Nr. 91 Zweites Blatt.
155. Jahrgang
Montag 17. April 1905
SrlchetrU S-Nch mü vuSnahm« de» Sonntags.
Die »Gießener LamNienblStler- werden dem ^Anzeiger viermal roödjentlid) betgelegt. Der »Helstich, Laudwttt" erjchetnl monatlich einmal.
Gietzener Anzeiger
Notationsdruck and Verlag da «rühllche» UnwersitätSdruckerei. 8t Lang«, Gießen.
Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.K, Tel. Nr. 6L Leiegr.-Lldr. t 8ln-eige» Gießen»
General-Anzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Liehen.
die
Unterdrückung des Ausstandes zu haben.
Friedrich Schiller
für nur 4 Mark
Bestellschein ans der Rückseite dieser Anzeige.
l»e bvn :cinb> Mu welche
Kupfergravüre
nach dem Originalgemälde von A. Graff
Kolttische Tnsies'lchau.
Kroßherzog Ernst Ludwig
ist kein Fürst nach dem Geschmack der preußischen Agrarier und deren Genoffen. Weil er nach dem gegen Exz. Gnauth gerichteten Denunziationsversuch des Frhrn. v. Heyl in der ersten Kammer durch die „Darmst. Ztg." sein volles Vertrauen dem Finanzminister zum Ausdruck gebracht hat (vgl. unsere Nr. 80), zittert jetzt das Berliner Bundesorgan der Landwirte, die ,Dtsch. Tagesztg.", aus Besorgnis wegen des .gefährlichen Spiels*, das in Darmstadt mit der Sozialdemokratie getrieben werde, und malt den Teufel an die Wand, indem eS als sozialdemokratisches Endziel nicht nur die Uniwandlung unserer Wirtschaftsordnung, sondern auch den Umsturz unserer Staatsordnung, den Ersatz der Monarchie durch die demokratische Republik hinstellt. Dieses Angstmeiertum und dieser Bemutterungsversuch eines der einsichtsvollsten deutschen Fürsten macht natürlich den Herren^ Sozialdemokraten einen Höllenspaß. Sie lachen sich alSi tertii gandenies geballte Fäustchen und verhöhnen dies preußische Großgrundbesitzerschaft nach Leibeskräften. Es hat etwas Tragikomisches an sich, daß die Herren Höchstbesteuerten in deutschen Landen sofort von der Erschütterung de§ monarchischen Gefühls reden, wenn ihnen einmal von oben herab ein bischen auf die werten Hühneraugen getreten wird.
schwach muß es doch um ein solches monarchisches Ge- bestellt sein. Man erinnert sich da an die mittelalter-« Litanei der märkischen Junker:
„Jochimke, Jochimte, Hüde di, Fange wi di, so hange rot di!"
Arbeiter-TerroriSmuS in Italien und Frankreich.
Die römischen Blätter bestätigen das Gerücht, daA
nicht viel Bemerkenswertes zu erwähnen. In Italien bereitete sich ein vielleicht schon heute ausbrcchender neuer Eijs en ba hnerstreik vor, weil die Negierung den Eisenbahnarbeitern Vcamtenqualität verleihen will, so daß sie also des Streikrechts verlustig gehen würden. Tas Komitee der Eisenbahner wurde vom Arbeitsminister Ferraris empfangen, der jedoch keine Versprechungen machte, sondern die Vesiicher auf das der Kammer vorliegende Eisenbahngesetz verwies. Das Agitationskomitee der Eisenbahner erließ darauf einen Aufruf, in dem konstatiert wird, der Besuch beim Minister hätte bewiesen, daß „oon dieser Negierung nichts zu hoffen sei und bei deren Uebelwollen Verhandlungen unnütz" seien. Deshalb müsse sofort das Zentralkomitee der Eisenbahner mit der Leitung der sozialistischen Partei und den sozialistischen Abgeordneten zur weiteren Bcschlußfasiung zusammentreten. In Rom herrscht die Meinung, daß der Streik Fiasko machen roirb. — Die internationale Ägrarkommission in Non, beschloß, für die Zulassung von den Vertretern nicht bloß der Negierungen, sondern auch der landwirtschaftlichen Körper- chaften zu dem geplanten Kongreß einzutrcten.
Das ungarische Abgeordnetenhaus erlebte wieder einmal Skandalszenen gegen Tisza. Dieser legte die auf die Pensionierung Perczels bezüglichen Akten vor, aus welchen hervorgeht, daß eine höhere Bemessung der Perczelschen Pension auf dessen eigenes Ansuchen erfolgte. Das Abgeordnetenhaus nahm sodann mit großer Majorität den Mißbilligungsantrag gegen Tisza und Perez el wegen ihrer Verfügungen zur Unterdrückung der letzten Obstruktion an. Das Haus sprach die Vertagung bis zum 3. Mai aus. Ter Kaiser trifft am 5. Mai in Budapest ein. Koffuth erklärt, er habe nur wenig Hoffnung, daß der Kaiser-König die Wünsche, welche die Majorität in einer Adreffe ausgedrückt hatte, erfüllen werde, wodurch die Frage zu einer Kraftprobe zwischen Nation und Krone werde.
In Frankreich hat die bonapartistische Verschwörungsaffäre viel Staub aufgewirbelt und zu einer Reihe von Verhaftungen geführt. Von dem Gesetzentwurf über die Trennung der Kirche vom Staat wurden Artikel 1 und 2 angenommen.
Ter Besuch des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen bei der Kaiserin-Mutter von China zeigt, daß die Beziehungen zwischen Teutschland und dein Reiche der Mitte nichts zu wünschen übrig lassen. Wie der Korrespondent des Reuterschen Bureau bei der Armee General Okus meldete, wollte Prinz Anton von Hohenzollern am gestrigen Sonntag die Armee der Japaner verlassen, um nach Deutschland zurückzukehren. General Oku gab ihm zu Ehren
Wie fühl liche
Eisenbahnangestellten den Aus stand heute (Montag) beginnen wollen. (Vgl. „Wochenschau".) Die> Preffe hebt hervor, daß die öffentliche Meinung diesen, Entschluß streng verurteile. Heute werden sämtliche! sozialistischen Deputierten zu Beratungen zusammentreten.? Auch aus den italienischen Provinzen wird übereinstimmende gemeldet, daß die Möglichkeit eines Ausstandes überall einen« sehr schlechten Eindruck hervorrust. Nach den bis-" herigen Berichten ist der Ausstand nur auf einen Teil der neapolitanischen Linien eingetreten. Die „Tribuna" berichtet» daß die Negierung alle Maßregeln getroffen habe, um den Verkehr auf allen Linien und die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten. Die Bahnhöfe und Linien werden durch Sicherheitsorgane bewacht. Der Dienst wird durch daS nicht am Ausstande beteiligte Eisenbahnpersonal sind durch die Eisenbahnkompagnien der Genietruppen versehen werden. Tie Zeitungen empfehlen dem Publikum, ruhig zu bleiben und volles Vertrauen zu den Maßregeln der Negierung zur
Blindheit die Russen geschlagen sind, geht aus der Meldung hervor, daß russische Vorvosten den Troß des in Mukden zurückgelassenen Sanitäts-Personals für feindliche Artillerie hielten. Sie beschossen die Sanitäts-Kolonne auf 1500 Schritt Entfernung. Ein Sanitätsoffizier ritt sahnenschwenkend auf die Artillerie- los, worauf das Mißverständnis aufgeklärt wurde. In detn gewaltigen Kampfe bei Mukden wurde das russische Regiment Jurjeff durch russisches Artillerieseuer völlig aufgerieben, weil man es für ein japanisches hielt. Nur zwei Offiziere und wenige Mannschaften seien übrig geblieben.
Das Geschwader NoschdjestwenSkys ist im Laufe der letzten Woche im Chinesischen Meere erschienen. Eine Seeschlacht, welche die Entscheidung über die Seegewalt bringt, ist vor dem 18. wohl kaum zu erwarten. Roschd- jestwenskr) wird voraussichtlich versuchen, nach Wladiwostok zu fomtnen, oder er wird die Japaner zu überraschen sich bemühen, bevor sie ihre Konzentration vollzogen haben. Unwahrscheinlich ist, daß Roschdjestwensky eine Schlacht mit seinem ganzen Geschwader annehmen werde, da ihm verschiedene veraltete Schiffe angehören.
Jndeffen ist die Ausrüstung des vierten baltischere Geschwaders bereits beendet. Es soll Ende dieses Monats Kronstadt verlassen. Der größte Teil der Offiziere und Mannschaften ist der Schwarzen Meer-Flotte entnommen. Das, Geschwader besteht aus den Panzerschiffen „Slawa" und, „Alexander II.", mehreren Panzerkreuzern und zahlreichen Begleitschiffen. In Port Said ist die Nachricht eingegangen, daß es unter dem Kommando des Vizeadmirals Weselago den Suezkanal im Juli oder August passieren werde.
die Abonnenten unserer Zeitung:
ein Diner.
In Rußland ist eine Aenderunq der schwierigen inneren Lage nicht eingetretcn. Die Attentate nehmen weiter zu. So haben in der polnischen Fabrikstadt Lodz zwei junge Leute auf einen Schutzmann tr'cr Revolverschüsse abgegeben. Bon zwei Kugeln tätlich getroffen, brach der Schutzinann zusammen. Ein Droschkenkutscher wurde verletzt. Es gelang, einen der Attentäter, der zwei Revolver trug, zu verhaften, der andere entkam. In Petersburg dauern die geheimnisvollen Verhaftungen an. Fortgesetzt werden junge Damen der Aristokratie verhaftet. Gerüchtweise verlautet, Fräulein Trepow habe Selbstinordversuch begangen, weil sie zwei Revolverschüsse gegen ihren Oheim, den Gencralgouverneur, abgefeuert hatte.
In der Mandschure, beteilen sich d! lichen Heere zu neuem Waffengange vor.
gesetz-Kornrnission am Mittwoch mit der zweiten Lesung der Novelle zum Schutze der Bergarbeiter beschäftigt 1 und den absolut negierenden Standpunkt der ersten Lesung nur zum geringen Teil aufgegeben. Die Kommission nahm die obligatorischen Arbeiterausschüsse in einer verwässerten Form an und ersetzte den sanitären Maximalarbeitstag durch eine oberbergamtliche Befugnis zur Beschränkung der Arbeitszeit je nach dem Grade der Gesundheitsschädigung des Betriebes. Die Novelle in ihrer jetzigen Gestalt bedeutet eine Verschlechterung der Regierungsvorlage und drückt das Maß der für die Arbeiter vorgesehenen Freiheit herab. Insbesondere hat sich die Kommission für die politische Bevormundung der Arbeiterausschüsse ausgesprochen und die Kontroll- und Beaufsichtigungsbefugnis, zumal auch durch die Einführung der Bestimmung der öffentlichen Wahl anstatt der geheimen, weit ausgedehnt. Das Zentrum und die Freisinnigen haben sich bereits in der Kommission gegen den Kommissionsentwurf erklärt, und auch in nationalliberalen Kreisen scheint man Verständnis für die Bedenklichkeit der Beschlüsse zu haben.
Die „Nationallib. Korresp." schreibt:
Auch wir hoffen, in der Beratung des Plenums manches wiederhergestellt zu sehen, was die Kommission an den: Entwurf gestrichen hat. Aber darin dürften sich wohl alle Parteien des Landtags einig sein, daß eine Form gesunden werden muß, bie verhindern kann, die Arbeiter ausschüsse einen Charakter annehmen zu lassen, der gerade das Gegenteil von der beabsichtigten Einrichtung, den Frieden zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufrecht zu erhalten, oder im Streitfälle eine Vermittlung zu bezwecken, und — nach den sehr llaren Andeutungen der sozialdemokratischen Presse — erreichen will. Das.Zustandekommen der Berggesetznovelle im Landtag ist notwendig. Denn wenn der Entwurf hier scheitert, entstehen schwer absehbare Folgen. Im Reichstag drängen dann Zentrum und Sozialdemokraten viel weiter in einer Richtung, der gegenüber Stand zu halten den anderen Parteien schwer möglich sein würde.
Aus einer Bemerkung der „Kreuzztg." geht hervor, daß das preuß. Staatsministerium sich am Freitag mit der Bergarbeiterfrage beschäftigt hat, und sie bestätigt, daß die Regierung mehrere Beschlüsse der Kommission für unannehmbar hält.
Wir vermuten übrigens, daß auch das Großherzogin m Hessen bald ein Reform seiner Berggesetz- g e b u n g vornehmen wird.
Von den übrigen Ereigniffen der vergangenen Woche ist
KoÜtische Wochenschau.
Die Marokko-Frage beherrschte auch in der vergangenen Woche das öffentliche Interesse. Del- c aff6 mußte sich von der französischen Presse zahlreiche Vorwürfe gefallen lassen. Ja der „Jntransigeant" glaubte sogar mitteilen zu können, daß im letzten Ministerrat Del- ca'ssö von seinen Kollegen ersucht wurde, sich zurückzuziehen. Delcasss teilte dies dem Präsidenten Loub^ mit, welcher ihm den Rat gab, dieser Aufforderung keine Folge zu leisten. Die englischen Zeitungen spielten die Begleitung zu dem musikalischen Intermezzo und riefen des öfteren mit ihren harlekinartigen Paukenschlägen und komödiantenhaften Fagottentaleisungen unangenehme Dissonanzen hervor. Der Sieg steht unanfechtbar im deutschen Lager und wird es voraussichtlich auch bleiben. Verblüffung erregen sollte eine von amtlicher französischer Seite in1 die Welt lanzierte Nachricht, wonach Delcassö in einer Zirkulardepesche an die französischen Vertreter jm Auslande diesen Kenntnis davon gegeben habe, daß die Mitteilung des französisch-englischen Marokko-Vertrages. tatsächlich offiziell an die deutsche Negierung erfolgt sei und zwar in Berlin vor und in Paris n a ch der Unterzeichnung des Vertrages. Das war nur Spiegelfechterei. Offiziell ist eine Mitteilung, die den diplomatischen Gepflogenheiten entspricht, keineswegs erfolgt. Inzwischen hntte der französische Minister des Auswärtigen Dclcassä bei einem 'Diner auf der deutschen Botschaft in Paris mit dem Fürsten Radolin ein kurzes Gespräch über die Marokkofrage. Beide bewahren Stillschweigen, jedoch soll der Minister Delcasse die Initiative zu dieser Aussprache ergriffen haben. Als feststehend kann ferner angesehen werden, daß der französische Staatsmann seinem Bedauern überdieuner glückliche Preßkampagne wegen der Differenzen Ausdruck gegeben hat. D-elcasss sprach des weiteren von seiner Absicht, eine Verständigung über die bestehenden Mißverständnisse anzubahnen. Kurz darauf brachte der „Petit Parisien" einen die persönliche Auffassung Delcassös wiedergebenden Artikel, welcher den Verlauf der deutsch-französischen Polemik resümiert und zu folgendem Schluß kam:
„Zwischen Dentfchland und Frankreich besteht keinerlei ernste Jnteressenverschiedenheit und» im Grunde ist nur die Schwierigkeit zu lösen, welchem von beiden Ländern die Initiative zukvmmt, die zum Einverständnis notwendige und heilsame Unterhandlung einzuleiten. Die hohe Auffassung, welche Delcasso immer von seinen Pffichten gehabt Hatz gibt uns die Versicherung, daß eine eitle Formfrage unmöglich ein Hindernis bilden kann für eine schleunige und endgtltige Losung
des Kvnffiktes." . . - x
Ter Artikel schloß mit der Mahnung, iede Parlamentsdebatte zu unterlassen, welche eine loyale und höfliche Aussprache zwischen den beiden Regierungen nur stören könnte. Das ist für Delcasss das Fatale an der Geschichte, daß die deutsche Politik in Marokko täglich an Einfluß zunimmt, und daß der Vereinbarung über die Zulassung der deutschen Schiffe zur marokkanischen Kusten- schiffahrt die Absendung der deutschen Gesandtschaft unter dem Grasen Tattenbach nach Fez zu Ende der ersten Maiwoche folgt, ein Zeichen, daß die deutsche Regierung konsequent alle Schritte unternimmt, um ihre Stellung am Hofe zu Fez selbst zu festigen. Nach einem Artikel ^des Pariser „Matin" Hut der fr anzö sisch e Gesandte Taillandier in Fez noch nicht das mindeste erreicht. 'Au erster Stelle der verlangten Reformen steht die Erhöhung der Sicherheit in den marokkanischen Häfen, von der, wie „Matin" hervorhebt, alle Nationen Vorteil haben würden. Diese Bemerkung soll offenbar eine Mt Zugeständnis an Deutschlan') fein. Andererseits aber wurde der „Köln Ztg." aus Tanger gemeldet, daß der Vertreter des Credit Agricole d'Algerie demnächst mit mehreren französischen Kapitalisten nach Fez reist. Es soll sich um wichtige Konzessionen, insbesondere xm Eisenbahnwesen, handeln. Interessant istauch die Mitteilung, daß in der spanischen Stadt Malaga Zollbeamte die Brigg „Joven Teresa" abfaßten, die angeblich nut nner Backsteinladung nach Tanger bestimmt war: unter den Backsteinen fand man 5 0 0 Kilogramm Schießpulver, 200 Kisten Patronen, 20 Remington- und 5 Mausergewehre.
Ter deutsch eKaifer besuchte im Laufe seiner Mittel- meersahrt am Dienstag Korfu, wo ihm der König von Griechenland einen herzlichen Empfang bereitete. Der Aufenthalt in Korfu bedeutete die völlige Beendigung der griechisch-deutschen Differenzen, die noch aus der Zeit, des letzten griechisch-türkischen Krieges datieren. .. Die weitere Reise führte den Kaiser nach Sizilien zurück Dort soll bei seinem Eintreffen ein französisches Geschwader, aus vier Kriegsschiffen bestehend, in der Bai von Messina erschienen fein und nach Ausführung einiger Manöver sich wieder zurückgezogen haben Eine Depesche der Tailv Mail" aus Messina behauptete Mm, König Eduard und Kaiser Wilhelm würden am 20. April xm Mittelmeer zusammentreffen. Das scheint.indes durchaus un- glaubwürdig. Tas e n g li> ch e K° n r g s pa ar, von dem Pa fnefi es werde ebenfalls nach Tanger
geben ist am Sonntag in Algier emge-
troffen Es wird, wie es beißt, nach Beendigung feiner Kreuzfahrten in Cannes französischen Boden betreten und n Paris einige Zeit Aufenthalt nehmen, um rech deut- lich an der D e m o n st r a t i o n g e ig e n bt e e utsche Neichsvolitik mitzu wirken. Das ist fürs nächste der Schlußstein zu dem Bau der DeleassSschen Intrigen, die nun seit Jahren systematisch geg-n das Deutsche Reich auf allen Gebieten ins Werk gesetzt worden sind.
Ueber die ferneren Re11 epla u e d es de utsche n Kaisers nach der Rückkehr von der Mittelmeersahrt verlautet folgendes: Der Monarch beabs^Yge nach Beendigung seiner Mittelmeersahrt auf der Ruckreise von 3'^lreu dem badischen Hofe in Karlsruhe einen htr^n Besuch ab- zustatten. Für Ausgang Mai wird der Besuch des Kaisers in Kadinen erwartet im Anschluß an semen alljährlich wiederkehrenden Jagdaufenthalt in f
Schlobitten. Auch die Kaiserin durste in diesem Jahre mit den jüngsten kaiserlichen Kindern während der Nord- Ian drei se des Kaisers einen mehrwöchigen Sommer- aukenthalt in Kadinen nehmen.
In der Ostersecienpause hat sich die preuß. Berg-


