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15.1.1906 Erstes Blatt
 
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156, Jahrgang

Erstes Blatt

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Seneral-Anzriger

Amts- und Allzeigeblatt für den Meis Gichenf

Kegen die rrerrcn Reichssteuern.

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fick'! vorerst darauf beschränken

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Ganz u ffcinelbci. jiamer,

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rfÄftet tSyNch nutz« SmwrtßtfB.

Dem «Stehrn« Anzeiger werden im Wechte! mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familien- dsävcr viermal in der

Redaktion, Exvedllio« und Druckerei:

LchAlstraK- 7.

Redaktion 113

Verlag u.Exped.e-^öl Abresje für Dooeschen: 'Anzeiger Gießen.

den poht und aUflcm. Teil: V. Wittko: iüt .Stadt and Land'' und

jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich Pi.; buvd) die Post Vik. S.viertel- sährl. ausschl. Destellg. Annahme von Anzeigen für die TageönurmneL bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pig.

Verantwortlich für

..Gerichtssaal": Ernst Heü; für den An- aciacntcil: Hans Beck.

der nicht isoliert sein wollte.

Erfreuliche Kunde l.m für D.mtschstvb aus einem anderen Teile Afrikas, ans O sta fri sa Graf Goetznt hält den Aus­stand für soweit triebe roeschlagen, dass er im Februar seinen Urlaub antrctcn will. Tatsächlich iit aus den neueften Meldungen ersichtlich, daß die deutschen Tnippen kaum mehr auf ernstlichen Widerstand der Schwarzen stoßen: ihre Tätigkeit wird

S. u. H. Berlin, 14. Januar.

. .ckuug gcg:n die Rcichssteuervorlage

Montag 15.Jarmm: 1Ä66

Bezugspreis:

ßh monatlich 75M.,viertel'>

MotattonSl , lag der Bruhl'fchen

1 lnwerf.-Buch-u. Stein- ldruckerei. R. Lange.

plötzlich eingetreten war. , ,

T es Hauptereignis der vergangenen Woche war btc Beröffent- ! ick ui'..: d's deutschen Marokko-Weißbuches. Mit ziem- icher Spannung hat man es erwartet, aber es war bereits vorher aurckgesickert, daß sensationelle Enthüllungen nicht zu erwarten fei:ti. Zülow läßt darin lediglich die nackten Tatsachen sprechen, um auf diese Weife Wesentliches im französischen Gelbbuck- zu widerlegen. Es wird dargetcnt, daß das Verhalten des fron- -i'sifcktm Vertreters tu Fez kein loyales war, indem er sick nach Ausiage des Sultans, dem man ja wohl trauen darf, auf ein europäisches Mandat berief. Und ebenso ward nackMwiescn, daß Tckcassß über das englisch-französische Abkommen dem deut- scheu Botschafter gegenüber nur einige mündliche Andeutungen gemacht hat. Tein diplomatischen Brauche aber, so heißt es, entspreche es, derartige wichtige Abmachungen, den irgend wie in Frage kommenden Mächten schriftlich mitzuteilen. Bemerkens- ivcrt ist. das; man an der Seine sich keinerlei Mühe gibt, noch- mals - den deutschen Standpunkt zu widerlegen, , sondern fwenigstens. soweit die nickitchauvinistischen Blätter in Frage kommen die würdige Sprache deS Weißbuches anerkennt und hervorhebt, daß das Weißbuch sich jeder aggressiven Tendenz en'.hcklp'. Ticks! eröffnet eine erfreuliche Perspektive für, die Maralwkonfercnz, zumal auch verschiedene dorthin gehende Drplo- ruateu rffeu ihre Zuversicht auf einen glücklichen Ausgang aus- gedrückt haben. So hat soeben erst wieder der Madrider deutsche Botschafter von Radowi^ erklärt, daß die 2lbsichtcn der deutschen Regierung sehr friedfertig seien. Tie Konferenz befche übrigens keine so große Wichtigkeit hinsichtlich der Schlichtung der Interessen beiirr Länder. Indessen dürfte mau doch ntcht die gegenseitigen Interessen unterschätzen. Andererseits habe aber die Konferenz insofern große Bedeutung, als sie die A tmo- sphlre zwischen Deutschland undEnglandreinr- g c n und herzliche Beziehungen zwischen beiden Ländern hevbeiführcu könnte. Er stelle sich auf diesen Standpunkt und dies sek das Ziel, welches zu erreichen er sich bemühen werde. Er werde versuchen, sofort nach Eröffnung der Konferenz das, was in der diplomatischen Sprache eine günstige Atmo­sphäre heiße, lverzustellen. 'Ter itol. Deputierte Galli, der Marter Crispi lkuterstaatssckretär war, sprach, allerdings tm Gegen'ab zum größten Telle der italienischen Prelle, die Ansicht aus, daß Kaiser Wilhelm durch seine Fahrt nach 'Tanger die Reckte Aller im Mittelmeer gerettet habe und Italien den Weg !wies, wie es Irrtümer seiner Mittelmeerpolitik wieder gut machen könnte. In Verfolgung seiner Interessen mache cs Frank­reich gar uickjZ aus, das Gleichgewicht im Mittelmeer zu zer­stören. das niemand mehr verteidigt habe, bis der Kaiser kam,

(Unberechtigter Rncf'br

erfreuliche V- cldungen. Auch ein Gieß e n e r e ck. den lokalen Teil.) aus Kamerun

: 5 t» von P u t V ch einsperren läßt,

Anßland in Mten.

Ein Dynamitfund in Petersburg.

Unter den Schneemassen des in die Newa mündenden' Ust-Ischoraflusses wurden in Petersburg zwei Kisten mit Dunamitpatronen mit allen Vorrichtungen zur Herbei­führung einer Dynamitexplosion gesunden. Die G^heiin- Polizei'ist der Ansicht, daß diese Vorbereitungen für ein Attentat auf den Zaren, welcher am 19. d. M. zum Feste der Dasserweihe an den Newasluß kommen sollte,, getroffen waren. Infolge dieser Entdeckung findet die Reise des Zaren von Zarskoje Sselo nach Petersburg nicht statt,

Zn den OstseeprovmM.

mehren fick die Anzeichen dee Beruhigung. Nach telegra­phischer Meldung aus Riga sind die Städte Semfal und Salisbura im Kreise Walk, wo ein altes Schloß des Barons Vietinghoff ein geäschert worden war, von einer Ab­teilung des Generals Orlow besetzt worden.

In Riga selbst hat die Polizei neue wichtige Entdeck­ungen gemacht. In der Spreutstraße wurden zwei geheime Tynamitpatronenfabriken in einer Privatwohnuna aufge­sunden, ebenso das Verzeichnis der revolutionären Kampfts- organisation, sowie falsche Pässe, Kriegspläne, Waften und viel Munition. In der Gertrndmstraße wurden eine ge­heime Druckerei, sowie große Massen revolut. Schriften be­schlagnahmt. Zahlreiche Personen, m.'ist der I telligenz an- gehörend, wurden verhaftet.

Ter Ausstand in Kurland ist nock nicht nieder- geworien, das Aergste dort noch nicht überstanden. Da? altkurische Schloß Neuenburg, der Stammsitz des Barons' von der Recke, ist n ie d er g e b r an n t: ebenso find bte- Schlösser Dondangen und Edwahlen eingeäschert.

Nach einer Meldung aus Mitau batte das energische, Vorgehen der Behörden den Zerfall der revolutio­nären Organisationen zur Folge. Die Leiter der­selben verstanden, sick rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Außer verschiedenen Ausstandsausschüssen stellte auch die Vertretung der Gemeinden und der Lehrer, welche längere Zeit das Volksleben beeinflußten, ihre Tätigkeit ein.

Im Innern NirßlandZ dauern die Bauernunruhen fort. Beim Städtchen Talnoje haben 300 mit Brechstangen und Aexten bewaffnete Bauern, die Majdenetzer Zuckerfabrik zerstört. Im .Kursker Gouvernement beträgt der von 27 Gutsbesitzern erlittene Schaden drei Millionen Rubel.

In Jewly explodierte eine in Moscau nach Schuscha aufgegebene Postsendung; dadurch wurden 16 Per«

fand beute in beit (Armou ck-Sälen statt. Vertreten waren der Bund "der Industriellen, der Bund der Handel- and Gyveroe- treibenben, der Bund der mittleren und kleineren Brauereien der norddeutsch'n Brauüeuerge.-ofsensv'aft, der Ve.m'rcwcr.-.n Leip-

Leckand Deutscher Zigareckcn-Fabri wecksaliscker Brauereien, der Verein

die festen Plätze besetzt zu halten, reif'üge größeren Umfangs werden nickt ist, wenn nickt ber hinkende Bote noch ge-'anaen, als man zu hoffen wagte. Aus

hat alle Welt in Wallung gebracht: man fordert allent­halben eine DiSzipttnaruulcr suckung gegen den GJouoernci-.r und bcn Assessor, ber das Urteil gefällt hat, sowie die provuorcka? . Freilassung ber verurteilten Häuptlinge. Der Empfang, der Herrn v. Pnttkamer in Berlin bevorsteht, wird jedenfalls nicht besonders angenehm sein. Die Bebauptung, daß die Beschwerden ber Mwaleute sckwn vor Jahren in Berlin vorgebracht worden eien, vrird offiziös für ganz unNrtrefffenb erklärt.

In Fr a n kr ci ch hat man augenblicklich außer der Marokw- orge noch andere Sorgen. Morgen, am 16. Januar, nnrb in Versaittcs' der neue Präsident der Republik gewählt, und man begreift, daß diese Tatsache unseren westlichen Nachbarn einiges Kopfzerbrechen macht. Es ist doch nicht ganz gleich- giltia, wer in Frankreich die Paraden abnimmt, die Ausstellungen eröffnet und an die europäischen Potentaten depeschiert. Wer Präsident werden soll, darüber gehen die Meinungen well ausein­ander Don m er ist zum .Kammerpräsidenten gewählt worden: man sagt, er lei cls Kandidat für die Präsidentlchall der Repu­blik durch den Ausfall dicstr Wahl etwas in den Hiittergrimb gedrängt worden, da feine Majorität nickt allzugroß Ivar. Augen- blicklich beherrscht F.alliörcs ziemlich allein den Plan und gilt c-ls Jgvorit. Es gibt aber auch Leute mit ber bestimmten Ansicht, daß der erste Wahlgang in Versailles resultatlos ver­laufen werde, und daß bann als Retter in ber Not Sou bet aus den Plan springt. Auch an Ronvier, Deschanel und Ri bot wirb gebackst. Wir brauchen nnS darüber den Kdpf nicht zu zerbrechen, denn für uns ist es ziemlich gleichgiltig, wer in Frankreich die Regierung repräsentiert. Ein Ehauvmist, jun neuer Boulanger wird cs nickt sein, dazu ist bie Reehrycrt zu vernünftig. Hub alle anderen Herrschaften smb uns gleich wert und teuer, wenn sie nicht zu sehr mit dem eoobei raficln.

Jenseits des Kanals steht man ganz unter dem Ein­drücke ber Wahlen. Diese haben am Freitag mit einem liberalen Sieg in I'swick begonnen. In Tover ereigneten lick großo Dahl'.'.nruhen, als bekannt wurde, baß bock ein früheres Mitalieb des KabmcttS Balfour, Windham, gesiegt l>alle. ES kam schließlich zwischen walen und Kvnservativen zu einem Kampf, wobei Stühle und Tisck" als Massen benutzt wurden. Auch in Bakewell (DerbysbirO entstand in einer lib- cken Wahl­versammlung ein allgemeiner Kampf, nachdem icmanb beleidi- genbe Bemerkungen über her, Burenkrieg gemacht hatte .Mehrere Männer wurden verwundet, Damen wurden ohnmächtig., nuf ber Straße würbe weiter gekämpft. Ans einer liberalen Veriamm- lung in einem Dorfe der Insel Anglesey fanb sogar eme^ Ex­plosion statt, anscheinend durch Dynamit. Em »Fu-Kr nnrrbe zersprengt, die Versammlung sebocki nur erschreckt. 'SDtueit die Resultate bisher bekannt sind siegten die Liberalen aus der ganzen Linie. In Manckchter eroberten fxejolle Sitze. Balfour wurde von seinem lll-gra^n' Gegner in - i au men er mit der übewifitigeubei Kbeluyeit via 1 TW Stimmen gcMagen. In den liberalen Klubs unb Vartciientren herrscht imbepchreib- lichrr Jubel. Selbst in Bradfcrb, einer ber Hauptwften i^er Schuhzöllner, schlug der Liberale bcn Unionisten mit fast 2000 Stimmen Majorität, lick'ch den letzten Ergebnissen lind geivahlt: Ü7 Liberale, 13 Unionisten unb 7 Irländer. Die Liberalen ge­winnen 24 Sitze, während die Konservativen Seinen einzigen W winn zu verzeichnen haben. Ec mutz kerücksicktigt, werden,, oatz^ sich unter den Liberalen acht Mitglieder ber Zbckeiterpartei be­finden, von deneii vier neu sind. .

In Rußland haben sich anscheinenb die Verhaltniffe m ber letzten Woche etwas gebessert. 'Aeußerlich wenigstens ist die Ruhe in bcn meisten Gegenden so ziemlich hergestellt, Haupt,achnck mir noch weite Strecken int Kaukasus befinden sich m offenem Aufruhr. Schwere und blutige Kümpfe haben dort neuer­dings zwischen ?krmeuiern unb Tataren stattgefunden. Der ganze nördliche Kaukasus ist in den Händen ber Revolutionäre, cbenw die Wladikawkas-Eiseiibahn. Tas Komitee ber vereinigten revo­lutionären Parteien in Tiflis bat jetzt jcdock iuiolge de- chcitz lingens der Revolution im Zentrum Rußlands bie Veenbigung bcs Ausstandes angekündigt. Wie cs in den Ost sc c pr ov i u - z en stobt, davon hat man keine aitthmusc^e Nammcht.

hört nur ab und zu davon, baß einerseits Eosser Niederge- brarnit, andererseits Rebellen gelaugt oder erschossen wrben, baß die Truppen vvrmarschiercn, usw. aber wie es eigentlich steht, weiß niemand. Daß die erste'.'. Meldungen aus den Ostsee- Provinzen übertrieben mir en, wirb jetzt von den beullchen Be­wohnern von Riga bestätigt. Tie Flucht sehr vieler z.eut|c. er war übereift. Tic sibirische Stadt Icrutsk ;oll tzch auch tn den Händen von Revolutcknären bcfiiiben. 12 Bewaffnete drangen, so wurde gemeldet, in bie Wohnung des Gouverneurs ein unb traten in sein Schlafzimmer, während er noch tm Bette lag T urck Todesdrohungeii zwangen sie ibn, seine Amtsschlnfiel unb Amtchiegel berauszugebcn. Ter Vize gou v erneur wurde erschossen. Der Polizeickef kämpft" verzweifelt irm |etn Sebert bis er von rinigm Kugeln actroffeu, lmngestrcctt tmirbc In dem Kämpfe tötete er mehrere Revolutionäre. Die Truppen hatten sich früher den Ausständigen angcscylichen, sobaim imirbc die Stadt geplündert. Aus Moskau warb gemeldet^ baß eine Anzahl Truppen, die aus der Manbsckmrct -urückgekehrt sind, sich' den Revoliitionären angeschlossen hatten. Dcr ge­fürchtete 22 Januar soll, wie das Petersburger Ereklitivkomnee bcs Natts ber Arbeiter mitteilte, ohne jeglicke Demonstration verlaufen Die Arbeiter werben nur an biesem Tage nicht «werten, ferner sotten Seelenmessen für bie am 22. Januar 1905 Getöteten gbgehalten werde". Masseuverhaftungen bauern m P-ter.wurg inzwischen fort. In der Wohnung einer vornehmen Stinte mürbe eine Bomoenfabrik entdeckt mit 15 fertiger. Bomben, sowie eine Menge Vorräte intb Sprengstoft. Es mutz übrigens lorrttattcrt merbciT, daß Gras Witte sich kaum noch vom General ^repow unterscheibet: er fuhrt jetzt so ziemlich das gleiche Sckreckens- regiment. Auch Witte wirb ber Moses nicht wrn, der das russische Volk aus ber Knechtschaft eines bestechlichen 2.camtcn- tums in bas gelobte Land der Frechcrt führt. man glaubt pfff fogar, er werde die Unruhen zur Ausrede nehmen, um bie Berufung der Rcichsduma hinarszuschicben. So bürste auch das neue Jahr, besscu Antritt ;nan ie'tt in Rntzlanb begeht, fein Jahr des für das önlickv Rackckwrei E soerben.

kanten zu Berlin, der Verein Deut! >er Tabaksiwrikanten unb. -Händler und tfic Zenttalvercinignug preußischer ^cretne p- Hanbei unb Gewerbe. Tie Sck< den, die die Erhöhung Br aufteuer im Gefolge haben sott, legte Reckt: rwalt Dr. Z o ph cl- Leipzig bar. Schlv ßmacger aus ?yranliurt n. ..c. behandelte die Tabaksteuer, die nack seiner Aunc.n geEzu. ruinös wirken würbe. 63 r e i e r t - Dresden wom Verband Deut­scher Zigaretten-Fabriken bezeichnete bu' Zia arettcn-^n- buftrie als das Opfer, das dem rasenden See wühl letzt gc-; bracht werden würbe. Gegeii bie Verkehr sstcn ern tonnbte, sick Kommerzienrat Lissauer - Der: in. _ ; am S sprach ber Gkneralfclretär bcS Bundes der Industriellen, wr. W enb- ianbt, der sich dagegen wanble, daß die neuen Lasten^avermals von Industrie und Handel aufgebracht werden sott.n. ~te ..miu3 Wirtschaft suche man möglichst zu enttasten, wie die e>cpbcruemtng bes ländlichen Besitzes in der Erbschaftssteuer bewein. Sodann sand folaenbe Resolution einstimmige Annahme:

Die iwm Bund ber Industriellen einberufene Versamm­lung von Verbanden' unb Vertretern ans allen Industrie- unb Handelskreisen spricht sich 'für die Aufbringung^.von Tutteln, für die als notwendig aiierlännlc Rc. oo.nanzresorm ?n'.r Tew- stärkung unserer Wehrkraft aus. Ti? Versammlung jit ieboch nickst in ber Laae, sich mit der Beibehaltung des Svckcms ein­seitiger unb verkehrshinderlicher Bclastmgen von Handel unb IiidiEttie und sogar einzelnen ErwerbSgritzWw!' - einverstanden zu erklären. Sie fordert eine großzügige Finanz- und eteuer* Politik, die unter Heranziehung aller lcistungsstlligen Vc- votteri'.nack'ckichten ein» bauernde Regelung ber ^.e'chsfinanzlage> gewährleistet. Diesem Grundsätze cntftr-cht in der gegen-, wärtigen Vorlage bie Reichsorbsckaftssteuer, deren weiterer Aus­bau zu eanpfehlcn ist, namentlich auch in ber Ricotung, daß bie Devorzuguwg bcS lanb- unb forslwirtichailliawn wteS beseitigt wird. Die Tabak- und Zigaretteninbustri.m dürfen^ nickst wie vorgcschlagen belastet werden, weil dadurch bie Entwick­lung und bas Fortkommen biefer Jwdaistricn besonders nl den mittleren und kleineren Betrieben gehemmt unb zum Teil imterbnnbcn wirb unb große Arbellcrmasscu O^csthr laufen, in ihrem Erweck geschädigt zu werden w-eSgicicken find alle vo-rgescklagencn Verkehrssteucru abzulehnen, weil damit der modernen und natürlichen Entwicklung iv.'c oerbdlig'utg ber VerkehrÄnittel ewtgegengeackeiti-t wird. Aus der Ver­sammlung werden folgende Vorschläge gemacht, me wir der Beachtung der Regierung empfehlen: 1. EiMw nu>g^ einer Reickseinkommensteuer, 2. Einführung einer R-?i. 'cvermögens- steuer, 3. Abschasiung aller Liebesgaben, 4. Verminberiing und Beseittguwg aller produktiven Belastungen der Industrie, d-.e ihr wie die unverhältnismößig h^'-en Beiträge zum Reserve­fonds her Bernssgenosscn sckastew VcIrickskaprtal entziehen

Neue Oper- ckckneu und mehr b."cksicht'gt. Ta nachkommt, r

S ü d a f r i f a iur.-men

fonen verwundet.

Der Zar, Witte und Durnowo.

DieNow. Wrem." veröffentttcht einige Aeußerungen. des Grafen Witte über die Seck st h.rr schafft unb über das kaiserliche Manifest vom 30. Oktober. Danach sagte Witte auf das bestinvntteste, daS Manifest, welches wör'üch zu interpretieren fei, enthalte kein Wort über die Beseitigung des Titels und der Rechte des Selbstherrschers. Selbstverständlich habe der Kaiser das Recht, das Manifest wieder auf^nhcben. dock nehme er nichts zurück, was er bewußt und ans gutem Willen ge­geben habe. B. i einem anderen G sprach wies Witte auf land und den ...lifer selbst hin. Durch deck Manifest habe der Zar freiwillig sich eines Parti-Tst ns seiner Rechte utsHer^Zigaretten^Wl entäußert, indem er diese in den Grenzen i)ct im Manifest

Tw Justiz i. .vieren, ber Beschwerdeführer ein]

Are Avmmer nmsaßt M Keitm, politische Wochenschau.

Sell Beginn der vergangenen Woche tagt der deutschc Reichstag wieder. Es ist kein Grund, bicffes Ereignis bc- ionders zu preisen. Eine Steueckckotte ohne große Gosicktspunite, rin sehr schlecht besetztes Haus das sind Tange, die jebcS An- mreffe töten müssen. Streng genommen war die paAamcntariscke Arbeit bisher sehr geringfügig und brachte nichts Neues. Ucker hic Reichsfinanzrcform fällt btc Enttcheibimg in der K-ommission, wo man besser unter sich ist. Daß bie Regierung bereit ist, tn biesem ober jenem Punkte nachzugcken, wenn nur bas Fazit bas Gleiche bleibt, hat Herr v. Stengel wieber betont. aber -: n nnrb der ganzen Geschichte nicht froh, denn schließlich ist bas Enbe vimt Lieb doch immer bas Zahlen, tfür mmdesttus 100 Millionen muß ber SchatzfekretSr n!eue EtnnahmcqucNen suckln unb eS dürste ihm au* nicht allzu schwer.wckben, da i-wsch-iebene Parteien mit Vorschlägen heran-rücken, nnc beisPiclS- weife die Konservattven, welcke AuSfuhrzötte für Kohlen unb 5t-nli und Weinsteuer befürworten. Die n atton alli berale Traktion bes Reick-stages hat sick wegen ihrer Vertretung tn der Sttnicr-KomMillion schl'Asig gemacht. Demimch treten m die Kommission ein: bie Abgg. Dr. Becker-Offenbach, Büsmg, e-T ^icf^r und Westermann. Es wick angenommen, daß die ckommifllion z-unäckst bet Deckungsbcbrrf für bie nächsten fünf rghre feftsirtten unb demnächst an die Beratung der Vorlagen vegen der Tobak- unb der Brausten er Heron treten wirb, damn

jot allem bie beiden großen Gewerbe mit ihrem Hecr von Ar- 'rcktern unb mit ihren zahlreichen HMgewecken wissen, wie sie v-ran sind. IM Fortgang ber Beratungen Nord sick nwlst mckr- ckack ein Wechsel in ber Vertretung^ der Fraktion tn dieser 'stchtigften Kommission her Session nötig machen.

Ein tragisches Geschick will es, batz in einem Momente,^wo ruf dem Gebiete der Auslands Politik die Wellen sehr hock gcpen, ,)ct Leiter beS deutschen auswärtigen Amtes, Irell?. v. Rickt- h offen, schwer erkrankt ist. AtterbingS hält, nach neuester. Mcldungen, erfreulicherweise die Bessemng im Befinden beS S: a'ssekrctärs an. sodaß, wenn kein Röck Mag ein tritt, man ve. Hoffnung auf Wiederherstellung hegen darf. Freilich ver­tritt in ber Öcffcntlichkell ber Reichskanzler die Auslendspotttn - nb io hat ber Staatssekretär weniger Gelegenheit, 1 em Wirken >v Oefffentlickkeit zu zeigen. Aber wenn auch Fürst Bulow die 7, ircktiven augibt, so ist bock noch viel «mdere Arbeit zu leisten, hie einen ganzen Mann erfordert. Diesen Posten fu.lt Derr oon Richthosen vott ans. ,

UcbTtgcnS scheint Freund Hem in hoyereu Regionen Ernte halten zu wollen: Nack kurzem Leiben ist ber frühere Prcußiicke 'rttmoahnminister v. Thielen versto-cken, ber leibet seine Kräfte 7 , t 'in dem Maße entwickeln founte, wie er wohl wollte, do. ?ic preußische Irnanzverwaltung die Eisenbahn als wiMommenc ' Rilchkuh betrachtet. Daß Thielen nicht ber Bureaukrat war, als den mau ihn binftcttte, zeigte er sofort nach dem Abgänge wct- uelF, titbent er mit verschiedenen erfreulichen Reformen hervor- ckam. In ber Kanalffragc hat er dagegen weniger Glück gehaot, cklcrdmgs ist dies nickst so sehr sein Verschulden, als vtelniehr der Umschwung, ber in den Anschauungen an nock höheren Stetten