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' Carl Seibel
Mittwoch 18. April 1906
Zweites Blatt
Nr. 90
156. Jahrgang
Gießener Anzeiger
Rotationsdruck und Verlag der Beil bild)«
UntversUätSdruckeret. 3L Lang«, Tietz«.
Redaktion, Expedition u. Druckerei: Cchukstr-K, Tel. Nr. 6L relegr^Lldr. r Sia-etg« ftttftou
Erscheint E-Nch mit Ausnahme des Sonntags.
Di« „Slehener Familienblätter- werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der taBöölrt** erscheint mouallich einmal.
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen.
gegenüber betont, daß die deutschen Vertreter Radowitz und Tattenbach ihm in nachdrücklichster Weise ihre Erkenntlichkeit für das vvn ihm geleistete Vermitt- lun gswcr k bezeigt hätten. Die Verstimmung des deutschen Kaisers wäre auf die Haltung eines großen Teiles der italienischen Presse zurückzufü'hren, die den Verdacht einer zweideutigen Politik Italiens aufkommen ließ.
Einladung.
AuS Anlaß der Versetzung deS Großh. KreiSamtmanns Herrn Hechler findet Samstag, den 21. ds. Mts., nachmittags 4 Uhr, eine Abschiedsfeier im Cafö Ebel dahier statt.
Die Unterzeichneten beehren sich, hierzu alle Freunde und Bekannte des Scheidenden ergebenst einzuladen.
Gießen, den 17. April 1906.
Das Großh. Kreisamt und der Kreisausschuß.
Sie Klärung.
Wieder einmal ist in einen Ameisenhaufen gegriffen worden. Und nun krabbeln die wackeren Tierchen aufgeregt durcheinander und können sich kaum beruhigen. Das Kaiser- telegramm an den Grafen GoluchowSky hat nicht viel weniger Aufsehen gemacht wie die Reise Wilhelms II. nach Tanger. Ein Blatt will sogar herausgesimden haben, daß daS Telegramm des Kaisers wie eine Kriegserklärung an Italien klingt.
Tatsache ist jedenfalls, daß man in Algeciras den Dreibund einsargte. Der Dreibund existiert noch auf dem Papier, in Wirklichkeit hat er seit seiner letzten Erneuerung nichts mehr getaugt, und erneuert wird er auch auf dem Papier nicht mehr, das ist ziemlich sicher. Als seinerzeit Bülow den neuen Bündnisvertrag dem Reichstag vorlegte, soweit er oor- zulegen war, betonte er mit einer auffälligen Bestimmtheit, daß Deutschland kein allzugroßeS Interesse am Dreibund habe. Ter Kanzler hat damals also schon gewußt, daß trotz Tittoni und der anderen italienischen Heiligen die Halbinsel bei nächster Gelegenheit eine Schwenkung machen würde. Nun ist sie vollzogen.
Wir stehen also allein mit Oesterreich-Ungarn, daS unter sehr schwierigen Verhältnissen treu zu uns gehalten hat. Deutschland wird nie vergessen, daß in den schwersten Tagen der neueren Zeit nur ein Freund ihn: die Treue hielt und daß dieser Freund Kaiser Franz war. AuS dem Dreibund ist em Zweibund geworden. Leider aber müssen wir bei aller Dankbarkeit für daS österr. Vertrauen und die österreichische Treue betonen, daß die BundeSgenossenschaft mit Oesterreich - Ungarn unter den gegebenen Verhältnissen nicht allzu schwer in di« Wage fällt. WaS bedeutet heute Oesterreich-Ungarn als Weltmacht? Leider nicht viel. Wir verweisen nur auf die äußerst ungünstigen Verhältnisse im Innern, die die Kräfte deS habsburgischen Doppelreiches aufzehren und seine Machtstellung auch nach außen hin bedeutend drücken. Wir haben eine Mauer hinter nnS, aber diese Mauer — ist im Abbröckeln.
Das ist unsere Situation, und wenn wir sie recht betrachten, so sehen wir: wir stehen allein. Die „splendid Isolation“, von der einst Chamberlain für England träumte, bei unS ist sie eingetreten, aber freuen können wir uns darüber nicht, schon auS dem einfachen Grunde, weil das europäische Gleichgewicht sich in den letzten Monaten nicht unwesentlich verschoben hat.
Allerdings sind auch unsere Gegner nicht einig. Wenigsten? nicht einig in einem Vorgehen gegen uns. Denn sie haben mit sich selber genug zu tun. Aber es ist zu beachten, daß die englische Politik augenblicklich Rußland ungemein stark poussiert, und wenn es sich noch dazu bewahrheiten sollte, daß König Eduard selbst nach Petersburg gehen und eine Zusammenkunft mit dem Zaren haben will, dann ist ein Dreibund 9rußland-England-Frankreich in Aussicht. Ein solcher Dreibund wäre das Gefährlichste, das uns passieren könnte. Denn dieser Dreibund würde schleunigst zum F nfbund. Italien würde sich von Herzen gern anschließen, Spanien läßt sich ohnedies bereits jetzt von Frankreich diktieren — unter diesen Umständen wäre es nicht ungefährlich, drei Viertel Europas gegen sich zu haben.
Wir glauben aber noch nicht an eine solche Einigung. Denn es ist ein alter Erfahrungssatz, daß solche Riescnbünd- niffe ebenso wertlos wie groß sind. Zwischen den einzelnen Staaten, vor allem zwischen Frankreich, England und Rußland gibt es so unendlich viele widerstreitende Interessen, daß ein Zusammengehen nahezu ausgeschlossen erscheint. Mir erinnern nur an die ostasiatische und egyptische Politik Englands, erinnern an das Verhältnis Großbritanniens zu Japan, en die Wünsche Rußlands bezüglich bet Mandschurei, an die Gegensätzlichkeit der Interessen Frankreichs und Englands an dec indischen Grenze — e§ könnte ja nicht ein Jahr vergehen, ehe die Herrschaften einander in die Haare gerieten. So glauben wir, Deutschland hat vorläufig nichts zu furchten. Wir wissen, wie es um uns steht, wissen, daß wir uns auf Niemand stützen können. Also gehen wir allein vorwärts!
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Wie die Italiener an die französische Freundschaft geraten sind, erzählt mit erstaunlicher Offenherzigkeit der italienische Parlamentarier und ehemalige Minister Ferraris. Ein Telegramm des „Berk. Tagebl." aus Rom gibt im Auszug einen Artikel Ferraris wieder, der damit schließt, daß die Italiener wie Mücken durch den Honig durch die Komplimente der Pariser Presse gefangen worden seien. Gewiß ein unverdächtiges Zeugnis — aber fein schmeichelhaftes für die Landsleute Ferraris. An diesen Mückenfang wird Deutschland keinen Honig verschwenden.
Die Mailänder „Perseveranza" wendet sich gegen die 'Auslegung der Drahtung des Kaisers in italienfeindlick n iSinne und will aus sicherer Quelle wissen, dei; Fi ft -Bülow die Haltung des Marchese Visko n -nosta auf der Konferenz von Algeciras vo l- tloMmen gebilligt habe. Ter letztere habe Freunden,
politifdbe Cage-scharr.
Vom Fürsten Bülow.
In dem Gesundheitszustände des Reichskanzlers Fürsten Bülow ist, wie einer unserer Berliner Mitarbeiter erfährt, keine Aenderung einnetreten. Der Kanzler ißt mit gutem Appetit, schläft ausgezeichnet, ist bei bester Stimmung, fürs befindet sich io vortrefflich, wie man es nur irgend wünschen kann. Trotzdem — und das mag vielleicht verwundern — hat Fürst Bülow seit seinem Ohmnachtsänfalle, also seit zwei Wochen, das Bett noch nicht verlassen. Dies ist auf ausdrückliche Anordnung des Geheimrates Prof. Dr. von Renvers geschehen, der dem Kanzler nicht ohne Muhe diese Bettruhe auf- gezwungen hat, um sein stark angegriffenes Nerven- stzstem nicht nur halb, fonbern gründlich zu kräftigen und den Fürsten erst bann wieder an seine Arbeit zu lassen, wenn er seine frühere ausgezeichnete körperlickte Verfassung an vollstem Umfange wiedergewonnen haben wird. Da Geheimrat v. RenverS den Fürsten Bülow seit vielen Jahren behandelt und ihm nicht nur als Arzt, sondern auch als Freund nahesteht, wird man an der Zweckmäßigkeit seiner Vorschrift ebensowenig zu zweifeln haben, wie an der Zuverlässigkeit feiner bündigen Versicherung, daß cs sich bei der Erkrankung des Kanzlers lediglich um ein vorüber g ehen des Versagen der körperlichen Kräfte und des Nervensystems infolge von Ueberan- strengung, um nichts weiter handelt.
Genaue Dispositionen über Tag und Stunde des Erholungsurlaubs des Reichskanzlers sind noch nicht getroffen. Man darf aber hoffen, daß er schon in den nächsten Tagen den Park seines Palais wird ausfuchen können, und wenn dann die kurze Schwäche überwunden ist, die jede längere Bettruhe notwendigerweise mit sich' bringt, so wird alsbald der Antritt des Urlaubs er sollten.
Deutfchafrikanifche Verluste.
Berlin, 17. April. (Amtlich.) Im Gefecht bei Festkluft am 8. April 1906 gefallen: Gefr. August Jokisch, die Reiter Bolle, Arnrbrecht, Bienas, Dräger und 2ld. Meyer. Schwer verwundet: Le utnant Arthur Gäde, geb. in Stettin, früher Jnf.-Regt. 84 (Streifschuß, über dem linket: Auge, am rechten und linken Zeigefinger, Schuß durch den rechten Arm und die linke Schulter), Unteroffizier Josef Machner, die Reiter Bußm-ann, Ernst Neumann, Johann Gruber, Kronenberger. — Im Gefecht an der Onschasschlucht leicht verwundet: Oberleut- nant v. Baehr, geb. in Wittigwalde, früher Dragoner-- Regt. 10 (Geschoßsplitter im linket: Oberschenkel und in der linken Seite), Sergeant Paul Wiese: ferner: Untere Offizier Erich v. Hohendorfs Typhus gestorben.
Oberleutnant Waldemar v. Sobbe, geboren in Frankfurt a. O., früher Jnf.-Regt. Rr. 64, ist am 9. April in Ebolva in Kamerun an Gelenkrheumatismus, Gefreiter Otto Stickel an Typhus gestorben.
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— Der Kaiser ernannte zum Gouverneur von Deutsch-Ostafrika den bisherigen Generalkonsul in Warschau Frhr. v. Rechen berg an Stelle des Grafen Götzen. Frhr. v. R. ist 1859 geboren. Von 1893 bis 1895 war er Nickst er und Bezirksamtmann in Deutsch-Ostafrika, 1896—1900 Konsul von Sansibar.
Deutsches Nesch.
Be rlin, 17. April. Heute abend ist der Kaiser abgereist. Er gedenkt morgen vormittag in Eisenach einzutreffen, der Wartburg einen kurzen Besuch abzustatten und dann nach Schlitz weiterzureisen, wo der Kaiser am Nachmittag zu zweitägigem Aufenthalt einzutreffen gedenkt. Im Gefolge des Kaisers befinden sich: Hausmarschall Freih. von Lyncker, General von Scholl, General Graf Hohenau, Major von Neumann-Kosel, Generaloberarzt Dr. Jlberg und als Vertreter des Auswärtigen Amts Freiherr von Jenisch. Während des an den Besuch in Schlitz sich anschließenden Aufenthalts in Homburg werden dieselben Herren im Gefolge sein. Außerdem werden sich direkt nach Homburg begeben: General von Plessen, Oberstallmeister Freiherr von Reichach, Lukanus und General Graf von Hülsen-Häselcr. Die Kaiserin wird während ihres Aufenthaltes in Homburg vom 20. d. Mts. ab begleitet sein von dec Hofstaatsdame Gräfin von Keller, Hofdame Gräfin zu Rantzau, Oberhof- meister Freiherr von Mirbach, Generalarzt Dr. Zunker, und Prinzessin Viktoria Luise von Fräulein von Saldern, Mad- moiselle Laudu und Professor Dr. Perger.
Katt owitz O.-Schl., 17. April. Dec 9. polnisch- sozialistische Parteitag für Deutschland fand hier während der Osterfeiertage unter Teilnahme von 57 Delegierten statt. Den Hauptgegenstand der Verhandlungen bildete die Einigung der polnischen Partei mit der deut- scheu. Rach längerer Debatte gelangte eine Resolution zur Annahme, in der es u. a. heißt, daß die Organisation der polnischen Sozialdemokraten als ein Bestandteil der deutschen Partei anzusehen ist und daß erstere deren Programm sowie deren Partei-Instanzen anerkenne. Für die Einigung mit der deutschen Partei waren fast nur die Oberschlesier.
Ein neuer politischer Mord in Nußland.
Ein Petersburger Korrespondent telegraphiert, daß in der Stadt Borisoglebsk ein Kosaken-Offizier, welcher die politische Gefangene Maria Spiridonowa mißhandelte und entehrte, auf der Straße niedergeschossen wurde. Er starb unter schrecklichen Schmerzen nach einer Stunde. Der Attentäter entkam.
Ausland.
Kopenhagen, 17. April. Der König empfing heute den Admiral ä la Suite des deutschen Kaisers, Kontre- admiräl v. Usedom, der dem König im Auftrag des Kaisers eine deutsche Admiralsuniform überbrachte.
Bordeaux, 17. April. Der frühere König von DahomS, Behanzin, ist gestern auS Martinique, wo er 12 Jahre in der Verbannung gelebt hat, hier eingetroffen. In seiner Begleitung befanden sich vier seiner Frauen und mehrere Töchter. In einer Unterredung erklärte er, er habe nur den einzigen Wunsch, wieder in sein Land zurückkehren zu können, um den französischen Einfluß dort zu ordern._____ ____________________ ____________________________
Heer und Flotte.
Metz, 17. April. Heute mittag 1 Uhr 45 Min. verstarb hier plötzlich infolge Herzschlages der kommandierende General des XVI. Armeekorps, General der Infanterie von Stötzer. Louis Stützer war von Geburt ein Thüringer. 1842 als Sohn eines Försters in Römhild — Herzogtum Sachsen-Meiningen — geboren, trat er 1861 als Freiwilliger beim damaligen sachsen - meiningischen Jnf.-Regt. ein. Rach Uebernahme des meiningischen Kontingents in den Verband der preußischen Armee wurde er Oberleutnant im Jnf.-Regt. Nr. 51. Im Feldzuge gegen Frankreich nahm er an der Belagerung von Paris teil.
Das Unglück von CourriLres und die französischen Ausstände.
Lens, 17. April.
Heute wurden in Billy-Montigny sechs Leichen geborgen, von denen zwei rekognosziert wurden. Tas Rekognoszieren ist jedoch sehr schwierig, da die Ges ichter von Mäusen zernagt werden, die in den Gruben die Leichen völlig bedeckten. Zwanzig Leichen, die fast vollständig unkenntlich waren, wurden heute in Sallaumines geborgen.
In Li6vin bei Courriöres Fant es heute navchmittag zu Zusammenstößen zwischen den Ausständigen und dem Militär. Die Ausständigen schleuderten Stein« und Glasscherben gegen die Dragoner und Gendarm erweiche Verhaftungen vor genommen hatten. Ein Offizier wurde am Kopfe von einem Stein getroffen und bewußtlos vom Platze gelungen. 2 Soldaten wurden erheblich und mehrere andere leicht verletzt.
An der Kirche von Montigny en Gechelle explodierte eineDhnamitpartrone, die in dasselbe Loch hinein-, gelegt worden war, wo kürzlich bei der ersten Explosion die Patrone lag. Sie hat auch diesmal nur Materialschaden angerichtet. Rogier, der Syndikatssekretär der Sektion Avion, wurde in Roeux les Mines verhaftet, weil er zu Gewalttätigkeiten aufreizte. Sechs andere Verhaftungen wurden in Lens und Liövin wegen tätlicher Beleidigung der Gendarmerie vorgenommen.
Iom Ielnv.
Neapel, 17. April. Professor Matteuccl telegraphiert, daß die Nacht, abgesehen von einigen Stunden, sehr ruhig verlaufen sei. Die Tätigkeit des Vesuvs bestehe nur noch in vermindertem Auswerfen von Sand, der nach der östlichen Seite niederfalle. Die Apparate zeigen weniger Bewegung. Außer den mit verhältnismäßiger Dunkelheit verbundenen Aschenregen in den Gemeinden Ottajano und St. Anastasia wird aus den Vesuvortschaften nichts Bemerkenswertes gemeldet.
Berlin, 17. April. DaS deutsche Hilfskomitee für Cala brien, das imter dem Protektorat der deutschen Kronprinzessin sich gebildet hatte, dehnt seine Tätigkeit, wie die „Nat.-Ztg." von unterrichteter Seite erfährt, jetzt auch auf die Opfer der Vesuv-Katastrophe aus.
Wien, 17. April. Der Kaiser von Oesterreich hat vom König von Italien folgendes Danktelegramm erhalten:
„Den Worten des Beileides und Mitgefühls, die Eure Majestät aus Anlaß der Vesuv-Kataslrovhe an mich gerichtet haben, haben Eure Majestät eine hochherzige Spende für die Verunglückten folgen lassen und hierdurch Ihre Freundschaft für mein Land und Ihre Menschenliebe noch mehr zu erkennen gegeben. Ich danke Ihnen hierfür von ganzem Herzen und versichere Sie meiner tiefgefühlten Dankbarkeit."
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Madrid, 17. April. Aus Canarien wird gemeldet, daß auf der Insel Las Palmas, die bekanntlich vulkanischen Ursprunges ist, ein Berg eine hohe Rauchsäule auswirft. Auch Schwefelgeruch macht sich bemerkbar. Man glaubt an eine erneute Tätigkeit eines für erloschen gehaltenen Vulkans.
Aus StaM un- Land.
Gießen, den 18. April 1906.
** Der Zirkus Wallenda, der seit dem 2. Feiertage auf Oswalds Garten Vorstellungen gibt, hatte sich gestern und vorgestern eines sehr guten Besuches zu erfreuen und die Zuschauer waren von den teilweise sehr guten Leistungen des Künstlerpersonals sehr befriedigt. Tas sehr umfangreiche Programm weist eine angenehme Abwechslung auf, wobei das Hauptgewicht auf gute Pferdedressur gelegt wird. Bor allem verdienen Waldemar und Meta Wallenda Erwähnung, die sich beide als ganz ausgezeichnete Reitkünstter erwiesen, sowie Fräulein Anna Wallenda. Auch die vorgeführte .Hundedressur ist äußerst beachtenswert und daß der in Zir^tssen ja unentbehrliche Clown zur Zufriedenheit des Publikums „arbeitet", bewiesen die stets sich wiederholenden Heiterkeitsstürme. Ein Besuch des Zirkus kann sonach nur empfohlen werden.
** Die For tführung der Mainkanalisation. Ter Staatsver tra g zwischen den Mainuferstaaten Preußen, Bayern, Hessen und Baden wird, wie es heißt, nächsten Freitag in Berlin unterzeichnet werden, damit die Mainkanalisierung vorläufig von Offenbach bis Aschaffenburg in Angriff genommen werden kann. Unter den Vertragschließenden soll grundsätzliche Uebereiw-, stimmung darüber herrschen, daß Schiffahrtsabgaben zur Verzinsung und Tilgung der Baukosten und zur Unterhaltung des Kanals erhoben werden sollen.


