Ausgabe 
22.9.1906 Drittes Blatt
 
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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eiehen

hierzu die

Mehrausgabe an Pensionen

sprungweise sich steigernden

ausgaben ver-

Tübingen

gehalten haben,

im Begriffe zu verschwinden oder

verzeihlicher Leichtfertigkeit und Lässigkeit

BäckemK.

Staatseinnahmen solch mächtigen.

hundert", erschienene

waren 3/ versichert

in erfreulichem Wachsen begriffen, aber mit

70 Pfg., gefrorenes Ochsenfleisch aus

chrift. Warum gibt es einstweilen dort noch

211 sichern, zngelegt,

bewährt sich nun- jly mehr Beiter»

Haarwasser

Vaatl aeprü\t u. bezut- achtet.

len Großen st-tS zu haben bei boni8_EngeLj*L Rum Backen von

läßt sich diese hohe Zahl erklären, da die Versicherungsprämie so gering ist, das; sie jedermann leicht erschwingen kann. Bei der Victoria kann man die Prämie für Versicherungen von mindestens öjähriger Taner sogar in Wochen-Ratcn entrichten. Die Victoria bietet zudem für Mobiliarversicherungen bis zu 'Mark 20 000 oder, m Verbindung mit Gcjchäftsvorräten, bis zu Mark 30 000 noch ganz besondere Vergünstigungen. Alle Gegenstände sind auch außer­halb der Wohnung innerhalb Europas ohne Extraprämie versichert; der Fortbestand und der Preis der Versicherung ist von einem Wechsel der Wohnung und des Wohnortes innerhalb Deutschlands gänzlich unabhängig und der sonst übliche mit Umständen und Kosten verknüpfte Polizeit-Nachtrag fällt fort; die Gesellschaft ver­pflichtet sich, mindestens alle zwei Jahre bei den Versicherten die Nachversicherung von Neuanschaffungen anzuregen und vergütet bei einem Schaden iür Neuzugänge eventuell bis äu 20°/o über die nach der letzten Erinnerung insgesamt versicherte Summe hinaus. Die Bedingungen der Victoria kommen überhaupt den Bedürfnissen und Wünschen des Publikums in jeber nur irgendwie zulässigen Weise entgegen. Vertreter der Gesellschaft giebt cs an jedem Platz.

mögen sie nicht gleichen Schritt zu halten, ganz abgesehen von Rückschlägen, die eintreten uno im Gefolge von wirtschaftlichen Krisen auf die Steueriraft des Landes sowie den Ertrag der Staatseisenbal/nen lähmend einwirtcn können. Wir fürchten, dast der Landeslehrerverein mit dieser Eingabe über das Ziel gc- sckwssen und sich nicht vor Äugen gehalten hat, daß das Beste der Feind des Guten sei.

Wünschen ans Besserstellung der alten pensionierten Lehrer, sowie dcr Witwen und Waisen wäre bv° Erfüllung jedenfalls fixerer gewesen. ____________________________________

geldern, dann ist der erforderliche Äufwand auf rund IV3 Mil­lionen zu b'eziffern. Das Besoldungsgesetz von 1898 hat 600 000 Mark geleitet, das in Aussicht gestellte Wohnungsgeld für sämtliche Staatsbeamten beläuft sich auf 800 000 Mark. Woher auch noch weitere 1',» Millionen ständiger Ausgaben genommen, werden sollen, bleibt wahrscheinlich Geheimnis der Gesuchsteller, sowie aller sonstigen Leute, die den Anforderungen einer gesun- den Finanzpolitik Verständnis entgegenbringen. Wohl sind die

Warum gibt es in den Vereinigten Staaten feinen Sozialismus? betitelt ©0 mb art, der bekannte a. 0. Professor der Volks­wirtschaft an der Breslauer Universität und demnüchstige Berliner Haudclshochschullebrer, der .Verfasser einer geist­vollen Schrift überDie Volkswirtschaft im 19. Iahr-

seine neueste, bei I. C. V. Mo

1. Qualität 50 Pfg., Lenden 1 Mk., englisches Ochsenfleisch 92 Pfg. bis 1 Mk., Lenden 1,50 Mk.

keinen Sozialismus? hätte er nach seinen eigenen Aus­führungen am Schluß der Schrift vielleicht genauer fragen können. Dennalle Momente, die bis heute die Entwick­lung des Sozialismus in den Vereinigten Staaten auf»

Aufbesserung so ergibt dies 1200 000 Mark

Laudwrrtschast.

Saatenstand Preußens Mitte September. (2 be­deutet gut, 3 mittel). Kartoffel 2,8 (Vormonat 2,7), Klee 2,5 (2,5), Luzerne 2,4 (2,3), Nieselwiesen 2,3 (2,2), andere Wiesen 2,7 (2,7); die entsprechenden Zahlen des Vorjahres waren 2,5; 2,2; 2,3; 2,2 und 2,4._________________

politische Tagesschan.

Fleifchteucrung und Viehzucht.

Die Auffassung über die vorstehende Frage geht nach dcr öfter offiziös benutzten MünchenerAllg. Zig." an den zuständigen Stellen dahin:

Wie im vorigen Jahre, erfüllen jetzt Klagen über die Fleisch- not und (Zleischvertcuerung die Glätter. Es braucht kaum hinzu- gesügt zu werden, daß auch dieselben Abhilfemittel empfohlen werden wie früher, und daß hierbei die Oeffming der Grenzen für unbeschränkte Vieh- und Fleischeinfuhr aus dem Auslande in erster Reihe steht. Es ist zur Genüge fcftgcfteUt worden, daß feine der verbündeten Regierungen des Deutschen Reiches die Verautivortung für die Folgen einer folchen Freigabe übernehmen kann und will. Gewissenhafte Prüfung des Für und Wider hat bisher immer noch ßu der Entscheidung geführt, daß damit auf die Dauer ein viel größerer Schaden angeridjtet würde, als jetzt durch die Teuerung entsteht. Der Schutz gegen die verheerenden Wirkungen der Vieh­seuchen ist das Ergebnis einer laugen, mühsamen Arbeit; es würde in Frage gestellt werben, wenn die strenge lleberwachung der Vieh­einfuhr, die ohne Beschränkungen dieser Einfuhr nicht möglich ist, aushören soll. Cb diese schwere Schädigung der heimischen Vieh­zucht dilrch bloße Steigerung der Vieh- und Fleischeiwuhr aus dem Auslande aiifgemogen werden könnte, ist doch mindestens sehr zweifelhaft,^ zumal sich jetzt aus den Reihen der Fleischer selbst der Ruf nach Schutz gegen Eipfühning minderwertiger Ware aus dem Ausland durch stärkere Kontrolle und besondere Maßregeln erhebt. Zweifellos müssen erst wieder stärkere Antriebe vorhanden sein, um der heimischen Viehzucht Blut zu neuen Anstrengungen zu machen, dem erhöhten Bedarf gerecht zu werden. Gegemvärtig liegen nach den zuverlässigsten Angaben die Verhältnisse im Durch­schnitt immer noch so, daß die Produktion von brauchbarem Schlachtvieh eher zurückgeht als iin Steigen begriffen ist, während ber Fleischbedarf der Bevölkerung sehr schnell zunimmt. Daher sind die Aussichten auf den Rückgang der Preise vorläufig immer >wch gering, ober das kann fein ausreichender Grund fein, um den Schutz der heimischen Viehzucht zu vernachlässigen."

Nach einer Zusammenstellung derMünch. Neuest. Nachr." sind zurzeit die Fleischpreise in Petersburg folgende: Gewöhnliches Sudfleisch 16 Kopeken (eine Kopeke ist etwa zwei Pfennig), erstklassiges Sudfleisch 19 Kopeken, Ochsen­fleisch feinster Qualität 28 Kopeken, Filet ohne Beiwage (also ohne Knochen und Fett) 40 Kopeken, Kalbfleisch 30 bis 35 Kopeken, Schweinefleisch 25 bis 28 Kopeken, Haimnelflisch 25 Kopeken. In England kostet heute Schweinefleisch 90 Pfg., erstklassiger Pork-Schinken 2,60 Mk., Kalbsschlegel 1,40 Mk., bei ganzen Schlegeln 1 Mk., englisches Schaf­fleisch (Mütton) 90 Pfg., gefrorene New-Zealand-Hamniel 6065 Pfg., Lammfleisch 1 Mk. (Schlegel), übrige Teile

der Entwicklung ober beim Lernen zurückbleibenbe Kinder, sowie blut- arurc, sich mattsühlende und nervöse überarbeitete, leicht erreg­bare, frühzeitig erschöpfte Erwachsene gebrauchen als Kräftigungs­mittel mit großem Erfolg Dr. Hommel'ö Haematogen.

Ter Appetit erwacht, die geistigen und körperlichen Kräfte werden rasch gehoben, das Gesamt-Nervensystem gestärkt.

Man verlange jedoch ausdrücklich bas echteDr. Hommel's" Haematogen und lasse sich feine ber vielen Nachahmungen auf- reben.

Form von Auszahlungen mannigfachstcr Art in bas Publikum zurückgeleitet werden. Im Gegensatz zu den Reichs- oder Post­beamten bezieht der hessische Kassenbeamte, rcincrlciManko- gelber. Ällc Fehlbeträge in der Kasse, mögen sie vielleicht noch.so entschuldbar fein, müssen von ihm ersetzt werden mit Heller und Pfennig. Bei einzelnen besonders schwierigen Stellen erreichen diese Rezesse im Jahre bei aller Aufmerksamkeit des Beamten eine stattliche Höhe, um welchen Betrag er sein Ein­kommen gekürzt sieht. Nicht minder verantwortungsreich ist der Dienst des Zollbeamten, der sich, soll er seiner Aufgabe ge­wachsen sein, eine genaue Kenntnis des ca. 1000 Positionen um­fassenden Zolltarifs anzueignen, allen Neuerungen auf dem Ge­biet der Reichssteuergefetzgebung zu folgen hat, außerdem mit vielen rein technischen Fragen vertraut sein muß, nm eine zu- tressende, das staatliche Interesse sichernde Warentarifierung vor­nehmen zu können. Last not least die Beamten der inneren Ver­waltung, die denjenigen im äußeren Dienst gegenüber als Revi­sionsbeamten zu fungieren haben. Alles in allem genommen ruht auf den hessischen mittleren Finanzbeumten, namentlich auch seit der im Jahre 1900 eingetretenen Organisationsänderung, die das frühere, mit akademischen Beamten besetzt gclvcsene Jnstttut der Rentämter ausschaltete und dessen Obliegenheiten auf die 0erblichenen Lolälstcllen verteilte, eine Verantwortung, gegeir welche diejenige dcr Lehrer im einzelnen sich nicht-unesten kann. Gegenseitige Behauptungen beruhen entweder auf einer vollstän­digen Verkennung der Sachlage ober aus einem oberflächlichen Urteil.

Schließlich bars, wenn auch in losem Zusammenhang, die Hauptfrage berührt werden, ber finanzielle Effekt bet Eingabe. Wir können nicht glauben, bah man sich auch nur annähernb bitrüber Klarheit verschafft habe, mit welch enormer Fvrberung seitens eines einzigen Berufsstandes hiermit an die Finanzen unseres Kleinstaates Verengetreten wird. Stellt man 3000 Lehrer in Neck-nnug und für jeden durchschnlltlich 400 Mark

Trieb GeWz

? 8kl«P «ratl

ScminariMH gekikdete Mehrer und miftfere Amanzöcamien.

Man schreibt uns:

Die Eingabe des Hessischen Landeslehrervereins urt ander- mcitige Regelung der Gehaltsverhältnisse der Volksschullehrer iU in Nr. 216 b. Bl. abgedruckt uub es bars deshalb ihr In­halt als bekannt vorausgesetzt werden. Angestrebt wird darin deren Gleichstellung mit den mittleren Finanzbeamten unter Be­rufung auf gleiche Vorbildung und-Verantwortung. Es er­scheint zunächst auffällig, warum gerade diese Beamienkalegorie zum Vergleich herangezogen wird, da doch beispielsweise die Amts- gerichtsa'lt'.'.are, Kreisamtsbureauvorsteher, Kreisgeometer pp. in denselben Gehaltsverhälttnssen flehen. In Ansehung ber Vor­bildung wäre die Berufung auf letztgenannte Beamtenklassen deshalb vielleicht ratsamer gewesen, weil von denselben früher Überhaupt keine. Vorbildung verlangt worden ist, bei einigen sogar bis auf den heutigen Tag nicht verlangt wirb. Da bie Finanzbeamten nun einmal allein in Erwähnung gezogen sinb, so sei es einem Angehörigen berselben gestattet, mit einigen Ausführuuacn hervorzutreten.

Es ist unzutreffend, daß die Finanzbeamten durchweg 4000 Mark Höchstgehalt beziehen. 60 Hauptsteueramtsassistenten sind mit 3100 Matk, 30 Revisions- und Steuerkontrolleure bei 3400 Mark am vorläufigen Endziele angelangt. Das Äuftückcn in die 20 I)öbereit Stellen ber Hauptstcueramtskontrolleure unb -Ren­danten ist abhängig von nachgcwiesener Befähigung sowie nament­lich von dem Eintritt von Vakanzen durch Todesfälle und Ruhe- standsversetzungeu. Bleiben solche Vakanzen aus, so hat der Beamte selbst bei genügender Qualifikation bei feiner Gehalts- grenzc bessere Zeiten abzuwarten. Tatsächlich haben jetzt schon mehrere Zollbeamte seit Jahren den Beharrungszustand in den erwähnten Gehaltsklassen erreicht. Mehrfache Versuche, diesen dem Geist des BeioldungSgesetzes zuwider laufenden Zustand zu be­seitigen, hatten Eeinen Erfolg.

Allein selbst den Höchstsatz von 4000 Mark als Norm ange­nommen, ist ein Unterschied zwischen den beiderseitigen Dienst- eintommen nach ihrem gegenwärtigen Stand fast gar nicht vor­handen. Da die Finanzbeamten meistens in der Stadt, die hier in Betracht kommenden Lehrer ausschließlich auf dem Land wohnen, so ist der allgemeine Unterschied zwischen Stadt und Land zum Vergleich heranzuziehen. Wenn der Finanzbeamte den Miet­aufwand von ca. 600700 Mark seinem Einkommen ab-, der Lehrer dagegen seine Nebeueiitnahme aus dem Organtstendieust, ber Fortbildungsschule, Leittutg von Gesangvereinen, Führung von DarlehnSkassen, Erteilung von Privatunterricht usw. seinem Einkommen zufügt, so ist keine nennenswerte Kluft mehr erkenn­bar, die zu überbrücken bleibt. Es sind uns mehrere Einkommens- verhaltuifse von Lehrern bekannt, welche den Wunsch nach einem Tausche sehr nahe legen. Man wird uns entgegenhalteu: Die Nebenverdienste müssenO-ufjer der Schulzeit, unter besonderem Aufwand von Zeit beschafft werden. Gewiß! Aber man könnte keine freie Zeit verwenden, wenn sie nicht verfügbar wäre. Die Annehmlichkeit von zehnwöchigen Ferien, Hitz- und eisfreien Nach­mittagen, Schulfeiern, dienstfreien Kouferenztagen usw. bleiben den Finanzbeamten versagt. Durch sie wird cs den Lehrercn möglich, lief) immer wieder so viel körperliche Erholung zu gönnen, daß mit frischen Kräften an dieErfullung neuer Arbeit herangetreten werden kann. Der Lehr erst and genießt den gewaltigen Vor­teil, daß dem geistigen Kapital, das er sich in seiner Ausbildungszeit zugeeignet hat, die geldwerbende Kraft während der ganzen Dienstzeit, oftmals bis in den Pensionsstand hinein, erhalten bleibt. Kein anderer Berufsstand kommt ihm hierin gleich.

In der Eingabe wird auf die angeblich mindestens gleiche Vor­bildung der Lehrer gegenüücr den Finanzbeamten hingewiescn. lieber die Richtigkeit dieser Behauptung Erörterung zu pflegen, ist nicht gerade leicht und soll hier nicht einmal versucht werden. Wir wissen nicht, welcher Maßstab angewandt werden kann, um den Grad der Vorbildung zweier, ihrem inneren Wesen nach so grundverschiedenen Veamtenklassen gegen einander abzuwägcn. Sollten aber die zur Ausbildung aufgebrachten pekuniären Opfer einander gegenübcrgestellt werden dürfen, so muß der Vergleich unbedingt zu Gunsten der Finanzbeamten ausfallen. Der Hin­weis auf das Schulexamen hat keine besondere Beweiskraft, denn seit länger als 30 Jayren haben diese in ihrer überwiegenden Mehr­zahl das Einjährig-Freiwilligenzeugnis mit ins Fach gebracht. Dieses zu erwerben stand ihnen weder Befreiung von Schulgeld noch billige Seminarinternate zur Verfügung, auch genossen sie keine Unterstützungen, wie solche in den Lehrerbildungsanstalten alljähriich an bedürftige Präperauben und Seminaristen Aus Staatsmitteln verteilt werden. Ebensowenig dürsten sich die Fi­nanzbeamten ber von ben Lehrern jahrzehntelang gehabten Ver­günstigung bes auf wenige Wochen abgekürzten Militärdienstes erfreuen. Wir vermögen dieses Kapitel nicht zu verlassen, ohne unserer Ansicht über gleiche Vorbildung überhaupt zum Ausdruck zu bringen. Das Besoldungsgesetz von 1898 ist auf den Grund­satz aufgebaut:Gleiche Vorbildung, gleiche Gehälter". So sehr man sich bemühte, diesem Grundsatz auf der einen Seite Geltung zu verschaffen, so leicht ist es gefallen, ihn an vielen Stellen sofort wieder zu durchbrechen. Wäre cs unter allen Um­ständen aufrecht zu erhalten, so dürste der für das Wohl und Wehe eines ganzen Staatswesens verantwortliche.Minister nicht mehr Gehalt beziehen wie ein anderer Beamter, der sich von jedem Vorwärtsstreben fernhält und nicht mehr leistet als er unbedingt muß, andererseits wäre aber auch für den mit Semi- narbildung ausgestatteten Kreisschulinspektor kein Platz in ber. Befoldungsordnung dcr akademisch gebildeten Beamten.

Nein, mit der Vorbildung allein ist es nicht getan, ihr hat sich zuzugefellen die Weiterbildung jedes einzelnen an sich selbst, es muß -a.bgewartet werden, weiches Maß von Tatkraft unb Umsicht ber Beamte ben sich, tagtäglich erneuernben Schwie­rigkeiten seines Amts cntgegenzustellcn hat. Unb diese Erwägung geleitet uns hinüber zu einem anderen wichtigen Punkt der Ein­gabe, nämlich dem ber Verantwortung, welche nach Lln- sicht ber Herren Antragsteller für beide Beamtenklassen ebenfalls bie gleiche sein soll. Bei aller selbstverständlichen Würdigung unseres hochachtbaren Lehrer st andes und seiner für unser gesamtes Volksleben so w i cht i g e n E r z i e hu n g s a u f- gäbe darf diese Behauptung in vorliegender Allgemeinheit nicht unwidersprochen bleiben. Von 60 im Kasfendienst angestellten Finanzbeamten sind ca. 50 Millionen Mark Staats­einnahmen zu erheben und abzulicsern, welche sich aus einer ungeheuren Anzahl von meist kleinen Posten zusammen­setzen. Der größte Teil dieser Einnahmen muß wieder in der

in ihr Gegenteil verkehrt zu werden, sodaß infolgedessen der Sozialismus in der Union im nächsten Menschenalter aller Voraussicht nach zur vollsten Blüte gelangen wird." Wenn Sombarts »ft verkündete Theorie zu Recht bestehen sohl, wonach der Sozialismus aus deut Kapitalismus folgt,wie die Trän' auf den herben Zwiebel", dann darf eine grandiose sozialistische Reaktion auf die sattsam geschilderten kapitalistischen Bacchanalien in der neuen Welt nicht mehr lange auf sich warten lassen. Einst­weilen bemüht sich Sombart, darzutun, ans welch beson­deren Gründen des Wurmes Würger solange säumt. Als Quintessenz seiner Ausführungen wird man wohl die Worte bezeichnen dürfenSeine (d. h.^des amerilanischen Arbeiters) sozial bessere soziale Situation ist gleichsam die Resultante seiner politischen Stellung und seiner ökonomischen Lage: einer radikal demokratischen Verfassung und einer wohl- häbigcn Lebenshaltung, beides inmitten einer geschichtslosen Kolonialbevölkerung." Die Beweisführung im einzelnen lese man bei Sombart selbst nach, denn auch die sinngetreueste Inhaltsangabe einer Sombartschen Schrift verh-ält sich zu dieser selbst: etwa wie ein abgebildetes Skelett zu einer Nubensschen Frauenfigur. Seme lebensvolle Ausdrucks­weife, mit einem koketten Simplizissimus-Einfchlag naiver Ungezogenheit, hat Sombart ja längst zum getefenften Nabionalökonomen von Fach gemacht. Tie würdigen Lehrer, aus deren Schule er stammt, betrachten ihn mit einer Mischung von Stolz und Besorgnis, wie Faust und Helena ihren Sprößling Euphvrion: *

Bändige! bändige Eltern zu Liebe, Ueberlebendige, heftige Triebe!

Leben ist freilich alles an Sombart und seine Toten reiten verdammt schnell. Ein kleines Beispiel dafür zu­gleich als Kennzeichnung der Darstellungsweise:Und wer einmal durch die Verkaufsmagazine von Tissany in New­port geschlendert ist, der wird immer etwas wie Armeleut- aeruch selbst in den glänzendsten Luxusgeschäften der europäischen Großstädte verspüren." Dazu gehört u. E. freilich eine bewunderungswerte Verfeinerung des Ge­ruchsinns. _______________________________________

Mfißßp Würze a

QlmU vl mit dem Kreuzstern,

denn sie ist altbewährt unb einzig in ihrer Art; sie über- W trifft alle zum gleichen Zwecke angepriesencn Produkte. J

Sehr ausgiebig: Man verwende stets den Würze>

Jtau?fran«H tauft nur

Man lasse ZWAftGI8 Würze nur in MLIGGIS Originalstäschchen nachsüllen.

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Erjeirbahn-Zeitrrng.'

D i e Betriebseinnah in en der preußisch- hessischen E i s e n b a h n g e m e i n f ch a s t beliefen sich im M 0 n a t Augu st auf 162 604 000 Mk., das sind mehr gegen den August des Vorjahres 11 260 000 All., oder auf ein Kilometer 4699 Mk. (4- 244 Mk.). Davon entfallen auf den Personen- und Eepäckverkehr 49 890 000 Alk. (+ 1 666 000 Mk.), auf den Güter­verkehr 103 212 000 Mk. (+ 78 680 000 Mk.). J'l der Zeit vom Bcqinn des Betricbsjahrcs bis Ende August betrugen die Ein­nahmen 776 870 000 Alk. (+ 68 841000 Alk.), ober auf ein Kilo­meter 22 528 Alk. (+ 1613 Mk.). Davon kommen auf den Perfonen- unb Gepäckvellehr 248186 000 Mk. (+ 18 034000 All.), auf den Güterverkehr 485 359 000 Mk. (4- 46 971 000 Mk.).

Feuerversicherung. Niemand bestreitet bie unbedingte Not­wendigkeit der Feuerversicherung. Aber trotzdem giebt es nach immer wiederkehrenden Erfahrungen, fo unglaublich es klingt, eine große Menge von Haushalten, die nicht gegen die Feuersgefahr versichert sind. Nach der .Statist. Korr." wurde in Preußen während des Jahres 1903 durch Schadenbrände ein Verlust an Mobilien im Werte von 43,25 Millionen Mark verursacht. Davon

Drittes Blatt 156. Jahrgang Samstag 22. September 1906

Erscheint täglich mi, Ausnahme des Sonntag-. aaa . 9 Ratati-n-druck und D-rt-g der Brühl', chen

TieGießener Famltirnblätter" werden dem k DHH KT AUA /W UPpT Unin-rsitätsdruck-r-i. R. Lang-, Meßen.

'^'.''^n-IwSchm.tich beigelegd Der WJ, H U AH g fe H =L | H | tL W Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.7.

heMcherandwir." -rsch-mt manatlrch einmal. Tel. Nr. bl. T-legr.-Adr.: Anzeiger Gießen.

laglich frischen [6164 Glich, iit gebrauchte unb neue «hrräder ** paraturroerfft. H, Kitzler, Liolltorsiraße 68.

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Junnins, München,