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ganaenheit Tinge entdeckt haben, welche sie nicht geeignet machen, die Mutter von Majoratserben zu werden, und bestehen auf der Scheidung. In Prag angestellte Nachforschungen ergaben nur, daß die Fürstin schon im ersten Jahre ihrer Ehe sich als große Verschwenderin zeigte.
das wird erst die Hauptverhandlung Mitteilungen sind wohl zum größten
Eisenbahnbrücke hier Belastungsproben statt, die bis zum Abend ausgedehnt wurden. Nach den beendeten Probefahrten fuhr der Minister mit seiner Gemahlin mittels eines Salonwagens nach Straßburg, von wo er eine Erholungsreise nach Italien antritt.
0 M ar bu r g, 28. März. In die hiesige Klinik wurde ein Mann aus Schönstein am Samstag eingetiefert, der sich beim Abziehen eines an Milzbrand verendeten Kalbes eine Blutvergiftung zugezogen hatte. Dem Bedauernswerten war nicht mebr zu helfen, denn gestern wurde er b«:eits durch den Tod abberusen.
Pest zurückweicht, hat jetzt eingesetzt.
* Auszeichnungen vor dem Hungertod. Aus dem Tagebuche eines Südwestafrikatämpfers gaben wir neulich die letzte Niederschrift eines verirrten und so dem Hungertode versatlenen deutschen Soldaten wieder. Jetzt ist der Korrespondent der „Daily Mail" in Newyork in der Lage, seinem Blatte die letzten Aufzeichnungen eines amerikanischen Reisenden und Forschers, Leonidas Hubbard, zu übermitteln, der aus einer Forschungsreise in Labrador vor Hunger starb. Er war von einem Freunde, Mr. Tillon Wallace, begleitet, der Hubbard verließ, um Hilfe herbeizuholen, als dieser sich nicht mehr forrsccheppen tonrne. Wallace wurde dann gerettet, aber für Hubbard kam die Hilfe zu spät. Ter Forscher schrieb an seinem Todestage: „Gestern fanden wir an einem Platze, wo wir vor zwei Monaten lagerten, einen Teil eines alten Mehlsacks, in welchem noch ein wenig Mehl klebte. Ich lochte das zusammen mit alten Karibu- kn ochen. Dadurch wurde die Bouillon etwas dicker. Unsere Trennung war unendlich traurig. George sagte: „Ter Himmel möge Tir Helsen, Hubbard, mit Gottes Hilfe werde ich Tir Rettung bringen." Wir beide weinten. Ich leide nicht. Tie starten Schmerzen, die der Hunger zuerst verursachte, sind einem Gefühl vollständiger Gleichgiltigkeit gewichen. Ich fühle nur eine entsetzliche Müdigkeit. Jüdin für das Schlimmste vorbereitet, aber ich hoffe noch immer, daß es gelingen wird, mich zu retten."
* Eine interessanteScheidungsasfäre wird nach den Meldungen der Prager Blätter dort eingeleitet. Fürst Joses Eolloredo-Mannsseld will sich danach von seiner ihm vor einem Jahre an getrauten Gattin scheiden lassen, weil hinterdrein bekannt wurde, sie sei ihm nicht ebenbürtig. Tie Fürstin h^ß mit Mädchennamen Sophie Jvonne Jonquet. Sie ist in England geboren und war in erster Che mit John Graham verheiratet. Sie ist eine große Schönheit und besitzt die schwärmerische Liebe ihres Tie Familie des Fürsten will in ihrer Ver-
verinischre».
* Breslau, 28. März. Ein großer Brand wütete gestern in dem, dem Fürsten von Donnersmarck gehörigen Makoschauer Walde. Etwa 30 Morgen 12jährigen Holz- bestandes sitid vollständig vernichtet. Das Feuer wird aus böswillige Brandstistung zurückgeführt.
* Venedig, 28. März. Im Golfe von Venedig wütet ein heftiger Sturm, welcher viele Schifss-Un fälle veruisachl. Auch das türkische Panzerschiff „Messndieh", luelüjey erst kürzlich repariert wurde, hat schwere Havarie erlitten.
* Wien, 28. März. Das technisch^ Personal des hiesigen Hosopernhauses und des Hofburgtheaters beabsichtigen in den Streit zu treten, falls ihre bereits vor längerer Zeit der General-Intendanz überreichten Forderungen niajt sofort bewilligt würden.
Petersburg, 28. März. In Temir-Chan-Schura (Dagyestan- wurden nachmitrags 1 Uyr 24 Min. zwei ziemlich stacke Erdstöße verspürt.
* Sansib ar, 28. März. Bei der Katastrophe auf der Insel Röunivn sind gegen i)O Personen umge- f o m men, darunter 13 Weiße. Der Schaden wird auf 20 Millionen geschätzt.
* Die P e st m Indien greift rasend umsich. J!n der Provinz Bombay starben ui den letzten Woche 4 0000 Menschen, 10 Ouu mehr als in der ürrigcn Wüchse. Die Scheiteryau,en brennen Tag und "Rocht- ■b11 Bombay selbst nimmt die Sterblichkeit ab. Das kalte Wetter, vor dem die
Frankfurt a. M., 28. März. Die Untersuchung gegen Groß und Stafforst ist nach der „Kl. Pr." noch nickst abgeschlossen, da die widersprechenden Angaben der beiden Genossen die Aufklärung des wirklichen Sackst Verhalts erschweren. Es ist deshalb ein umfangreiches Zeugenverhvr notwendig. Uebrigens rnackst sich bei den Pechen Verbrechern die Wirkung der strengen Fesielung und die Furcht vor der drohenden Strafe geltend. Auch Groh scheint körperlich gebrochen. Seit einigen Tagen erhalten deshalb die beiden Mörder bessere Kost, morgens Kaffee und Brot, mittags Fleisch — Heute vormittag hat man von neuem mit den Nachforschungen nach dem bei dem Morde gebrauchten Gewichtsteui begonnen. Bisher wurde angenommen, daß das Mordinstrument entweder aus dem KnoblauckKweg oder am Kuhhornshosweg, die beide von der Eckenheimer nach der Eschcrsheimer Landstraße führen, versteckt worden sei. Durch eine neue Vernehmung des Stafforst hat sich nun aber herausgestellt, daß dabei ein anderer Weg in Frage kommt. Es ist das ein Vizinalweg, 'der zwischen der St. Rouett'schen und der Ehr. Hersort- schen Gärtnerei liegt und ebenfalls von der Eckenheimer nach der Eschersheimer Landstraße führt. Direkt hinter -der Hersort'schen Gärtnerei wurde heute morgen mit der 'völligen Umgrabung der Grundstücke begonnen. Die Arbeiten werden von zwölf Gefangenen aus dem Preunges- heimer Gefängnis mit Hacke und Grabscheit ausgefuhrt. Kriminalkommissär Bußjäger leitet die Nachforschungen. — Ein juristischer Mitarbeiter schreibt uns noch: Wiederholt hört man, daß in der Mord ossäre Lichtenstein eine besondere Sckstvurgerichtssitzung stattslnden würde. Dafür kann man keinen stichhaltigen Grund ansuhren. Nach dar Strafprozeßordnung finden die Schwurgerichte periodisch statt; worum von der allgemeinen Regel abweichen? Worum soll man die Verbrecher nicht bis zum Juli, der nächsten regulären Sitzungsperiode aufheben? Es ist doch kaum zu erwarten, daß die Verhandlung derartig viel Zeit in Anspruch nimmt, daß dadurch eine Schwurgerichtsperiode un- verhältnis lang würde. Daß die Verbrecher nickst entwischen, dafür ist durch die strenge Bewachung gesorgt. Es wird öfter die Verwunderung ausgesprochen, daß die Voruntersuchung noch nickst abgeschlossen sei, trotzdem die Angeschuldigten geständig sind. Ter Grund hierfür ist sehr einfach, denn auch der Inhalt eines Geständnisses muß in der Hauptverhandlung bewiesen werden, einmal deshalb, weil sich ein Verbrecher den Scherz erlauben kann, sein Geständnis in der Houptverhandlung zu widerrufen, und zum anderen deshalb, weil jo auch ein Geständnis wissentlich falsch sein kann. Dal)er ist für die Behörde gerade in einem solchen Falle peinliche Genauigkeit geboten damit die Hauptverhandlung in allen Punkten richtig vorbereitet ist.Was der Inhalt der Vernehmungen rc. war, das wird erst die Hauptverhandlung lehren; alle leigen Teile nur Verrnut-
cherichtslaal.
München, 28. März. Vor dem Oberkriegsgerichl begann heule die Berufungsoerhandlung gegen den vormaligen Elniährigen Eras wegen verleumderischer Beleidigung und Vorschützens eines Gebrechens. Der Angeklagte erklärte bei ferner Vernehmung, er habe bei dec Aushebung von feinen Armbrüchen nichts erwähnt, weil er glaubte, sie würden ihm nicht hinderlich fein. Erst tm Januar 1904 habe er erfahren, daß er vor vier Jahren fchiver geisteskrank geivefen fei. Er wandte sich an den Abg. Pichler, iueil vor zwei Jahren ein Mediziner auch durch Bermiiteluiig emes Abgeordneten, des Abg. Hauber, vom Mililärdlenst befreit wurde. Er wollte aber keineswegs, daß jein Brief an die vorgesetzte Dienstbehörde komme. Zeuge Dr. Pichler sagt hierauf aus, er habe den Brief von Eras dem K r i e g s m i n i st e r mir vertraulich übergeben, wie dies in der Kammer der Abgeordneten Gepflogenheu fei, damit diefer unter der Hand Erkundiguiigen einziehe und ihm das Ergebnis mitteile. Bon der Gepflogenheit fei der Minister ab- gewichen Dr. Pichler fagt weiter aus, wenn ihm der Minister gejagt hätte, daß er mit dem Brief den Dienstweg emjchlage, jo hätte er ihm den Brief nicht übergeben. Die von der Zentrums- iraltion i>i der Abgeordnetellkanlmer obgegebene Erklärung habe nur ausgesprochen, was in der Kammer seit Aienfchengedeuken Uebuiig ivar Es sei in der Kammer wiederholt fejtgejteUt, daß das Beschwerderecht wenig Wert habe, die Abgeordneten müßten zukünftig derartige Tinge öffentlich besprechen. Die Ab- geordneten, so schließt Pichler, lassen sich ihr Recht nicht nehmen, solche Tinge anzunehmeli und zu besprechen. Oberstabsarzt Eyerich sagt aus, daß er den Arm, den Eras in der Jugeiid gebrochen haben will, sowohl bei der Untersuchung am 2. Oktober als bet einer späteren Röntgen-Untersuchung vollständig normal fand. Hätte Eras, der erst im Januar das Zeugnis über {eine Geisteskrankheit im Jahre 1895 bei- brachte, dies früher gebracht, wäre er überhaupt nicht eingestellt oder sofort wieder entlassen worden. Ein Einjähriger jagt als Zeuge aus, Eras sei unbeholfen, militärisch nicht veranlag, gewesen, habe ihm gegenüber über Schmerzen im Arm geklagt und gejagt, er habe einmal den Arm gebrochen. Eras sei ungerecht behandelt worden, auch unter den Einjährigen sei davon geredet worden. Unteroffizier Jena (vereidigt) erklärt, Eras habe angejpornt »verden müßen. Aufangs habe er sich gut gemocht, vom vierten oder fünften Tage an nicht mehr. Eras habe gejog:, ivegen feines Armes gehe es nicht mehr, er habe Schinerzen, jene glaubt, es habe dein Eras an gutem Willen gefehlt. Er 'Jena, habe ihn nicht überalistrengt, nicht chikanierl, nicht gesehen, ob Eras ausgelacht worden sei, und erinnere sich nicht, daß ihm derpoupl- manli ulid der Oberstabsarzt gesagt haben, Eras solle gejchont werden. Tie Berufung des Eras wird iiach zweistündiger Beratung verworfen, außerdem dem Unterofjizier Rna Publikatlonsbefugnis zugesprochen. Das Urteil begründet die Aus- rechterhaltung der Versetzung m die zweite Klasse des Soldaten- slaiides mit dem Bestreben des Eras, voin Militär wegzukommen.
Kandel und Verkehr. Mluiinrlschasl.
— 3 7, Prozeutige Mainzer Stadtauleihe. Die von dem Konsortium Mendelsohn u. Eie. in Berlin, Bamberger u. Cie. in Mamz, Deutsche Efsekten- und Wechselbank unb L. und E. Wert- heimber in Frankfurt a. 2)1. jüngst übernommenen 3 Mill Ml. obiger Anleihe werden anfang Avril nun Kurse von 98.85 zur Zeichnung aufgelegt.
Bom Petroleumgeschäft Wie aus Wien gemeioet wird, wurde zwischen der Tiskonto-Geselljchaft in Berlin und der Sem- jchen Bank eine Einigung über das PetroleumgeschäÜ derart daß die Diskonto-Gesellschaft an den Petroleurn-Organijalwne/i der Deutschen Bank in Deutschland teilnimmt.
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