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Beteiligten Am besten weg, dem treuen Zu- England
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untergeordneten Einzelheiten hat Deutschland nachgegeben. weil e8 praktische Politik treibt. In dem großen Grundsatz der ,offenen Tür* hat eS obgefiegt und damit vor aller Welt dargetan, daß es sich nicht zur Seite schieben läßt. Fürst Bülow schloß seine Rede mit dem Ausdruck der Zuversicht, daß das deutsche Volk mit größerer Ruhe in die Zukunst schauen könne, denn das Ergebnis der Konferenz habe alle Beteiligten gleichermaßen befriedigt. Von den fremden Staaten tat der Kanzler nur Frankreichs Erwähnung, beffen loyale und versöhnliche Haltung ec anerkannte.
Das andere besorgte der Wortführer des Zentrums, Abg. Frhr. v. H e r t l i n g, der dieser Tage im Reichskanzlerpalais mit dem Fürsten Bülow konferiert und zweifellos die .Censuren* festgestellt hat, die er, Herr v. Hertling, heute in
fiir Maschlnei- o. Elett» technlk, verbunden at Chauffeure Chile.
seiner wohlvorbereiteten Rede den in Algeciras erteilte. Die Prädikate waren sorgsam abgestuft, kam verdientermaßen Oesterreich-Ungarn aufrichtiger Dank gezollt wurde wegen seines sammenhaltens mit Deutschland. Das .loyale*
Aus dem Reichstag.
R. Berlin, 5. April.
Wer sich im Recht weiß, kann sich kurz fassen. Fürst Bülow faßte sich in seiner heutigen, von den Kopf an Kopf sich drängenden Tribünenhörern mit gespanntestem Interesse erwarteten Marokkorede kurz. Ec sprach nicht länger als zwanzig Minuten, ruhigen Tones, die Worte sorgsam wägend. Denn er weiß sich im Recht, das Ergebnis der Konferenz von Algeciras verbrieft ihm dieses Recht, und die Mehrheit deS Reichstags bekundete ihm durch warmen Beifall, daß sie seine Befriedigung über den Sieg des von Deutschland verfochtenen uucLiiationalen Prinzips teilt, einen Erfolg, der um so' schwerer wiegt, als er gegen eine Mehrheit der Großmächte durch Festigkeit und Zähigkeit erzielt wurde. In
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.enlabrkt. Henneberg, Zürnb
trug ein gutes .Genügend* davon. Bei Italien wurde der Ton kritischer, doch richtete sich der Tadel mehr an die Adresie der italienischen Radikalen, als der Regierung im Quirinal. Ein herber Tadel aber traf Rußland. .So unfreundlich von Rußland behandelt zu werden, hat Deutschland um diesen Nachbar nicht verdient. ES ist zu wünschen, daß das deutsche Kapital sich nicht beteiligt am wirtschaftlichen Wiederaufbau Rußlands*. Dieser Appell, den später Abg. Bebel (Soz.) an der Hand des Martinschen Buches wiederholte, fand lebhaften Beifall im Reichstag. Die bedeutsame Rede des Frhrn. v. Hertling wird im Ausland kaum weniger Beachtung finden, als das kurze Expos« des Fürsten Bülow.
Die Sitzung erfuhr eine jähe Unterbrechung durch ein beklagenswertes Ereignis. Mitten in der Rede des Abg. S3£bel sprang plötzlich der Abg. Dr. Bachem in langen Sätzen zum Präsidium hinauf, um dem die Verhandlungen leitenden Grafen Stolberg hastige Worte zuzuflüstern mit einer Armbewegung zum Reichskanzler hin. Fast gleichzeitig veranlaßte Dr. Bassermann Herrn Bebel, seine
Rede zu unterbrechen. Aller Blicke wandten sich nun dem Fürsten Bülow zu, der bleich, mit geschlossenen Augen, i Sessel lehnte- s org-
• lObertticgd'geriß. MiST ^rtillerie- den Stubendienst ton verschont bleiben. 2er als ihm tiMienft anshalsen >vo!ke Wc er, unb aß er suffee
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tigen selbständigen und an zwei Welthandelsstraßen gelegenen Wirtschaftsgebiet die Türe für die F r e i l) e i t b c ö f r i e _ 11 Wettbewerbs offen gehalten werden müsse. Das geeignetste Mittel, dieses Ziel auf gütlichem Wege zu erreichen, war die Einberufung einer neuen Konferenz. Ich habe in den Zeitungen hier und da gelesen, daß wir mit einem französisch-deutschen Separatabkommen mehr erreicht haben würden. Zch weiß nicht, ob ein solches möglich gewesen wäre, und vb nicht bei einem solchen Versuch im Gegenteil die Gegensätze sich noch mehr verschärft haben würden. Jedenfalls würden wir damit von vorn-
’-f "adowsky, Staatssekretär v. Tfchirschky und anderen. Die t--,____ _______„
7> .irftin zeigte sich gefaßt und unterhielt sich ruhig. Aus den j den Kopf zur Seite geneigt, in seinem d. friedigenden Mitteilungen, die Prof Renvcrs aus dem t lich'gestützt vom Grasen Posaoowskh, Krankenzimmer brachte, war zu entnehmen, daß der rulsige Schlaf Bülows fortdauert.
mühten sich unverzüglich um den Kanzler, dem ein Glas Wein gereicht wurde. Bange Minuten verrannen, der schwere Ohnmachtsanfall des Kanzlers ging nicht vorüber. Die Sitzung mußte auf eine Viertelstunde vertagt und Fürst Bülow ins Vräsidentenzimmer getragen werden. Eine unmittelbare Lebensgefahr bestand nicht, und Abg.Bassermann konnte nach Wiederaustiahme der Sitzung unter allseitiger Zustimmung dem Wunsche Ausdruck geben, daß der Kanzler bald wiederhergestellt sein möge. Graf Balle- ftrem, der mittlerweile mit Professor Ren Vers Rücksprache genommen hatte, konnte in diesem Sinne beruhigende Mitteilungen machen.
Für die Fortsetzung der großpolitischen Debatte zeigte sich begreiflicherweise nur noch geringes Interesse. Die Redner legten sich, dem Rechnung tragend, Beschränkung, auf. Alle bürgerlichen Parteien fanden sich zusammen in der Kundgebung des Vertrauens zu der auswärtigen Politik des Fürsten Bülow, aber auch in dem Wunsch, daß bei dem internationalen Verkehr das Bismarcksche: „Wir lausen niemandem nach!" größere Geltung erlange, denn in dieser Beziehung gebe Algeciras eine beherzigenswerte Lehre.
Bei der Erörterung der inneren Politik tadelte Abg. Graf Limburg-Styrum (kons.) die Bewilligung deck Diäten an die Reichstagsmitglieder, während Abg. Bassermann seiner Freude Ausdruck gab, daß die bürgerlichen Parteien immer mehr Fühlung untereinander gewinnen. Die restlichen Etats des Auswärtigen, der Reichsschuld usw. wurden im beschleunigten Verfahren aufge- beitet, und Oie Abgeordneten früher, als sie erwartet hatten, in die Osterferien entlassen. Was am Schluß der Sitzung über das Befinden des Fürsten Bülow verlautete, klang nicht ganz unbedenklich.
Tas beste und wichtigste vielleicht, was Fürst Bülow heute im Reichstag sagen konnte, ist durch die jähe Erkrankung des Zmnzlers unausgesprochen geblieben. Fürst Bülow beabsichtige sowohl zu der Frage der neuen russischen Anleihe wie zu der Haltung Italiens auf der Marokkokonferenz Stellung zu nehmen. Diese in jedem Fall bedeutungsvollen Ausführungen waren nach der Rede des Abg. Bebel zu erwarten. Es ist bemerkenswert, daß Frhr. v. Hertling (Ztr.) auf allen Seiten des Hauses Beifall fand, als er sich gegen die Beteiligung deutschen Kapitals an der russischen Anleihe wendete. Inzwischen sind heute die Verhandlungen über die Begebung der neuen Anleihen des Reichs und Preußens zum Abschluß gelangt. Bei einem Gesamtbetrag von D60 Millionen verbietet sich von selbst die Mitwirkung deutscher Banken an der russischen Anleihe. Die „Voss. Ztg." meldet heute abend: „Es scheiiit festzustehen, daß der deutsche Markt nicht für die neue Anleihe in Anspimch genommen wird. Der Schwerpunkt der Operation liegt in Paris. London dürste einen Teilbetrag übernehmen." Es ist schon das klügste, daß die russische Fiuanzverwaltung freiwillig auf die Hilfe des deutschen Kapitals verzichtet, statt sich erst einen Korb zu holen. Bezeichnend für die Pflege der russisch-eiiglischen Beziehungen ist die llebernahme eines Teilbetrages durch den Londoner Markt. Die englische Re-
Die Kaiserin fuhr gleichfalls vor dem Reichstags- gebäuüe vor, ließ den Chef der Reichskanzlei v. Loebell an d.'n Wagen bitten und sich von diesem Bericht über des Fürsten Befinden erstatten. Ter Kaiser verblieb längere Zeit in den Räumen des Hauses; da aber der Schlaf des Fürsten nicht gestört werden sollte, so verließ er um 3 Uhr 15 Minuten das Gebäude. Staatssekretär Graf Posa- dowsky, Präsident Graf Ballestrem, Herr v. Loebell geleiteten den Kaiser zum Wagen. Der Kaiser hatte bereits vor ।einer Ankunft seinen Leibarzt Dr. Jlberg an das Krankenlager entsendet.
Ter Reichskanzler fuhr vom Reichstag gegen vier Uhr in seinem Wagen nach dem Reichskanzler- palais und begab sich alsbald zu Bette. Er hatte zwei Stunden lang einen ruhigen Schlaf, von dem er erholt erwachte. Tie Erholung hält an. Tas Befinden ist durchaus zufriedenstellend.
Auch im Ausland hat die Nachricht von der Erkrankung des Neichslanzlers lebhafte Anteilnahme hervorgerufen. "Aus den .Hauptstädten der verbündeten Dreibundsmächte liegen hierüber folgende Nachrichten vor:
Wien, 5. April. Der Minister des Aeußern, Graf Goluchowski, hat den österreichisch-ungarischen Botschafter in Berlin, v. Szoegyeny-Marich, beauftragt, in seinem Namen sich nach dem Befinden des Reichskanzlers Fürsten Bülow zu erkundigen und telegraphisch hierüber nach Wien zu berichten.
Nom, 5. April. (Agenzia Stesani.) Tie Nachricht von dem unerwarteten Unwohlsein des Reichskanzlers Fürsten Bülow rief den schmerzlichsten Eindruck sowohl in amtlichen tote in politischen und privaten Kveisen hervor. Die später einlaufenden Depeschen, die das Vertrauen auf eine völlige Heilung in Aussicht stellten, erweckten wieder eine bessere Stimmung. Die „Vita" wünscht eine baldige Besserung dem Reichskanzler, der, wie sie sagt, mit Italien durch herzliche Beziehungen verknüpft fei. Tas Blatt meldet, der Minister des Auswärtigen, Guiccardini, habe den italienischen Botschafter in Berlin, Grafen Lanza, beauftragt, namens der italienischen Regierung deren Wünsche für eine baldige Besserung des Fürsten auszusprechen. Andere Blätter schließen sich diesen Wünschen an.
aierung wird wohl zu verstehen gegeben haben, daß sie diese Mitwirkung aus politischen Gründen wünscht: um dadurch Rußland sich geneigt zu machen. Was nun die Haltung Italiens betrifft, so ist anzunehmen, daß zwar auch Fürst Bülow, wie Frhr. v. Hertling, den „maßgebenden Kreisen" Italiens sein Vertrauen ausgedrückt haben würde, daß aber doch, wie schon einmal, dem Bundesgenossen zart bedeutet worden wäre, daß sein wohlverstandenes Jnteress« chn auf treues Festhalten am Dreibund hm weich
Deutscher Reichstag.
84. Sitzung vom 5. April J.U06.
Das Haus ist mätzig, die Tribüne sehr gut besetzt.
Abg. Meister i.Soz.), Vertreter für den achten Hannoverschen WahUrcis ist heute morgen in seiner Heimat g e st o r b e n. Das Haus ehrt das Andenken des verschiedenen Mitgliedes durch Erheben von den Sitzen.
Auf der Tagesordlmng steht zunächst die Beratung des Etats für den Reichskanzler und die Reickskanzlei.
Reichskanzler Fürst v. Bülow: Zck habe die erste Gelegenheit ergriffen, die sich hier bietet, um mick nach dem materiellen Abfchlutz der Kvnserenz von Algeciras vor diesem hohen Hause über unsere Marokkvpolitik auszusprechen. Sie werden es aus dec anderen Seite verstehen, wenn ich heute meine Worte sehr sorgsam abwäge, nicht nur, weil der formelle Abschluß der Konferenz noch nickt erfolgt ist und noch in keinem anderen Parlament dos Ergebnis der Konferenz besproä)cn lovrden ist, sondern auch weil ick die erreichte, die mühselig erreichte Verständigung nicht beeinträchtigen oder trüben mochte. Will man unsere Marokkopolitik richtig verstehen, so muß man zu ihrem Ausgangspunkt zurückkehcen. Will man die Ergebnisse richtig würdigen, den Anfang mit dein Ende vergleichen. Eine Zeit der Beunruhigung liegt hinter uns. Es gab Wochen, wo der Gedanke an k r i e g c r i s ch e V c r w i ck c l u n g e n sich der Geinüter beinächtigte. Wie kam das? Waren Lebensinteressen des deutsäMi Volkes bedroht, sodaß die Leitung unserer auswärtigen Politik daran beulen tonnte, die Machtsrage aushu- wersen? Sollten wir um Marokko Kriegsühre n ? Nein, meine Herren! Um Marokko nickt. Wir haben in Marotto keine direkten po li t i s che n Z n t e r e s s e n. Wir haben dort auch keine politischen Aspirationen. Wir haben weder wie Spanien eine Jahrhunderte alte maurische Vergangenheit, noch wie Frankreich eine Hunderte von .Kilometern lange Landesgrenze in Marokko. Wir haben keine durch mancherlei Opfer erworbenen historischen über moralischen Anrechte, wie diese beiden europäischen Kulturländer, aber wir hatten wirtschaftliche Interessen in einem selbständigen, unabhängigen, bisher noch wenig erschlossenen zukunftsreichen Lande. Wir waren Teilhaber an nnrcr internationalen Konvention, die das Prinzip der Meischegünstiguiig enthielt. Wir besaßen einen Handelsvertrag, das Recht der meistbegünstigten Nation. Darüber nicht ohne unsere Zustimmung verfügen zu lassen, war eine Frage des Ansehens der deutschen Politik, der Würde des Deutschen Reiches, in welcher wir nicht nachgeben dürfen. (Sehr richtig.) Daraus folgt, was wir in Marokko erreichen wollten, was nickt. Wir wollten nicht in Marokko f e st e n Fuß sassen, denn darin hätte eher eine Schwächung als eine Stärkung unserer Stellung gelegen. Wir wollen auch ben älteren politisch unb historisch begrünbeten Ansprüchen Spaniens unb Frankreichs keinen chikanösen ober überhaupt keinen Widerstand entgegensetzen, Jo lange die deutschen Rechte und Interessen geschont und geachtet werden. Wir wollten uns auch nicht an England reiben, well dieses in feinem Vertrag vom 8. April 1904 eine Anlehnung an Frankreich vollzogen hatte. Denn in diesem Vertrag verfügte England, was Marokko betrifft, über seine eigenen Interessen. Und was Egypten betrifft, so hatte es in den uns angehenden Fragen nachträglich unser» Zustimmung herbeigeführt. Was^wir wollten, war, cs zu be» künden, daß das D e ut f che R c ich sich nicht als Quan- t i t e negligeab le behandeln läßt (lcbh. Zustimmung), daß die Basis eures internationalen Vertrages nicht ohne Zustinuming der Signatarmächte verrückt werden dürfe, daß in einem so wick-
herein unsere feste, auf einem internationalen Vertrage beruhende Rechtstellung geschwächt haben. Unser Vertrauen in die Sicherheit, die eine feste Rechtsgrundlage gewährt, war so groß, daß wir auf die Konferenz drängten, obwohl jeoermann wußte, daß drei Großmächte durch Sonderabmachungen an Frankreich gebunden seien, und eine derselben ihr Alliierter war, daß wir also unsere Forderungen auf der Konferenz gegen eine Mehrheit der Großmächte durckzusetzen hatten. Das Vertrauen, von dem ich eben sprach, hat uns nicht getäuscht. Gewiß, meine Herren, hat die Konferenz länger gedauert, als mancher erwartete. Die Sache ivar eben nicht leicht und es gibt auch in der Diplomatie wie im bürgerlichen Leben manche weit weniger nächtige Angelegenheiten über die noch viel länger verhandelt und gestritten wird. (Hefter-, feit) Unseren Unterhändlern bin ich Die Anerkennung schuldig, daß sie die deutschen ßorberungen mit ebensoviel Festigkeit und Sälngfeit, wie Umsicht vertreten haben. (Lebhafte Zustünm.) Die Einzelheiten der Kvnferenzbeschlüß'e sind durch die Presse veröffentlicht worden und Ihnen bekannt. Ich will sie in diesem Augenblick nicht mehr erörtern und auch hinsichtlich des Gesamtergebnisses nur das Nachstehende betonen: Es wäre ein Mangel an Augenmaß gewesen, wenn wir wegen untergeordneter Forderungen die Kvnserenz hätten scheitern lassen. Die Zahl der Zensoren für die Staatsbank, die schweizerischen oder holländischen Polizcistationen, waren fragen, die für uns nicht Selbstzweck sondern Mittel zum Zweck nxaren. Für foldje sekundäre Forderungen Kopf und tragen daran zu setzen wäre nicht praktische Politik gewesen. Auch läßt sich sclvver bestteiten, daß kein Land vermöge seiner Erfahrungen geeigneter war, die Polizei- insttufteurc zu stellen wie Spanien unb Frankreich. Hätten wir uns biefer Tatsache verschlossen, so würbe ber während ber Kon- serenzverhanolvn^en von der iranzösis.hen Pr.sse gegen vie deutsche Politik so laut erhobene Vorwurf der Intransigenz wirklich berechtigt gewesen sein. Woraus es ankarn, war, ben internationalen Charakter der Polizciorg anisation zu verbürgen. Frankreich bat sich mit gleicher Versöhnlichkeit wie wir zu einer loyalen Lösung dieser schwierigen Fragen bereit
lich gestutzt vom <5x1-41 en Posaoowskh, Staatssekretär von Tschirschky und anderen Herren der Regierung. Die Abgg. Tr. Becker und Dr. M u g d a n, Acrzte von Berus, be-
Aie heutige Kummer umfaßt 10 Seiten.
Are Erkrankung des Reichskanzlers.
Berlin, 5. April.
Während der Rede des Abg. Bebel kurz nach 1 Uhr erlitt der Reichskanzler Fürst Bülow einen leichten Ohnmachtsanfall. Er war mit Schreiben beschäftigt, iDurbe plötzlich leichenblaß und neigte sich zur i t e. Die Umstehenden besck)äftigten sich mit dem Reichs- ler. Der Abg. Bebel unterbrach seine Rede. Während Abgg. Dr. M u g d a n und Dr. B e ck e r als Aerzte herbei- )lt wurden, kam der Reichskanzler wieder zu sich. Doch rde die Sitzung auf y» Stunde unterbrochen.
Fürst Bülow wurde aus dem Sitzungssaal nach dein itenzimmer gebracht. Er erholte sich dort zusehends.
NlHeini sich um eine vorübergehende Ohnmacht gehandelt yaben. Aus seiner Umgebung wird versichert, daß r. nerlei Lähmungserscheinungen auftreten. In den letzten Tagen hat der Reichskanzler stark an Influenza gelitten. Um li/4 Uhr erschien Professor Renvers und erklärte nach vorgenommener Untersuchung, der Zustand des Reichskanzlers fei in keiner Weise beunruhigend. Es scheine sich um eine bloße Ohnmacht ge- hanoelt zu haben. ?luch Prof. Renvers bestätigt, daß keine Lühmungserscheinungen vorlzanden sind. Der Kanzler sitzt zurzeit im Stuhl im Präsidentenzimmer. Die Fürstin Bülvw trat alsbald im Reichstagsgebäude ein. Professor Renvers konstatierte gegen 2 Uhr, daß sämtliche Gliedmaßen des Reichskanzlers beweglich uub auch keinerlei Schluckbeschwerden vorhanden sinb. Der Reichskanzler ant- n.ortete deutlich auf die Fragen des Arztes. Prof. Renvers glaubt demnach, daß es sich um eine allerdings schwere ^chltnacht handele. Er hofft, daß die Sympwme in un- g jähr einer Stunde vorüber sein werden.
Dem Kaiser ivar die Nachricht von dem Unfall, der dc. Reichskanzler betroffen hat, nach demKasernement des 2. Gardedragonerregiments, wo er zum Frühstück weilte, überbracht worden. Der Kaiser begab sich mit den Herren sei ter Umgebung sofort nach dem Reickstags-Gc- b' ude. Bei seinem Eintrefsen schlief der Fürst, der Kaiser T weilte daher zunächst im Nebenraume, zuerst im Gespräch mit der Fürsttn Bülow, dann mit dein Reichstags- hräfibenten Grafen Ballestrem, Staatssekretär Grafen
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Sä Amis- und Anzelgeblatt für den Kreis Gießen stzD-Z
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