Ausgabe 
18.6.1904 Zweites Blatt
 
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Samstag 18. Juni 1904

Drittes Blatt

154. Jahrgang

Nr. 141

Eichener Anzeiger

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giehen

-L

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersitätsdruckerei. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.?.

Tel. Nr. 51, Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen.

erzielten Erfolge, der Reichsregierung, den Missionen das bisher bewiesene Wohlwollen zu erhalten, und ihre selbstlose Arbeit so viel als möglich zu fördern."

DieSiehener ZamilienblStter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich bcigelegt. Der hessische Landwirt'' erscheint monatlich einmal.

Vermischtes.

* E i n Liebesdrama, das Aussehen erregt, spielte sich, am 13. Juni in Piacenza ab. Ein junger Student der Medizin, Bettina Padovani, Sohn eines Millionärs aus Modena, tötete erneGeliebte, die Pianistin Virginia Ramazzini und nahm sich dann s e l b st d a s L e b e n. Das Liebespaar hatte in einem Hotel Wohnung genommen und war während des ganzen Tages in heiterster Stimmung gewesen. Gegen Abend sielen in dem Zim­mer, das die beiden bewohnten, drei Schüsse. Man schlug rasch die Tür ein und fand auf dem Bett das junge Mädchen mit einer Schußwunde in der Schläfegegend. Der Tod war bereits eiugetreten. Neben dem Bette lag der Student mit dem Revolver in der Hand. Er hatte zwei Wunden am Stopf, lebte aber noch und wurde sofort ins Hospital gebracht, wo er bald nach seiner Ankunft starb. Die Familie Padovani, die in Modena sehr bekannt und geachtet ift,- hatte gegen die eheliche Verbindung des jungen Studeiiten mit der Klavierlehrerin Einspruch erhoben.

* Bochum, 16. Juni. Auf dem Schacht 6 der Grube Konstantin" wurden drei GesteinsarbeitLr verschüttet. Einer ist mit gebrochenen Beinen zutage gefördert worden, die anderen sind noch nicht geborgen, sie find vermutlich tot.

Posen, 16. Juni, lieber den Fall enter angeblichen Er­krankung an schwarzen Pocken, die von einer aus Lodz! in Rußland zurückgekehrten Frau eingeschleppt sein sollen, wird amtiicu milgeteilt, daß es sich keineÄvegs um schwarze Pocken, handelt, sondern die Kranke von den rechten Pocken befallen worden ist. Es sind von dem Kreisarzt und dem Polizeipräsi- denten sofort alle gesetzlich vorgcschriebeneu Porjichtsutaßregeül- angeordnet und durchgeführt worden.

Ms Htadt uni» Kaild.

Gießen, den 18. Juni 1904.

U. S. K. H. der Großherzog haben Allergnädigsl am 15. Juni d. I. den Fußgendarmen Friedrich

Halts am aus. L._,..... ...

21 geflüchtete Landsleute in sein Missionshaus auf und schützte sie da vierzehn Tage lang, bis sie anderweitig in Sicherheit gebracht waren und auch er den Platz verlassen konnte. Er tonnte freilich nicht verhindern, daß ihm zwei seiner Schützlinge mit Gewalt entrißen und getötet wurden.

sehr vielen Fällen die deutschen Farmer und ihre Familien in den Missionshäusern geschützt und die damit verbundene Lebens­gefahr von den Missionaren nicht angeschlagen worden sei; es habe aber nicht verhindert werden können, daß die Kirche in Okahandja von den Auf st ändischen besetzt und aus ihr auf die Deutschen geschossen worden sei. Ein Missionar hat sich als Krankenpfleger, einer als Feldgeistlicher den deutschen Truppen zur Verfügung gestellt. Missionar Meier in Okahandja begab sich, nachdem die Herero am Morgen des 12. Januar die ersten Feindseligkeiten eröffnet und bereits drei Deutsche auf offener Straße totgeschlagen 1)0tten, am Abend desselben Tages gegen Vsll Uhr insHerero- lager, um, wenn möglich, ein Wort zum Frieden zu sagen. Es war ein unheimlicher und ganz vergeblicher Gang. Der Missionar konnte von hunderten von Gewehren umstellt bei den erregten Gemütern nichts mehr ausrichten. _ Dem Missionar Olpp in Otjimbingue gelang es, seine Leute elf volle Tage ein großer Vorteil für die Verschanzung der deutschen Besatzung, von der Beteiligung am Aufstand zurückzuhalten; länger konnte er es nicht; der Aufstand brach auch dort unauf- Missionar Brockmann in Otjofasu nahm

geruht, Keilig aus Biebesheim zum Unioersitätsdiener an

Diese wenigen Beispiele von vielen, die zu Gebote stehen, mögen genügen, um zu beweisen, wie wenig die evangelischen Mllfionare bat Vorwurf verdient haben, sie hätten ,chen Hereros jebe denkbare Hilfe geleistet". Die schmähliche Beschuldigung, als hätten die Missionare mit den Hereros unter einer Decke ge­steckt, wird schlagend widerlegt durch den Brief des Oberhäupt­lings Samuel Maharero, an dessen Schlüsse es heißt: ,^Jch habe einen Eid dazu getan, daß diese Sache nicht offenbar werde, auch nicht den Missionaren". (Der Brief ist am Tage vor Ausbruch des Aufstandes geschrieben.) Der Reichskanzler wird nicht verlangen, daß die angegriffenen Missionare zu solchen Beschuldigungen wie die bezeichneten, schweigen sollten.

Was aber das den Missionaren bestrittene Recht der Neu­tralität uub das ihnen abgesprochene Amt des Anklägers ober Richters betrifft, so sollte jeder Deutsche froh sein, wenn die Missionare und ihr Gebiet von einem guten Teil der Ein­geborenen tatsächlich, ähnlich,wie das Rote Kreuz bei uns, als neutral betrachtet und behandelt werden. Die Missionare nehmen die Stelle der natürlichen Vermittler zwischen den Eingeborenen und den Ansiedlern ein.Wenn irgend je­mand", schreibt Warneck schon 1885,so sind die Missionsfreunde berufen, der gesamten Nation, von dem Augenblicke an, da sie kolonisiert, ihre Verpflichtung gegen die Eingeborenen ins Ge­wissen zu schieben." Der Missionar ist der geborene Vertreter der Interessen der Eingeborenen. Allerdings, im Kriege hat die Unterwerfung undBestrafung desAufstandes bas Wort. Wenn es sich aber um die Beurteiligung der Urfneben, die den Aufstand hervorgerufen haben, und um die Erörterung der Maßregeln, die künftig getroffen werden sollen, handelt, so hat die Mission den Beruf, für das Recht der Schwachen und von der Pflicht der Erziehung der Einge­borenen zu sprechen. Es ist gut, wenn daran erinnert wird, daß die menschlichen Grundrechte auch an den Eingeborenen unserer Kolonien geachtet und ge- schont werden muffen. Hätte man der Stimme des Gouverneurs L e u t w e i n, die er vor 5^2 Jahren in dieser Richtung erhob, gefolgt, so wäre wahrscheinlich der Herero-Anf- ftand nicht aus gebrochen. Die deutsche Regierung hatte vier Fünftel von Teutfch-Südwestafrika teils an große Gesellschaf­ten gegeben, teils für Regierungsland erklärt, das letzte Fünftel aber den Hereros als Reservat gelassen. Dieses letzte Fünftel ihres Landes statt für unverkäuflich erklärt zu werden, hat sich ft den letzten Jahren beständig durch Schuldeintreibungen - vermindert und die Zahl der besitzlosen Hereros hat such vermehrt. Die Wanderhändler brachten mehr und mehr von diesem Land, das sie in Versatz nahmen, für ihre Forder­ungen, an sich Dieser heillose n Entwicklung hatte Leutwein schon vor 5\s Jahren Einhalt bieten wollen, indem er eine Verordnung erlief;, derzufolge künftig Forderungen für int Umherziehen verkaufte und nicht sogleich bezahlte Waren, ausgenommen Nahrungsmittel, nicht mehr einklagbar sein sollten. Diese Verordnung kam garnicht zur Ausführung, sie scheiterte an dem Sturm, den die Händler gegen sie erregten. Das Unheil ging s e i n e n W e g. Als bann vorigen Juli eine Verordnung festsetzte, daß Forderungen an die Eingeborenen schon ein Jahr nach Abschluß des Geschäfts verjährten, und nun die Händler in solcher Eile und Rücksichtslosig­keit gegen ihre Schuldner vor ging en, daß nach einer Notiz in derTeutsch-Südwestafr. Ztg." von den Kaufleuten nicht weniger als 10b000 Exemplare des vorgeschriebenen Schuldeintreibungsformulars in ihrer Druckerei in Swatopmund bestellt wurden, da scheint gerade diese wohl­gemeinte, aber zu spät gekommene Verordnung den Ausbruch des Aufstandes veranlaßt zu haben. Daß die Missionare, die besten Kenner der südweftafrikanischen Ver­hältnisse, diese Dinge, in deren Beurteilung sie übrigens mit verschiedenen den Dingen nahestehenden amtlichen Stellen zu- fammeniümnten, zur Sprache gebracht haben, ist ihnen nur iU Es* ist eine weiterblickende Politik und größere Vaterlands­liebe, dafür Sorge zu tragen, daß ans den Eingeborenen unserer Kolonien woylsteyende, arbeitsame und glückliche Völker werden, als dafür, daß wenige Händler rasch zu Reichtum kommen.

Wir schließen mit einem Satze aus der Resolution des ersten deutschen Kolonialkongresses in Berlin (Oktober 1902):Der deutsche Kolvnialkongreß 1902 empfiehlt, in Anerkennung der namhaften Opfer, welche die in unseren Kolonien tätigen Mis­sionsgesellschaften bringen, um deren Bewohner geistig, sittlich und kulturell zu freben, und unter Hinweis auf die damit bereits

Aec Kereroausstand und die Mission.

Man schreibt uns von hochgeschätzter Seite:

Im Reichstage hat der Reichskanzler Graf Bülow kürzlich bei aller Anerkennung der Missionsarbeit bedauert, daß die Missio- nare sich gerade diesen Augenblick, wo der Aufstand entbrannt sei, ausgesucht hätten, nm ihre Anschuldigungen gegen die deut­schen Ansiedler zu erheben. Er könne den Missionaren weder das Recht der Neuttalität zwischen Deutschen und Hereros noch das Amt des Anklägers ober Richters zugestehen.

Sind die in diesen Worten enthaltenen Vorwürfe gerecht? Die Missionare haben keine Angriffe auf die deutschen An­siedler und Händler gemacht, sondern haben sich g e g en s chw e r e Anschuldigungen,Die gegen sie erhoben wur­den, und die sie nicht auf sich fitzen lassen dursten, ver­teidigt. Man hatte sie beschuldigt, daß siediesen Bestien von Hereros jede denkbare Hilfe leisteten", _die Herero hätten aus beit Häusern der Missionare auf die Weißen schießen dürfen", die Missionare steckttn mit den aufständischen Hereros gegen die eigenen Landsleute unter einer Decke." Das waren schwere und gänzlich grundlose Beschuldigungen, die nicht unbeant­wortet bleiben durften. Es wurde festgestellt, daß in

der Landesuniversität zu ernennen.

** Vom ,Großherzogl. Kur-Theater Bad- Nauheim" geht uns folgender Spielplan zu: ,Montag, 20. Juni, Papageno; Dienstag, 21. Juni, Pension Schüller; Mittwoch, 22. Juni, Bibliothekar; Freitag, 24. Juni, Don Cesar; Marburg, 23. Juni, Don Cesar." Danach scheint Direktor Steingötter den Plan, für Gießen den Dienstag zu Operettenvorstellungen zu reservieren, nach den Erfahrungen, die er hier am letzten Dienstag gemacht hat, aufgegeben zu haben. Der Vorverkauf zu der für den Dienstag dieser Woche angesetztenZigeunerbaron" soll, wie wir hören, außerordentlich minimal gewesen sein. Immerhin aber hätte u. E. Herr Steingötter deswegen noch nicht nötig gehabt, die Flinte ins Korn zu werfen. Wir wollen vielmehr hoffen, er machte demnächst noch einen zweiten Versuch mit einer Gießener Operettenvorstellung. Dann wird das hiesige theater- freundliche Publikum die Frage zu entscheiden haben, ,ob in Gießen Sommertheater-Vorstellungen möglich sind ober nicht.

"Landschaftsgärtnerei. Das Tiefbauamt, welches bereits am Schissenbergerweg zwischen Hessen- und Licher- straße sich verdient gemacht hat durch die Art, wie es das Bankett dort befestigte, hat in neuerer Zeit wieder an zwei Stellen der Stadt in gleicher Weise recht geschmackvolle Arrangements zur Verschönerung des Straßenbildes her­gestellt. Recht in die Augen fällt die Felsgruppe auf der Schlltzinsel zwischen Licher- und Grünbergersttaße, welche mit den geschickt vorgenommenen Anpflanzungen die dort stehende Bedürfnisanstalt recht wirkungsvoll maskiert. Eben­so hat man im Vorgarten des Cafß Amend in wohldurch­dachter Weise den Einsteigschacht zum Dücker recht geschmack­voll abgeschlossen. Solche Bemühungen zur Verschönerung sind sehr zu begrüßen.

" Errichtung einer Telegraphenlinie. Der Plan über die Errichtung einer oberirdischen Telegraphenlinie an der Landstraße Nieder-OfleidenHomberg und Homberg Appenrod liegt, wie uns die Kaiserl. Oberpostdirektion in Darmstadt schreibt, beim Kaiserl. Postamt in Homberg (Ober­hessen) aus.

* Patent für eine Misch- und Knetmaschine. Wie demReichsanzeiger zu entnehmen ist, wurde dem Er­finder derZwillings-Misch- und Knetmaschine mit selbst­tätigem Antrieb", Herrn Hermann Strobel hier das Patent erteilt. Nach der Angabe des Patentinhabers soll seine Maschine imstande sein, die Leistungsfähigkeit der best­konstruierten Knetmaschine der Neuzeit um mehr als das Zwölffache zu überholen. Zum Antrieb der Maschine und zum Durchkneten des Teiges soll keinerlei fremde Kraft er­forderlich sein. Dieser Vorgang soll vielmehr einzig und allein durch das Eigengewicht des Teiges bewirkt werden.

** Eine lleberficht der Studierenden der Landesuniversität ist uns vom Universitätssekrela- riat zugegangen. Danach beträgt im Sommer Halbjahr die Gesamtzahl der Studierenden 1144. Davon sind 2 Hospitantinnen, 42 Hörer und 7 Hörerinnen. Es studieren Theologie 74 (68 Hessen), Rechtswissenschaft 181 (157 Hessen), Medizin 172 (68 Hessen), Tierheilkunde 139 (19 Hessen), Zahn Heilkunde 9 (5 Hessen,., Philosophie 36 (7 Hessen), Pädagogik 4 (4 Hessen), Mathematik 98 '85 Hessen), Natur­wissenschaft 57 (44 Hessen), Chemie 63 (29 Hessen), Phar­mazie 22 (7 Hessen), Forstwissenschaft 60 (55 Hessen), Land­wirtschaft 8 (6 Hoffen), Geschichte 9 (5 Hessen), Klassisch«? Phil. 66 (55 Hessen), Neuere Phil. 95 (80 Hessen). Es studieren in Gießen 694 Hessen. Aus dem Auslande stu­dieren: Oesterreich-llngarn 12, Rußland 29, Frankreich 2, Großbritannien 4, Niederlande 2, Schweiz 2, Türkei 1, Rumänien 2, Belgien 1, Japan 1.

** Bestrafung von Bettlern und Landstrei­chern im Groß her zog tum H es s en. Aus den Mll- teilungen der Zentralstelle für die Landesstatistik ist eine Tabelle zu entnehmen, wonach die Gesamtzahl der im Großherzogtum bestraften Bettler und Landstreicher 2111 gegen 2231 im Vorjahre betrug. Merkwürdig ist, daß auch in den Provinzen Starkenburg und Rheinhessen die Zahl der Bestrafungen gegen das Vorjahr gesunken ist, während sie in Ober Hessen von 295 auf 425 ge­stiegen ist. Oberhessen ist die Provinz, in der in den Vergleichsjahren gegenüber den anderen Provinzen die ge­ringste Anzahl Bestrafungen ergangen ist. Im Verhältnis zur Bevölkerung bemessen, kommen auf Rheinhessen in allen Jahren die meisten, auf Oberhessen die wenigsten Bestrafungen.

Darmstadt, 17. Juni, lieber das Waldfest am Darmstädter Oberwaldhaus, das die Darm­städter Studentenschaft am 21. und 22. Juni aus Anlaß der Grundsteinlegung der B i s m a r ck s ä u l e auf dem Dommerberg und zur Verstärkung des Baufonds für diese veranstalten wird, erfahren wir folgende Einzel­heiten. Beim Eintritt auf den Festplay wird man einen vollständigen Jahrmarkt vorfinden, auf dein berühmte Ka­pellen neben Leierkästen und Sänger quarketts für musikali- fchen Ohrenschmaus sorgen. Zunächst kommt man dann zu dem Zigeunerlager der Normannen, in dem auch die Wahr- "ageün nicht fehlt. Es folgen weiter: das Wurst- und Bierzelt der Gruppe freier Studenten, das Alpenhaus des Verbarides beutfajer Oesterreicher, ein Glücksrad des Win­golf und das Schwarzwaldhaus der Moenanen, worin auch Gelegenheit zum Tanz vorhanden ist. Geregendeit zu körperlicher Ersrischuna ist mannigfach geboten. Zunächst

" ..........?' JK

Auszug uns Kirchenbüchern der Stabt Gießen.

Getaufte.

Lukasgemein.de. j.2. Juni: Eine uneheliche Tochter» Elisa Ida, geb. den 23. April; 14. Juni: Eisenbahn-Bureau- Assistenten Friedrich Schneidzinger eine Tochter, Lina Margareta Mathilde, geb. den 22. Mai. Johannesgemeinde. 12. Juni: dem Taglöhner Otto Rausch eine Tochter, Elisa Ka­tharina, geb. den 6. April. Militärgemeinde. 12. Juni: dem Sergeant Karl Zinn eine Tochter, Marie Wilhelmine, geb. den 3. Mai.

Getraute.

Matthäusgemeinde. 12. Juni: Georg Friedrich Wil­helm Becker, Zimmermeister zu Marburg und Johanna Luise Hellmold, Tochter des Rentners Louis Hellmold zu Gießen.> Markusgemeinde. 11. Juni: Karl Friedrich Wilhelm! Scheumeister, Tapezier und Dekorateur zu Gießen und Elisabeth Wilhelmine Berg, Tochter des verstorb. Konzertdieners Friedrich Berg.

Beerdigte.

M atthäusgmeinde. 12. Juni: Meta Tränkner, Pri- vattn, ledig, 64 Jahre all, starb den 9. Juni; Philipp Weller, Knecht, verheiratet, 61Jahre all, starb den 10. Juni. 14. Juni: Marie Fölsing geb. Mohr, Ehefrau des Omnibuskutschers Jo­hannes Fölsing, 33 Jahre alt, starb den 12. Juni. Markus- gemeinde. 14. Juni: Wilhelm Lang, Punipenmacker, un­verheiratet, 82 Jahre all, starb den 11. Juni. Lukas­gemeinde. 13. Juni: Katharine Schmidt, geb. Becker, Witwe des Taglöhners Paul Schmidt, 73 Jahre all, starb den 1L Juni. Johannesgemeinde. 13. Juni: Johannes Seibner, Bahnwärter i. P., 67 Jahre all, starb den 11. Juni.

in dem kleinen Erfrischnngszell der Nassovia; bann in dem Bettlerischen Bierzelt der Markomannia und im Vene­zianischen Cafe mit reizenden Venezianerinnen. Letzteres wird von den Chatten und Thürtttgern errichtet, die auch Gondelfahrkeu auf dem Teich veranstalten und außerdem eine Fischerhütte gebaut haben, wo ebenfalls Ersrisch-- ungen geboten werden. Es folgen: das Hippodrom des Darmstädter S. C, der Blumen- und ßigarettennerfauf der Germanen,Haut ihm, den Lukas" des V. C.-Stautmtisches, cm großes Tanzzelt und Sektbude des Ausschusses und dieSchüyen-Liesl"-Vude der Hasso-Borussen, worin auch; ein Lachkabinett sich befindet und eine Raritäteusanrmlung zu sehen ist. Ein Sektzelt stellen der Verein Deutsches Studenten, ein Photographenzelt die Vladrinen, ein Ka­russell die Fidelitas, ein Alldeutsches Haus mit Lichten- hamer-Ausscyank und Eisbärapotheke die Teutonen, ©inen Kakao- und Likörausschank veranstalten die Friesen, bei, denen auch eine italienische Kapelle spielt;Der ftärffte Manu Deutschlands und der umliegenden Ortschaften" wird von dem Technischen VereinSkizze" vorgefuhrt. Eine Chinesische Bude mit Teeausschank (Gei,Has) und ein' Wasselnverkaus wird vom Akademischen Verein, ein weiteres? Bierzelt von der Rheno-Guestsalia errichtet. Aus btefer gedrängten lieber sicht geht schon hervor, welche Fülle von Kurzweil und Unterhaltung, Witz, Humor und guter Laune dies echt studentischen Chararter tragende Fest bieten wird.

AVSM aus öru ZLMesaMtorrMerll der Ltadt Sttßrv.

Aufgebote.

Juni. 8. Komad Metz, Küfer in Darmstadt, mit Katharine Manche dahier. 11. Joseph Herbert, Bauschreiber dahier, mit. Magdalene Emilie Guldan hierjelbst. 13. Dr. Heinrich Ludwige Bruno Beutler, Oberlehrer m Bremerhaven, mit Johannette- Petronella Wilhelmine Bergör dahier. 13. Heinrich Böhringer/ Kaufmann dahier, mit Helene Härpfer in Stuttgart.

Eheschließungen.

Juni. 11. Karl Friedrich Wilhelm Scheumeister, Tapezier und Dekorateur dahier, Elisabeth Wilhelmine Berg bierselbst. 11. Georg Friedrich Wilhelm Becker, Zinimermeister in Marburg, mit Johanna Luise Hellmold dahier.

Geborene.

Juni. 6. Dem Schneider Georg Strack eine Tochter, Katha» rine. 8. Dem Bierbrauer Friedrich Hainer ein Sohn, Wichelm Friedrich Albert Ferdinand Heinrich. 9. Dem Diener Gilbert Neun eine Tochter. 11. Dem Kaufmann August Leithauser ein Sohn. 1L Dem Kaufmann Ludwig Stühler ein Sohn, Alfred. LL Dem Fuhrmann Konrad Graulich ein Sohn, Friedrich Gustav. 12. Dem Hilfsschafsner Philipp Schick ein Sohn, Wllhelm Hemrich Ludwig.

Gestorbene.

Juni. 10. Philipp Weller, 61 Jahre all, Taglöhner dahier. 1L Johannes Leidner, 67 Jahre alt, Bahnwärter i. P. dahier. 11. Katharine Schmidt, geb. Becker, 73 Jahre all, Witwe des Taglöhners Paul Schmidt dahier. 11. Wichelm Lang, 82 Jahre all, Pumpenmacher dahier. 12. Marie Fölsing, geborene Mohr, 32 Jahre alt, Ehefrau des Omnibuskutschers Johannes Fölsing da­hier. 14. Rebekka Katz-Stiefel, geb. Goldenberg, 77 Jahre abh. Rentnerin dahier. 16. Marie Frenzel, 11 Monate alt, Tochter des> Kürschners Richard Frenzel dahier.

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