Ausgabe 
16.9.1905 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Samsma L « Gevtemver i»vo

Drittes Blatt.

155. Jahrgang

Nr. 218

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

id

itd\w

-i

giM?

g**0; nein

NFSTLE'8 Kinder, in k।.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sch« Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.7.

Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gieße«.

Erscheint »glich mit Ausnahme deS Sonntags.

DieGiehener Zainilienblätter" werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^hessische Landwirt erscheint monatlich einmal.

16. Ltpttn'b^

, Herber*

maßregeln gegen die gefahren fortzusetzen, welche die Rindcr-Tnberknlnf» dem Manschen verursachen kann."

*0 TL Denn. Stilb, eito uiVerita»-, Berlin O. <

w. Waise, 28 Z. mittig >» blond, Bermog.MM^ rrn,w.a.o.Aeri^^'" 31na.u.filtf,SiNibilb.

aS'rSi »gsa

^^llÄersundevÄ I" bc|plC%(t6 RomW a 0 91. Voll- V

9e§, 1

, ^urStis bet am vornan [«63

&8*4S

Altbewährte Nahrung für Kinder, Kranke,Genesende. Verhütet u.beseitigt;Diarrhoe, Brechdurchfall, Darmkacarrh. s

Kleines JeuisseLon.

Ein Streit im Frankfurter Kunst leben. Aus Frankfurt a M. schreibt man: Eine tief einschneidende präge m unserem Kunstleben hat, ohne daß die Oeffentlichkeit sonderlich mel davon gemerkt hat, zu einem bedenklichen Streite geführt, yandelt es sich doch hier darum, ob wirklich künstlerische Bestrebungen an den starren Paragraphen alter Bestimmungen scheitern sollen. Der ssrcmkiurter Diillionär und Kunstmäzen P f u n g st hat unter andern alänzenden Vermächtnissen auch eine Stiftung von 2 M l 111 o n e n zum Ankauf bedeutender Gemälde und eventuell zur Erb au u n g einer Bildergalerie gemacht und den Magistrat als Voll- sührer seines letzten Willens bestimmt. Nun hat Frankfurt eine Fülle erlesenster Kunstschätze, aber leider verzettelt m verlchiedenen Museen. Wir haben nicht weniger ivie 4 K u n st l n sl l l u l e , die Städtelsche Gemäldegalerie, die Städtische Gemäldesammlung, das Bethmannsche Museum mit seiner weltberühmten Ariadne und das städtische Kunstgewerbemuseum. Alle Institute haben, wie gesagt, jedes einzelne Perlen der Kunst aufzuwersen, aber die fehlende Einheit stört. Der Magistrat hat sich nun «nt dem Städtelschen Kunstmuseum, als den, bedeutendsten Kunstmstrtute in Verbindung gesetzt, um unter Zugrundelegung der Psungst- schen 2 Millionen eine Vereinigung 8U enndghc^n X,eiöer unirbe aber von der Admrnutration des Institute dieses Be- strebeir als den Statuten zuwiderlaufend 5 u r ü ck gewiesen. Und zwar stützte man sich au" einen Paragraphen des Stlftungs- Briefes, der wohl 1793, wo der Stifter zuerst seinTestament aufsetzte, berechtigt erschien, der aber heute von Städel selbst ivohl nie und nimmer mehr aufrecht erhalten werden konnte. Jener Paragraph bestimnite, ganz sachgematz für iene unruhigen Zeiten, daß nie städtische oder staatliche Einflüsse ferner Stiftung geltend sein dürften. Es kann Nickst genug bedauert loerdeii, daß die Koalitionsbestrebungen des Magistrats dem starren Buchstaben weichen müssen. Frankfurt könnte, wenn eme Zen- lralisation aller Kunstinstitute ^-möglich machen lietze, über eine Galerie verfügen, die sich getrost an die Sette ter bedeutens ft en Kunststädte stellen dürste, es wurde aber außerdem über Ankaufsfonds verfügen, wie sie überhaupt feiner otabt Deutsch­lands zur Verfiigung ständen, ungefähr 150000 Mark whilich Ein weiteres tragisches Moment hat aber diese hoffentlich noch nicht endgiltige Entschließung gebracht, nämlich den Weg- zang des Leiters genannten ^nsittuts, des Profestors I u^st t, bet, wie schon berichtet, einen Ruf als Sekretär der Berlmer

Valülsche Tagrssüpiu.

Landzuwachs.

An der Westküste Schleswig-Holsteins schiebt sich das Land immer mehr seewärts; kein anderes Gebiet des Deutschen Reiches wächst in dem Maße wie Holstein. In der zweiten Hälfte deS letzten Jahrhunderts sind nach der ,Köln. Ztg." 8 6 00 Hektar dem Meere abgerungen worden; davon sind 7000 Hektar von festen Seedeichen ein­geschlossen und damit dauernd gegen die Nordseeflnten ge­sichert. 1600 Hektar besitzen noch die niedrigeren Sommer­deiche. 3 000 Menschen ernährt jetzt dieses friedlich er­oberte Gebiet. Im letzten Jahrfünft haben nach den neuesten Vermessungen die Landgewinnungsarbeiten weitere 600 Hektar dem Meere entrissen. Auf diesem früheren Meeresboden sind im ganzen 500 größere und kleinere Gehöfte errichtet worden, und jetzt leben dort im ganzen 3400 Menschen. Tausende Hektare steigen allmählich auS den Fluten; über 6000 Hektar uneingedeichteS Vorland zeigt schon eine feste Grasnarbe und dient als Weide. In einigen Jahrzehnten wird Holstein sich um volle 15 000 Hektar vergrößert haben. Wo einst die wilden Wogen der Nordsee brausten, nährt ein frucht­barer Boden 5- bis 6000 Menschen.

König Eduard

ist auf seiner Reise nach England an seinem Neffen, dem deutschen Kaiser, vorbei gereist, ohne mit ihm zu- sammenzutreffen. Der LondonerDaily Chronicle" bemerkt dazu:

Die Tatsache, daß der König auf seiner Rückreise durch Deutschland auch nicht die kürzeste Zusammenkunft mit dem Kaiser hatte, kann als positiver Beweis dafür gelten, daß die Beziehungen zwischen den beidenMonarchenäußerst gespannt sind. Die Unterlassung ist um so bedeutsamer, als der König ganz nahe bei Homburg vorbeifuhr. Das scharfe Telegramm, das Lord Knollys während der Eittente-Kordialc-Woche (mit Frankreich) an eine Preß-Agentur richtete, dahingehend, daß der König eine Unterredung mit dem Kaiser auf seinem Wege nach Marienbad weder nach gesucht habe noch zu haben beabsichge, machte eine Zusammenkunft auf der Rückreise tatsächlich unmöglich. Die damit klargelegte Situation zeigte aber doch eine persön­liche Entfremdung zwischen Onkel und Neffen an, die beinahe so scharf ist, als die, die beim Tode des Kaisers J-riedrich zwisckwn den Höfen von London und Berlin bestand." Zu dem Verhalten König Eduards könnten vielleicht auch politische Rücksichten auf die französische Empfindlichkei mit beigetragen haben. Sollte es sich wirklich nur um höfische Verstimmungen handeln, so wäre das Unterbleiben einer Zu- sammenkunft am allerwenigsten tragisch zu nehmen.

günstiger gestaltet, daß in Kreisen der Schulmänner sich leb­hafteres Interesse für die Frage gezeigt habe. Die ganz rügend- lichen Schulpflichtigen unter 14 Jahren seien ans "bet Debcttte ganz herauszulassen. Es wurden vier Wen in französischer Sprache von Professor v. Lißt verteilt, von denen die erste fordert, daß für geistig minderwertige Personen, die für , sich selbst, für ihre Umgebung oder für die Gesellschaft gefährlich linb, durch Gesetzgebung Schutzmaßregeln (besondere Ueberwachung, An­stalten ufro.) geschaffen werden sollen. Die zweite These forteri für die geistig minderwertigen Verbrecher^ ob sie nun gefährlich sind oder nicht, ein vermindertes Strafmaß.Meine Thesen", fuhr der Redner fort, ;,haben eine ganz verschiedene Bedeutung. Die erste ist die grundlegende für die ganze Angelegenheit, die zweite will die Differenzen mit der französi­schen Anschauung beseitigen, die dritte und die vierte sind mehr technischer Natur". Der Redner schloß:Das Schwergewicht nach außen liegt darin, daß wir die These 1 möglichst einstimnng cmnehmen und die These 2 möglichst erschöpfend besprechen, bann, werden wir zu einem greifbaren Abschluß gelangen. Ich hoffe, daß dann von den Regierungen vorbereitende Schritte getan wer­den, um in die gesetzgeberische Regelung dieser wichtigen Frage einzutreten. Dadurch wird die soziale Fürsorge einen sehr be­deutenden Schritt vorwärts tun". Diesen Ausführungen folgte lebhafter Beifall. Eine eingehende Erörterung folgte, an der sich Redner von den verschiedenen Nationen beteiligten.

Budapest, 14. Sept. In der heute abgehaltenen Sitzung des internationalen Antialkohol-Kongresses stand das Thema:Erziehung und Schule im Kampfe gegen den Alko- holismns" auf Der Tagesordnung. Die ReferentinMrs. Elliot Yorke-Southampton führte ans, die Schule sei der richtige Platz, das Kind mit den tzlefahren des Alkohols bekannt zu machen, damit es in reiferen Jahren sie recht erfassen könne. Profeffor Hähnel-Bremen crflärte, der Alkoholgenuß der Jugend hindere die Erziehung in Haus und Schule. Schulinspektor Oetvoes- Szolnok schlägt vor, beim Unterricht die Frage des Alkohvlis- mns eingehend zu behandeln. In der Nachmittagssitzung der Irrenärzte sprachen Dr. Gebmeck-Bremen über Abstinenz in den Irrenanstalten, Waldschrnidt-Berlin über den Stand der TrinLv- sürforge in Deutschland: Berzola über die Therapie deS Alko- holisrnus, Mrne. Legrain über die Behandlung der Trinker und Julius Burger-Berlin über die Einsichtslosigkeit der Trinker. .Heute abend wurde für die Kongreßmitglieder von der Hauptstadt eine Soiree veranstaltet.

königl. Kunstakademie annahm, da er sich als ehrlicher Künstler sagen mußte, daß er im weiteren künstlerischen Schaffen stets durch derartige Schlüsse gehemmt sein würde. Der früher glän­zenden Frankfiirter Kunstakademie, wo Männer wie Veit, Schadow, Steinle, Feuerbach, Rethel usw. ihr ganzes Können freubig ein- sctzten, ist durch den § 5a dieses Stiftungsbriefes, wenn er eben nicht weiter freier, dem Modernen angepaßter aufgefaßt wird, ein Hindernis entstanden, so daß die Frankfurter Kunst Verhältnisse trotz der hervorragenden Opfer kunstliebender Bürger stets nur mittelmäßig zu nennen sein werden.

Frau Luise Willig, die auch in Gießen befanntr Heroine des Kgl. Theaters in Wiesbaden, tritt mit dem 1. Ott. in den Verband der Kgl. Schauspiele in Berlin ein.

Karlsruhe, 14. Sept. Nachdem der Heidelberger Schloßverein das Gutachten des Geh. Oberbaurats Eggert-Berlin über die Erhaltung des Otto-Heinrich- baues veröffentlichte, teilt dieKarllsr. Ztg." die wichtigsten bis jetzt vorliegenden Ergebnisse der eingeleiteten amtl. Prüfung des Gutachtens mit. Diese lassen sich dahin zusammenfaffen, daß die statistischen Berechnungen, die die Grundlagen und die Voraussetzungen für die Vorschläge des Gutachtens bilden, in ben wesentlichen Punkten unrichtig sind und damit das n e u c Projekt, wie es vorliegt, unbr au chb ar machen. Das Blatt führt aus, soviel könne schon jetzt gesagt werden, daß es der Regierung kaum möglich sein werde, die Verantwortung für die Folgen zu übernehmen, die aus den Ausführungen der neuen Vorschläge sich ergeben würden.

Hamburg, 14. Sept. In der heutigen Vormittagssitzung der 10. Versammlung der Internationalen Krimina­list i s ch e n V e r e i n i g u n g übernahm LandgerichtSpräsident Dr. Engelen aus Zuetphen (Niederlande) den Vorsitz. Professor von Lißt-Berlin sprach über die Behandlung der vermin­dert Zurechnungsfähigen und wies darauf hin, daß dieses Thema in den frittieren Verhandlungen der deutschen Gruppe der Vereinigung schon mehrfach erörtert worden fei. Auch m Paris sei der Gegenstand von der dortigen eociete des Prisons ebenfalls behandelt worden, dabei hätten sich aber tiefgehende Meinungsverschiedenheiten zwischen den franzö­sischen und d e u t s ch e n I n r i st e n herausgestellt und des­halb sei das Thema aus die heutige Tagesordnung gesetzt worden. Redner drückte die Hoffnung ans, daß die Versammlung trotz der Abwesenheit der Pariser Societe doch zu einem Resultat über die Frage kommen werde. Die Sachlage hätte sich dadurch

Gießen, 16. September 1906.

Sprechstunden der Redaktion:

12-1 Uhr mittags, V.?-1/,« Uhr abends.

** Unverhoffte Erbschaft. Ein junger Mann, der vor Jahren ans Offenbach auöwanderte, war durch Todesfall in seiner Verwandtschaft der Erbe von 36 000 Mark geworden, ohne daß cs gelungen wäre, den Ver- chollencn ausfindig zu machen. Dieser Tage langte nun ein Schreiben von dem vergeblich ^suchten, der m Berlin Laufbursche ist, an, in dem er seine Vcrwmrdten um ein Darlehen von 50 Mark bat. Seine Nebcrraschnng über die daraufhin erfolgte Nachricht, daß er unversehens ein wohlhabender Mann geworden ist, dürfte nicht gering ge* wesen sein! , , ,

Mainz, 14. Sept. Der M ilchh an dler-Ber ein hielt gestern nachmittag imKäibcrhos" eine Versammlung, die von ungefähr 50 Händlern besucht war. Der Vorsitzende, Herr Straub, erklärte, der Vorschlag des Vereins gehe dahin, daß vom 1. Oktober ab der Breis für das Liter gute Vollmilch m! 2 Pfenni g erhö ht werde also auf 22 Pfennig. Natürlich wurde die Erhöhung des Preises nm 2 Pfennig einstimmig genehmigt und dabei bemerkt, wenn Händler vom 1. Oktober ab dennoch zum bisherigen Preise verkaufen, dahin gewirkt werden soll, daß ihnen die Milch von den Produzenten nicht mehr geliefert wird. Das heißt, so bemerkt dazu dasM. Tgbl.', auf gut deutsch: Tie Milchhändler erkennen cs selbst an, daß man die Milch weiter zum seitherigen Preis lteftvn kann und zwar ohne Schaden, denn ans reiner Nächstenliebe legt auch der Milchhändler kein Geld zu. Zumal wir genau wissen, daß viele Milchproduzenten den Preisauffchlag nicht mitmachen. Wir sind nur begierig, wie lange sich noch das Publikum die fortwährenden Preissteigerungen gefallen läßt. Jedenfalls dürften aber die Milchpreise sehr rasch wieder ermäßigt werden, wenn endlich damit Ernst ge­macht wird, aus den reichen Mitteln der Kappfchen Erb­schaft eine städtische Milchversorgungsanstalt einzurichten. . Ä

Frankfurt, 14. Sept. In den Kontorraumen von Speiers SchuhwarenhauS fand vom 11. bis 14. September ein Kongreß deutscher Schuhhändler statt. Man tonferierte über die jetzige Marktlage, setzte die für nächstes Jahr zu führenden Sorten und Farben fest und vergab einen großen Teil deS Bedarfs für das kommende Frühjahr. Eine bekannte deutsche Schuhfabrik, die durch ihren Direktor und ersten Prokuristen vertreten war, bekam dabei mit einer Millionenorder" den Löwenanteil. Die Debatten gestalteten sich, namentlich bei dem PunkteFormen", sehr lebhaft. Die Käuferinnen und Käufer, denen Kollektionen gediegener Sachen zur bequemen Auswahl vorgelegt werden, ahnen wohl nicht, welche Mühe und Arbeit nötig ist, bis die schönsten, besten und zweckmäßigsten Formen herausgefunden sind. Bemerkt sei noch, daß es sich die Schuhhändler-Vereinigung zur Auf- gäbe gemacht hat, nur d eutsch e Schuhwaren in ihren Läden zu führen.

sc. Schwanheim, 14. Sept. Hier wurde die Leiche eines Mannes aus dem Main geländet, der Papiere auf den Namen Peter Herb ich aus Darmstadt bei sich trug . Man vermutet ein Verbrechen, da sich am. Halse Wunden zeigen und der Körper mit Striemen be­deckt ist._______________

* n. lieb^

67**«**

Trennung, Ml äs*

c,e Hi

Kcer und Aiotte.

Journalisten als Offiziere. Eine solche Kom­bination zweier ziemlich heterogener Berufe ist wohl nur in der Schweiz möglich. Die einem Armeekorps bei Bern gegen­übergestellte feindliche 1. Manöverdivision wird von Oberst Eduard Secr^tan, Chefredakteur der Lausanner Ztg., einem Militärschriftsteller und schneidigen Offizier, kommandiert. Sein früherer Berner Korrespondent und Vertreter in der Bundes­hauptstadt, Oberst Regond, führt die dritte Brigade und sein Kollege in der auswärtigen Politik der Gazette de Lausanne, Oberstleutnant Albert Bonnard, das fünfte Regiment. Das vierte kommandiert sein Konkurrent und gelegentlicher Gegner in der Preßfehde, Oberstleutnant Feyler, während Le Journal de Geneve, das im Auslande meist gelesene Blatt der fran­zösischen Schweiz, nur durch einen Hauptmann und einen Oberleutnant vertreten ist. Daß die Disziplin unter diesen beruflichen Gegensätzen der Kommandierenden gelitten hätte, ist nicht bekannt geworden. Auch scheinen die Herren ihre Sache zu verstehen, denn die zwanzig anwesenden fremden Offiziere, darunter Oberst im Generalstab Matthias und

!! UM---1 11

fcSsä? «» Men loionjtl gesucht.

u. 06120 anth

'*

Knaben oon 10 u. i' ci emtin Lehrer ob. Kw! innoe ui Pension zu ati.

mit Preisang«!

06125 a. d. Eich. Änz, al

F Pension

ein 18 jähriges Mädch« S die Älicejchule bejuk in einer guten Familie r hsmen Töchtern, [t. men mit Preisangabe c Nogel, Staben Weitem

\\ M Ostend Morgen Sonntagi chlWß M frei. Eintritt sm »igAbel, Guinberg^iu

Slensiadi.

IMUrtM,

Hauptmann Dickhut auS Berlin, sind voll Anerkennung für das taktische Talent ihrer zeitweiligen Kameraden.

Internationaler Betcrinärkongretz. __

Budapest, 14. Sept.

Der 8. internationale Veterinär-Kongreß wurde durch Erzherzog Joses eröffnet. Zu dem Eröffnungsakte hatte ich auch der ungarische Mmisterpräsident Frhr. v. Fejer- vnrh eingefunden. Zum Präsidenten wurde Ackerbauminister György gewählt, zu Ehrenpräsidenten der Geh. Oberregrer- imgsrat Dr. Lydtin (Baden-Baden) und der Direktor der Veterinärärztlichen Hochschule in Lyon, Arloing.

Die Sektion für Veterinärpolizei faßte zunächst in der Angelegenheit der Viehversicherung folgenden Be- chluß:

Die Versicherung von Rindern, Schweinen. Ziegen und der zum landwirtschästlichen Gebrauch verwendeten Pferde gegen Verluste durch Tod, Unfall oder Notschlachtung ist zur Sicherung des großen Teiles des Volksvermögens, welches in den Hausticrbeständen geborgen ist, zur För­derung der rationellen Zuckt der Haustiere und somit zur Hebung der Landwirtschaft überhaupt, als eine dringliche Ausgabe der landwirtschaftlicyen und tierärztlichen Inter­essenvertretungen und der Staatsregierungen zu erklären. Tie Schlachtviehvcrsicherüng ist eine zum Vollzüge der ge­setzlichen Vorschriften über Fleischbeschau notwendige Ein­richtung. Sie beseitigt bi1' Schwierigkeiten, welche sich bei dem Vollzüge der Flcischbeschaugesctze ergeben, und ver­hütet die Unterschleife."

In der Angelegenheit der Schutzimpfung gegen die Maul- und Klauens buche saßtc der Kongreß folgende Resolution: t ,

Es ist nützlich, daß die Staaten sich gegenseitig durch Telegraph von dem ersten Auftreten der Seuche in ihrem Lande benachrichtigen. In Hinblick auf die sehr inter­essanten Resultate der Schutzimpsung spricht der Kongreß den Wunsch aus, daß die Regierungen das Studium ihrer praktischen Brauchbarkeit fördern möchten."

Die biologische Sektion des Kongresses hat nach ein­gehender Durchberatung erklärt, daß es notwendig sei, daß

die Milch Hygiene, mit einem praktischen Kursus über Milchbakteriologie und polizeiliche MilchkontroUe, als Fach in ben Lehrplan der tierärztlichen Hochschulen aus­genommen wird. Es ist streng daraus zu achten, daß Be­zeichnungen wietuberkuloseftcie Milch, Kindermilch, hygre- gienische Milch usw." nicht zu Rcklamezwecken benützt tmr- oen und daß die Gewinnung folcher Milchsorten an be­stimmte Forderungen geknüpft sei."

Bezüglich der Verfälschung des Fleisches und der Fleischprodukte spricht der Kongreß aus,

daß nur die als unschädlich anerkannten Mittel, zum Beispiel: Salz, Salpeter und Zucker, sowie Räuchern zur Konservierung von Fleisch und Fleischwaren verwendet werden dürfen. Alle anderen Stoffe, welche absichtlich hm- zugesetzt werden, um das betreffende Nahrungsmittel zu konservieren oder zu färben, sind zu verbieten: 1. weil diese mit betrügerischer 'Absicht benutzt werden können, um der Ware ein besseres Aussehen als dasjenige, welches der­selben nach deren Natur gebührt, zu verleihen; 2. weil man feine Sicherheit hat, daß diese nicht gesundheitsschädlich wirken können."

Die pathologische Sektion des Kongresses verhandelte das ThemaDre Gefahren der Rinder-Tuber­kulose für die Menschheit". Der diesbezügliche Be­schlußantrag lautet:

Der Kongreß spricht aus:

1. Daß die Rindes-Tub er kelbazillen ben Menschen in fixieren können; daß beim Menschen Tuberkelbazillen anzutreffen sind, welche dem Rinde sebr gefährlich sein können; daß eine gegenseitige Infektion in gewissen Fällen möglich ist.

2. Daß es wünschenswert ist, weiter zu erforschen, in­wieweit die Geflügel-Tuberkulose eine Gefahr für den Menschen und die Säugetiere bildet.

3. Daß es jedenfalls unentbehrlich ist, die Schutz-