Ausgabe 
13.2.1906 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Eten.

Erstes Blatt

Dienstag 13. Februar 1906

Die keutiqe Dummer umfaßt 8 Seiten.

Deutscher Reichstag

Die Hefasir im Klien.

b)

b)

^piiiiu£'inDU|iric Jidir, rote )ic sich )ett der Be- I gründung der Zentrale für Spiritusverwertung entmirfdt

156. Jahrgang

Soweit kur bie deutsche Preise verfolgt haben, ist das neue italienische Ministerium bei uns in der öffentlichen Meinuna durchaus günstig ausgenommen worden. Unfreundlicher Acußcr- ungen Tonnen wir uns nicht erinnern. Es scheint wieder einmal eine tendenziöse Berichterstattung die Hand im Spiele zu haben Wir warnen unsere italienischen Freunde vor dieser Tcndcnz- macherei."

Tie Wgg. Hawck und Gen. beantragen, die Großh Mgrerung zu ersuchen, bei der bereits durch die Thron­rede angekündigten Regierungsvorlage über Abänderung d«s Urkundenstcmpels Bedacht darauf nehmen zu wollen, dwß die ^.auschverträge für landwirtschaftlich benutzte Grundstücke von Sternpelgebühren befreit werden.

Die Brückenwärter in Oppenheim und Gernsheim butten um eine andere Festsetzung ihrer Gehaltsskala und um Gewährung von Wohnungsgeldzuschüssen für die Bc- mtterr ohne Dienstwohnung.

Auf Veranlassung des Staatssekretärs des Innern anden in Fortsetzung der Kartellenquete kontra­diktorische Verhandlungen über die Verhältnisse in der Spiritus in du st rie statt, wie sie sich seit der Bc-

VezugSpretSr monallich75PI., viertel­jährlich Alt. 2.20; durch Abhole« u. Zweigstellen inonatlicb 65 Pi.; durch die Post "iDi f. 2. otcrtel- jährl. aussehl. Beslellg. Annahme von Anzeige» für die Tagcsnuuiiner bis vorinlllags 10 llhr. ZeilenvreiS: lokal 12Pf^ auswärts 20 Pfg.

Verantwortlich für den volit. und allgem, Teil: P. Witiko- für .Stadt und Canb*' und ,ßfend)i6iaal*: Ernst Heß; für den 9(n- zeigenteil: Hans Beck.

Mundsätze für die Abgrenzung der in einen Aus­schlag emzubeziehenden Straßenstrecken gegeben werden. b b

Gine dem Art. 8, Abs. 3 Ziffer 3 des Mainzer Stadt­er tniterungsgesetzes entsprechende Bestimmung über Stellung des Geländes bei Plätzen und einseitig be­bauten Straßen eingefügt wird.

Die Anlieger auch zu den Kvsten der Herstellung der ersten Beleuchtungseinrichtung herangczogen wer­den können.

Nr. 37

Erscheint täglich au her SonniaqS.

Fern föieuener 91 n^eiqer werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener gamilien» blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver^ lag der Brühl'schen Umvers.-Buch-u. Stein- bmderei. 9t. Lange. Redakkion. Ervedmon und Druckerei:

Schul st raße 7.

Redaktion e=g-ä) 112 Derlagu.Exved.^^51 Adresse für Deveschen:

Anzeiger Gießen.

Abänderung der SLärrte-Wahlordnttikg in Baden. . S. W. K. Karlsruhe, 13. Febr.

Wie nur aus zuverlässiger Quelle erfahren, sollen nichtz allem die Bestimmungen der Gemeinde-, sondern auch jene? der Stadte-Wahlordnung in einer, das WahL- gehermnis mehr als bisher sichernden Weise abge^ Wandert werden. Die Neuerungen lehnen sich, wie bei dev I Mmemdewahlordnung eng an die Bestimmungen des Land- tagstNihlgcjetzes an. Sie bestehen darin: daß die Form der Wahlzettel genau vorgeschrieben ist; daß der Wählen berm Eintritt m das Wahllokal einen, mit dem Stadtsicgek gestempelten Wahlumschlag erhält, worauf er sich in den im ^aglloml befindlichen Isolierraum begibt und dort uw, beobachtet den Wahlvorschlag in den Umschlag schiebt, barut b/n WahlnK tritt und in dem Umschlag' den Wahl- zettel abstiot. Wähler^ die durch körperliche Gebrechen ver> hindert smd, chren Stimmzettel eigenhändig in bfti Um- P)Iag ZU logen und diesen dem Wahlvorsteher zu über«, ber Beihilfe einer Vertrauens Person be* bitncn. _Jbve Wählerliste bleibt während der ganzen Dauer der Wahlhandlung aufgelegt.

-, - a»t) jvivvm ।uuiuC, eine Er- ein. Schließlich machte sich große Festigkeit geltend auf das Gerücht, daß Deutschland eine ent* gegen kommende Haltung bezüglich der Konferenz vorr Algeciras bekunde.

£arlamcntanfd?cs aus Hessen.

^rie Abgg. Müller und Tr. Gl äs sing beantragen her der 2. Kammer eine Reihe von Zusätzen und Ab- 11 b e r H11 gen der allg. Bauordnung, die bei der in Aussicht gestellten Revision berücksichtigt werden. U. a. wird beantragt, dem Art. 21, Ms. 1. folgenden Zusatz zu Aeben: Im Statut kann ferner bestimmt werden, daß auf Verlangen der Ersatz der Kosten für Geländeerwerbung und Ltraßenherstellung unter Zuschlag der erwachsenen Zinsen und Zinseszinsen zu 4 Prozent gestundet werden kann und -war bis zur gänzlichen oder teilweisen Veräußerung oder JtS zur gänzlichen ober teilweisen Bebauung des fragt lÄrundstuckcS; ferner dem Art. 21 der Bauordnung Zusätze zu geben, wonach: 19

Die Straßenkostenbeiträge zu öffentlichen Lasten eines Grundstückes im Sinne des § 10, Abs. i Nr. Z und § 156, Ms. 1 des Gesetzes über die Zwangsversteiger- ung und Zwangsverwaltung erklärt dezw. diesen gleichstellt.

(41. Sitzung vorn 12. Februar.)

Die Gesetzes-Novelle bctressend die Angelegenheiten der frei- : willigen Gerick> tsbarleit (Gerichtsstand von Militär Per- fönen) wird in dritter Lesung debattelos- genehmigt D mir ganz schwach besetzte Haus setzt sodann beim Etat des ts des Innern, Titel Staatssekretär die sozial­politische Generaldebatte fort.

rJS.91 <?t-?,bt5<igcn (Svz.) erkcmrt an, daß die sozial- politifche Versichen'ngSgcsetzgebung die Arrnenlasten verringert 1 bi&c, abcT auf Kosten der Arbeiter. Da von Wohlwollen gegen die Arbeiter zu reden, gehe nicht an. Was die bürgerlichen Par- t-cy, der den verschiedenen Formen der sozialen Versicherungen befchlosien hatten bleibe weit bmt:r dein zurück, waS danials seine Partei gefordert habe. So sei von seinen Freunden die Kranken- ^ificherung auch für ländliche Arbeiter gefordert, aber vom Reichstage abgelelmt worden. Redner plädiert weiter für die Ausdehnung der Krankenversicherung auf die Landarbeiter, um bann auf die Krankenkassen-Angelegcnbeiten einzugehcn und ins­besondere, den Konflikt der Kassen in Remscheidt mit den dortigen Aerzten wwic des Einschreiten der Aufsichtsbehörde dortselbst zu beleuchten. Als Redner im weiteren Verlaus wiederholt auf Zwischenrufe aus dem Hause antwortet, bemerkt

. Präsident Graf Vallestrem, nachdem er den Redner schon einmal er,ucht hatte, auf Zwiegespräche lischt einzugehcn: Ich bitte nochmals au£ Zwiegespräche nicht zu antworten, die gehen Sie mchts an. Sie halten Ihre Rede und damit basta. (Heiterkeit.) . .Stadthagen wendet sich dann besonders noch gegen emige neuerliche Auslassungen der Abgg. Eickhoff und Mugdan. Weiter geht Redner auf die mangelhafte Krankcnfürsorge und Unfallverhütung auf dem Lande ein. 1890 habe sogar der Kaiser m einer Rede auf diese unersprießlichen Verhältnisse auf dem Lande bei den Großgrundbesitzern hingewicscn. Bei der Regicr- ung fehle es offenbar an dem guten Willen, den Arbeitern zu helfen. Wenn Arbeiter streikten, würden sie bestraft.

Abg. Beumer Ott, polemisiert gegen den Mg. Hue. Ein trauriger Ruhm sei es, wenn man so wie Hu6 es getan' den Un- sneden m eine Industrie hineintrage. Die Angaben Huös seien völlig unberechtigt: er könne des nackMeisen. Auch eine Enquete darüber brauche die Eisen- und Stahl-Industrie nicht zu scheuen. . Direktor C asper erwidert dem Vorredner in Verhinderung deS Staatssekretärs, daß dieser mit seiner Aeußerung, die Ar- beiter hatten ein Verdienst an der Blüte der deutschen Industrie felbstverstandlich auch bie Verdienste der deutschen Ingenieure I um unsere Industrie anerkenne und daß er dies wiederholt auSgeunorfien habe unter anderem auf dem letzten Handelstage.

Abg. Stocker (wirtsch. Dg.) wendet sich gegen die Sozial- deinviraten und erklärt zn wissen, daß einige Tage vor dem I 21. Januar bei einem Waffenhändler 39 Revolver gekauft worden a,cn hnJsU Die seien doch gewiß nicht gekauft worden, I um fliegen zu schießen. Diese Tatsache beweise, daß cs etwas I habe geben sollen. Sicher sei auch, daß an der Aufmhr-Beweg-1 nug m Rußland die Sozialdemokratie beteiligt sei. Ans irr I Bahn der sozialen Reformen müssen wir vorwärts. Redner hofft, daß auch die Konservativen sich dem mischließen. £VL uium blewe zu sorgen für die Heimarbeiter: auch die Kranken-Ver-1 -______

sicherung müsse auf sie ausgedehnt werden. Sehr dankbar seil er dem Ara len Doiadowsky für dessen neuerliche Bemerkung, 2ie S'tuation rrirna

leb« m der christlich-sozialen Arbeiter-Bewegung. , . e 7?ltuat °n l« ^^cciraS

Dieses Wort des Grafen Vosadowskn sei ins Land hinau«gcflogen rctr^ roie man un§ 01,5 Berlin schreibt an amtlichen: und habe in den Kreisen der christlichen Arbeiter große Tcdeutung Stellen zwar als schwierig, jedoch nicht als hoffnungS-.

ZwnHen den ck-ristlicheii Arbeitern und den sozial- loS betrachtet. Auch an der Berliner Börse aewann Ä w? CmC 5E1,,bl(£,aft bi8 -um T°d- und das Slontal sch,i°tz,!ch eine ruhigere et,mmunfl bi®Ober" Abg. Freih. v. Pfetten (Ztr.) weist Angriffe zurück, bie ^Qni) nia)t anzunehmen, daß ein jäher Abbruch dev

der Mg. Sachse vor einigen Tagen gegen den Bischof von Regens- Marokko-Konferenz erfolgt. Die? würde in keinem 93er» hSSrf.Hr1, $a6e rannen einer angeblichen Stellungnahnnc bältnis stehen zu den bisher aufgewendeten diplomatischen ÄeS -d Mitteln. Um e n solches «Ui. .u «zielen. Ä

Abg. Peus (Soz.) erklä^ gegenüber dem Mg. Stöcker, die langen und komplizierten Vorverhandlungen bedurft. L-ozialdemolratie sehe die n ssifche Revolution mit ganz anderen I Vollends ist die von französischer Seite verbreitete Behauptungj betrachte. Leben sei nicht notwendig, aber falsch und tendenziös, daß Deutschland durch brüskes Alif-i

taten begehe, so iei^^u cnffchuldigen/"nich^ aber ^cine Reg?e^ !^ten den Bruch der Konferenz vorbereite, weil Deutschland,

ung, wenn sie, gegen ein empörtes Volk solche Gewalttaten L. öaJ . e anderen Machte Frankreich günstig gestimmt

verübe. Auch bei uns toolte man dem Volke keine Rechte geben üud. Ob die Stimmung für Frankreich so günstig ist, wird

gM"Ä' atf ÄSaÄ, %nfb«ä fiter* bCUt*

die Konsum-Vereine als ein nicht zu unterschätzendes Mittel er über die Regelung der Pollzelsrage m

zur Befreiung der Arbeiterklasse. Eine bessere Verteilung ber Picirofro Stellung nimmt. Auch tn diesem Fall könnte man. Arbeiter auf Stadt und Land sei zu wünscknni aber zu ewnög- sagen, daß .die allergrößten Kälber ihre Metzger selbev ÄhÄbÄKÄL ÄA ik - Marokko mitinfereffierten Möchte

Morgen Fortsetzung. ' '^ankrelch zur bequemen Verdrängung aller wirtichastliche»

_________ _____ Konkurrenz freie Hand lassen würden.

®*c pariser 93 ö rf e war am Montag bei Beginm

Berlin, 12. Febr^ G-stern abend waren bei bem onTo^t.^al^Vbc^trafnui^al @mf^^rObQ67nC^8eHinget

und Oberhofmeisler a. D. Graf Seckendorf. " ? -*

Das Staa tsministerium trat heute unter dem 1 Pn n

Vorsitz seines Präsidenten Fürsten Bülow zu einer Sitzung zusammen. Wie wir hören, wird sich dieser Sitzung wahr­scheinlich morgen ein Kron rat unter dem Vorsitz des Königs über mehrere innere Fragen, darunter Heim­arbeit und Ost marken Politik, anschließen.

Gegenüber einem römischen Telegramm des B. T, nach welchem demCorriere" zufolge die deutsche Presse dem Liabiuett Sonniuo eine schlechte Aufnahme bereitet habe, was in Rom um so peinlicher berühre, als So n n i n o eit Jahren als unerschütterlicher und absoluter Dreibundfreund beiannt sei, bemerkt dieNordd. Mg Zeitung" 2

Die von der Marineverwaltung in der neuesten Den k- s ch r i f t ü b e r K i a u t s ch o u entworfene Schilderung läßt cs begreiflich erscheinen, daß der Gedanke an eine dies- jäBrige. parlamentarische Studienfahrt nach Ostasien angeregt ist. Die Deutschen haben in den noch nicht zehn Jahren ihrer Herrschaft dort zweifellos ein tüchtiges Stück Kulturarbeit geleistet, im Verhältnis viel­leicht mehr, als die anderen in China angesessenen weißen Rationen. Das macht den Besitz wertvoller, aber auch bie Sorge um ben Besitz größer.

Es wäre Selbsttäuschung, sich gerade jetzt dieser Sorgen zu eutschlagen, denn die internationale Sage ist nicht mehr dieselbe wie vor sechs Jahren zurzeit der chinesischen Wirren. Rußland würde heute von vornherein aus " dem Konzert der Mächte ausscheiden, seine Eristenzberechtigung im fernen Osten ist ihm durch Japan bedeutend eingeschränkt worden. Ob England und Frankreich nochmals mit Deutsch­land gemeinsame Sache machen würden gegenüber der gelben Gefahr, unterliegt starken Zweifeln. Marokko, bad vor sechs Jahren im Dunkel der Halbverschollenheit lag, ist gegenwärtig und vielleicht auch in Zukunft baS Hinder­nis eines Zusammengehens der europäischen Großmächte. Tie Gelben müßten nicht die geriebenen Politiker sein, um diese Schwäche in der Position ihrer weißen Gegner sich nicht irgendwie zunutze zu machen. In einem Londoner Telegramm war die Rede davon, daß China von Eng­land die Rückgabe Weihaiweis verlangen werde. Dieses englische Depeschenfabrikat ist wohl nur zu dem Zweck in Umlauf gesetzt, um England gegen den Ver­dacht der Quertreiberei, zu sichern, falls China den Deutsche u in Kiautschou Schwierigkeiten ver­ursacht. Tatsächlich treibt England in Ostasien eine ?oiisch aueiide Politik. Das beweist mehr noch als das Bündnis mit Japan die Errichtung einesasiatischen Gibraltar in Singapore.

Auch in Frankreich erkennt man die in Ostasien herausziehende Gefahr, und es ertönt bereits der Ruf nach ememindochinesischen Port Arthur" als Basis s ü r m i l i t ä r i s ch e O p e r a t i o n e n. Auf Eng­lands Beistand kann sich Frankreich im fernen Osten nicht verlast en, dort sorgt der gute Marokkofreund ausschließlich für sich selbst. Leiteten weitblickende Staatsmänner die Po- littk an der Seine, dann würden sie über Marokko sich schleunigst mit Deutschland verständigen und ein Einver­nehmen mit diesem Partner anstreben zum Schutz der beider­seitigen, viel bedeutenderen Interessen in Ostasien. Ein solches Zusammengebeu Frankreichs und Deutschlands böte bei der Ohnmacht Rußlands, dem Eigennutz Englands und der Unsicherheit der Haltung Ame- ?kas die größtmögliche B ü r g s ch a f t f ü r d e n F r i e d e n in Ostasien. Wer die ftonzösische Regierung versteift sich auf seineVorrechte" im nordafrikanischen Dattelland. Am Ende soll in Ostasien erst die Glamme aufzüngelu, ehe die C in sicht die überhand gewinnt, daß dort gemeinsame und größere Interessen gefährdet sind.

Daily Telegraph" meldet heute übrigens aus Sona- ! fong, baß per chinesische Pöbel in verschiedenen Gebieten < grosse Ausschreitungen verübt habe, wobei Europäer 1 ums Leben gekommen seien. Die Mächte seien ac- nugenb gewarnt und hätten die Verantwortung zu tragen, : falls größere Ausschreitungen vorkämen.

haben. Reben Vertretern dec beteiligten Ressorts nahmeq an den Verhandlungen 110 Sachverständige teil.

Heute erschien ein Atta ch ec der französischeu) Botschaft im Rathaus und teilte Dr. LangerhanZ mit, daß er das Opfer einer Mystifikation geworden fei. Tie Pariser Gemeinderäte und ihre englischen Gäste hätten keine Depesche an ihn abgesanot. Wenn er auch. die Mystifckation bedauere, so habe Tr. LangerhanÄ Depesche doch sehr angenehm in Paris berührt.

Essen, 12. Febr. In der heutigen Vormittagssitzung des preußischen Bergarbeiter-Kongresses referierte Abg. Sachse vom alten Verband über die Forderung eines R e i ch s b e r g g e se tz e s. Tie reichsgesetzlick)« Regelung des Bergwesens bezeichnete Sackise als dringend notwendig, da; das preußische Berggesetz sich in seiner Anwendung als ein Messer ohne Klinge erwiesen habe. In den Vorder» gründ müsse das gänzliche Verbot der Ueberschichten, bie Eichung ber Fördergefäße, die Ausstattung der Arbeitern Ausschüsse mit ausreichenden Befugnissen, die Anstellung von Gruben-Kontrolleuren, die Regelung des Knappschafts- Wesens und die Einrichtung von Brausebädern auf Schäch-, ten und Hütten. In der Tiskussion wurden Mißstände auf den Gruben erörtert. Es ergab sich allgemeines (Sintert standnis mit den Ausführungen Sachses. Man nahm einen Beschlußantrag an, der besagt, der Bergarbeitertag halte, daran fest, daß ein Reichsberggesetz geschaffen werden müsse, damit neben der Regelung bergrechtlicher Fragen für bie Bergarbeiter im ganzen Reiche genügender Schutz geschaffen und auch das Kn a p ps ch a f t s we seu in diesem ©inne reformiert und einheitlicher geregelt werde. Falls jedoch die Regierung abgeneigt sei, ein einheitliches Reichsberg^ gesetz zu schaffen,sto ersucht der Bergarbeitertag die Regier­ung und ben Reichstag, die Gewerbeordnung noch in dieser Session so zu ändern, daß zum Schuhe der SSergarbeiterr eine Anzahl näher bezeichneter Vorschriften über Schichte zett, Heber- und Nebenschichten, Nullen, Gedinge, Zechen, Wohnungen, Gruben-Kontrolleure, Arbeiter-Ausschüsse und! ihre Befugnisse, Reformen des Knappschaftswesens, Schiedst genchte für Streitigkeiten, Einrichtung von Brausebädern' für alle Gruben usw. erlassen werden. Msdann wurde eine; Resolution angenommen, die ben Parteien bezw. bereu! Wortführern im Reichs- und Landtage, die für Aufklärung ber Borussiaaffäre ein getreten finb, den Dank des 2terq< arbeitertags ausspricht.

Sena, 12. Febr. Für das gleiche und direkte) Landtagswahlrecht finden heute im ganzen Groß. Herzogtum Versammlungen statt. Im Neustädter Kreis! wurden sie verboten. Hier einigten sich Freisinnige, Natio-, nalsozcale, Iungliberale und Sozialdemokraten für die Eiw, Vor allem j bemsung einer aemeinsomen Versammluna.

lchener Anzeig

w General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für öen Kreis Gießen

ge ««i

«littet

!?Uc '««Utiiitige

n stricken, Auftrickeu Anweben ».Strümpfen We ich mich angelegenllichft. ickgarne (telt WW

habe flclS vorrätig. ** F Preise billigst. nestine Hopfner Srünberger Stratze 17,

^tbitiininn

^"Higuiriluierten8

iwii'Nimi und Mljstcrci.K

wurden pro %hr a 3000 EchL?^ aajtet und verarbeiiet.

Werten unterF.LV 860 Rudolf Nasse, Giehcn.

e nm 31. Dftober 1905 flcqai 5cf)iiümam\WM in (Sieeen iprocheiieAelerdiPmgneDs Is unroatpc \xxwer Muern !. Stern, fßwd.*'

Verloren

Samstag abend zwifcheit I Uhr von der Sladipoß, usbnrg bis Kreuzpiatz eine nieibene, bestickte Tasche, en!> neben Kleinigkeiten bräunet lemonnaic nut einem Zeh»- Mck.rerehrlicheMerwiii> 1101, w« ° L ^Plockstrave Ibülj; lütt» 111 LO'lll«!!-

Vm WtH l nstag den 13, abds. 10UJ. utzerorveutliche General

Versagung

«ft 3 4*®

M-M« SM

sr-flS. e sSr-

Tübrunß | j