Ausgabe 
26.11.1904 Drittes Blatt
 
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Nr. «7S

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen

Geschwistern an ihrer Mutter, Es bewahrheitet sich auch hier, von ihren Bindern am mciften sie in der Heiligen Schrift und und Luthers Leben gründlich

der Großherzogin Anastasia, daß strenge Väter und Mütter geliebt werden. Gern lieft hat sich mit der Reformation vertraut gemacht. Für die

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Hause der Grafen von Delaware, und eine Schwester der Prinzessin Heinrich Pleß, der sie an Schönheit wenig nach- steht. So verbindet engste Verwandtschaft die Familien des reichsten englischen und des reichsten preußischen fürstlichen Grundherrn.____________

sozialen Fragen hat sie ein lebhaftes Interesse. Sie spricht vier Sprachen, darunter die russische." Pastor Schmidt ur­teilt am Schluß:Ich glaube, das deutsche Volk hat viel Ursache, dankbar zu sein für die Wahl, welche sein Kron­prinz getroffen hat! Die Braut arbeitet treu an sich und ist von den: aufrichtigen Wunsche beseelt, ihrem hohen Gemahl, ihreni Volk und Vaterlande ein Segen zu werden.

* Das reichste Baby Europas ist wohl der kleine, am vorigen Dienstag geborene erste Sohn und Erbe des Herzogs und der Herzogin von Westminster. Der Herzog, der durch die Heirat seiner Schwester Lady Margaret Gros- venor mit dem Herzog von Teck auch zu dem englischen Königshause in nahe Beziehungen getreten ist, gilt als der begütertste britische Lord. Ihm gehört als Erbpächter der größte Teil des Grund und Bodens in Belgravia, dem teuersten Stadtteile Londons. Als der Großvater des jetzigen erst 25 jährigen Herzogs, der damals als Freiwilliger im Burenkriege im Felde stand, 1898 starb, wurden der Besitz, der dem Enkel zufiel, auf 24 Millionen, das persönliche Vermögen aus 12 Millionen geschätzt. Und das Jahresein­kommen des Herzogs beziffert man gegenwärtig aus 5 Mill. Mark, doch dürfte es sich in 35 Jahren mindestens um das doppelte erhöhen, wenn nämlich die stets aus 99 Jahre ab­geschlossenen Pachtverträge abgelaufen sein werden. Das jetzt geborene Baby, dessen Eintritt in die Welt von der Londoner Gesellschaft als ein sehr bedeutsames Ereignis begrüßt wird, wird dann ungefähr 20 Mark in der Minute auszugeben haben. Die jugendliche Herzogin Shelagh von Westminster ist übrigens eine geborene Miß Cornwallis-West, aiis deni

Verlobte

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Vermischte».

Der Pantoffel im Reichstag. Daß mächtige Fürsten unter dem Pantoffel gestanden haben, ist bekannt. DieFrauenzimmerpolitik" spielte zu allen Zeiten und bei allen Völkern dann und wann eine Rolle. Aber daß auch sonst noch der Pantoffel auf die Gesetzgebung und Politik Einstuß ailsüben kann, zeigt das folgende wahre Geschi )ü)en, das im Feuilleton desMilwaukee-Herald" von einem ver­storbenen Reichstagsabgeordneten erzählt wird. Zu en rege - mäßigsten Tribünenbesucherinnen des Deutschen Rei > g gehörte die Gattin jenes Parlamentariers, der m feiner nm - deutschen Heimat als Büraermeister em kleines Gememwcsen

Politische Tagesschau.

Die neue Kaiserpfalz.

Die Zukunft der deutschen Ostmark erschien in den beim Zehnjährigen Stiftungsfest des Ostmarken­vereins dieser Tage gehaltenen Reden in hellem Lichte. Gras Bülow- hat die Polenfrage als die wichtigste aus dem Gebiete der inneren Politik Preußens erklärt, er hat zirp Stärkung des Deutschtums in der Osttnark viele Millionen vom Landtag gefordert und erhalten, wie denn auch weiter­hin in keinem preußischen Etat Summen für diese Zwecke fehlen werden. Aber in der Durchführung der Ostmarken­politik ist die Negierung nicht immer glücklich gewesen. Es muß auch darauf hingewiesen werden, daß das Deutsch­tum nicht immer den erforderlichen Rückhalt findet an den in der Ostmark tätigen Staatsbeamten. Plancher von ihnen erachtet die Notwendigkeit, daß dem Rangunterschiede ge­hörig Rechnung getragen werde, für dringlicher, als die Verpflichtung, mit allen anderen Beamten ohne Unterschied der Stellung auch im privaten .Verkehr zusammenz-uhalten des nationalen Interesses wegen. Durch das Zutrauen in die Weisheit der preußischen Regierung allein, die von einem der Festredner gefeiert wurde, wird die Polenfrage also schwerlich zu Gunsten des Deutschtums gelöst. Anderer­seits ist die Regierung keineswegs der Ansicht, daß die nationale Sache durch die deutschen Großgrundbesitzer in der Ostmark in wünschenswerter Weise vertreten werde. Grade Gras Posadowsky, der die Verhältnisse in der Pro­vinz Posen besser kennt, als jedes andere Mitglied der Regierung, erklärte im vergangenen Winter im Reichstage, der deutsche Großgrundbesitz in der Ostmark habe sich germanis atorisch nicht so betätigt, als man erivartete. Won einem besonderen Zutrauen der Re­gierung zu den Agrariern der Provinzen Posen und Westpreußen kann also nicht gesprochen werden. Für eine Jndustr ie, die auch nur entsernt der Westdeutsch­lands sich vergleichen ließe, fehlt im Osten das praktische Bedürfiris. Selbst wenn aber hier die vor einigen Seiten immer wieder geforderte Industrialisierung Fortschritte machen sollte, ist es sehr fraglich, ob sie dem deutschen Interesse zuträglich sein würde. Denn die zuzrehendew Industriearbeiter würden entweder Polen sein, und zwar aus dem russisch-polnischen Jndustriebezirk, oder Deutsche, und dann höchstwahrscheinlich Sozialdemokraten. Die In­dustrie .a.lso kann dem Deutschtum im Osten keine Stütze werden. Nun hat ein Festredner des Ostmarkenvereins von einer geistigen Strömung gesprochen, die sich im Vater­land bemerkbar mache und geeignet sei, die Deutschen gen Osten zu führen. Gemeint ist offenbar die Anziehungs­kraft der Technischen Hochschule in Danzig und der Akademie in Posen. Gewiß, von diesen Statten aus kann deutsches Geistesleben die Ostmark durchdrungen und es befruchten, sofern diejenigen, denen diese Hochschulen deutsche Kultur und Bildung vermitteln, im Osten bleib e n, der nicht gerade, obwohl mit Unrecht, den Ruf eines reiz­vollen Landstriches genießt. Was die Akademiker des Ostens immer wieder nach dem Westen und dem Süden des Reiches zieht, das ist die größere Bequemlichkeit der Fertenam,- nutzuna, die vom Osten aus überaus erschwert wird. Die Entwickelung der neuen ostdeutschen Akademien wird ^sich erst in einigen Jahren übersehen lassen. Aus jeden Fall aber werden der deutschen Sache förderlich sein die alv Konsequenz der nächsten Militärvorlage sich ergebende V e r- mehrung der kleinen Garnisonen, und die kaiserliche Hofhaltung in Posen, das em be­geisterter Festredner des Ostmarkenvereins infolgedessen als neue Kaiserpfalz" feierte. Der Ostmarkenvcrein wird wohl noch manches Stiftungsfest begehen können, ehe von dieser Pfalz die deutschen Siegesfahnen wehen.

möchte, wenn er nicht jetzt überbaut werde, künftig einmal eine katholische Kirche tragen müssen. Ms ob ein künftiger König von Württemberg, falls es ibn gelüstet, Kirchen zu errichten, nicht überall Raum dafür schaffen könnte! .

Wir meinen, eine Kunstfiage sollte unter allen Umständen von rein künstlerischen Gesichtspunkten aus gelöst werden. Tie Ge­legenheit ist gegeben, durch eine großzügige Gestaltung des Stuttgarter Theaterwesens der Stadt eine neue Anziehungskraft zu verleihen, deren sie so dringend bedarf. Unverantwortlich wäre es, wenn aus Kleinmut oder Engherzigkeit eine so gün)Hge Gelegenheit verpaßt und statt ganzer A-rbeit nur halbe getan würde!

Bibliothek moderner deutscher Autoren. (Wiener Verlag 1904.) Der rührig arbeitendeWiener Ver­lag" hat ioeben eine Kollektion bunt ausgcstatteter Mark-Band- chen herausgegeben. Er hat, wenn man nach den erschienenen zehn Büchern schließen kann, Wert auf die Namen der besten Erzähler gelegt. Georg Hirsch feld, der Verfasser vonNebenem- ander", bietet einige packende, originelle Skizzen in plastficher, dramatisch-lebendiger Darstellung von wirkungsvollem Eindruck. Weiter sind da sehr hübsche, beinahe französisch pointierte Er­zählungen des FräuleinsHans v. Kahlenberg, eine lustige Selbstbiographie und prächtige Groteske von B t e rb a u in, eine mit raffinierter Ruhe vorgetragcne Erzählung int Boccaew- Stile.'Der Schrei nach Liebe" von Felix Salten , die an gegenständlicher, künstlerisch gestalteter Frechheit saft seine köst­liche Gedenktafel der Prinzessin Anna erreicht, Bände von o M * * mannsthal und Schnitzler, die betbe eine sehr hohe Ge- chmacks- und Erzählerkultur zeigen, wobei L-chnitzler sogar noch außerordentlich amüsant ist und in der schönen Erzählungvom blinden Geronimo und seinem Bruder" ist der Virtno'e dem

leitete und sich von anderen Abgeordneten dadurch in be­merkenswerter Weise unterschied, daß er das ehrwürdige Haupt stets mit einem Sammtkäppcheu bedeckt trug. Sobald die Dame ihren Stammsitz oben auf der Tribüne einnahm, geschah es, daß ihr Gatte sich unten im Saale von seinem Sitze erhob und sich zum Worte meldete. Böse Zungen behaupteten, es sei die einzige Gelegenheit, bei der es dem Abgeordneten möglich sei, seiner Gattin zu imponieren, und so brachte es denn der Pantoffel, unter dem der Herr Reichs- tagsabgeordnete stand, zuwege, daß der Parlamentarier un­gemein rege an der deutschen Gesetzgebung teiluahm. Eines Tages geschah es, daß der sonst so liebenswürdige Präsident Herr v. Simson war es damals den sich zum Wort meldenden Abgeordneten übersah, und zwar nicht einmal, sondern auch beim nächsten Male. Da riß dem Abgeordneten der Geduldsfaden, er erhob sich und rief zum Präsidenten­tisch hinüber:Ich habe mich bereits zum dritten mal zum Wort gemeldet." Um den Mund des Präsidenten spielte ein seines Lächeln, er wandte den Kops zur Tribüne und sagte: Entschuldigen Sie, erst jetzt sehe ich sie!" Ein wahrer Heiterkeitssturm durchzog das Haus, der der Abgeordnelen- gattin oben auf der Tribüne sicherlich nicht sehr angenehm in den Ohren klang.

* Die Braut des Kronprinzen. ImReich" schildert Pastor Schmidt, der Lehrer der Braut des Kron­prinzen, den Eharakter der Herzogin Eecilie. Er rühmt ihr munteres, offenes, gutherziges Wesen, das sie überall beliebt gemacht hat.Der engere Kreis ihrer Freundinnen ist frei­lich sehr klein. Besonders seit dem Tode des Vaters und der Verheiratung ihrer Schwester Alexandrine war sie sehr einsam. Ihre Mutter, Großherzogin Anastasia, hat den Grundsatz, daß Fürstenkinder von allen so unbeachtet wie möglich in der Stille und Verborgenheit auswachsen müssen. Es ist auch jetzt ihr ausgesprochener Wunsch, daß die Her­zogin nicht zu viel an die Oesfentlichkeit tritt. Die Mutter hielt streng aus äußere Einfachheit in der Kleidung; über Fehler des Kindes hat sie mit den Lehrern stets offen ge­sprochen. In dem ganzen Wesen der Herzogin durchdringt sich sürstliche Würde mit großer Liebenswürdigkeit, Herzens­güte und Anmut, welche ein unverkennbares Erbteil ihres ihr leider so früh entrissenen Vaters, des Großherzogs Fried­rich Franz III., sind. Mit großer Liebe hängt sie gleich ihren

Dichter begegnet. Tie übrigen Bändchen von Johs. Schlaf, Otto Ernst, dem Frhm. v. Verfall und Siegst. Trebitsch werden auch viele Freunde finden.

* *

Der deutsche Spielman n. Eine Auswahl auS dem Schatze deutscher Dichtung für Jugend und Volk. Heraus­gegeben von Ernst Weber. Bdchen. 1315. Sänger, Som­mer, Herb st. Jedes Bändchen steif kartoniert mit farbigem Titelbild von I. V. Cisfarz. Mk. 1. Eine wundervoll- Sammlung! Wenn der deutsche,Spielma,m hofft, zum eisernen Bestände jeder Volks- und Jugendbücherei zu werden, so kann man heute schon sagen, daß er sich in dieser Hoffnung nicht wird getäuscht haben. Fünfzehn kleine Bändchen, die in der Sprache der Besten unserer deutschen Literatur die Kiildheit verherrlichen und den Wald und das Hochland, die Jahreszeiten, die Soldaten, die Arbeiter, das Meer und den Sänger. Und bie besten Jllu- ftratoren unserer Zeit haben ihren Griffel in den Dienst der herr­lichen Sacke gestellt. Den Tezt hat E. Weber wirktet meister- haft zusammengestellt. Ta weht überall ein tiefer tri)(per ur- - sprüngliche». Geist. Jedes Bändchen aber ist in sich avgelchlvsser und kostet nur eine Mark. Für diesen Silberling aber erhält man ein Werkchen, an dem man mehr als die Freude einer leichte» Stundenunterhaltung haben kann. Immer und immer wieder wird man zn ihm zurückkehren und ans ihm schöpfen wie aus einem klaren, kräftigenden Born. Mit Heller Freude begrüße ick M neue Unternehmen und wünsche ihm tausend und abertausend Freunde. Tas ist eine rechte Arbeit gegen das Hcbernmcbcrn ver unsittlichen, ersehenden Literatur. Sie wird mehr Früchte zeiti- neu als hundert Kongresse, auf Tausende von Reden, gegen den Literaturpiuhl geschleudert Norden. Tas sind Daten und nt<fe Worte, und an ihren Früchten werden wir ihren tiefgrünbigq Wert erkennen.t * * *

Die Stuttgarter Theaterfrage.

handelt es sich nun zwei Fragen: nach.dem J ,

ein oder zwei Kunststempel, ^bant werdet wU n.^ gi<'c Iheaterintendanz fordert -wer 0 s; onversations-

Op-r und klassisches Dram-- md cm «" Kau eines mit ben w und «pceioper. Und zwar fft in am zusatnmenhängenden entwrechenden Verwaltungsgebäuden verfallen, von dem sie Ämnpl-x bildenden To PP c f n ng und 'Verbillig- M) eine n> e fe ti Hldx ®i u i.n ra« 8 ^bci. müßte una des gesamten ® 4^eD%na 11 s! errichtet, das zunä ch st nur das sunuhtiwe voraeseben werden,

kleinere Theater aber lediglrch M Baupläne

da das Jnterimtheater immerhin n ) würden sich

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Wie bic Dinge liegen, kann nur d r: entschiedene Vor-

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konieslioneUm Ärilnben. von der Furcht bcljctnw, ocr i-mv

Krrichtsiaat.

lieber einen Duellprozeß wird aus Hannover 22. Noo. berichtet: Bilses RomanAus einer kleinen Garnison" hat hier die Veranlassung zu einem Duell gegeben, mit dem sich heute das Kriegsgericht der 19. Tivffion zu beschäftigen hatte. ImHaus der Väter" saßeil an einem Augustabend in vorgerückter Stunde eine Anzahl Herren an einem Tsch, sangen fröhlich und unter­hielten sich dazwischen, wobei das Gespräch auch cun den Bilseschen Roman kam. Ein Kandidat von der Technischen Hochschule, der Reserveoffizier ist, äußerte dabei, wenn er das Verfahren Bilses tnicl) nicht billige, so könne es doch Situationen geben, die eine solche Handlungsweise menschlich erklärlich machten. Dtese Aetche- rung eines Angehörigen des Lffizterstandes mißfiel einem an dem Gespräche beteiligten Architekten, der dann nach erfolgtem Aufbruch den Reserveoffizier darüber zur Rede stellte. Dieser fand das un­gehörig und den Architekten zu dem Vorhalt nicht legitimiert, da derselbe überhaupt nicht Offizier sei. Bet den weiteren auf der Straße folgenden AnSeinandersetjungen ließ der Architekt sich hin- reiben, dem Reserveoffizier eine Ohrfeige zu geben. Die Folge war eine Forderung auf Pistolen, die indessen vom Ehrenrat am Säbel ermäßigt wurde. Bei dem Duell wurden beide Duell­anten durch Schmisse über ben Kopf verwundet. Ter Reserve­offizier 91. und sein Kartellträger standen deshalb heute vor dem Kriegsgericht. Unter Berücksichtigung dessen, daß R. durch den tätlichen Angriff schwer beleidigt worden sei und deshalb nicht anders habe handeln können, als seinen Gegner zu fordern, verur­teilte das Gericht den Aiigeklagten R. zti der Aimdeststrafe von drei Ai o n a t e n Festungshaft, während der Kartellträger nut einem Tage Festungshaft davontam. Ter Gegner R.'s, der Architekt T., wird sich nun vor dem Zivilgericht zu verantwortet» haben.

Wochenbericht der Zluxenabteiluug des Bankhause S. H. Oppenheimer jr.

Hannover, 24. November.

Tu Tendenz auf dem Kali-Kuxenmarkte hat in der. abgelaufenen Berichtsperiode eine weitere Festigkeit erfahren. Von 1 daueren Werten trat dieselbe besonders bei Hercynia, die bis z3100 Mk., Glückaus-Sondcrhauien, die bis 14 700 Mk. und" Hohenfels, die bis 11 300 Mk. andauernd gesucht wurden, in die Erscheinung. Für Hcdwigsvurg wurde 10 700 SDtf. geboten, wäh­rend Material erst bei 10 900 Mk. erhältlich war. In Mittel­werten gestaltete sich das Geschäft weniger lebhaft. Ter Grund hierfür Liegt lediglich darin, daß Angebot bei den höheren Geld« furien wenig oder garnicht vorhanden war, sodaß MschlÜsse nm selten getätigt werden konnten. Besonders gefragt waren in­folge des guten Oktoberausweises Carlsfund bis 7825 Mk. Für Beienrode, Justus I. und Kaiseroda lagen um ca. 100 Mk. höhere Gebote vor. Hohenzollern erzielten 7^,00 Mk., Tesdemona 5250 Mark, Johannashan 59^5 Mk. usw. Umfangreiches Geschäft ent­wickelte sia) in Alexandershall, die in Posten gehandelt und bis 0725 bezahlt wurden. Einigkeit, die anfänglich bis 4250 Mk. umgingen, büßten um ca. 50 Mar? wieder ein und schließen mit 4200 Mk. Brief. Von leichten Papieren mußten Hattorf, Immen­rode, Salzdetfiirt-, Salzgitter-Akt., Emilienhall und Adolfsglück sich einen erneuten Kursrückgang gefallen lassen. Außerordentlich fest lagen nach wie vor Friedrichshall-Atl., die in Mengen bis 1615 Mk. für junge und bis 1580 Mk. für alte bezahlt wurden. Sidm'-lndshall-Akt., Hansa-Silberberg, Deutsche Kaliwerk-Mt., Albrechtshall und Sachfenhall erzielten auf Basis der letztwöchertt-. lich genannten Preise große Umsätze.

Gute Nachrichten aus der Industrie, sowie die außerordent­lich gute Beschäftigung unserer großen Eisenwerke im Zusammen­hang mit der Lebhaftigkeit der Berliner Börse brachte auf dem Kohlen-Kuxenmarkte eine erfreuliche Höherbewertung fast sämtlicher Kuxe. Zwar lafjen die Umsätze für einzelne Papiere: zu wünschen übrig, doch ist der Grund hierfür lediglich in der Zurückhaltung der Verkäufer zu suchen. Höher stellten sich vor­nehmlich König Ludwig um ca. 800 Mk., Lothringen um 500 Mark, Mont-Cems und Dorstfeld um ca. 200 Mk. Johann Dei- melsberg, die um 300 Mk. av an zierten, wurden vorübergehend bis 5150 Mk. aus dem Markte genommen. Siebenplaneten bei 3650 Mk. und Tremonia bei 3550 Mk. standen ebenfalls lebhaft im Verkehr. Pörtingsiepen bei 5700 Mk., Heinrich bei 4650 Mk., Graf Schwerin bei oZöO Mk., Caroline bei Holzwickede bei 1850 Mk., Borussia bei 2325 Mk. usw. waren namentlich von Privat- seite stark begehrt.

Drittes Matt. 154. Jahrgang Samstag 26. November 1904

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Landwirt-erschetnt monatlich einmal. V »Sy TeU Nr. bl» Letegr^Adr. r Anzeiger Gieß«,