Nr. 83 Sechstes Blatt.
156. Jahrgang
Samstag 7. Slpril 1906
Erscheint M-lich mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Giehener Familienblätter" werden dem „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der -Hessisch» Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Giehener Anzeiger
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'lch«
UnwersttälSdruckeret. 8L Lange. Etetzm»
Redaktion.Expedition u. Druckerei t 8>chulstr.U,
Tel. Nr. 6L Telegr.-Adr. i Anzeiger LreßeN.
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen.'
wie
im
Die
Angaben vor — sind
Tabakbail ist in Hessen
bc-
irr Hessen auf:
die
sich
Mehr als 50 Sorten
vallerbrand-Oefen Lora und Mo
NationaUiberaler Verein
verteilte folgt:
Worms Tarinstadt Offenbach Ernte- und
der keine
liegen noch
Worms 860
Rein- Einnahmen 2 455 994 Mk. 883 917 „
494 „
Offenbach
35
Erntemenge im ganzen pro Hektar
Steuerertrag: Gewichtsteuer Flächensteuer
Viel bedeuten
Darmstadt
515
wechsel, soivic der Güterkaufschillmge erfolgen. — Hiernach
1905
343,7 Hektar
110,3 „
4,7 „
einzelnen Bezirke
” Oeffentliche 2507 Bände ausgeliehen.
j)ottttsche Tagesschau.
Ein deutsches Kabel nach Afrika.
Als eine der wertvollsten Errungenschaften,
Jahre 1904 — für 1905 wie folgt festgestellt:
Zahl der Pflanzer
Tabakzoll Tabaksteuer Surrogalstcucr
zusainmen 2 847 598 Mk. 7193 Mk. 2 840 405 Mk.
Diesen Beträgen entspricht eine verzollte Menge von annähernd 80 000 dz ausländischem Rohtabak und eine versteuerte Menge von 8560 dz inländischem Rohtabak.
5772 dz 17,6 dz
207 793 Mk.
~ u der als der
Littcratur 1144, Zeitschriften 445, Jugendschriften 362,
Aus Srudt und Lund.
G ie jze n, 7. April 1906.
nächst die Regelung der Schnldenverhältnisse der Vogels« berget Volksbank; hiernach Befriedigung der Aktionäre durch Zahlung der Aktienbeträge nebst darauf fallenden VermögenS- c nnleilcn, was zusammen pro Aktie etwa 280 Mk. betragen Da°°n kommen auf: Eezähkende .»Man« soll? Abtretung skimklicher Ausstände an - ' Kapitalien auf Hypotheken, auf Schuldscheine und auf Sola«
1904
328,3 Hektar
121,5 „
4,9 e Steuerergebnisse
Londoner Presse kann dann nicht mehr die ihr zugehenden Meldungen tendenziös gefärbt veröffentlichen und weitergeben, worin bekanntlich das 93urccui Reuter Hervorragendes zu leisten versteht. Werden wir aber doch einmal in einen Krieg verwickelt, bei dem unsere Flotte iy Aktion treten muß, so haben tvir unsere eigenen Kabel, deren Benutzung uns stets uneingeschränkt zur Verfügung steht. Welche Bedeutung schließlich ein ailSgedehntes deutsches Kabelnetz für untere Industrie und unseren Handel haben muß, das braucht ivohl nicht erst gesagt zu werden! Wird ja doch schon lange in kaufmännischen Kreisen bitter darüber geklagt, daß die englischen Weltmärkte fast immer bedeutend früher im Besitze aller überseeischen Handelsnachrichtcn sind, als die deutschen, und so kann man denn aus den verschiedensten Ursachen nur dringend wünschen, daß so bald wie möglich ans Werk geschritten wirb mit der Legung des Kabels nach Marokko 1
Deutschland auf der Marokkokonferenz zu sichern wußte, muß das Recht bezeichnet werden, ein deutsches Kabel nach Marokko zu legen. Damit erfährt das verhältnismäßig noch recht dünne Kabelnetz des deutschen Reiches einen weiteren Ausbau, und wir dürfen nunmehr hoffen, in absehbarer Zeit doch auch so weit zu kommen, daß wir mit unseren afrikanischen Kolonien auf deutschen Drähten telegraphisch verkehren können. Die großen Vorteile solcher eigenen überseeischen Kabelverbindungen liegen auf der Hand. Vor allem wirb dadilrch das englische Nachrichtenmonopol gebrochen, daS die Londoner Diplomatie, City imb Presse, in ben Stand setzt, über alle ivichtigen Vorkommnisse in den überseeischen Ländern zuerst unterrichtet zu sein und danach bereits Entschlüsse zu fassen, ehe jemand arif bem Kontinent noch eine Ahnung von den betreffenden Ereignissen hat. Die
, bei Herstellung der täglichen Suppe. Ein Würfel zu
Rc.K, ErbS, Grunkern, Haferschleim, Kartoffel, Sago, Gemüse, Riebele ufw. J() ± mi, Waffe- gekocht - 2 gute Teller.
Lesehalle. Im M ä r z
88 dz 18,0 dz
2681 Mk.
366 „
vorzunehmende Reuwahl des Vorstandes ergab die Wieder« >vahl der seitherigen Vorstandsmitglieder. Zimi letzten Gegen« stand der Tagesordnung: „Antrag auf Auflösung bei Gesellschaft" führte der Vorsitzende aus: Tie schon vor Jahren voii ihm, als Rechner des Vereins, mit Rücksicht auf sein hohes 9Uter geäußerte Absicht vom Rücktritt oor der Kassenoenvaltung habe ,vohl nut Veranlassung zur Gründung einer neuen Spar- und Darlehenskasse hier gegeben. Tararifhin seien Vorsta>ld und Aufsichtsrat zusamnien« gefonunen und hätten beschlossen, dein «Ansinnen, Aktiven unb Passiven an die neue Darlehenskasse zu übertragen« stattzugeben. Vorstand und Generalversammlung der Sparund Darlehenskasse hätten sich den gestellten Uebergabe- bedinguiigen aiigeschlossen. Unter letzteren sei hervorznhebeli« daß alle Kosten von der Spar- und Darlehenskasse zu tragen seien. Ferner übernehme die Spar- und Darlehenskasse zu-
graphien 129, Kunstgeschichte 15, Naturwissenschaft und Technologie 145, Heer- unb Seewesen 19, Land- unb Hauswirtschaft 13, Gesundheitslehre 13, Religion und Philosophie 28, Staatswissenschast 11, Sprachwissenschaft 9, Fremdsprachliches 12 Bände. Nach auswärts kamen 106 Bände.
** Der Gießener Fußballklub voii 1 900 hielt am vergangenen Mittwoch im Klublokal Cafö Ebel seine halbjährige G e n er a lv ersa m in l un g ab und es konnte hierbei ein stetiger Fortschritt in seiner Entwicklung festgestellt werden. Trotz der großen Ausgaben, welche bem Klub durch die verschiedeneii Reisen entstanden sind, waren die Vermögensverhältnisse doch sehr günstig. Auch auf sportlichem Gebiet entfaltete der Vereine größere Tätigkeit. Zum ersten male spielte er in ben Verbandsspielen in der 1. Klasse und erreichte hierbei die 4. Stelle. Insgesamt erledigte er 13 Wettspiele und ein Gesellschaftsspiel; 9 davon gingen gewonnen und 5 verloren, der Tordurchschnitt beträgt 58: 38, also ein Plus von 20 Toren. Im Februar l. Js. veranstaltete der Verein einen größeren Ball unb trat damit zum erstenmal auch gesellschaftlich an die Oeffentlichkeit. In den heißen Sommermonaten wird der Verein neben Fußball hauptsächlich Leicht- atletik, wie Springen, Laufen, Diskuswerfen re. betreiben. Um dem sportliebenden Gießener Publikum auch die Feiertage erstklassigen Sport bieten zu können, hat der Klub ben Kasseler Fußballverein für ben 2. Osterfeiertag nach Gießen verpflichtet.
r. Beuern, 5. April. Unsere Wasserleitungs- unb Kanalisations-Arbeiten finb nun bald beendigt unb es freut sich fast jekr darauf. Bei ben Ausschachtungen würben mehrere kleine breite Hufeisen, sowie Tierknochen gefunden. Ein gut erhaltener Kopf mit kurzen, nach vorne stehenden Hörnern wurde auf der Bürgermeisterei aufbewahrt.
Schotten, 6. April. 9(m Dienstag fand hier unter bem Vorsitz bes Rendanten Wolfschiuidt die 16. ordentliche Jahres-Generalversammlung der Vogelsberger Volks bank statt. In Erledigung der Tagesordnung wurde Geschäftsbericht, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung verlesen; von keiner Seite wurde etwas zu erinnern gefunden unb der 1905er Reingewinn von 1629.13 Mk. in der vom Vorstcmb unb Aussichtsrat vorgeschlagenen Weise verwendet, nämlich als Dividende 5 Prozent — 930 Mk., sowie 699.13 Mk. Gutschrift zum Reservefonds. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Die statutengemäß
von 183 Schülern (1904/05: 179) besucht. Hiervon waren 148 evangelisch, 7 katholisch und 28 israelitisch; ans Alsfeld waren 118, aus anderen hessischen Orten 52 unb 13 au9 anberen deutschen Staaten. Der fakultativen Abschlußprüfung unterzogen sich am 15. September v. Js. 2 Schüler, der mündlichen Prüfung am Schluß des Schuljahrs 11, während 9 mit Primareife abgmgen. An der Anstalt i trichteten einschließlich des Direktors Dr. Pitz 12 Lehrer. . as neue Schuljahr beginnt ani 23. April.
kanntlich die T a d a k f a b r i k a t i o n. Das geht auch ans den veremnahmlen Zoll- und Eteuerbetrcigen hervor. In der Zeit vom 1. Juli 1904 bis 30. Juni 1905 stellten sich diese Eimiahinen
Versdichtnngen 44, Litteraturgeschichte 18, Länder- und . . . r. . ,, . t -
Völkerkunde 77, Kulturgeschichte 23 , Geschichte und Bio- gcnehnugt d.e Gen-r°l°°rsm.uu,u»g cmfum mfl alle m d.es-t J - Angelegenheit getroffenen Vereinbarungen, Auf Vorschlag des
Vorstandes unb Aufsichtsrats wurde dem Rechner des Vogelsberger Volksbank eine Tantieme von 300 Mk. einstimmig bewilligt. (Schott. Krsbl.)
** Alsfeld, 6. April. Tie Großh. Realschule hier luurbc nach dem Jahresbericht für das Schuljahr 1905/06
Ter Tabakbau in Hessen meist seit mehreren Jahren eine fast ununterbrochene Z u n a h m c au*, nachdem er nn Jahre 1899 mit einem Areal von 335 Hektar einen außergewöhnlichen Tieistand erreicht hatte. 1900 flieg, wie wir in der „Südd. Tabaksztg." lesen, die Anbaufläche ani 350, 1901 auf 406, 1902 auf 428, 1903 ani 465 Hektar. Im Jahre 1904 verminderte ije sich zwar auf 455 Hektar, um dann aber 1905 wieder auf 459 Hektar zu wachsen. Tie Zunahme erstreckt sich alljährlich auf den Haiwtsteucramtsbezirk Worms, der z. B. 1904 86o Tabakpflanzer mit 328 Nektar und 1905 850 Tabakpflanzcr mit 344 Hettar Anbaufläche zählte.
Im Jahre 1904 wurden 823 000 kg Tabak int Werte von 420 000 Alk. (unversteuert) geerntet, das sind ani 1 Hektar durchschnittlich 1810 kg un Werte von 923 Mk. Ter Wert für 1 kg stellt sich also im Durchschnitt auf 51 Pfg. Tie Zahl der Tabakpflanzer belief sich auf 1411, wovon 1403 nut 453,9 Hektar Anbaufläche der Gcivichtsbesteuerung unterlagen, deren Ertrag sich auf 295 894 Mk. bezifferte. 9luv 8 Pflanzer mit 0,82 Hektar - Anbaufläche zahlten Flächensteuer und zwar im ganzen 366 Mk. Tie 1403 Pflanzer mit Ge.vichtLbesteuerung produzierten 821943 kg, die 8 Pflanzer mit Flächenbesteuerung mir 1342 kg. Von den letzteren kamen 6 Pflanzer aut den Slenerbezirk Offenbach und je 2 auf die Bezirke Tarinstadt und Bingen. Im Wormser Bezjrk, ivohin die meisten und größten Tabakpflanzer fallen, fallt Flachenbesteueruitg überhaupt nicht vor. Hier lommen annähernd 40 Ar durchschnittlich aus einen Pflanzer, während sich der Durchschnitt für ganz Hessen
2873 dz 19,5 dz
85 420 Mk. . 2 „
Handel und Verkehr, Volkswirtschaft.
Öibernia. Bekanntlich ist die letzte urbentlidK Jahresversammlung auf Antrag des Fiskus vertagt morden. sJtun beruft die Verwaltung der Hibernia eine n c u e,Gen er al-Ver« sammlung ein, auf deren Tagesordnung wieder u. a. bü Genehmigung ber Bilanz unb die Festsetzung der Dividende stehen. Es waren in Bezug aus die Bilanz von ben Vertretern des Fiskus bic Abschreibungen bemängelt worden. Weiter war gerügt worden, daß in der Bilanz keine Rückstellung für die der Hibernia evtl, erwachsenden Prvzcßlosten vorhanden sei unb schließlich, bas- die Bilanz keinen Betrag zur Rückzahlung der au[ die jungen Aktien geleisteten Einzahlungen enthalte. (Für den Fall nämlich- daß auch bas Reichsgericht die Emission von 6'/3 Mill. Mart neuen Aktien für nichtig erklärt. In der zweiten jetzt einberufenen Generalversammlung kann die twchmalige Beschluß« fassung über die Bilanz gemäß den gesehlick.u Bestimnmngen von der Minderheit — solange die 6'Mill. Mk. nicht für nichtig erklärt sind, ist der Fiskus in der Minderheit —» nur dann gefordert Trcrbcn, wenn über die in der ersten Generalversammlung bemängelten Ansätze der Bilanz nicht die erforderliche Aufklärung gegeben wird. Entsteht darüber streit, so entscheidet zunächst die Majorität darüber, deren Votum evtl, ber Nachprüfung durch ben Prozeßrichter unterliegt.
B remen, 5. April. In der lv. utigen Gene ra ldersa mm- I u n g des Norddeutschen Lloyd rjurbc der Jahresbericht sowie ber vorgelegte Rechnungsabschlun genehmigt. Generaldirektor Dr. Wiegand erklärt: Heber Den Geschäftsgang des laufenden Jahres dürfen wir uns so weit reckt günstig äußern. Der Norddeutsche Lloyd hat in seiner Erfahrung wohl kaum eine Periode wie die gegenwärtige durchgemacht, was Die vollste Ausnutzung seines Dampfermaterials zu lohnenden Preisen an« betrifft. Die Fortdauer dieses starken Geschäftsgang es erscheint bis tzurn Schluß des lausenden Jahres als gesichert. Jedenfalls ist Die Gefamtgeschäfts'lage noch eine bessere als die des Vorjahres und es sind entsprechend sreudigcrc Ergebnisse zu ex^ warten.
Rob- Ausfuhr- Einnahmen Vergütungen 2 461 743 Alk. 5749 Alk. 385 361 , 1444 „
494 „ — „
auf wenig über 30 Ar stellt.
Im Jahre 1904 wurden mir 41 mit Tabak bebaute Grundstücke von weniger als 4 Ar Flächeninhalt gezahlt, dagegen 2910 Grundstücke von 4 Ar uud mehr. In den beiden letzten Jahren sich die Anbaufläche aus die einzelnen Steuerbezikc '
- ML Suppen Kreuzstern
ermöglichen der Hausfrau angenehme 2|btVCd)dlliltg
Montag, 9. l. Mts., abends 8^ Uhr präzis, hält im Saal des ,Großherzog von Hessen" Herr Reichtagsabgeordneter Landgerichtsrat Tr. Hagemann aus Erfurt einen
(mit Lichtbildern)
über: D7<
Die wirtschaftliche Entwickelung unserer Kolonien und die parlamentarische Studienreise nach Togo und Kamerun.
Hieran anschließend wird unser Reichstagsabgeordneter, Herr Kommerzienrat Heyligenstaedt, Bericht erstatten über den jetzigen Stand der
Neichsftnanzreform.
Wir laden unsere Mitglieder zu recht zahlreichem Besuche ein. Gäste sind willkommen.
Der Vorstand.
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