entdeckt batten, ferner ob die egyptischen Truppen zurzeit die Insel Farun, die die Türkei als ihr Gebiet beanspruche, besetzt hielten, ob jede der streitenden Parteien setzt Gebiete in der Nähe der schlecht bestimmten Grenze habe, das von der anderen beansprucht werde, und ob die Angelegenheit dem internationalen Schiedsgericht unterbreitet werden soll. Der Staatssekretär des Auswärtigen Eduard Grey erklärte, die Forderungen, die die Türkei im Verlaufe der Verhandlungen erhoben habe, gehen weit über Tabah und die anderen in der Anfrage erwähnten Punkte hinaus. Wir können die Sicherheit des Suezkanals und Egyptens nicht von einem Schiedsspruch abhängig machen. Das beste Mittel zur Bestimmung der Grenze ist die Ernennung einer gemeinsamen Kommission, die wir vorgeschlagen haben.
London, 10. Mai. Wie der „Standard" au§ Athen unterm 9. Mai meldet, erhielt das englische Atlantische Geschwader unter dem Kontreadmiral Prinzen Louis Battenberg den Befehl, nach der Phaleronbucht zur Unterstützung des Mittelländischen Geschwaders zu gehen.
Insgesamt konzentrieren sich im Pyräus unter dem Kommando des Admirals Berresfords 5 0 en gl. Schiffe.
Port Said, 10. Mai. Die kriegerischen Vorbereitungen werden fortgesetzt. In der Umgebung von El Arisch ist das Kriegsrecht proklamiert. Die Truppen- Transporte nach Sinai dauern an.
Eine Debatte über die Abrüstung.
London, 9. Mai.
Bellairs (lib.) brachte ein Amendement zur Resolution Vivian ein (vgl. das gestrige Blatt), in welchem erklärt wird, bas Haus verlasse sich darauf, daß die Regierung die Ohe r- hoheit Englands zur See aufrechterhalten werde, und daß es glaube, es sei für die Regierung nicht ratsam, eine Beratung in Betreff der Rüstungen zu eröffnen, welche die auswärtigen Mächte für die Verteidigung ihrer Gebiete für notwendig erachten. Sodann verwies er auf das An- wachsen der deutschen Flotte und auf die Stationierung einer Torpedo-Flotille in der Nordsee. „Sehr zu unserem Bedauern war die Stimmung in Deutschland gegen uns und gab Veranlassung zu irrtümlichen Darstellungen. Sie bestand während des Burenkriegs, sie bestand in vollem Maße infolge der Anstrengungen des d e u t s ch e n F l o t t e n v e r e i n s. Wir gaben ein Beispiel für die Herabminderung der Rüstungen, indem wir dieselben im Vergleich mit Deutschland um 7 Millionen Pfund verringerten. Dann gaben wir auch Helgoland auf und doch hatte dies keine Wirkung auf Deutschland." Balfour (kons.) erklärt, die Resolution sei unangebracht. England stellte einer großen Militärmacht ein Ultimatum. Ein großer Teil seiner Seestreitkräfte sei gegenwärtig im östlichen Becken des Mittelländischen Meeres konzentriert, in der Absicht, die Aufrechterhaltung der Rechte Englands zu sichern. „Glaubt man, daß wir mit mehr Wahrscheinlichkeit eine friedliche Beilegung erreichen würden, wenn wir eine kleinere Flotte hätten?" Auf die indische Grenzfrage eingehend, erklärte er, obgleich er fest glaube, daß das letzte, was viele Russen und die russische Regierung in Betracht ziehen oder wünschen, ein Angriff auf England sei, obgleich er glaube, daß die en gl isch-russ. Beziehungen die allerfreund- lichsten seien, so könne er doch nicht einsehen, warum daraufhin England sich nicht in Vorbereitung halten sollte gegen einen Wechsel der Politik auf feiten der großen befreundeten Nation. Nachdem der Redner noch als Tatsache hervor» hoben hatte, daß die britische Flotte lediglich zu Defensiv- zwecken gehalten werde, fügte er hinzu: Die anderen Mächte sollten nur ihre Flotten vermindern, England werde dem Beispiele folgen. Der Staatssekretär des Auswärtigen Edward Grey erklärte, daß die militärischen Ausgaben in den letzten Fahren erheblich gewachsen seien. Es wäre iedoch Aussicht vorhanden, sie, ohne die Landessicherheit preiszugeben, um ein beträchtliches zu vermindern. Das hänge jedoch zum großen Teil von der Politik der anderen Völker ab. Er fei der Ansicht, daß infolge dieses allgemein unter den Völkern Europas verbreiteten Gefühls eine Erklärung von der Art, ivic sie in dieser Resolution enthalten fei, wegen des Eindrucks, ben sie auf andere Negierungen mache, von Wert fei. Er glaube nicht, daß zu irgend einer Zeit die öffentliche Meinung in Europa stärker auf Erhaltung des Friedens bedacht gewesen fei, als gerade jetzt. Die Haager Konferenz könne kein verdienstlicheres .Werk tun, als die Bedingungen für den Frieden weniger kostspielig als bisher zu gestalten, und sie könne nach keiner nutzbringenderen Aufgabe streben, als ein praktisches Ergebnis zutage $u fördern, das zur Verminderung der Ausgaben führe. Grey schloß: Zu dem, was ich sagte, ist angeführt worden, daß wir auf die anderen Mächte warten, um unsere Ausgaben zu verringern. Mer wie die Verhält- uiffe liegen, warten alle Mächte auseinander. Eines Tages wird eine darunter den ersten Schritt tun müssen. Er könne Häher nicht die Zusatzerklärung Bellairs akzeptieren. Es könne fein; daß eine Macht bereit sei, in dieser Hin sch t den ersten Anstoß zu geben, aber es sei auch nicht ausgeschlossen, daß England ihn unternehme. Es habe niemals eine Zeit gegeben, in welcher die relati v e kl e b e r l e g e n- he.it der englischen Flotte stärker gewesen fei, als gerade jetzt. Was England auf der Haager Konferenz werde tun können, müsse von der Antwort der anderen Regierungen abhängig gemacht werden und von dem Interesse, dl as die anderen Parlamente dieser Angelegenheit entgegenbringen würden. Er nehme aber die Resolution namens der Regierung als eine erfreuliche Aenßernng der öffentlichen Meinung an und heiße sie aus diesem Grunde willkommen. Er sei überzeugt, daß diese Resolution auch von anderen Ländern als eine vorn britischen Parlament ausgehende Einladung, die Rüstungen zu vermindern, auf- gefaßt werde. (Beifall.! Da? Amendement wird darauf zurückgezogen und die Refolution Vivian ein» stimmig unter lauten H ochrnfen an g en om men.
Deutsches Neich.
Berlin, 10. Mai. Der Kaiser hat den außerordentlichen Gesandten Minister in Peking, Frei Herrn M u nrm von Schwarzenstein behufs anderweitiger Verwendung von .seinem Posten abberufen.
— Der Verein der Brauereien Berlins und der Umgegend beschloß einstimmig, von dem Inkrafttreten der Brausleuerhöhung an, den Vierpreis innerhalb des Berliner Wirtschaftsgebietes um 2.50 Mk. pro Hektoliter zu erhöhen, bei hohen Konventionalstrafen.
Straßburg i. Els., 10. Mai. Das Diner nahm der Kaiser heute abend beim Statthalter Fürsten zu Hohenlohe- Langenburg. Nach der Tafel brachte der Straßburger Männer- gesangverein im Festsaal des Statthalterpalais dem Kaiser eine musikalische Huldigung dar.
Schlettstadt, 10. Mai. Der Kaiser und der Statthalter von Elsaß-Lothringen trafen heute auf dem Bahnhof St. Pili ein. Kreisdirektor Heitmann erstattete Meldung. Die Herrschaften begaben sich im Automobil nach der Hoh- königsbnrg. Die Begrüßung fand durch den Architekten Ebhardt, den Kreisdirektor Dickmann und den Forstmeister Gümbel statt. Dem Kaiser wurde der Bürgermeister von Schlettstadt, Geißenbcrger, vorgestellt. Darauf erfolgte ein Rundgang um die Burg. Der Kaiser erkannte den Fortschritt des Baues an. Um 12 Uhr erfolgte die Abfahrt von Kinzheim nach Schlettstadt, von wo kurz nach 12% Uhr die Abfahrt erfolgte. Die aus der ganzen Umgegend zusammengeströmte Bevölkerung begrüßte den Kaiser auf das herzlichste.
München, 10. Mai. Der langjährige württembergische Gesandte v. Soden (der auch in Darmstadt beglaubigt war) ist heute nachmittag gestorben.
Ausland.
London, 10. Mai. Das über die Unruhen der Eingeborenen von Natal veröffentlichte Blaubuch enthält eine an den Kolonialminister Lord Elgin gerichtete Depesche des Gouverneurs Mae Calmum, datiert vom 15. Februar, die von einer Veränderung in der Haltung der Eingeborenen seit dem Burenkriege spricht, die sich offenbarte durch das unverschämte Benehmen der jüngeren Leute, von denen viele den Arbeitgebern freimütig kundgegeben haben, daß sie die Ermordung der Weißen beabsichtigen. Eine Depesche Mae Calmums vom 23. Februar weist ferner darauf hin, daß die Vorgänge in Deutsch-Südwestafrika die Eingeborenen sehr übermütig machen und das <2e(bftvertrnuen der Eingeborenen in allen Teilen Südwestafrikas heben.
Madrid, 10. Mai. Hier ans Ceuta cingetroffene Depeschen melden die Festnahme mehrerer spanischer Fischerboote durch marokkanische Riffpiraten, die die Bemannung stark mißhandelten. Es sollen ernstliche Repressalien ausgeübt werden.
— Ein neuer Kampf wird von den Ufern des Mulujä gemeldet. Die Truppen des Sultans überschritten den Fluß und schlugen die Aufständischen, die etwa 100 Mann verloren.
Konstantinopel, 10. Mai. Es verlautet, daß der frühere Minister des Aeußern und gegenwärtige Wali des Wilajets des Archipels, Abid in--Pascha, der vor einigen Monaten hierher berufen wurde, angeblich um den Großwesir zu ersetzen und seither hier zurückgehalten wurde, von Albanesen ermordet worden sei. Abidin war Albanese.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 11. Mai 1906.
** Hessisch-Thüringische Staats lotter ie. In der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse fiel ein Gewinn von 250 000 Mk. auf Nr. 34904 (nach Groß-Umstadt und Sondershausen), ein Gewinn von oO OO0 Mk. auf Nr. 11887 (nach Darmstadt), ein Gewinn von 20 000 Mk. auf Nr. 21O61 (nach Offenbach und Weimar), ein Gewinn von 10 000 Mk. auf Nr. 61142 (nach Rudolstadt), Gewinne von je 5OOO Mk. auf Nr. 68 6279 24109, Gewinne von je 2000 Mk. auf Nr. 2502 19529 19869 25443 28248 28742 30835 32104 38049 38281 40438 40450 65151 65644 65781 68042 70166 70311 73573 79020 81868 82310 87503 89889. (Ohne Gewähr.)
** Landesu ni her fit ä t. S. K. H. der Großherzvg haben den ordentlichen Professor der klassischen Philologie in der philosophischen Fakultät der Landesuniversität Dr. Erich Bethe auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Okt. 1906 aus dem Staatsdienst entlassen.
** Urtier den Zirkus Zentral, der morgen hier seine Vorstellungen beginnt, schreibt das „Mündener Tageblatt u. a.: „Ein für hiesige Verhältnisse großes Unternehmen -ist der vor einigen Tagen eingetroffene Zirkus Zentral. Die letzte Vorstellung bot eine große Fülle des Sehenswerten in solcher Bvllendu n g, daß man die Gesamtleistungen mit vollstem Rechte mit dem Prädikat „vorzüglich" bezeichnen kann. Besonders hervor- zuheben ist vor allem das prächtige Pferdematerial, sowie oie großartigen Original-Einzel-Freiheitsdressuren und das Hippologische Tapleau mit fünf Pferden, vorgeführt von Herrn Direktor Bügler. Modern sind zurzeit bei Zirkusvorstellungen sogen, halsbrecherische Radfahrten: auch dieser Zirkus bietet durch da? Programm der Renntiahn-K'ompany ein schwieriges Kunststück dar, welches namentlich von Radfahrern mit großem Interesse verfolgt wurde und eine Glanznummer des Mends bildete. Lebhafter, wohlverdienter Beifall lohnte die Darffteller nach jeder Piece. Alles in allem können wir nach dem gestern abend t^sehmren jedem den Besuch des Zirkus Zentral nur bestens empfehlen. Ter Zirkus war sehr gut besucht."
-i- Aus dem Busecker Tal, 10. Mai. Gestern ging in unserem Tale ein hcstiges Gewitter nieder, das heftiges Regemvetter, verbunden mit Hagclschloßcn, brachte. Der Hagel schlug Laub und Blüten von den Obstbäumen, besonders bei den Orten Saa sen und Reiskirchen, und richtete einigen Schaden an.
p. Königsberg, 10. Mai. Der vor wenigen Tagen bei der Holzabfahrt an der „Schieferkant" verunglückte Land- ivirt Jak. Kanß von Hohensolms ist an den Folgen des Unfalls gestern gestorben. Ein Zngtier war auf der Stelle tot geblieben.
-sd. Darmstadt, 10. Mai. Kommerzienrat Glückert hier hat der Stadtverwaltung Darmstadt das Damen- zimmer von Prof. Olbrich zum Geschenk gemacht, das auf der Pariser Weltausstellung die goldene Medaille erhielt. Es handelt sich um ein sehr wertvolles Geschenk. Da die Stadt einstweilen noch kein Museum hat, dieses vielmehr erst geplant ist, wird das Geschenk in einem Zimmer eines städtischen Gebäudes untergebracht werden.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Beerfelden wurde der Barbier und Heilgehilfe Krämer verhaftet. Er ist dringend verdächtig, unlautere Beziehungen mit einer geistig anormalen Person unterhalten zu haben. Der 23jährige Karl Kern von Hör
st e i n wurde, während er mit fernem Fuhrwerk vom Felde nach Hanfe fuhr, unterwegs, da ein schweres Umvetter tobte, vorn
Blitz erschlagen. — Bei einem Gewitter in der Nähe der Maulbeeraue bei der Wormser Eisenbalmbrücke wurde der 71'jähr. Landwirt Leonhard Lameln aus Hofheim samt seinen beiden 5i liben nenn B 1 i 1- e r > eb i n g c n,
Arbeiterbewegung.
Hamburg, 10. Mai. Zu der heute in A l t on a abgehaltenen, von ehvn 2000 Personen besuchten geschlossenen Ber^ sammlung der streikenden S e e l e u t e non_ Hamburg und Altona mürbe der Beschluß gefaßt, weiter zu streiken und ev. das Sccmannsamt als Einigungsamt zur Vermittlung anzurufen.
Bon den im Schupven Nr. 73 einguartierten ausländischen Schauerleuten der Hamburg-Amerika-Linie unternahmen etwa 30 Engländer gestern abend einen Ausflug nach Wilhelmsburg. Die dort wohneirden Ausgesperrten rotteten sich zusammen und lauerten ben Engländern am Reiherstieg auf. Es entstand eine Schlägerei, bei welcher zwei Engländer in ben Strom geworfen würben. Es gelang, sie aus ben Fluten zu retten. Acht schwer verletzte Engläuber würben im Hafenkrankenhaus verbunden nnb zum Schuppen Nr. 73 zurückgebracht.
Dresden, 10. Mai. Der Gesamtverband der Meta H i n b u ft r i e (f e n hat heute morgen in B e r 1 stu eine Versammlung anbera"mt, in ber Beschlüsse über ben Tag und den Umfang der gemäß dem Beschluß vom 2. Mai auszusührenden M a s s e n a n « sper r u n g c n von Metallarbeitern gefaßt werden sollen.
B n s s a l o , 10. Mai. Infolge einer Ucbcrcinfunft, die während der letzten Nacht in Eleveland zwischen ben a u s- stÜ n b igen Hafenarbeitern und ben Reedern getroffen wurde, meldeten sich beute früh alle hjeiigen Hafenarbeiter wieder zur Arbeit. Es find zehn Tage erforderlich, um bic Arbeiten, bi^ l'ith infolge b es Ausstandes an gehäuft haben, zu bewältigen.
Märkte.
ith.। Gießen, 10. Mai. Der dieswöchentliche Vieh- m a r k t hatte in Milchvieh den stärksten Auftrieb seit langer Zeit. Der f?(uftrief> an Großvieh bestand aus 1518 Stück, Kälber standen zum Verkauf etwa 120, während ber Vorrat in Schweinen 1318 betrug. Der Vorhanbel in Milchware war wie immer gut nnb obschon die Käufer aus Thüringen, die auf Milchkühe reflektieren. fern geblieben waren, herrschte am eigentlichen Markt- tage doch ein flotter Handel, bei s-'m die Käufer für gute Ware recht hohe Preise anlegen mußten. Besonders' starke Transporte, in frischmelkenden Kühen wurden für die Badeorte gekauft. Ein größerer Transport junger badisck^r Rinder, zur Zuckt bestimmt, ber aus den Mark' gekommen war, erwies sich als unverkäuflich. Gangochsen maren wenige Paare da nnb wurden glatt atigesetzt, dagegen wurden einige fette Lehsen für ben lokalen Bedarf von einem Hänbler hock bezahlt. Fette Rinder in couranter, mittel- schwerer Waare, wie iic von unseren Metzgern gebraucht werden, waren sehr teuer im Preis. Der Mangel e i n e r K ü hl h a l l e macht sich für unsere Verhältnisse, zum Nachteil einer wohl- feileren Fleisckve.rwrgnng der Konsumenten am Platz bei der Eigenart der jetzigen Konjunktur des Fleischmarktes immer mehr fühlbar. War auch der Handel in Kälbern diesmal toemger flott, sv mußten doch für schwerere Tiere sehr hohe Preise bezahlt werden, während mittlere und leichtere Kälber etwas billiger als am letzten Markt zu kaufen waren. Der Schweinemarkt gestaltete sich als guter Mittelmarkt, ein geringes Weichen der Preise war bemerkbar, dock rechnen die Verkäufer damit, daß das Magervieh im Durchschnitt üorrrü nicht billiger werden wird, da die Nachzucht der früher verstärkt getriebenen Mast nicht zu folgen imstande sein wird, trotz aller Anstrenanngen, die man in dieser Richtung machte. Gehandelt ivurbcu : Kühe frischmelkend nnb tragend pro Stück 1. Cual 500—550 Mk., 2. Dual. 400 bis 460 Mk.. 3 Cual 325.-37=5 Mk., Gangochfen pro Paar 750—850 Mk Fettvieh wurde nmacfeht pro Ztr Schlachtgewicht fette Ochsen 79—80 Mk., fette Rinder 1 Oval. 75—77 Mk, 2. Tnal 71—73 Mk. fette Kuh- 1 Q"a(. 67 69 Mk., 2. Qual. 64—66 Mk. Kälber 1 Qual. 74—78 Mk.. einzelne schwere Tiere bis 82 Mk., 2 Qual. 65 "1 Mk., 3. Qual. 58-62 Mk Schweine wurden gehandelt nro Baar wie folgt: Ferkel 3—I Wochen alt 30—36 Mk., bis 6 Wochen all 15 — 50 Mk., bis 12 Wochen alt 60 70 Mark, leichc.-rr Springer 90—110 Mark, schwerere Tiere 120 150 Mark. ä ch st c r M n r T t am 22. und 23. Mai, am zweiten Tage arr'' ■••nm er in ar ft
ke. Frankfurt a. M., 11. Mai. Ong-Telegr. des „Gsieft. Anz.G V i e h in a r k t. Lum Verkaufe standen 00 Kälber, 00 Schafe und Hammel. 436 Schweine: 1. Qual. 70—71 Pfg. Lebendgewicht 00.00—55.50 Ps., 2. Qnal. 68—69 PI, Lebendgewiebt 54.00 Pfg., 3. Qual. 58— 59 Pfg. Kalber 1. Qual. 00-00 Pf., Lebendgewicht 00—00 Pfg., 2. Qnal. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 00—00 Pfg. Schafe 1. Qualität Schlachtgewicht 00—00 Pfg., 2. Qualität 00—00 Pfg. Geschäft: gut, kein lleberftand
Telefonische Kr^rsbeHcMe
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank filr Handel und Industrie, ("-liessen.
Frnnkfurter Börse. 11. Mai, 1.15 l'hr.
3%ö/0 Tteichsanleihe . . 100.20 3% do. . . 88.15 3y2°/n Konsols .... 100.20 3% do 88 15 3y°,'n Hessen 99.20 3y°/n Oberhessen . . . —.— 4°5 Oesterr. Goldrente. . 100.40 4’4% Oesterr. Silberrente 100.80 4 ?o Ungar. Goldrente . . 96.45 4 nn Italien. "Rente . . . —.— 3?o Portugiesen Serie T . —.— 3% Portugiesen ,, I1T 69.70 4’4°.'„ russ.Staatsanl. 1905 91.65 4yn‘n japan. Staatsanleihe. 94.40 4 Conv. Türken von 1903 94.10 Türkcnlose ... . . 146.90
4 % Griech. Monopol-Anl. 54.40 4 % äussere Argentinier . —.— 3°/n Mexikaner . . 68 60 4 y % Chinesen .... 97.60
Aktien:
Bochum Guss 255.75 Buderus E. W ... —.—
Tendenz : fest.
Berliner Börse,
Canada E. B —.— Darmstädter Bank . . . 143.60 Deutsche Bank . . . 239.00
Dortmunder-Union C. . . 93.10 Dresdner Bank .... 161.50
Eick tri z. Lahmerer . . . 153.25 Elektriz. Schnckert . . . 138.25 Eschweiler Bergwerk . 269.95 Gelsenkirchen Bergwerk . 229.50 Hamburg - Amerik. Paketf. 165.50 Harpener Bergwerk. . . 220 25 Laurahntte 250.50 Nordd. Lloyd . ... 132.40
Oberschles. Eisen-Industrie 132.90 Berliner Handclsges . 172.90 Darmstädter Bank . . . 143.70 Deutsche Bank - ■ 239.20 Deutsch-Asiat. Bank . . 185.00 Diskonto-Kommandit. . . 186.90 Dresdner Bank . . . 161.96 Kreditaktien 216.60 Baltimore- und Ohio-
Eisenlahn . . . 110.00
G-otthardbahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 24.75 Oesterr. Staatsbahn . . . 146.10 Princc-Henri-Eisenbahn . 147.75
1. Mai. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. . . —.—
Laurahütte 250.70
Lombarden E. B. . 24.60
Nordd. Lloyd 132.20
Türkenlose . . . 146.70
Tendenz: ruhig.
Gerichtstag!.
sd Dar m stadt, 10. Mai. Tie Frage, ob eine im Militär- bienft stehrnde Person den Ordinationen des M i l i ä r a r z t e s absolut Folge l e i st e n m r> ß, resp. ob sie im Verweigernngsfalle strafbar ist, hatte heute das Kriegsgericht der 25. Divisio n zu eirtscheiden. In dein Militär- strasgesetzbuch bezw. den in Betracht konuneudeu Verordnungen und Bestinrnrungen sind darüber Vorschriften nicht enthalten. Der Gardist Raymund Qhresier aus Gebweiler von der 10. Kompagnie des Infanterie-Regiments Nr. 115, ein wegen feiner Renitenz gegen die militärischen Vorschriften wiederholt vorbestrafter Bursche hatte sich eines Tages wegen einer angeblichen Blasenbeschwerde revier- krank gemeldet. Der untersuchende Assistenzarzt verordnete zunächst einen Löffel Rieinusöl, da er von der i)lnsicht ansging, daß derartige Beschwerden oft mit Stuhlverstoofung znsaminenhängen. Ohrcsser weigerte sich, das Ricinusol einznnehmeu. Als am nächsten Vormillag der Assistenzarzt darauf bestand, weigerte sich Ohreffer das Mittel zu nehmen, da er dies nicht vertragen föimc und sich übergeben müsse. Hierbei hat Ohresser nach Angabe mehrerer Sengen eine höhnische Miene gemacht nnb gelächelt. In der Verhandlung erklärte er, daß er als 12jähriger Junge einmal Riemusöl
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