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19.10.1905 Zweites Blatt
 
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Donnerstag 19. Oktober 1905

155. Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. 240

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger, Amt;- nnd Anzeigeblatt für den Kreis Eiehen

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntag.

DieSiebener ZamillenblStter" werden dem ,9Irtifetflcr viermal wöchentlich beigelegt. Der Ehelstich« Landwirt^' erscheint monatlich einmal.

Rotationsdruck und Verlag der Brü hl'schea Universitätsdruckerei. R. Lange, Dieben.

Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.V.

Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.: Anzeiger Dreßen.

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PodbielSki auch?

Der Oberschles. VolkSztg. wird auS angeblich bester Quelle mitgeteilt, daß auch der preuß. LandwirtschaftSminister von PodbielSki in kürzester Zeit auS seinemAmte gehen werde. Er selbst hätte kürzlich den AuSspruch getan, daß seine »Stube auf seinem Gute bereits geheizt* sei und jetzt habe er sogar sein »Automobil in Stand setzen lasten, damit er zu jeder Stunde abdampfen" könne.

Dazu bemerkt unser Berliner K.--Mitarbeiter:

Dieser Nachricht wird an hiesigen unterrichteten Stellen kein Glaube beigemcssen. Solche Aeußerungen können nur im Sinne einer humoristischen Verspottung der Gegner des Propheten vom Fleischüberfluß aufgesaßt werden.*

Mit de« Frieden in der Berliner ElektrizitatSindustrie beschäftigt sich auf bemerkenswerte Weise in derSoz. Praxis" der erste Vorsitzende des Gewerbegerichts Berlin, M. von Schrilz, der bekanntlich die ergebnislosen EinigungSver- handliingen geleitet hat. Herr v. Schulz schreibt ausdrücklich der Behörde die Befugnis zu, Feuerwehrleute für die Kraftstationcn der Elektrizitätswerke zur Verfügung zu stellen. Dem öffentlichen Interesse müßten die Privatinteresten der Arbeiter nachstchen; unleugbar aber sei der Staat daran interessiert, daß die Kraftanlagen im Betriebe blieben, er hätte nicht ruhig mit zusehen dürfen, wenn in den Straßen Berlin? das Licht auSging und der Verkehr stockte. Auch die eng­lische Regierung sei bei dem großen Maschinenbauerstreik von 1897 zu ähnlichen Schritten entschlossen gewesen. Die Ausperrungen der Arbeiter durch die Firmen erklärt Herr v. Schulz für ein erlaubtes Machtmittel. Die Arbeiter brauchten bei ihren Streiks nicht darauf Rücksicht zu nehmen, daß dadurch Existenzen ruiniert werden; das gleiche Recht dürfe man den Arbeitgebern nicht versagen. Von dem Friedensschluß hofft Herr v. Schulz, daß er die Grund- läge zu baldigen Verträgen biete, die wie eS in zahl­reichen Berliner Gewerben der Fall sei, eine möglichst dauernde Ruhe kür die Elektrizitätsindustrie garantieren und Bestimmungen über friedliche Erneuerung der Verträge ent­halten. Endlich hält Herr v. Schulz eine gesetzliche Ver­pflichtung zur Anrufung deS Einigungsamtes und die Schaff­ung von Kommissionen beider Parteien behufs Besprechung und Bealeichuna von Differenzen für empseblenSwert.

Aus Stadt und KauS.

Gießen, 19. Oktober 1905.

* Veränderungen beim Gießener Land­gericht. S K. H- der Groghcrzog haben den Landgerichts-

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Masscrturm aus. Tas Geleise li.gt bis beiucuie Gedern. Etwas mehr Arbeiten sind noch wischen Obersecmcn und- Gebern, wo erst kürzlich loch ein Schacht durchgegraben werden mußte. Tie feste Hoffnung ist aber doch da, daß bald der höhere südliche Vogelsberg seine Bahn benutzen kann. Die verlautet, findet die polizeiliche Wnahme am 25. November und die Einweihung am 30. desselben Mo-, nats statt. Es sind größere Feierlichkeiten geplant.

Kolttilchr Taucsschau.

Die Schiffahrtssteuer.

In der Frage der Schiffahrtsabgaben auf freien Strömen, die seit Jahr und Tag zur Diskussion steht, soll eS insofern zu einer Klarheit gekommen sein, als angeblich nunmehr im BundeSrat eine Mehrheit gegen einen entsprechenden Antrag PreußenS auf Aenderunq deS Art. 54 der ReichS- oerfastung vorhanden ist. Von Württemberg, Baden, Hessen und den Hansestädten kann als feststehend gelten, daß sie gegen solche Verfassungsänderung stimmen werden. Bei Sachsen sind wohl auch jetzt noch Zweifel angebracht, und waS Bayern betrifft, so erinnere man sich, daß in der letzten Reichstagssession ein bayerischer ZentrumSmann sich sehr ent­schieden für die Schiffahrtsabgaben in's Zeug legte. In Bayern aber ist daS Zentrum mehr denn je eine Macht. Es ist dem Fürsten Bülow gelungen, beim § 2 deS Jesuiten­gesetzes die Mehrheit deS BundeSratS zu gewinnen; am Ende ist auch in der Frage der Schiffahrtsabgaben der Erfolg auf feiner Seite. Preußen wartet wohl nur einen geeigneten Zeitpunkt ab für die Einbringung seines Antrages im Bundes­rat. Daß eS an der verfassungsmäßigen Zulässigkeit der Einführung von SchiffabrtSabgaben festhält, daran kann nach den wiederholten Darlegungen der RegierungSvertrcter im Parlament kein Zweifel sein.

Justizminister Schönstedt.

R. Berlin, 17. Okt.

Mit einem nassen, einem heiteren Auge dürfte der demnächst aus dem Amt scheibende preußische Justizminister Tr. Schönstedt die Urteile der Parteipresse überfeine elf­jährige Ministerschaft zur Kenntnis nehmen. Während es auf der einen Seite heißt, ttt juristischen Kreisen werde man über den Rücktritt Tr. Schönstedts fast ein- anütig Befriedigung empfinden,weil dnrchseine an ge­sunden Reformen arme Geschäftsführung ein bureau- kratischer, reaktionärer Zug gegangen sei, läßt sich tine andere Seite dahin lernehmen, daß Schönstedt die Interessen des Juristenstandes mich besten Kräften zu fördern bestrebt gewesen sei und sich insbesondere durch persönliches Wohlwollen die Richter zu Tank verpflichtet habe. Für die Oefsentlichkeit kommen nun freilich weniger die Be­ziehungen des Ministers zu den Staatsanwälten, Richtern und Rechtsanwälten in Frage, als seine Stellung zur Rechts­pflege überhaupt, und da treten mancherlei Mißgriffe und Unterlassungen hinreichenden Anlaß zur Kritik. Es sei nur an die wenig erfreuliche Rolle der preußischen Justizverwaltung im Königsberger Geheimbundprozeß er­innert. Im Parlament kam dem Minister der Beifall merst der rechten Seite, die anderen Parteien verhielten sich reserviert oder ablehnend, und bemerkenswert ist, daß Schönstedt, obwohl Katholik, mit dem Zentrum sich nicht zu stellen wußte. Andererseits muß anerkannt werden, daß der Minister in den mitunter recht hitzigen Debatten seinen Mann stand und über eine ungewöhnliche Schlagfertigkeit verfügte. Tas reicht freilich nicht hin, die Aera seiner Geschäftsführung 311 einer denkwürdigen zu stempeln. Als sein 9iachfolger dürfte in erster Linie 6er frühere vortr. Rat im Justizministerium und jetzige Oberlcurdesgerichtspräsr- bent Vierhaus in Betracht kommen, der auch an der Fertigstellung des Bürgerlichen Gesetzbuches beteiligt war.

t> ermüdete*.

* Ueber das Eisenbahnunglück zwischen Tilsit und Alt-Weynetbcn meldet dieTils. ^Hg. Stg." folgendes: Auf dem B--lnihofe in Tilsit stand ein nach Insterburg bestimmter Güterzug, für den die Lokomotive und der Packwagen gerade rmgirrt wurden, um vor den Zug gebracht zu werden. Plobltcy, ehe iwch die Lokomotive wie der Packwagen an den Gutarzug herangekommen waren, gab der Lokomotivführer Boa Volldampf, und fuhr mit der Lokomotive nnb bem Packwagen allein ab, jedoch auf du Labmuer Strecke, statt nach Jrsterbn.rg zu. Wenige Kilometer vor der Station Alt- Weynethen maclxt die Strecke eine starke Äürve, biet ftiefcett die Lokomotive und der Packwagen auf den m vollery-ahrt entgegenkommenden Pcrsonenrug 909. Beide Lokomotven w wie beide Gepäckwagen wurden schwer besckmdigt. Der L 0 k 0 m 0 t* führcr Böck erlitt so schwere Verletzungen, daß er bereits H der Heilanstalt gestorben ist. Auch der Führer be9 Personew- znges, L0kom0tivführer Simon aus Tilsit,wurde schwer verletzt, ebenso Mei Heiner und zwei Passagiere, während die Verletzung^ der anderen Personen leichter sind. Sofort nach dem ?^lannt- werden der Unglücksnachricht wurde ein Hilfszug von Tllstt ab- gelassen, mit dem sich mehrere Aerzte nach der Unfallsteuc be­gaben: ferner waren Mitglieder der Tilsiter Samtätstolonne zur Hilfeleistung herbcigeeilt. Wie dieTils. Ztg." von maß­gebender Seite erfährt, liegt die Schuld an dem Eisenbahnunsall an Böck, der die Fahrt in hochgradiger Trunkenheit nntrat. Ä t . e

* Luise von Koburg. Der Pariser Korrespondent eine» Brüsseler Blattes hatte mit der Prinzessin Luise von Koburg eine Unterredung. Die Prinzessin bestätigte dem Korrcspon^nte^ bnfo sie den Vergleich abgelehnt habe. Sie fügte hmzu; Was ich erreichen will, ist eine moralische Genugtuung M Tochter eines Königs schulde ich es mir, meinem Vaterlande und meinem Vater. Die Freiheit genügt mir nicht, auch nicht da« Geld, ich will meine Ehre wieder erlangen." Auf den Antrag Dacherach eingehend, sagte die Prinzessin: ,,Ans bicfc Bedrng- ungen werde ich nicht eingehen, ich verlange Gerechtigkeit und will wie jede andere Sterblickw nicht durch ein Ausnahmegericht, sondern durch das zuständige Gericht, nicht als Prmzessin, sondern als Frau behandelt werden. Ich will gern auf den Namen Luise von Koburg verzicksten und trage schon längst den Namett Luise von Belgien. Dieser Name ist mir lieber als zeder anderes Schließlich erklärte die Prinzessin noch:Nachdem ich nnedeL auf freiem Fuße lebe, habe ich mich über meinen Vater nicU zu bellagen. Er schickt mir regelmäßig die Apanage, die sonst Prinz Philipp von Koburg erhielt."

* Cyrill von Rußland. Der LondonerDaily Expreß^ veröffentlicht Einzelheiten über den Streit Mischen dem Zarest und dem Großfürsten Cyrill. Nackzdem verschiedene Zeittingeq die Meldung von einer geheimen Verehelichung des Grogfürst^ Cyrill verbreitet hatten, forderte der Zar seinen Vetter auf, ifym' mitzuteilen, was an der Sache wahr sei. Cyrill yuhr sofort nach Petersburg und tinirbc vom Zaren in Privataudienz em* pfangen. Cyrill meldete dem Zaren, daß er tatsächlich die Groß* Herzogin Melitta geheiratet habe. Ter Zar machte dem (propt fürsten Vorwürfe und erllärte ihm, die Ehe könne in Ruß^ land nicht als giftig anerkannt werden, da sie untrt ungesetzlichen Umständen geschlossen worden sei. Es kam schließlich zu einem Wortwechsel zwischen dem Zaren und dem Großfürsten, worauf Cyrill nach Berlin abreiste. i/er Zmj hat ihn nicht nur aus der Armee ausgestoßen, sondern ihm auch die Apanage als Mitglied der kaiserlichen Familie ent* zogen. Cyrill darf auch nicht Rußland betreten. Tie Grenzwachen haben Befehl erhalten, ihn auszuweisen, falls er versuchen sollte, in sein Vaterland znrückzukehren.

* Ein Automobilunfall des Prinzen Alb er tvot- Bel g ien hat sich unweit Au gsburg ereignet. Tort scheuten die Pferde zweier Lastwagen vor dem mit dem Prinzen LllberL von Belgien, General Iungblutte imd einem Chauffeur besetzten Automobil. Drei Männer und eine Frau wurden mehr aber minder schwer verletzt, ein Pferd wurde anfgespießt, eist Wagen ist zertrümmert. Die Autler blieben unverletzt. Sie sollen an dem Unfall schuldlos sei.

Kunst und Wissenschaft.

Ein Vierteljahrhundert Frankfurter Ope< Mortzen, Freitag, sind 25 Jahre verfloffen, seit daS neue Frank­furter Opernhaus, eins der schönsten deutschen Theater, emqeweiyt wurde. Am 20. Oktober 1880 wohnten Kaiser Wilhelm L und Kronprinz Friedrich der Eröffnungsvorstellung bei, für die man MozartsDon Juan" gewählt hatte. Das mit einem Kvften- aufwand von über sieben Millionen Mark errichtete Hans war völlig auSvevkaust. Die Festvvrftellurrg wurde von folgenden Mststlern auSgeführt: Don Juan: Herr Beck, Don Pedro: Herr Niering, Donna Anna: Maria Wilt, Donna Elvira: Fra« Moran-Olden, Leporello: Herr Baumann. Der letztgenannte Künstler lebt heute noch in Frankfurt. Die Intendanz der Oper übernahm der Leiter des Schauspielhauses Emil Claar, der seit 1879 in Frankfurt tätig ist. Bon Kapellmeistern sind tu er­wähnen Desvff, Zumpc, Rumpel, Großmann, Erben, Hertz, Klahre, Wolfram, Dr. Rottenberg und Gustav von Rößler. Von Bühnen­künstlern, die in den 25 Jahren an der Franffurter Over wirkten, sind zu erwähnen: Frau Schröder, Fran Schackv, Adele Krauß, Selma Kurz, Frau Greeff-Andriessen, Frau Henstl-Lch»«itzer, Clara Weber, sowie die Herren: Stritt, CandiduS, Naval, petne, Feßler, v. Bandrowski, Pichler, Nawiaski, Greeff, Dr. Pröll, Hensel, Hauck, Schramm. Eine ganze Anzahl von ihnen «ti noch heute in der Oper tätig. Claar brachte zum erstenmale m Frankfurt WagnersRing des Nibelungen" zur Aufführung- ferner einen vollständigen WeberzykluS, einschließlich der sonst fast nie aufgeführtenSilvana", einen Mozartzyklus usw. In dem Opernhaus gelangten auch häufig Dramen öur Aufführung, fo u. tu ein vollständiger Shakesvearezyklus, em Zyklus klassi­scher Tramen usw. Auch große Ausstatttlngsstücke und Dalette ti/nrben gegeben. Hierbei brillierten die Ballettmeister Lünbwgi» und Gvurian, sowie in früheren Jahren ine Prnnaballerina Ghl. Seit 1900 wirkt der neue Intendant Jemen, während Claar nur das Schauspiel blieb. Jensen hat vieles getan, was das Aw- sehen der Iranffurter Lv-r noch weiter gefördert hat.

Brnchstraße 12. 2. Gesuch bcS Johann Georq Seipp zu Gießen um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb. 3. Ge- uch des Michael Desch zu Bleichenbach um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft. 4. Gesuch des Heinr. Wolff III. zu Ranstadt um Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschast.

**DerBaubernertenl)öherenTöchterschule an der Norbanlage hat trotz bet Schwierigkeit der Funda­mentierung bisher erhebliche Fortschritte gemacht. Tas Vordergebäude ist bis zum zweiten Stock, der nach dem Hofe zu gelegene Flügelbau bis zum dritten Stockwerk und die Turnhalle soweit fertiagestellt, daß man bei her letzteren bereits den eisernen Dachstuhl aufmontierte. Durch bte Zahlungsschwierigkeiten bei Jäger u. Rumpf, welcher Firma die Werksteinlieferuna für den Bau übertragen ist, wird die Fertigstellung des Schulhauses zweifellos etwas leiden, bie Bauleitung hofft aber, bei n-cht allzu frühem Eintreten un­günstigen Wetters die Gebäude in diesem Jabre noch unter Tach zu bringen, sodaß eine Notverdachung, bie auf Kosten von Jäger u. Rumpf vorzunehmen wäre, vermieden werden kann. Die Schule soll Ostern 1907 bczugsfähig sein.

** Erledigte Lehrer stelle. Die mit einem kalb. Lehrer zu besehende 1. Lehrer stelle an der Gemeiudeschule zu Klein-Krotzenburg. Dem Kreisrat zu Offenbach sowie dem katholischen Pfarrer und dem Ortsvorstand zu Klein-Krotzenburg steht das Präsentationsrecht zu ihr zu.

** In den Ruhestand versetzt wurde der Schul- lebrer an der Volksschule zu Gießen Wolf Plaut auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 16. November und wurde ihm aus diesem Anlaß das silberne Kreuz des Verdienst­ordens Philipps des Großmütigen verliehen.

**Besitzwechsel. Tie Firma Jakob Heilbronner kaufte von Gebrüder Baer das Geschäftshaus Marktstraße 17 für 68 000 Mark, in dem die Käufer seither zur Miete wohnten.

** Tie Submission für die Herstellung der Fundamente unseres Stadttheaters hat das erfreuliche Resultat, daß die Arbeit einem Gießener Unter­nehmer, Herrn H. Winn, übertragen werden konnte. Ein­gegangen waren sechs Offerten und zwar 1. Baumhold u. Co., Kassel (mit Betonmaterial) 72970 Mk.; 2. Meeß und Netz-Karlsruhe (mit Beton-Pfähle-Fundierung) 59 471 Mark; 3. Fuchs il Jager-Kussel 55 686 Mk.; 4. Abermann u. Kling gemeinsam mit Birken stock il Schneider 49 055 Mk.; 5. H. Wmn 41 464 Mk.; 6. H. W. Rinn 36 925 Mk. Die Offerte unter 6. wurde zurückgezogen. Die Angebote 35 verstehen sich ohne Lieferung von Betonmaterial.

**Auf die an d 1 e hessischen Lotterie-Kol­lekteure ergangene Anftage, ob sie geneigt seien, für die Folge den Vertrieb der preußischen Klassenlose zu übernehmen, hat nunmehr der Vorstand der Vereinigung der hessischen Kollekteure ein Rundschreiben an die Mit­glieder der Vereinigung gerichtet mit dem Ersuchen, eine zu stimmen de An twor t s 0 lange nicht £U er­teilen, als die Grundsätze nicht festgelegt sind, nach denen die in dem Vertrage zwischen Preußen und Hessen zugestandene Beihilfe für die Kollekteure gettjatyrt werden soll. In dieser Angelegenheit hat noch Blätter­meldungen der Vorstand der vereinigten Kollekteure eine Eingabe an das Ministerium und die Lotteriedirektion ge­richtet.

** Eine Nachbildung der berühmten Straß- burgerMünster-Uhr gelangt im Hotel Einhorn nächste Woche zur Ausstellung. Die llhr ist 3,58 Meter hoch, 1,50 M. breit, hat 2,70 M. Nmfang, ist 16 Zentner schwer und ist in 41/2 Jahren hergestellt. DaS Werk zeigt folgende Hauptbestandteile: Der Tod mit der Sense zeigt durch Hammerschläge die halben Stunden an, während zugleich bie Himmels^ugel, Tag und Nacht darstellend, innerhalb 24 Stunden reguliert. Ein kleines Zifferblatt in der Mitte gibt bie mittlere Zeit an, zwei Genien zu beiden Seiten desselben stellen Adam und Eva vor. Unter ihm ist der ewige Kalender angebracht, der die Tage und Monate genau anzeigt. Ueber dem Zifferblatt sieht man zwei Löwen, die abwechselnd ihre Stimme hören lassen, und eine Schlange. Um bie 12. Stunde erscheint Christus mit den Aposteln; beim Erscheinen Judas' verschwindet ChristttS. Weiterhin gewahrt man den Kreuzweg und die darauf sich abspielenden Vorgänge. Währenddem ist das Krähen eines Hahnes hör­bar, der sich ivben auf der Uhr befindet. Es erscheinen als­dann die vier Menschenalter. Tie folgenden Svenen zeiaen die Kreuzigung Christi, rechts und link- die beiden Uebel- täter; nachher erscheinen die Wächter am Grabe und Sol­daten, zu beiden Seiten je 2 aber 4 Evangelisten; tm Hlnter- : gründ ist Jerusalem sichtbar und oben befindet sich das 1 Grab Christi. (Näheres siehe Inserat.)

ch Hartmannshain, 18. Okt. . Die Bahn- arbeiten gehen nun ihrem Ende entgegen. Mit aller Kraft , wird eben daran gearbeitet, damit die Bahn am 1. Tez. d. I . dem Betrieb übergeben werde- kann. Eine weitere Ver- 1 länqerunq wird dem Unternehmer nicht gegeben, da schon , der Dau' dieser kurzen Strecke drei volle Jahre gedauert hat Tie PlanierungSarbe^en an hiesigem Bahnhofe sind fast beendigt. Der große Steinbrecher, der beinahe s/4 Jahre hier gearbeitet hat, hat seine Tätigkeit nun eingestellt und . wicd eben beseitigt. Tas Stationsgebäude ist fertiggestcllt. . Lehr schön nimmt sich der oberhalb desselben erbaute

birektor bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Rich. Stephan auf sein Nachsuchen unter Llnerkennung seiner langjährigen treuen Tienste mit Wirkung vom 23. Oktober in den Ruhestand versetzt unb demselben au5 diesem An­laß die Krone zum Ritterkreuz 1. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. S. K. H- der Grotz- yerzog haben den Landgerichtsdirektor bei dem Landgericht der Provinz Oberhessest Dr. Gustav G'üngerich zum Landgerichtsdirektor bei dem Landgericht' der Provinz Startenburg nnd den Land- g e r i ch t s r a t bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen Rudolf P r ä t 0 r i u s zum Landgerichtsbirektor bei biesem Gericht, beide mit SBtrhtng vom 23. Oktober ernannt.

Ei n e Sitzung de? Provinzial -Ausschusses der Provinz Oberhessen findet Mittwoch, den 25. d. MtS., vormittags V29 Uhr beginnend, mit folgender Tagesordnung statt. ' 1. Gesuch des Johs. Altensen zu Gießen um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause