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9.12.1905 Zweites Blatt
 
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Samstag 9. Dezember 1905

Zweites Blatt

Rr. 290

Gießener Anzeiger

Redaktion. Expedition u. Druckerei: ©rhulftt-t, leL Nr. 6L Telegr.-Adr. i tln^eigex Gcetz«.

155. Jahrgang

NotaNonSdruck unb Verlag der VrüblNrbem

UniocrftiätflörudcrcL 9L Lang«. Dreßen.

Urschetttt tLgltch mti Ausnahme bei Sonntag».

DieGießener ZamistendlSNer- werden dem .Anzeiger viermal wöchentlich bergelegt. Der ^ejAich« Laadvttt- ericheml monatlich einmal.

General-Anzeiger, Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen.

Münchener «emeindervahlen.

Man schreibt uns aus München:

Ti? Liberalen und Sozial d em o kra ken haben bei den Gemeindewahlen am 4 und 5. Tezembcr einen übraschend glänzenden Sieg errungen. Es ist der erste Erfolg eines neuen frischen Geistes, der nach den Kammer- vo'hlen den bayerischen Liberalismus erfüllt. Ta die Land­ingswahlen dem Klerikalismus die Herrschaft in der Hammer vollständig Gesichert haben, galt es nun den von ir v. Orterer proklamiertenSturm auf das Rathaus", Ivo bis jetzt eine liberale Majorität herrschte, abzuschlagen. ic-3 Zentrum hatte auch für die Gemeindewahlen den So- ziolldemotraten ein vorteilhaftes Bündnis an getragen, wurde irt essen energisch abgewiescn. Man erzählt sich, daß Herr v Bollmar für ein schwarz-rotes Bündnis auch bei den Gemeindewahlen aewesen, aber innerhalb seiner Partei, Hauptsächlich bei dem Gemeindebcvollmächtigten Dirk auf ! jlarfen Widerstand aestoßen sei. Der Wunsch des Herrn v Bollrnar wird wohl gewesen sein, durch Schwächung der liberalen Majorität der Sozialdemokratie die Funktion des Zümgleins an der Wage zu verschaffen. Seinen Parteige- nojsen war dieser Kalkül zu unsicher. Sie schlossen aber auch kein offizielles Kompromiß mit den Liberalen. Diesen lctztten Schritt taten indessen einige sozialdemokratisä)c Cb- männcr in mehreren Bezirt-m auf eigene Faust, gegen den Vr nsch der Parteileitung; der Gedanke, daß eine klerikal- au: »semitische Majorität die Herrschaft auch auf dem Rat- haNs der Kunststadt München gewinnen könnte, war für sie E abschreckend. Und der Erfolg des Wirkens dieser Ein- 11, sowie der dadurch ermöglichten energischen Agitation : Liberalen und Sozialdemokraten ist nicht ausgeblieben.

Ur Liberalen haben zwei Sitze die Sozialdemokraten, die »an den Liberalen aufs kräftigste unterstützt wurden, fünf (ktrvnnfiL Der Bestand der Parteien ist jetzt folgender: V b tnle 35 (33), Zentrum 16 '23 , Sozialdemokraten 9(4). Ili Liberalen verfügen somit über die absolute Ma- jorrttät, Liberale und Sozicidemokralen zusammen sogar übrr eine Zuvidrittelmajorität. Der Sieg der Anti-Kleri- kolem wurde noch durch die Ersatzwahlen am 5. Dez. eiböht; in ilmen errangen die Liberalen 14, die Sozcal- deriokraten 5 Sitze; der klerikul-anlisem. Mischnrasch brachte nur einen Kandidaten durch, der sich noch dazu parteilos nennt. Alle Agitation hat also den Reaktionären nichts genützt, sie lvar ebenso heftig wie ungeschickt. Demerkens- toerrt ist auch, daß sich die Klerikalen und Christlich-Sozialen nie I gescheut haben, den berüchtigten christlich-soz. Agitator lij-hlohlunu ck auS Wien zur Wahlbilse herbeizurufen.

Deutidie»

Berlin, 8. Dez. Zur gestrigen Frühstückstafel beim Kaiiserpaar war die Gräfin Schuwaloff geladen. Am )Nachmittag unternahm der Kaiser einen Spaziergang. Heute besuchte das Kaiserpaar die Villa Jugenheim.

Staatssekretär v. Richthofen empfing heute Herrn 5t. George Tucker, der die amtliche Einladung zur ß Ael'kiligung Deutschlands an der 300jährigen Feier der Ormndung von JameSlown, der ersten deutschen An­siedelung in den Bereinigten Staaten im Jahre 1607, über­brachte. Die Feier soll in erster Linie in einer inter. nattionalen Flotten- nnd Heerschau bestehen. StaatS- Irkmtar v. Richthofen sagte zu, die Annahme der Einladung ksmrworten zu wollen. Bon hier beqiebt Tucker sich in Etlicher Mission nach Wien, Rom und Paris. England und Japan haben die Einladung bereits ofsiziell angenommen.

Die ReichSpartei hat im Reichstag einen Antrag auf krhühung der Gebührensätze für Zeugen und 8a choe rständige eingebracht.

In der gestrigen Sitzung deS BundeSratS wurde mitqeteilt, daß Erbprinz z u Hohenlohe-Langenburg, btc Leiter der Kolonialabteilung, zum preußischen Bundes- mtS-Bevollmächtigten ernannt worden sei. Der gestern vom kumdeSrat verabschiedete RachtragSelat zum Etat der Schutz- zebiete für 1905 verlangt eine weitere Summe zur^llnter- rerfung des AufstaudeS in den ostafrikanischen Schutz- jtb ieten.

Der deutsch- bulgarische Handelsvertrag Tixb am 14. Januar in Kraft treten. Der Vertrag sieht rfia 180 Ennäßigungen und Bindungen deS bulgarischen ^neraltarisS vor. Deutscherseits sind im wesentlichen die­

Kteines Jeuilleton.

Fa rbengärten. Es ist notf> in ber Erinnerung, >lcheS Aufsehen auf b?r diesjährigen Gartenbau- A u s - b klung zu Darmstadt dieFarbengärten" von, Prof, 'l brich erregten. Wurden sie auch vielfach angegrifmi, so -Tttte sich doch ntenunrb ihrer im ersten Augenblick verblüffenden Liakung entziehen. Etwas absolut neues wurde _t*nnt_ aber n'frtt geboten. Es ist interessant, daß bereits 1834 Fürst Pücklev- '"u »kau seinenblauen Garterck" erwähnt, wie der stadtiichc ^rlendirektor Weßberge zu Nachen in einem Vortrage über me virrnftäbteT Ausstellung mittcilte. Der Beschreibung nach schemt die Bezeichnung allerdings mehr auf die Farbe der Ern- fneÄigung und sonstiges schmückendes Beiwerk bezogen zu haben, lbm auch Prof. Olbrich verstärkte die Wirkung seiner Garten M den gleichen Kunstgriff. Wie die Depstanzung gewesen war, kihtt aus der Beschreibung leider nicht hervor, doch zeigen Aeußer- ropt des Fürsten, daß ihm die vorzügliche Wirkung der Ein- sirkägkeit bei Blumenbeeten wohl bekannt war.

DerBericht der Neuen Theater-Aktien-Ge- kllschast in Frankfurt für 1904/05 ist erschienen Ta3 ^fbnis des abgelaufenen Theaterjahrs wird als recht bo- :::tiHgenb bezeichnet. Die Einnahmen im Schauspiel­es betrugen 649 712 Mk., die Ausgaben 605 541 Mk; die Einnahmen im Opernhaus 876 753 Mk., die Ausgaben 11005 554 Mk., die gemeinsamen Einnahmen beider Theater 21 444 M (14 070 Mk.1, die Ausgaben 89 397 Mk. (71 475 Mk.), die röten Einnahmen 1 547 909 Mk. (1 469 302 Mk.), die gesamte k^aben 1 800 492 Mk. (1 744 701 Mk.). Aufsichtsrat und Du­lin mi haben dem Chor, Ballett, sowie dem gesamten technnc^n sr vnal (Bühnenarbeitern und Sckmeidcrni Erhöhungen der Be-

: bewilligt. Die gesamten Einnahmen wurden mit 1 ol4 8o2 firaif, die Ausgaben mit 1 793 028 Mk. in den neuen Etat ein- Mistlt und es ist eine Heranziehung der Subvention im Betrage

selben Zugeständnisse wie gegenüber Rußland und Rumänien gemacht worden.

Die .Rhein. Wests. Ztg." härt auS bundeSrätlichen Kreisen, daß ein deutsch-äthiopischerFreundschastS- und Handelsvertrag demnächst an den Reichstag ge­langen soll. Der Vertrag soll die Gleichstellung deutscher Ausfuhrwaren mit den Erzeugnissen anderer Länder ver­bürgen. Im ReichSamt des Innern sind die Materialien be­reit gestellt, auS denen sich erkennen läßt, was Abessinien in erster Linie braucht.

Die Charlottenburger S ladtoerordneten- Versammlung ersuchte den Magistrat, ihr baldmöglichst eine Vorlage zu machen dahingehend, daß die städtischen Arbeiter und Beamten, die ein Jahreseinkommen von weniger als 3000 Mark beziehen, eine Teuerungszulage erhalten sollen. Oberbürgermeister SchustehrnS erklärte, daß ber Magistrat diesem Anträge voraussichtlich die Zustimmung nichi versagen würde.

In verschiedenen niederrheinischen Städten mit be­deutender Tabakindustrie, sind zahlreiche sowohl von sozialdemo­kratischer wie von christlich.sozialer Seite emberufene Ver­sammlungen von Tabakarbeitern abgehalten worden, die sich gegen die geplante Tabak st eueroorlage richteten mb in benen Resolutionen angenommen würben, burch bie gegen jebe Mehrbelastung beS Tabaks protestiert würbe, weil dadurch bie Tabak- unb Zigarrenindustrie schwer geschäbigt und bie Existenz vieler schwächlicher Personen, bie sich in ber Zigarrenfabrikation noch notbürstig zu ernähren vermöchten, vernichtet würde.

Darmstadt, 8. Dez. DaS hessischeGcwerbeblatt" schreibt:ES liegt in der Absicht der preußischen Staats- regierung, demnächst auch dem Handwerk Sitz und Stimme im Herrenhause zu gewähren. Nachdem bie amtliche Organisation des Hanbels in seinen Handelskammern mehrere Vertreter im Herrenhaus erhalten hat, glaubt man nach ber Durchführung beS HanbwerksorgamsationSgesctzeS dem Handwerk eine solche Vertretung nickt oorenthalten zu sollen, damit daß Handwerk sich dem Handel gegenüber mcht benachteiligt fühle. ES wird beabsichtigt, vor der Auswahl der vom König emzu berufenden Handwerksoertreter den Handwerks- nnd Gerne» bekammerauSschlnß zu hören."

Plön, 8. Dez. Bei der heutigen ReichStogSersah- wa hl im 9. schleswig-holsteinischen Wahlkreis, Plön-Olden­burg, erhielt Bockelmann (kons.) 8998, Dr. Struwe (lib.) 4550 unb Weinheber (Soz.) 4406 Stimmen.

DreSben, 8. Dez. Der Verband sächsischer Industrieller faßte eine Resolution, welche der Flotten­oorlage zu stimmt und eS als bringend erachtet, daß bet Ausbau ber Erfaßbarsten unb ber durch die Regierungsvor­lage neuoerlangten AuSlanbSkreuzer eine Beschleunigung er­fährt, zumal die Leistungsfähigkeit der deutschen Wersten dies zuläßt. Der Verbanb bittet ferner bei, Reichstag, bei der Beschlußfassung über bie neuen ReichSsteuetn bie erneute einseitige Bevorzugung ber Landwirtschaft durch bie Freilassung von 25 ober 50 Prozent ber Erbschaften aus landwirtschaftlichen Grundstücken abzulehnen unb ver­langt enblich völlige Gleichberechtigung mit ber Lanbwirtschaft in ber ersten Kammer; jeher anbere Reformoorschlag fei ungenügenb. Die konservative Frak- tion ber zweiten Kammer wirb voraussichtlich zum Wahlrecht folgenben Standpunkt einnehmen: Rücksichtslose Unterdrückung aller Straßendemonstrationen und keine Konzession unter deren Druck, aber Beseitigung ber Unzufriedenheit durch In­angriffnahme ber W a hlrefo rm in absehbarer Zeit.

Ausland.

London, 8. Dez. Lord Roberts fnro gestern in New­castle einen Kreuzzug an, indem er in zündender Rede die Ju­gend aufforberte, sich im Waffengebrauch zu üben, um einen feindlichen Einfall abzuwehren!

Paris. 8. Dez. x4e Kammer nahm heute die Berat­ung des Gesetzentwurfs über btt Handelsmarine wieder auf. Bouhcy Aller erklärte, das neue Ersetz werde mehr als hundert Millionen kosten und den Untergang der Handelsmarine herbeiführen. Thierry verweist aus bie be­vorzugte Lage der deutschen Marine. Es sei unmöglich.

von 278 176 Mark vorgesehen. Im Einzelnen berichtet bie In­tendanz des Schauspiels, daß bas erfreuliche Resultat et> zielt wurde durchdie gleichmäßige Teilnahme des Publikums an den Veranstaltungen des Schauspielhauses". Die Intendanz der Oper teilt mit, daß das Geschäftsjahr 1904/05 das in jeder Hinsicht erfolgreichste Jahr seit der Trennung in der Leitung der beiden Häuser gewesen ist. Für be.3 bevorstehende Gescktästsjahr ist wieder eine wesentliche Steigerung im Abonnement zu per- zeichnen. Die Gagen betrugen beim Opernhaus 740863 Mk., Schauspielhaus 356 612 Mk-, außerdem gemeinsam 42 502 Mk., Spielgelder 119 654: 97 425 Mk., Tantiemen 33 866: 36 621 Mk., für Gastspiele wurden 18 215:11 310 Mk. ausgegeben. Die Kosten für Beleuchtung beliefen sich insgesamt auf 72 943 Mk., die für Heizung auf 16 441 Mk., die für Garderobe auf 34 870 Mk., denen 71 892 Mk. G'rdervbegebühr gegenüberstehen. An Abonne- meMs gingen 324 771: 254 600 Mk. ein, außerdem 16 947 Mk Kvnzertabonnement, an Tageseinnahmen 446 801: 363 713 Mk.

Gin Konflikt zwischen Magistrat und Thea­terdirektor ist in Bielefeld ausgebrvchen. Das dortige zum größten Teil aus freiwilligen Beiträgen er­baute Theater ist im AprÜ vorigen Jahres eröffnet worden. Zum Leiter wählte der Magistrat den Theaterdirettor Lange. Tas Verhältnis zwisck^n Magistrat und Theaterdirektor blieb un­getrübt, bis im Februar ein Vertrag bezüglich des städtischen Orchesters, wonach dem Theaterbirektor bei sttsverer Geldbuße aus­erlegt wird, sich desselben nur zur Zwischenaktsmusik zu be­dienen, beu Grund zu ständigen Tisharnwnien gab. Bürgermeister Toerner ließ alle vom Theaterdirektor Lange ausgesprochenen Wünsche und Bitten nm Abänderung des Vertrages unberücksich­tigt, drohte mit Pfändung des Theetersi ndr-s und der Aa'.'tion, so daß Lange sich um die Stelle- des Theaterdirektors in Stettin bewarb und diese auch erhielt. In der letzten Sr> dtv.-Sitzung ver­langte man Aufklärung vom Tezernenten, der inzwisck>en, ohne die aus der Mitte der Stadtv. getvöhltc Thee.terkouuntjjion zu Rate

für fremde Schijfe Fruchten in txurid>en Hajen zu imden, wo die Fracht deS Reeders durch seinen 53ruber oder Vetter gesichert werde, welckzer Hüttenbesitzer oder Zementfabrikant sei.

Rom, 8. Dez. Im Vatikan wird die Verlobung des Königs von Spanien mit der Prinzessin von Bat­tenberg bestätigt. Pater Whitman von der englisckzen Kirche St. Sylvester, der Beichtvater der Prinzessin, unterrichtet sie in der Lehre der katholischen Kirche.

Heute begann der ersie Kongreß derLandarbeiter der römisthen Campagna unb des Sabrnerlands zum Zweck ber Abschaffung der alten feudalen Privilegien auf Kosten des (HemeinM'-nbcS. In der ganzen Campagna erfolgen Temonsiratiouen arbeitsloser Landarbeiter. In Ancona begannen gehrrn Demonstrationen und Ausschreitungen bc5 niederen Volkes gegen die Verteuern ng der Lebensmittel. Die (tferrnifon wurde verstärkt als heute bie Unruhen sich hneba> holten. 32 Verhaftungen wurden vorgenommen.

S o s i a , 8. Dez. Mazedonischen Kreisen »ugegangenen glaub­würdigen Nachrichten infolge ist der Dandenführer Tscherrwpejew in seinem eigenen Bandenrahon von Banern erschlagen worben.

Brüssel, 8. Dez. Auf den Vorschlag der internationalen sozialistischen Erupve hat der ausführunde Ausschuß bet mierr'ationalen sozialistischen Bureaus beschlossen, am 22. Jan., als Jahrestage des blutigen Tages von St- Petersburg, eine Welt Manifestation zu veranstalten. Anfforderunaen, eine Dersanimlung in diesem Sinne abzuhalten, sind den sozialisti­schen Parteien aller Länder zugegangen. Am 20., 21. und 22. Januar werden die Mitglieder des internationalen fozialistischen Bureaus stier erwartet, um zu beratschlagen, welche Maßregeln zur Ausführung deS Antrages Vaillant getroffen werden sollen. Deutsck»erseits werden Bebel, Singer unb Rosa Luxem- burg erwartet. __

Animg m dru ^tenhrfutnfßrrnifttrn der Stüi frlfjnu

Nnfgebote.

Am 28. Rov. August Martin £>epper(, Schlosser dahier mit Lulle Charlotte, Dorothea Sophie Leßner in Kirch-GonS. Am t. Dez. Albert Valeutm l^oeischy, Lehrer am Kolleg in Vienne mit Cecelia Dorothea Ameud dahier. W'IHelrn Rinn, Tletjger ba- i'ier mit Zohannene Adelmann in Cbernhori. Am 5. Dez. Otto Srbaa, CanitätSleldwehel dahier mit Auguste Bergernann bier- tclbft. Arn 6 Dez. ltzustav Bader, Forstastessor in Lollar mit Hedwia Nowack dahier. 9lm 7. Dez. Karl Größer, Schlosser dahier mit Anna Feuerbach in Butzbach. Emil Euler, Cetonom bautet mit Katharina Pseifs Hierselbst.

Eheschlleßnogei».

Am L. Dez. Otto Müller, Großh. Stetlerkommiffär in Fris­st erg mit Lulle Marie Elisabeth Winn dahier. Ernst Lauer, Bureauaehille dahier mit Atiguste Weigand Hierselbst. Am 6. De-. Alired AltHauS, Raufmann dahier mit Marie Tender Hierselbst.

Geborene.

Am 29. Rov. Dem Großh. Hochbauausteher Friedrich Freuden­berger ein Sohn Deorg August Gustav. Am 80. Rov. Dem In­validen Daniel Müller ein Cohn, Wilhelm Karl. Am 1. Dez. Dem Schausteller Max Walldors ein Sohn. Dem Kaufmann Georg WallenielS eine Tochter. Am 2. Dez. Dem Kanalarbeiter E»nil ßVorg ein Sohn. Am 4. Dez. Dem Heizer Wilhelm Klein ein Lohn, Wilhelm. Dem Lageristen Richard Andre ein Sohn, Heinrich. Dem Ellenbahn-Stationsgehillen Ludwig Melßinger eine Tochter, Elisabethe Johanna. Am ß. Dez. Dem Friedhofs- ausseher Friedrich Sier ein Sohn, Heinrich.

Gestorbene.

Am 1. Te$. Marie Repp, geb. Gelzenleuchter, 54 ^sahre alt, ILitwe deS Weißbinders Heinrich Repp dahier. Ludwtg Becker, 5 Jahre alt, Sohn de? Erdarbeiters Christian Decker dahier. Am 2. Dez. Richard Karl Slbolf Köhler, 16 Jahre alt, Sohn deS Bau­technikers Hermann Köhler dahier. Am 3. Dez. Heinrich Kunz, I Älonat alt, Sohn des Metzger? nnd Wirts Jakob Kunz dadier. möf. rntlk r der ssodessalle in der -IM Zieher

48. Woche. Dom 26. November bis 2. Dezember 1906. Einwohtlerzahl: angenommen zu 28 000 (infl. 1600 Mann Militär).

CterblichkeitSziffer: 27,86

nach Abzug von 5 Ortsiremderz: 18,57/no.

Kinder

91 nm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von curSwärlS nach ßMeften gebrachte Kranke kommen.

E4 starben an: Hufammcn;

Erwachsene:

im

vorn

Lungentuberkulose

1

L Lebenswahr: 1

8.1b. Iah,

Tlalem

4

4

Schlagstuß

1

1

Herzleiden

1

1

Neubildungen (Krebs) ")llter4schwäche

4(3)

4(3)

1

1

-*

Darmverschlingung

1

1(1)

Verbrennung

1 (1)

KD

an unbekannten Ursachen

1

1

Summe 1

15 5)

9(4)

2 (1)

4

zu ziehen, eigenmächtig einen neuen Theaterdirektvr, Berstl auS Göttinnen, für die nächste Theatersaison engagiert hatte. Der Stadtv. Dr. Esau griff ben Theaterdirektor scharf an; er meinte, dieser mache es hier wie in Brom berg unb Frankfurt, suche Streit mit der Behörde, um lvszukommen, nachdem er ein gutes Geschäft gemacht habe. Theaterdirekwr Sange wandte sich daraus in einer zwei Seiten langen Erklärung an das Bielefelder Publi­kum, in welchem er schwere Vorwürfe gegen den Magistrat erhebt, und die Behauptung Esaus widerlegt. Die Theaterkvmmission gab ihrerseits eine Erklärung ab, daß lediglich das exaltierte Wesen Langes die Veranlassung zum Bruche gewesen sei. Lange soll in einem Schreiben gedroht haben, wenn man ihn ruiniere, im Theater eine Katastrophe ltz-rrwrzurufen und dergleichen mehr. DaS Publikum steht im großen und ganzen auf feiten des Theater- direktors. Es erachtet die selbstherrliche Handlungsweise des Bürgermeisters Toerner als einen Uebergriff seiner Rechte. An­dererseits ist aber eine Scheidung beider Parteien eine unbedingte Notwendigkeit, wenn nickst das Ärschen der Bühne unter diesem bebäuerlichen Konflikte leiden soll.

Z u Mozarts Todestag frischt die WienerN. Fr. Pr." einige Srinncr.-ngen auf. Sie schreibt: Mozart hinter­ließ 60 bx.te Gulden unb große Schulden. Das Grab Mozarts blieb unbekannt ein Ehrengrab ohne Inhalt befindet sich zwischen den Gräbern von Beethoven und Schubert auf dem Zentralfriedhof zu Wien. Um Mozarts Schädel hat sich später ein Segenkranz gesponnen. Der Totengräber von sr. Marx soll ibn zehn J -Hre nach dem Begräbnis, bei der Ausschachtung d-'s Massengrabes, her.iusgenommeu, seinem Amtsnachfolger ge­schenkt. an ben Kupferstecher Hvrtl übersendet haben, w lckier ihn Ieinem berühmten Vr.ider, Hofrat Hvrtl, als Erbstück überlassen h'be. Hrrtl hat m.ndlich und briesiich mitgeteilt, daß er an der Eckubeit^dieses Mo- et-T- ädels nicht zweifle, und die Reliquie der St«d1 Salzburg vermocht.