Ausgabe 
29.4.1904 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 100

Zweites Blatt

154. Jahrgang

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen

Aie heutige Mrmmer umfaßt 10 Seiten.

»«»it

tahitiiM 3e'ud>* iw \att|UlliyU)Ul ^erQi'lraiie 11.

der Vorsitzenden der

reifes, die von der hiesigen

inrd. Nach einem soeben eingetroffenen Tele- ist der bei Onganjira schwer verwundete Leutnant

w

te

L

st

*t.\

t

8

8 1. i i 8. d. )L

n* ai es n.

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags.

DieSiebener Lamilienblätter" werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.

itt' I s\a ><*v

Freitag LS. April 1904

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sch« UntversUätSdruckerei. R. Lange, Dießen.

Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.V.

Del. Nr. 6L relegr.-Adr., Anzeiger Gieß«.

I

1

*

(rüö7) Ordentliches Marga geluchl. Neuen Säue 11

Sttolijt! «P oom Lande für kleinen pausfc so'ort geiuchl. Oslanlage »0, II

«aalbau.

arburg

titoki'K ifi Gelegenheit ju einer ki- VinschastS-EmchtunS b-

d. Lsabelen. -SmLmdlnlert-'lt jiachbüfestiiüce.

Setten, Zinn^u- b Neue^

öei der Kolonne v. Glasenapp bis jetzt 87 Typhus- fälle vorgekommen, sind, von denen 9 tödlich verliefen. 43 Typhus kranke sind nach dem Lazarett in Windhuk über­führt worden. Der Rest und die Zugänge bleiben in Otji- hänena, wo die ganze Abteilung unter Quarantäne gestellt wird. Nach einem soeben eingetroffenen D J

B Aires lofl ___.hen un° * l

Bekannten beun" p

von Gieg-n em .

Giegen U|

M-«L-

Aus Kluöt und Kauü.

Gießen, 29. April 1904.

"Aus dem Militär-Wochenblatt. Veränder­ungen im Beurlaubtenstande: Befördert zu Lts. die Vizewachtmeister bezw. Bizefeldwebel: Bockenheimer (Stettin) des 2. Großh. Hess. Feldart.-Rgts. Nr. 61, Kettler (Hagen), Bingel (Koblenz/ des 1. Großh. Hess. Feldart.- Rgts. dir. 25, Oppermann (Münster) des Großh. Hess. Train- Bats. yir. 18, Schäfer (Gießen) des Jnf.-Rgts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, Geßner (Mainz) des Infanterie-Leib-Regiments Großherzogin (3. Groß- herzogl. Hess.) Nr. 117. Zum Rittmeister bezw. Hauptmann: Friedmann, Oberlt. des Landw. TrainS 1. Aufgebots (Mainz), Hoffmann (Erbach), Oberlt. der Res. des Fußart.-RgtS. Gencral-Fcldzeugmeister (Brandenburg) Nr. 3. Zum Oberlt.: Fischer, Lt. der Res. des 1. Loth- ring. Feldart.-Rgts. Nr. 33 (Worms). Versetzt: An- breae, Oberlt. der Res. deS Drag.-Rgts. Freiherr von Man­teuffel (Rl>ein.) Nr. 5 (L Darnrstadt), zu den Res.^Offi- zieren des 1. Großh. Hess. Drag.-Rgts. (Garde-Drag.) Nr. 23, Grünow, Lt. der Landw.-Jäaer 1. Aufgebots (XL Darmstadt), zu den 3ies.Offizieren des Brandenburg.-Jäger-Bats. Nr. 3. Der Abschied bewilligt: den Oberlts.: Matthaei, der Res. des Jnf.-Rgts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 (Kiel), diesem mit der Erlaubnis zum Tragen der Landw. Armee-Uniform, Müller (L Darmstadt), Hauff (II. Darm­stadt), Kirchner (Friedberg), Drude, Kretschmar (Gießen) Landw.-Jnf. 2. Aufgebots, den Lts.: Schenck der Landw.-

Mmittaas i nt, tt. zert MUH iilm 3 'Wbirigenten Urbach "8 das «orrzert m ______3925

. 6ii luititi Np hu Hausarbeit gesucht W ^urttz Sregori & Loh», __________Kreuzplay U,

gramme i,

v. Rosenberg am 2b. April in Okahandja gestorben.

Ein weiterer Truppentransport geht heute (Freitag) unter Führung des Hauptmanns Klitzing von 142 Mann nach 'Südwestafrika ab. Der Ergänzungstransport besteht aus 19 Offizieren, 18 Unteroffizieren. Von den Mann­schaften sind etwa die Hälfte Kavalleristen.

In Kolonialkreisen glaubt man nicht, daß es in Süd­westasrika in nächster Zeit zu großen Kämpfen kommen werde. Die Truppenleitung dürfte erst dann zu weiterem Vorgehen sich anschicken, wenn alle Vorbedingungen für einen entscheidenden Erfolg gefallen sind.

Oberst Dürr, der in Hamburg aus Deutschsüd- /vestasrika eingetrosfen und im Hotel de l'Europe abge­stiegen ist, widerspricht allen den umlaufenden Gerüchten betreffs seiner Rückkehr. Er sei nur aus Gesundheits­rücksichten zurückgekehrt und leide an einem Herz­fehler, der erst drüben in Erscheinung getreten wäre.

Vom Grootfonteiner Bezirk ist eine neue Kunde durch gedrungen. Der Vorsitzende der Abteilung Grootfon- tein-Otavi der deutschen Kolonialgesellschaft, Fischer, tele­graphiert an letztere am 25. April aus Keribib: Distrikt Grootfontein erlitt schwere Verluste. Großenteils herrscht Mangelamnotwendigsten. Jchbitteum

Inf. 1. Aufgebots (I. Darmstadt), zuletzt im jetzigen 10. Jnf.-Rgts. Nr. 161, diesem mit Aussicht auf Anstellung im Zivildienst, Schmitt (Adolf) der Res. des Fußart.-Rgts. Ge- neral-Feldzeugmeister (Brandenburg.) Nr. 3 (Mainz).

** Die Konferenz 1 Schuldorstände des K Kreisschultommisfion vor einigen Tagen anberaumt' und von ungefähr 40 Herren besucht war, nahm unter dem Vorsitz von Provinzialdirektor Dr. Breidert einen anregen­den Erlauf. Es war wertvoll, über viele mehr oder minder wichtige Punkte des Schullebens und der Schulverwaltung die Ansicht der Kreisbehörde zu hören und die Erfahrungen auszutauschen. Die Verhandlungen und die Tischreden, die der Kvnferenzvorsitzende in Erinnerung an den Tag der Düppeler Schanzen (18. April 1864) mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog eröffnete, legten Zeugnis dafür ab, daß zwischen der Behörde und den Schulvorständen das zum Gedeihen der Schule so nötige gegenseitige Ver­trauen vorhanden ist und weiterer Stärkung entgegensieht. Die Konferenz sand im Cafs Ebel hier statt und hatte eine Reihe von praktischen Beschlüssen zur Folge.

(s) Alsfeld, 28. April. Die hiesige Sonntags­zeichenschule beginnt am nächsten Sonntag, den 1. Mai, vorm. 9 Uhr im Gewerbeschulhause das neue Schuljahr. Anmeldungen werden noch von der Schul­leitung, Hauptlehrer Schindel, entgegengenommen.

Mainz, 27. April. Mir lesen imRh. Kur.": In der letzten Stadtverordnetenversammlung entrüstete sich der Vorsteher der Ortskrankenkasse, Genosse Seel, dar­über, daß den Sozialdemokrat en zum erstenmal die Stadthalle für ihre Maifeier verweigert worden ist. Er benutzte das zu einer ganzen Reche gehässiger Aus­fälle. Der Vorsitzende der Versammlung, Beigeordneter Laurat Kulm, sagte, daß am 1. Mai ein großer Fremden­zufluß in Mainz zu erwarten sei, deshalb müsse man die Stadthalle freihalten. Daß an die Richtigkeit dieser Ansicht kein Mensch glaubt, ist llar, denn bei den durch­schnittlich 400 Wirtschaften, die das Jahr über in Mainz eröffnet werden, brauchen die Jrernden weder Hunger, noch Durst, noch Obdachlosigkeit zu furchten. Aber man hat eben eine gewaltige Scheu, wobei die Rücksicht auf die bevor­stehenden Stadtverordnete nwahlen mitspielt, den Herren Genossen die Wahrheit zu sagen. Sonst hätte man ihnen einfach erklärt:An dem Lage, an dem wir den deutschen Kaiser nach Mainz eingeladen haben, um chm dankbar zu huldigen, geben wir Euch Sozialdemotraten, nicht die städtische Halle." Wie gesagt, so hätte man reden sollen, aber die Stadtverordnetenwahkn stehen ja vor der Tür!

^arlumcntanjches.

Berlin, 28. April. Die Budgetkommission des Reichstages verhandelte heute über die Einnahmen aus den Zöllen, Verbrauchssteuern und Aversen. Zu einem Anträge der Referenten Arendt und Speck, 20 Millionen mehr als Zolleinnahme einzu­stellen, bemerkt Staatssekretär Frhr. v. Stengel, er halte es für bedenklich^ 20 Millionen mehr einzustellen; wolle man mehr einstellen, so glaube er, die Einstellung von 10 Millionen könne mau verantworten; übrigens müsse man, ehe man derartige Maßnahmen treffe, bestimmt wissen, daß die Reichsfinanzreform, wie sie gestern in der Kommission genehmigt wurde, auch im Plenum Annahme finbe. Der Staatssekretär bestätigt dem ALg. Speck, daß ein neues Vereinszollgesetz anzustreben sei; ein Ent­wurf liege aber noch nicht vor. Der Antrag des Referenten wird einstimmig angenommen. Beim TitelZucker- fteuer" beantragen Arendt und Speck, 10 Millionen mehr einzustellen, womit der Staatssekretär sich einver­standen erklärt. Beim TitelBranntweinsteuer" be- anttagt Speck eine Erhöhung der Maischbottich- (teuer um fünf Millionen. Der Staatssekretär

^teutwein und anderes Afrikanisches.

DieKöln. Ztg." meldet aus Berlin:

Wie verschiedene Blätter melden, wurde in parlamen­tarischen Kreisen das mit großer Bestimmtheit ausgetretene Gerücht erörtert, Oberst Leutwein habe seinen Rücktritt als Truppenführer angeboten und vorgeschlagen, feine Tätigkeit auf die Gouvernementsgeschäfte zu be­schränken. Hiermit wurde auch die Frage von einer neuen hinausßu senden den bedeutenden Verstärkung in Verbindung gebracht. Es war bekanntlich schon früher von bem Rücktritt Leutweins die Rede. Da es allem Anschein nach seitdem an Reibungen in Südafrika nicht ge­fehlt hat, so wäre es denkbar, daß der Uebergang des Truppenkommandos in andere Hände jetzt diskutiert wer­den könnte. Was eine neue Verstärkung anbelangt, so nahmen bisher die Reichsregierung und der verantwort­liche Vertreter des Reichskanzlers den Standpunkt ein, daß das Gouvernement der Kolonie am besten in der Lage fet, nU beurteilen, wie viele und welche Truppen zur Unter­drückung des Ausstandes notwendig seien. Alle Verstärk­ungen sind so ausgeführt worden, wie sie aus dem Schutz­gebiete verlangt wurden. Man sandte die Zahl der Truppen hinaus, die das Gouvernement forderte, und man berück­sichtigte auch besondere Wünsche, wie die Aufstellung eines Eisenbahn-Detachements, die Sendung einer Maschinen- gewehrabteilung; ganz neuerdings ist auch ein Detache­ment der Luftschifferabteilung, einem Wunsche des Gou­verneurs entsprechend, nach Südafrika abgegangen. Tat­sächlich mußte man annehmen, daß die Bedürfnisfrage nur an Ort und Stelle, nicht vom Berliner grünen Tische aus entschieden werden konnte, und es ist in dieser Beziehung alles geschehen, was von der Kolonie aus verlangt wurde. Wenn sich nun Herausstellen sollte, daß die Streit­kräfte zur Unterwerfung des Aufstandes nicht ausreichen und dem von der verantwortlichen Leitung uns erer Kolonie Ausdruck gegeben werden sollte, so wird, so beklagenswert dies vom finanziellen Stand­punkte auch ist, nichts übrig bleiben, als auch in diesem Falle Opfer zu bringen. Von dem Verlaufe der Operationen der letzten Wochen ge­winnt man den Eindruck, daß sie zu einem gewissen Still­stand gelangt sind. Dir jüngsten Meldungen über die Schwächung der Kolonne Glasenapp durch Feuer und Krank­heit bestätigen den Eindruck, daß die jetzt in der Kolonie befindlichen Streitkräfte noch nicht ausreichen, um dem Aufstand in radikaler Weise ein Ende zu machen, wie es geschehen muß. ES würde unS daher nicht wundern, wenn wir abermals gezwungen wären, neue Truppenformationen hinauSzusenden. Wenn diese Notwendigkett an unS ber- antrttt, so würde zu bedauern sein, daß die Verstärk­ung nicht von vornherein ausreichend stark bemessen wurde, sondern daß man ein Astern der stück­weisen Verstärkung angenommen bat Die Verantwort­ung hierfür trifft die örtliche Verwaltung, die von Fall zu Fall alles erhalten hat, waS sie verlangte.

Sehr bemerkenswert ist folgende kurze Meldung des offiziösen W. T. B.:Die Gerüchte, der Gouverneur Leut- Wein habe gebeten, von dem Truppenkommando enthoben zu werden, werden für glaubhaft ge­halten."

Gouverneur Leutwein meldet aus Windhuk, daß

glaubt, daß man wohl zwei Millionen hinzusetzeu könne, worauf Speck den Antrag dementsprechend ändert.

Berlin, 28. April. Im Reichstage wird ein Antrag auf Schaffung einer Reichslotterie vorbereitet, die an Stelle der einzelnen Landes-Lotterien einwrtreten hätte.

Im Abgeordnetenhause wurden heute die beiden ersten Entwürfe der wasserwirtschaftlichen Vorlage einer 28gliedrigen Kommission überwiesen.

München, 28. April. Kammer der Abgeord­netem Bei der Meüerberatung des Postetats beant­wortet der Minister v. Frauendorfer u. a. auch die jüngsten Anregungen wegen Einführung einer Einheitsmarke. Er wiederholte die vom 15. Januar 1902 von dem Minister v. Erailsheim in der Kammer abgegebenen Erllärungen, daß durch die Einführung der Einheitsmarke nach dem ana­logen Vorgänge Württembergs das bayerische Reser­vatrecht berührt und beeinträchtigt werden könnte, und daß die Deibehaltung einer befonberen bayerischen Poftmarke auch für die Pfalz nur einen unwesentlichen Nachteil zur Folge habe. Unter leb­haftem Beifalle des Zentrums fügte Redner hinzu: Ich stehe auf dem Standpunkte v. Crailsheims, den ich aus staatlichen und politischen Gesichtspunkten für berechtigt halte, und ich bin überzeugt, daß ich mich auch hier mit dem Gesamtministerium in Uebereinftimmung befinde.

Dresden, 28. April. Die zweite Kammer beriet heute die von der Regierung vorgeschlagene Wahlrechts­änderung und erklärte sich nach Ablehnung der in der Denkschrift enthaltenen Vorschläge, die als Unterlage für ein lünsttges Wahlgesetz dienen sollten, mit den Deputa­tionsvorschlägen, die in der Hauptsache aus die Einftchrung des Plural Wahlsystems hinausgehen, einversümden. Staatsminister v. Metzsch hatte die Bereitwilligkeit der Re­gierung zu erkennen gegeben, aus Grund der gemachten Vorschläge einen neuen Gesetzentwurf auszuarbeiten und demnächst dem Abgeordnetenhause vorzulegen.

Geb. Irl.

25 (fahre, w. L angenehme ricll- ung. Hauptbeding.g. Behandlung Gest. Offerten unter 3923 an du Grpedilion bS. Blatter. fN: Besseres fränleii im Schneidern eckhr., suchte am litbfl in ein-KoMtwurs: irju-M o.d.^.d.R-

ttn 18-jähriges Mädihn fucht Stelle in rLigem hmd-- voher Lohn md)t enorbfiL aber aule Behandlung erwu«. 2u em. IN der Exv. d. njt

ziere, 20 Soldaten, 85 Kulis und 65 Knlis Bemannung ergaben sich. Ich nahm sie an Bord. Ein ohne Offizier äurückgebliebener Teil der Landungsabteilung weigerte sich, ich zu ergeben, leistete Mderstand und fand mit dem Scyifs, »as in den Grund gebohrt wurde, den Tod.

Admiral Jessen erklärt die plökliche Abfahrt seines Geschwaders von Gensan nach Wladiwostok durch fol­gende nach Petersburg gelangte Meldung: Am Montag nachmittag singen wir bei dichtem Nebel von Gensan kreuzend funken-telegraphische Zeichen, die unS unverständlich blieben, aber die Nähe feindlicher Schiffe verrieten. Ich beorderte eines meiner Torpedoboote nach Wladiwostok, damit diese Nachricht unverzüglich nach Port Arthur telegraphiert würde.

Vom Jalu.

Ein vom Jalu in Tschisu angekommener Dschunkenfübrer berichtet, daß die Japaner Kulietscheng gerade nörd­lich von Antung auf der mandschurischen Seite deS Jalu besetzt hättem Cr fügt hinzu, daß nur eine kleine Abteilung Japaner den Fluß überschritten habe. Das japanische KanonenbootMaja"' lief mit einigen Torpedobooten Montag im Jalu ein, fuhr sttomaufwärts und hatte am Montag und Dienstag eine Anzahl kleinere Gefechte mit den russischen Streitkräften an Land.

Aus Port Arthur.

meldet die Russ. Telegr.-Ag.: In der Nacht vom 27. auf den 28. April um 1 Uhr 30 Min. früh wurden feindliche Torpedoboote unter Bedeckung von Schiffen des japa­nischen Geschwaders bemerkt. Nach einigen Schüssen, welche keinen Schaden anrichteten, entfernte sich der Feind nach Süden.

Großfürst Cyrill.

TieKöln. Ztg." meldet aus Petersburg: Im Zustande des vor Port Arthur mit demPetrrpawlowsk" ver­unglückten Großfürsten Cvrill ist eine Besserung ein ge­treten, sodaß er bereits die Rückreife nach Petersburg in kurzen Etappen antreten wird. Nach Eintreffen der Meldung von dem Unglück forderte der Kaiser ihn telegraphisch auf, sich, sobald er reisesähig wäre, nach Petersburg zu begeben, um ihm über die Katastrophe eingehend Berrchr zu er­statten. Cyrill iift bekanntlich der einzige Ueber- lebende von den Offizieren des Stabes Makarows, die sich auf demPettopawlowsk" befanden. Nach Aus­spruch der behandelnden Aerzte wird die infolge der Ex­plosion und des Sturzes in das Meer eingetretene schwere Nervenerschütterung noch längere und sorgfältige Behandlung notwendig machen, bevor oer Großfürst wieder dienstfähig ist.

Die Lage in Schantuug.

Der chinesische Gouverneur von Schändung bat die deutsche Regierung um Einstellung der deutschen BermessungSar bei ten in Schantung, da die Sicher- beit des VermessungSpersonals wegen der durch Den Krieg erregten Stimmung der Bevölkerung nicht ver­bürgt werden kann.

Die Innere Gärnng in Rußland.

Der Krieg besitzt im allgemeinen keine Populari­tät im russischen Reiche. Weder in den höheren Schichten der Gesellschaft, wo die anfänglichen Fehler in der Besetzung der hohen Posten in Ostasren scharf kritisiert wurden, noch speziell bei der Arbeiterbevölkerung hat der Kamps gegen Japan eine patriotische Erregung hervor- gerusen. Nach direkten privaten Mitteilungen eines Russen, feer die Verhältnisse in Südrußland> Russisch-Polen aus eigener Anschauung kennt, haben die schon feit langem tätigen sozialistischen und revolutionären Cle­mente diese (Gelegenheit benutzt, nm die Arbeitermassen gegen das herrschende Regime aufzureizen. Es ist ihnen dies soweit gelungen, daß gegenwärtig die Haltung der Arbeiterbevölkerung Russisch-Polens den Behörden ernstliche Besorgnisse einflößt. Das provozierende Benehmen derselben kommt vorzugsweise in den Jndusttie- zentten, wo sich die Arbeiter bisher im allgemeinen ruhig verhielten, zur Geltung. Besonders in Lodz und anderen Stählen sanden vielfach Demonslratwnen statt, die sich gegen den Krieg wieNieder mit dem Zarentum, hoch Japan!" vernahm. Die Polizei hat infolgedessen viele Fabriken geschlossen und Verhaftungen vorge­nommen. Trotzdem sollen neuerdings auch in Warschau die Hetzer tätig sein und täglich versuchen, Versammlungen, in denen für eine freiheitliche Verfassung Propaganda ge­macht wird, zu inszenieren. Im allgemeinen ist man der Meinung, daß die Haltung der Arbeiterbevölkerung durch dieselben Agitatoren, die vorher in Südrußland tätig waren, beeinflußt wird, und daß die bisherigen Mißerfolge der Russen zur See, sowie die Aushebungen von Mannschaften für Ostasien ihrem Treiben Vorschub geleistet haben. Jeden­falls wird man, wenn auch die gegenwärtige Bewegung in Russisch-Polen wieder untenbrüdt werden wird, beachten müssen, daß die Arbeiterunruhen sich auch noch auf andere Gebiete des großen russischen Reiches als bisher ausdehnen.

sofortige Hilfe.

5>er Krieg zwischen Zapan uvd Außlaud.

Drei japanische Schiffe in den Grund gebohrt.

Ein Telegramm des Kvntreadmirals Jessen an den Zaren vom 27. d. M. lautet: In Gensan bohrten am 25. April zwei russische Torpedoboote den japanischen DampferGajo Maru" von 500 Tonnen in den' Grund, nachdem sie vorher die ganze Besatzung hatten an L a n d gehen lassen. Am selben Dqge 8.Uhr labends wurde auf See der japanische DampferMakarura M a r ü von etwa 220 Tonnen in den Grund gebohrt. Die Besatzung nahm ich an Bord zu mir. In der Nacht wurde ferner um 1 Uhr 30 Min. derjapanischeTrans- o o r t d a m p f e rK i s ch i n Mar u" von 4000 Tonnen in Den Grund gebohrt. Er hatte Reis und Kriegsvorräte und 1500 Tonnen Kohlen geladen. Der Dampfer war armiert mit vier 47 Millimeter-Hokinskanonen. 17 Ofsi-