Ausgabe 
20.2.1906 Zweites Blatt
 
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Westprcußcn erzählte einmal, es würde nie besser werden, solange nicht die BestieGrüner Tisch" gebunden fei. Selbstverständlich werde die Negierung stets üou dem Be­streben geleitet sein, alle Wünsche zu erfüllen, aber er habe doch die Neberzeugung gewonnen, daß die Theorie fron der Bestie amgrünen Tisch" etwas Richtiges habe. Er habe ja nicht im geringsten den Wunsch, völlig unent­behrlich zu werden (Heiterkeit), aber zugleich mit den an­deren Ehrengästen vomgrünen Tisch"" habe er die Auf­fassung, die könnten Schlachten schlagen, aber könnten sie am allerwenigsten schlagen in großen wirtschaftlichen Kämpfen, die rm Innern und dem Auslände gegenüber auszufechten seien. Es sei vorhin das Handelsprovi- s ort um mit Amerika erwähnt worden. Er möchte doch fragen: Lag es an der Regierrmg, wenn sie nichts habe ausrichten können? Weil unsere einheimischen Markte euren erheblichen Teil der amerikanischen Produkte nicht ent­behren können? Solange die Baumwolle nur in Amerika wachse, solange ein großer Teil des Kupfers in Amerika produziert werde, werde unsere, wenn auch augen­blicklich blühende Industrie auf den amerikanischen Markt angewiesen sein. Sorgen Sie dafür, daß Baumwolle in unseren Kolonien wächst, sorgen Sie dafür, daß wir Kupfer in unseren Kolonien finden? (Große Heiterkeit.) Soweit meine Kenntnis reicht, sind die Kupfersunde in Süd- w e st a f r i ka keineswegs aussichtslos. Die Regierung kann Ihnen Eisenbahnen bauen, aber die Courage, ein paar Millionen da hineinzustecken, müssen Sie haben. Ich vermag nicht einzusehen, warum wir nicht in der Lage sein sollen, einen gewissen Einfluß auf die Preisbildung der Baum­wolle und daS wirtschaftliche Gebühren zu haben. Der fier schloß unter lebhaftem Beifall mit einem Hoch oen Mut und die Tatkraft des deutschen Kaufmanns.

vermischtes.

* EineFeucrSbrunst zerstörte in der Nacht zum 19. einen Teil der fgt belgischen nationalen Wa ff enfabrik tn Herstal. Ein Gebäude von 150 m Länge und 100 m Breite, in dem sich die Stahlhärtungs-Werkstätten sowie die Reinigungsanstalt sür Patronen und die Ctäblmagazine befanden, sind ein Raub der Flammen geworden. Der Schaden wird aus über 150 000 Francs veranschlagt, 300 Arbeiter sind brotlos.

* Im Landwirtschafts-Ministerium. (Moment­aufnahme^Exzellenz, es ist ein Herr da, ein gewisser Behring, der Sic sprechen möchte."Behring, Behring? Den Namen muß ich sclwn mal gelesen haben! Richtig, ist nicht die Behring- ftraße nach ihm benannt? (Schlägt im Berliner Adreßbuch nachF Gibt's ja jar nichi Was will er?"Er möchte wegen der Tuberkulose-Bekämpfung beim Rindvieh. . ."Soll er sich an daS Rindvieh tuenden/"Aber er meinte, er wäre an der richtigen Stelle."Unsinn. Tuberkulose bei Rindern ist eine dänische Krankl^cit, die beim Betreten deS Reichsgebiets ent­steht und durch Grenzsperre bekämpft wird. Das ist unser Schnttmittel, sagen Sie das dem Mann."

*JhrMann isttot undbegraben!" Eine uner­hörte Nachlässigkeit hat sich ein Beamter deS städtischen Siechen- und Irrenhauses in Dresden zu Schulden kommen lassen. Em Insasse war gestorben, man benachrichtigte aber dessen ft-rau nicht davon und diese erhielt erst Kenntnis, daß ihr Mann tot und bereits begraben sei, als sie ein paar Wochen nach seinem Ableben ins Siechenhaus kam. Der Beamte hatte allerdings die Adresse der ft-rau, die umgezogen war, nicht gewußt, aber er hätte sie leicht ermitteln können. In der lehten Stadtverordnetensihung kam die Sache zur Sprache.

^KleineTaqeschronll In Berlin fand man in einem Eisenbahnwagen auf dem Anhalter Bahnhof die L e i ch e eines Gast­wirtes au5 Leipzig, der sich 'DlUte Januar auf der Fahrt das Leben genommen bat. Der Mann hing seit dieser Zeit, also fünf Wochen lang, mit einem Strick an dein im Abortraum angebrachten Kleider­haken. Ans LiebeLaram hat sich in der Rehe die 18jährige Tochter bc5 Fleischermeisters Iasirow aus Czariiikau ('Boten) er» tränkt. Der galizische Arbeiter Snmda in Grossa (Sachsen) ermorbete seine Geliebte Heuski, weil das Verhältnis mit ihr Folgen hatte; er wurde verhaltet. Im Hotel Dronot in Paris wurden Bilder au5 dem Nachlaß des ermordeten Königs Alexander von Serbien v e r st e i g e r t. Die Sanunlnng, die gegen 800 durchweg moderne Gemälde und Zcichnnnoen aller französischen Richtungen unifaßte, brachte nur 28 400 FreS. Beim E l i l a u s e n v e r u n g l ü ck t e bie Tochter deS Gastwirts vom Torfhause bei einer Absahrt vom Brocken. Im rasenden

BulowS Rede.

AnS Anlaß feiner Vollversammlung veranstaltete der Handelstag ein Festmahl, an dem eine Anzahl Ehrengäste teilnahmen, unter ihnen Fürst Bülow, StaatSfekr. Frhr. v. Stengel, Handelsminister Dr. Delbrück, der hanseatische Gesandte Dr. Klnegmann, Unterstaatssekretäre Dr. Wermuth und Richter und der Präsident deS Statistischen Amtes Pros. Dr. van den Borgh. Den ersten Trinkspruch brachte Prä­sident Kämpf auf Kaiser und Reich an?. Gleich darau' erhob sich der Rei'chskanzler Fürst Bülow zu folgender Rede:

In der Absicht, Ihrer Einladung Folge zu seiften, wurde ich bestärkt, als ich unter den Bemerkungen Ihrer Tagesordnung den Snttourf der Erklärung laS, der Hatwelstag erkenne die Not­wendigkeit an, durch Einführung neuer Stenern endlich Ordming in nnferm Haushalt zn schassen, und spreche sich für die Ausbringung fron Mitteln aus, um die im Interesse aller VvMkräfte erforderliche Stärkung der Wehrkraft des Reiches zur See zu ermöglichen. .Aus dieser Erklärung wie aus dem Gange Ihrer heutigen Debatte habe ich wieder mit Genugtuung entnommen, daß wir trotz dieser oder jener Divergenz in anbercu Punkten in den ftir die Zukunft der Nation dringendsten Fragen st^^osätzlich auf demselben Bvdcn stehen. Ich begrüße, daß Sie, die Vertreter unseres Handels und unserer Industrie, sich ohne parleidokttinäre Bedenklichkeiten zn dem bekennen, was vor allem Not tut, wenn, wie dies Ilw Ofeneralsekretär heute früh mit Neckt anrrfaimt hat, die biÄxerige, im großen und ganzen so günstige materielle Eittwicklnng Deutschlands nicht m ihren Grundbedingungen unterbunden werden soll. Ich will die Hoftnung ausdrücken, daß bei der frarlamentarisck>en Bchcmd^ lung Dtefer fundamentalen Fragen die großen national-politi­schen Gesichtspunkte, die eine Mehrbcfteuerung unumgänglich machen, nrrgends außer Acht gelassen werden, wo man die ftoxtbauer einer friedlichen Entwicklung n a ch Außen wie tm Innern wünscht. (Bravo!: Meine Herren, wir haben oft gelesen und vielleicht auch schon selber gesagt oder gedacht: Der Bülow Italic nur Sinn nn d Verständnis für a grarische Gesichtspunkte und Fordern ngen. /Heiterkeit.) Wenn ich so cinfeitig märe, wie dieser Vorwurf, dann stände ich wohl jetzt nickst in Ihrer Mitte. (Bravos Ein deutsckwr Reichskanzler ohne Verständnis sür die Bedeutung von Handel und Industrie ist ein Unding. (Lebhafter Beifall.« Ich bin schon, als ich die über «Ile Erwartung vielgestaltige Entwickelung des deutschen Lebens seit der Reickisgründung noch front Auslande l)or beobachtete, rrt kleinen und großen Fragen darauf hingewiesen worden, welches Aktifrum eine leistungsfähige Industrie und ein blühender Handel für die ikrterncttnmale Geltung ihrer Länder in die Wagschale werfen. (Bravo?) Und welcher Deut|\ sollte nicht Freude darüber empfinden, daß HanS der Träumer m-eltwirtsdxfttlich Mach ge­worden ist und seinen Mann stelst im Wettbewerb mit anderen älteren HandelSvölkeni. Wer fühlt nicht, ich möchte sagen, den nationalen Herzschlag stärker, wenn er im Rheinland und West­falen sich den Hochburgen unterer Eisenindustrie nähert, wenn ihm in den Berliner Elektrizitätswerken die Fortsckwitte unserer Technik fror Augen treten, wenn er im Hamburger .Hafen, in dessen Nähe ich ausgewachsen bin, hie Niasenbcrnttfter sieht, die den deutschen Handel über alle Meere tragen. (Lebhafte Zu­stimmung.) Ich will das glänzende Bild, so berechtigt der patriotische Stolz auf unserem wirtschaftlichen Aufschwung ist, nicht weiter ausmalen. Möglicherlveisc luerbcn wir ohnehin morgm lesen, ich sei nun auch dem Merkantilismus nud dem Industria­lismus ins Garn gegangen. (Heiterkeit.) Es ist nun einmal fa int guten deutschen Lande, daß mehr oder weniger alle Er-

n-rr»« an die deutsch« Industrie und den deutschen M mah tona>.fprüd>en M in Den inciftcn

eätalÄ Hts°s°dt eri»6c>. fuf, bie A^^denmacn an Erzeug, sien des Luxus, die mit solider Ge- bSurfiÄigfcit auch Feü,' it'dcs Geschmacks verbinden sollen, und von ^edarfsgerätschafteii, melche praktisch, dauerhaft und durch die Preisbemessung den U'.itesten VolkSircisen zugänglich fern müssen. Gerade in diesen beiden Beziehungen hat umcrc In­dustrie erstaunliche Fortschritte gcuiadrt. Unsere Maschmen mtd unsere Eltemie haben den Weltmarkt erobert. Die Industrie K umsomehr Recht, Meranf stolz zu sem. als uns ntchtmo reichem Maße Rohmaterialieir zur Verfügung stehen, dte die Natur verschwenderisch anderen Ländern uerliehcn hat Was uns an Reichtum deS Bodens und an Gunst des Mimas fehlt, wird die deutsche Schaffenskraft ersetzen unbjm Leiche dieses Schatzes können wir jedem Wettbewerbe die Spitze bieten und mutig in die Zukunft blicken. f,...s.

Alsdann erstattete Dr. So et beer den Geschäftsbe­richt. Nunmehr wurde in die Beratung über die Ordnung des NeichShauSbaltS eingetreten. Hierzu liegt eine Er­klärung vor, welche die Einführung von neuen Steuern als notwendig anerkennt, insbesondere die Erbschaftssteuer, weitere Ausbildung der Verbrauchssteuern auf entbehrliche Genußmittel Bier/ Tabak, Ta bakfabrikate einschließlich Zigaretten, ferner die Steuer auf Kra ftfa hrz eugc. Gegen die Steuer auf Personenfahrkarten soll kein Ein» spruch erhoben werden. Die Erklärung spricht sich gegen die Steuern auf Frachturkunden und Quittungen aus. Als Mittel zur Deckung des ReichsbedarfS empfiehlt die Erklärung die Branntweinsteuer.

Nachdem Generalsekretär Soetbeer zu den Reichs stem- pelabgaben und der Erbschaftssteuer Stellung ge­nommen hat, wurden die vom Redner behandelten Sätze der Ausschußerklänmg angenonnnen. Hierauf wurde ein von 25 Handelskammern unterzeichneter Antrag verlesen, an Stelle deS Absatzes 3 der AuSfchußerklärung, der von Steuer und Zoll auf Bier und Tabak handelt, als Absatz 5 an­zufügen :

Die Vorlagen der verbüirdeten Regsiwungcn über die höhere Besteuerung des Bieres und Tabaks einschließlich der Zigaretten imfc importierten Tabaksfabrikate bedeuten eine schwere Be­lastung einzelner ErwerbSzweige, die für deren Ent­wicklung sebr unheilvoll werden kann. Der Haudclstag kann zu diesen Vorlagen keine z u ft i m m e n b e Haltung an­nehmen: er überläßt bie nähere Begutachtung berfelben den- jenigen Handelskammern, in deren Bezirken die betr. Erwcrbs- zweige ansässig sind." , £

Ungefähr dieselben Handelskammern befürworteten einen Antrag zur Tabaksteuerfrage, worin cS heißt:

Der deutsche Handelstag spricht die Erwartung aus, daß der Reichstag dein fron scin-m Steuerkommission bereits ein­stimmig ab g e l e hn t e n (^fetzeutwurf betreffend die Aender- ung des Tabaküeuergesel'es seine verfassungsmäßige. Zustimmung versagen wird. Betreffend die frorgeschlageue Zigarettensteuer inuß der Handesstag die Zustinimung ven'agen, weil dieselbe die Zigarctteiiindliftric zu sehr belasten würde; einem Ausgleich der fteuerlidwn Ungleichheit zwischen Zigarette und Zigarre, welche durch steuerfreie Verwendung des Zigarettens-apiers gegeben ist, würde der Handelstag zu stimmen."

Zur Biersteuer erklärte Geh. Kommerzienrat Michel- Mainz, die Notwendigkeit zwinge dazu, daöBier heranzuziehen, während Neichardt-Magdeburg entschieden dagegen eintrat.

Neich-.Hamburg befürwortete dann eine lange die Brau- fteuer betreffende Nesolutton gemeinsam mit anderen Herren. In der namentlichen Abstimmung wird der Antrag Reichard mit 175 gegen 131 Stimmen angenommen. Die Besprechung über die Tabak- und Zigarrettensteuer wird ver­schoben.

1 werbsstände liebevoll die Regierung itmbrängcn, wie mWerthers Leiden"" die Kinder die brvtschneidcvde Lotte. (Große Heiterkeit.) !lnb eine ordentliche Regierung muß auch dafür sorgen, daß jeder nicht nur sein Brot, sondern auch Butter aufs Brot be­kommt. Ich verleugne aber auch nicht, was ich im Kreise von Landwirten öfters ausgeführt habe. Ich scheue mich nicht, mich vor dieser Versammlung zu wiederholen: Ich betrachte allerdings die deutsche Landwirtschaft alS das Sorgenkind des deutschen Reichskanzlers. Ich bin überzeugt, daß ihr Gedeihen auch den anderen großen Zweigen unseres Wirt- schastslebens Vorteil bringt, nicht zuletzt dem Handel. Ein neues Aufblühen unserer Bodenkultur wird auch dem Handel neue Triebkräfte geben und wenn es ihm ver­gönnt sein sollte, wie ich das aiiftichtig hoffe, in Zukunft noch glücklicher als bisher in die Ferne zu schweifen, so nwge der die Schwester nicht vergessen, die treu auf der heimatlichen Scholle arbeitet und deren Arbeit wirtschaftlich und sozialpolitisch bie Grundlage eines dauerhaften Anfschwunges und bleibender Blüte bildet, das Fundament oes deutschen Hauses. Ihr eigener Ruhmestitel wird dadurch nicht geschmälert. (Lebhafte Zustimm­ung.) Niemand kann überleiten, wie viel zähe Ausdauer int Konkurrenzkemrpfe, wieviel Wagemut und Selbstvertrauen nötig war und ist, um für den deutschen Handel die Stellung. zn dringen und zu behaupten, die er zum Stolz des deutschen Namens jetzt in der Welt einnimmt, und es ist keine leere Schmei­chelei, wenn ich Inet vor Ihnen und von Jlmen, den Pionieren unseres Handels sage: Den g r ö ßer e n Te i l I hr e s W er t e s haben Sic sich selbst geschaffen. (Bravo!) Ihre besten Gewinnchancen lagen in Ihrer eigenen Tüchtigkeit. (Lebhaftes Bravo!) Einer meiner erprobtesten Mitarbeiter, der heute Ihre Versammlung begrüßte, hat kürzlich den vortrefflichen Eigenschaften des deutschen A r b e i t e r st a n d e s ein nnuniwnndenes Zeugnis ausgestellt, das ich Wort für Wort unter­schreibe. Ich werde bei Ihnen keinem Widerspruch begegnen, wenn ich anerkenne, welcher Schatz an gesunden Kräften, an Intelligenz und Fleiß im werktätigen Volk Tag für Tag lebendig ist. (Bravo.) Ich füge aber hinzu, und diefe Ergänzung mache ich auch im Sinne des Grafen Posadowski), daß sich die in den Massen schlummernden Fähigkeiten nicht so ftuchtbar entwickeln könnten ohne die Verdienste der deutschen Arbeitgeber. (Zustimmung.) Wenn ans un­serem Einsatz im Welthandel die geistige Energie, der weite und freie Blick des beutfdnnt Unternehmertums gestrichen würbe, müßten sich für Millionen von Arbeitern bie Lebensbcbmgnngeu verschlechtern. (Sein richtig.'' Dann könnten wir auch nickst Untrer die wirtschaftliche und politische Stellung anfrechterhalten, die wir jetz4 in der Wett einnehmen. (Lebhafte Zustimmung^ Ans vollem Herzen rufe ich: Der deutsche Handel und der deutsche Hande Mag, sie leben Hoch!

Nach dein Reichskanzler trank der Präsident der Han- delskammer Mainz Geh. Komm.-Rat Michel auf die Ehren­gäste und besonders auf den Handelsminister Tr. Delbrück, auf dessen Wirken der deutsche Handel große Hoffnungen setzte.

Dr. Delbrück dankte für die schmeichelhaften Erwar- hntgen, die auf ihn gesetzt seien. Freilich Misse er, daß die Kritik beim Diner erheblich freundlicher sei als eine Kritik an anderer Stelle. (Heiterkeit.) Einer seiner Freunde in

Hinuntersaufen stieb die junge Dame, die als vorzügliche Schnee- fehuhläuferin bekannt ist, gegen einen lief herabbängenden trocfenen Fichienzweig. Am linken Ange schwer verletzt, brach sofort zufamrnen. Man yiußte sie nach Harzburg in das Krankenhaus bringen. _______

Arbeiterbewegung.

Leipzig, 19. Febr. In der heutigen Kommifsionssitzung des Verbandes von Arbeitgebern der sächsiseben Textilindustrie mürben nach sorgfältiger Prüfung ber Verhältnisse die Arbeits- e i n st c l l u n g e ii eines Teiles ber Tlrbeiier ber Leipziger Baum­wollspinnereien als vertragswidrig und ungerechtfertigt erklärt und den genannten Etablissements der Schutz des Arbeit­geberverbandes zngebilligl.

D i e L o y n b e w e g u n g im Hamburger Hafen zielst immer weitere Kreise. Den bisher Slreikenden gesellten sich 5000 Sehauerlcute zu, die höhere Lohnforderungen stellen

Umt?crfitäte4tacbrid>tett.

Der Privaidozeut der Philologie an der Universität Halle- Wittenberg Tr. Bertold R! a u r e n b r c d) c r hat einen Ruf als Redakteur des Thesaurus Lingua Latin ae in Ri ü n ch c n erhalten und angenommen. Allerdings wird er dadurch auf läugere Zeit feiner Lehrtätigkeit entzogen werden.

handel und Verkehr, Volkswirtschaft.

** Konkurse in Hessen. Ucbec bnS Vermögen des Schlossers Ludwig Schultheiß in Offenbach a. M. wurde am 15. Febr. nachm. 4 Uhr das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Dr. Bangel zu Offenbach a. M. wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis znm 20. März bei dein Amtsgericht Offenbach anzu- mclbcn. lieber den Nachlaß des Johann Jakob Happel II.r Landwirt zu Köngernheim, wurde am 15. Febr. nachm. 5 Uhr daS Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Dr. Winkler in Oppenheim wurde zum Konkursverwalter ernannt Konkursforderungen sind b>8 zum 1. Mai 1906 bei den» Amtsgericht Oppenheim anzumelden.

Märkte.

Gießen, 20.Febr. Marktbericht. Auf heutigem Wocbenmarkte kosteten: Butter pr. Pfd. 1.001.05 Mk., Hühnereier 1 St. 78 Pfg^ 2 Stck. 0000 Psg., Gänsecier 0000 Psg., Enteneier 00 Pfg., Käse pr. Stck. 68 Pf., Käsematte 2Stck. 56 Pfg. Erbfen pr.Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Psg., Tauben pr. Paar 0,80-1,00 Mk., Hühner pr.St. 1,001,60 Mk., Hähne vr. Stück 0,801,80 Mk., Enten pr. Stück 1,802,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 0000 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfd. 7482 Psg., Kuh - und Riudfleisd) pr. Psiind 7072 Pfg., Schweine­fleisch pr. Psuud 8690 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 94 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 7080 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 6076 Psg. Welsche per Pfund. Kartoffeln pr. 100 Kg. 5,506,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,008,00 All., Milch per Liter 20 Psg., Aepiel per Pfund 18 bis 30 Psg., in Körben 00 Pfg., Nüsse 100 Stück 3040 Psg., Birnen per Psd. Mk. 0.150.20, Weißkraut per Stück 1030 Pfg., per Zentner Mk. 0.000.00.» Marktzeit 82 Uhr.

Die Marktpreise für Vieh und Frucht «ud die Gießener Fleisch-- und Brotpreise am 19 Februar 1906.

Gericht-saal.

Höchste Schlachtviehpreise in ftranffutt a. M.

Fletschpreife in Gießey

Ochsen

Kälber Schweine

50 Kg. Schlachtgewicht 7476 Mk.

'/, Kg. Schlachtgew. 89 93 Pf.

V, , 82-00 ,

Kg. 71-80 Vtg.

7, , 70-80 ,

7, - 76 80 ,

Getteidepreife tn Mannheim

Drotprerfe tn Gießen

Wetzen 100 Ng. 19.00 - 00.00 Alk. Roggen 100 Kg. 17.3500.00 Mk.

Weißbrot 2 Kg. 54 Pig.

Schwarzbrot 2 Kg. 50 Pfg.

Bromberg, 19. Febr. Die Strafkammer verurteilte den Realgymnasial-O berlehrerKuwcrt wegen Zweikampfes mit tätlichen Waffen zu drei Monaten F e st u n g. Sein Gegner, Oberleutnant Lehmann ist schon früher vom Kriegsgericht zu der gleickwn Strafe verurteilt worden.

Vricfkastcn oev Lle-aktion.

(Auoutsme Anfragen bleiben unberücksichtigt).

F. M. Altersrente erhält ohne Rücksicht auf daS Vorhandensein von Eriverbsfähigkeit derjenige Versicherte, welcher das 70. Lebens­jahr vollendet hat. Die Altersrente beginnt mit demjenigen Tage nach vollendetem 70. Lebensjahre, an dem die Wartezeit erfüllt ist, und bauert bis zum Tobe. Wir empfehlen bie 35 Pfg.-Broschüre von Ernst Finke ,Was muß jeber Versicherte von ber Arbeiter­versicherung wissen(Verlag von Franz Vahlen in Berlin W., Mohreustr. 13 14).

Der Liebling der Aerzte!

jur raschen Hebung ber gesunkenen Körperkrast als Krankenkost usw. ist heute Aioson. So schreiben:

Dr. med. Schaper, Esenz, Ostfriesland, 10. September 1905: Biofon wurde mit gutem Erfolg angewandt bet: 1. Anaemie, 2. Rekonvaleszenz nach Lungen-Abszeß. Es wurde gern genommen und gut vertragen. Bei Behandlung von Chlorose hat es auch insofern den Vorzug vor Eisentinkturen, daß eS keinen Alkohol enthält."

Dr. med. Huber, Heidelberg, 1. September 1905:

Bioion wurde in einem Falle von Rekonvaleszenz und in einem solchen von Kräsieverfall bei Diabetes angewendet, bei beiden Fallen mit s e h r gutem Erfolge. Der Appetit hob sich rasch, besonders im 2. Fall. Gewichtszunahme in beiden Fällen. Habe uuolgedeffen Bioson stets empfohlen nnd verwendet."

vr. wcd. Luxen H ofer, Todtuau i. Baden, 1. September 1905: Bioson wurde in einem Falle Rekonvaleszenz nach Diphterie und einmal nach Kicferhohlcueiterung (vorher viel Schwindel, nachher keinen mehr) beide Mal mit sichtbarem und raschem Erfolge angewendet. Das Präparat wurde immer gerne genommen und e-3 ist sicherlich nur dringend zu empfehlen"'.

-o'okon ist erhältlich in Apotheken. Drogerien re. das halbe 5ttl0'Paket zu drei Akark, mit Bouillonextraet oder mit Eaeao, critcrcß jur euppenbereitimg, letzteres als Morgengetränk. Man verlange vom Biosonwerk Bensheim die Broschüre'mit den Berichten "o/r dle von den Professoren, Aerzten und in Krankenhäusern re. erzielten Erfolge. b6.

Programme frei.

Ftischans! Tie Luft gcht frisch und rein ®und es ist eine Wohltat, daß man endlich wieder einen kleinen Spaziergang riskieren kann. Aber vorfehen muh man fich aud): Nicht zu leicht auziehen und eine Schachtel ttays achte SodenerMmeral-Pastillen in die Tasche' Die W M. n2?.nJm ^ben und vermeidet damit Reizi.ngcn der ^chlcimhante ..ud der Luftwege; mau kommt fröhlich heim nd lacht über bie anderen, bie ohne Vorsichtsmaßnahmen 5 re" nel;e.i und Erkaltungen mit nach Hause bringen, nm «- r; Sodener Muieral Paslillcn sind zum Preise M .per schachtel in allen Apotheken, Trogen- und l'-'necalwaffcrhandlimgen erhältlich. hvV

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Technikum Bingen teohnlk, """vertÜZden rrjr~ii .Lüiwmjjw «m , ,, _ Chauffeursohule.