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22.1.1906 Zweites Blatt
 
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15(5, Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. 18

Erscheint KgNch mit Ausnahme des Sonntags.

DieSiebener Zamlllenblatter" werden dem bAn^emer viermal wöchentlich beigelegt. Ter Etzespsch« Sanörottt erscheint monaUich einmal.

Montag 33. Januar 1906

Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'sche« Unwersitätsdruckeret. R. Lange, Dieb«.

Redaktion, Expedition u.Druckerei: < tatlflt-le Tel. Nr. bl. Telegr.-Adr.: Anzetgei Ltehm.

GeirerÄ-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen

^arlameviarifches ans Kessen.

Ter Finanzausschuß der 2. Kammer beriet am letzten Donnerstag bei Kap. 38 Gymnasien usw. auich. den Antrag der Regierung, bctr. die von 11 hessischen Städten zu den Kosten der Realschulen zu leistende erhöhten Beiträge. Äbg.Pennrich bekämpfte die Forderung in energischer Weise, indem er auf die schon von den Städten zu tragenden hohen Schullasten hinwies, ferner würden mit diesem Anträge frühere Abmachungen zwischen den Städten und dem Staat in einseitiger Weise gelöst. Fnnanzminister T-r. Gnauth und Ministerialrat Eisenhut traten für die Rcgieruugs- sordcrung ein, wobei sie an Hand des vorliegenden Mate­rials nachwiesen, daß die geforderten Beträge noch nicht

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 22. Januar 1906.

- In Audienz empfangen wurden am SamStag von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog Lehrer Wiegand von Stockheim (Oberhessen), Oberlehrer Como von Lauter- bach, Hauptlehrer Knauß von Gießen, stellv. Kreisvetennar- arzt Dr. Hofmann von Alsfeld.

" Die akademischen Aula-Vorträge werden nach der Weihnachtspause morgen (Dienstag) wieder aus­genommen. Prof. Dr. M. L. Strack, spezieller Kenner antiken Münzwcsens, wird über das Geld im Altertum sprechen und in Lichtbildern Münzen und Medaillen vor-

Deutsches Nerch.

Berlin, 21. Jan. Der Kaiser besuchte gestern den Reichskanzler und besichtigte spater im königlichen Schlosse mit dem Hausminister v. Wedel, Prof. Lessing und Ober­hofprediger Dryander ein Modell für die Haupttür der Westfront des Domes. Daran schlossen sich die Vorträge des Staatssekretärs des ReichsmarineamtcS und des Chefs des Marinekabinetts. Darauf nahm der Kaiser militärische Meld­ungen entgegen, darunter die dcS nach Südwestafrika zurück­kehrenden Hauptmannes der Schutztruppe, Franke.

Die Vermäh lung des Prinzen Eitel Friedrich von Preußen mit der Herzogin Sophie Charlotte von Oldenburg wird am 27. Februar, dein Tage der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares slattsinden.

Gestern nachmittag fand in der Dreifaltigkensklrchc die Trauerfeier für den verstorbenen Staatssekretär Frei­herrn von Richthofen statt. Mit den Geschwistern und Söhnen des Verstorbenen waren u. a. erschienen der Kron­prinz, Exzellenz v. d. Knesebeck, Hausminister v. Wedel, Ex­zellenz v. LueanuS, der Reichskanzler, die Minister und Staats­sekretäre Graf Posadowsky, Freiherr v. Rhcinbaben, Dr. Schön­stedt, Dr. Beselcr, v. Einem, Dr. Niebcrding, v. Podbielski, v. Tirpitz, Freiherr von Stengel und Kratke, Vertreter fast aller Parteien der Parlamente, sowie wissenschaftlicher, künst­lerischer und sinanzieller Kreise. Der Sarg wurde dann nach dem Anhalter Bahnhof gebracht, von wo ec nach Baden- Baden überführt werden soll.

Zum Fall David hat der sozialdemokratische Verein in Bremen eine Resolution angenommen, in der das Auftreten des Dr. David im Bremer Goethe-Bund ent­schieden mißbilli.gt wird. Der Verein erblickt in dem Gebühren nicht nur eine Achtungsverletzung der Stellungnahme der Bremer Partei und Gewerkschaftsmitglieder, sondern auch einen schweren Verstoß gegen die partei- genössifche Disziplin.

Karlsruhe, 20. Jan. In der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer ging folgende Interpellation der liberalen Vereinigung ein, die von den Sozialdemo­kraten unterstützt war:

Mit welchen Maßregeln gedenkt die Regierung der unter dem M i ß b r a u ch d e s g e i st l i ch e n A m t e s erfolgten p 0 111 i scheu Beeinflussung der Wähler, insbesondere m Bezug auf die

p0litiid?e Tagerscharr.

Der neue Man«.

Es kommt immer anders. Als Freiherr d. Richt- < Hosen kaum die Augen geschlossen hatte, wußten die Berl. Blatter von einer Reihe von Kandidaturen für den Posten des erledigten Etaatssckretariats des Auswärtigen zu be­richten. Man nannte den Gesandten Pourtales in München, Herrn v. Lichnowsky, den Grafen Wedel re. rc. An den Gesandten Preußens in Hamburg hat kein Mensch gedacht; in ihrer Sonntagsausgabe teilt nun dieRordd. Allg. Ztg." zur großen Ueberraschung vieler Leute mit: .

Der preußische Gesandte in Hamburg, v 0 n Ts eb i rsky un d B ög en d 0 r i, ist zum Nachfolger des Frech. von Richttwien als Staatssekretär des Auswärtigen m Aussicht ge­nommen. v. Tscbirsky hatte am Samstag eme längere Unter­redung mit dem Reichskanzler und wurde darauf vom Kaiser empfangen. , .t_

Das ist so gut, als wäre Herr v. Tschirsky bereit ernannt. Herr 0. Tschirsky ist ein homo novus. Niemand weiß von ihm mehr, als daß er eben Gesandter in Hamburg ist. Em verhältnismäßig junger Mann, der mit einem mal an die Spitze eines Neichsamtes tritt, da§ doch einige Be­deutung hat! ES ist das wieder einer der überraschenden Entschlüsse des Kaisers. Herr v. Tschirsky wird an einen Posten kommen, der viele Arbeit, interne Arbeit erfordert, die auswärtige Politik des deutschen Reiches wird er indes ebeniowenig zu machen brauchen, wie daS Herr v. Nichthofen getan hat. ES ist ein undankbares Amt, zumal die aus­wärtige Politik Deutschlands so viel angefeindet wird. Die Bauleitung aber bleibt die alte!

Zn der erste« Hauptversammlung des Handelsvertragsverems die am Samstag in Fr an kf u r t a. M. stattfand, erstattete Dr. Aoraius-Berlin Bericht über die Tätigkeit bc5 Ver­eins und seine nächsten Aufgaben, nachdem der Vorsitzende, Stadtrat Fl in sch-Frankfurt, einige begrüßende Worte ge­sprochen hatte. Ter gestern beschlossenen Neufassung der Satzungen nnirbe ohne Debatte zugestimmt. Hierauf refe­rierte Neichstagsabg. Tr. Pottho ff-Berlin über Han­delspolitik und Steuerreform. In der Debatte ergriffen das Wort der Syndikus der Tunziger Hanbels- l'ammer Tr. Fehrmann, der Syndikus der Ofienbacher Handelskammer Schloßmacher,ferner Schmidt-Scharf-Frank- surt, Kommerzienrat von Psister-München, Vergrat Gothem- Breslau und Leube-Hamburq. In einer einstimmig ange­nommenen Resolution bittet der Handelsvertraasvercrn den Reichstag, die neuen Verkehrs- und Konsum­steuern ab zulehnen und durch Verbesserung der Branntweinsteuer, durch 'Ausbau der Erbschafts­steuer und, falls diese Steuerguellen nicht cmsreichen, durch Schaffung direkter Reicks steuern einen Weg zu beschreiten, aus dem allein eine Verteilung der neuen Reichslasten nach der Leistungsfähigkeit der Steuerzahler möglich ist. Tr. B r e i t s ch e i d t - Berlin forderte in seinem Referate Freundschaft mit England, allen Bestreb­ungen energisch entgegenzutreten, die auf eine Unterbrech­ung und Verletzung der guten Beziehungen zwischen Deutsch­land und England hinauslaufen. Ter englische General­konsul Oppenheimer-Frankfurt gab ein Bild der wirtschaft­lichen Beziehungen Deutschlands und Englands. Nach An­nahme einer Resolution im Sinne der Ausführungen Tr. Breitscheids schloß die Versammlung. ____

Kicsr-ner Aonzertverein.

(Zweiter Küastlerabend.)

Gießen, 22. Januar.

Die Virtuosität, sagt 2i5at, ist kein Akt leerer Rezeptivität, sie plappert nicht wie ein Star eingelernte Redensarten nach, sie verleiht im Gegenteil den Ideen ihre sinnliche Einkleidung, verseht sie nn5 dem Nimbus unkörperliÄer Abstraktion in die fühlbar lebende Welt. Ihr Wert hängt also ganz wie der einer Komposition von der Gesühlsbildung des Künstlers, von der ihm verliehenen Gabe ab, für die Intensität des Gefühls eme entsprechende svorm zu finden, in der es sich andern faßlich mit- teilt. Komposition und Virtnofität ohne jene lebenemhauchende Gewalt des Gefühls, das einzig und allein die formen des Schönen diktiert und den Willen verleiht, sie ansschliesüich zu reproduzieren, sind beide nur ein sinnreicher Kopf oder Fanger- mechanismus, eine geistlose Fertigkeit ober Berechnung.

Als einen Künstler von außerordentlichen Fähigkeiten, der m hohen: Maße jenelebeneinbauchende Gewalt des Gefühls besitzt, dessen eminente Technik höheren Zwecken dient, dessen tfinger nichts anderes als dieDiener seiner Seele" fem wollen, habe ich gestern abend den jugendlichen Pianisten. Wilhelm Back­haus aus Loudon kennen gelernt. Er hat fein Instrument so sehr in der Gewalt, daß mau der materiellen Vermittlung ganz vergißt und nur den Geist verspürt, den'er aus all t^n Meister- werien zum Leben erweckt. Ihm, der das Technische spielend bewältigt, ist cs nicht um b-ic Bravour zu tun, er setzt sem Bestes daran, nachznschnffen, was der G^ole des Tondichters vorgeschwebt hat Ms erste Nummer des Nubinstem-Preis-Pro- gramms spielte. Herr Backhaus das Dräludnim und die pW in Es-dnr aus dem Wohltemperierten Stainer (17) von Johann Sebastian Back'. Diese Charakterstücke im Geiste deS Unvergleich­lichen vorzuführen, der darin nicyt nunber w m der H-moll Messe die vcrwickcltstcn Probleme kontrapunktism-er Technik beherrscht, dessen kunstvolle Behmidlung der ^oly.l-onie enizig dasteht, dazu gehört vollendete dNeisterschaft. Herr ^mckyaus führte sich durch die Klarheit und Präzision fernes Vortags, insbesondere durch die ferne Durcharbeitung ber p-ugc aufs Vvr- Mhafteste ein. Bon Bach zu Beechoveu, dessen Sonate m B-dur

D ad Ur teil des Salom 0". Aus Frankfurt«. E, 20. I m., wird uns geschrieben: Im Frankfurter S ch a u s p i e > hause erlebte heute abend ein dreiaktiges Sckmuspiel ,^r)as Urteil des Salomo", das die Frankfurter Schriftstellerin Frau Elisabeth Mentzel verfaß bat, seine Uraufführung. DaS Werk konnte es trotz seiner ehrlichen Gesinnung zu keinem un­bestrittenen Erfolge bringen. Von der Verfasserin, die emü recht gute Geschichte der Frankfurter Theater geschrieben und sla- ein ganzes Menschenalter hindurch mit archivaliscven Studien, beschäftigt hat, bei denen siämanches Wichtige aus Goethes -ougend-, zeit zutage förderte, stammen auch einige gute Romane und No­vellen. Weim ihr das Tranra nicht ebenso gelang, so liegt das vor allein daran, bafj sie sich über die Äufgaben der Buhne nicht recht Aar gewo-rden ist. Das Knusalgeietz, Ursache uitit Wirkung bleibt in ihrem Stücke unbeachtet: sie länt die Memchen gehen und kommen, wie sie cs für ihre Szenenführnng gerade notwendig hat, setzt sich bebet aber mit den primitivsten Misor^r- uugen der Bühne so stark in Widerspnich, . daß sie ^Heiterkeit erweckt, wo sie ernste Probleme lösen will. Sie will nämlich das Recht auf Mutterschutz und das Mutterrecht überhaupt un Sinne der modernen Bewegung betonen, und sie sucht dies damit zu- begründeu, daß sie eine Mutter und eine Megemutter etnanber gegenüberfteltt, bie sich ihre Rechte auf das Kind streitig maajen. Die wirkliche Mutter tritt ihrem 28 jährigen Sohne, den sie dereinst als ihr uneheliches Kind verkauft hat, wieder gegenüber, als dieser zu der Erkenntnis gekommen ist, daß einer Mutter,, bie ihr Kind aufgibt, die tiefste Verachtung gebührt. Und bie wUemmtutter verweist bie Arme auf die biblische Geschichte vom Ur^ des Salomo und bittet sie, für das Glück ihres 'Lohnes- auf ihre natürlichen Rechte zu verzichten. Zu allem Unglück taucht aber auch noch der Vater des unehelichen lS)hnes auf, der ihn unter Aufopferung seiner selbst tnrr einem Mordanschlage beiviljrt, damit aber auch die Mutter opfert, die in diesem kritischen Augenblick einem Schlaganfall erliegt. . . . Sckwn die Jnhaltsmiaebe zeigt die Verworrenheit der Handlung, der bie ehr iche Absicht zu Grunde liegt, gegen die Nechtlvsigicit en'.u- kümpfcn, die 5fic moderne Gesellschaft ben Müttern uncwlicheo Kinder zuteil werben läßt. 2luch die Aufführung konnte die Ge­stalten dieses Dramas nicht zum Leben erwecken. I. W.

den durch die Städte von Rechtswegen zu leistenden Zu­schüsse zu den persönlichen Kosten erreichten. Wg. Mol- tl) an stellte fest, daß die mit ben Städten vereinbarten Summen nicht für alle Zeiten festgesetzt seien. Abg. Häusel ersucht, auch bie Städte zu den Kosten der Gymnasien heranzuziehen, wirb aber von der Regierung darauf hingewiesen, baß dies mit der historischen Entwick­lung der höheren Schulen nicht vereinbar sei. 5ßm Frcitaa setzte der Ausschuß seine Beratungen bei Kap. 36 fort und bei der 'Anregung!, an die Landei niversität eine Klinik für Ohren- und GesB. chtskranke Mi- zugliedern, entstand eine lebhafte Debatte, da die Negier­ungsvertreter auf bie von feiten des Staates schon ge­leisteten Kosten für Universitätshwecke hinwies und eine Beihilfe der interessierten Gemeinden und Kreise anregte, zudem auch andere Städte in dieser Beziehung schon große Opfer hätten bringen müssen. Mb«. Brauer wimscht die bessere Unterstützung des von Professor Gisevius geleiteten landwirtsch. Instituts in Gießen und nach.Be­fürwortung der Forderung durch die Äbgg. Tr. Gu t f l ei s ch und Molthan wird ein Vermittlungsvorschlag des Fi­nanzministers gutgeheißen, nach welchem 5000 Mk. alsbald bewilligt und weiter bis zu 5000 Mk. aus den staatlichen Tispositionsfonds gewährt werden sollen. Bei Kap. 73, Landwirtschaft, wünscht "Abg. Korell, daß die Kosten für die landw. Provinziakvereine und ben Lanbwirt- schastsrat bis zum Oktober 1907 bewilligt würden, da die Organisation der Landwirtschastskannner bis zum Oktober 1906 nicht fertiagestellt sei. Geheimrat Braun schlagt Vvr, bis zum Inkrafttreten der Organisation die nötigen Mehr­beträge aus der Staatskasse vorlagsweise zu entnehmen.

lov 103) als zweite Nummer des Programms folgte. Die Kvm- position der Sonaten op. 106, 109, i 10 und 111 fallt m den 8"itraum von 181422. Irdische Stimmen berühren das Ohr des unglücklichen Meisters nicht mehr, seine Seele kingt nur noch in Tönen, bie uns bas Geheimnis eines höheren Daseins ent­hüllen. Die Sonate für bas Hammerllavier ist, um ein Wort von Berlioz zu gebrauchen,ohne Vorbilb vom Himmel gefallen . Sie stellt wie bie 9. Symphonie nut bem Gebiete t-er orchestralen Kunst, eine ber gewaltigsten Schöpfungen auf bem Gebiete der Klaviermusik dar. Einst viel bekrittelt und mißverstanden wirb sie jetzt mit Vorliebe von unseren großen Piani,ken gewählt. Den nachhaltigsten Einbruck habe ich gestern ^m Adagio empfangen, bas Herr Backhaus der Vorschrift des Meisters gemäß m der Tat appaffiouato c von molto lenttmento zum Vortrag brachte. Der zweite Teil des' Programms war #r. Cyopm geweiht. ,yr bem genialen Polen offen ar tb fia; 0.1s iarmatga;e Naturell: Wilbheit und stilles Bruten, Ausgelaffenheit unb zarte 'Lchivar- ntcrei, jähes Aufflackeru unb Ermatten all biese Gegensätze gehen bei ihm uebencinnitber her und bedingen fene besondere Rbntbmik und Harmonik, die immer auss neue ihren Zauver auf nns üben. ' Herr Backhaus spielte !ne, Mazurka vp. 33 Nr 4 in H-moll, das Nolttirno op. 27 Nr 2 m T-dur und die Ballade ov 47 in As-bur. Meiner Empfindung nach kam seine künst­lerische Eigenart bei der Vorführung der Chopuychen Kvmpo- sitioncu am glänzendsten zur Geltung. Der 3 und lctzte Teü bes Programms zeigte 2 Nummern auf: Kreisler 1 ana Nr. 1 unb 2 Man Robert Schumann und La Campanella von Vaganmt- ^iszt In keinem zweiten seiner zahlreichen Klavieriverke bietet Schumann eine so reiche, phantasievvlle Stimmungswelt, ein ko gemütvertieftes und gelautertes Schauen bar. Den wcchseln- ben Stimmungen, von beiten die Komposition getragen Wird, wurde Herr Backhaus nicht immer gerecht, mehrmch »Een auch die Tempi überhastet. Die Campanella, daS bekannte Parade­stück, beschloß bie Vortragsreihe. Das . sehr zahlreich verkamme - VuVlikum bereitete bem genialen lugenbltchen Pta- nifteu b'i- '..itc Ovationen, sobaß er, 6 ober 7mal hervor- gerufen sich zu 2 Zugaben entschloß (Ständchen von Rich, etraun unb Etüde von Chopin). In Wahrheit: Es war cm Elitekonzertt Der Flügel stammte aus ber Jbachschen.dabni, bcr Diskant riartg hart und scharf, ein Bechsteiu wäre mir lieber gewesen.

führen.

* Der vorn deutschen Verein für morgen ange* kündigte Vortrag von Generalsekretär I. Hennin gsen findet im CafL Ebel statt.

+* Aus dem Bureau des Stadttheaters. Paul Heyses Schauspiel(Solberg", dessen Handlung in die Zeit bcr Befreiungskriege zurückführt, gilt als ba§ beste dramatische Werk deS beliebten Romanschristsiellers. Das gesamte Hcrrenpersonal ist darin beschäftigt. Die weibliche Hauptrolle liegt in den Händen von Fräulein Donccker. ,,

Er macht Duwackl Ein Mütterlein, das mit unserer Zeit Verkehr und Handel noch wenig bekannt ge­worden, besuchte ihren in WormS in Garnison liegenden Sohn. AIS die gute Alte zur Kaserne kam und Soldaten im Hof bemerkte, fragte sie naiv: .Hätt'r nitt mein Laurenz qesähe; er en großer Soldat; er raacht aach Duwack!^ Die so angeredeten Soldaten halfen bereitwilligst den Duwack raachenden Laurenz aufsuchen.

Lang-GönS, 21. Januar. Die von der deutsch- sozialenPartei heute abend hier einberufene Volksver­sammlung war zahlreich besucht. Die Ausführungen deS Generalsekretärs Henningsen au8 Hamburg sanden lebhafte» Beifall. Besonders bcleiichtete der Redner die schwierige Lage der Landwirtschaft und des gewerblichen Mittelstandes.

Mainz, 20. Januar. Ein unbesoldeter Regie-, rungSassessor ist in die städtische 93 er real tun g ein­getreten. Er hatte vor einigen Wochen bei Oberbürgermeister Dr. Göttelniann angefragt, ob er zu seiner weiteren 2luS- bildung praktisch bei der Bürgermeisterei arbeiten dürfe. Das wurde zugesagt unter der Bedingung, daß daS Ministerium damit einverstanden sei. Diese Genehmigung ist nun erteilt worden. (M. Journ.)

a Kassel, 21. Januar. Die hiesigen Apotheken werden mit Genehmigung bcr Regierung fortan an Sonn-^ und Feiertagen von nachmittags 3 Uhr bis zum anderen morgen 7 Uhr abwechselnd geschlossen. An den 5 ge­schlossenen Apotheken sind die fiir die betreffende Zeit geöff­neten 5 Apotheken kenntlich gemacht. Eine hier im große» Stadtparksaal von den liberalen Gruppen einberufene Ver­sammlung gestaltete sich zu einer großen Kundgebung gegen das p reußischc Dreiklassenwahlrecht. Nach einem Referat des Herausgebers derNation", Theodor Barth, wurde dieselbe Resolution wie in der Versammlung des Frankfurter Demokratischen Vereins gegen daS Dreiklassen- Wahlrecht, die am SamStag mitgeteilt wurde, angenommen»

Kirchliche Y a ch r i ch L en. Evangelische Geineinde.

i Die B ibelstunde im Konfirmandensaal der Lukasgemeinds ? fällt aus. Pfarrer Euler.

Ausübung des polnischen Wahlrechtes und auf das Lesen poli- tii Verleitungen, entgegenzutreten? Sind gegenüber den Vorgängen von und bei den letzten Lnndlagswablen si lche Maß- veacln ergriffen worden und mit welchem Erfolge.

.Hamburg, 20. Jan. Wie der Korrespondent dec Frkf. Ztg." hört, sind die zur Ablehnung der m der

Wahlrechts -Vorlage enthaltenen VerfassungSänderimg nötigen 14 Stimmen nunmehr gesichert.