Ausgabe 
10.6.1905 Drittes Blatt
 
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wenn

Kühne dahier.

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KursfeerBcht,

9. Juni. Offizielle Schlusskurse.

Frankfurt a. JW<

Tendenz: fest.

J

Dr. Homamels66 Haematogen und lasse

99

sich Nachahn

Italien. Rente Portugieser I Portugiesen. UI Unif. Türken

67.15

67.30

88.50

137.

55.

30/0 Mexikaner 4V2o/o Chinesen . Electric. Sohuckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandil Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges Oestorr. Staatsbahn Lombarden . . Gotthardbahn . » Laurahütte . . Bochum . . . Harpener . . .

Staatschatzscheine

4% 4°/o 4% 30/

1%

einander stehen und auf die einheitlichen Verursachungen, btt ihnen allen zu Grunde liegen. e , ,.rr m

Der infolge von Streitigkeiten nut der katholischen Vet bindung Saxo-Silesia aufgelöste Studentenausschuß de t i e r ä r z t l i eh en Ho ch schule i n H a n n 0 v e r hat im Ein­verständnis mit der Studentenschaft die Gründung eines neuen a l l g e m e i n e n V e r b a n d e s der Stiidentenschaft, mit A u s - s ch l u ß der konfessio n e l l e n Verbindungen, eingeleitet.

ische Tagesschau.

Von der Kronprinzessin.

Das Hauptblatt der Zentrumspartei, dieKölnische Volksztg.", schreibt in einer Polemik gegen ein Berliner demo­kratisches Blatt u. a.:

Freude von dieser katholischen Königin gehabt? Vestigia terrent. Es ist nun zwar nicht ausgemacht, daß jede preußische Königin, die katholisch wäre, zum Protestantismus überträte, mindestens aber müßte sie eine protestantische Ehe eingehen, die protestantische Er­ziehung der Kinder zusagen und sich damit von der katho­lischen Kirche l 0 s s a g e n. Sie käme also sofort in ein schiefes Verhältnis zu den katholischen Staatsbürgern, itnb das würde zu sehr peinlichen Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und der ganzen preußischen Königsfamilie führen."

Die Kronprinzessin soll übrigens entzückt sein dber den Jubel, mit dem man ihr allenthalben be­gegnete. Sie hat einer einflußreichen Persönlichkeit gegen­über geäußert, daß sie sich nicht bewußt wäre, wodurch sie soviel Liebe und Güte verdient habe. Die Stellung aber, in die sie als Kronprinzessin des Deutschen Reiches nunmehr getreten sei, die gebe ihr ja soviel Gelegenheit, zu zeigen, daß das deutsche Volk das in ihr finden würde, was es in ihr suchte. Sie würde als Kronprinzessin gleich dem Vor­bilde ihrer teuren Schwiegermutter ihr Auge nicht auf äußere Dinge richten, die das Reich bewegten. Dieses sei nicht die Sache der Frau, die Frau und besonders die so reich gesegnete wie sie, sei zu anderen Dingen berufen. Sie müsse, wo Not und Elend wohnten, helfend ein- zreifen, Tränen trocknen und Schmerzen lindern, soweit es in ihrer Macht stände, und hieran habe sie ja das leuchtende Vorbild an der Kaiserin, die das deutsche Volk als wahre Landesmutter liebe und verehre. Auch werde sie gleich dem Vorbild der Kaiserin die Religion fördern in jeder Weise, das Große und das Schöne pflegen." Das sind prächtige Grundsätze.

3Vi% 3% 3V,°/o 30/0 372%

Derrtlch-Südmestafnka.

Berlin, 8. Jüni. (Amtlich.) Cornelius v0n Be- thanien, der am 22. Mai durch Hauptmann v. Koppy unweit Jnachab (80 Kilometer südwestlich von Keetmans- hoop) gestellt und am 27. Mai aus einer starken Stell­ung bei Geious geworfen wurde, ist längs des großen Fischflusses nach der englischen Grenze geflohen. Verschiedene deutsche Truppenabteilungen treiben die Banden Moren gas vor sich her und dem Oranjesluß Sie haben zugleich den Auftrag, die Rückkehr der bereits aus englischem Gebiet befindlichen Bande Morris in die Gegend von Warmbad zu verhindern. Der Herero An­dreas wird im Kuisebtal weiter von verschiedenen Seiten verfolgt. So schlug am 27. Mai Hauptmann Blume im Vormarsche von Jakalswater nach Süden bei Goagas eine 150 Köpfe starke, anscheinend zu Andreas gehörige Hererobande und verfolgte sie in südwestlicher Richtung. Der Feind verlor 8 Tote. Generalleutnant v. Trotha ist am 3. JUni in Keetmanshoop eingetroffen.

Türkenlose.....

4% Griech. Monopol.-Anl. 47,% äussere Argentiner

chwestern.

Das Geschenk des türkischen Sultans. Der Sultan ließ durch den Botschafter Turkhan-Pascha als Hoch- zefts-Geschenk dem deutschen' Kronprinzen eine mit Edelsteinen verzierte gold ene Kassette, der Kron­prinzessin eine große Diamantbrosche im Werte von 200 000 Mark überreichen.

Die französischen Speisekarten des Reichs­tag spräsidenten Grafen Ballestrem, die dieser bei den von ihm veranstalteten Festmählern verwendet, gelangten in der letzten Sitzung des Allgemeinen Deutschen Sprach­vereins, Zweigverein Berlin-Charlottenburg, zur Sprache. Man beschloß, den Vorsitzenden des Gesamtvereins zu er* üchen, er möge die ihm geeignet erscheinenden Schritte bei dem Reichstagspräsidenten tun, um ibn zur Verwendung deutscher Speisekarten zu bewegen.

Wien, 8. Juni. Privatmeldungen aus Zloozow zufolge brach gestern abend in dem Arre st lokal des dortigen Kreisgerichts unter den Häftlingen eine Revolte aus. Da die Gefängnisaufseher der Meuterei nicht Herr werden konnten und Gefahr drohte, daß die Sträflinge entwichen, wurden zwei Kompagnien Militär herbeigerufen. Nachdem zwei in die Lust abgegebene Salven eine einschüchternde Wirkung verfehlt hatten, wurde eine scharfe Salve auf die Sträf­linge abgefeuert, wobei einer getötet und einer schwer ver­wundet wurde. Ein Unteroffizier wurde durch einen Steinwurf schwer verwundet. Gegen Mitternacht war die Ruhe wiederhergestellt.

B ern, 7.Juni. Der Simplontunnel wird jeden­falls nicht zu Anfang Oktober dem Betrieb über­geben werden können; es haben sich nämlich unerwartete Schwierigkeiten ergeben. Das schweizerische Eisenbahn­departement läßt zur Zeit eine Untersuchung darüber vor­nehmen, nach deren Beendigung man erst sagen kann, wie lange die Verzögerung dauern wird.

Kriefkasten der Redaktion.

(Anonhrne Anfragen bleiben unberücksichtigt.!

Bleichstratze. Die Extrablätter sind nur in den öffentliche« Lokalen zur Verteilung gebracht worden.

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Was uns bei dieser Hochzeit mit am meisten freut, ist gerade der Umstand, daß die Braut nicht römisch-katho­lisch e n G l a n b e n s ist. Es würde uns freilich gleichgiltig sein, sie statt lutherisch griechisch-katholisch oder anglikanisch wäre, ne römi sch - katholische Kronprinzessin wäre uns f e h r

nur eine römisch z ______. ....u...... . ,

unlieb geivesen. In der nachreformatorischen Zeit hat auf Brandenburgs, bezw. Preußens Thron nur eine einzige katho­lische Fürstür gesessen, das war Elisabeth, die Gemahlin Friedrich Wilhelms IV. Sie warkatholisch", aber nicht mit Verständnis und Bewußtsein, und wurde später protestantisch. Haben wir also

372%

4% Oesterr. Goldrente . . 102.

Nniversttäts-Kachrichten.

Göttingen, 8. Juni. Die akademischen Behörden haben die Gründung der F i n k e n s ch a f t genehmigt. Die Finkenschaft plant Abteilungen für Wissenschaften, schöne Künste und Sport.

Das 25jährige Jubiläum als akadennscher Lehrer feierte am 9 Juni einer der bedeutendsten Historiker der Gegen­wart der 0 Professor der Geschichte und Direktor des' historischen Seminars sowie des Lnstorischi-geograMschcn Instituts an der Leipziger Universität,. Geh. Hoftat Dr. Ml. KdÄ Lamvrecht. 1880 habilitierte er sich an der Bonner Universität für Geschlchte und geschichtliche Hilfswissenschaften. 1885 wurde er a. 0. Pro­fessor der Geschichte in Bonn, 1890 erhielt er eine ordentliche Professur für Geschichte in Marburg, 1890 erfolgte ferne Er­nennung zum Nachfolger Voigts in Lerpzrg. Der Gelehrte rst Ehrendoktor der K'olruirbia-Universität rn Newyork. Keiner, unter den lebenden Historikern hat so bewußt und folgerichtig rn der Bewältigung des historischen Stoffes so selbständige Bahnen ern- geschlagen wie Karl Lamprecht. Irgend einer der geschrchtswrssen- schaftlichen Schulen kann er darum nicht crngeordnet werden. Frühzeitig reifte in Lamprecht d?r Plan, rm Gegensatz zu der politisch-pragmatischen Darstellungsweise, dre üblich war, erne Geschichte des deutschen Volkes auf breiter kuMirgeschrchürcher Basis von den ersten Anfängen bis, rn dre, neueste Zett reidrnlb zu schreiben. Von 'ihr liegt brslang dre Darstellung bis 1648 vor und außerdem zwei ErganLungsbände, dre dre gesamte geistige und wirtschaftliche Kultur der neuesten Zeit so knapp als erschöpfend und zrrtreffend rm literarische::, künstlerischen und Philosophrschen Urteil behandeln. Lamprecht legte allen Nachdruck atf den Nachweis des innigen Zusammenhanges, in welchem die verschiedene«Werten be? Kul­turlebens die Wissenschaft, Poltt.k, Kunst, Wirtschaft M

Paare hintereinander aus demselben Wege bei den nie unterbrochenen Klängen desselben Marsches hinter den Fackelträgern rings um den inneren Raum des Saales bis wieder vor den Thronhimmel. Ich glaube, es geschah zum ersten Male an unserem Königshof, daß die Last be§' Amts dieses Fackeltragens und Vortritts den Herren Mi­nistern abgenommen und lieber den jüngeren Schul­tern der Pagen auferlegt worden war. Ich habe einst noch den Fürsten Bismarck, wenn auch mit gut verhehltem Grimm, einen solchen Fackeltanz bei einer Hochzeit im Berliner Königshause mit seinen Kollegen wohl ei ne Stunde lang voranschreiten gesehen... Die Zeremonie wiederholte sich wohl zwanziginal ohne Rrche- pause. Um die Länge der. Dauer, die bei der Menge der diesmal anwesenden fürstlichen Persönlichkeiten endlos zu werden drohte, möglichst abzukürzen, war die Einrichtung getroffen, daß vom etwa dreizehnten Umgang ab die Mon- winzessin gleichzeitig von zwei Prinzen geleitet wurde, einen an jeder Hand führend, während ihr Gatte mit zwei Prinzessinnenfackeltanzte"; ja, daß auch bei den letzten Umgängen zur Seite jedes der beiden Partner noch! ein anderer schritt. 'Einmal bei diesen Umgängen hielt die eine Hand der Prinzessin auchi der japanische Prinz. Einmal Fürst Ferdinand von Bulgarien. Einmal schritt sie mit ihren drei jungen Schwägern, einmal ihr Gatte mit zwei Vater-

der Bildergalerie her traten feierlich langsamen Schrittes, vom Oberzeremonienmeister Graftn Eulenburg geführt, zwölf Pagen paarweise, jeder eine Wachsfackel mit silbernem Handteller tragend, in den Saal, durchquerten ihn und machten in zwei Reihen von je sechs hintereinander vor den dort Stehenden, sie mit tiefer Verbeugung begrüßend, Halt. Auf die Einladung' des Grafen Eulenburg stieg die Kronprinzessin vom Hautpas herab und forderte lächelnd ihren jungen Gemahl zumÄrnA" auf.' Er faßte sie an der Hand. Die vier Hofdamen in türkisfarbigen Schlepp­roben ergriffen die silberstoffene Schleppe ihrer Herrin. Die neue Oberhofmeisterin trat ihffm zur rechten Seite. Die eigene Schleppe über den Arnr nehmend, schritten sie neben diesen Trägerinnen dem v'^Mählten Paare nach, das hinter der Pagenreihe mit d'>2 Fackeln den Saal in immer gleichem, feierlichem Tempo umwandelte. Wieder zu dem Ausgangspunkt zurückgekehrt, verbeugten die Pagen­reihen und beide Gatten sich tief vor dem Kaiserpaar. Die Kronprinzessin forderte den Kaiser, der Kronprinz seine Mutter zur Polonaise auf. Vier Hofdamen in weißen Roben nahmen die rosa Sammetschleppe auf, Herr v. Mirbach im roten Koller schritt daneben, und so wandelten beide ...... .f demselben Wege bei den nie desselben Marsches hinter den

vevinNchtes»

*Mutting, unser Kronprinz ist hier." Eine rührende Geschichte vom Kronprinzen wird aus Ludwigs­lust berichtet. Der Kronprinz fuhr eines Tages, nur von einem Ehauffeur begleitet, im Automobil von Ludwigslust nach Schwerin, um seinen Schwager, den Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, zu besuchen. Unterwegs begegnete das Kronprinzliche Automobil einer alten Taglöhnerssrau, die am Rande des Chausseegrabens saß und bitterlich weinte. Aus die Frage des Kronprinzen, der sein Automobil sofort zum Stehen brachte, was ihr fehlte, berichtete sie, daß ihr Mann sich dein: Grasmähen mit der Senfe schwer verletzt habe und sie nun nach Schwerin müsse, um das nötige Ver­bandzeug zu holen. Sie habe nur, da sie zu erschöpft fet, ein Weilchen ruhen wollen. Der Kronprinz nahm die alte Frau, die ihn, da er bürgerliche Kleidung trug, nicht er­kannte in sein Automobil und fuhr sie nach Schwerin vor die Apotheke wo sie sich unter rührenden Dankesworten ver­abschiedete. Vorher hatte sich der Kronprinz nach ihrem Rainen und Wohnort genau erkundigt. W:e erstaunte nun die Taglöhnerssrau, als sie nach Hause kam und ihr an der Gartentür ihre älteste Tochter bereits die Worte entgegen rief:Mutting, unser Kronprinz ist hier! Der Kronprinz hatte nämlich sofort, nachdem er die Alteentlasten hatte, durch den Chaufseiir einen Arzt und verschiedene Stärkungs­mittel für den Patienten besorgt und war selbst mit nach dem Dorfe H., wo der Verunglückte wohnte, gefahren. Der braven Gattin, die den Kronprinzenwieder be­grüßte, schenkte er ein Zwanzigmarkstuck. Mittlerwei hatte sich vor dem Hause die gesamte Dorfeinwohnerschaft ver­sammelt, die den Kronprinzen- bei seinem Heraiistreten mit begeisterten Hochrufen begrüßte Als sich der Taglohner be: seinem Abschied nochmals bedanken wollte, sagte der Kmser- sohn ernst:Ich habe nur das getan, was m:r meme Pflicht Festlichkeiten am Berliner 5)ofe am Dienstag T^^nd bildete, berichtet dieBoss. Ztg> : Es an der -W feite die fürstlichen Damen und Herren uno hinter ihnen die Pagen, die Offiziere des kaiserliche Hanfes und das ganze Gefolge, gegenüber eine Reche Hvfchargen sich auf­gestellt hatten, eck lang, von der Militärkapelle an gestimmt, die Marsch-- oder Polonaisenweise des ^ackeltan^es. Von

Ävsma üus den LrüuSesaü!tsreüMeru der Stadt Sießev.

Aufgebote. .

Mai. 26. Christoph Leyerer, Bergmann in Climbach, nut Lma Elifabethe Schweitzer dahier. 26. Moritz Rosenbaum, Metzger da- liier, mit El«- Reinheimer in Gbcrftabt 26. Max H°mm-r!chlag. Kaufmann dahier, mit Nanni Stern m Medebach. 30. August Goß- mann, Taglöhner dahier, mit Elise Orth bleibst. Ium. 2. Fred­rich Weber, Werkmeister dahier, nut Meta Wendelborn m Hamburg.

Eheschlietzungeu.

Mai. 27. Wilhelm Flett, Bauschlosser dahier, mit Johanna Schmidt biersclbst. 27. Wilhelm Klein, Heizer dahier, mit,.Henriette Trökl-r hi°.1°lbst. 27. Karl Reuter, Schlaher dahl-r, nut Sophie Margaretne Rödel hierielbst. 27. Franz Rausch, Pflasterer m Seligenstadt, mit Luise Krick dahier.

Geborene. ,

Mai. 21. Dem Tapezier Wilhelm Scheumeister ein Sohn» Ludwig Heinrich. 23. Dem Kellner Heinrich Saßmannshmisen em Sohn, Heinrich. 24. Dem Kaufmann Louis Rosenthal eine Tochter. Käthe. 25. Dem Fabrikarbeiter Karl Schäler em Sohn. 27. Dem Geschäftsreisenden Heinrich Schott ein Sohn, Adosi Friedrich. 27. Dem Gärtner Karl Max Tippmann eme Tochter. 28. ^em Schreiner Heinrich Flach ein Sohn, Willy Hemrich. 28. Dem Schuhmacher Johannes Schliurd eine Tochter, Martha Elisabeth.

Gestorbene.

Mai. 30. Christiane Koch, 2 Monate alt, Tochter des Zemenü arbeiters Ludwig Koch dahier. . 31. Margarethe Link, geb. Gleis, 74 Jahre alt, Witwe des Pedellen Georg Lmk dahier. 31. Lupe Göbel, 18 Jabre alt, Dienstmädchen dahier. Ium. 2. Marre Kühne, geb. Euler, 59 Jahre alt, Witwe des Sattlermeisters Ludwig

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Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dfti?r Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktw" dem Publikum gegenüber keiner!«

Verantwortung.) ~ ____

Gießen, den 9. Ium 1905.

Der gefährliche Unfug, mit Steinen zu werfen, ist leider bei unserer Schuliugend norf) stark im Schwang. Ich selbst habe öfters auf ben Straßen Bilden deshalb tadelnd ange- fahren, und habe noch kürzlich von meinem Fenster aus lewer außer Hörweite zuschauen müssen, wie sich zwei Knaben an einer Straßenecke längere Zeit lebhaft mit Steinen bewarfen.

Heute passierte meinem sechsjährigen Jungen folgendes: Er kam gegen 1 Uhr aus der Schule und war gerade inmitten sem^ Heinen Kameraden in der Johannesstraße. Da wurde er plötzlich von einem über eigroßen Stein ins Gesicht getroffen, der, wie er behauptet, wahrscheinlich au§ einer Gruppe ihm begegnender größerer Schiilknaben geworfen worden ist. Der Junge hat eme kleinere Verletzung dicht am Auge erhalten und die Nase hat ihm längere Zeit stark geblutet. Leider fann ich nach den unzureichenden Angaben des Juligen den Täter nicht mehr feststellen lassen; ich ergreife aber hiermit die Gelegenheit, alle einsichtigen Eltern zu bitten, ihren Kindern derartigen gefährlichen Unfug zu verbieten und nach Kräften zu wehren; auch wurde ich Den Herren Lehrern dankbar jein, wenn sie das Verbot des SteimverfenL nochmals ihren Schülern einschärftem &

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Nr. 135 Drittes Blatt. 155. Jahrgang Sarnstag 10. Jnm 1905

«rlchtim«,!!»mit «u-nahm« de» E-nntagS. A ° . aA R-!attonSdiruZ und Berlag ver Brühl'lchca

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Landwirt" «IchetiU monaüich einmal. ~ V ~ Tel. Nr. 6L Telegr..Mr. 1 Anzeiger Diebe»

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Liehen.