Neues mustergültiges
inmitten herrlicher Gebir&swaldunten.
Badeschrift durch die ßadeverwaitunä..
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Jnhalatonum.
man bei uns doch wohl
Grafen zu, er
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von Biebrich ist ein unbekannte Leiche, die
Bis zum 1. Juni 1905 wovon am genannten 66 223 Bäder wurden
Jahre hindurch in sehr erheblichem Maße zunehmen muß, steht im Interesse der Aufrechterhaltung des europäischen Friedens außer Zweifel.
Totschläger auf die Stirn. Glücklicherweise konnte ich den «Ählag parieren, sonst stände ich heute nicht hier. Zur Gegenwehr schlug ich nunmehr meinerseits m i: meinem Schirm auf den Grafen ein. Die Stirn des
der Fall ist, sogenannte Strafportomarken eingeführt und auf die mit Strafporto belasteten Postsendungen geklebt werden, wodurch jeder Zweifel an der Authentizität derartiger Be- ! aktungsvermerke beseitigt wird. DaS Neichsvostamt hat in einem dem Verbände erteilten Bescheide erklärt, der Einführung besonderer Nachportomarken zur Erhebung der Ge- ulhren für unfrankierte oder unzureichend frankierte Sendungen änden betriebstechnische Schwierigkeiten entgegen, denen egenüber die etwaigen Vorteile nicht ins Gewicht fielen. Es wäre aber wünschenswert, wenn die Angelegenheit noch einmal etwas eingehender geprüft und berücksichtigt werden würde.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag den 4, Juni 1905: Anhaltend heiter und sehr heiß.
Näheres bitrcb die Gießener Wetterkarte.
CoBumbus Cigarre ü S Ptg. unübertroffene Qualitätscigarre, keine Ansstatl»,ng nur Qualität empfiehlt C. Volk, Grünbergerstr. 4, Gieren.
SpHpfan
des Großherzoglichen Kurtheaters Bad-Nauheim.
Direktion Hermann S t e i n q o e t t e r.
Montag den 5. Juni: .Der Raub der Sabinerinnen. Schwan! von Franz und Paul v. Schönthan. Mittwoch den 7. Juni; „Unter vier Augen", Lustspiel von Ludwig Fulda. Hierauf: „In 3ivi(", Schwank von Gustav Kadelburg. Daztl: Balletemlagen von Frl. Emma Datbe, Balletmest'terin vom Erfurter Stadttheater, und Frl. Siicie Dertz, Solotänzerin vom Erfurter Stadt« thearer. Freitag den 9. Juni: „Goldfische", Lustspiel von Franz v. Schönthan und Gustav Kadelburg.
Was in anderen Ländern geht, muß : auch zuwege bringen.
§ Bad-Nauheim, 2. Juni, ind 6985 Kurgäste angekommen, Tage noch 5213 anwesend waren, bis zum 1. Juni abgegeben.
Mainz, 1. Juni. Im Felde Naubinord verübt worden. Die
der bloßen Faust hervorgerufen sein konnte. Es war ein ganz hübsches Loch. (Heiterkeit.) — Bert. Jnstizrat Wronker teilt fest, daß Graf Pückler am gleichen Abend in Berlin in einer Voll'sd^rsammlung gesprochen hat.
Staatsanwalt Reimer Ich. kann cs vom Standpunkt des Angeklagten verstehen, daß er gegen den Grafen erheblich voreingenommen ist. Das darf ihn aber nicht zu einem Benehmen verleiten, wie cs der Ang klagte beobachtet hat. Für den Angeklagten kommt erschwerend in Betracht, daß er eines der ersten Hotels zum Schauplatz seiner Tat benutzte, wo sonst nie derartiges vorgekommen ist. Ich beantrage eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten.
Bert. Justizrat Wronker: Ich möchte über diese Verhandlung als Note schreiben: Was du nicht willst, das man t*ir tu, das füg auch keinem andern zu. Ich bin der Ansicht, daß der Angeklagte schuldig ist, und daß der Schlag des Grafen Pückler ein Akt der Notwehr war. Eine Strafe erscheint mir deshalb am Platze, aber keine Gefängnisstrafe. Die beider: Männer begegnen sich. Beim Zuschlägen ist dem Levy der Schirm aus der .Hand ge- !eilten, und nun griff er zu dem Schlagring. Ich bitte zu bedenken, welches ungeheure Maß von Erbitterung in einem sonst so ruhigen Manne wie Levy vorhanden gewesen sein muh, wenn sie sich so explosiv Luft macht. Er war einfach rasend vor Zorn. Nachdem gewissermaßen vom Gegner des Angeklagten das Fau strecht proklamiert worden ist, dann kann man es dem Angeklagten nicht sonderlich verübeln, wenn er sich einmal hinrechen äßt. Ich halte eine Geldstrafe für ausreichend.
Das Gericht fällte folgendes Urteil: Es ist erwiesen, daß der Angeklagte in ganz ungualifizierbarer Weise sich gegenüber dem Grafen benommen hat, der ihm keine Veranlassung dazu gegeben hat. Er hat auch einen Schlagring benutzt. Das ist roh und brutal, weshalb dem Angeklagten mildernde Umstände nicht zugebilligt werden konnten, zumal er die Benutzung des Schlagringes auch in der Verhandlung noch geleugnet hat. Der Gerichtshof hielt deshalb eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten für angemessen.
Kcer nnb Klette.
— Die Kosten der Flotten. Ein englischerParla- /nentsbericht berechnet die Ausgaben für die Flotten der sechs größten Seemächte in folgender Weise:
Aus Stad! und Kanö.
Gießen, 3. Juni 1905.
- Zur Wahlrechts-Vorlage. Die Verfassungskämpfe beginnen. Nach der „Mainzer Volksztg." bringt die sozialdemokratische Fraktion im hessischen Landtag den Antrag auf Abänderung der hessischen Versassungs- urkunde und Abschaffung der Ersten Ständekammer ein. Nachdem die Erste Kammer den Wunsch nach bedeutender Erweiterung ihrer Befugnisse in Form eines Initiativantrages geäußert hat, nimmt sich diese schroffe Antwort der Sozialdemokraten als ein derber, aber nicht ganz unberechtigter parlamentarischer Scherz aus. Jedenfalls aber verschlechtern sich durch derartigen Schroffheiten auf beiden Seiten die Aussichten für die Wahlrechts-Vorlage leider sehr wesentlich.
Feuerwehrfest. An den Gesamtchören der vereinigten Gesangvereine werden, so schreibt man uns, sich be- teiltgen: Bäuerische Gesangverein, Bürgergescllschaft, Gemütlichkeit, Harmonie, Heiterkeit. Konkordia, Licdcrkranz, Maschinenbauer-Gesangverein, Sängerchoc des Turnvereins, Sängerkranz. Nur ein Verein steht noch mit seiner Zusage aus. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich ist, beginnen die Proben bereits am nächsten Montag und Mittwoch. Es steht außer Zweifel, daß aus allen Vereinen eine starke Beteiligung zu verzeichnen sein wird. Auch Freunde des Gesanges, wenn sie auch keinem Gesangverein als Mitglied angehören, werden gern willkommen geheißen.
*• Strafportomarken. Der Verband der Vereine Hreditreforrn e. V. in Leipzig hat an das ReichSpostamt eine Eingabe gerichtet, in welcher die Einführung von Strafportomarken angeregt wird für solche Postsendungen, die nicht genügend frankiert sind. Zurzeit wird bekanntlich die der Höhe des Strafportos entsp"echende Zahl nur mit Blaustift auf den Postsendungen verzeichnet. Aus derartigen Blaustiftnotizen ist niemals zu erkennen, ob sie wirklich von der Post oder von sonst jemand herrühren. Es erscheint deshalb zweckmäßig, daß auch bei der deutschen Neichspost, ähnlich wie es in der Schweiz, den Niederlanden und Oesterreich-Ungarn
Herichtslaal.
R B Darmstadt, 2. Juni. Die diesmalige Schwur» aer ichtsveri ode wird sich iltti Ganzen mit zehn Straftaten zu beschäftig'^ Wen, darunter eine Brandstiftung, ein Kindesnwvo, ein TotschLagsversuck, Mer Sittlichkettsperbrechen, drei Meineid^fälle usw. Heute standen zwei Dienstmädchen vor den Schranken, das eine wogen Meineids, das andere wegen Du- desmards. Die Anna M^r.e Höfer in Grast-Gerau soll in einem früheren Prozeß mit ihrer Herrschaft beschworen haben, für eine Schürze nur 1 Mark erhalten zu haben, während sie tatsächlich 4 Mark erhielt. Da die Angeklagte vor dem Richter den Eindruck geistiger Minderwerllgkeit mackste, wurde auf Antrag ihres Verteidigers, Justizrat Langenbach, beschlasstn em Gutachten W K^sarsundbestsamts Är ihren Geisteszustand einznholen und die Verhandlung einstweilen, zu vertagen. — Die zweite Anklage auf Kin destö tu n g. richtete jtd) ^egett die 1887 gobvrone Dienstmagd Karottne Wllhelmme Boch aus Neckarl>in^ch. Sie war geständig, ibr anfangs Mat geborenes uneheliches Kind sofort nach der Geburt getötet zu haben und zwar vorsätzlich: die Angeklagte freute ttef und gab an, daß die Tat aus Verzweiflung geschehen set. Die Geschorenen billigten der Bach mildernde Umstände zu, worauf sie zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Dte Verhandlung fand unter Ausschluß der OcffeMlichkeit statt.
IL" yanshaltungsgdd spart
Grafen blutete.
Vors.: Es wird behauptet, daß Sie angefangen haben. Ferner, daß Sie mit einem Schlagring geschlagen haben.
Angekl.: Das ist ein Märchen.
Vors.: Führen Sie einen Schlagring mit sich?
Angekl.: Ja, um mich auf meinen Reisen int Ausland gegen einen etwaigen Ueberfall wehren zu können.
Es wird nunmehr in die Zeugenvernehmung eingetreten. Das Hotelpersonal — Geschäftsführer, Kellner, Portier, Fahrstuhlführer usw. — bekundet übereinstimmend, daß der Angeklagte der Angreifer gewesen ist und bei der Schlägerei einen Schlagring benutzt hat.
Angekl.: Ich habe meinen Schlagring nicht benutzt.
Graf Pückler als Zeuge erklärt, der Angeklagte sei ihm durch sein merkwürdiges Benehmen ausgefallen. Ich, so führt Graf Pückler fort, dachte mir gleich: dieser Mann ist nicht ganz sicher. Auf einmal kommt der Levy aus mich zu und droht mir mit dem Schirm. Ich hielt ilstt zuerst für einen Spaßmacher, der wohl nicht ganz normal ist. ((Heiterkeit.) Als es mir schließlich zu bunt wurde, sagte ich mir, den Kerl müßte man ein bißchen diirchhauen. (Erneute Heiterkeit.) Ich sagte: Was wollen Sie denn eigentlich von mir? In diesem Moment bekam ich auch schon einen Schlag auf die Stirn, und zwar mit der Faust. Vors.: Haben Sie gesehen, daß der Angeklagte mit einem Schlagring zuschlug? Graf Pückler: Nein, aber ich fühlte einen starken Schmerz, der nicht durch einen Schlag mit
chon mehrere Tage im Freien gelegen haben muß, wurde von Arbeitern entdeckt. Der Mörder ist unbekannt. Ter Staatsanwalt hat eine hohe Belohnung ausgesetzt. Der Ermordete ist anscheinend ein Kroate. Seine Hose ist mit Ocl befleckt.
* Kleine Mitte'lnua^n aus Hessen und den Nachbarstaaten. Ein 19 jähriges Dienstmädchen in Gernsheim goß Spiritus in einen brennenden Kocher. Dabei erplodierke die P e t r o l e n m k a n » e, und das Mädchen erlitt so chwere Brandwunden, daß es unter schrecklichen Schmerzen st a r b. — Der in der Dortelweilerstraße m Frankfurt wobnende 40 Jahre alte Fuhrunternehmer Jakob May machte seinem Leben durch Erhängen ein Ende, nachdem ihn der Vater eines 10 jährigen Mäd- chens, an dem May ein Stttliebkeitsverbrechen begangen hatte, zur Anzeige'gebracht hatte. May hatte dem Manne 1000 Mark Schweigegeld geboten.
Der Prozeß Pücklcr-Levy.
(Nachdruck verboten.) S. u. H. Berlin,?. Juni.
Vor der 3. Strafkammer des Landgerichts I ^gelangte heute die gegen den Juwelenhändler Levv aus Frauk- urt a. M. von der Staatsanwaltschaft erhobene Anklage wegen Körperverletzung zur Verhandlung. Es bandelt sich um den bekannten Vorgang, der sich am Ende vorigen Jahres im Hotel de Rome in Berlin zwischen ihm und dem Grafen Pückler zutrug.
Levy äußerte sich wie folgt: Ich kam Anfang November 1901 nach Berlin und stieg im Hotel de Nonie ab. Ich ließ mir die Fremdenliste geben. Dabei las ich auch den Namen des Grafen Pückler. Auf meine Fragen bestätigte man mir, daß das der bekannte antisemitische Agitator sei.
Ich fühlte mich dadurch beleidigt, daß ich gezwungen war, mit dem Grafen unter einem Dache zu schlafen. Mein religiöses Gefühl war dadurch aufs tiefste verletzt. Am Nachmittag saß ich im Schreibzimmer. Während ich schrieb, vernachm ich einen furchtbaren Spektakel. Beim Umdrehen sah ich einen Mann, der die Zeitungen aus allen Fächern herausnahm, dann wieder hinein tat und dabei laut pfiff. Man sagte mir, das sei Graf Pückler. Auf den Straßen und auch in den Restaurants Berlins wurden damals Flugblätter verteilt, des Inhalts: 1. W e r e i n e n
In den totschlägt, bekommt einen Taler. § 2. Wer zwei Juden totjchlägt, bekommt zwei Taler usw." In Verfolg.dieser Flugblätter liefen täglich im Hotel Postkarten ein: „Herr Graf, ich habe einen Juden verhauen, schicken Sie mir einen Taler." Eine andere Karte lautete: „Jtzch habe einen von der krumm- i)einigen Rasse in den Bauch getreten, schicken Sie mir 3 Mark." Das reizte mich natürlich. Für uns üddeutsche Inden ist es unbegreiflich, wie die Berliner Juden sich die Pückler-Schmach gefallen lassen. Ich bin kein engherziger Mensch. Ich habe int Kriege Hunderten christlicher Soldaten die Wunden verbunden. Das war einfach Menschenpslicht. Am dritten Tage meines Aufenthaltes in Berlin saß ich im Wintergarten des Hotels. In dem nur durch eine Scheibe getrennten Speisesaal saß Gra Pückler, der mit einem sogen. Totschläger allerlei Hallueinationen machte. Ich wollte einem Zusammenstöße aus dem Wege gehen und beabsichtigte, den Wintergarten zu verlassen. Man lachte mir höhnisch nach, und zwar gerade von der Seite aus, wo Graf Pückler stand. Dadurch wurde ich noch aufgeregter. Inzwischen war aber Gra Pückler auch schon in den Wintergarten gekommen. In der Hand hatte er einen Totschläger, den er hochhob. Dabei sagte er: „Ju d e, wenn du was willst, komm heraus, ich schlage dich tot." Ich trat auf den schlug mich in diesem Moment mit seinem j f bie Stirn. Glücklicherweise konnte ich
• Berlin, 2. Juni. Als der Kronprinz heute mittag auf dem Kurfürstendamm mit seinem Automobil nach Berlin fuhr, stieß er mit einem von einem Arbeiter gezogenen Handwagen zusammen. Der Handwagen ging in Trümmer, der Arbeiter wurde an einer Haud verletzt. — Heute vormittag überfuhr das kaiserliche Begleit-Automobil auf der Strecke zwischen dem großen und kleinen Stern einen Gemüsewa gen. Das Pferd wurde chwer verletzt, der Wagen zertrünimert und zwei auf dem ^lutschbock sitzende Frauen gegen die Bordschwelle geschleudert. Die Insassen des Automobils, mehrere Offiziere, stiegen sofort ob und bemühten sich um die Verletzten, die nach der nächsten Unfallstation gebracht wurden. Die Verletzungen sollen nur leichter Natur sein.
• Durban (Natal), 2. Juni. Mittwoch nacht wütete in dec ganzen Kolonie ein heftiger Sturm, der großen Schaden anrichtete. In Pinetown ist das Wasserreservoir geborsten. Ungefähr 200 Indier und Eingeborene sind umgeko m m e n. Die Verbindungen sind unterbrochen. Dec Postzug von Johannesburg mußte dreizehn Stunden südlich von Esteourt liegen bleiben. Bei Umzinto ist das schwedische Schiff „Trichera" wrack geworden; neun Mann der Besatzung einschließlich des Kapitäns sind itmgefommen.
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Denn da? wird in konservativen Kreisen selbst als nicht erwünscht betrachtet, daß das Herrenhaus in diesem Falle ernstliche Schwierigkeiten macht und dadurcki einen Konflikt zwischen der Rechten und der Regierung herbeiführt. Die Konservativen erklären, die Vorlage in der Kommission eingehend und sachlich beraten zu wollen. Nach mehrstündiger Debatte wurde sie dieser überwiesen. Das gleiche Schicksal hatte der Antrag Gamp über die zeitweilige MutungSsperre.
Knli'and in Sturm und Drana
Ein im AuSlande verbreitetes Gerücht, her Zar sei e r- jhorbet worden, ist, wie die PeterSb. Tel.-Ag. der Welt verkündet, gänzlich u n b e g r ü n d e t.
Nach einer Mitteilung deS MinisierittmS des Auswärtigen richtete dasselbe kein Rundschreiben über die Einberufung einer Volksvertretung.
Seit gestern früh befinden sich mehrere Fabriken in verschiedenen Stadtvierteln Petersburgs im Ausstand, so die Waggon-Bauanstalt, wo Kosaken die angesammelten Arbeiter mit Nagaiken auSeinandertrieben, die Putilowwerke, wo Kosaken und Infanterie bereit stehen, und die niechanische Fabrik Glebow, wo 150 Kosaken postiert sind. Ernstere Zusammenstöße sind bisher nicht vorgekommen.
In Warschau verfolgten Geheimagenten zwei junge £eute und feuerten auf sie, wobei mehrere Personen verwundet wurden. Die Verfolgten entkamen.
Die Bewegung unter den Arbeitern in den Fabriken von Lodz nimmt einen deutsch-feindlichen Charakter an. Die Arbeiter fordern die Entlastung der deutschen Werksührer. Werden ihre Forderungen nicht erfüllt, so drohen sie die Fabriken zu demolieren.
Bei der Moskauer Pforte soll es zu einem Zusammenstöße großer Arbeitermaffen mit starken Truppenabteilungen gekommen sein.
Seit über einer Woche werden in der kaukasischen Stadt Rachichtschewan im Gouvernement Eriwan und den benachbarten Dörfern die Armenier von den Tartaren aus- geplündert und ermordet. Die Angriffe der Tartaren sind förmlich organisiert. Die Zahl der Verwundeten und Getöteten ist sehr groß. Dörfer und Kirchen werden von den Tartaren ausgeplündert und die ihnen entgegentretenden Priester ermordet. Die Armenier haben keine Waffen, um sich zu verteidigen; auch fehlt es an Soldaten und Polizei, um die Bevölkerung zu schützen.
In Pariser russischen Kreisen ist „man' der Ansicht, daß die russische Dynastie mehr und ni"hr dem Schicksal einer Maria Stuart oder der Bottrbonen entgegengehe. „Man^ befürchtet jedoch, vorher werde Rußland noch durch eine politische Aktion aus dem Balkan oder in China:c. einen europäischen Krieg heraufbeschwören. (Dieses „man" ist offenbar ein lächerlicher Pariser Zeilenreporter. D. Red.)
1890
1903
1904
England
Lstr.
17 042 182
38 970 560
40 827 850
Frankreich
w
8 125 929
12 538 861
12 513 143
Rußland
e
4 268 208
12 349 567
12 072 381
Deutschland
«
3 938 869
10 252 014
10 567 342
Japan
9
1 142 452
2 848 397
—
Amerika
4 627 203
16 824 058
20 180 310
Daß diese Vergrößerung der Flotten noch
fortwährend


