Konvention in den Kolonien, wo die Verhältnisse von den heimischen oft sehr verschieden sind. Die englischen Delegierten brachten einen Antrag ein auf Einsetzung einer ständigen internationalen Kommission, welche die Durchführung dec Uebereinkunft überwachen soll. Da die Beratung des Antrages einer gewissen Opposition begegnete, wurde sie auf morgen verschoben.
, Konstantinopel, 18. Sept. Der Sultan begann heute mit der nach der Untersuchung ihm vom Geheimrat Prof. v. Bergmann verordneten Kur. Er trank heute die ersten Gläser Offenbacher Kaiser Friedri ch q uelle. Das Wasser war am Morgen als Eilgut von Offenbach über England und mit besonderen Vorsichtsmaßregeln nach Jildis- kioSk befördert worden. Der Sultan befolgt von heute ab auch die durch Trinken des Wassers bedingte Diät. Bergmann kehrt übermorgen nach Berlin zurück, sein Assistent verbleibt aber auf Wunsch des Sultans bis zur Beendigung der Kur hier.
Buenos Aires, 19. Sept. Der Ministerrat beschloß, dem Kongreß ein Projekt vorzulegen, wonach innerhalb der nächsten 8 Jahre 6 % Millionen Pfund Sterling für Vermehrung der Kriegsflotte und der Küstenforts aufgewandt werden sollen. Gleichzeitig sollen aber mit Brasilien und Chile Verhandlungen wegen gemeinsamer Abrüstung geführt werden. DaS Schicksal der Flottenvorlage im Kongreß ist zweifelhaft. (Frkf. Ztg.)_____________________
Heer und Flotte.
— Der kommandierende General des 2. Armee-Korps in Stettin, v. Langenbeck, reichte sein Abschiedsgesuch ein. Er kommandiert das Korps seit 9 Jahren.
— Gelegentlich der Anwesenheit fremdländischer Offiziere beim Kaisermanöver hat einer der ausgezeichnetsten^ Offiziere der amerikanischen Armee bei dem für die Gäste in Breslau veranstalteten Abschiedsdiner eine bemerkenswerte Rede gchalten. General Duv all ergriff, nachdem er einen Toast auf Kaiser Wilhelm ausgebracht hatte, das Wort, um u. a. folgendes auszuführeu: .... ... w
„In unseren Herzen wird em immer waches Gefühl Zurückbleiben, das in aufrichtiger, durch so viel Güte genährter Bewunderung seinen Ausdruck findet, in einer Bewunderung für den deutschen Geist in allen seinen Erscheinungen, für jene vorwärts treibende Kraft des Patriotismus, durch welchen Deutschland so große Fortschritte macht, sei es, daß es diese Kraft der Entwicklung des Wohlstandes und der Künste des Friedens, sei cs, daß es die der Vervollkommnung jenes unentbehrlichen Beschützers dieser hohen Ziele, seiner nationalen Wehrkraft zuwendet, vor allem in einer Bewunderung für den soldatischen Geist, der die Landen des Volkes umgürtet und ihm seine Macht verleiht.
Aus Stadt und Land.
Sprechstunden der Redaktion 11—1 Uhr vorm., Vs7—V28 Uhr abds.
Gießen, 20. Sept. 1906.
• • Ordensverleihung. S. K. H. der Großherzog haben dem Gemeindeeinnehmcc Seb. Fritz zu Crainfeld das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps deS Großmütigen verliehen.
* * Auszeichnungen. S. K. H. der Großherzog haben dem Forstwart der Kommunalforstwartei Villingen, Förster Johs. Klein III. zu Villingen aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste" verliehen. — Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung S. K. H. des Großherzogs den Mitgliedern der sreiw. Feuerwehren zu Rodheim v. d. H. Balth. Jakobi VHI. und Jean Hch. Wall.
* * Der neue Alsfelder Kreisrat. S. K. H. der Großherzog haben den Vortragenden Rat im Ministerium des Innern Oberregierungsrat Franz Hölzinger ^um Kreisrat des Kreises Alsfeld mit Wirkung vom 16. Oktober, sowie an dessen.Stelle den Rat bei der Provinzialdirektion Rheinhessen Regierungsrat Dr. Otto Heinrichs '(früher in Gießen) zum Vortragenden Rat im Ministerium des Innern mit dem Amistitel „Oberregierungsrat" ernannt.
•• Die Wahlen zur Landwirtschaftskammer. Zur Leitung der am 11. Oktober d. Js. vorzunehmenden Wahlen der Mitglieder zur Landwirtschaftskammer und zu den Ausschüssen der Landwirtschaftskammer für die Provinzen hat das Großh. Ministerium auf Grund des § 24 der Wahlordnung für die Provinz Oberhesscn folgende Mahlkommissäre ernannt:
' 1. Wahlbezirk (Gießen): Provinzialdirektor Geheimeren
Dr. Breidert zu Gießen. 2. Wahlbezirk (Großen-Buseck): Regierungsrat Dr. Wagner zu Gießen. 3. Wahlbezirk (Lich-Hungen): Kreisamtmann Dr. Merck zu Gießen. 4. Wahlbezirk (Grünberg- Homberg) : Kreisamtmann Dr. Warner zu Gießen. 5. Wahlbezirk (Alsfeld - Groß-Felda): Kreisamtmann Dr. Michel zu Alsfeld. 6. Wahlbezirk (Lauterbach-Schlitz): Kreisrat v. Bechtold zu Lauterbach. 7. Wahlbezirk (Herbstein-Ulrichstein): Kreisamtmann Gebhardt zu Lauterbach. 8. Wahlbezirk (Gedern): Kreisamtmann Haberkorn zu Schotten. 9. Wahlbezirk (Schotten-Laubackp: Kreisrat Geheimer Regierungsrat Schönfeld zu Schotten. 10. Wahlbezirk (Nidda-Echzell): Kreisarntmann Dr. Löslein zu Büdingen. 11. Wahlbezirk (Büdingen-Altenstadt): Kreisrat Böckmann zu Büdingen. 12. Wahlbezirk (Vilbel): Kreisamtmann Werner zu Friedberg. 13. Wahlbezirk (Friedberg): Kreisrat Fey zu Friedberg. 14. Wahlbezirk (Bad-Nauheim): Kreisamtmann Muhl zu Friedberg. 15. Wahlbezirk (Butzbach): Regierungsassessor Weber zu Friedberg.
Zu unserer gestrigen Mitteilung über die Kandidaten für die im Kreis Gießen in Betracht kommenden Wahlkreise der Landwirtschaftskammer sei mitgeteilt, daß im Wahlbezirk Gießen Bürgermeister und Abg. Leun in Großen-Linden nicht kandidiert, also Landwirt Weil in Lang-Göns alleiniger Kandidat ist.
** Israelitisch e Lehrer. Durch einen Gesetzentwurf, der der Kammer vorgelegt werden soll, sollen die israelitischen Religionslehrer, die die Lehrerprüfungen bestanden und wöchentlich 20 Stunden Unterricht erteilen, definitiv und mit den gleichen Rechten der Volksschullehrer angesteM werden. Ten meisten Lehrern, die in kleineren Gemeinden amtieren, ist es aber unmöglich, wöchentlich 20 Stunden Unterricht zu erteilen. Ter Vorstand des israelitischen Lehrervereins für Hessen hat deshalb beschlossen, eine Reduzierung der verlangten Stundenzahl zu erwirken. Die Angelegenheit wird auch die Generalversammlung des israelitischen Lehrervereins am 30. Sept, in Frankfurt beschäftigen.
•* Verh aftung eines Hochstaplers. In den letzten Wochen kamen in verschiedenen Städten der Umgegend (auch, wie wir seinerzeit berichteten, in Gießen) Betrügereien vor, denen ein besonderer Trick zu Grunde lag. Der Schwindler mietete sich in einem feinen Quartier ein möbliertes
Zimmer. Sobald er eingezogen war, bestellte er sich in größeren Geschäften einen Posten feiner Schuhwaren oder Zigarren. Gleichzeitig teilte er dem Geschäfte mit, sie möchten dem Uebcrbringer der Waren das nötige Wechselgeld mitgeben, da er einen Hundertmarkschein in Zahlung gebe. In mehreren Fällen sielen denn auch die Geschäftsleute auf diesen Coup herein und sandten ihren Boten mit den verlangten Waren und dem nötigen Kleingeld in die betreffende Wohnung. Der feine Zinnnerherr nahm dem Boten die Waren ab und ließ sich dann auch das Wechselgeld geben. Dann ging er mit dem Bemerken auS dem Zimmer, er wolle den Schein hereinholen, der Bote möge nur einen Augenblick Platz nehmen. Um der Sache einen unscheinbaren und glaubwürdigen Anstrich zu geben, ließ er gewöhnlich seinen Hut im Zimmer zurück. Am Dienstag morgen ereilte ihn aber in Frankfurt sein Schicksal. Die Kriminalpolizei hatte nämlich festgestellt, daß der Schwindler mit dem 24jährigen stellenlosen Kommis Eugen Kümmerle identisch sein müsse. Er wurde in seiner Wohnung festgenommen. In seinem Zimmer hielt sich auch seine Begleiterin, eine Büffetdame auS Stuttgart namens Lina Frank auf, die ebenfalls sistiert wurde. Die verschiedenen Schwindeleien gestand er ein. Er batte sich gewöhnlich den Vermietern als ein Herr Proß aus Zürich vorgestellt. Er hat nach dem ,Gen.-Anz." dort schon drei Jahre hinter schwedischen Gardinen verbracht und war dann ausgewiesen worden.
•• Der geschäftsführende Ausschuß für das 2 6. Lahntal-Sängerfest hielt am Mittwoch seine Schlußsitzung im ,Postkeller" unter dem Vorsitz des 1. Festpräsidenten Stadto. Eichenauer ab. Der Vorsitzende gab zunächst seiner Freude über das schöne Gelingen und das günstige finanzielle Ergebnis des Festes Ausdruck, worauf der Finanzausschuß-Vorsitzende Sekretär Allendorf die Festrechnung vorlcgte und näher erläuterte. Danach betrugen die Einnahmen deS Finanzausschusses 8509.69 Mk. (im Voranschlag waren vorgesehen 7600 Mk.), des Bau- und Ausschmückungsausschusses 2269.35 Mk. (2175 Mk.), des Preßausschusses 900.90 Mk. (1200 Mk), des Wirtschaftsausschusses 4470.98 (3650) Mk., des Empfangs- und Wohnungs- auSschusses 1674.55 (1300) Mk.), des Gesang- und Musik- ausschusscs 26.88 (60.00) Mk. und des Zug- und Ordnungsausschusses nichts (15 Mk.). Verausgabt wurden vom geschäftsführenden Ausschuß 1010.62 (620) Mk., vom Finanz- ausschuß 315.65 (350 Mk., vom Bau- und Ausschmückungs- ausschuß 13362.94 (12370) Mk., vom Preßausschuß 843.31 (950) Mk., vom Wirtschaftsausschuß 206.69 (150) Mk., vom Empfangs- und Wohnungsausschuß 643.50 (900) Mk., vom Gesang- und Musikausschuß 1602.37 (1500) Mk., vom Vergnügungsausschuß 492.77 (560) Mk. und vom Zug- und Ordnungsausschuß 346.15 (300) Mk. Der Gesamt- Einnahme von 19 833,83 Mk. stehen 18824 Mb. Ausgaben gegenüber, sodaß sich ein Ueberschuß von 1009,8 3 Mark ergibt. Hiervon gehen noch 200 Mk. ab, die die vier Bundesvereine zur Deckung der ersten Auslagen vorlegten, sodaß rund 810 Mk. Reinüberschuß bleiben. Jv der sich anschließenden Besprechung würde festgestellt, daß die Ausschüsse im Rahmen ihrer Voranschläge gearbeitet haben und die Mehrausgaben auf Nachbewilligungen zurückzu- führen sind. Die Rechnung wurde genehmigt und Herrn Mlendorf und Herrn Sekretär Luh, dem Festrechner, Dank für ihre mühevolle und gewissenhafte Arbeit ausgesprochen. Für den Bundesdirigent und einige bei den Festarbeiten besonders in Anspruch genommene Herren wurden aus dem Ueberschuß 350 Mk. Remunerationen bewilligt, der dann noch verbleibende Ueberschuß soll an die hiesigen Bundesvereine des Lahntalsängerbundes zu gleichen Teilen verteilt werden. Der Vorsitzende dankte dann noch allen, die zu dem guten Gelingen des Festes beigetragcn haben, und brachte dem Lahntalsängerbund ein Hoch aus. Herr Challier sen. sprach hierauf dem verdienstvollen Vorsitzenden den Dank der Ausschußmitglieder für seine eifrige und sachliche Geschäftsleitung aus, während Herr Todt allen aus Mchtsängerkreisen stammenden Mitarbeitern an dem Fest namens der hiesigen Bundesvereine herzlichen Tank aussprach.
** Die Herbstkonferenz der Gewerbeauf- s ichtsbeamten fand n. d. „Darnist. Ztg." am 15. d.M. unter dem Vorsitz des Ministerialrates Dr. Usinger in der Mteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe des Großh. Ministeriums des Innern statt. Auf der Tagesordnung standen folgende Punkte von allgemeinem Interesse: Bedeutung der Tarifverträge, Erhebungen über die Zustände in der Heimarbeit, Einrichtung von Bäckereien, mehrere Fragen des Kinderschutzes, Verunreinigung von Bächen durch Gewerbebetriebe, Anzeigepfticht der Motoren u. a.
*' Der Gesundheitszustand unseres Infanterie-Regiments ist ausgezeichnet, wie unS von zuverlässiger Seite mitgeteilt wird. Insbesondere ist die von mehreren Blättern verbreitete Nachricht, daß ein Reservist des Regiments an einem Herzschlag gestorben sei, nicht richtig. — Wir hatten von der fraglichen Meldung keine Notiz genommen, da derartige unbestimmte Nachrichten ohne Namensnennung geeignet sind, die Angehörigen von Reservisten zu beunruhigen. Das falsche Gerücht scheint auf eine Verwechslung der Regimentsnummern zurückzuführen zu sein.
'"EineMeinungsverschiedenheit im Büdinger Stadtvorstand kam in der gestrigen Sitzung des Prov in- zial-Au8schusses zur Verhandlung. Man berichtet uns hierüber: Betreffs der Meinungsverschiedenheit zwischen dem Gemeindevorstand und der Mehrheit des Gemeinderats zu Büdingen hatte am 23. Mai d. I. Verhandlungstermin vordem Provinzial-AuSschuß stattgefunden. In dieser Sache handelte es sich um die Bestimmung des Platzes für ein neu zu erbauendes SchulHau8. Der Gemeinderat hatte einen solchen am sogen. Wildenstein in Aussicht genommen. Nachträglich verlangte ein Teil des Gemeinderats, daß die Frage, welcher Platz zu wählen sei, abermals zur Beratung gestellt werde. Der Bürgermeister weigerte sich dessen, da diese Frage durch die früheren Beschlüsse abgetan sei. Der Kreisausschuß des Kreises Büdingen erkannte den Bürgecmeister und den Gemeinderat für verpstichtet, die Angelegenheit nochmals einer Beratung zu unterziehen, da dies von der nach der Landgemeindeordnung erforderlichen Anzahl von Mitgliedern des Gemeinderats beantragt worden sei, und der Gemeinderat das Recht habe, seinen früheren Beschluß wieder umzustoßen. Der Provinzial-AuSschuß verwarf den seitens des Bürgermeisters und der Gemcinderats-Minderheit gegen dieses Erkenntnis eingelegten Rekurs kostenfällig.
'* Der Fall Hirsch el. In der Strafsache gegen den Abgeordneten Hirsche! wegen Unterschlagung ist die Verhandlung vor der hiesigen Strafkammer nunmehr definitiv auf Freitag, 19. Oktober anberaumt.
** Das Pröble ul der Landflucht. Unter Bezug auf den hierauf bezüglichen Antrag des Abg. Köhler schreibt man uns:
Wenn ich nicht irre, wird nach dem neuen Militärpensions- gesctz deneil, die den Zivilveriorguugsschein nicht benutzen, eine einmaliae Abfindungssumme von 3 0 0 0 M n r f gezahlt, wenn sie damit sich ihrem früheren Beruf entsprechend selbständig machen wollen. Wie viele davon Gebrauch machen, bleibt abzuwarten. Die Meisten gehen zum Militär, um seste Staats- ober Koinnlunalstellungen zu erhalten. Würde ihnen ihr Beruf zusagen, blieben sie wohl nicht zwölf Jahren beim Militär. Zwölf Jahre aber entfremden den Menschen seinem früheren Berni. Vielleicht aber wurde bisher mancher Beamter, weil lhm die Mittel zur Selbständigkeit fehlten.
’• Die Viehseuchen sind in Oberhessen noch ziemlich verbreitet. Vor allem ist es der Schweinerotlauf, er herrschte in letzter Zeit in Gießen, Langsdorf, Lang-Göns, Watzenborn-Steinberg, Hungen, Birklar, Münster, Burg-Gemünden, Bleidenrod, Alsfeld, Oberndorf, Langen- bergheinl, Dauernheim, Michelnali, Rieder-Mockstadt, Hof- Leustadt, Gedern, Oberschmitten, Wetterfeld, Ulrichstein, Friedberg, Hoch-Weisel, Bodenrod, Nieder-Weisel, Staden, Schlitz, Metzlos, Büdesheim, Bad-Nauheim und Vilbel; die Schweinepest ist in Oberhessen fast erloschen und herrschte nur noch in Gießen und Vockenrod, Milzbrand nur in Muschenheim, Rausch brand in Lang-GönS, Muschenheim, Klein-Linden, Alten-Buseck, Eichelsdorf, Eschenrod, Oberschmitten und Nieder-Seemen.
(z.) Kinzenbach, 19. Sept. Jü unferm Dorfe hält eine kleine Schäfereig^sellschaft noch nach- wie vor an der Schafzucht fest. Leider ist die Schafzucht in unferer Gegend immer mehr in Abgang gekommen, denn Wolle und Fleisch der Schafe waren bis vor kurzem sehr niedrig im Preise, auch will sich oft kein Schäfer mehr finden. Daß aber die Schafzucht noch für den Landwirt durchaus nutzbringend ist, dafür gibt der lebhafte Schafhandel den besten Beweis. So wurden heute hier alte jungen Hammellämmer aufgekaust und das Stück durchschnittlich mit 24 bis 26 Mk. bezahlt.
dl. Friedberg, 20. Sept. (Drahtmeldung.) Heute vormittag besuchte der Reichskanzler Fürst Bülow mit dem Grafen Oriola unsere Stadt. Die Herren besichtigten die Stadtkirche, das Schloß und die Burg und fuhren sodann um 9 Uhr 32 Min. nach Homburg weiter.
ie. Friedberg, 18. Sept. Das Großh. Ministerium der Finanzen, Abteilung für Forst- und Kameralverwaltung, hat auch in diesem Jahre der Landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft für O b e r h e s s e n, e. G. m. b. H., die Lieferung von künstlichen Düngemitteln, insgesamt 9000 Zentner Thomasmehl, 5600 Zentner Kainit, 1200 Zentner SuperphoSphat, zur Düngung der Domanialwiesen und Forstgärten übertragen.
— Hungen, 18. Sept. Die Feldbereinigung ist beendet, und es wurde mit der Verteilung und Uebergabe der Grundstücke begonnen. Eine begreifliche Erregung hat sich infolgedessen der landwirtschaftlichen Bevölkerung bemächtigt.
x Grebenhain, 18. Sept. Wegen der projektierten Bahnlinie Grebenhain-Lichenrot-Bir- stein weilte dieser Tage auf der schon voriges Jahr abgesteckten Strecke der Vorsitzende de§ Bahnkomitees Kaufmann Heß-Birstein und Ingenieur Lauterbach-Kaffel. Sie nahmen mehrtägige Besichtigungen und Vermessungen vor und äußerten, daß beste Aussicht auf baldige Erbauung der Bahn vorhanden sei. Die Bahnstrecke soll den südlichen Vogelsberg mit dem Kinzigtal bei Wächtersbach verbinden. Sie soll von Birstein als Fortsetzung der Strecke Wächters- bach-Birstein über Reichenbach nach Fischborn führen, den einen Höhenzug überschreiten, um bei Radmühl ins Tal der Salz zu gelangen. Von hier führt die Bahn über Lichenrot nach Bermuthshain und Grebenhain. Die Gemeinden haben sich zur kostenlosen Geländestellung bereit erklärt.
Darmstadt, 19. Sept. Heute nachmittag um 3 Uhr fand im Residenzschlosse Manövertafel statt, an der S. K. H. der Groß Herzog teilnahm. Eingeladen waren der kommandierende General des 18. Armeekorps v. Eichhorn, die Generalität und die Stabsoffiziere, im ganzen 60 Personen.
W. Frankfurt, 19. Sept. Die Villenkokonie Bu ch fch la g hat sich bisher sehr günstig entwickelt. Alleen und Plätze haben Namen erhalten und sind mit Silberlinden und dunkelblättrigem Ahorn eingefaßt. Die Bebauung des im Zentrunk liegenden Baublocks geschieht einheitlich nach den vom Architekten Meißner in Darmstadt entworfenen Grundsätzen. Augenblicklich sind 16 geschmackvolle herrschaftliche Villen, darunter Mi Doppelvillen fast vollendet und'eine Anzahl Neubauten projektiert. Tie Kanalifation und die Wasserleitung find vollständig fertig, ebenso ist auch die Gasleitung bald vollendet, sodaß die Bewohner auf städtischen Komfort nicht zu verzichten brauchen. Da der Bahnhof Sprendlingen unmittelbar neben Vuchschlag liegt, so hat die Main-Neckar-Bahn eine Anzahl wesentlicher Zugverbesserungen eingeführt, sodaß man Buch- schlag auch noch mehrfach des Nachts — nach dem Theater und nach Festlichkeiten — mit 15 Minuten Fahrzeit bequem erreichen kann. Der überaus billige Geländepreis, eine Mark für den Quadratmeter, und der Wunsch, in gesunder Hochwald frische ein eigenes behagliches Heim mit großem Garten zu besitzen, ohne die schnell erreichbaren Annehmlichkeiten der Großstadt zu entbehren, eignen den Aufenthalt in Buchschlag besonders für überarbeitete Geschäftsleute, wie für Rentiere und Pensionäre.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In unserem gestrigen Straskammerbencht befindet sich ein überaus törichter Druckfehler. In der 30. Zelle muß es statt „Svottliebhabereien" heißen „Sportliebhabereien". - Zu der am 23. Sept, stattfindenden Turn fahrt des Turnerbundes Lahn-Dünsberg auf der Badenburg .haben sich 48 Wetturner a.ngemelbrt. — Tas vorläufige Ergebnis der der Untersuchung der Schieß-Affäre auf dem Bahnhöfe zu Auerbach hat ergeben, daß die Kugel nicht vom Zuge aus geflogen kam. Ms mutmaßlicher Täter gilt ein Unteroffizier, der bei einem Bahnwärterhäuschen sich im Schießen übte. Der Zustand des hierbei schwer verwimdeten Streckenarbeiters ist befriedigend. - In Ober-Mockstadt verletzte ber emer Sttxr- tigkeit ein Mann seinen Bruder schwer durch drei Messerstiche in den Unterleib. Der Täter wurde verhaftet.
vermischte».
* Vom Taifun in China. Tie letzten Nachrichten aus Hongkong stellen fest, daß 100 0 Menschen im Taifun
iim9e. qjon 1 Junten.
Hongkong • . Europa f 5(linp,er§/rhen. < r, a ^annßflnbe
di- nimmt, W ' bann ba§ N früheren ®atter .Land der nnb Kaufmann nm Virginia lebt, 1 er jedoch em n engagiert 1“' sm- erfte M mit feinem* in eine junge t 3um Altar suh' Frau derart sch halten konnte, erklären, daß e zwei Frauen hc allerdings nicht während die z vereine.
• $ie Hin kanntlich die K Ein zum Christe wie er einem ai reichen Sprache1 auseinandersetzte andere Kaffer t fragte dann: , Der Erzähler d „Rein, bis in i • Die in die fanatische ri erwarten und 1 suchen, gibt bei Wie vor zwei s selben mit Hinkt war nicht zur 9i Dnchoborzm fite es Mord fei, eint gefeiten baoon, b nichts am 2eibe, noch Wolle. Wiele Zuge, und es mux geboten werden, \ Wibtn. Die An Wt, und ße 0 öderes zu effen, wehren sch überhe sie wird ihnen m gepumpt.
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