Ausgabe 
15.9.1905 Zweites Blatt
 
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irr. »17

General-Anzeiger, Amts- md Anzeigedlatt für den Kreis Gießen

Anfangs- u. Schlnßkurse.

la-

verloren.

Tendenz: ruhig.

Telephon 407. 4650

Marktplatz 11 am Kriegerdenkmal

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Ceft. Kredit. Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Gus; . Harpener Bergbau

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etfdfrttnl SßNch mit Ausnahme bet Sonntags.

®teGießener LamMendlätter** werden dem Nnzeiger viermal wöchentlich betgelegt. Der Canöwllt* erscheint monatlich einmal

Inzeigers, l

ä Verkäuferin \ |

Verein

nesung bietet, niederzulegen.

Das würde nicht nur von der freisinnigen Volkspartei, keren unermüdlicher und energievoller Führer Richter Jahr­zehnte hindurch gewesen ist, sondern auch von den meisten politischen Parteien bedauert werden, und zwar von den letzteren um deswillen, weil im Vordergründe des Interesses

für alle ^iletten-Z wecke! zollfrei!

Muster au Jedermann 1

Nur direkt v. Seideufabrkt. Henneberg. Zürich

men. ,

-chnitl. Meldungen unlec^ den M. An.z. erbeten.

Dnrve ^tärs-Älichrrchten.

Marburg, 14. Sept. Geh. Justizrat Pros. Schollmeyer in Berliu ist zum Nachfolger des abtretenden Kurators der hiesigen llniversttät Geb. Oberregiernngsrats Steinmetz mrSerssben.

Rotati cm Strruck und Verlag der Srühl'sch« UnwersitülSdruckercl £FL Laag«. Gieße».

Redaktion, Txveditton u. Druckerei! Schulstr. ff.

Tel Nr. 6L Letegr.-Ädr. i Anzeiger

Politische Tagesschau.

Der Abg. Eugen Richter, so meldet uns heute dasD.-B. Hd." aus Berlin, soll, wie verlautet, sich entschlosien haben, mit Beginn der neuen Parlaments-Campagne sein Mandat infolge seiner schweren llugenerkrankung, die wenig Hoffnung auf Ge-

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Ähren, Gold- nnd Silberwaren

Vom Deutschen Anwaltstage.

In Hannover begannen am 13. September die Ver­handlungen des 17. Deutschen Anwaltstages. lieber die Ruhegehalts-, Witwen- und Waisenkasse, die bereits die beiden vorhergehenden AnwaltStage beschäftigt hatte, referierte Justizrat Elze-Halle. Eine Kommission hatte olgenden Antrag ausgearbeitet:

Der 17. deutsche Auwaltstag in Hannover ersucht den Vor­stand der Hiliskasse für deutsche Rechtsanwälte, in einer einzu- beruhenden Generalversammlung derselben die Gründung einer aui freiwistigem Beitritt beruhenden allgemeinen Ruhegehalts-, Witwen- und Waisenkasse für deutsche Rechtsanwälte nach dem von dem Arbeitsausschuß vorgelegten Sahungsentwuri, und ferner in Autraa zu bringen, daß der von der Hilfskasie angesanimelte Kapitnl- grundstöck dieser Versicherungskasse ganz oder zum Teil überwiesen wird/

Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen.

Ferner wurden noch zwei Anträge von Bedeutung an­genommen: einmal, daß die bei den Amtsgerichten zu- gelasienen Anwälte auch beim Landgericht zugelassen werden sollen, und daß zweitens Prozeßagenten (Winkel­konsulenten) nur dort sollen zugelassen werden dürfen, wo daZ Vertretungsbedürfnis nicht durch Anwälte gedeckt ist.

Beide Anträge entsprechen sowohl dem Jnteresie der Allgemeinheit wie dem der Anwaltschaft, denn wenn ihnen von der Regierung stattgegeben wird, so wird die Verteilung der Anwälte gleichmäßiger werden; es werden nicht mehr, wie das bei uns in Oberhessen der Fall ist, bei größeren Landgerichten zu viel und bei den kleineren Amtsgerichten gar keine Anwälte vorhanden sein. Der gegenwärtige Zustand stammt daher, daß ein Anwalt beim kleinen Amtsgericht sich nicht ernähren kann. Wird er beim Landgericht zugelassen und ist er zugleich vor der Konkurrenz der Prozeßagenten sicher, so wird er sich ausreichend erhalten können und braucht sich nicht auf gutes Glück an einem Landgerichtsorte nieder­zulassen. Der den Landgerichtsanwälten durch die Simultan­zulassung der AmtSgerichtSkotlegen erwachsende Nachteil wird wohl durch den geringeren Zudrang zu den Landgerichtsoiten ausgeglichen werden.

Künde' ntth Vertret. Volkswirt sÄaft.

Berliner Börse vom 14. September 1905.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießern) Privat-Diskont 2/8 Prozent.

Brauer-Äkataie Ö 18. Oktober 1905

Worms Sc R Prospekte durch E. Ehrich.

Für Placierung der Absolventen ist man bemüht ss/.

Haltet-

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junge Frau empM ff? igeln in "nd außerdem^ Näheres Marburgerstr. M.

Wieseck.

r.wj ücttil* Öodji bap . nbrinuS iviederhalt.

Stille MeLTt»

Videant consuBes.

Man schreibt uns:

Am nächsten Montag tritt, wie wir berichteten, der Finanzausschuß der ersten hessischen Kammer plsammen zur Beratung des Gemeindeumlagen- ^esetzes. Weder Exz. Rothe noch Exz. Gnauth haben istsache, besorgt zu sein um den Ausgang der Schluß- tagung dieses Landtages. Wie sich dessen Ausgang aber Herr von Hehl denkt, verrät uns seine X. ?).-Korrespon- denz. Die erste Kammer wird auch in der Frage des Ge- memdesteuergesetzesder Rettungsanker" sein, der uns schon vor demgefährlichen Experiment des Wahlgesetzes be­wahrt hat. Das Prophezeien ist immer eine mißliche Sache, besonders aber in politischen Dingen, wo e? fastimmer anders kommt". Wenn daS Wahlgesetz scheitert (und das muß freilich angenommen werden), so hat diese Helden­tat zu verzeichnen die Gegnerschaft gegen eine moderne, auf» wärtsstrebendc Entwicklung, die wir innerhalb jener Gruppe von reaktionären Nationalliberalen und extremen Agrariern finden. Welchen Grad von Einfluß aber Herr von Hehl tatsächlich in Darmstadt hat, weiß man seit dem Zwischen-

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neuen WaschmaschineWeltwunder". .

Infolge ihrer überaus einfachen Handhabung dürste die Ma schiue bald für jeden Haushalt ein beliebtes HauSgerät werden, zuntal der Preis von vornherein auf großen Umsatz bereckmet und deshalb ein sehr niedriger ist. In Anbetracht der Mühe uno Plage, welche unsere Hausfrauen beim Waschfeste ertragen müssen, kommt diese Neuheit gerade zur rechten Zeit. ES sei deshalb an dieser Stelle nochmals aui obige Ve> anstaliung verwiesen.4773

*

Die bevorstehende Reichstags-Ersahwahl in Eisenach

' triib nicht leichte Kämpfe bringen, da es auch diesmal sicher- »lich wieder vier bürgerliche Kandid^aturen geben biTb. Die Freisinnigen haben den WahMeis vvn 1890 bis 1903 ununterbrochen in ihrem Besitze gehabt. Auch die Antisemiten werden kaum auf eine eigene Kandidatur verzichten wollen, denn sie haben sowohl 1898 ime 1903 jxt über 2000 Stimnren erhalten. Auch das Zentrum, das : Lei den letzten Wahlen mit 1313 Stimmen eure verhältnis- viäßig hohe Stimmenziffer erhalten hatte, wird wohl wieder einen Kandidaten aufstellen. . r

Die Nationalliberalen haben soeben, wre Herold meldet, für die zum 17. November anberaumte Wahl den Anosessor Fl ex als Kandidaten aufgestellt. Herr Flex ist in ganz Thüringen eine bekannte uno beliebte, wenn auch teälicswegs besonders starke Persönlichkeit. Der Wahlkreis Eüsenach zahU nur 23 000 Wahlberechtigte.

£ mer für die Vorlage gestimmt haben, daß sich der I hessische Handelskammertag mit der Vorlage ein- I verstanden erklärt hat, daß auch der Landes- k gewerbeverein im großen ganzen den Entwurf gut- | hieß, wird die erste Kammer doch gewiß ebenso zu beachten haben, wie die Spannung, welche der famose Initiativ­antrag auf Erweiterung der Budgetrechte der ersten Kammer geschaffen hat. Wir glauben auch nicht, daß sich die Groß­grundbesitzer der ersten Kammer dem Odium aus- scheu wollen, nur darum gegen die Gnauthsche Vorlage zu sein, weil sie ihnen die Möglichkeit benimmt, ihre auf cmßerhessischem Besitz lastenden Schulden auf die hessische Siondesherrschast abzuwälzen, um so in Hessen fast steuer-

;t«biamer,jimgttverl).'J)to 1 pn Mort oder später ueusposte»(Kasf,H« ). Kaution tann ge|t. to. St-

u. 06098 on Q, Oltr

>abe einen tücht.Schweiztt7 n.ausWeihn.abzug. Ichte pflegt 40-50 et. 8^,^; m großen Sohn Schn M er 08099 an den Gieß.Ach.

6110' Weiteres, \)djen fud)t ans 1. ii» le Stetig, flat),

Lohne und..

föt ein l elt,ungen be Lfle!Uc^ l O^ottar m §QU§me'lie I

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fall Gnauth-Heyl.

Anders freilich liegt die Sache hinsichtlich der Gemeinde- flnicrreform, wiewvhl Exzellenz Gnauth den Dingen, die da kommen werden, mit aller Ruhe entgegensehen dürfte. Man sagt, der Regierungsvorlage habe esebenso an gründ­licher Vertiefung bei den Vorarbeiten, als auch an Gründ- liajtcit bei den Beratungen in der zweiten Kammer" gefehlt. Mn habe angeblich erkannt,daß die Vorlage für die landwirtschaftlichen Interessen eine schwere (Schädigung bedeute" und auch die Detaillisten, ime die Handwerker hätten sich in starker Oppo- _____ , | sition gegen das Gesetz gewandt. Wir vermögen nicht zu glauben, daß sich die erste Kammer in diesen Punkten nts die Autorität des Herrn von Hehl zu stützen bereit sein wird. Schon das von der Regierung vorgelegte Material

D'A______________________________________________

veranstaltet am Samstag die hiesige bestrenommierte, Firma «rüder Lchmidt, zivecks praktischer Vorsübrnng einer äußerst zweckmäßigen

Henneberg-Seide ?. 95 Pf. »n

Zweites Blatt. 1FF. Jahrgang Freitag 15. September 1905

Giehener Anzeiger

Ate Kyolera.

Der preuß.Staatsanz." meldet: Vom 13. bis zum 14. September wurden neun choleraverdächtige Erkrankungen und zwei Todesfälle an asiatischer Cholera im preußischen Staate amtlich gemeldet. Von den Neuerkrankungen ent' fallen auf die Kreise Preußisch-Stargard 1, Marienwerder 2, Wongrowitz 1, Schubin 8, Bromberg-Land 1, Kolmar 1. Von den bisher gemeldeten Erkrankungen stellten sich fünf, darunter eine tödliche, die einen in Thorn au5 Posen tot angekommenen Eisenbahnzugführer betraf, nicht als Cholera heraus. Die Gesamtzahl der Cholerafälle beträgt bis jetzt 183, von denen 6 6 tödlich endigten.

Nach denN. Westpreuß. Mittln." wurde bei einem Fischer in Jesewitz Cholera festgestellt, ebenso bei einem Kinde in Stich (Kreis Flatow) und bei einer als erkrankt gemel­deten Person in Graudenz. Unter choleraverdächtigen Er­scheinungen ist in Skietz (Kreis Flatow) ein Besitzer, in Kamin, ebenfalls Kreis Flatow, ein Arbeiter gestorben; in Weißenberg (Kreis Stuhm) ist ein Bühnenarbeiter unter Choleraverdacht erkrankt.

Infolge choleraverdächtiger Erkrankungen sind in der Provinz Posen gestorben: Eine Frau in Margonin, ein Arbeiter in Wongrowitz. eine Frau und deren Tochter in Labischin. In Labischin sind eine Arbeiterin und ein Schiffs­gehilfe unter choleraverdächtigen Erscheinungen erkrankt. Bei einer in Usch verstorbenen Arbeiterwitwe ist Cholera fest- gestellt worden.

Ein cholerakrank gewesenes, aus Fürstenberg auf der Oder nach Breslau gekommenes Schifferkind ist zwecks weiterer Beobachtung im Krankenhause untergebracht worden.

Die endgültige bakteriologische Untersuchung im hygieni­schen Institute der mecklenburgischen LandeSttnioersität Rostock ergab, daß die am 11. September in Dömitz verstorbene Arbeiterfrau an asiatischer Cholera gestorben ist.

In Berlin ist wieder ein Tischler unter choleraver­dächtigen Erscheinungen nach dem Krankenhause Moabit ge­bracht und in die Cholera-Baracke eingeliefert worden.

In Podgorze (Galizien) sind zwei Schüler des Staats-Gymnasiums unter choleraverdächtigen Erscheinungen erkrankt. __________________ ______

Das Erdb^en^ in Süditalien.

Rom, 14. Sept. Das Zentral-Bureau für Meteoro­logie und Geodynamik teilt mit, daß vormittags 10 Uhr 10 Min. ein neuer, ziemlich starker Erdstoß in Radicena, Messina, Reggio di Calabria und Minco verspürt und von allen Beobachtungsstationen Italiens gemeldet wurde. Ein anderer, ziemlich starker Stoß wurde 12 Uhr 33 Min. aus Reggio di Calabria gemeldet.

Der König durchfuhr in Begleitung des Ministers Ferraris die ganze Umgegend von Cosenza im Automobil.

Sechs Berliner Bankfirmen, Deutsche Bank, S. Bleich- röder, Dresdner Bank, Diskonto-Gesellschaft, Berliner Handels­gesellschaft und Bank für Handel und Industrie, überreichten dem italienischen Geschäftsträger Checks über je 20 000 Lire für die Opfer der Erdbebenkatastrophe.

Die Ueberreichung dieser Spende geschah gestern durch einen Chef des Hauses S. Bleichröder bei der italienischen Botschaft in Berlin. Die Nachricht hierüber rief hier ein all­gemein lebhaftes Dankgefühl hervor.

Die Stadtverordneten Berlins bewilligten ein­stimmig 10000 Mk. sür die,Opfer des Erdbebens.

Eii e ergreifende Schilderung der kalabre- fischen Erdbebenkatastrophe bringt der Mailänder

Corrtere della Sera" aus der Feder eines Bürgers von Parghella, der auf wunderbare Weise gerettet worden ist: Wir waren", so schreibt der Mann,seit etwa zehn Tagen in ?lufregung wegen des unterirdischen Getöses des Strom­boli, das sich immer stärker hören ließ. Nach und nach hatten wir uns aber beruhigt, und in der Nacht der Kata­strophe dachten wir nicht daran, daß irgend etwas Schlim­mes passieren könnte. In der Stadt waren nur wenig Leute zurückgeblieben, da fast die Hälfte der Bevölkerung wegen 0cr Feigenernte, die in dieser Jahreszeit stattfindet, aufS Land gegangen war. Es toaren dafür aber aus der Umgegend Leute in'die Stadt gekommen, da in diesen Tagen der große Jahr­markt stattfinden sollte. Meine Frau und ich waren gegen lOi/z Uhr in dem kleinen Häuschen, das unser Eigentrnn war, zur Ruhe gegangen. Die Nacht war außerordentlich warm, und wir mußten wegen der überall aufiteigenden Schwefeldunste die Fenster offen halten. Gegen 2 Uhr nachts wachte ich plötzlich auf; c5 war mir, als ob mir ein schwerer Gegenstand die Brust zusammenpreßte. Ich schrieb meine Unruhe der unerträglichen Hitze zu und suchte wieder einzu- schlafen; es schien mir zwar, als ob ein Bild des heiligen FraneeSco, das sich am Fußende meines Bettes befand, hin und her schwankte, aber ich maß der Sache keine Bedeutung bei. Ich lag schon wieder im Halbschlummer, als ein Krachen wie von tausend zu gleicher Zeit hereinbrechenden Donnern mich aus dem Bette warf, während ein Regen von Wand­kalk mir den Mund verstopfte und die Augen verschloß. Noch sehe ich die in der Mitte glatt auseinandergeriffene Wand vor mir: sie wankte ein wenig und brach dann, ein Stück der Decke mit sich reißend, mit Gepolter zusammen. Meine Fratt lag zwischen den Trümmern deS Bettes und eines schweren Tisches 'und schrie und krümmte sich vor Schmerz und Angst. Wie ich die Treppe erreichen konnte, rote ich, fortwährend von den nachslürzenden Mauertrümmern be­droht, schließlich in den Garten gelangte, das weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, daß ich zitternd und frierend in meinem Nachthemd unter einem Baume lag und bei jedem neuen Erdstoß vor Aufregung' zu beben begann. Ich zahlte 27 Stöße und hielt mir die Ohren zu, um nicht das Ver­zweiflungsgeschrei der sterbenden Frauen und das Jammern der von ihren Mutter verlaßenen Kinder zu hören. Ich hatte nur einen Gedanken: rasch zum Bahnhof. Ich schritt über Trümmerhaufen hinweg, aus denen hier und da sich hilfeflehend ein Arm emporstreckte; formlose Reste von Möbeln und Hausgerät lagen zwischen den Steinen, die von allen Seiten vor mir, hinter mir, zu meinen Seiten her­niedersausten; ich wurde von einem Strom von halbnackten, zerzausten Männern und Frauen, die sich gegenseitig buch­stäblich mit Füßen traten, mit fortgerißen. Jammern und Wehklagen erfüllte die Luft. Bei jedem Schritt fiel einer zu Boden, um nicht wieder aufzustehen, denn die Nachstürmen- den zertrampelten ihn wie Gras. Hin und wieder verschwand eine ganze Gruppe unter einer plötzlich einstürzenden Mauer; die Menge blieb dann einen Augenblick stehen, nahm aber dieJagd nach Rettung", die man irgendwo auf freiem Felde zu finden hoffte, bald wieder auf. Auf dem Bahnhof war daS Schauspiel noch grausiger. Die Leichen, die die Soldaten aus den Trümmerhaufen hervorgeholt hatten, lagen in Reih' und Glied an den Schienen. Und auf da? grausige Leichenfeld warfen die Windfackeln ein gespenstiges Licht ..."

Jurist rind Miflenjchaft.

Franz Adam Beyerlein, der Verfasser de8 ^Zapfen«, streichs", hat ein BauerndramaDer Großknech t" ge­schrieben. Das Stück wird im Saufe des Winters in einem Ber- liner Theater zur Erstaufführung gelangen.

ob der umfassende und von allen Seiten belobte Aus­schußbericht bekunden das Gegenteil der ersten Behaup­tung. In Mainz waren nichtdie Bauern" zusammen, | sondern nur drei Dutzend Großlandwirte, die übrigens L nicht einmal einig gingen. Die Tatsache, daß die Abgeord­neten des Bauernbundes in der zweiten Kam-

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ine bedeutende Warrn- kwndesherrschaft abzuwalzen, um so in Hessen fa,r steuer- >riksuchtbchuisVergMemj k frei zu werden. Die Herren der ersten Kammer werden AM«!» outtun, sich des Maßes von Sympathie zu erinnern,

kMk lylUUlv v das die Institution eines Oberhauses bei dem hessischen t (MiWn IllWlri L Kolke genießt. Vielleicht kommen sie dann selbst zu der l WM W MßlW M Heberzeugung, daß es im Volke mit dem Glauben an den pachten oder käuslichzu WRettungsanker" noch gute Weile hat, daß aber der Glaube vomHemmschuh" leicht den Sieg davontragen könnte.

a rflij Finanz- und Budgetftagen stehen werden, in denen Richter

"fil MOUW) allgemein anerkannte Autorität ist. Der stellvertretende Vor- ", M sitzende der Fraktion, Abg. Dr. Muller-Sagan, em m

. ehrlicher M parlamentarischen Geschäften gewandter Mann, wenn auch

wenig wirkungsvoller Redner, kränkelt gleichfalls an- ^S.IbermitSiuW'^ dauernd und kommt für die parlamentarische Führerrolle diesmal vielleicht ebensowenig in Betracht. Sie würde dann . liaarM"'^ wohl dem Abg. Dr. Müller-Meiningen oder dem Ab-

"" geordn. Eickhoff zufallen, da die alten Kämpen, die Ab-

georbn. Träger, Dr. Hermes und Lenzmann, parlamentansch nur selten noch hervorzutreten pflegen.

Die der Freisinnigen Dolkspartei nahestehende S u d - deutsche Volkspartei ist beßer daran. Sie besitzt in dem Mg. Payer die Kraft, die den Freisinnigen infolge der unfreiwilligen Zurückhaltung deS Abg. Richter fehlt.