Ausgabe 
19.9.1905 Erstes Blatt
 
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Ä10?^ Engend 8 oQ§ der Gemeinde Dori . hörige Obst, bestehend I ehreren Hundert Bäumen, I M auch Aepfel, 5tJ | Tl werden. Der Ansom : letm Ort an der Straß' Tarbenteich. [4335 »tf M, 17. Sept. 1905. Jtoft. Bürgermeisterei

Kuhl.

^steu Freitag, den Leytember l. F». st.' Gemeiude-Lbst in k

(Ortungen Holzhci« uni gheim versteigert iverini. mg: vormittags 3 W rv weg, nachmittag? / ch Bergheimer 8m ^trjogL8firgmxw.

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&<UU1 das Obst der Gemeint ingshausen verstcigm! ren. Ter Anfang ist vor- i: ag6 9 Uhr am westlichen gang deS Dorfes. I?',, Der Bürgermeister:

Wagner.

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Steinhäuser.

Erstes Blatt

Dienstag 19. September 1905

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

155. Jahrgang

Bezugspreis: monatlich7bPi., viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2. viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für ine TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12Pf* auswärts 20 Psg.

Verantwortlich füt den polit. und allgem. Teil: P. Wittko: für »Stadt und Land^ und Gertchtssaal": August Goetz; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Nr. 220

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem GießenerAnzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Zamilien- dlätler viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl 'fchen Univerf.-Buch-u.Stein- druckerei. 9t Lange. Redaktion, Erpeditwn und Druckerei:

Schul st ratze 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen.

Hrrnsprechanschluß Nr. 51.

Die veutigc Yummer umfaßt 8 Seiten.

groß

Die

Konkurrenz

der Beschäftigungsgrad industrie recht günstig.

die Zahlungsweise im Zigarren vielen kleinen Existenzen, die vom Zigarren,

Zigarrenindustrie noch bezeichnet werden, so ist der daß im Verhältnis zum Kon- immer oder schon wieder z u zwingt die Fabrikanten zu

Hellen Ergebnisse der nicht als befriedigend Grund dafür darin zu suchen, sum die Erzeugung noch

allen möglichen Kundschaft.

Auch läßt

Handel bei den

Bewilligungen und Nachlässen an die

verkauf leben, sehr viel zu wünschen übrig. Durch die große Zersplitterung und die starke Ausbreitung des Kleinhandels erfolgen die Aufträge in den besseren Sorten Zigarren sehr häufig nur in kleinen Mengen. Dadurch wachsen aber die Unkosten des Fabrikanten umsomehr, als die Kleinhändler nicht nur freies Porto, sondern obendrein noch hohe Diskontoabzüge und langfristige Ziele verlangen. Aeußerst kostspielig sind auch die Ansprüche der Händler an die Zigarrenverpackungen. Bei der starken Konkurrenz sucht nun ein Fabrikant den anderen zu überbieten, so daß eine Abschaffung der Miß'stände nicht durchgeführt werden kann.

Von einer weiteren steuerlichen Belastung der Labakindllstrie befürchtet namentlich der westliche Bezirk, der nur überseeische Tabake verarbeitet, eine schwere Schädigung. Der Jahresbericht der Handels­kammer zu Minden stellt einen enormen Rückgang der Fabrikation zugunsten der Gegenden in Aussicht, wo man den einheimischen Tabak sozusagen vor der Tür habe. Zahl­eiche Arbeiterentlassungen müßten erfolgen. Bei der Bedeutung der Tabakfabrikation würde das zu einer wirtschaftlichen Krisis führen, die den ganzen Be­zirk zurVerarmung bringen müßte. Gerade die Tabak­industrie sei cs gewesen, die seinerzeit die bittere Armut auf

Lübbecke und Herford ist die Zahl der Betriebe von 327 im Jahre 1903 auf 355 im Jahre 1904, die Zahl der Arbeiter von 13 670 auf 14411 gestiegen. Im laufenden Jahre hat sich die Zahl der Beschäftigten weiter vermehrt. Der Ge­schäftsgang ist, abgesehen von einer Ermattung zu Anfang des Jahres, mindestens ebenso lebhaft, wenn nicht noch etwas reger als im Vorjahre. Für die gute Beschäfti­gung der inländischen Tabakindustrie sprechen auch die Ziffern der Rohstoffversorgung. Es wurden in den Monaten Januar bis Juli in Doppelzentnern importiert:

in der Zigaretten- Jn den Bezirken Minden,

Zigarre und Zigarette.

Wie schon im Vorjahre, so ist auch im laufenden Jahre

1905 nicht so stark ist wie 1904, so rührt dies zum Teil auch da­her, daß der deutsche Tabakbau, der seit 1901 fallende Ernteerträg e ergeben hatte, im Jahre 1904 wieder eine bessere Ernte ergab als 1903, wo das Er­gebnis besonders niedrig war. So konnte im laufenden Jahre inländischer Tabak in grüß eren Mengen der Verarbeitung zugesührt werden als 1903.

Ein Zeichen der Besserung ist auch in der erhöhten Ausfuhrtätigkeit für Fertigfabrikate zu erblicken. Die Ausfuhr von Zigarren und Zigaretten war seit 1900 noch nie so hoch, wie im laufenden Jahre. Auf dem Arbeits­markt äußert sich die günstige Lage einmal in der starken Nachfrage nach Arbeitskräften, sodann aber auch in einem Anziehen der Lohnsätze.

Wenn trotz des lebhafteren Geschäftsganges die finan-

Sesstjche KunSaussteLurrg 1907.

sd. Darmstadt, 18. September.

Die hessische Landesausstellung für ftrie und angewandte Kunst in Darmstadt bildete beute den Gegenstand einer Be­sprechung, die im Rathaussaale unter dem Vorsitz des Geheim- vats Braun , der als Vertreter der Hess. Regierung anwesend war, ftattfand. Oberbürgermeister Morneweg begrüßte bte Versammlung und wies darauf hin, daß sich durch den hohen Kwrstsinn des Landesfürsten die hessische Kunst in einer auf­steigenden Entwicklung befinde. Nenewings habe der Großherzog die Anregung zu einer Künstausstellung in Darmstadt im Jahre 1907 gegeben, deren Träger der Großherzog, der Staat und die Stadt Darmstadt sind. Geheimrat Brann wies darauf hm, daß auf den Vorschlag der Regierung in der hessischen Kammer 60 000 Mark unter der Voraussetzung bewilligt wurden, daß in der Ausstellung jede Richtung vertreten sein könne. Die Grund züge der Ausstellung sind folgende; es sollen zugelassen werden:

1. Werke der Malerei und Skulptur von Künstlern, die in Hessen ansässig sind, ober aus Hessen stammen, oder auch solche, die hessische Motive behandeln.

2. Das Kun stge werbe. Es soll Industrie und Gewerbe umfassen, soweit sie von in Hessen ansässigen Personen be­trieben werden. Die Frage, ob die Architektur zuzulassen "fei, bleibt vorerst offen, auch die Frage, ob eine hist 0 rische "Ausstellung damit verbunden werden soll. Das wird von der Bewilligung weiterer Mittel abhängen. Als Aussteller sind quzulassen:

Tabakblätter unbearbeitet

Tabakscmeen

Tabakstengel und -rippen

1900

341,707

4847

13,665

1901

351,400

5252

13,629

1902

344,555

5995

13,126

1903

350,709

5727

12,232

1904

370,912

6077

11,187

1905

376,750

6760

9,847

Wenn die

Steigerung

des Imports

im Jahre

dem platten Lande verdrängt und die bedeutendere Aus­wanderung nach Amerika unterbunden hätte.

Russische Neuigkeiten.

Der Zar Beauftragte den unter dem Vorsitze des Grafen Colßki tagenden Sonderausschuß, folgenden Ent­wurf für das Mini st erkabi nett zu prüfen: Das Mi- nisterkabinett wird den Zweck haben, die Wirkungskreise aller Ministerien zu vereinigen. Das Kabinett, welches den Namen Ministerrat führen wird, wird unter dem Vorsitze eines Premierministers arbeiten, welcher allein neben dem Kriegs Minister, dem Marineminister und dem Minister des kaiserlichen Hofes das Recht haben wird, dem Kaiser persönlich Vortrag zu halten. Die Ernennung der Minister erfolgt durch die Vermittlung des Preinierministers, die Bestätigung durch den Kaiser. Keine die Verwaltung betreffende Maßregel kann ohne Beschluß des Ministerrates und ohne Genehmigung durch den Kaiser in Kraft treten.

Der Zar hat zu dem Bericht über den Untergang des D o mpfer sJohn Grafton" die Randbemerkung hinzugefügt:Ich will, um die Einführung von Waffen zu hintertreiben, daß Belohnungen ausgesetzt werden für diejenigen, welche die Einschmug- g e l it n g von Waffen rechtzeitig entdecken."

Die Verhaftungen in Petersburg nehmen großen Umfang an. Während der letzten vier Tage sind 344 Personen verhaftet worden. Bei' drei Arbeitern der Werkstätte der Warschauer Bahn wurden große Vorräte an Waffen und Munition gesunden.eTn der Grenze wurden zwei Waggons, die angeblich mit Spielwaren beladen sein sollten, beschlagnahmt. Bei der Untersuchung ergab sich, daß die Gummibälle mit Dynamit gefüllt waren.

In Warschau wurden sozialistische Flugschriften ver­teilt, welche Todesurteile hochgestellter Persönlich­keiten ankündigen.

In W a r f d) a u wurde der Gießereiarbeiter Wroblewski, ein Polizeispitzel, von drei Personen erschossen.

Im Kreise Tals en in Kurland sind durch auftühre- rische Bauern drei Revolverattentate gegen die Barone Schilling und Hahn, sowie gegen den Fürsten Lieven verübt worden Baron Schilling wurde leicht verwundet; die Täter entkamen.

In Kiew wurde der allgemeine russische Psychiater- Kongreß eröffnet. Professor Bechere hielt die Eröff­nungsrede, die er "mit beut Rufe schloß:Preßfreiheit, Redefreiheit, Versammlungsfreiheit!" und rief damit unbeschreiblichen Enthusiasmus hervor.

Nach direkten Nachrichten aus Baku sind die Zustände nach wie vor trostlos. Der Bürgerkampf, der einen mehr passiven Charakter bat, hat zugenommen. Die Tataren vergiften die Früchte und verkaufen sie an die Ar­menier. Ein Ingenieur wurde auf offener Straße am Hellen Tage erstochen. Ein Tatar, der jedoch Redakteur einer armenischen Zeitung ist, wurde gleichfalls ermordet. An eine Wiederaufnahme der Arbeiten ist einstweilen nicht zu denken.

Minister Mitte ist am 18. d. M. int englischen Hafen Plymouth angekommen und nach Cher b our g weiter­gefahren. Gelegentlich eines Konzertes während der lieber» fahrt auf dem deutschen DampferKaiser Wilhelm", nach­dem er auf die Verdienste des Zaren und Roosevelts beim Zustandekommen des Friedens hingewiesen hatte, sagte Witte:

Seit wir die gastlichen Gestade ?lmerikas verlassen haben, fahren wir unter deutscher Flagge und leben auf einem Stück deutschen Bodens. Ich habe nicht nötig, Sie daran zu erinnern, daß der erhabene Leiter dieses Reiches ein warmer Freund des Zaren und des Präsidentett Roosevelt ist. Ich bin daher sicher, meine Damen und Herren, daß ich in Ihrem Sinne handle, wenn ich Sie bitte, sich zu erheben und Kaiser Wil- h e l m II. unsere Ehrfurcht zu erweisen.____________

Kom Krii'qsschauplah

kommt heute folgende überraschende Meldung der offiziösen Petersb. Tel.-Agentur auS Wladiwostok:

Der japanische Ad miralCatoga bat mit den Schiffen

,,Jdz«nu" undSuma" am 12. September Petropaw­ls w s k beschossen. Tie Gfebäubc am Leuchtturm und anders wurden zerstört. Der Feind plünderte die Pulvermagazine, tötete das Vieb und nahm der Bevölkerung die Feuerwaffen fort. Der Bezirkschef flüchtete mit Frauen, Kindern und der Staatskasse in das Innere. Das amerikanische SchiffAustralien", gechartert von der Handels- und Industriegesellschast Kamtschatka, wurde von den Japanern im Hasen genommen. Getötet unb verwundet wurde niemand. Die Häsen A j a n und Ochotsk wurden ebenfalls z e r st ö r t.

AuS Guntschulin wird gemeldet: Der Waffen« still stand ist am Samstag in Kraft getreten. Die Vor­posten sind zirka eine Werft zurückgegangen und haben überall die weiße Flagge gehisst. Rach Abschluß des Waffenstillstandes wird nunmehr täglich ein Expreßverkehr auf der sibirischen Bahn wieder erfolgen.

Der amerikanische Kriegssekretär Taft ist von Po ko« Hama nach San Francisco abgesegelt. Einem Interviewer gegenüber erklärte er, er halte die Tokioter Kundgebung gegen den Frieden für stark übertrieben; er habe dort keine fremdenfeindliche Stimmung gefunden. Bezüglich des Boykotts der amerikanischen Waren durch die Chinesen erklärte Taft, er habe diese Frage genau studiert. Die Chinesen brauchten die amerikanischen Waren und würden, nachdem sie durch den Boykott 15 Millionen Dollars ver­loren hätten, einsehen, daß sie nnr sich selbst schädigen.

Japan bestellte bei der American Bridge Company 7400Tonnen Brückenstahl für staatliche Eisenbahnbauten.

SbavdinaVit'N auf Kriegspfaden?

Die Stockholmer ZeitungDagen" schreibt heute:

Die Meldungen, welche von verschiedenen Selten über Mo* bilisierungsmaß nahmen und Truppenversend- u n g e n in Norwegen kommen, sprechen keine allzu friedliche und brüderliche Sprache. Sollte etwa beabsichtigt werden, die diplomatische Schlußaktion mit einer mUt- torischen zu verbinden? Tie schwedische Negierung muß erwägen^ welche Maßregeln anläßlich der norwegischen kriegerischen Sßer* anstaltungen zu treffen sind/

,Stockholms Tidningen" sagt:

Norwegens kriegerischer Aufmarsch an bet Grenze kann nur al? Ausdruck für den Wunsch erklärt werden, uns bis aufs äußerste auf die Probe zu stellen und uns gegenüber der Gegenwart und der Geschichte zu demütigen. Aber wir müffen auch bedenken, daß wir eine Grenzbevölkerung haben, die in größter Unruhe an der auf der nonveg. Seite befestigten Grenze lebt, welche jetzt mit einem vollständig gerüsteten, zum augenblicklichen Angriff fertigen Heer besetzt ist. Der Zustand auf der schwedischen Seite ist sowohl moralisch, wie militärisch und politisch unhaltbar. Liegt hinter den friedlichen Erklär­ung e u aus K a r l st a d keine Falschheit, so muß die norwegische Mobilisierung binnen kurzer Zeit rückgängig gemacht iverden. Wenn dies nicht geschieht, ist es selbstverständlich, daß die Verhandlungen in Karlstad nicht einen Augenblick fortgesetzt werden können."

Im Gegensatz zu dem gestern von uns wiedergegebenen offiziösen Kommunique aus Karlstad, das eine Einigung zwischen Schweden und Norwegen ankündigte, heben jetzt aufs neue die Kriegsdrohungen an. Einem Zusammengehen steht eben eins immer noch im Wege, und das sind die harten skandinavischen Köpfe. Daß Norwegen gescheit wäre, wenn es nachgäbe, liegt auf der Hand. Dafür spricht schon das gegenseitige. Kräfteverhältnis. Selbst bei der größten Anstrengung hat Norwegen keinerlei Mög­lichkeit, im Ernst auf einen Erfolg gegen Schwe­den zu rechnen. Norwegen ist ein altes Bauernland, Schweden ist Jahrhunderte lang der erste Militär st aat Europas gewesen und noch heute soldatisch gesinnt bis in die Knochen.

Schweden zählt S1/^ Millionen Einwohner und hat ein Heer in Friedensstärke von 41124 Mann, davon 2046 Offiziere, 5269 Mann Kavallerie, 27 440 Infanterie, 4606 Mann Artillerie, 991 Mann Genie und 772 Mann Train. Die Kriegsstärke beläuft sich auf 290 412, der Landsturm auf 200 000 Mann. Dazu kommt die'Flotte. Sie besteht auS folgenden Schiffen: Svea 3100 Tonn? mit 2 Zehn-Zöllern und sieben 5,9-Zöllern, (Sota 3290 Tonn«, einen 8-Zöller

a) Künstler mit Werken freier und angewandter Kunst. Hier ist cs wünschenswert, daß die Kunstwerke soweit wie mög­lich in hessischen WerGätten anSgefÜhri sind.

b) Kunstgewerbetreibende mit Werken, die aus hessi­schen Werkstätten hervorgegangen sind.

c) Händler des Kimstgewerbes mit Werken, die nach Absatz 1 und 2 zugelassen werden.

d) Sonstige Besitzer mit Werken von noch lebenden Künstlern oder solchen, welche seit dem Regierungsantritt des Groß Herzogs Ernst Ludwig gestorben sind.

e) Anstalten mit Werken, die der Förderung der Kirnst, des Knnstgewerbes oder des Kunsthandwerks (Kunstgewerbeschulens dienen.

f) Auf besondere Einladung außerhalb Hessens wohnende Künstler, die hessische Motive behandeln.

Die Versammlung erklärte sich mit den Grundzügen ein­verstanden. lieber die Organisation und die Finanzierung der Aus­stellung berichtete sodann Geh. Kabinettsrat Römheld. Die obengenannten Träger des Unternehmens werden durch ein Orga­nisationskomitee vertreten. Mit dem vorhandenen Fonds können jedenfalls die Anlagekosten gedeckt werden, die Betriebskosten dürften sich aus den Einnahmen, Eintrittsgeldern, Katalogen usw. bezahlt machen. Gebühren von den Ausstellern werden nicht erhoben. Dem zu bildenden Finanzausschuß wird man die Schaffung eines Garantiefonds überlassen. Negierungsrat Dr. Heinrichs-Mainz von der Provinzialdirektion erklärt, daß das Mainzer Künstgewerbe der Ausstellung wohl sympathisch gegenüberstehe, sie aber in Mainz abgehalten zn sehen wünsche.

Gchcimerat Braun betonte, daß man mit äußerster Spar-

samkeit bei der Ausstellung Wirtschaften werde, ähnlich Ivie im Staatshaushalt. Geheimrat Römheld erörtert fcrbamt die Draa* nisation. Außer einem DauptauAchuß werden sich wie bei jeder Ausstellung verschiedene Unterausschüsse bilden. 1. Verwaltungs­stelle mit dem Geschäftsführer an der Spitze, 2. FinanzanSschußk 3. DruanSschuß, 4. RechtSanSschuß, 5. Preß-Ausschuß und 6. Künst- nnd ZulassungSauSschuß. In beit HanptauSschuß werden gewählt! AlS Vertreter des ssftoßherzogs Geheimer KabinettSrat Röm­held, als Vertreter der Regierung Geheimerat Braun, alS Vertreter der Stadt Darmstadt Oberbürgermeister Morneweg. Ferner sollen je einen Vertreter Vorschlägen: die drei hessische« Vrovinzialdirektoren, die Städte Mainz, Darmstadt, Offenbach und Gießen, die Zentralstelle für die Gewerbe, die Handelskammer, die Handwerkskammer, das Landesmuseum, die Bauabteilunq deS Ministeriums, der Künstverein Darmstadt, die Technische Hoch­schule Darmstadt, der Verein der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein, die Künstlerkolonie, die freie Vereinigung Darmstädter Künstler, die Kunstgenossenschaft, die freien Kunstgewerbler, Ge­werbeverein, Presse, Verb'hrsverein, Bank für Handel und In­dustrie und die künstlerische Presse. Die Bildung des Ehren- auSsckmsses und der Einzelaussämsse wird in nächster Sitzung voll­zogen. HauPtgeschäftSfithrer ist OberregierungSrat Dr. Wagner, der auch die hessische Mteilung der deutschen Ausstellung in St. LouiS leitete. Als AuSstellungsplatz kommt ein dem Grpß» Herzog gehörendes Terrain auf der Mathildenhöhe in Betracht wo eine große Halle errichtet wird. Zum Schluß dankte Ober- bürgcrmeister Köhler aus Worms allen Herren, die sich bisher der Sache angenommen haben.