Ausgabe 
27.10.1904 Zweites Blatt
 
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Nr. 253

Zweites Matt.

154. Jahrgang

Drmuerstag 27. Oktober 1904

Erscheint tLglich mti Ausnahme des TonnlagS.

DieGtehener §amiNenb!Stter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^Helklkche Lavdvtrk- «scheint momttlich einmal

Gießener Anzeiger

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schem Universitätsdruckerel ÖL Sangt, Gieße»»

Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr. K.

Del Nr. 6L Lelegr^Adr.« Anzeig« Gießen,

Eeneral-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen.

De­

ich

Ah, Sie kommen im Auftrag anderer Personen?' Nein, ich komme aus eigener Initiative." Sie kennen meine Verwandten nicht?"

Ich habe nid# die Ehre."

Was verschafft mir denn das Vergnügen Ihres suches?"

Das Haus geht Mr Interpellation Marx bett, die Wahlbeeinflussung durch Beamte der Kgl. Berg- werksdirektion zu Saarbrücken über.

Marx (Ztr.) begründet seine Interpellation mit dem Hinweis darauf, daß im Prozeß des Geh. Rats Hilgers, bisher in der Bergwerksdirektion in Saarbrücken, das.Vor­handensein eines Systems zur Wahlbeeinflussung an der Saar sich ergeben hatte.

Haudesminister Müller erklärt, er könne sich nur an das Erkenntnis des Gerichts halten und müsse die Erforsch-

Ja, das pflegt man zu tun. Aber würden Sie sicher sein, daß ich^Jhnen den rüUigen Namen genannt hätte? Ich ver­sichere Sie, daß mein Name durchaus nichts zur Sache tut."

Tas mag fein. Aber Sie werden mir nicht Übelnehmen können, daß ich unter diesen Umständen Sie nicht empfange und jede Auskunft verioeigere."

Ich würde das im Interesse einer deckten Person lebhaft bedauern."

Tas i)t sonderbar. Plan pflegt doch in diesem Falle seinen | Namen zu nennen."

Air MirbaH-Interpellatron im preußische» Abgeordneterchanse.

Berlin, 26. Oktober.

Am Ministertische: Minister des Innern Freiherr v. Ha mm er stein und Kriegsminister v. Einem. Den ersten Punkt der Tagesordnung bildet die Interpellation Traeger, betreffend die Inanspruchnahme der Oberpräsi­denten durch den Oberhosmeister Frhrn. v. Mirbach für Sammlungen, deren Erträge dem Kaiserpaare am Tage seiner silbernen Hochzeit für evangelisch-kirchliche Zwecke, insbesondere für die Mosaikverzierung der Kaiser-Wilhelms- Gedächtniskirche, übergeben werden sollen. Die Tribünen sind überfüllt.

Zur Begründung seiner Interpellation führt

Abg. Träger (srs. Volksp.) aus: Durch das lange Schweigen der Regierung sei im Lande der Argwohn ent­standen, man wolle in dieser Frage mit Hinterhalten vorgehen. So sei ein Preßkrieg entstanden, der die mannig­fachsten unkontrollierbarsten Gerüchte gezeitigt hat, denen die Regierung zu widersprechen nie für nötig gehalten hat. In allen Zeitungen der verschiedenen Parteien habe die Art und Weise, wie Freiherr von Mirbach freiwillige Geldbeiträge gesammelt hat, eine Verurteilung erfahren. Für freiwillige Gaben solle man sich an den Zug des Herzens wenden; Freiherr von Mirbach habe sich aber an den Zug des Knopflochs gewandt, (Sehr gut. Heiterkeit) und damit die Sache entheiligt. Ferner habe Freiherr von Mirbach speziell für eine Sammlung zugunsten eines Geschenks an das Kaiserpaar den genannten Behörden-Apparat m Bewegung gefetzt. Das Eingehen kleinerBeträge durch Sammlungen von Landräten wurde aber inhibiert, weil sie unbeliebt seien und nicht zum Ziele führten. (Hört, hört, links.) Da die Benutzung der Behörden ohne Genehmigung der Negierung geschehen zu sein scheine, so sei es die Pflicht und das Recht des Hauses, Aufklärung zu verlangen, denn der Minister trage die Verantwortung für sein Ressort und er wie das Haus haben daraus zu sehen, daß keine unverantwortliche Neben-Regierung entstehe (Zu­stimmung links). Nnn aber solle der Minister selbst ein eif­riger Förderer Mirbachscher Bestrebungen gewesen sein. Er solle Drucksachen Mirbachs an die Oberpräsidenten gegeben haben mit dem Anraten, sie in den Zeitungen zu veröffent­lichen. Das sei aber ebenso schlimm, als ob der Minister Sammlungen gebilligt hätte. Einem Interviewer habe der Minister Mitteilung in dieser Hinsicht gemacht; diese hätte er aber schon vor Veäagung des Hauses machen müffen. (Sehr richtig links). Wie dem auch sei, dem Minister könne der schwere Vorwurf nicht erspart bleiben, daß er Unklar­heiten hätte entstehen lassen, während die Regierung die Pflicht habe, nichts zu verschweigen und nichts hinzuzu­setzen. Wenn nun Sammlungen einmal da waren, so durften die kleinen Leute nicht davon ausgeschlossen werden, ihrer Verehrung für das Herrscherhaus Ausdruck zu geben. (Sehr richtig). Eine solche Sammlung aber solle und könne nur aus dem Volke entstehen. (Lebhafter Beifall).

Minister Frhr. v. Hammerstein erklärt: Der Vor­redner hat sich bemüht, aus der Affäre Mirbach eine Affäre Hammerstein zu machen. Ich werde dem nicht folgen. Zu­nächst stelle ich fest, daß eine Beeinflussung der Ober­präsidenten nicht vorliegt. Im Jahre 1902 hat Frhr. v. Mirbach diese gefragt, ob sie bereit wären, einen Aufruf zur weiteren Ausschmückung der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis- kirche zu unterschreiben. Das war unanfechtbar, zumal die Oberpräsidenten Mitglieder der Kirchenbauvereine waren. Herr Traeger hat wohl nut dem Blick des gottbegnadeten Dichters gesehen und dieser hat ihm den Blick getrübt. Er erachte es so nicht für zulässig, die Autorität der Behörden den Ein­gesessenen der Bezirke gegenüber für Sammlungen zu benutzen. Bei diesen Sammlungen aber hat die Autorität der Behörden licht mitgewirkt. (Bewegung.) Eine vorherige Autorisierung

Tas Interesse, welches ia- an dem Schicksal der jungen Frau nehme, welche bei Ihnen wohnt."

Ah sagen Sie lieber der Frau, bei welcher ich wohne."

Wenn Sie es so lieoer wollen auch so."

Sie kennen Frau Marie Brandt?"

Ich glaube sie zu kennen/'

Und nehmen Interesse an ihr?"

Ein lebhaftes Interesse."

Treten Sie ein, mein Herr unter diesen Umstünden bin

. bereit, Sie zu empfangen."

, Ter alte Herr öffnete eifrig die Tür und der Frernde trat mit einem leidet sarkastischen Lächeln auf den Lippen ein.

Ist das der Sohn der Marie Brandt, wie Sie die Frau nennen?" fragte er mit einem Hinweis auf den kleinen Richard.

Allerdings, mein Herr"

Ter Anusgericytsrat errötete vor Zorn.

Ich verbiete Ihnen, mein Herr, in diesem Tone von Marie Brandt zu sprechen!" rief er,oder ich werde Ihnen überhaupt' keine Antwort mehr geben."

Lhre?'

Ach. das tut nichts zur Sache. Ich möchte nur eine Er- iUndiguug bei Ihnen einziehen."

Ae-chs-isenvahnm und Aierrieösgemeinschaste».

Die deutsche Reichsverfassung vom Jahre 1871 enLHAL in ihrenp, siebenten Kapitel wichtige Bestimmungen Richtlinien für das deutsche Eisenbahnwesen, das ja da­mals noch im wesentlichen auf Privatunternehmungen auf­gebaut war. Nach Artikel 41 kann das Reich Eifeubahu- timen im Interesse der Landesverteidigung oder int Inter­esse des gemeinsamen Verkehrs auch gegen den Widerspruch der von ihnen berührten Einzelstaaten für Reichsrechnung anlegen oder Privatunternehmern übertragen und das Expropriationsrecht ausüben. Da alle großen Durchgcmgs- linienim Interesse des gemeinsamen Verkehrs" liegen, so könnte das Reich hiernach &. B. sofort ein Retz großer elektrischer Schnellbahnlinien von der russischen biS Mir. französischen und von der dänischen bis zur schweizerischen oder östreichischen Grenze auf eigene Rechnung anlegen und brauchte die Einzelstaaten nicht einmal zu fragen. Art. 42 verpflichtet Pie Bundesregierungen, die deutschen Eisen­bahnen im Interesse Les allgemeinen Verkehrs wie ein einheitliches Netz verwalten ßu lassen, und nach den wei­teren Bestimmungen sollten übereinstimmende Betriebs- und Sicherheitseinrichtungen geschaffen werden. Lluch sollte das Reich die Tarife kontrollieren und namentlich dahin wirken, daß eine möglichste Gleichmäßigkeit und möglichste -Herabsetzung erzielt würde (Art. 45, 2).

Es lag im Wesen des Verkehrs die Notwendigkeit be­gründet, daß die Eisenbahnen im geeinten Reich auch ver­einheitlicht würben. Aber die Neichseisenbahnidee scheiterte an einigen Mittelstaateu, deren Regierungen und Landtagen; diese Einbuße an Selbständigkeit zugunsten des. grotzerh Ganzen zu weitgehend schien.

In finanzieller Hinsicht war das Festhalten der Süd- staaten an eigenen Staats bah neu auf die Darrer ein Miß­erfolg. Während die preußische Staatsbahn als Groß­betrieb stetig erfolgreicher wirtschaftete und die Rente des Anlagekapitals aus mehr als 7 Proz. stieg, konnten die süddeutschen Bahnen kaum soviel erzielen, daß das Eisen- bahn'apital verzinst wird. Sie müssen vielfach sogar noch zusetzen und die Selbständigkeit der Eisenbahnen als einKel- staatlichen Luxus zum Teil aus der Tasche der Steuerzahler bestreiten. Tas ist auf die Dauer und bei ohnehin knaMenj Finanzen ein unhaltbarer Zustand. Die Ablehnung der Reichseisenbahnidee von 1876 hat also zu einer Schädigung

OttOCflHCl'' £)crrn An

Aer Aing.

Kriminal-Roman von O. Elster.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Sollten meine lieben Verwandten mich sogar des Nachts fibern>)en lassen?" murmelte der Rat lächelnd.Mögen sie mein Leben braucht niemandes Auge zu scheuen, wenn ich es auch nicht liebe, daß sich die Menschen in mein Tun und Treiben mischen. . ."

Tann schloß er die Gartenpforte zu und begab sich in das Haus zur Ruhe.

Der Anttsgerichtsrat war kein Frühaufsteher. Als er sich daher am andern Morgen erhob und in das gemeinsame Wohn­zimmer trat, war Marie schon zur Fabrik gegangen. Er hatte gehofft, sie würde heute nicht zur Arbeit gehen, aber er wußte wohl, daß ihr Pflichtgefühl ihr keine Ruhe ließ; hatte sie eine Arbeit übernommen, so konnte sie nichts davon zurückhalten.

Der alte Herr beschäftigte sich daher, wie jeden Tag mit leichten Arbeiten im Garten, während der kleine Richard mit seinem Hündchen um ihn herum spielte.

Nach einiger Zeit fuhr der Hund bellend nach der Garten­pforte. Als der Rat hinsah, bemerkte er einen Fremden, in ein­fachem .ouristenanzug, welcher höflich den Hut lüftete.

Aha", dachte lächelnd der Rat,der Abgesandte meiner lieben verwandten. Bielleicht ein Arzt, der sein Gutaäxten über tnienen ( > istesznstand abgeben soll. Nun hören loir, was der £)err will."

Er trat auf die Gartentür zu.

ist von mir auch nicht erfolgt, eine solche war auch rechtlich wohl tatsächlich nicht erforderlich. Erst im Jahre 1903 trat ich den Vereinen Mirbachs bei; daraufhin hat er mich ge­beten, in meinen Kreisen für die Sache zu wirken durch Weitergabe von Aufrufen. Da ich von dem Vorgehen des Frhrn. v. Mirbach im Jahre 1902 nichts wußte, gab ich die Aufrufe an die Oberpräsidenten weiter, mit dem Anheim­stellen der Weiterverbreitung. Was Frhru. v. Mirbach angeht, so meine ich, daß ihm aus feinen Sammlungen nicht nur kein Vorwurf zu machen ist, sondern daß im Gegen­teil das ganze Land, und Berlin zumal, ihm Dank schuldet für die erfolgreiche Arbeit zur Linderung der Kirchennot. (Widerspruch links, Zustimmung rechts.) In seinen Sammlungen zeigte Frhr. v. Mirbach die Vornehmheit seines Charakters; ob er dabei immer politisch klug ge­handelt und ob er vermieden hat, mit seiner Stellung am Hofe in einen unerwünschten Widerspruch zu geraten, ist eine andere Frage. Wenn hier eine Verwechselung möglich war, so ist dies behoben dadurch, daß der Kaiser den Frhr. v. Mirbach auf dessen Ansuchen von den Geschäften als Kabinetssekretär und Schatullenverwalter der Kaiserin entband. Gleichzeitig hat Frhr. v. Mirbach seine Stellung in den ge­meinnützigen Vereinen niedergelegt. Damit wird klar, daß die Regierung keinen Druck ausübte. (Lebhafter Beifall.)

Fischbeck (fts. Vpt.) führt aus, der Minister tue erst, als wisse er von nichts, dann zeige sich, daß er selbst mitgetan; das spreche für sich selbst. (Beifall links.)

Dr. Porsch (Ztr.) erklärt, das Zentrum verzichte auf eine Erörterung der speziell evangelischen Angelegenheit.

v. Heydebrandt (kons.) drückt sein Erstautten über die Aufbauschung der Angelegenheit aus. Es sei lächerlich, die Freiwilligkeit der Geber in Frage zu stellen, weil ein höherer Beamter sich mit der Sache befasse. Ob alle Schritte eines Hofheamten glücklich "gewäh lt sind, unterliege nicht der Beurteilung des H auses. Seine Partei müsse es ablehnen, in dieser Hinsicht eine Präjudiz von großer Bedeutung zu schaffen; denn die Ordensverleihung sei Allerhöchstes Kronrccht, an der seine Partei nicht tasten lasse. Was ferner Frhr. v. Mirbach angehe, so sei er der Meinung, daß dessen Ehrenhaftig.- keit völlig intakt ist. (Beifall rechts.)

Dr. Friedberg (natl.) führt aus, was der M i n i st e r heute gesagt, hätte er auch vor der Vertagung des Hauses sagen können und weil er es nicht tat, trage er die Schuld an der Hetze gegen Frhr. v. Mirbach. Die Ange­legenheit lehre, daß es n i ch t w ü n s ch e tu s we r t sei, wenn .hohe Beamte in großer Zahl anoieSpitzesolcher Veranstaltungen träten. Was die Ordensverleih­ungen mrgehe, so bedürften diese der Genehmigurrg des Ministers und darum sei das Haus kompetent, wenn hier M i ß st ä n d e sich her aus stellten, solche zur Sprache zu bringen. (Beifall links.)

Freiherr v. Zedlitz (freikons.) hat gegen den Minister keinen Vorwurf zu erheben. Träger habe Übertrieben. Von, einer Nebenregierung könne keine Rede sein. Allerdings glaube er auch, daß der Minister durch die Verzögerung einer Beantwortung die Mirbachhetze mitverschul­det habe.

Brömel (frs. Vgg.): Wir stimmen im wesentlichen den Ausführungen des Abg. Träger zu. Nicht nur die Freisinnigen, sondern auch die Heydebrandt nahestehenden kirchlichen Kreise verurteilten die Mittel, die Frhr. v. Mir­bach an gewendet habe.

Nach dem Schlußwort Trägers schließt die Be­stechung.

Ich bitte um Verzeihung... ich wollte Sie nicht verletzen. Kann ich grau Marie Brandt sprechen?"

Nein"

Weshalb nicht?"

Weil sie zur Arbeit in die Fabrik gegangen ist."

Also sie arbeitet in der Fabrik? Merkwürdig"

_ '.'3°' und.ist einer der fleißigsten und pflichtaetreueste« Arberrermnen. ^me hat bereits die Stellung einer Äuffcherin erhalt en."

In der Tat, sehr anerkennenswert. Ich mochte aber die Frau gerne sprecheri in ihrem eigenen Interesse wann kann dies geichehen?"

Heure abend. Aber ich muß dann um Ihren Namen bckten." rtl L Ji* nicht nötig, meinen Namen zu nennen. Wollen Sie bic' Gute haben, der Frau diesen Ring zu überweisen unb ihr lagen, daß der Besitzer dieses Ringes sie zu sprechen wünsche. Lie möge nach heute abend 7 Uhr euoarten."

r-er Amtsgerichtsrat starrte mit erschreckten Augen den Ring an, den der Fremde ihm gereicht hatte.

Tas ist ja derselbe Ring, den Marie trägt?" stammelte er.

. ,"^a- ~ Also trägt sie den Ring noch? Nun, dann wud sie den Vergangenheit nicht vergessen haben und ich bin wM, daß sie mich empfängt. Weiter habe ich Ihnen nichts zu sagen, mein Herr, ich danke Ihnen für Vhre Gefälligkeit. Sollten ^te mir im Laufe des Tages etwas mckziiteilen haben, ich wohne m bem Gasthaus zum Kaiser Franz Joseph, Zimmer Nr. 3. Ich I)alic die Ehre, Herr Amtsgerichtsrat."

Er lüstete wiederum höflich den Hut und entfernte sich, ohne dem bestürzten alten Herrn Zeck zu eurer Ernnderung zu ckrssin.

Tiefer befand fiel) in der Tat in einer grenzenlosen Verroirr- nng. Er starrte d.u seltsam ans zioei verschlungenen Händen, die einen funkelnden bin bin hielten, gesinnten Ring noch immer an, als der Fremde schon den Garten verlassen hatte.

(Forlietzung ivlatj

Wünschen ^ie mich zu sprechen, mein Herr?"

ch . bitte um die Vergünstigung einer kurzen Unterredung", der Fremde höflich,sofern ich die Ehre habe, den -'U.rchttsrat Wernecke vor mir zu sehen."

bin ich in der Tat, und mit nxui habe ich die

Und der Vater?"

~Sie scheinen rasch auf Ihr Ziel loözugehen, Herr Sv und

<yol Ter Vater dieses Üindeü lebt nicht mehr."

Wissen Die dos so genau?"

Zch loeiß es aus dem Munde der Frau Brandt."

Was wissen Sie überhaupt von dem Schicksal dieser Frau?" fvagle der Fremde spöttisch.

ung und Richtigstellung der Einzelheiten den Beamten! seines Ressorts übtrlassen. Bei der Beurteilung der VeV- hältnisse im Saarrevier dürfe man die dort herrschende scharfe politische Spaltung nicht vergessen, die sich duf, beiden Seiden geltend mache. Auf Grund der dort Rerr» sehenden Parteibeidenschaft könne er die Haltung der Ber^ beamten an der Saar nicht in dem Maße verurteilen w?e der Abg. Marx, indem die Erkenntnisse hervorhoben, daß von einer systematischen Beeinflussung nicht die Rede sein könne. Wo gerichtlich tatsächlich Beeinflussung festgeslellb wurde, sei dem belasteten Beamten bei nochmaligem Vor­kommen ihre sofortige Entlassung angedroht worden. Auch er habe das Seine getan, um die Wahrheit ans Licht zu bringen, indem er die Genehmigung zur iVernehmung der Beamten in keinem Falle versagt habe. Er werde die, Wahlfreiheit seiner Beamten wahren, wo aber ein Beamter die «Gesetze überschritten habe, werde er energisch dagegen einschreiten. Suchen wir dahin M kommen, daß wir uns nicht gegenseitig zerfleischen, denn der tertius gauoens", die Soz-iagpemokratie^ stehe vor der Tür. (Beifall.)

Rösch lin g (natl.) bemüht sich, durch Mitteilung ein­zelner Fälle und Zeugenaussagen darzutun, daß an der Saar weder von einem System noch einer inveterata con- suetudo der Wahlbeeinflussung geredet werden könne.

Dr. Bachem (Ztr.): Der Minister sowie seine Vor­redner hatten sich bemüht, einige Retouchen vorzunehmen. TaS Gesamtbild bleibe aber ein gleiches, daß nirgends im Nheinlande so mit Wahlbeeinflusfungen gearbeitet werde, . wie an der Saar. Die Rektifizierung von Beamten durch den Minister und der Bruch mit der Praxis, Beamte nicht als Zeugen vernehmen zu lassen, fajfe" auf eine Besserung hoffen.

Hierauf vertagt sich das Haus.' 1