Der Antrag wird einstimmig
Von der ca. 1000 Mann stark
P. W.
Welt in Wien das Genie mit Füßen!
tritt als „Forstmeister" der gräfliche Oberförster Koniger in Arnsburg. Dieser wird hierher übersiedeln, sobald die baulichen Veränderungen in der für ihn bestimmten Wohnung vollendet sind. Zuln Oberförster in Arnsburg wird der Sohn des gräflichen Oberforstmeisters, der diesen schon in den letzten 4 Jahren im Amte unterstützte, der hiesige Forstassessor Thum, ernannt werden.
richtet I a skowsky - Gießen, angenommen.
•’ China-Krieger.
zurück gekehrten Besatzung von Kionischon passierten gestern abend mit dem aus dem Norden kommenden, 12 Uhr 13 Min. in Gießen anlangenden Zug ca. 80 Mann, meistens Hessen, unsere Stadt, um in die Heimat zurückzukehren. Nach Gießen sind Gilbert, Prell und Georg zurück gekommen. Die Leute, welche 2 Uhr 48 Min. mit dem Zuge nach Frankfurt a. M. weiter reisten, erregten in den Wirtschaften in der Nähe des Bahnhofs, wo sie truppweise cinkehrten, in ihren schmucken Uniformen Aussehen.
4- Laubach, 2. Mai. Die hiesige Stadt beabsichtigt am nächsten Sonntage die Abhaltung einer Schillerfeier auf dem nahe gelegenen Namsberge; dort soll bei dieser Gelegenheit eine „Schillerlinde" angepflanzt werden. Um 3 Uhr wird ein Fesizug, an dem die Vereine, die Schulen, darunter das hiesige Gymnasium, sich beteiligen, durch die Stadt sich nach dem Festplatze bewegen. Hier wird Gymnasialoberlehrer Dr. Adami die Festrede halten. Bei ungünstiger
mr eist er Nikolajew verübt. Gin Unbekannter feuerte zwei
Kunst und Wissenschaft.
— Maler Klimt und die Wiener Universität. Die österreichische Hauptstadt besitzt seit einigen Jahren endlich wieder einmal aui dem Gebiete der Malerei eine durchaus eigene Wege wandelnde Persönlichkeit. Jahrzehnte lang beiand sich Wien, wie überhaupt ganz Oesterreich auf dem Gebiete der Malerei gegenüber fast allen übrigen Landen, ja selbst gegenüber Ungarn weit zurück, im Hintertreffen. Seit dem Erscheinen Klimts wurde das mit einem Schlage anders, und die Wiener „Sezession" macht heute Schule und übt ihre Einflüsse auf andere Kunstzentren aus. Klimt ist ein durchaus originell schaffender Kopf von eminenter Einbildungskraft. Seine Farbenkompositionen sind von wunder- barcr Zartheit und gleichzeitig von einer ungewöhnlichen Kühnheit im Neben- und Durcheinander. Neuerdings wurde er beauftragt, die Wiener Universität mit Wandgemälden zu schmücken. Seine „Medizin" und seine „Philosophie" aber, die ersten seiner Gemälden für diesen Zweck, erregten bei den gelehrten Herren der Universität ein „allgemeines Schütteln des Kopfes". Freilich waren sie überaus eigenartig und hatten nichts, aber auch rein gar nichts cm sich von den traditionellen antikisierenden Figuren, die sonst die Wissenschaften darzustellen die Aufgaben hatten, waren vielmehr in ihrer mondänen Gestaltung, mit ihren den Beschauer geradezu zerreißenden, sie an- und auffaugenden sphinrhafteu Blicken, in ihren fabelhaft grau-grünlich glitzernden buntbesternten Gewändern in einem seltsam phantastischen Milieu von faszinierender, verblüffender Wirkung. Damals schon gab es einen heftigen Krieg gegen Klimt, Auflehnung, Abscheu:e.re. Trotzdem wurde damals von der Regierung die Aufstellung der Gemälde in der Universität verfügt. Jetzt aber hat Klimt die beiden anderen Fakultäten bildnerisch dargestellt, und nun ist die Gelehrtenwelt Wiens dermaßen empört, daß sie die Aufstellung der Bilder absolut nicht dulden mag, und das Ministerium hat soeben, wie heute aus Wien gemeldet wird, „dem Maler Klimt seine für die Wiener Universität bestimmten Bilder ausgefolgt". Das scheint so, als wenn ihm alle seine vier Gemälde mit Dank zurückgcgeben worden seien. So tritt die offizielle
bemißt, unschätzbare Verdienste erworben. Er wird seinen ferneren Wohnsitz in Darmstadt nehmen. An seine Stelle
besichtig ung. Gestern abend traf der Brigadekommandeur Graf v. Büna it zur Regimentsbesich- tigung hier ein. Heute abend um 9 Uhr kommt auch der kommandierende General v. Eichhorn. Beide Herren reisen übermorgen nachmittag wieder ab. Der sonst übliche Zapfenstreich fällt aus.
** Warnu n g. Man schreibt uns: Seit einigen Fahren wird im Großherzogtum ein schwunghafter Handeh mit sogenannten Viehpulvern und ähnlichen Geheimmitteln (Freß-, Mast-, Kraft-, Milch-Pulver nnb1 der gl.) betrieben. Ties muß aber als ein die Interessen des Bauernstandes in hohem Maße schädigender Uebelstand bezeichnet werden. Eine marktschreierische und wahrheitswidrige Reklame, mit der solche Mittel angepriesen wer' i, ist darauf berechnet und geeignet, die Landwirte irre zu führen und sie zu veranlassen, Mittel zu kaufen, deren Wert und Wirkung in gar keinem Verhältnis stehen zu den dafür gezahlten Preisen. Ta die in Betracht kommenden Mittel vielfach als .Heilmittel gegen Tierkrankheiten angevriesen und vertrieben werden, kann dies leicht die bedenUiche Folge haben, daß deren Anwendung die sachgemäße und rechtzeitige Behandlung der erkrankten Tiere verzögert oder verhindert. Tie Landwirte werden deshalb vor dem Ankauf dieser Geheim- mittel gewarnt.
** A u f dem 2 2. Delegiertentage des Rhein- Main-Ga st wirte verba nd es, der gestern in Lauterbach stattgesunden hat, erfolgte u. a., wie man uns schreibt, die Beratung des Antrages Gießen betr. die Verwendung der Ruhepausen der Ketlnerlerlinge zu Unterrichtsstunden der Fortbildungsschule. Jaskowsky-Gießen begründet den Antrag mit dem Hinweis, daß nach einer neuesten Kammergerichtsentscheidung die Kellnerlehrlinge nicht zum Besuch der Fortbildungsschule verpflichtet seien. Durch die Gewährung der Ruhepausen zur Fortbildungsschule werde die praktische Ausbildung der Lehrlinge gehindert, und der gute Nachwuchs im Gastwirtgewerbe fehle. Der Verbandsvorstand wird beauftragt, in der Angelegenheit vorzugehen, lieber den Antrag des Vereins Gießen, daß der Verband geeignete Schritte bei dem Ministerium und den Landständen betr. anderweiter Regelung des Einkommensteuer-Verhältnisses tue, be-
. ,r . . T , „ nr e gräfliche Haus hat er sich durch seine rastlose Tätigkeit in
Mevolverschutzc ab ohne i-dach ,u. taftttt. Aus einem Mam- eirtem Areal, das die Größe von 2 bis 3 Obersörstereien festantenzuge wurden Revolverfchuste m der Glownagaste ab -
gegeben, wobei eine Arbeiterfrau, die auf dem Hausbalkon stand, und drei Kinder verletzt wurden. In der Atexander- straße wurde eine Bombe geschleudert, die jedoch nur schwach .explodierte. Dragoner feuerten in das Haus, wo der Attentäter versteckt lag. Drei Personen wurden getötet, Hwei verwundet.
Wie aus Belostok gemeldet wird, üben dort die Kosaken gegenüber der jüdischen Bevölkerung eine wahre Schreckensherrschaft aus. Auf offener Straße fallen sie Liber die Juden her, mißhandeln sie und plündern sie aus. Vor Kmkzem drangen die Kosaken in eine Synagoge ein und schlugen einen dort anwesenden Greis und eine alte Jüdin halb tot. Es entstand eine furchtbare Panik. Im Gedränge wurden viele Personen verletzt.
Im Laufe des Dienstag nahm in den meisten polnischen Industriestädten die Streikbewegung stark zu. Wieder ^Kuryer Warszawski^ meldet, hat die Leitung der sozialdemokratischen Partei von Polen und Litauen wegen des Blutvergießens eine Kundgebung erlaßen, in der der sofortige Generalstreik erklärt wird. Die Arbeiter in den Be- Hrken S osn o wic e und Kalisch sind in den partiellen Aus- .ßtand getreten. ____ ____
tzemeldet: Bet dem gestrigen Zusammen floß in bet Jerusalem straße gaben die Soldaten nicht nur Salven ab, sondern schlugen auch! mit den Gewehrkolben pnd gebrauchten ihre. BafonetLe und Sabel. Viele jFrauen und halbwüchsige Personen wurden verletzt. Am Hospital starben ICK Die Soldaten drangen in die Aofe ein und nnßhandelten die Personen, die sich dort verborgen hatten. lästern abend um 9 Uhr wurde eine Svmbe gegenüber dem Wiener Bahnhof in eine vorüber- Leitende Patrouille geschleudert. 3 Kosalen, die mit Peitschen- diehen vorgingen, und ein Schutzmann wurden schwer verätzt, außerdem 6 Passanten, darunter 3 Frauen. Durch Echüsse, welche die Truppen dabei abgaben, wurden ebenfalls mehrere Personen verwundet. Bei einem Zusammen- poß am Wend drang eine Volksmenge in eine Kornbranntweinniederlage in der Vorstadt Praga ein. Darauf gaben t>ie Truppen zwei Salven ab, wobei vier Personen tze tötet und zwei Soldaten verwundet wurden. — Nach Pr ivatmel düngen schoß man aus den Fenstern und hinter den Haustüren auf die Patrouillen. Sobald ein Schuß fiel, begannen die Truppen nach rechts und links ziellos zu feuern, ohne sich um die zu kümmern, die fielen. Mehr als 50 Persouen kamen auf diese Art kums Leben. Auch zahlreiche Steine fielen auf die Sol- Daten, worauf die Truppen ebenfalls mit Gewehrfeuer ant- iworteten. Mehrere kleine Kinder wurden er- Üschossen.
Andere Privatmeldungen besagen:
Äm Nachmittag des 1.' Mai begab sich in Warschau der ÄUf 5000 Teilnehmer, darunter Diele Frauen und Kinder, ongewachsene Zug der feiernden Arbeiter vom Witkowski- platze durch die Zelasriaistraße unter Vorautragung von fünf roten Fahnen und ALsingung revolutionärer Lieder. Eine Ulanenpatrouille ließ zunächst die Menge durch, als tiber eine JnfanterieabLeitung eintraf, chargierten die Ulanen ttnd drückten die Festzimler auf die Seite der Infanteristen. Diese fenertezweiSalvenab. 50 Gewehrschüsse trafen die Menge. Diese stob sofort auseinander, wurde aber auf der Flucht mit Schüssen verfolgt. Ueber hundert Personen stürzten zu Boden. Ambulanzen wurden herbeigerufen, die feststellten, daß 31 Personen getötet worden waren. Außerdem zählten sie 15 Verwundete. Tie Polizei schaffte außerdem noch 60 Tote und Verwundete fort. Die übrigen Verletzten flüchteten in die benachbarten Häuser. Die Nachricht von diesem Vlutbade verbreitete sich Znit Blitzesschnelle durch die Stadt und rief ungeheure Erregung hervor. In der Jerusalemerstraße fand ebenfalls frn Zusammenstoß statt, wobei aus der Menge Schüsse sielen. Feuernde Patrouillen zerstreuten die Volksmenge. Es wurden dabei 25 Arbeiter getötet, 20 verwundet. An der Ecke der Zlota- und Sosnowa-Gasse wurde aus der Menge auf eine Patrouille ein Schuß abgegeben, woraus biese ins Publikum feuerte. 20 Personen mürben verwundet und getötet. Ein Student, der am Nachmittag an die Mbeiter Proklamationen verteilte, wurde von Soldaten getötet. — Durch den Bombenwurf an der Ecke der Widockstraße auf eine Patrouille wurden drei Kosaken, ein Schutzmann und ein Kaufmann nebst Sohn und Tochter schwer verletzt, drei Pferde getötet und zwei Damen, die mit der Bahn von Lodz kamen, verwunder.
Im Kind-Jesu-Spital zu Warschau spielten sich während der Straßenkämpfe furchtbare Szenen ab, da Kugeln in den Krankensaal einschlugen und unter die Kranken fielen. In den Fabriken der Wolga-Vorstadt wurden Sie Arbeitswilligen von den Streikenden vertrieben. Die
cherrchtslaai.
Breslau, 2. Mai. Ja dem Prozesse betreffend dab Brau dun glück im Stadttheater, ivclches mit 13. Januar 1902 sich während der B a l l e t t p an t o m i n e „Die Wunder im Weihnachtstraum" ereignete, und wobei eine L ä n z e r i n ihren Tod fand und mehrere andere verletzt wurden, wurde, beute vor der Ersten Strafkammer des Landgerichts das Urteil gefällt. Beide Angeklagte, der Direktor des Stadttheaters Dr. L ö w c und der Beleuchtuugsiuspektor Mun d er, die wegen fahrlässiger Tötung bezw. fahrlässiger Körpervertetznng sich zu veranllvorten hatten,
Ans Staöt und Kanö.
Gießen, 3. Mai 1905.
** Person aliew. S. K. der Großherzog haben fEnt Pfarrverwalter Walter zu Groß-Gerau die evangel. Pfarrstelle zu Worfelden übertragen. — Äm 28. April b. I. Avurdo der Schleusen- und Hafenmeister an dem Floßhaken ßu Kostheim, Frank, in den Ruhestand versetzt. — Dem Forst- jtocrti der Forstwartei Hain buch, Förster Nahrgang, wurde 'Lu§ Anlaß feiner Versetzung in den Ruhestand das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
•• Die Bedingungen des Ausschreibens für 6en geplanten Theaterban, wie sie am 24. März beschlossen worden sind, erfahren nun neuerdings doch keine Abänderung. Zu unserer Notiz vom Samstag geht uns heute, Mittwoch, folgendes Schreiben des Oberbürger
meisters zu:
Die Mitteilung, die Gesamtsumme der Preise beim Wettbewerb fug TrUmgung von Plänen für dar Gießener Stadttheater s e i 6000 9^. erhöht und noch ein weiterer Architekt in das Preis- terHBt berufen werben und voraussichtlich werde auch die Frist w« Gtnretthrnm der Gntwnrfe <15. Mai) hinauSaeschobeu werden, ff! umÄstift, vdelmelr ist an den Bedingungen des AuZschreibens «fern 24. ytäu wchls geändert.
WeShalo der Beschluß aus rloandcrung deS Alssschreibens ivreder umgestoßen worden ist, geht aus dem vorstehenden Schreiben nicht hervor und entzieht sich unserer Kenntnis.
„ .... n , ...... .. y m Witterung wird das Fest im „Solrnser ftoP abgehalten
-Staatsgebaude standen «achts unter starker nntttartscher De- werden. Das Gymnasium plant außerdem eine besondere gvachung. Patrouillen aller Waffengattungen durchzogen die öffentlicl^e Feier am Dienstag, 9. d. M., vormittags in seinen Stadt - Nach m London angegangenen Meldungen aus Räumen. - Mit Ablauf dieses Qiiartals stehen 'in der Be> Warschau sollen dort sogar loO Person em getötet oder Atzung der gräflichen Beamtenstellen wichtige Veränderungen verwundet worden fern. , bevor. Auf sein Nachsuchen wird der seit 1876 hier tätige
In Lodz wurde em Attentat auf den Polizei- Oberforsimcister Thum in den Ruhestand versetzt. Für das
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wurden dem Anträge des Staatsanwalts entsprechend frei g e s v r o cb e n.
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Berliner Handelsges Oesterr. Staatsbahn siomharden . . Gotthardbahn . . Lanrah iltte , . Bochum . . . Harpener . . .
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für Seidenstoffe, Kleiderstoffe, Dämon- und Kinder-Konfektion, Weisswaren, Teppiche, Gardineu, Herren- und Damenwäsche. Muster, sowie der reich illustrierte Manptkutaloff für Sommer 1905 werden portofrei zugesandt. hv”/t
Arveiteröewegung.
Chicago, 2. Mai. Hier streiken seit mehreren Tagen bte Kutsche r. In verschiedenen Stadtvierteln wurden die noch arbeitenden Rollkutscher von Ai'sftändigen angegriffen. Es kam zu blutigen Krawallen, wobei Revolverschüsse gewechselt wurden. Tie Fuhrwerksbesitzer beschlossen ihre Fuhrleu.te zu bewrffnen. Wüste Szenen spielten sich in - der Nähe der Lokale ab, wo die Besitzer neue Kutscher anwarben. Die Lage hat sich verschlimmert durch die zahlreich hier eingetrosfencn nicht syndizierten Fuhrleute aus den umliegenden Städten. Wie verlautet, wird Präsident Roosevelt den Fuhrleuten gestatten, ihm bei seiner Ankunft in Chicago am 10. Mai eine Petition zu überreichen.
4% ITnerar. Goldrento . , 4"/- Italien. Renb» . . .
4 % Portugieser I . . . 31/ Portugiesen. III . .
1 % Unif. Türken . . . Türken lose......
4% 0riech. Monopol.-Anl. 41/9°/o äussere Argentiner
Telephomscher Kursbericht.
Frankfurt a. ML, 2. Mai. Offizielle Schlussknrse.
Hrininat-DravlMs'sdunqen.
Berlin, 2. Mai. Heute nachmittag wurde deutsche Röntgengesellschaft gegründet. Der schuß der Berliner Röntgenvereinigung übernahm die länfige Leitung und die Ausarbeitung der Statuten. Röntgenkongrcß soll alle drei Jahre zusammentreten.
. . 3460 . . 95.90 . . 137 55 . . 123.60 . . 209.10 . . 188 20 . . 141.95 . . 155 40 . . 168 50 . . 142 60 . . 16.40 . . 188.50 . . 270.00 . . 248.75 . . 217 90 . . 100.65
Teilnehmer des Röntgenkonqresses vereinigten sich heute abend zu einem Festmahl. Der Vorsitzende Prof. Ebcrlein hieß die Gäste willkommen. Generalarzt Stechow-Hannover brachte ein Hoch auf den Kaiser aus, worauf der Ausschuß ein Telegramm an den Kaiser sandte.
Kattowitz, 3. Mai. Bei den Czenftochauer Krawallen wurden laut neuesten Meldungen achtArbeiter getötet und mehr als 30 verwundet.
Paris, 3. Mai. Aus Warschau meldet man: 28 von den vorgestern getöteten Zivilpersonen, 20 Männer, 7 Frauen und ein lOjähriges Mädchen waren im Hofe eines alten HauscS der inneren Stadt zur Schau gestellt nnd nach kurzer Zeit ausnahmslos agnosziert worden. Alle Stände sind unter den Opfern vertreten. Die Mehrzahl sind ländliche Kleinbürger. Vor den Toren kam es zwischen Sozialisten und Militär zu Streitigkeiten, doch machte das Militär, obschon die heftigsten Drohworte fielen, von dem Bajonnett keinen Gebrauch. Den Anwesenden wurde angekündigt, daß dec Generalausstand unwiderruflich Tatsache sei und daß man heute noch allerlei neues erfahren werde.
Paris, 3. Mai. Hier starb dec berühmte Chirurg Paguelin int Alter von 60 Jahren.
Warschau, 3. Mai. Im Kind Jesu-Hospital, sind von 38 Verwundeten noch sieben gestorben. Das Bomben-Attentat war, wie verlautet, gegen einen General stabsober st en gerichtet, der entkam. Für heute, .als dem Jahrestage der historisch berühmten polnischen Mai- Konstitution, hegt man Befürchtungen. Gestern verletzte ein Schutzmann durch einen Revolverschuß einen 18jährigen Burschen schwer nnd ein Soldat verwundete einen Juden mit dem Vajonnet. Beide liegen im Sterben.
New-Pork, 3. Mai. Das Geschäftsviertel Chicagos gleicht einem Sch lachtfcld e. Der Streikbrecher Farley, der durch Import Arbeitswilliger schon dem New-Porker Straßen- bahnstreik ein Ende machte, hat Chicago teilweise die streikenden Rollkutscher durch Arbeitslvillige von auswärts ersetzt, die, mit Revolvern und Flinten bewaffnet, nicht zögern, diese zu gebrauchen, wenn Streikende sie an der Arbeit stören. Die Verlustliste weist vier Tote und über 30 Verwundete auf. In den Fabriken herrscht Kohlennot
Märkte.
(th.'j Gießen, 3. Mai. Der gestrige Rindvieh markt hatte einen Vorrat von ca. 1000 Stück Großvieh und 160 Kälbern. Der Vormarkt in schwarz-bunter Milchware zeigte einen überaus lebhaften Handel: bemerkenswert dabei Ivar, daß das erste Mal kleinere Transporte ostsriesischer Kühe für die Gegerrd um Alsfeld angckauft wurden. Der Milchviehhandel am Markttage felbst war sehr flott und zeigte wieder eine kleine Preissteigerung. Käufer besonders für Bad Homburg v. d. H. nnd von der Mosel, kauften gute Ware zu jedem Preise, ohne sich lange zu besinnen, und brachten dadurch gleich zu Beginn Leben in beit Handel, so baß ber Markt früh zu Ende war. Fettvieh, Rinder und Kühe, fehlte biesmal am Markt so gut wie ganz, so daß heimische Metzger unverrichteter Dinge den Markt verliefen. Ter K'älbermarkt zeigte das Gesicht wie vor 14 Tagen. Gute Ware wurde stärker begehrt als vorrätig war. Frankfurt, Wiesbaden und Mainz kauften flott darauf los und konnten ihren Bedarf nicht voll decken, da der Vorrat zu gering an Zahl war. Wegen der hohen Vreise hielten unsere heimischen Metzger zurück mit dem Einkauf. Gehandelt wurden: .Kühe siischmelkend und tragend pro Stück 1. Qual. 525—460 Mark, 2. Qual. 440—375 Mk., 3. Qual. 350—270 Mk, Kälber der Zentner Schlachtgewicht 1. Qual. 76—72 Mk., 2. Qual. 69—85 Mark, 3. Qual. 62—58 Mk. Der Vorrat in allen Viehgattungen wurde glatt abgesetzt.
fc. Frankfurt a. M., 3. Mai. lOrig.-Telegr. des „Gieß. Anz.") Vieh markt. Zum Verkauf standen 451 Kälber, 00 Schafe und Hammel, 1595 Schweine. Kälber 1. Qual. 83—85 Pfg., Lebendgewicht 49—61 Pfg., 2. Qual. 77—82 Pfg., Lebendgewicht 46 — 48 Pfg., Schlachtgewicht 60—64 Pfg. Schafe 1. Qualität Schlachtaeivicbt 72—74 Pfg., 2. Qualität 63—66 Pfg. Schweine 1. Qualität 65—66 Pfg., Lebendgewicht 52.50 Pfg., 2. Qual. 64—00 Pfg., Lebendgewicht 51—00 Vfg., 3. Qualität 58—60 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft bei Kleinvieh gedrückt, llcberstand bedeutend.


