Dienstag 15. August 1905
Erstes Blatt
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155> Jahrgang
iHyrung eines dauernden Friedcnszustandes im fernen Osten. Fre- deric Passt). Emile Arnaud."
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Adresse für Depeschen: «nzetger Gtetzeu.
FerusvrkchanschlußNr 51.
Kolonialpost.
Paris, 12. Aug. Kolonialmmister Elemente! empfing gestern Dunkelmann, den Führer der deutschen Mission zur Festsetzung der Grenze zwischen dem französischen Kongogebiete und Deutsch- Kamerun. Nach einer Besprechung zwischen dem Minister einerseits und Dunkelmann und den Mitgliedern der deutschen Mission andererseits vereinigten sich beide Missionen, um gewisse Punkte, die Vorbereitung der Mission betreffend, festzusetzen. In Anbetracht der Wichtigkeit der zu erfüllenden Ausgabe und der voraussichtlichen Dauer der vorzunehmenden Arbeiten ist es wahrscheinlich, daß eine zweite Mission gebildet werden wird, die kurze Zeit nach der ersten die Ausreise antreten wird.
Nv. 190
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außer Sonntag».
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem vesßsche« Landwirt die Gtehener Kamillen« -lütter viermal in der Woche beigelegt.
NotationSdruck u. Der- l»g der Brühl 'schen Nntvett.-Buch-n. Stein« druckerri. 9L Sang«.
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Sietzener Anzeiger w General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Ausland.
London, 14. Aug. König Eduard ist heute votx mittag 10.30 Uhr nach Marienbad abgereist. (Er fährt nicht über Frankfurt a. M., sondern über Aschaffenburg.)
— Die französische Flotte begann heute früh mit der Ausfahrt aus dem Hafen von Portsmouths Eine große Menschenmenge war am Ufer versammelt, die di^ Schiffe beim Verlassen des Hafens mit Hochrufen begrüßte.
Haag, 14. Aug. (W. B.) Das neue Kabinett ist! nun wie folgt gebildet: Aeußeres: Dr. van TetS van Gou-i drian, bisher Gesandter in Berlin; Justiz: Deputierte« van Raalte; Inneres: Deputierter Rink; Marine: KapitSn- leutnant Cohen Stuart; Finanzen: de Meester, bisherige« Vizepräsident des Rates von Niederländisch-Jndien; Krieg; General Staat, bisher Abteilungschef im Generalstab; öffentliche Arbeiten, Industrie und Handel: KrauS, Direktor bet techn. Hochschule; Ackerbau: der frühere Deputierte VeegenS; Kolonien: der Deputierte Fock. Präsident deS MinisterratS ist bis auf weiteres der Finanzminister de Meester.
Madrid, 14. Aug. In Sevilla und Ossunaj plündern zahlreiche Trupps von Arbeitern nachts die Güte« und Dörfer der Umgegend und stehlen Vieh. Mehr als 3000 Arbeiter griffen, durch Hungersnot getrieben, Güter und Höfe an und durchziehen, Freiheit verlangend, die Dörfer, Die Lage wird als sehr ernst aufgefaßt, da die Gendarmerie, nicht im Stande ist, die Plünderungen und Unordnungen zu verhindern.
Petersburg, 14. Aug. Der Zar hat daS 93e* gnädig ungSgesuch der Mutter des Arbeiters W a s s i l j e der den Oberleutnant Kawolin ermordet hatte und dafür zuml Tode durch den Strang verurteilt wurde, abgelehnt. DaS Urteil ist bereits gestern in der Peter Paul-Festung vollzogen worden.
Rewyork, 14. Aug. Präsident Roosevelt erhielt unmittelbar bevor er seine Reise nach WilkeSbarre antrat,, einen Drohbrief, man werde seinen Zug mit Dynamit in. die Lust sprengen. Mit Rücksicht hierauf wurde die für die Nachtruhe des Präsidenten in Aussicht genommene Station heimlich geändert und auch sonst die größte Vorsicht in allen Neisedispositionen beobachtet.
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um 7 Uhr
Wir haben heute folgende Meldung zu verzeichnen:
Christiania, 14. Aug. Bis 1 Uhr nachmittags waren die Ergebnisse aus 4 01 Wahlkreisen bekannt. 321197 Stimmen wurden für, 161 Stimmen gegen die Auflösung! der Union abgegeben. — Das Storthing wurde zum 21. August nachmittags einbernfen. ।|
Deutsches Reich.
Wilhelmshöhe, 14. Aug. Der Kaiser und die Kaiserin, sowie die Prinzessin-Tochter unternahmen gestern nachmittag einen Ausflug zu Wagen nach dem Forsthause Deernberg und heute morgen einen gemeinsamen Spazierritt. Später begaben sich beide Majestäten per Automobil nach Kassel, besuchten Professor Knack fuß und di« Gemäldegalerie. Nach der Rückkehr auf Schloß Wilhelms- Höhe konferierte der Kaiser mit Geheimrat Althoff, dem Präsidenten Butler und dem Dekan Professor Burgeß, beide- von der Columbia-Universität. Diese drei Herren waren auch zur Frühstückstafel geladen.
Berlin, 14. Aug. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt; Dem Gouverneur von Samoa, Dr. Solf, wurde in der Presse eine ungerechte und harte Behandlung deS, rüheren Gouvernementsbeamten Eckenweber und seiner Familie vorgeworfen. Auf die erhobenen Beschuldigungen kann im einzelnen erst Auskunft erteilt werden, wenn de« eingeforderte Bericht des Gouverneurs von Samoa eingetroffen ist. Auf Grund des Materials, das cm amtliche« Stelle hier vorliegt, ist indessen schon jetzt festzustellen,, daß Eckenweber wegen verschiedener schwerer Vergehen gegen die Disziplin von dem Gouverneur entlassen wurde, sowie, daß der Gouverneur bereits anfangs April Eckens Weber schriftlich angeboten hat, dessen Frau im Regierung^- Hospital kostenlos ärztlich behandeln und verpflegen zu! lassen, daß dies Anerbieten jedoch von Eckenweber wiederholt abgelehnt wurde. Hierauf ist es wohl zurückzuführen, daß seine Frau drei Tage vor ihrem am 1. Juni erfolgten Tode in das Hospital aufgenommen wurde.
Karlsruhe, 14. Aug. Wie der „Straßburger Post", von maßgebender Seite mitgeteilt wird, beabsichtigt de« Gr oßHerzog von Baden, einer Einladung desj Kaisers folgend, an der Kaiserparade bei Hornj-i bürg teilzunehmen und sein Regiment selbst dem Kaiser! vorzuführen. Auch der Erbgroßherzog hat seine Beteiligung zugesagt.
ist ausgeschlossen bei täglichem Gebrauch Seife. bV-
Aer Krieg zwischen Rußland und Japan.
Petersburg, 14. Aug. (W. B.) Line witsch telegraphiert unterm 13. August: Die Japaner, die am 11. August die Offensive gegen das Desilee von Jandylin aufnahmen, wurden am Abend zurückgeworfen, ohne daß sie das Defilee erreicht hatten. Gestern früh bemerkten wir ein erneutes Vorgehen der Japaner längs der Mandarinenstraße, westlich derselben und auch westlich der Eisenbahn. Die Japaner, welche in ersteren beiden Richtunaen vorgingen, erreichten das Defilee am südlichen Rande des Tales Schikhooga, wurden aber um 11 Uhr vormittags zurückgeschlagen. Diejenigen, die westlich der Bahn vordrangen, waren schon gegen 10 Uhr vormittags zurückge- trieben worden und hatten sich, von Kosaken verfolgt, auf ihre Stellungen zurückgezogen.
Petersburg, 14. August. Eine dritte Luftschifferabteilung ist gestern nach Wladiwostok abgegangen.
Russische Vaterlandsverteidiger.
In dem zu Batavia erscheinenden „Bat. Nieuwsblad" findet man einige Lluslassungen des dänischen Kommandanten Jngermann, dessen Schiff, die „Prinzessin Marie", auf dem Wege von Antwerpen nach Yokohama von dem russischen Hilfskreuzer „Te- r e t" in den Grund gebohrt wurde. Die „Terek" wurde in Batavia entwaffnet, und ihre Besatzung darf nur in kleinen Gruppen — jeden Tag 20 Manu — an Land gehen. Jngermann erzählt, daß sein Schiff keine Kontrebanoe an Bord gehabt habe. Dementsprechende Erklärungen des japanischen und dänischen Konsuls in Antwerpen wurden den russischen Offizieren des „Terek" gezeigt, als sie am 22. Juli das dänische Schiff durchsuchten. Bei dem Kriegsrat, den die Russen darauf hielten, schien es Jngermann, daß der Kommandant des „Terek" und einzelne der russischen Offiziere der Meinung waren, daß keine Kontrebande an Bord der „Marie" sei. Doch ein blutjunger Leutnant, ein halber Knabe noch, fiihrte das große Wort, schlug mit der Faust auf den Tisch, schüttelte sie seinem Kommandanten drohend entgegen, und endlich gab der Kommandant des „Terek" nach und befahl, die „Marie" zum Sinken zu bringen. An., folgenden Tag liessen die Russen alle Boote des „Terek" ins Wasser, ruderten mit Kapitän Jngermann zu dem dänischen Schiff zurück, und nun begann eine Vernichtungsraserei, wie sie nur Trunkenbolden eigen ist. Während die dänische Besatzung ihre Kleidungsstücke und andere Habseligkeiten an Deck brachte, durchzogen die Russen das Schiff von oben bis unten, zerschnitten die Teppiche im Eßrau m, schlugen alles kurz und klein, und kamen schließlich in den Besitz des Bieres, das einen Teil der Ladung ausmachte. Vor den Augen ihrer Offiziere erbrachen die russischen Seeleute die Kisten, schlugen den Flaschen die Hälse ab, und es dauerte nicht lange, bis ein Teil der Russen sinnlos betrunken niederfiel. Die anderen, die noch nicht dieses Maß der Trunkenheit erreicht hatten, brachten den gesamten Schiffsproviant der „SDtarie" an Bord des „Terek". Nun wurden zwei Minen, davon die eine im Maschinenraum, an das dänische Schiff gelegt, und diese mit der elektrischen Batterie auf einer Schaluppe verbunden. Als alle das Schiff verlassen hatten, drückte einer der Offiziere aus den Knopf der Batterie. Die „Marie" zitterte ein wenig, doch nichts anderes war von außen an dem Schiff zu bemerken. Kurz darauf begann es langsam zu finten. Die Behandlung, die Kommandant Jngermann und seine Mannschaft an Bord des „Xeref" erhielt, war gut. Mas ihn jedoch verblüffte, war die vollkommene Unordnung und Ungebundenheit, die dort herrschte. Fast stets lagen betrunkene Russen auf dem Deck umher. Manchma' geschah es, daß die ganze Besatzung, mit Ausnahme der Wachen, in d i e s e n Zu st an d geriet. Schlägereien waren an der Tagesordnung, und selbst Offiziere hielten sich dabei nicht zurück. Jngermann erzählte noch, daß er bei seiner letzten Heimreise mit der „Marie" 800 kranke und verwundete russische Soldaten aus Menschenfreund li cbkeit an Bord genommen batte.
Das Ergebnis der Bottsabstimmung in Norwegen, welche am Sonntag über die Trennung von Schweden stattfand, ist zwar noch nicht in seiner Vollständigkeit bekannt, doch liegen von den verschiedensten Punkten derartig typische Resultate vor, daß der Gesamtausgang nicht zweifelhaft sein kann: allgemeine Annahme der Trennung gegen eine ganz verschwindende Anzahl von Nein. Diese Abstimmung, die von Schweden veranlaßt worden ist, zeitigte im Volke ganz offenbar eine noch viel größere Sinneseinheit, als bis dah-in vorhanden war, und der Abstimmungstag wurde zu einem nationalen Feiertag. Man muß wohl einsehen, daß die beiden Nationen nach reinlicher Scheidung eher friedlich und fteundschaftlich mit- und nebeneinander werden wohnen können, als wenn der einen stets der Stachel des Gefühls einer bevormundeten, unselbständigen Nation im Herzen steckt. Was die weiteren schwedischen Bedingungen über die Volksabstimmung hinaus angeht, so herrscht in angesehenen politischen Kreisen Norwegens die Ansicht vor, daß auch in diesen weiteren Punkten entgegenkommend zu antworten und die Hauptpunkte prinzipiell anznnehmen, die Details aber Schiedsgerichten zu überlassen seien. Insbesondere soll die Frage wegen der Schleifung der Grenzfestungen dem Urteile auswärtiger Generale unterworfen werden, die feststellen müßten, welche Werke als offensiv anzusehen seien. Auf diese Weise hofft man alle Detailftagen auf Nebengleise zu schieben und das Hauptgleise für eine rasche Erledigung der Umons-
m<math<t75 oterttf« jährlich Mk. 8.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch die Post Mk.2.— viertel- jährl. auöjchl. Bestellg. Annahme von Snzet"ra
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Rhein.-Weitiäl. Glef- elcltr. ctromS abge» lusel, daß das Essener obirelen muß, wem alen Eiettrtznälsmert,
Bern, 14. Aug. Im Namen des Petitionskomitees für den Frieden im fernen Osten haben Frederie Passy, Ehrenpräsident der ftanzösischen Gesellschaft für internationale Schiedsgerichte, und Emile Arnaud, Präsident der internationalen Friedens- und Freiheitsliga, an Witte und Baron Komura in Portsmouth folgendes Telegramm gerichtet:
Als Depositare von hunderttausend Unterschriften von Franzosen' Holländern, Schweizern, Ungaren und Oesterreichern, die Ihre Regierungen bitten, einen Waffenstillstand und einen ehrenvollen Frieden zu schließen, beschwören wir Sie, auf deren Stimmen zu hören, den Waffenstillstand z" unterzeichnen und dem Unglück und der allgemeinen Unsicherheit l Äironfrage sreimachen zu können,
die dieser Krieg verursacht, euz Ende zu madjen durch Herbei-1 los ung uno oer , v.i 9
Die veutige Kummer umfaßt 8 Seiten.
3>te Iriederlsuntersiandtungen.
Portsmouth (New-Hampshire), 14. Aug. (Reuter.) In der S am s t a gs sitzun g der Friedenskonferenz erklärte Witte bei der Verhandlung über Korea, Japans wahre Absicht sei es, aus Korea eine japanische Provinz zu machen. Rußland habe gegen die Besitzergreifung Koreas durch die Japaner nichts einzuwenden, aber Japan solle seine Absichten in vollem Umfange zugestehen, damit die Welt über die Lage im Klaren sei. Japans Absicht laufe den Interessen Europas und Amerikas zuwider; wenn jedoch Japan diesen Interessen Rechnung trage, werde Rußland keinen Einspruch erheben. Komura widersprach den Aeußerungen Wittes in bestimmter, aber freundlichster Weise und erklärte, Japan suche in Korea nur kommerzielle und industrielle Vorteile, wozu es berechtigt sei, und es bestrebe sich, dieses Land vor der Anarchie in der Verwaltung zu schützen.
Die Stimmung ist jetzt allgemein etwas hoff- fru ngsvoller. Den Hauptgrund hiervon bildet die Vermutung, daß Japan entweder Bereit ist, in den Fragen betreffend die Kriegsentschädigung und die Abtretung Sachalins nachzugeben, oder glaubt, daß ein Weg gefimden werde, die Einwendungen Rußlands zu widerlegen, sobald es zur enbgiltigcn Entscheidung kommt. Wie aus guter Quelle verlautet werden von außen her bei beiden Parteien starke Einflüsse geltend gemacht. Für den Augenblick ist das Bestreben darauf gerichtet, Zeit zu gewinnen.
N e w y o r k, 14. Aug. Wenngleich gestern keine Sitzung oer Jriedenskommisfion stattfand, wechseltenWitte und Komura Noten, die der „Tribüne" zufolge darin resultierten, daß der erste Artikel betreffs Koreas erledigt wurde, sodaß heute nur die Redaktion des betreffenden Artikels vorzunehmen ist. Allgemein werden die Jriedens- aussichten als günstig betrachtet, namentlich da heute große Finaneiers wie Jakob Schiff und Vertreter von Seligmann u. Co. nach Portsmouth kommen sollen, woraus geschlossen wird, daß sie mit Witte und Rosen betreffs Aufbringung der Mittel für die Kriegsentschädigung konferieren werden. Die Sonntagssitzung fiel aus, weil beide Teile bestrebt sind, die öffentliche Meinung Amerikas für sich zu gewinnen. Witte hatte früh morgens erklärt, als Christ müsse er in die Kirche gehen, worauf Komura erklärte, es seien Christen gewesen, welche die Sonn- tagssitzung vorgeschlagen hätten, indessen habe Japan keine Eile, deswegen könne die Sitzung ausfallen. Witte nebst seinem Stabe wohnte dem Gottesdienste in der protestan- tisch-bischöflich en Kirche bei, m welcher sich acht Männer und hunoert Frauen eingefunden batten. Von den Japanern ging Takasira mit Takessita abenos zur selben Kirche.
Portsmouth (New-Hampshire), 13. Aug. Heute fand keine Sitzung des Friedenskongresses statt. Die nächste Sitzung ist morgen O1/» Uhr vormittags. Der Kongreß besprach gestern, ohne jedoch Beschluß zu fassen, die Bestimmung, nach der der überwiegende Einfluß Japans in Korea von Rußland anerkannt werden soll.
Die „Morning Post" veröffentlicht folgende Depesche aus Portsmouth: In einer Unterredung gab Minister Witte drei Gründe an, welche nach seiner Meinung die Sympathie Amerika, 3 für Japan erklären. Erstens veranlaßte Japan Amerika zu glauben, daß es ebensosehr für Amerika als für sich selbst kämpfe. Der zweite Grund sei, daß Rußland es unterlassen habe, seine Angelegenheit vor das Forum der ganzen Welt zu bringen. Der. dritte sei die russische Judenfrage, welche die Juden in Amerika sich zu nutze machten, um die Sympathie der Amerikaner für Rußland zu zerstören. Minister Witte fügte hinzu, in der amerikanischen Presse werde in nächster Zeit eine Reihe Artikel veröffentlicht, die im Laufe von wenigen Tagen die amerikanische Oeffentlichkeit über die g ^ze Frage aufklären sollten. Er werde mit hervorragendu Vertretern der jüdischen Rasse zusammentreffen, um den Gegenstand mit ihnen zu besprechen. Aus die Frage, ob es möglich sei, zwischen England und Rußland eine Verständigung herbeizuführen, erwiderte Witte: „Ja, das gegenseitige Vorurteil kann beseitigt werden, wenn beide Länder willens sind, einzusehen, daß sie beide Rechte haben, die Anspruch darauf haben, geachtet zu werden." Auf die Frage: Kann Rußland eine Verständigung mit Engiland erreichen, solange Rußland durch enge Beziehungen mit Deutschland verknüpft ist und solange Den tschland seinen Vorteil darin sieht, sowohl bei England wie bei Rußland Mißtrauen zu säen? antwortete Witte: „England und Rußland sind frei im Handeln. Es würde nicht möglich sein, daß Rußland und England eine Verständigung erzielen, die gegen eine mit Rußland befreundete Nation gerichtet ist. Wenn die Verständigung zwischen beiden Landern diesen Zweck nicht im Auge hat, so ist kein Grund vorhanden, der England verhindern könnte, Rußlands Freund zu sein, während Rußland Freund des Deutschen Reiches bleibt."
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