Ausgabe 
2.4.1906 Zweites Blatt
 
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Die schwersten Erkältungen kommen davon, daß

Der Nedner legte dar, daß

ein langjähriges Mitglied, Herr- VortragUeber Zweck und zu halten, und er verstand es, die bei der Vertretung der kauf- und der sozialpolitischen For-

auch noch der Glut des in dieser Beziehung schon fehlte ihnen die vielseitige

Gewinn zu etwa hiesigen G y m - 99 Schülern be- 59 aus anderen Staaten, 1 Aus--

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der Verband im vergangenen Jahre für die Schaffung einer völligen Sonntagsruhe, für die Regelung der Arbeitszeit in den Kontoren, für reichsgesetzlichen 8-Uhr-Ladenschluß, für Einführung von Handelsinspektoren, der Regierung und Be­hörden gegenüber eingetreteu ist. Die Wohlfahrtseinrichtungen

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Leistungen des Verbandes männischen Berussinteressen derungen auscinanderzusetzen.

Diese Gelegenheit benutzte Karl Weidig, um einen Ziele des Verbandes"

durch eine starke materielle Basis zu stützen. Vorbereitungen zu der demnächstigen Anlage weiterer staatlicher Kaliwerke seien ge­troffen. Die Fertigstellung dauere überfeine Reihe von Jahren, während die sofortige Verstärkung des fiskalischen Förderanteils unumgänglich notig sei. Zu letzterer biete sich die Möglichkeit in dem Erwerb der Herctmia. _______________________________

itnjere Hallssrauen int heißen Sommer Küchenherdes ausgesetzt sind.

Zwar haben die Gaskochapparate

Thumann hier zu. Sie verkaufte den 1300 Mk. Dem Osterprogranlm des nasiumS ist zu entnehmen, daß es von sucht war; davon waren 24 aus Laubach, hessischen Orten, 15 aus anderen deutschen

Kaisers und spatere langjährige kommandierende General in Breslau, stand, alle Schlachten und Gefechte mitzumachen, die sein Regiment in diesem Kriege zu bestehen hatte. Herzog Georg hat sich daS Eiserne Kreuz schwer verdient.

Nach dem Frieden mit Frankreich schloß der Herzog auch daheim Frieden mit seinem Lande. Am 14. Juli 1871 wurde das auf Grund der Vorschläge eines in Dresden ge­malten Schiedsgerichts vorgelegte Domänengesetz vom Land­tage genehmigt. Der Herzog hatte damit gezeigt, daß .Fürstenglück und VolkeSfreude", wie er sich in seiner Thron­rede auSdrückte, immer zusammen gehörten. Seine Teil­nahme an der Pstege der Unterrichtsanstalten, deren Er­weiterung für praktische Zwecke, wie Malerei- und Modelliec- schulen in den meiningischen Bezirken der Porzellan- und Seidenwarenindustrren, werden auch über die Grenzen des Herzogtums hmaus gewürdigt. Der heilige. Ernst, mit dem der Herzog sich die Pflege edler Künste angelegen sein läßt, und seine persönlichen Verdienste um Schauspiel und Musik haben des Herzogs Namen in der ganzen gebildeten Welt, die in Georg II. den Reformator des neueren Schau­spiels erkennt, bekannt gemacht. Georg IT. vereinigte von Jugend auf in sich die Eigenschaften, die ihn mit Recht zu d«scr Stellung bestimmten. Er liebt die dramatische Poesie, und mit tiefem Verständnis hierfür verbindet er ausgedehnte geschichtliche Kenntnisse.

Wer je Zeuge der noch heute unermüdlichen Arbeits­kraft, des klaren, scharfen Urteils, der geistigen Anregungen des Herzogs auf allen Gebieten, der Politik, der Literatur und der Kunst gewesen ist, wer die militärische Straffheit der Ehrfurcht gebietenden, reckenhaften Gestalt, die Frische des Ausdrucks in dem von dem mächtigen weißen Bart um­rahmten Gesicht, das klare blaue Auge des Herzogs beob­achtet hat, der wird von Herzen den Wunsch teilen, daß der Herzog seinem Lande, wie dem Deutschen Reiche noch lange im Vollbesitz körperlicher und geistiger Frische erhalten bleiben möge.__________________

MrchUche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Mittwoch, den 4. April, abends 6 Uhr: 6. Passions a n d a ch t. Pfarrer Schwabe.

Katholische Gemeinde.

Dow Passioussontag, 1. April, biß zum Ostersonntag, 15. April, SamStage ausgenommen, täglich des abends nm 8l/4 Uhr

Fastenpredigt.

*

Friedrich d. Gr. und der Fleischzoll.

Eine Kundgebung Friedrichs d. ($r. aus dem Jahre 1766 findet sich in "dem kleinen BüchleinZwei gekrönte Frei­denker" von dem verstorbenen Prof. Dr. Ludwig Büchner:

Nach glücklicher Beendigung des siebenjälirigen Krieges ent­wickelte Friedrich eine noch fieberhaftere Tätigkeit im Interesse der inneren Wohlfahrt und der Wiederaufrichtung seines schwer geschädigten Landes als vor demselben. Landwirtschaft, Bergbau, Industrie, Bauwesen, Handel, Schulwesen usw. erfuhren ebenso feine gedeihliche Fürsorge wie die Pflege von Kunst und Wissen­schaft. Wie sehr er dabei das Wohl und die Interessen der ärmeren Bevölkerung seines Landes im Auge hatte, mag ein Blick auf das am 14. April 1766 erlassene und im Gegensatz zu den Schweineeinsilhrverboten der Gegenwart doppelt bemerkens­werte Patent über Neuerung des Zoll- und Akzisewesens lehren, in welchem alte Auflagen auf inländisches Mehl, Getreide usw. gänzlich aufgehoben werden und das Schweinefleischals die gewöhnlichste Nahrung der Armen" von dem Flerschzvll gänzlich befreit wird."

Aus Studt und Land.

Gießen, den 2. April 1906.

** Professor Dr. Erich Bethe, Ordinarius der klassischen Philologie an der Universität Gießen, hat, wie wir hären, den an ihn ergangenen Ruf in gleicher Eigenschaft nach Leip zig.als Nachfolger des verstorbenen Geh. Hofrats Prof. Dr. Wachsmuth angenommen und wird ihm zum 1. Oktober folgen. Bethe (1863 zu Stettin geboren) studierte in Bonn, Greifswald und Göttingen Philologie und Kunst­geschichte, besonders als Schüler von Wilamowitz und Dilthey und promovierte 1887. Von 18881890 unternahm er Studienreisen in Italien und Griechenland, 1892 in Spanien und Frankreich. 1891 habilitierte er sich in Bonn für klassische Philologie, 1893 folgte er einem Rufe als Extraordinarius nach Rostock. 1896 wurde er Ordinarius in Basel und Ostern 1903 trat er in Gießen an Stelle A. Dietrichs, der bekannt­lich nach Heidelberg übersiedelte.

* Der hiesige Kreisverein vom Verbände deu'scher Handlungsgehilfen (Leipzig) hatte am Donnerstag im Hotel Schütz seine Monatsversammlung.

polififctye Tagesschau.

Kaiser und Kanzler.

Fürst Bülow hat bekanntlich durch die ,Nordd. Allg. Sfg/ allem Krisengeschwätz den Boden entzogen. Es stehl auf derselben Stufe, wie das Wispern von taubstummen Kaiser- und Prinzenkindern, und was es sonst noch an erbaulichem Klatsch geben mag. Hat ein ausländisches Blatt doch fogar'einen Roman der Fürstin Bülow aus­geheckt, die den Kaiser völl ig bezaubert habe; daher meide auch die Kaiserin jede Berührung mit der Principessa. Dabei hat erst neulich das Ehepaar Bülow an einer Frühstücks­tafel bei den Majestäten teilgenommen. Das ganze Gerede ist nicht einmal Bedientenklatsch, sondern ein Phantasieprodukt frecher Reporter. Die Kaiserin verkehrt überhaupt nicht in Ministerhotels, weil ihr Platz nicht am Webstuhl der Politik ist; aus natürlichem Takt, den das deutsche Volk ihr danken sollte, sucht sie ihre Aufgabe daheim an der Seite des Ge­mahls und inmitten der Kinder. Der Kaiser hat, so sagt ein Mitarbeiter der .Stcmtsb. Ztg.", ein Gefühl der Freund­schaft für seinen ersten Berater, das durch irgend eine Ablehnung von Gesetzesvorlagen im Reichstage nicht erschüttert werden kann. Es entspringt der festen Ueberzeugung, daß der Kanzler nicht das Seine sucht, sondern von sich auch sagen mag: patriae inserviendo consumor. Daher das Hand-in-Hand-arbeiten. Nicht ein Tag vergeht, wo nicht Fürst Bülow in das Schloß befohlen wird oder der Kaiser Wilhelmstr. 77 vorfährt, oft auch unvermutet an der Gartenpforte in der Königgrätzerstraße, auf eine kurze Stippvisite" nach der Morgenfahrt im Tiergarten. Freunde des Hauses Bülow wißen zu erzählen, daß auch bei großen Reisen des Kaisers derDraht nicht abreißt". Wir meinen nicht etwa den amtlichen Schriftverkehr. Nein, wenn der Kaiser sich irgendwo in gehobener Stimmung fühlt, dann schickt er auch wohl Ansichtskarten an seinen Helfer. Das tut mon nicht, so meint der genannte Berliner Journalist, gegenüber Beamten, für die gelegentlich LucanuS gut genug ist . . .

des Verbandes beleuchtete gleichfalls Herr Wecdig und bewies an Hand von Zahlen, von welcher Bedeutung und wirt­schaftlicher Notwendigkeit diese Einrichtungen für den kauf­männischen Angestellten sind.

-i- Münster b. Lich, 31. März. Gestern verun­glückte durch herabfallende. Steimuassen der in hiesigem Steinbruch beschäftigte Arbeiter Dörr. Er starb nach yyei Stunden. Er war erst 28 Jahre alt iind hinterläßt Frau und Kind.

-i- Laubach, 1. April. Der zweite Gewinn des Gießener FrühjahrS-Pfcrdemarktes, bestehend in einem viersitzigen Jagd wagen nebst braunem Wallach mit vernickeltem Brustblattgeschirr, fiel der Witwe des Spenglers

Reizende Sujets hat die diesjährige Preislistenausgabe der bekannten Importfirma Tee-Meßmer (Frankfurt a. M.) aufzuweisen; sowohl Entwurf als Ausführung verraten Küustlcrhand. TaS liebenswürdige Motiv aus der Biedermeierzeit ist von gcnu her­vorragender Wirkung. Man sollte nicht versäumen, sich die Kunstdrucke durch die Verkaufsstellen von M. T. zu verschaffen, b8/#

VermLsehtes.

* Mörder. In Berlin wurde der Arbeiter Engel verhaftet und gefesselt nach dem Gefängnis gebracht. Er soll verdächtig sein, den Schöneberger Doppelmord verübt zu haben. In Rauen (Brandenburg) wurde in einem Gärtchen der Arbeiter Korn mit einer klaffenden Kopfwunde erschlagen ansgesunden. Als der Tat ver­dächtig wurde sein Sohn von der Arbeitsstelle weg ver­haftet. An seinen Kleidern wurden Blutflecken gefunden. In Ritterhude bei Osterholz (Hannover) wurde die 80jährige Frau Thiclbehr von zwei maskierten; Personen überfallcit, ermordet und beraubt. Als mut­maßliche Mörder sind zwei Ortsbewohner, darunter ein 16jähriges Mädchen, verhaftet worden.

* Das neueste Eisenbahnunglück. Auf der Eisenbahnlinie Burgos-Aanboli in Bulgarien ent­gleiste ein gemischter Zug. Zwei mit Passagieren besetzte Wagen, 4 Lastwagen, sowie der Postwagen wurden zer­trümmert. 5 Personen sind schwer, 10 leichter verletzt.

Noch ein Grubenunfall. Der Schacht der stillgelegten Zeche Maria Anna und Steinbank in Höntrop (Ruhrrevier) ist ein gestürzt. Zwei wertvolle unterirdische Maschinen sind verloren. Das Wasser steht bis zur fünften Sohle. Die bisher mit einem Kostenaufwand von einer Million Mark auSgeführten Abdämmungsarbeiten sind größten­teils nutzlos. Die Zeche beschäftigt noch 200 Arbeiter, Menschen sind bei dem Einsturz nicht verunglückt.

Ein Oberstaatsanwalt, der sich selber hin­richtet! Ein Berliner Blatt meldet unter dem 1. April (!) aus Chicago: Oberstaatsanwalt Pellow, bekannt aus zahlreichen Mordprozessen, besichtigte die Einrichtungen deS Chicagoer Gefängnisses eingehend. AIS er sich auf den elektrischen Hinrichtestuhl hinsetzte, wurde plötzlich aus nicht aufgeklärter Ursache der Strom eingeschaltet. Pellow war sofort tot. Es wird ein Racheakt vermutet. Das D.» B. Herold verbreitet heute diese Meldung ganz ernsthaft.

* Ein Bischof als dunkler Ehrenmann ent­larvt. Wir meldeten kürzlich, daß der Sekretär des Bischofs von Kasch au in Ungarn wegen Veruntreuungen verhaftet worden sei. Jetzt erfahrt man, daß der Sekretär nur eine vorgeschobene Person für eine Reihe von schweren Verfehl­ungen des Bischofs Bubi cs gewesen ist. Die Wiener Nuntiatur hat festgestellt, daß der Bischof durch seinen Sekretär mit Geld die Erlangung des Erzbistums in Kalocsa. anstrebte und ein Budapester Sozialistenblatt veröffentlicht: ein Schreiben des Oberarchivars Foldh, wonach alle seit 16 Jahren erschienenen Hirtenbriefe, Reden und auch ein h i st o r i s ch e s Werk, für welches die Ungar. Akademie der Wissenschaften Budics zum Mitglied erwählte, von ihm verfaßt wurden. Später habe alle Ar­beiten für den Bischof fein derzeit in Haft befinde licher Sekretär, Josef Hajnoczy, der ein Jude ist, verfaßt.

* Kleine Tages chronik. Aus dem Rittergute D u ls k (Bern) wurden nachts das Stubenmädchen, dessen Lind und ein junger Mann im Zimmer des Mädchens das Opier giftiger Kohlen­gase. Das Stubenmädchen starb an den Folgen der Vergiftung.

Preußisches Herrenhaus.

Berlin, 31. März.

Der vom Familienverbande v. Bülow präsentierte Reichskanzler Fürst Bülow ist in das Herrenhaus berufen worden.

Die Beratung des Kultusetats wird fortgesetzt.

Generalfeldmarschall Graf H ä s e! c r bittet um Ein­richtung von obligatvr. Fortbildungsschulen für das platte Land auf gesetzlicher Grundlage. Jetzt seien die Jungen, die der Schule entwachsen sind, vielfach dar­auf angewiesen, ihre Mußestunderi im Wirts hause zu­zubringen. Die Fortbildungsschulen müßten die Jugend zu vaterländischer Gesinnung erziehen. Geeignete Unterrichtsfächer würden neben Geschichte, Geographie, Rechnen, Raumlehre auch Wehrpflicht und Untertanenpflicht sein. Kultusminister Dr. Studt erklärt, daß er der an­geregten Frage durchaus sympathisch gegenüberstehe, ihre Durchführung würde aber sehr große Mittel erfordern.

Graf Oppersdorf tritt für eine baldige Revision des Lehrerbesoldungsgesetzes ein. v. Sperber verweist auf die drückenden Schullasten in zahlreichen Ge­meinden. Fürst Hatzfeldt wünscht endliche Beseitigung des Lehrermangels. Ministerialdirektor Schw^rtz- k o p f f weist darauf hin, daß die Zahl der Lehrersemmarc ständig vermehrt tverde.

Petitionen der vereinigten preußischen Pfarrer­vereine um Erhöhung der Fonds zur Unterstützung der Geistlich en aller Bekenntnisse,sowie um Bereitstellung von Staatsmitteln zur Aufhebung der Beiträge der evan­gelischen Geistlichen zu den Richegehaltsllassen werden der Regierung zur Erwägung überwiesen.

Graf Hutten-Czapski hebt hervor, daß ein Reichsgerichts urteil, nach dem der Arzt die ihm von seinen Patienten mitgeteilten Dinge unter besonderen Verhältnissen lvcitcr- geben dürfe, ernste Bedenken errege. Ein Regiev- ungskommissar gibt zu, daß jenes Reichsgerichtsurteil die Interessen weiter Kreise berühre. .Hoffentlich gelinge es, die Schwierigkeit so zu umschreiben, daß die Interessen der öffentlichen Gesundheitspflege berücksichtigt werden. Graf Oppersdorf fragt nach dem Stande der Bekämpfung der Cholera und Genickstarre. Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Kirchner erwidert, daß bei der Genickstarre in der letzten Zeit ein Rückgang zu verzeichnen sei. Durch das Reichsseuchcngcsctz sei gegen die Cholera ein erheblicher Schutz geschaffen. Graf Hutten-Czapski regt im Ein­verständnis mit Geheimrat Prof. Dr. v. Bergmann einen Zusatz zu § 300 des Reichssttafgesetzbüches an, wonach die Offenbarung eines ärztlichen Geheimnisses straflos ist, wenn sie mit Genehmigung, der an­vertrauenden Person oder in Wahrnehmung öffentlicher Interessen erfolge. Fürst Solms-Horstmar bittet den Minister um weitere Ausgestaltung der philo­sophischen Fakultät Münster. Minister Studt stellt die Einrichtung ordentlicher Professuren für ver­gleichende Sprachwissenschaft und Archäologie in Münster in Aussicht.

Damit schließt die Etatsberatung. Der Etat wird be­willigt. Ebenso ohne Debatte das Etatsgesetz. Der preuß. Staatshaushaltsetat ist demnach zum verfassungsmäßigen Termin von beiden Häusern des Landtages genehmigt worden. Der Entwurf zu einem Kreis- und Provinzial- abgabengesetz wird enbgiltig angenommen.

Ein Entwurf auf Abänderung und Ergänzung des han­noverschen Gesetzes über die Zusammenlegung von Grundstücken zur Förderung von Moor^Kul­tur en wird nach kurzer Debatte an die um 3 Mitglieder verstärkte Agrar komm ission zurückv erwiesen. Letzter Gegen­stand der Beratung ist ein Gesetzentwurf, betr. die Zu­lassung einer Verschuldungsgrenze. Die Kom­mission ijat int § 9 als .Voraussetzung der Gettehmigung $ur lieberschreitnng der Verschuldungsgrenze namentlich die Eintragung der Erbabfindungen von Pslichttcilsberech- tigten hingesteilt, Nwbrend die Regierungsvorlage diese Ge­nehmigung hauptsächlim wegen Durchführung der Boden- Verbesserungen durchführen wollte. Professor Lönin g- Halle ist der Ansicht, daß das Gesetz so seinen Zweck nicht erfüllen werde. Das einzige Mittel, einer weiteren Ver­schuldung des Großgrundbesitzes entgegenzuwirken, sei eine AendernngdesErbrechts. v. Wedel -Piesdorf ver­spricht sich nur dann einen großen Erfolg, wenn der Staat der Entschuldung zu Hilfe'komme, v. Busch bittet um Annahme des Entwurfs, obwohl er sich auch nicht viel davon berspricht. Unterstaatssekretär Conrad befürwortet ebenfalls die Annahme. Nach kurzer Debatte wird der Entwurf g n g e n o m m e n._____________________________

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Die preuß. Regierung kauft ein Kallbergwerk.

Ein neuer preußischer Gesetzentwurf betrifft den Er­werb des Kalisalzbergwerkes der Gewerkschaft Hercynia zu Wernigerode und ermächtigt die Regierung zur Ausgabe eines Betrages bis zu 30 950 000 Mk. Der 'Finanzminister ttnrb ermächtigt, zur Bereitstellung der erforderlichen Geld­mittel Staatsschuldverschreibungen, vorübergehend auch Schatzanweisungen auszugeben. Zur Tilgung des Kauf­preises ist unter Einrechnung der Mittel, die zu der gesetz­lichen dreifünftelprozentigen Tilgung eines Schuldkapitals Vvn 30950 000 Mk. erforderlich sind, ein Bettag bereit zu stellen, der sich ergibt, wenn ein zu 3Vs Prozent verzins­liches Schuldkäpital vvn 30950000 Mk. mit 412000 Mk. jährlich getilgt und die dadurch ersparten Zinsen zur Tilgung mit verwendet werden. In der durch die Auf­findung von Kali im Vogelsberge auch uns in Ober- jhessen interessierenden Begründung der Vorlage heißt es:

Angesichts der Monopolstellung der deutschen Käli-Jndustric hat der Staat zu wachen, dar dieser einzigartige Schatz des Nationalvermögens nicht ins Ausland ver­schleudert lvird und die Produzenten nicht ihre Mack/tstcllnug durch eine übermäßige Erhöhung der Jnlandprcise zum .schaden der heimischen Industrie u.nd besonders der Land w i r t s ch a f t ousbeuteu. Angesichts der Verminderung des fiskalischen Anteils an Kaliproduttion in neuerer Zeit ist cs nötig, die vom Staate hon der Kkliindusttte cingeräumte traditionelle Vorzugsstellung

lanbcr. Außer dem Direktor wirken 10 ordentliche und zwei Hilfslehrer an der Anstalt. Mit der Anstalt ist eine Schüler- werkflätte verbünden, an sjr drei Lehrer unterrichteten; auS- geführt wurden Papp-,^Laubsäge-, Dreher-, Metall- und Kerbschnittarbeiten. Zur Förderung stellte daS Ministerium 200 Mk. zur Verfügung. Unter vielfachen Geschenken sei ein solches von 50 Mk. erwähnt, die zum Teile beider Schiller­feier zu Prämien für gute Schüler Verwendung fanden. DaS neue Schuljahr beginnt mit der Aufnahmeprüfung am 23. April.

i. Geiß-Nidda, 31. März. Der seitherige Bürger­meister Adolf Lind wurde mit 117 Stimmen einstimmig wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung war überaus rege.

wesentliche Verbesserung gebracht, doch Auslmtzung des alten Küchenherdes.

Durch eine neue patentierte Einrichtung, dem sogenannten Universalbrcnner kann man nun Kochen, Braten, Backen, Plätten und Bügeln nut jedem Winter'schen Germania- und Ateteor-Gas- kocher. Das ist für die Küche ein Fortschritt, den jede Hausfrau nut Freuden begrüben wird.

Da die Anschaffungskosten eines Universal-bwsapparates in Anbetracht seiner Vielseitigkeit außerordentlich gering sind, empfehlen ivir daher, die irrteressanten Hinweise in den Originalverkausslisteu der Firma Oscar Winter, Hannover naher zu beachten. Dieselben sind in jeder besseren Handlung für Gasapparale oder direkt vom Fabrikanten zil beziehen. hv30/,