Weiter hob Apponyi rühmend hervor, daß der englische Premierminister die H e r a b m i n d er u n g der militärischen Lasten in Anregung gebracht habe. Sein Appell könne nicht fruchtlos Lleiben. Die Parlamente würden nicht umhin können, ihm AU folgen. Zum Schluß schlug Apponyi vor, an König- Eduard ein Telegramm zu senden, in welchem ihm Der tiefste Dank der Konferenz ausgesprochen wird, und dem englischen Parlament für seine Gastfreundschaft zu Lanken.

In der Nachmittagssitzung wurde mit 40 gegen 39 Stimmen eine Resolution angenommen, welche ver­langt, daß der Haager Konferenz bei ihrem Werke Ler Friedensstiftung dauerndere Tätigkeit ermöglicht wer­den möge und die Mächte sich über den Zusammentritt 2)er Konferenz einigen sollten.

Frhr. v. Renner-Oesterreich warf einen Rückblick auf Len Fortschritt des Schiedsgerichtsgedankens in Europa in Len letzten Jahren und sagte, der in dem Jahre 1904 ron Jtußland und Schweden und Norwegen abgeschlossene Schiedsvertrag sei das beste Muster für derartige Verträge.

Bryan brachte einen von den deutschen, Kongreßmit­gliedern unterstützten Antrag ein, der besagt: Wenn zwi­schen zwei Staaten ein Streitfall entsteht, der nach Lem zwischen ihnen bestehenden Schiedsvertrage einem Schiedsspruch nicht unterliegt, so solle, ehe zur Kriegs­erklärung geschritten werde, die Frage dem Haager Schiedsgericht oder einem anderen unparteiischen Schieds- ^e richt unterbreitet werden.

haus und vier Häuser in Brand gerieten und ein» geäschert wurden. In Drama herrscht Aufregung. Die Entsendung von Truppen erscheint notwendig. Im Be­zirke Karaseria entführte vorgestern eine griechische Bande neun Bulgaren.

General Kodama t.

Die japanische Armee hat einen schweren Verlust zu be­klagen. Ihr Generalstabschef General Kodama ist plötzlich gestorben. Vieomte Gentaro Kodama, der 1852 zu Tokuyama auf der Insel Schikoku geboren wurde, war ein Mann von europäischer Bildung, der in Deutschland, England, Frankreich und der Schweiz militärische Studien getrieben hatte. Mit welchem Erfolge, das zeigte er zunächst als Adlatus des japanischen Kriegsministers im Kriege mit China, vor allem aber durch die Ausarbeitung des Planes für den Krieg mit Rußland, den er als Stabschef des Marschalls Oyama mit» machte. Als Minister des Innern im Jahre 1903 und dann als Generalgouverneur von Formosa hat Kodama auch Proben eines hervorragenden Verwaltungstalentes abgelegt. Auf den Posten des Generalstabschess war er erst vor einigen Wochen als Nachfolger Oyamas berufen worden.

kaiserliche Erlaß werde nach der Rückkehr des Monarchen von seiner Nordlandfahrt erfolgen, wahrscheinlich am Tauf- tage des Prinzen. (Abwarten! D. Red.)

Wie dasB. T." erfährt, ist das gegen Götz und Schneider eingeleitete Verfahren auch auf die früheren Kolonial-Beamten Pöplau und Wistuba ausgedehnt worden. Bei Pöplau, Wistuba und Schwinn halben Haus- suchungen und Beschlagnahmungen, freilich nur höchst un­wichtiger Papiere stattgefunden. Pöplau und Wistuba sind auch die Beamten, über die die Briefsperre verhängt tvorben ist.

Rinteln, 23. Juli. Der Kandidat der Reformpartei, Rentner Helmr ich, fordert seine Wähler auf, in der Stich­wahl für den deutsch-sozialen Bürgermeister Herzog ein­zutreten. _____________________________________

Wasser fun de in Sird-vestasrika.

Wie dieHamb. Nachr." melden, teilte der zurzeit in Südwestafrika sich aufh, ltende Landrat v. Uslar einem Freunde brieflich aus Omaruru mit, daß am 21. Juni zwei Quellen in Karibik» erbohrt worden seien. Seine Angaben über die Tiefe der Quellen und die Richtung der Strömung hätten genau gestimmt. Die Quellen lieferten stündlich 2,3 Kubik­meter klares schönes Wasser und auch bei beständigem Pumpen lasse der Zufluß nicht nach. Der erste Brunnen habe den Namen Kaiserbrunnen erhalten. Bis zum 26. Juni habe Uslar 53 Quellen erbohrt.

Zweigvereins Friedberg wird beschlossen, baß in Zukunft die Prämiierung vor Eröffnung der Ausstellung stattfinden soll. Lehrer Buß-Leihgestern hielt einen Vortrag über: Spekulative Fütterung der Bienen". Sie ist von großem Nutzen, wenn sie nicht zu früh angewandt wird, sie reizt die Völker zu erhöhter Tätigkeit, Lücken und Pausen in der Arbeit werden vermieden. Tas beste Mittel ist Honig, doch können auch Zucker, Milch und Mehl als Ersatzmittel dienen. Der Redakteur derBiene" referierte dann über:Die Räuberei der Bienen" und behandelte in sachlicher Weise die drei Fragen: 1. Wie entsteht sie? 2. Wie erkennt man sie? 3. Wie wird sie am besten be­kämpft? Man sorge für Reinlichkeit und die nötigen Räume, versteUc die Stöcke oder bringe sic ganz fort. An die Haupt­versammlung schloß sich ein gemeinsames Mittagessen. Später besichtigten zahlreiche Mitglieder die Stadt und die landwirtschaftliche Anstalt.

Aus SiaOt uns Luno.

Gießen, den 24. Juli.

* Urlaub. Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Brei- dert ist heute auf vier Wochen in Urlaub gereist.

* Lehrerpersonalien. Ernannt wurde der Lehrer an der höheren Bürgerschule zu Pfungstadt Ludwig Keller zum Lehrer an der höheren Mädchenschule zu Mainz unter Belassung in dec Kategorie der Volksschullehrer. Liebertragen wurde dem Lehrer Ludwig Allendörfer zu Stumpertenrod eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Helpershain; dem Lehrer Hch. Kammer zu Gambach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ostheim; dem Lehrer David Rothrock zu Amöneburg (Gemeinde Kastel) eine Lehrerstelle an der evang. Schule zu Kastel.

* Jugendfest. Wie uns aus Schulkreisen mitgeteilt wird, ist es unbedingt notwendig, daß Eltern schwächlicher Kinder oder solcher, die im ersten oder zweiten Schuljahre stehen, sich in der Nähe des Zuges und der Spielplätze auf­halten, um sich ihrer Kinder nötigenfalls annehmen zu können. Kinder, die sich auf dem Festplatz verirrt hab«, bittet man zur Musikbühne (Komiteeplatz) zu bringen. In einem Zimmer der Leibschen Wirtschaft wird eine Sanitätswache eingerichtet, damit, wenn nötig, sofort Hilfe zur Hand sein kann.

Klein-Linden, 22. Juli. Gestern beteiligten sich einigeFahrer des hies. Nadfahrer-VereinSKlein-Linden 1904 an dem von dem Radfahrer-Verein Garben­teich veranstalteten Wettrennen. Es war die 89 Kilo­meter betragende Strecke Garbenteich©rüningen und zurück gewählt, die durchschnittlich in 14 Minuten gefahren wurde. Die sämtlichen ausgesetzten fünf Preise fielen den Klein- Lindenern Fahrern zu.

X Alten-Buseck, 23. Juli. AnÜ22. d. MtS. feierte der Kriegerverein Alten-Buseck sein 34jähriges Stiftungsfest. Zu dieser Feier waren der Ortsvorstand, die hiesigen drei Gesangvereine und der Turnverein eingeladen. Nach 2 Uhr, nachdem die betreffenden Vereine abgeholt waren, bewegte sich der sehr stattliche Zug durch die Orts- straßen nach dem recht schön zwischen Obstgärten versteckten Festplatz. Nachdem der 2. Vorsitzende Lehrer Hübner die Fesigäste begrüßt und für Ihr Erscheinen im Namen des Vereins gedankt, erhielt Kreisamtmann Dr. Merck das Wort, um, als Vertreter der Regierung, nach einer patriotischen Ansprache dem Verein die ihm Sr. M. dem deutschen Kaiser verliehene Fahnenschleife zu überreichen. Seine Ansprache schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Kaiser. Die Glückwünsche des Kriegeroereinsbezirks Gießen überbrachte Vorstandsmitglied Volkmann aus Heuchelheim, der das Hoch auf S. K. H. dem Großherzog, den Protektor des Hassiaverbandes, ausbrachte. Mit Gesang, Konzert und Tanz verlief die Feier in schönster Weise und die fröhliche Stimmung vermochte auch der nach 6 Uhr eintretende Regen nicht zu stören.

-p- Beuern, 19. Juli. Der GesangvereinLieder­kranz" feierte am Sonntag, vom schönsten Wetter begünstigt, sein 2. Stiftungsfest verbunden mit Fahnenweihe. Zu dieser Feier hatten sich 17 auswärtige, sowie der hiesige Kriegerverein und Gesangverein Polyhymnia eingefunden. Ganz besonders war aber Großen-Buseck zahlreich vertreten. Nicht nur seine vier Gesangvereine trugen mit ihrer eigenen Musikkapelle zur Verschönerung unseres Festes bei, sondern auch seine sonstige Einwohnerschaft war zahlreich vertreten, woraus man das gute Einvernehmen beider Ortschaften er­sehen konnte. Nachdem sich sämtliche Vereine auf dem schön gelegenen Festplatz eingefunden hatten, sand der Festzug durch unser noch selten so schön geschmücktes Dorf statt. Als dieser auf dem Festplatz angekommen war, begrüßte Präsident Kumpf bie zahlreichen Festgäste und brachte ein Hoch auf sie aus. Hieran schloß sich die Uebergabe und Weihe der neuen Fahne durch die hiesigen Jungfraiien. Nach der von Herrn Sommerlad gehaltenen Festrede folgte der Gesang der Vereine. Alle ließen es sich sehr angelegen sein, dein deutschen Liede seine Würde 511 geben und es immer eifrig zu pflegen. Hierauf folgte Tanz und Volksbelustigung. Die hiesigen sowie die fremden Festgäste blieben bis zur frühen Morgenstunde zusammen. Bemerkt sei noch, daß die neue Fahne von Hisgen in Lich hergestellt wurde und allgemeine Zufriedenheit heroomef.

ö. Nauheim, 23. Juli. Hierher kommt aus New- Pork die Meldung, daß der hiesige Architekt Hänsler, der mit der Gattin des Hoteliers Meyer durchbrannte, auf Veranlassung des deutschen Generalkonsulats dort ver­haftet worden ist.

Bad Nauheim, 31. Juli. Das neue große Bade­haus Nr. 8 Süd ist eröffnet worden. Dec Bau ist eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges. Prächtig ausge^attet jmd auch die hohen geräumigen Badezellen, die den neuesten pral-