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Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener KamtUen- Mittet viermal in der Woche betgelegt.
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Evftes Blatt. 155. Jahrgang Mittwoch 19. Juli 1905
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Kolitischr Tagesschau.
Ruhstrat.
Die „Oldenb. Nachr.” teilen mit, daß Minister Nuhstrat -licht an eine Demission denke.
Also Harr Ruhstrat sieht nicht den allermindelten Grund, ftch ins Privatleben zurückzuzichen. Der „Nordd. 9ldq. Ztg.” Höflichkeit schweigt natürlich dazu. Aber ein so häufig reichsofftziöses Blatt wie die „Köln. Ztg.” schreibt kurz und bündig: „Die Stellung des Herrn Nuhstrat scheint uns nach diesem Prozeß allerdings vollends unhaltbar geworden zu sein." Der ebenfalls leider sehr offiziöse „Berl. Lokalanz.” bemerkt, der Rücktritt Ruhstrats sei „allgemein angenommen” worden. Die konservative „Kreuzztg.” schreibt, Herr Ruhstrat habe alsbald und schweigend die Konsequenzen ziehen müssen. „Ein früherer Staatsanwalt und jetziger Justizminister sollte sich nicht auf Verjährung berufen dürfen, wenn ihm Verfehlungen nachgewiesen werden, zu deren strafrechtlicher Verfolgung er zurzeit der Tat selbst verpflichtet gewesen wäre.”
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Geh. Kommerzienrat Frentzel f.
Mit dem Geh. Kommerzienrat Frentzel, der, wie uns gestern der Telegraph meldete, am Montag abend in Berlin gestorben ist — der Druckfehlerteufel nannte ihn gestern „Fe- rentz” — hat der deutsche Handelsstand einen seiner hervorragendsten und tüchtigsten Wortführer verloren, einen Mann, der weiten Blick und festen Charakter mit warmem Gefühl für seine Berufsgenossen und für die Ehre des Kaufmanns vereinigte. Lange Jahre hat Frentzel, getragen von dem Vertrauen der gesamten deutschen Handelswelt, im gewerblichen Leben eine führende Rolle gespielt. Er hat seinen Platz an der Spitze des deutschen Handelstages auch nach zeitweiligen Mißhelligkeiten, die in Aeußerungen bei der Börsenenquete ihren Grund hatten, behauptet und würdig auSgefüllt. Er war von echt freiheitlichem Geiste erfüllt, als Parteimann wie als Kaufmann, und in der Geschichte des deutschen Wirtschaftslebens wird sein Name mit Ehren genannt werden.
Geboren war Adolf Frentzel 1833 in Köslin. Bis in oie siebziger Jahre betrieb er ein großes Getreide- und Ocl- geschäft, das dann in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. 1871 erfolgte feine Wahl in das Aeltestenkollegium der Berliner Kaufmannschaft, dem er bis 1895, seit 1888, als Vorsitzender angehörte. Seit Jahren war Frentzel Mitglied des preuß. Landeseisenbahnrates und seines ständigen Ausschusses, seit 1887 Vizepräsident und seit 1890 Präsident des Deutschen Handelstages. 1897 wurde er ins Herrenhaus berufen. Den Charakter als Geheimer Kommerzienrat hatte er 1889 erhalten. Frentzel war seit einer Reihe von Jahren auch Mitglied des Zentralausschusses der Reichsbank. An zahlreichen Unternehmungen großen Stils beteiligt, bekleidete er eine Anzahl Aufsichtsratsposten, so insbesondere bei der Direktion der Diskontogesellschaft und das Amt eines Aufsichtsratsvorsitzenden bei der Deutsch-Asiatischen Bank und der Deutschen Hypothekenbank in Berlin, sowie bei der Schan- tung-Eisenbahn-Gesellschaft das des stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates. In allen seinen Aemtern hat sich Frentzel durch Pflichtbewußtsein und Gewissenhaftigkeit ausgezeichnet.
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Sozialdemokratie itnb Königstreue.
Unter dem Titel „Sozialdemokratische Briefe über Vaterlandsliebe" bringt Dr. David in der Zeitschrift „Die neue Gesellschaft" nun als 5. Brief eine Auseinandersetzung über Konigstreue. Bezeichnenderweise v.-'ieht'dr dieses Wort jedesmal mit Anführungszeichen. Als Mann von gelehrter Bildung — David war bekanntlich ftüher in Gieße n Gymnasiallehrer — bringt er zuerst gründliche historische Betrachtungen und geht nach Philologenart von ^.a- citus aus. Die alten Deutschen, so schreibt er, kannten kein Fürstentum von Gottes Gnaden, sie hatten nur gewählte Führer und Fürsten. Diese haben dann im -an,e der Jahrhunderte ihr vom Volk erhaltenes, Amt in die souveräne Fürstengewalt umgewandelt und die freie ^>olts- gemeinde zur Untertanenschaft degradiert. Diese Umwandlung wird beschrieben in den Worten:
„Mit zäher Energie haben sich die germanischen Volker gegen die Einimpfung der byzantinischen Staatsrechtslehre und der römisch-christlichen Untertänigkeitsmoral gefträubt Erst nut der neuzeitlichen Entwicklung der Waffen- und Kriegstechmk gelang es den Fürsten, gestützt auf ihre Berusssoldateska, den bemo- kratischen Widerstand in der mittlerweile auch wirtschailUch versklavten Bauernschaft 8u brechen. Die Hinabstoßung der rerchsfreien Stadtgemeinden in die fürstliche Untertanenschast war dann das letzte, leichtere Stück der dynastischen Machtusurpation .
Interessant ist, daß David der Meinung, diese Entwicklung sei vom Standpunkt volkswirtschaftlicher Betrachtungen ein Fortschritt gewesen, keineswegs widerspricht. Auch gesteht er zu, daß die Schäden einer kapitalistischen Republik größer sein können als die Schaden einer kapitalistischen Monarchie. Dagegen macht er, tote es bei einem politischen Standpunkte nicht anders zu erwarten ist energisch Front gegen die Art königlicher Monarchie, die heute in Deutschland die Vorherrschaft hat. Das Muster, nach dem diese Monarchie ihre Struktur erhalten habe, sei das ftanzösische ancien rögime. Auch das Hof zeremoniell, das heute am preußisch en Koni g s h o fe herrsche, ,uhre auf Ludwig XIV. zurück. Die Stutzen der heutigen Monarchie seien drei privilegierte Kasten: der alte Grund- und Waffenadel, der Geldadel und die Klertset. Als das Ideal
der Sozialdemokratie wird dgs Selbstbestimmungsrecht Der Ration hingestellt.
Dr. David zeigt hier, daß er über eine wahrhaft blühende Phantasie vcrft'igt, denn die enge Koalition zwischen Thron, Altar und Geldsack als dreier Faktoren, die einander zum gegenseitigen Nutzen in die Hände arbeiten, ist ohne Zweifel ein hübsches Gebilde sozialdemokratischer Phantasie. Was sagt d-r G'ld'ack >s fierm Vaiil Singer dazu?
Der Ä ien
Rußland? FriedenSnnterh'ändler.
Wer nur einigermaßen die russischen Vcrhälinissc kennt, weiß, daß im Zarenreich kein Staatsmann, am wenigsten einer, der manche Beweise von Ungnade erfahren hat, die „Bedingung” stellen kann, durchaus nach eigener Entschließung zu verfahren. Die Sache ist die, daß Witte einfach zum Friedensunterhändler befohlen worden ist und daß er ein ganz genaues Programm von Zugeständnissen mitnimmt, das er nicht ohne ausdrückliche Einwilligung von Petersburg aus überschreiten darf. Rach einer Petersburger Privatdepesche soll Witte, der heute, Mittwoch, über Paris und Cherbourg seine Reise in die 93er. Staaten antritt, in düsterer, ja unzufriedener Stimmung sich befinden. Das läßt sich denken, daß der Minister von diesem sogen. Vertrauensauftrag, den zu erhalten er sich nicht bemüht hat, über dessen Erteilung er vielmehr, wie in unterrichteten Kreisen erzählt wird, geradezu erschrocken war, wenig Gutes erwartet. Solche Aufträge, bei denen die Aussicht des Fehl schlagens doppelt so groß ist als die des Gelingens, werden in Rußland gern an Personen erteilt, die man dadurch zunächst los zu werden, alsdann zu kompromittieren und endlich gänzlich ihres Einflusses zu berauben hofft. Ein Mann wie Witte, der von Anfang an dein ostasiatischen Abenteuer auf das entschiedenste widerraten, der immer wieder seine Stimme erhoben hat, dem Krieg ein Ziel zu setzen, genießt durchaus nicht etwa wegen seiner richtigen Voraussicht nachträgliche 9(nerFenmmg und Wertschätzung. Der Unglücksprophet ist eine mißliebige Persönlichkeit, seine Gegenwart wird als ein unausgesetzter stiller Vorwurf empfunden, jede neue Hiobspost bedeutet einen Triumph der Voraussage. Witte hat den Krieg nicht zu hindern vermocht, nun soll er zeigen, ob er Frieden schließen kann.
Aber was für einen Frieden! Die Herren in Petersburg betrachten die japanischen Siege immer noch als Zufalls-Siege. Die russische Kriegskunst gilt der japanischen als mindestens ebenbürtig, die Mannschaften sind ebenso tapfer — nur hatte Japan den Vorsprung durch bessere Vorbereitung, den „freventlichen” Beginn der Feindseligkeiten ohne Kriegserklärung und durch die Nähe des Kriegsschauplatzes. Sonst wäre alles anders gekommen. Also Rußland läßt sich herab, den mißlichen Zufälligkeiten Rechnung zu tragen und für diesmal in die Beendigung des Krieges einzuwilligen. Rußland geht von dem Gedanken aus, daß den Japanern dadurch ein großes Entgegenkommen zuteil wird, weil die Japaner schließlich doch einmal am Ende wenn nicht der finanziellen, so doch der militärischen Mittel anlangen müßten.
Diesem unvermindert starken Selbstgefühl, das in allen Kundgebungen zu Tage tritt, soll nun Herr v. Witte gefälligst Rechnung tragen. Er soll den „Japs", den „gelben Affen", und wie noch die russischen Namen für den verachteten Gegner lauten, nur das Allernotwendigste ihrer Forderungen bewilligen. Unter keinen Umständen darf die „Wurde" Rußlands, die Ehre der Nation verletzt werden. Eine Verletzung der Wurde liegt schon beispielsweise in dem japanischen Anspruch einer Kriegsentschädigung. Dergleichen ist, mit dem berühmten Zarenwort zu sprechen, „frech und taktlos". Merkwürdig, daß gerade die Kciegsentschädigungsforderung mehr als jeder anderer Anspruch, mehr als die Rückgabe der Mandschurei, in die doch auch ein ungeheures Kapital gesteckt ist, die russischen Machthaber erbittert. Vielleicht läßt es sich so erklären, daß es wie ein Hohn erscheint, etwas hergeben zu sollen, was man selbst nicht besitzt und was man selbst am dringendsten braucht. Nun wollen, nach dem „Daily Expreß", zwei starke Finanzkonsortien, ein englisches und ein deutsches, die Beschaffung der Kriegsentschädigung übernehmen. Unseres Erachtens sind die französischen Finanzhäuser „die nächsten dazu", weil Frankreich am meisten in russischen Werten engagiert ist und insofern am meisten Interesse an der Beendigung des Krieges hat. Aber für Rußland ist die Sorge der Beschaffung mehrerer Milliarden das Nebensächliche, es braucht selbst bitter notwendig Geld, auch nach dem Friedensschluß, und will nicht den Feinden die Taschen füllen, während seine eigenen Taschen leer sind.
An diesem kritischen Punkt kann die Mission des Herrn v. Witte leicht zum Scheitern kommen. Die Gegner Witte's, die immer noch mächtige Kriegspartei, deren „bestellte Arbeit" wohl die stürmisch die Fortsetzung des Feldzugs verlangenden Erklärungen vom Kriegsschauplatz sind, mögen im Stillen mit diesem Fehlschlag rechnen, der Witte als Staatsmann hinwegräumt und den Zaren zu wiederholen nötigt: Den letzten Mann und den letzten Rubel!
Ein Interview bei Witte.
Alles dieses findet seine Bestätigung durch folgende neueste amerikanische Meldung:
I New York, 18. Juli. „Associated Preß" meldet: Der Prä
sident des russischcn Ministcrkomitces Witte empfing heute in Petersburg den Vertreter der „Associated Preß". Auf die Bemerkung desselben, daß die Welt die Ernennung Wittes zum Friedcnsbcvollmächtigten so auffassc, als ob Rußland den: Brieden um ieden Preis wolle, antwortete der Minister: Rein! Der Kaiser bat mich zu seinem außerordentlichen Botschafter ernannt, um die Gewißheit zu erlangen, ob ermöglich sei, Frieden zu schließen. Meine persönlichen! Ansichten sind von u n t c r g e o r dn e t er Bedeutung. Ich! habe vom K'aiser genaue Weisungen erhalten; die letzte Entscheidung verbleibt ihm. Der Kaiser wünscht den Frieden, aber ich fürchte sehr, daß die japanischen Bedingungen solche sind, daß wir nicht zu einem Ver- tragsabfch''nß kommen können. Ich gestehe offen, daß ich zur Friedens vorbei gebäre, und daß ich vor dem Kriege die Auftecht- crbalttmg des Friedens begünstigte, daher bin ich sicher, wenn ich berichte, Japans Bedingungen seien unannehmbar, daß bann das russische Volk sich durchaus an mein Urteil halten wird. Rußland ist nicht vernichtet. Die Unruhen urt Innern sind sehr ernst, doch wird die wirkliche Bedeutung dessen, was vorgcht, im Auslande nicht crkannt. Rußland kann nicht mit den wesentlichen Maßstäben gemessen werden, es gleicht einer großen Familie, die durch innere Zwistigkeiten zerriffen ist, doch werden diese Spaltungen verschwinden, falls das Volk die Integrität des Landes und seine Zukunft in der Geschichte als gefährdet erkennen sollte. Wir machen eine große innere Krisis durch, die durch viele ernste Ereignisse gekenn- reichnet ist, und es mögen uns noch viele andere bevorstchen, doch wird die Krisis Vorbeigehen, und Rußland wird wieder eine der vorherrschenden Mächte imeuropäische^ Konzert werden.
Port Arthur, Weihaiwei, Kiautschou.
Die Besetzung der Jtzsel Sachalin ober Karafnto, tote sie nun wieder durch die Japaner genannt wird, ist eins der untrüglichsten Anzeichen, daß die Regierung des Mikado ernstlich mit dem Zustandekommen des Friedens! rechnet. Durch die Besetzung der JNsel, sowie durch die Einnahme von Port Arthur kann man auf zwei Forderungen! schließen, welche Japan in den Friedensverhandlungen! stellen und auf deren Zugeständnis durch Rußland es bestehen wird. Dies sind die Mtretung der russischen Rechtsansprüche auf Port Arthur und Sachalin. Die Abtretung beider Gebiete sichert die von Japan geforderte; Garantie eines dauernden Friedens zwischen Rußland und Japan in Ostasien. Die strategische Lage von Port Arthur beherrscht Korea, die Mandschurei, die Provinz Schilt mit Tientsin, Peking und die am reichsten bevölkerte Provinz ^chantung, und die Wsährige Erpachtung durch die Russen ist von so ausschlaggebender Bedeutung für diese Länder, daß sie die Engländer bewog, den Hafen von Weihaiwei auf der Nordküste der Halbinsel Schantung, gegenüber Port Arthur, auf die Zeit zu erpachten, als Rarßland im Besitze von Port Arthur blieb. Der Zweck dieser Maßregel bestand zweifellos in der Msicht, in Weihaiwei ein Gegengewicht gegen den russischen Einftuß von Port Arthur zu habem Als die englische Erpachtung des vorzüglichen Hafens Web, haiwei diesem Zwecke nicht genügte, erhöhte 1900 das englisch-japanische Bündnis die militärisch-poliitsche Machtstellung gegen Rußland, und da die aggressive Tätigkeit und egoistische Handelspolitik der Russen in der Mandschurei, und Korea nicht nur die Lebensinteressen Japans, sondern: auch die Handelsinterefsen Englands und der amerikanischen! Union ernstlich bedrohte, erklärte Japan an Rußland benl Krieg, in welchem ersteres seine Seeverbindungen durch beide Seemächte gesichert sah. Tritt Rußland in dem bevorstehenden Frieden feine Pachtansprüche für Port Arthur an Japan mit Zustimmung Chinas ab, so fällt die Voraussetzung weg, unter welcher England Weihaiwei besaß, wen« nicht 'England mit China vorher zu einem anderen Eiw» Verständnis gekommen ist. England Ware tatsächlich in der Lage, Weihaiwei aufzugeben, ohne eine Einbuße seines Ansehens in Ostasien zu erleiden und dem nationalen Selbstgefühl eine Zumutung zu machen. J!a, es ließe sich der Verzicht auf Weihaiwei als ein gegen den deutschen! Pachtbesitz von Kiautschou gerichteten Schach- zug ausgestalten, wenn England das Aufgeben von Weihaiwei durch das Prinzip der Integrität Nvrdchinas^ begründete. Dadurch würde für D eutsch lan d eine wenig! günstige Lage in Schantung geschaffen, deren Her- beisuhrung schon jetzt von der Jvpan dienenden chinesischen Presse betrieben wird. Die Erpachtung des Kiantschou-Ge- bietes durch Deutschland, das rasche Aufblühen von Handel und Wandel in dem deutschen Freihafengebiete, der durch den Bau der Bahn von Kiautschou bis Tsinanfu stark wachsende Einfluß der Deutschen in der Provinz Schantung sind unzweifelhaft der chauvinistischen Partei in Japan ein Dorn im Auge, und auch der englische Kaufmann und' Politiker sieht mit Mißgunst auf die glückliche Entwicklung der kleinen deutschen Kolonie Kiautschou sowie , auf ihren Einfluß im Hinterlande von Schantuirg unb über dieses hinaus bis nach Tienffin und Peking., England ist aber sich sehr wohl bewußt, daß der bisherige japanische Bundesgenosse ein recht unbequemer Nackbar werden kann, wenn es ihm gelingt, China zur Durchführung seines wirtschaftlichen unb politischen Programms: ,^!os von Europa!" willfährig zu machen. Jv btefer Richtung ersteht eine „ßelbe Gefahr", welche nicht nur dem deutschen Handel und fernem Stütz- und Schutzpunkte Port Arthur Gefahr droht, sondern iirlche nach Deutschlands Beseitigung gewiß und am schärfsten gegen England vorgehen wird. Von diesem Gesichtspunkte aus wird England Weihaiwei unb sein Pachtrecht nicht aufgeben, umfoweniger, als die englische Kolonie^ obgleich so wenig für sie geschah, sich nicht ungünstig entwickelte, unb fein Hafen selbst für größte Schlachtschiffe vorzüglichen Schutz gegen Winb unb Wetter bietet. Weihaiwei ist bas letzte Glieb der Kette, mit welcher England brtu Erdball umschlingt, es bleibt ein sehr geeigneter Beobachtungspunkt für das Verbalten des verbündetes Japan. Das Verbleiben in Weihaiwei bietet England größere reale Vorteile als das Aufgeben, um Deutschland tyierburdj,


