Acricktssaak.
e. Gießen, 24. Jan. Die Strafkammer beschäftigte ein Urteil des Schöffengerichts Grünberg, das von dem Kaufmann K. B. angefochten worden ist. B. hatte gegen die ledige Katharine M. wegen einer Aeußerung, die diese bezüglich des Kredits des B. gemacht hatte, Klage angestrengt. Weder das Schöffengericht 'noch die Strafkammer konnten in der Aeußerung eine Beleidigung erblicken, weshalb die Sache in beiden Instanzen mit Freisprechung endigte. — Auch ein Urteil des Schöffengerichts Friedberg wurde bestätigt, gegen das der Gewerbeakademiker I. K. Verufimg erhoben hat. K. wurde auf Antrag der Ehefrau des Gastwirts F Sch. zu Friedberg wegen Verleumdung hu 3 Monaten G-sängnis verurteilt. Er hatte der Frau Sch., bei der er eine zntlang gewohnt hatte, unsittlichen Verkehr hum Vorwurf gemacht Das Berufungsgericht war mit dem Schöffengericht einig, daß nur eine Freiheitsstrafe den schweren Vorwurf, der einer ehrbaren Frau gemacht worden ist, sühnen kann und wies die Berufung des K., der glaubte, mit einer Geldstrafe durchkommen zu können, kostenfällig zurück.
Kunst und Wissenschaft
— Hugo v. Hofmannstbals süniaktiqes Drama „Das a e r e t t e t e Venedig" hat am Samstag bei der Premiöre im Lessing-Theater in Berlin starken Erfolg gebracht — nur nach dem dritten Akt und zum Schluß stellte sich dem lebhaften Bei'all etwas Opposition entgegen. Vom zweiten Akte ab konnte der Dichter, zum Schluß mit jubelnden Zurufen begrüßt, wiederholt erscheinen. Das Werk ist nach dem Stoffe eines alten Trauerspiels von Thomas Otway gedichtet. (Das Trauerspiel ist bereits bei S. Fischer in Berlin in Buchform erschienen.)
— Der volkstümlichen Kun st- Wanderausstellung des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksdorlesungen und verwandte Bestrebungen, die tmhrend der laufenden Woche einschließlich des nächsten Sonntags tem Ausschuß für Volksvorlesungen in Oberursel zur Verfügung steht, wird von der Einwohnerschaft des freundlichen und „eistig regsamen Taunusstädtchens das größte Interesse entgegengebracht. Ter erste Ausstellungstag führte der Ausstellung 300
Bekanntmachung.
Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß die Stadtkaffe am 26. eines jeden Monats, und falls dieser Tag auf Sonn- tag fällt, am 27., ebenso am letzten Wochentag eines jeden Mo- mrts aus dienstlichen Gründen geschloffen bleibt.
Gießen, den 19. Dezember 1904. _ B24
Großherzoglic! e N r--"" meisterei Gießen.
Mecum.
Holzversteigernng
int Gießener Stadtwald.
Donnerstag, 26. Januar 1905, vormittags 91/? Ahr beginnen i), sollen im Gießener Stadtwald in den Distrikten Hainges- h-den und Neuhege versteigert werden:
20 Fichten-Terbstangen mit 2,12 Festen,
3 Rmtr. Birken-Scheitholz,
37 „ Nadel-Scheltholz,
82,5 n „ -Knüppelholz,
115 „ ,, -Stockholz,
2850 Wellen „ -Reisig.
Die Zusammenkunft ist auf der Grunberger-Straße an der 5. Schneise.
Gießen, 19. Januar 1905.
Großherzaab Gießen.
I. V.: Cllrschmann.Bn /.
Holzversteigerung
in der fürftlicfjen Oberförsterei Lich.
Montag den 30. Januar, von vormittags 9V, Uhr cm, im Distrikt Hard: Scheirer: 228 Rm. Bilchen (dabei 2 mal 2 Rm. Werkholz), 29 Rm. Eichen (teils gehalten, teils rund); Knüppel: 68 Rm. Buchen, 23 Rm. Erchen, 9 Rm. Nadelholz; Stöcke: 84 Rm. V uchen, 42 Rm. Eichen, 32 Rm. Nadelholz; Wellen: 1970 Buchen, 600 Elchen, 700 Weichholz (Auspntzreisig), 490 Nadelholz. — 4- Buchen-Schnittholz (39-57 Etm. Durchmesser) — 2,04 Fstm., 2 Erchen-Schnittholz (46 und 51 Etm. Durchmesser) = 2,13 Fstm., 17 Eichengrnbenholz lWagnerholz, Pfostenholz ufro.) — 5,16 Fstm., 5 Kiefernschnittholz (32 bis 46 Etm. Durchmesser) — 5,21 Fstm., 51 Fichten - Stammholz (Schnittholz, Balkenholz re.) — 63,63 Fstm.
Die Zusammenkunft ist auf der Waldstraße von Kolnhausen in die Hardt beim Eintritt in den Wald.
Dienstag den 31. Januar, von vormittags 91/, Uhr an, fm Distrikt Höler: Scheiter: 231 Rm. Buchen, 12 Rm. Eichen (ungespalten), 4 Rm. Nadelholz (wlgespalten ; Knüppel: 169 Rm. Buchen, 122 Rm. Elchen, 2 Rm. Kirschbaum, 9 Rm. Nadelholz; Stöcke: 123 Rm. Buchen, 86 Rm. Eichen; Wellen: 5530 Buchen, 2000 Eichen, 140 Nadelholz. — 11 Eichen-Schuittholz (40 bis 48 Etm. Durchm.) — 7,56 Fstm., 2 Elsbeer-Werkholz — 0,40 Fstm., 4 Fichten-Bauholz — 2,88 Fstm., 14 Fichten-Derb- ftangeu — 0,67 Fstm.
Die Zusammenkunft ist nur dem Vicinalweg von Lich nach Garbenteich am Hölereck (Schlltzhällschell).___________________________
Arbeitsvergebuug.
Die bei Umgestaltung der Terrasse am Kurhaus vorkommenden Arbeiten werden hiermit auf Grund des Minist.- Erlasses vom 16. Juni 1893 öffentlich ausgeschrieben. Zur Vergebung kommen:
1. Erd-, Maurer- und Betonarbeit, ca. 100 cbm Bruchstein-, 370 cbm Backsteinmauerwerk usw. und 360 qm Unterlagsbeton.
2. Zimmerarbeiten, ca. 55 cbm Tannenholz, 700 qm Dachschalung usw.
3. Kupferdecker- und Spengterarbeiten, Los I 700 qm Dachfläche, 100 m Rinne usw. Los II 210 qm Dachfläche.
4. Weißbinderarbeit, 500 qm äußerer Terranovaputz, 300 qm desgl. usw.
Zeichnungen und Bedingungen können aus unserem Amtszimmer (Usastraße) eingesehen werden, Arbeitsbeschreibungen werden ebenda zum Selbstkostenpreis abgegeben.
Angebote sind verschlossen und portofrei bis längstens Samstag den 4. Februar d. I., vormittags 10 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde abzugeben, worauf sofort dereii Eröffnung im Beisein etwa erschienener Bewerber erfolgt. — Zuschlagsfrist 14 Tage.
Bad-Nauheim, den 18. Januar 1905«
Baubehörde für die Neubauten in Bad-Nauheim.
Jost. ßi%
Schlitzen Bier.
Empfehle das bestens bekannte Bier aus der Gräflich Görtz'schen Brauerei zu Schlitz, hell itnb dunkel in Flaschen.
7t Flasche 20 Pfg., 7, Flasche 10 Pfg. frei ins Halls.
Fried. Kühnhold,
19 Ludwtgstraße 55.
Besucher aus allen Ständen, Männer und Frauen, zu, während die begleitenden Kunstvorträge von Dr. Grerner-Darmstccht eine noch höhere Befuchei^ahl aufwiesen. Der dem Verband zur Verfügung stehende Grundbestand der Ausstellungsobjekte, Originale und Reproduktionen, ist wieder, wie in Neu-Isenburg, durch wertvolle Zugaben aus dem Kunstbesitz der Oberurseler Bürgerschaft, sowie durch Erzeugnisse örtlichen Kunstfleißes bereichert. Durch solche Beigaben, die natürlich von Ort zu Ort verschieden sind, erhalten die volkstümlichen Kunst-Wanderausstellungen auch für den Kunstinteressenten einen besonderen Reiz, indem dadurch erkennbar wird, was an Kunstschätzen und Kmrstfleiß an den einzelnen Orten vorhanden ist.
Flniversttäts-Yachrichten.
— Die erste fürstliche Doktorin Englands. Die Herzogin von Arghll, eine Schwester König Eduards von England, wurde an der Universität London durch den Gelehrten, Lord Kelvin zum Doktor der Rechte promoviert. Soviel wir wissen, ist die Herzogin die erste fürstliche Frau Englands, die den Doktorgrad erlangt hat. Auch um die Frauenbewegung hat sie sich, besonders durch Förderung der wissenschaftlichen Ausbildung der Frauen, große Verdienste erworben.
Kandel und DerKelir. AMswirlschast.
Eisen -und Stahlindustrie. Nach den Ermittelungen des Vereins Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller betrug die Gesamterzeugrmg von Roheisen in Deutschland und Luxemburg 10 103 941 Tonnen im Jahre 1904 gegen 10 085 634 Tonnen im Jahre 1903. Die Erzeugung hat also um 18 307 Tonnen zugenommen. Die Erzeugung von Gießerei- und Thomasroheisen hat zugenommen, die an Beffemer-, Stahl- rmd Spiegel- sowie an Puddelroheisen abgenommen. Die Abnahme dieser Qualitäten ist wesentlich durch den erheblichen Rückgang der Produktion im Siegerland, Lahnbezirk und Hessen-Nassau zu erklären, wo hauptsächlich diese Ei,sensorten hergestellt werden. Die Roheisenerzeugung in diesem Bezirk sank von 718 106 Tonnen im Jahre 1903 aus 587 032 Tonnen im Jahre 1904; in den übrigen Bezirken ist sie im wesentlichen der des Jahres 1903 gleich
Jagd-Verpachtung.
Die der Stadt Hungen zustehende
Feld- und Waldjagd
von ca. 6000 Morgen, worunter etwa 1800 Morgen Wald, soll Dienstag den 31. Januar d. I., nachmittags 3 Uhr, auf 6 Jahre in vier Jagdbezirken oder zusammen auf hiesigem Rathause öffentlich verpachtet werden. Der Jagdbezirk, der schönste der Gegend, hat einen reichen Bestand an Rehwild, Hasen, Fasanen, Hühnern und Enten.
Bemerkt wird, daß die Bahnstation Hungen (Kreuzungspunkt der Linien Gießen-Gelnhausen und Friedberg-Hungcn- Laubach-Mücke) inmitten des Jagdbezirks liegt und dieser von Gießen in s/4 Stunden 5—6 mal, von Frankfurt a. M. über Friedberg in l8/4 Stunden 4mal täglich bequem zu erreichen ist.
Hungen, den 18. Januar 1905.
Großherzogliche Bürgermeisterei Hungen.
Fendt. 389
Ettingshausen.
Snbmissions - Holzverkauf.
In den Waldnngen der Gemeinde Ettingshausen lagert folgendes Holz zum Verkauf:
Zirka 40 Stück Eichen-Bauholz, 15 Fstm.
70 , „ Grubenholz, 20 ,
18 „ Fichten-Schnittholz, 23 ,
400 „ „ Bauholz, 189 ,
20 „ Kiefern-Schnittholz, 15 „
230 , , Bauholz, 161,81 „
1300 „ „ Grubenholz, 301 ,
1600 , Fichten-Derbstangen, 86,84 „
Die Herren Kaufliebhaber können auf Verlangen bis vor dem Termin der Eröffnung das Holz an Ort und Stelle einsehen. Der Vorzeiger ist Forstwart Keil zu Ettingshausen.
Bemerkt wird, daß sämtliche Kiefernstämme unter 20 Ctm. Durchmesser sich beim Grubenholz befinden; sämtliches Holz ist ohne Rinde gemessen. Die Gebote können getrennt für jede Holzart, Sortiment, auch im Ganzen eingereicht werden, es können auch Liebhaber auf sämtliches Holz einreichen und zwar ohne jeden Vorbehalt. Die allgemeinen Bedingungen, denen sich die Käufer stillschweigend zu unterwerfen haben, sind bei der Bürgermeisterei einzusehen oder gegen 70 Pfg. in Briefmarken bei uns zu beziehen. Es behält sich aber der Ortsvorstand die Genehmigung im einzelnen wie im ganzen vor, die Gebote so auszusuchen, wie es zur Erzielung der höchsten Gcsamteinnahme und der größtmöglichen Sicherheit für Eingang des Kaufpreises am sichersten erscheint. Der Kaufpreis ist alsdann nach dem Zuschlag durch eine genügende Bürgschaft oder Wertpapiere sicher zu stellen und bis Martini lsd. Jahres zu bezahlen. Die Gebote sind schriftlich mit passender Aufschrift versehen bis zum 3. Februar, mittags 1 Uhr, auf dem Bürgermeisterei-Bureau einzureichen. Später eingercichte Gebote bleiben unberücksichtigt. Die Er> Öffnung findet an demselben Tage nachmittags 2 Uhr auf dem Rathause statt, wozu die Interessenten eingeladen sind. Die Erteilung des Zuschlags kann 8 Tage nach der Eröffnung hinausgeschoben werden.
Ettingshausen, den 17. Januar 1905.
Großherzogliche Bürgermeisterei Ettingshausen.
Keil. 364
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Sre betrug in Tonnen, wobei in Klammer die Zahl >ür 1903 angegek^n ist: ht Rheinland und Westfalen 4 015 821 (4 009 227), in Lothringen-Luxemburg 3 267 875 (3 217 328), Schlesien 824 007 (753 053), dem Sacrrbezirk 752 770 (735 968, Bayern, Württemberg und Thüringen 164 190 (159 403) Tonnen. Eine nicht unerhebliche Zunahme weist Pommern mit 144 611 (134 770) Tonnen auf; eine Abnahme zeigt sich außer in dem Siegerland mit dem Lahnbezirk und Hessen-Nassau auch in Hannover und Braunschweig 347 635 (357 779) Tonnen. Im Königreich Sachsen wurde wie schon 1903 so artet) 1904 kein Roheisen mehr hergesteNt. Der größte Produzent art Thomasroheisen ist Lothringen und Luxemburg, wo 2 605 261 (1903: 2 595 025) Tonnen hergeftellt wurden, es folgt dann Rheinland-Westfalen mit 2 513 020 (2 446 633) Tonnen- Gießerei-Roheisen erzeugt am meisten Rheinland-Westfalen 865198 (851703) Tonnen; ihm schließt sich erst in erheblichem Abstand Lothringen-Luxemburg cm: 448 212 (406 460) Tonnen. Bessemer-Roheisen wird wesentlich in Rheinland imb Westfalen erzeugt; 60,4 Pro-, der Gesamtproduktion, nämlich 237 385 (284 244) Tonnen entfielen auf diesen Bezirk. Auch für S-tahl- und Spiegeleifen ist Rheinland-Westfalen der größte Erzeuger. Die Produktion hat hier gegen 1903 etwas zugenommen: 350 593 (325 689) Tonnen, während sie im Siegerland mit dem LahTibezirk und Hessen-Nassau erheblich gefallen ist: 189 779 (280 543) Tonnen. Die hauptsächlichsten Gebiete für Puddelroheisen sind endlich Schlesien, das hier nach wie vor mit 364 910 (326 256t Tonnen an der Spitze steht, Lothringen und Luxemburg mit 214 402 (215 834) Tonnen und Sicgerland mit dem Lahnbez'rk und Hessen-Nassau, wo auch hier eine Abnahme von 204 271 Tonnen im Jahre 1903 aus 179632 Tonnen im Jahre 1904 stattgefunden hat.
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Gröhe Aula der Nniverfttät
Mittwoch den 25. Januar 1905, abends 8 Nhr:
Vortrag
deS Herrn Martin Maier, Missionar der Basler Missionsgesellschaft in China, über: Die gelbe Gefahr.
Eintritt frei. — Freiwillige Beiträge werden beim Ausgang dankend angenommen. *)uik
V. DrewS. Dr. GieverS. I>. Schlößer.


