Ausgabe 
8.8.1905 Zweites Blatt
 
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Also auch in Heuchelheim werden Jntriguen gesponnen, wenn auch mit schlechter Orthographie.

Gin Goldstuck an8 der vierten Dimension. Einer unserer Muscnsöhne, der am ersten jeden Monats nicht über Ueberflus; an Geld zu klagen hat, fand eines Abends, als er in einer Gesellschaft von Kommilitonen sich befand, eine Doppclkrone in seiner linken Rocktasche. Freudig erstaunt

Alis Aiaöt und Land.

Gießen, 8. August 1905.

Doktorjubiläum. Am 4. d. Mts. feierte in Friedberg der Prakt. Arzt, Dr. Wilhelm Görtz, sein 50jährigeS Doktorjubiläum. Die LaudeSuuiversität, in der er promovierte, erneute ihm das Doktordiplom.

Prof. Dr. Popper t, Direktor der chirurgischen Klinik, wird, wie wir erfahren, einen Urlaub vom 10. August bis 4. September antreten.

* * Durch Feuer schwer verletzt. Ein großes Unglück ereignete sich gestern vormittag in einem Hause der Walltorstraße. Die Ehefrau des dort wohnhaften Sergeanten Post hatte in der Küche ihre Lampe gereinigt und dann Petroleum zugegossen. Der Küchentisch auf dem die Lampe stand, befand sich neben dem geheizten Herd. Ob die Frau die Petroleumkanne and Versehen auf den Herd gestellt, oder diesem mit der Kanne sonst zu nahe gekommen ist, war nicht sicher festzustellcn, kurz, plötzlich explodierte die Petroleumkanne und im gleichen Moment standen die Kleider der Frau in Flammen. Sie eilte, laut um Hilfe rufend, die Treppe hinab, zu den Mitbewohnern und auf die Straße. Straßenpassanten erstickten die Flammen.

hier eine Postkarte zugestellt mit folgendem Inhalt: Du griechst doch die M. Lina nicht, bu deffst dich stelle

Die Schwerverletzte wurde in die Klinik gebracht; an ihrem Aufkommen wird gezweifelt. Wie uns mitgeteilt wird, hat nicht nur die bedauernswerte Frau, nachdem ihre Kleider in Brand geraten waren, kopflos gehandelt dies ist ja einigermaßen erklärlich sondern die Leute, zu denen sie in ihrer Angst zuerst geeilt war, haben sich gleichfalls höchst unbesonnen, ja, sogar nachlässig und herzlos be­nommen. Ein Teppich oder etwa eine Bettdecke hätte ohne Besinnen herbeigeschafft werden müssen, um die Flammen zu ersticken, wenn der betreffende Gegenstand auch dabei zu Grunde gegangen wäre. So hat ein Lederschnrz, der zu­fällig auf der Straße zur Hand war, das Nettungswerk versucht; leider war es zu spät. Wie wir hören, hat nach dem Vorfall gestern die schwerverletzte 24jährige Frau ein Kind zur Welt gebracht. Heute geht es ihr ein wenig besser, doch ist ihr Zustand sehr bedenklich.

** Bahn baut en in Hessen. Das Großh. Ministe­rium hat lt. Regierungsblatt der Kgl. preußischen und der Großh. hessischen Eisenbahndirektion in Mainz die Er­laubnis erteilt, Vermessungen zu Eisenbahnzwecken in den Gemarkungen Ebers.adt bei Darmstadt, Griesheim, Weiter­stadt und Arheilgen aussühren zu lassen. Ferner Hal das Ministerium dem Komitee tür die Erbauung einer uormol- svurigen Nebenbahn von Homburg v. d. H. nach Vilbel die Erlaubnis erteilt, Vermessungen und Vorarbeiten für die Erbauung einer normalspurigen Nebenbahn von Vilbel über Massenheim, Nieder-Erlenbach und Ober-Erlenbach nach Homburg v. d. H. innerhalb des hessischen Staatsgebietes ausführen zu lassen.

* * Pferd und . ,i, u Gestern nachmittag führte ein Knecht zwei ausgespannte Pferde die Licherstraße hinunter, wobei er mit den Tieren von einem Radfahrer überholt wurde, der rechts statt links vorbeifuhr. Die Pferde scheuten und schlugen aus. Das Handpserd schlug das Rad in Stücke, während das Sattelpferd durch Hochspringen den Knecht am Bem verletzte.

* Der Nennkampfum das goldene Rad von Gießen" hat am Sonntag auf dem Sportplatz an der Hardt dasselbe Bild wie bei den früheren diesjährigen Nennen hervor­gerufen. Der Besuch war aber mäßiger als das letzte Mal. Drescher-Mainz gewann das sogenannte goldene Nad und einen Lorbeerkranz.

* * Der Gardeverein-Gießen unternahm am Sonntag einen Ausflug mit Hindernissen. Die Fahrt mit der Biebertalbahn ging anfangs im gewohnten Tempo, aber, so schreibt man uns, mit des Geschickes Mächten ist kein ewiger Bund zu flechten, in Rodheim bekam die Maschine einen Nohrdefckt. Alles mußte ausstcigen, und das Eintreffen einer Neservemaschinc von Gießen abwarteu. Man vergnügte sich die Stunden einfach dadurch, daß man vor dem Bahnhof einstweilen ein Tänzchen inszenierte. Die hiesige Feuerwehrkapelle spielte fleißig ihre munteren Weisen. Nachdem die Neservemaschine eingetroffen war, setzte sich der Zug unter Hurrahrufen in Bewegüng und traf mit ca. 1 Stunde Verspätung in Bieber ein. Von da ging es über Hof Hainau nach dem reizenden Plätzchen an der dicken Eiche, wo sich bald ein fröhliches Treiben ent­wickelte. Der Festwirt Schlierbach hatte für allerlei Er­frischungen gesorgt und bald stellte sich die beste Laune ein. Der 2. Vorsitzende des Vereins brachte ein dreifaches Hurrah auf Se. Majestät aus, was mit stürmischem Beifall aufgenommen wurde. Sodann wurde dem ersten Vorsitzenden Grünig von den Damen des Vereins eine kostbare, selbstgefertigte Schleife mit den Nationalfarben nebst einer silbernen Schnalle für feine großen Verdienste gestiftet. Unter den Klängen der Musik und des Gesanges, dieser ausgeführt von der Gesangsabteilung des Gardevereins, entschwanden die wenigen Stunden leider zu früh. Die Festteilnehmer kehrten unter der Führung ihres Dergnügungsvorsitzeuden mit dem letzten Zug des Biebertal-Bahnhofs hierher zurück, um sich dann unter dem Vorantritt der Musik nach dem Vereinslokal zu begeben.

* Honigverkaufsgenossenschaft. Am 4. d. M. versammelte sich im Karlshof eine Anzahl oberhessischer Bienenzüchter zur Gründung einer Honigverkaufsqenossenschast, c. G. m. b. H. Die Anwesenheit des Geschäftsführers des rheinhessischen Vereins und des Verbandsrevisors Lehr war dem Zustandekommen der Genossenschaft besonders förderlich. Lehrer Buß begrüßte die Erschienenen und legte den Stand der Sache, die auf der letzten Generalversammlung des ober-

hessischen BienenzüchteroereinS angeregt wurde, vor. Es wurde sodann in die Beratung der Satzungen eingetreten und der Verein konstituiert. Der Sitz der Genossenschaft ist Ber­stadt, Zweck des Unternehmens die besiere, gemeinschaftliche Verwertung garantiert reinen Bienenhonigs. Bereits 60 Imker haben ihren Beitritt schriftlich erklärt.

Massenvergiftung in König i. O. Wie uns aus Darmstadt drahtlich berichtet wird, ist in einem Pensionat zu König i. O. eine Massenvergiftung vermutlich infolge des Genuffes eines Puddings vorgekommen. Der Untersuchungsrichter hat sich von Darmstadt dorthin begeben. Die Erkrankungen sollen nicht schwerer 9(rt sein.

** Vereinstrauer. Ein Gesangverein hatte, so wird uns von auswärts mitgeteilt, bei einem Gesangswettstreit auf den erhofften Preis wegen mangelhaften Singens verzichten müffen. Ein Mitglied schob die Schuld auf den Dirigenten. Als dieser mit einem Glase Bier seinen Unmut hinunter­gespült hatte, nahm er seinem Schirm, um den Heimweg an­zutreten. Als er gleich seinen Parapluie wegen des strömen­den Regens öffnen wollte und ihm dies nicht gelang, er­schallte ein mächtiges Lachen aus den Reihen der Sänger, denn ein Vereinsmitglied halte den Schirm des Dirigenten mit einem Trauerflor umhüllt.

"Die Weibsleut' von der Rotte Korah." AuS Heuchelheim schreibt man uns: .Einem Herrn wurde

willst.

Hochachtend zeigned sich die Weibsleut von der Rotte Gora. L. R. M. M. L. G. W. W. E. St/

In Brest Litowsk in Russisch-Littauen überfielen ' vnchrere vor kurzem entlassene Sträflinge eine Militär-Pa- ' trmitne und verwundeten durch Dolchstiche den Unteroffizier, einen Soldaten und einen Passanten tödlich. Die Ver­brecher wurden verhaftet.

In der seit einigen Monaten in Petersburg abgeyat- tenen Naphtha-Konferenz, die am 7. d M. ge- , schlossen wurde, wurde u. a. die Ergreifung lOlgenber Matz­regeln zur Beseitigung der gegenwärtigen Krisis für no^ wendig erachtet: nämlich flüssiges Brennmaterial womognch durch Kohle zu ersetzen und die Einfuhr ausländischen Naph­thas zu gestatten. Die Frage betreffs der Vergrößerung der Naphtha-Gewinnungsfläche soll der im September statt- ftndenden Konferenz der Naphtha-Industriellen unterbreitet

Zn Helsingfors versammelten sich 20 00 0 Ar­beiter und Mitglieder der gebildeten Stände zu einer gemeinsamen Kundgebung gegen die Guifufyrung der kriegsgerichtlichen Aburteilung politischer Verbrecher. Von sechs Rednertribünen aus wurden Ansprachen in schwe­discher und finnischer Sprache gehalten, die gegen die Ab­urteilung des Arbeiters Proleope, des Mörders des Gen­darmerieobersten in Wiborg, ferner gegen den stellvertreten­den Gouverneur Neinbot, den Polizeimeister Andrey ow und den Polizeikommissar Pawlutzki gerichtet waren. Die Versammrung forderte die sofortige Verhaftung Andressows und Pawlutzkis, welche unter Mitwirkung des Gouverneurs Neinbot am 29. Januar Unruhen ins Werk gesetzt hätten; ferner die sofortige Entlassung aller höheren Beamten, welche die Ausführung des Urteils des Helsingforser RatgerichteS hintertrieben hätten, dem­zufolge Andressow und Pawlutzki sofort zu verhaften waren, endlich die sofortige Beseitigung der russischen Gendarmerie in Finnland: ferner forderte die Ver­sammlung die alsbaldige Aufhebung der seinerzeit an­geführten Diktatur, sowie der Z e n f u r, Wiederherstell­ung der früheren Preßfreiheit und schließlich, da sich der jetzige Landtag als ohnmächtig und zu schwach erwiesen hätte, die Einberufung eines außerordentlichen Land­tages, welcher die Frage der Einführung des allge­meinen Wahlrechts beraten sollte, wodurch allein die Rechte der Burger gewahrt werden würden. Die Polizei ließ die Demonstranten gewähren, welche ruhig auseinander gingen, nachdem sie diese Resolution gefaßt hatten.

Aundesfcst der obcrhisfischen Landwirte.

(Schluß.)

K. Alsfeld, 8. August.

Das Thema des Landtagsabg. Hirschel-Friedberg hieß:Mehr Genossenschaftsgeist, mehr Bun­de streue". Hirschel führte folgendes aus:

Ein Sprichwort sagt:Hat der Bauer Geld, so hat's die ganze Welt", man kann es aber auch in der Form sagen,Hat der Bauer Geld, so wird er von allen Seiten übervorteilt". Unser Zwischenhandel ist eine Schmarotzerpflanze, die an allen Ständen klebt und alle zu überfordern sucht. Wir können unS dagegen nur durch das Genossenschaftswesen schützen, darum müssen wir uns zufammenschließen. Auch hier haben sich die Landwirte zusammcngetan und eine Kornhausgenossenschast mit dem Sitze in Alsfeld gegründet, die in der kurzen Zeit ihres Bestehens überraschende Erfolge errungen hat. Sie wird von tüchtigen Männern geleitet, die an der Spitze des Bundes in Hessen stehen. An der Gmoftenschaftsbewegung in Deutschland hat die Landwirtschaft den größten Anteil unter allen Berufs­ständen: im Jahre 1904 zählte man 18 309 landwirtschaftliche Genossenschaften, davon waren 12 438 Spar- und Darlehn s- kassen, 2700 Molkereien, 1729 Bezugs- und 1356 sonstige Ge­nossenschaften. Der Bauer muß auf sich "selbst vertrauen und das Wohl seines Standes im Auge haben. IV2 Millionen deutsche Bauern find bereits genossenschaftlich organisiert, 3 Millionen find es leider noch nicht. Der genossenschaftliche Geist muß noch zunehmen. Auch dem Bund der Landwirte gegenüber muß Treue betrieben, er ist ein Machtfaktor geworden und zahlt jetzt lUAN- halb Deutschlands 200 000 Mitglieder. Es ist nicht genug Mit­glied zu sein, man muß auch mitwirken an den hohen Zielen und Aufgaben des Bundes. Das Hesfenvvlk ist ein größtenteils landwirtschafttreibendes Volk und noch ein kräftiger Stamm Die Großstadt dagegen ist der Komposthaufe aus dem aller Unrat der Welt sich aufhauft. Hirschel endete mit einem Hoch auf das Hessenvolk.

Köhl er-Langsdorf sprach, wie schon kurz berichtet wurde, über seine Tätigkeit im Landtage und die Bereinig­ung des hessischen Bauernbundes mit dem Bunde der Land­wirte. Er führte aus:

Heute sind es 15 Iahte, daß ich als erster Vertreter des hessi- <chen Bauernstandes in den hessischen Landwg einzvg. Aus Liebe zu meinem Bauernstände, zum echten nationalen Volkstum, bin ich allezeit für die Interessen der Landwirtschaft eingetreten. Wir Hessen traten nickt sogleich dem Bund der Landwirte bei, er war uns nicht radikal genug, jetzt ist er es, intb wir gehen mit ihm Seite an Seite, um für unsere hohen Ziele zu kämpfen. Mit dem Bauernstand aber muß vereinigt sein der alte deutsche Adel, wie es früher war, nicht der Jndustrieadel. Der Bauernstand und der echt deutsche Uradel verkörpern daS deutsche Volk. Sie marschieren ja auch Seite an Seite, wenn es Krieg gibt. Der Bauernstand blühe zum Wohle des Vaterlandes, er lebe hoch!

Das Schlußwort sprach Landwirt Lutz- Elpenrod, _der ein Hoch auf den Ordner und Leiter des Bauernfestes, Landtagsabg. Korell, ansbrachte. Gegen 8 Uhr begaben sich die auswärtigen Gäste durch das hübsche Wiesental der Schwalm auf den Rückweg. Doch wurde vorher der alten Burg der Riedescl, von der man eine herrliche Aussicht genießt, ein Besuch abgcstattet. Unter den Bcfticheru fielen hcfonders die Schwälmer Bauern aus Kurhessen in ihrer hübschen, kleidsamen althessischen Tracht auf, und wir wünschen, daß sich diese Tracht nocll lange erhalten möge.

erkundigte er sich sofort in der Gesellschaft, ob jemand Geld verloren habe, und als dies verneint wurde, machte er au5 dem Fund in seiner Tasche, der ihm wie von Gott gesandt vorkam, gar kein Hehl und gab noch am selben Abend einen beträchtlichen Teil des Geldes aus. Am andern Mittag löste sich daS Rätsel. In einem Cafe, wo der so glücklich zu Geld gekommene Student am Tage vorher seinen Mittagskaffee eingenommen hatte, hatte ein Kellner seinem jüngeren Kollegen gezeigt, wie man zaubert. Er batte ein 20 Mark­stück verschwinden lassen, dieses war aber statt in den Aermel des Zauberers in die Tasche des Gastes geflogen und ob- wohl der Kellner sich nachher ganz ausgezogen hatte, nicht wieder zu finden gewesen, so daß der jüngere Kollege an der Echtheit des Zaubers nicht den mindesten Zweifel hatte. Der glückliche Finder des Goldstückes machte nun, da er in die Ferien gehen will und ihm hierzu die Mittel kaum langten, ganz vergnügt aus der Not eine Tugend, er machte bei dem Kellner eine Zwangsanleihe, welcher froh ist, die Aussicht zu haben, fein Geld doch einmal wieder zu bekommen.

** Im ganzen 18. Armeekorvs wurden gestern Reservisten auf sechs Wochen fürs Kaisermanöver ein­gezogen. Die Regimenter Nr. 166 und 168 erhalten noch ein 3. Bataillon, gebildet aus Reservisten. Dns hiesige Infanterieregiment verläßt die Garnison am 15. August, um bei Wiesbaden sein Regiments- und später Brigade­exerzieren abzuhalten. Das 1. und 2. Bat. kommen in die dortige Kaserne, das 3. Bat. nach Bierstadt ins Quartier. Tie 168. (Butzbach 1. Bat., Offenbach 2. Bat.) verlassen die Garnisonorte am 11. d. M. und gehen nach dem Mainzer Sand. Später haben sic mit den 115crn und 116em (49. Inf.-Brigade) bei Wiesbaden ihr Brigadeexerzieren. Die 116er bleiben bis 27. d. M. in Wiesbaden und Umgegend, dann gebt die Brigade nach Homburg zu und dem Rheingau ins Manöver.

+ Lollar, 8. August. Bürgermeister Zimmer» mann hat sein Amt als Bürgermeister von Lollar niedergelegt.

? Lick, 6. August. Heute wurde dem Krieger» verein Lich die von Sr. Maj. dem deutschen Kaiser ver­liehene Fahnensckleise programmmäßig in feierlicher Weise überreicht. Der Festzug bot einen recht schönen Anblick.

O Laub ach, 7. August. Der Bau der hiesigen Gaszentrale, deren Kostenvoranschlag sich auf 700000 Mark stellt, soll von derSüddeutschen Gasgescllschaft" (Frankfurt a. M.) begonnen werden, sobald die beim Großh. Ministerium mit den Gemeinden abzuschließenden einge- reichten Verträge geprüft und zurückgegangcn sind. Im April sind die Verträge dorthin abgeschickt worden, bis jetzt ist aber keine Antwort erfolgt. Von dem Hochbauamt Als­feld ist die Gesellschaft bereits mit der Ausarbeitung des Beleuchtungsplancs für bad im nächsten Jahre hier zu er­richtende Amtsgericht betraut worden.

Bad -Nauheim, 5. Aug. Folgende Unter* Haltungen werden in dieser Woche ftattfinben: Dienstag nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kur- kapcllc. ÄbendS 8 Uhr im Saale Soiree des PrestidigitateurS und Illusionisten Jean be Bcrghof. Mittwoch nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapellc. Abends 8 Uhr im Saale Theatervorstellung:Eharleys Tante." Donnerstag nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapclle. Abends im Saale Tanz. Bei gutem Wetter nachmittags von 4l/361/« Uhr und abends von 810 Uhr Militärkonzert auf der Teichmsel. Abends von 8 Uhr ab Lampionsbeleuchtung auf der Teich- Haus-Terrasie. Freitag nachmittags und abends auf der Terrasie Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theater- Vorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle:Fatmitza." Samstag nachmittags und abends auf der Terrasse Venefiz- Konzert für die Mitglieder der Kurkapelle. Sonntag Konzert der Kapelle des Königl. Bayr. 6. Chcveauxleger-NcgimentS »Herzog Karl Theodor" aus Dieuze. Nachmittags Kinder­vorstellung:Dornröschen." Abends Symphonie - Konzert der Kurkapelle.

pWerdorf, 8. August. In dem durch den lieber- tritt der Dill entstandenen kleinen Weiher in der Nähe unserer Eisenbahn-Haltestelle sind sämtliche Fische ge­storben; sie liegen eben an der Oberfläche dcS Wassers. Offenbar ist dieses, weil eS keinen Zu- und Abfluß hat, stinkend geworden, was die Todesursache der Fische ist.

(**) Dutenhofen, 8. Aug. Die als Fischteiche seit 6 Jahren verpachteten Ausschachtungen an der Bahn­strecke GießenDutenhofen werden in diesem Herbste wieder verpachtet. Sie sind reich mit Karpscn und Schleien besetzt, die sich in den Teichen bei reichlicher Nahrung sehr vermehrt haben.

p Wetzlar, 7. August. Durch niedergehendes Ge­stein wurden auf der ca. 8/< Stunden von hier entfernt liegenden GrubeAmanda" zwei Bergleute heute lebensgefährlich verletzt. Der eine, Bauh, ist be­reits gestorben und der andere, Theiß, liegt in der Gießener Klinik.

p Katzenfurt a. d. Dill, 7. August. Ein recht be­dauerliches Unglück hat einen hiesigen Bauersmann ge­troffen, der beim Ernteeinbringen fein eigenes 4 Jahre altes Söhnchen überfuhr und schwer verletzte.

p Herbornseelbach, 7. August. Der Typhus greift hier weiter um sich. Fünfzig Personen sind be­reits erkrankt. Die sofort gegebenen sanitären Vorschriften finden strengste Befolgung.

§ Marburg, 7. August. In den beiden letzten Nächten wurden in Ginseldorf, Bauerbach und Großseelheim Einbruchsdiebstahle verübt. Im ersten Ort, wo der Dieb drei Einbrüche verübte, wurde er von einem beherzten Mann festgehalten und bann brachte man ihn ins Spritzenhaus. Trotzdem zwei Mann Wache dabei standen, entfloh der Dieb durch das Dach und lief in den Wald.

Homburg v. d. H., 5. Aug. Für die Kaisertage sind hier bereits größere Veranstaltungen getroffen. Im Kurgarten wird am 8. September, am Tage der Kaiser- parade, auf der großen Wiese vor derKurterasie ein großer Zapfenstreich von 2500 Musikern des XVIII. Armeekorps unter Leitung deS Armee-Musikinspizienten Profeffor Roß­berg bei großartiger Gartcnbelcuchtung auSgcführt werden. Der Kaiser, Kaiserin, Kronprinzenpaar, Prinzen, sonstige Fürstlichkeiten und Gefolge werden auf der irurterrasse in be-