Ausgabe 
18.2.1905 Viertes Blatt
 
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Nv. 4L

Viertes Blatt.

155. Jahrgang

brnar 1905

Samstag 18

Giehener Anzeiger

Erscheint SgNch mit VuSnahme de« Sonntags.

Seneral-Anzeiger, Amts- vnd Anzeigeblatt für den Kreis Liehen

e

Die «Oietzener ZamMenblatter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der Wyesfifche Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Rotationsdruck and Verlag der Brüh lachen UnwersttätSdruckerei. R. Lange, Gießen,

Redaktion, Expedition «.Druckerei: Schulstr.L.

Del. Nr. 6L Lelegr^Adr. i Anzeiger Gießen.

Akademische Ireiheit.

Eure bemerkenswerte Kundgebung für die akademische Freiheit hat bei einem studentischen Kommers in Halle stattgefunden. Darüber wird derSruAeM." wie folgt berichtet:

Aus dem Kommers, welcher dem ausgezeichneten Kvnzert der SängerschaftSalicr" in Halle folgte, er­schien auch der zeitige Rektor der Universität Halle, Geheimrat Dr. Lindner. Als ihn der Vorsitzende, cand. jur. W. Bergschmidt, begrüßte und aussprach, trotz der gegenwärtigen Erregung sei das Vertrauen der Sänger­schaft zu chrem Rektor unerschüttert, dankte der Rektor tiefbewegt. 2er ganze Gang seines Lebens und seiner geistigen Entwickelung habe ihn immer auf der Seite der Freiheit gesehen. So sei er auch ent- fchtoflen, innerhalb seines Amtes die akademische Frei­heit, wie sie bisher bestanden habe, gegen jeden Angriff zu verteidigen, und eben deshalb habe er sich auch bemüht, sic vor möglichem Schaden durch über­eilte Uebertreibungen zu behüten. Er freue sich der wiederhergestellten Eintracht, die zu be­tätigen, das bevorstehende Schiller fest die beste Ge­legenheit bieten werde. So hoffe er sein Rektorat zu beenden in bester Freundschaft mit den Stu­dierenden, in dem Schatten der akademischen Frei­heit, auf die er trinke.

Diesen Worten folgte allgemeiner Beifall.

An der technischen Hochschule in Hannover haben sich die Gemüter noch nicht beruhigt. Das geht aus einer Erklärung hervor, welche seitens der Studen­tenschaft veröffentlicht wird. Sie lautet wie folgt:

,^Jn letzter Zeit erscheinen ständig in den Zeitungen Notizen, die zum Teil von amtlicher Stelle ausgehen, und die die Anschauung zu verbreiten suchen, daß in Hannover bereits der Frieden zwischen Rektor und Senat und der Studentenschaft vollständig wieder- hergestellt sei. Wir sehen uns infolgedessen ge­zwungen, diesen Nachrichten entschieden entgegen« zu tret en. 'Die Hannoversche Studentenschaft ist zwar selbstverständlich bemüht, ihrerseits dazu beizutragen, daß die unerquicklichen Zustände möglichst bald imb gründlich beseitigt werden; jedoch erklärt sie hierdurch ausdrückliche, daß von einer Wiederherstellung des Frie­dens nicht e h e r d i e Rede sein kann und wird, bis die sicheren Grundlagen für diesen geschaffen sind, d. h. bis alle die Forderungen erfüllt sind, die auf der Mademikeroersammlung vom 9. Februar in der von Herrn Stadtdirektor Tramm eingebrachten Resolution ausgesprochen sind, nämlich: Wiederherstellung des Ausschusses; Zurücknahme des Verbots von Versamm­lungen; Zurücknahme des Verbots des freien und un­beschränkten Gedankenaustausches in allen studentischen Fragen mit anderen Hochschulen; Herausgäbe oes Ver- Mögens an den Ausschuß; klare 'und einwandsfreie Abfassung der Hochschulsatzungen."

Tie akademische Freiheit kam dieser Tage auch in Leipzig in sehr bemerkenswerter Weise zur Sprache. Bei der Huldigung der dortigen Universität anläßlich des Einzugs König Friedrich Augusts sagte der Rektor, Geh. Kirchenrat Prof. Dr. Rietschel, u. a.:

Wir dienen allein der Wahrheit; sie zu er­forschen auf allen Gebieten ist die Aufgabe der Wissen­schaft. Aber darum kann die Hochschule nur gedeihen m der Luft der Freiheit. Zwei Säulen sind es, die das Gebäude deutscher Hochschulen tragen und ihre Be­deutung bedingen, auf selten der Lehrenden die Frei­heit der Wis sens cha ft, die nur durch die erkannte Wahrheit sich binden läßt, auf feiten der Studierenden die akademische Freiheit, durch die selbständige Charaktere erwachsen sollen. Wir wissen, daß diese un­veräußerlichen Güter auch durch das Regiment des neuen Rector magnificus perpetuus sicher gewahrt bleiben werden. . ."

Darauf erwiderte König Friedrich August:

// Ihre Aufgabe ist es, meine Herren, unsere Jugend nicht bloß wissenschaftlich zu bilden, sondern auch ihr die wahren Gefühle der Gottesfurcht, Pflichttreue, Hingabe und Treue für König und Vaterland, Kaiser und Reich einzuflößen. Ja, teil halte diese Seite der Tätigkeit von Hochschülern für die aller wichtigste. Und welch herrliche Auf­gabe ist es, die überschäumende Jugendkraft, die ideal angelegte Natur des deutsch^ Jünglings in richtige Bahnen zu lenken! Ich war selber in voller Begeisterung Student und weiß es sehr gut, daß der Jüngling in -seinem Frechertsdrange keine bindenden Fesseln anerkennen will. Unb ich habe Verständnis! dafür. Aber nach, seiner Sturm- und Drangperiode wird er, dank der tüchtigen Leitung seiner Lehrer, bald ein ernster, gereister Mann werden, der überall seine Stelle ausfüllt. So, meine Herren, ist meine Ansicht über unsere Universität..." ,

Jena, 17. Febr. Eine stark besuchte Stndenten-Ver- sammlung, die von der Jenenser Burschenschaft ans gestern abend einberufen war, nahm zwei Resolutionen an, in denen sie der Studentenschaft der technischen Hoch­schule von Hannover ihre Sympathie ausspricht in dem Kampf, den beide für die akademische Freiheit führen.

Kescher (Landtag.

R. B. Darmstadt, 17. Febr.

Am Regierungstische: Staatsminifter Gnanth, Mi­nisterialräte Dr. Best, Weber, Geheimrat Braun, Geh. Oberschulrat N o d n a g e l.

Die Sitzung wird um 91/4 Uhr vom Vizepräsidenten £r. Schmitt eröffnet. Die

Etatsberatung

wird bei Kap. 42, Turn- und Zeichenunterricht, ^Ausgabe 14 800 Wk., gegen das Vorjahr 3000 M'k. mehr, wird ohne Debatte genehmigt, ebenso Kap. 4346, Landes- wasien-Anstalt, Taubstummen- und Blindenanstalt, Privat- -ErzrehungS- und Besserungs-Anstalteu und tzojbibliothek. Kap. 47 wird ausgesetzt.

Bei Kap. 48, Denkmalspflege, will Abg. Pit- than von den 38000 Mk. Ausgabe 3500 Mk. gestrichen wissen.

ALg. Molthan wünscht Bewilligung der ganzen Summe.

Ministerialrat Frhr. v. Biegeleben legt die Ab­sichten der Regierung betreffs der Ausdehnung der Denk­malspflege dar und ersucht ebenfalls um Genehmigung der Regierungsforderung.

Abg. Noack meint, man dürfe in der Denkmalsfür­sorge nicht zu weit gehen und immer höhere Beträge ver­langen. Es folgt noch eine unwesentliche weitere De­batte, an der sich die Abgg. Orb, Dr. Buff, Adelung, Müller, Schmalbach und Köhler, beteiligen. Letz­terer fordert Un Gegensatz zum Abg. Noack eine Verstärk­ung des Denkmalschutzes und betont, daß auf den Bürger­meistereien. Pfarreien usw. gewiß noch viele alte wertvolle Urkunden lägen, auf welche die Behörden ihre Aufmerk­samkeit richten sollten. Die Regierungsforderung wird angenommen.

Bei Kap. 51, Zentralstelle für die Landes- statistik verlangt

Abg. Cramer eine baldige Revision der Gehälter dieser Beamtenkategorie; es würden dort Löhne von ca. 80 Mark im Monat bezahlt.

Geh. Oberschulrat Nodnagel erwidert, daß es sich hier nur um junge Finanzaspiranten handele, und daß die jungen Leute im gleichen Alter meist überhaupt noch kein Einkommen hätten.

Das Kapitel wird genehmigt, ebenso Kap. 52, Geo­logische Land esunsta.lt. Bei Kap. 53, Aerztlicher Dienst schlägt

Abg. Wolf vor, Schritte zu tun, daß es den appro­bierten Tierärzten gestattet werden möge, bei Behinder­ungen des Kreistierarztes diesen zu vertreten.

Abg, Korell wünscht nähere Feststellung des Be­griffesTreibHeerde", und spricht die Erwartung aus, daß die Kreisämter genaue Prüfungen darüber anstellen, in wieweit in vorkommenden Fällen Seuchengefahr be­stehe. Das läge besonders im Interesse der kleineren Viehmärkte.

Geh. Obermedizinalrat Lorenz gibt zu, daß diese Bezeichnung einigermaßen dehnbar sei, der Vorredner nröge nur Einzelfälle mitteilen, darin werde für genauere Präzisierung gesorgt werden.

Tie Kap. 5458 genehmigt das Haus ohne Debatte. Bei Kap. 59, Heil- und Pflegeanstalt Niederramstadt wünscht

Abg. Schönberger die vollständige Uebernahme der Anstalt auf den Staat, worauf

Ministerialrat Dr. B e st entgegnet, das Institut habe sich in seiner jetzigen Gestalt vorzüglich bewährt, eine Anregung zur Verstaatlichung sei bisher nicht erfolgt.

Tie Kap. 6067 werden ohne Debatte genehmigt. Bei Kap. 68, ArbeiterkolouieundArbeitsnachweis, richtet

Abg. Adelung an die Regierung das Ersuchen, die Berichte des Wohnungsinspektors im Buchhandel erscheinen zu lassen und sie zu geringem Preise der Allgemeinheit zugänglich zu machen.

Inzwischen hat Präsident Haas den Vorsitz übernom­men und antwortet auf eine Anfrage des Mg. Wolf, ob die Beratung der Gemeindesteuerreform noch im Lause dieser Tagung stattfinden könne, daß vorausficht- lich die Erledigung dieser Materie noch durch den gegen­wärtigen Landtag erfolgen werde.

Die Kap. 6973 werden ohne Debatte bewilligt. Bei Kap. 74, Titel Feldbereinigungswesen, wünscht Mg. Köhler, die Regierung möge dahin -streben, die Zahl der Geometer zu erhöhen, um die so wichtige Frage der Feldbereinigung noch rascher durchzuführen, als bisher.

Geiheimrat Braun entgegnet, daß allzu scharf doch schartig machen könnte. Es seien jetzt bereits in 90 Ge­meinden die Feldbereinigungen erfolgt, also etwa ein Zehntel aller Gemeinden des Landes. Mehr könne unter den jetzigen Verhältnissen nicht geleistet werden.

Dre Mgg. Wolf und Bähr wenden sich gegen einige Ausführungen des Abg. Köhler bezüglich der Feldbereinig- ung und tragen der Regierung einige Beschwerden vor, auf welche

Landeskulturrat Klaas erwidert, dabei die Organi­sation des Feldbereinigungswesens und die Aufgaben der Kulturinspektionen näher erörternd.

Nach weiterer unwesentlicher Debatte wird Position Feldbereinigungswesen", Einnahme 170 000 Mk., Ausgabe 153 000 Mk., ferner PositionAufforstung von Gemeindemüstungen unb Melioration von Hutweiden im Vogelsberg" 6600 Ml. undBeiträge an bedürftige Ge- tneinden für Wasserleitungsanlagen re." 50 000 Mk. bewilligt.

Non Kapitel 75, Förderung einzelner Zweige der Landwirtschaft werden für Förderung und Schutz des Weinbaus zur Bekämpfung der Reblaus gefahr. 30 000 Mk. und zur Hebung des Kleinwinzerstandes, ferner zur Förderung des Obst- und Gemüsebaus 13 240 Mk. ver­langt und genehmigt. Weiter werden bewilligt: für Rind­viehzucht 86 700 Mk., (die Abgg. Leun und Korell bringen hier verschiedene Wünsche bezüglich der Abhaltung der Provinzialtierschauen vor und stellen entsprechende An­fragen an Präsident Haas als Vorsitzenden der Landwirt­schaftskammer. Derselbe empfiehlt den Abgeordneten, sich dieserhalb an den Voritand des Oberhessischen Provinzial­vereins zu wenden) für Schweinezucht 11 430 Mk., für Ziegenzucht 8140 Mk., für Geflügelzucht 4850 Mk., für Fischzucht 1500 Mk., für Bienenzucht 2000 Wik., für Boden­kultur 3230 Wik. und für sonstige Zweige der Landwirtschast 10 940 Mk.

Im 8. Etatsabschnitt werden für Kap. 76, Bergbau, 23 125 Mk., Kap. 77, K un ft st r a ß e n w e s e n, 1 209 650 Mk. und für das damit gleichzeitig beratene Kapitel 127 als Unter st ützungssonds für Beiträge zur Erbauung von Kreisstraßen 105 000 Mk., Kap. 78, Handels­

kammern, 21130 Mk., Kap. 79, Förderung des kauf­männischen Fortbildungsunterrichts, 12 000 Mk., Kap. 80, Handwerkskammern, 5600 Ml., und 80a,. Handwerkergenossenschaften, 1500 Mk. bewilligt.

Kap. 81, Gewerbeaufsicht, wird auf Antrag der Abgg. Orb und Häusel von der Beraütng ausgeschieden und die Restkapitel dieses Abschnittes, Kap. 82, Dampfkefsel- prüfung (hier stellen die Abgg. Bähr und Brauer ver­schiedene Anfragen an die Regierung, die sofortige Beant- wockung finden), Kap. 83, Aichwesen, 84, Zentralstelle für die Gewerbe und Landesgewerbevereine, Einnahme 45 870 Mk., Ausgabe 151 965 Mk., 85, Chemische Prüflings- und Aus­kunftsstation Darmstadt, Einnahnie 5000 Mk., Ausgabe 15 120 Mk., 86, Gewerbliche Unterrichtsanstalten re., Aus­gabe 196 925 Mk., und endlich Kap. 87, Kunstgewerbliche und gewerbliche Zivecke, Ausgabe 6500 Mk., genehmigt.

Die Beratung wird darauf um 1.15 Uhr abgebrochen. Nächste Sitzung Dienstag vormittag 10 Uhr.

KoLomalpost.

Zum neuesten französischen Koloniaiskandal. Mt verhaftete T 0 quet ist ein 25jährigcr schmächtiger Jünglina. Er halte die Dreistigkeit, sich in einem Brüse, welcher in ParrL ausgefangen wurde, der Schändlichkerten zu rühmen, die er un- vier Genossen begangen hatten. Toquet erzählte, daß er in der Nähe von Brazzaville eine wilde N e g e r h 0 ch z e i t arrangierte. Ein junger Sieger, der Stolz seiner Familie, wurde ge­zwungen, eine zahnlose, alte, kranke Negerin zu umarmen, dann wurde der jungeBräutigam" gebunden und ihm als Hoä-zeilsgabe eine Dynamitpatrone au s den Rücken gelegt. Zeugen dieses Martertodes waren mehrere Personen, welche des Aermsten Körperteile auslasen. Wenige Tage darauf traktierte Toquet eine Negerfamilie mit einer Schildkröten­suppe, deren Rezept er zum Nachtisch mitteilte: N eg er f leisch- Extrakt! Dieser kannibalische Akt ist gerichtlich erwiesen.

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vermischtes.

* Der Kronprinz unb seine Braut machen täglich in der Umgebung von Florenz viele Ausflüge zu Fuß oder zu Wagen. Die Herzogin Cäeilie wohnt ifft Grand Hotel. Dort verbringt das Brautpaar meiir die Abende, wobei auch musiziert wird. Der Kronprinz spielt dann Geige, mrd seine Braut begleitet ihn am Klavier. Leider läßt das Wetter viel zu wünschen übrig., Tie Bevölkerung verhält sich sehr zurückhaltend, sodaß das Braut­paar von der südlichen Aufdringlichkeit und Neugierde nicht em­pfindlich belästigt wird. In den nächsten Tagen wird, nach der Tägl. Rundschau", auch die Großherzogin-Mutter, die von ihrer Erkältung wieder hergestellt ist, in Florenz eintreffen.

* Der eifersüchtige Backs isch. Zu den beides Attentaten aus die Hofschauspielerin Fräulein R e u b k e in München meldet der börtige Polizeibericht je^t das folgende: Die Attentäterin ist nunmehr mit Bestimmtheit ermittelt; sie ist ein den Bühnen kreisen völlig fernstehendes 14V2 Jahre altes Mädchen, Tochter eines Geschäftsmannes. Das Atädchen ist völlig überführt unb gesteht auch, die Schachtel mit der Scküange und die Kiste mit den Sprungfedern dem Dienst­mann zur Besorgung an Fräulein Reuble übergeben zu haben. Anfänglich behauptete das JMädchen, eine unbekannte Dame habe sie zur Absendung von Schachtel und Kiste, sowie auch von Briefen und Blumen an einen iL-chauspieler veranlaßt, gab aber auf eindrüiglickMi Vorhalt zu, aus eigene Faust, von ihrer jünger eit Schwester unterstützt, gehandelt zu haben. Psychologisch ist der Vorfall dadurch zu erklären, daß der Backfisch, der das 5)oftheater sehr fleißig befucyte, eine lebhafte Neigung zu einem jugendlichen Schauspieler, den Vertreter von Liebhaberrollen, gefaßt hatte, und in seiner Kindlichkeit auf die Partnerin dieses Schausprüers,- eben Fräulein Reubke, in hohem Maße eifersüchtig war. Die Attentäterin entstammt einer sehr ehrbaren Bürgerfamilie, der Polizeibericht meint, der Vater werde hier zunächst das! ©einige" zu tun haben.

Kerichrsjaal.

Gießen, 18. Febr. Die Strafkammer verurteilte geftent einen früheren Amtsgerichts diener Otto S. wegen Ver­gehens im Am^t e zu einer Gefängnisstrafe von 3 M0 nateir und 2 W o ch en. S. harte im Herbst 0. I. etwa 150 Mk. Stempel­gelder, die er in amtlicher Eigenschaft vereiimahmt hatte, für sich verwendet. Um seine Veruntreuungen zu verdecken, verfälschte; er sein Tienstregister durch unrichtige Einträge. Verbindlichkeiten, die er währeird seiner Tätigkeit als Schuhmann in Darmstadt eingegangen ist, denen er nachkommen mußte, waren die Ver­anlassung zu seinen Verfehlungen. Wegen Körperver­letzung wurde der Former Ludwig A. zu Wies eck zu 1 Jahr 3 Monaten Gesännis verurteilt. Er mußte in betrunkenem Zustande von einer Wirtschaft nach seiner Wohnmrg gebracht ireruxn, wobei er einem Küfer mehrere Messerstiche in den Rücken und ^Nacken beibrachte, die glücklicherweise nicht von großer Be­deutung waren. Die hohe Strafe wurde mit der Gefährlichkeit ter Anwendung dos Messers begründet. Zwei junge Kaufleute, Rudolf L. aus Büdingen und Karl S. aus Gedern, haben zu Büdingen ihrem Prinzipal etwa 13 0 M k. unter schlagen und durch, falsche Einträge in die Geschäftsbücher die Veruntreu­ungen zu verdecken gesucht. L. wurde zu 2^ Monaten und 3 Wochen Gefängnis verurteilt. Der noch sehr jugendliche S. kam mit 1 M 0 nat und 1 W 0 ch e durch. Wegen Urkunden­fälsch u n g und Betrugs wurde der Kneckft Gerhard G. von Reichelsheim zu 8 M 0 n a t e n G e f ä n g u i s verurteilt. Er hatte einen von seinem Dienslherrn ausgestellten Lürggschein von 6 Mk. auf 20 Mk. abgeändert und dadurch einen Kaufmann zu Echzell um 15 Mk. gefüMigt. Die vielen Vorstrafen wurden straferhöhend in Betracht gezogen.

Msa-sa verlange ausdrücklich die Originalmarke Öl- MoiinneJTs1-* Haematogen und lasse sich Nachahmungen nicht autreden. dtZ

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