Ausgabe 
19.5.1906 Viertes Blatt
 
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Samstag 1». Mar 1906

156. Jahrgang

Viertes Blatt

Nr. 117

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen

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Eicheln! tlgll* mit Ausnahme des Sonntags.

DieSiehener ZamiNrnbiätter" werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Rotationsdruck und Derlaa 6er »rübl'sc-« Unwersitätsdruckerer. 9t Lange, (Ätefeen.

Redaktion, Expedition u.Dmderei: Scdulftr.7.

Tel. Nr. 61. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen.

Gießen, 19. Mai. Marktbericht. Ans heutigem Wocbenmarkte kosteten: Butter vr. Pid. 1.151.20 Mk., Hühnereier 1 St. 67 Big.. 2 Stck. 0000 Pfg., Gänseeier 0000 Pfg., Enteneier 7 Psg., Käse vr. Stck. 68 Pf.,' Kasematte 2Stck. 56 Pfg. Erbsen p.Pkund 22Psq., Linsen p. Pfund 32Pfg., Taubenpr.PaarO,80-1,00 Mk., Hühner pr.St. 1,001,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Mk., Enten pr. Stück 1.802,20 Mk., Gänse vr. Psd. 0000 Pfg., Ochscnfleisch pr. Pfd. 7684 Pfg., Kub-und Rindfleisch pr. Pfund 7072 Pfg., Schweine­fleisch pr. Pfund 8690 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 94 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 7080 Pfg., Hanunelfleisch pr. Pfund 6080 Pfg. Welsche per Pfund Kartoffeln pr. 100 Kg. 6 000,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,008,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepsel ver Pfund 35 bis 50 Pfg., in Körben 00 Pfg., Nüsse 100 Stück 50- 00 Pfg., Birnen per Pfd. Mk. 0.000.00, Weißkraut per Stück 2030 Pfg., per Zentner Mk. 0.000.00. Marktzeit 71 Uhr.

8 Herchenhain, 16. Mai. Gestern und heute fand unser sogenannterW a l p u r g i s m a r k t" statt Der Sch w ei ne­in ar kt war gut befahren, die Preise ziemlich hoch. Jcmge Ferkel kosteten im Durchschnitte 4860 Mk., stärkere Ware 6075 Mk., Einlegschweine 90120 Mk. Der heutige Krämermarkt war unbedeutend und meist nur von Kaufleuten aus Gedern, Lauterbach und Schotten besucht.

ALunst rind Wissenschaft.

R. B. D a r m ft a d t, 16. Mai. Unser H o f l h c a t e r machte kurz vor Schluß der mit diesem Monat zu Ende gehenden Spiel- saison noch sehr erfolgreich Anstrengungen, dem Publikum eine Reihe besonderer Kunstgenüsse darzubieten. Dem Mozart-Zv- klus folgte eine zweimalige Aufführung des Nibelungen- Ringes und in den nächsten Tagen wird auch der bayerstclie Kammersänger Theodor Bertram sich in mehreren seiner Glanz­rollen hören lassen. Das Schauspiel hat nach dem hohen künst­lerischen Erfolg des Faust-Zyklus (drei Abende) gestern noch eme hochinteressante Neueinstudierung des herrlichen Shakespeare- schen LustspielsWas Ihr wollt!" gebracht, bei welcher zum ersten Male mit großem Geschick auf der Grundlage der Meininger Dühneneinrichtung ein einheitlicher Schaupiad für die ganze Handlung des Stückes durchgeführt wurde. Mit Aus­nahme einer, nach der Auffindung des Brieses durch Malvouo eingerichteten Pause spielten sich gestern in rascher Folge die vielen wechselnden Svenen vor dem Zuschauer ab und das ganze Werk erzielte damit eine frische, sclrwungvolle Wirkung und einen vollen Kunsterfolg, für den in erster Lmie Regisseur .Hacker der wärmste Dank gebührt. Dazu hatte die unver­wüstliche Komödie auch eine brillante Besetzung erfahren, rwr allem in dem köstlichen Malvolio (Herr Conrad i., dem Junker Tobias (Herr Riechmann), dem Herzog von Orsmo «Herr Hacker) und dem Geschwisterpaar (Frl. Treitz und Herr Lochr). Auch dir Gräfin Orsino (Frl. EichelSherm) und

Handel und Verkehr, volkswertschaft.

Konkurse in Hessen, lieber das Vermögen des Zigarrenhändlers E r n st W e i ch s e l in D a r m st a d 1, Aleranber strafte 16, wurde am 2. Mai vorm. 10 Uhr das Konkursvcrsahren eröffnet, 'bei er zahlungsunfähig ist. Kaufmann Karl Techert wird zum Koukursverivalter ernannt. Konkursforderungen mb bis zum 1. Juni 1906 bei dem Amtsgericht Darmstadt I nn- zumelden. lieber dos Vermögen des Gastwirts Adolf Lehr I zu P sungstadt wurde am 3. Mai vorm. 9 Uhr das Konkurs­verfahren eröffnet, da der Gemeinschuldner seine Zahlungen ein­gestellt und die Konkurseröffnung beantragt hat. Amtsgerichtsrat Georg Reichard in Darmstadt wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkurssorderungeu sind bis zum 21. Mai 1906 bei dem Amtsgericht Darmstadt II anzumelden. lieber das Vermögen der Johannes Schäfer Eheleute zu W o h n b a ch wurde am 4. Mai nachm. 5 Uhr das Konkursverfahren eröffnet, da die Ge­nannten ihre Zahlungen eingestellt haben. Landwirt Hermann K r a tz zu Wohnbach ist zum Koukursverivalter ernannt. Konkurs- sorderungen sind bis zum 25. Mai 1906 bei dem Amtsgericht Hungen anzumelden. lieber fron Nachlaß des zu Mainz wohnhaft gewesenen und daselbst am 23. Februar 1906 verstorbenen Kauf- inanns Karl Aiidreas Grebert wurde am 8. Mai vorm. 9*/, Uhr das Konkursverfahren eröffnet. Rechtspraklikant Karl K a t t a u s ch in Mainz wird zum Koukursverivalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 15. Juni 1906 bei dem Amts­gericht Mainz anzumelden. lieber das Vermögen des Schuh- ivarenhändlers Heinrich Kämmerer II zu P s u n g st a d t wurde am 10. Mai uachm. 53/4 Uhr das Konkursverfahren eröffnet, da der Gemcinschuldner seine Zahlungen eingestellt und die Kon­kurseröffnung beantragt hat. Gerichtstaxator Georg Reichard zu Darmstadt wirb zum Konkursverwalter ernannt. Konkurssor- derungen sind bis zum 28. Mai 1906 bei dem Amtsgericht Darm-

Birn bäume. Wenn nicht nasses Wetter die Blüten der Apfelbäume beeinträchtigt, dann haben wir in diesem Herbste ein gute? Obstjahr zu erwarten. Dieser Blütenflor der Obstbäume im Verein mit den bereits abgeblühten Raps- eldern ergaben eine Honigweide für die Bienen, wie sie gleich- alls selten vorkommt. Das seither schone warme Mcnwetter lieft die Bienen den reich besetzten Tisch tüchtig ausnutzen, odaft die Stöcke voll Honig wurden. Der Umschlag der Witterung kann jedoch" die trefflichen Aussichten wieder reduzieren.

Lebensjahr: 2.15. Jahr

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WckluMe ükberW der ssodesfärje in der Ztadt Ziehen

18. Woche. Vom 29. bis 5. Mai 1906.

Einwohnerzahl: angenommen zu 29 500 (infl. 1600 Manu Militär.) Sterblichkeitsziffer: 17,62 °/00, nach Abzug von 4 Ortsfremden: 10,57 °/on.

Kinder

die Herren Knispel und Lehr mann verdienen alles Lob. Die mit großem Beifall aufgenommenc Darstellung fand auch Du dankende Anerkennung der Grofthcrzoglichen Hern masten. Gi besonderes Ereignis für die Darmstädter Musikfreunde bot Dir ocstem abend im K'aiscrsaal von unserem treffncheu ^.ettorvuno Herrn Dr. Paul K' u b n veranstaltete .Hugo W o l f - e d c r- Abend. Der beliebte Sänger hatte trotz des warmen Sommer, abends ein vollbesetztes Auditorium. Er brachte in emer wrg- fältinen "Auswahl nicht weniger als 25 Kompositionen Öiigo ^-W zum Vortrag, meist (Gedichte von Mörike, Eichenborfi und Oioetbe, und lieferte damit einen vortrefflichen Beweis, bau s^^ouch als Kvnun-ksän.p-r höchst schähmswerke Gaben besitzt, ^^r ^anger zeigte nicht nur, das; er die tiefe, eigenartige Lyrik des Inder fo rüh verstorbenen Komponisten ganz ersaßt bat, sondern das; er auch'mit feinem llangvvllen, feingeschulten Organ allen g äugstechnischeii Ansorderungen des Kvmvoniflen vorzüglich gc_ wachsen ist Die Begleitung am Flüge! hatte die Tochter iinseres Hoktheaterkavellmeisters, Frl. Wiest de Haan übernommen: ibr geistvolles Spiel und die charakteristisckfe Art ihrer fern abge­tönten Begleitung entzückte allgemein.

politische Tagesseha«.

Zum Fall Stephany.

Der Prozeß gegen den kürzlich von der Schwei; ausgelie­ferten früheren Polizeikommissar von Straßburg, Stephany, sollte nach Meldungen aus Straßburg bereits am 11. Juni vor der dortigen Strafkammer zur Verhandlung gelangen und zwar in Gestalt einer äußerst umfangreichen und fensatio n eilen Str afsacbe, deren Dauer auf mindestens 14 Tage angegeben wurde, weil ca 120 Zeugen zu vernehmen seien. Auch hieß es, der Staatssekretär v. Koeller werde in dem Prozesse als Zeuge vor Gericht zu erscheinen haben und die German i sationspolitik in E l s o ß-Lo t hr i n g en mit auf b er Anklagebank sitzen.

Demgegenüber wird von amtlicher Seite mitgeteilt, daß an diesen Angaben kein wahres Wort ist. Zunächst ist die Bor Untersuchung in .der Sache zur Zeit noch gar nicht abge­schlossen, was sich daraus er Härt, baß Stephany erst in diesen Tagen ausgeliesert worden ist. Da er jedoch bisher keinerlei Weiterungen und Schwierigkeiten bereitet hat. kann die von dem Üntersuchungsamt II in Straßburg geführte Voruntersuchung unter Umstanden Ende dieses Monats abgeschlossen werden. Dann aber wird noch längere Zeit bis zur Eröffnung des Hauptver­fahrens vergehen, so daß die Sache kaum vor den Oserichtsfcrien zur Aburteilung gelangen wird. Auf alle Fälle aber wird die ganze Verhandlung in 2 bis 3 Stunden erledigt sein, denn zur Anklage steht ausschließlich der eine Fall der Stephany zur Last gelegten Briefunterschlagung, zu dem nur wenige Zeugen abzuhören sind. Alle andercn Delikte, die Majestäts- und M- amtenbclcibigungen, die Verbreitung einer unzüchtigen Schrift, als welche die bei Cäsar Schmidt in Zürich erschienene Broschüre Stepl>any's betrachtet wird, sowie die sonstigen Verfehlungen des früheren Polizeikommissars sollen und können auch mcht den Gegenftcmd einer gerichtlichen Verhandlung bilden, da cstepdany ausdrücklich nur wegen eines Unterschlagungsreats von der Schweiz ausgeliesert worden ist. Eine Strafverfolgung wegen aller über- gen' Dinge würde erst nach Ablauf einer gewissen Zett möglich sein, und diese wird Stephany voraussichtlich zu fernem recht­zeitigen abermaligen Verschwinden benutzen, nachdem durch die öffentliche Besprechung der Broschüre in der Presse wie auch im Elsaß-Lothringischen Landesausschuß bereits einwandsfrei fejtge» stellt scheint, daß gut zwei Drittel des Inhalts der Schrift haltlose Verleumdung und der Rest ausgebauschter Klatsch ist Die ganze Angelegenheit hat denn auch bisher nur om einziges Opfer, den Kreisdirektor Swiersen von Thann nn Elsaß, ge­fordert, der in diesen Tagen zur Disposition gestellt unb durch den Regierungsrat Dr. Beyerlein ersetzt wurde.

Aus Stadt und Caitö.

Gieß en, den 19. Mai 1906.

~ Renitenter Handwerksbursche. In verflossener Nacht traf ein Schutzmann am Selterstor einen schlafenden Mann, der, als er ihn weckte, sofort einen tätlichen Angriff auf den Schutzmann mit dem Stocke und, als ihm dieser abgenommen morden war, mit dem Mesier unternahm. Der Schutzmann wehrte sich und arretierte schließlich den Mann, der sich als ein angetrunkener Handwerksbursche ent­puppte.

2\ Klein-Linden, 18. Mai. Der Neubau unserer Kleinkinder sch ule geht seiner Vollendung entgegen. Die Einweihung wird im Sommer mit der Feier des 10jährigen Bestehens der Kinderschule erfolgen. Die Schule, die durch Pfarrer Hepding ins Leben gerufen wurde, erfreut sich fort­gesetzt eines starken Besuches.

X Butzbach, 18. Mai. Ein außerordentlich starker Menschenzudrang steht unserer Stadt gelegentlich des am 17. Juni stattfindenden Oberhefsischen Trachtenfestes bevor: die eingegangenen Anmeldungen der Gruppen und Einzelirachten übertreffen alle Erwartungen. In den bereits angesagten 30 Gruppen werden alle Trachten Hessens und KurhessenS, alle Berufszweige, ländliche Arbeiten, festliche Veranstaltungen u. s. w. vertreten sein. In der malerischen Schlitzerländer Tracht treffen allein 8090 Mädchen ein, etwa die gleiche Zahl wird aus dem Ebsdorser Grund und dem Salzbödetal in Marburger Tracht erwartet. Auch^Ver- Ireter der Odenwälder, der Schwälmer und Busecker eracht sind angemeldet. Die Gesamtsumme der Repräsentanten der Trachten beträgt ca. 750850.

** Gesellschaftsfahrt nach der Wasserkante. Den Wünschen vieler Mitglieder des Hessischen Landes­verbandes des Deutschen Floltenvereins entsprechend, be­absichtigt der Landesausschuß unter Mitwirkung der Prasidial- gesckftiftsstelle in Berlin in der Zeit zwischen dem 9 und 18. Juli eine 7- bis 8 tägig e Gesellschaftsfahrt nach Bremen, Hauiburq und Kiel zu veranstalten mit Mainz als Ausgangs- und Endpunkt der Fahrt. Das Programm mst der Aufforderung zu Anmeldungen wird demnächst bekannt gegeben werden. Es ivird verwirklicht, wenn sich mindestens 300 Teilnehmer und Teilnehmerinnen melden, Anmeldungen über die Zahl 500 hinaus können nicht berücksichtigt werden. Die Gesamtkosten für Eisenbahnfahrt in Sonderzügen, See­fahrten, Unterbringung und Verpflegung - ohne ©etranfe - einschließlich aller sonstigen Unkosten werden den Betrag von 100 Mk. für den Teilnehmer voraussichtlich nicht iibersteigen.

Dutenhofen, 17. Mai. Von der etwa 20 Minuten von hier nordwestlich gelegenen Höhe hat man, waS vielen Touristen noch i.nbekannt ist, eme w u n d e r v o l le Fern­sicht. Das Panorama, das sich unseren Blicken darb,etet, ist so groß, daß man ohne Fernglas über 20 Ochchaften sehen kann. Unser erster Blick fällt geradeaus auf Glc.berg und Vetzberg, zu deren Füßen Krofdorf, Kinzenbach und Atzbach gelagert sind. Ganz im Hintergrund laßt 1 ich noch Staufen- bera erkennen. Rechts reiht sich nun Lollar und vor ihm Heuchelheim an. Gießen und Klein-^mden sehen aus wie ein großes Häusermeer. Rechts vom Schiffenberg sieht man Steinberg unb Watzenborn. Voll und schön liegen die Orte Leihgestern und Großen-Linden vor uns. Selbst -cmggons ist noch ganz gut zu erkennen. Am Fuße des Stoppelberge erblicken wir Münchholzhausen. Run verdeckt der Wa , durch den die Straße von Wetzlar fuhrt, an dieser Seuc bie weitere Aussicht. Aber nach links hat man noch emen schonen Ausblick. Bei hellem Wetter hebt sich Greifenstein ganz

Vermischtes.

*Tier heilkundiger ilnd Reich s'k a n frl e r. Wie dieGrenzboten" mitteilen, staben sich dem Fürsten von Bülow, nachdem er sich von seiner Krankheit wieder etwas erholt hat, auch allerlei unberufene Naturärzte mit Rat und Tat angeboten. Das Drolligste leistete sich ein 71 Jahre alter Tierhellkundrger, der an den Reichskanzler olgendes Schreiben scutdte:Da ich in den Anzeigen ge­lesen habe, daß Sie einen Ohnmachtsanfall gehabt haben, was mich sehr kränkt. Da ich ein Mittel gefunden habe, welches aus reinen Kräutern besteht, wodurch Schlag­anfall und alte Krankheiten abgeleitet werden. Ich habe das bei Pferden schon viel gehabt, daß die hiedurch gesund geworden sind . .

* Ern Wohltätigkeitskonze rt des Sultans. Wie au-s Konstantinopel berichtet wird, wurde auf Veranlassung des Sultans und unter seinem Patronat ein großes Konzert veranstaltet, dessen Ertrag den Opfern des letzten Vesuvausbruches zugute kommen soll. Der Erfolg war außerordentlich, dank dem persönlichen Eingreifen be£ Sultans. Er selbst zeichnete 20 000 Mk. und sandte jedem seiner Minister einfach so viel Billets zu, als es ihm nur gut schien natürlich wagte keiner, sie zurückzuweisen.

* Ein hübsches Stückch en vom heiligen Bu- reaukratismus wird aus Milspe, Westfalen, mit­geteilt. Nach sechzehnjährigem Bestehen erhielt die dortige Wassergenossenschaft schriftlich die amtliche Mitteilung, daß sie mit 0,02 Mk. gleich 2 Pfg. und demzufolge mit dem kommunalen Zuschlag von 210 Proz. zu jährlich 0,04 Mk. gleich 4 Pfg. zur Grundsteuer veranlagt sei. lieber den Empfang des Schreibens harte der Bevollmächtigte der Ge­nossenschaft Quittung zu erteilen. Dann traf einige Tage später der Steuerzettel ein, auf dem als Total-Endsumme der Betrag von 4 Pfg. verzeichnet war, zahlbar in Biertel- jahrsraten. Also Benachrichtigung, Quittung und Stenern zettel wegen 4 Pfennig.

Anm.: Tie in Klammern geseiften Ziffern geben an, wie viel der Tobesiälle in der betreffenben Krankheit aut von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Was die Aerzte als Krankenkost für Schwache, Blutarme usw. verordnen.

vr. Erb, Wehrheim, schreibt unter dem 27. Febr. 06:Biosoic rourbe in einem Fall von schwerer Tuberkulose anqeroanbt, wobei sich ber Körperzustanb zusehenbs hob. In einem Falle von Anämie habe ich mitBioson" bnrchcrus befriebigenbe Erwlge erreicht."

Vr. rneä. Schmitt, Michelstabt, schreibt unter bent 14.9.05: Bioson rourbe bei Blutarmut, Appetitlosigkeit, beainnenber Tuberkulose mit ausgezeichnetem Erfolg angeroenbet. Zunahme beS Körpergewichtes, Hebung bes Appetites, allgemeine Kräftigung des Gesamtorganismus rourbe beobachtet."

vr. meä. Rubensohn, Hanau, schreibt unter bem 13.9.05: Bioson würbe bei allgemeiner Körperschroäche unb Ehlor fts mit ersichtlichem Erfolge angeroenbet unb beoabachtet, baft Bioson gerne genommen rourbe unb kräftigen!) wirkte."

vr. meä. Jul. Frieblänber, Frankfurt a. M., schreibt unter bem 1. 9. 05:Ihr Bioson habe »ch in einigen Fällen von Anämie inso'ern mit gutem Eriolge angeroenbet, als roährenb bes Ge­brauches eine Zunahme bes Körpergewichtes eingetreten ist."

Bioson ist in Apotheken unb Drogerien bas halbe Kilo-Paket ztl brei Mack erhältlich. Wer sich noch über ben Wert unb bie Wirk­ung bieses zur Zeit besten, billigsten unb zuträglichsten blutbildenden Nähr- unb Kräftigungsmittels belehren will, taffe sich vom Bioson- werk Bensheim kostenlos bie Broschüre von Dr. Rob. Schultze mit ben Berichten ber Professoren, Kliniken, Krankenhäuser usw. schocken.

deutlich vom Horizont ab. Das Schloß Hohensolms ist leider von einem Wäldchen verdeckt, aber der sogenannteHals", ein mit Linden bepflanzter Platz am Schlöffe ist zu sehen. Die «Ruine unb auch daS Städtchen Königsberg sind sichtbar. Nun sind noch die Orte Naunheim, Waldgirmes, Dorlar und Dutenhofen zu erwähnen. Die drei ersteren liegen nach links jenseits der Lahn, letzterer etwas nach rechts, vor im§. Interessant ist auch dieses Panorama dadurch, daß hier vier Gebirge zusammen stoßen. Im Westen sieht man die Berge des WesterwaldeS, im Norden erstreckt sich das Nothaargebirgej ber Vogelsberg begrenzt im Osten unseren Rundblick uub südwestlich beginnt der TaunuS mit dem Stoppelberg.

§§ A u s dem oberen Ohmtal, 18. Mai. Der Ver­kehr auf der Ohmstrafte von Bahnhof Mucke in unsere Taldörfer ist zur Zeit außerordentlich stark. Namentlich sind es Baumaterialien, die tagtäglich in zahlreichen Wagen zum Transport kommen. Diese Tatsache ist ein sprechender Beleg für die Behauptung, daß die geplante Ohmtalbahn wirklich einem Bedürfnis entspräche. Man hört aber zurzeit von dieser wohl lebensfähigsten Bahn des ganzen Vogelsberges ebensowenig wie von der geplanten Autom o b i lp oft, die über Schotten-lllrichstein-Mücke gehen soll. Auch letzteres Projekt wäre in seiner Ausführung ein unserem nordwest­lichen Vogelsberg dienender und lohnender Fortschritt.

Ilbeshausen, 17. Mai. Vor ca. zwei Jahren wurde bei unserem Torfe in idyllischer Lage der LuftkurortHoch­wal d h a uf c n" eröffnet. Im abgelaufenen Jahre erfreute sich Hochwaldhausen bereits einer großen Zahl von Kur­gästen unb Sommerfrischlern unb eines starken Besuchs der Touristen. Der neue Luftkurort hat aber unter einem großen Uebelftanb zu leiden; in unserem 900 Einwohner zählenden Dorfe ist nämlich weder ein Metzger, noch ein Bäcker. Im Sommer ist dies für den Gastwirt sehr unangenehm. Für junge Geschäftsleute wäre hier die beste Gelegenheit, sich eine Existenz zu gründen.

§ Au§ dem Vogelsberg, 18. Mai. So reichlich, ivie gegenwärtig, blühen bie Apfelbäume selten. Minder voll blühten die Zw ets ch e n b ä u m c, dagegen bester die

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He

Es starben an:

Zusammen: Erwachsene

Lebensschwäche

1

Tuberkulose ber

Lungen

4(2)

3(2)

Krämplen

1

Masern

1

Blinbbarm-Ent-

zünbung

1

1

Blutarmut

KD

1 (1)

Zuckerkrankheit

1 (1)

1(1)