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6.12.1904 Erstes Blatt
 
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Elftes Blatt

Dienstag 6. Dezember 1904

1S4. Jahrgang

ietzenerAnzeiger

General-Anzeiger v

Gange,

Amts- Anzergeblatt für dm Kreis Eichen

Redaktion. LxvedMa» und Trurfereti

Gcholfleahe 1* ilbrefle für Depeichen: Anzeiger Brchen. FernlprechanlchlußNr 61

Nnwers.-Buch-u. Stein- drucke rei. St

Nr. 588*7

OtKetot idgltch au her DsnnlagL.

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Verantwortlich ffli den ooltt und allgenr. Teil P. Witiko; für .Stadt und Land'' und .DenchtSfaal": August Goetz, für den An­zeigenteile banS Beck.

Are ycutige Kummer umfaßt 12 Seiten.

Zie Ainanzkage in Hesse».

Es ist noch garnicht lange her, da konnte man von ver­schiedenen Seiten ebenso verschiedenartige Befürchtungen ans- fprechen hören über die bedenkliche Lage unserer hessischen Finanzwirtschaft. Der Staat stecke tief in der Defizitwirtschaft, die in wenig Jahren zum Staatsbankrott führen müsse. Man klagte in allen Tonarten über die zunehmende Verschuldung und das stete Anschwellen des Extraordinariums, berechnete auf Grund teilweise sehr unsicherer Unterlagen, daß der Staat die größte Schuldenlast von allen deutschen Bundes­staaten zu tragen habe, dir auf den Kopf der Bevölkernng über 250 Mk. ausmache und führte auch eine Reihe von Beispielen dafür an, wie flott man in Hessen zu wirtschaften verstehe. So nützlich und dankbar es ist, zur rechten Zeit das rechte Wort zu sprechen, und die warnende Stimme zu erheben, so wenig ist es doch in diesem Falle angebracht ge­wesen, das Gespenst des permanenten Defizits und des Staatsruins an die Wand zu malen. Es ist richtig, wir haben in den ersten Jahren des neuen Säkulums im Staatsbudget mit erheblichen Destzits zu rechnen gehabt und der Voranschlag für 1903 wies einen Fehlbetrag von 2,300,000 Mk. auf. Tatsächlich aber hat derselbe doch nur 1,189,000 Mk. betragen und daneben ist auf Ansichten des Finanzministers ein Ausgleichefonbs in Höhe von 1,140,000 Mk. geschaffen worden.

Man übersah bei der Beurteilung unserer Finanzlage vor allem, daß der Rückgang der Staatserträgnlsse nicht in Hessen allein, sondern fast in allen Bundesstaaten und dem Reiche selber sich bemerkbar machte und ausschließlich eine Folge der allgemeinen Misere im Erwerbs- und Wirtschafts­leben in ganz Europa war. Dian übersah aber auch, daß wir in dem neuen Leiter der hessischen Finanzen einen Mann an der Spitze haben, dessen vorsichtiges Finanzgebahren und kluge Voraussicht sich gerade in der kritischen Zeit aufs beste bewährt haben. Schon damals konnte Finanzminister Dr. Gnauth trotz der Tatsache des hohen rechnerischen Defizits und des Aufbrauchs der Vermögensreste aus früheren Jahren in der Kammer auf Grund seines scharfen Einblicks in die Finanzlage der bestimmten Ueberzeugung Ausdruck geben, daß bei normaler Entwickelung der Verhältnisse auf abseh­bare Zeit hinaus zu irgend welchen Steuererhöhungen nicht gegriffen zu werden braucht, vielleicht sogar der jetzige er­höhte Zuschlag zur Vermögenssteuer bald wieder fallen ge­lassen werden könne.

Wie recht der Herr Minister mit diesem tröstlichen Aus­blick in die Zukunft hatte, beweist der vorliegende neue Vor­anschlag für 1905. Der Minister konnte mit voller Be­friedigung bei der Vorlage des neuen Etats darauf Hin­weisen, daß dem rechnerischen Defizit von 758 000 Mk. für 1905 ein Ausgleichsfonds von rund 2 Millionen Mk. gegen­

über stehe und auch noch ein Vermögensrest von l1/, Mil­lionen aus den früheren Jahren übrig bleibe, den man schon vor zwei Jahren fast völlig aufzuzehren befürchtet hatte. Wohl selten ist in der Kammer ein so freudiges, allseitiges Bravo erklungen, wie bei den Schlußworten des Finanz- mmisters : Die Finanzlage ist noch nicht gut, aber sie ist doch wiederum erheblich besser geworden!

Betrachten wir diese erhebliche Besserung unserer Finanzen an der Hand des neuen Staatsvoranschlags etwas näher. Der bildet ein sehr voluminöses Aktenstück mit Zahlen, nichts als Zahlen. Er umfaßt nicht weniger als 380 große Seiten mit 132 einzelnen Kapiteln, und die zün den letzteren ge­hörenden Anlagen machen einen fast ebenso starken Band aus. Sowohl der Verwaltungsetat, wie der Vermögensetat umfassen je 14 Hauptabteilungen, der erstere weist eine Höhe von 54 591 231 Mk., der letztere eine solche von 17 640 835 Mark auf. Die Hauptguelle der hessischen Staatseinnahmen bidet neben der Abteilung 5, direkte Steuern rc., die Ab- teilung 3 über die Staatsdomänen, zu denen auch der Etal für die preußisch-hessische Eisenbahngemeinschaft zählt. Diese Hauptabteilung wies im Voranschlag von 1904 einen Ge­samtüberschuß von 11 637 000 Mk. auf, während derselbe im neuen Voranschlag auf 13 190 000 Mk. berechnet ist, also um 1 152 000 Mk. höher. Tics erfreuliche Ergebnis ist aus­schließlich auf die Mebrerträgniffe der Eisenbahngenwinschafl zurückzuführen, deren Ergebnis im vorigen Jahr auf zwölf Millionen geschätzt war, im neuen Etat aber mit 13,2 Mill, festgestellt werden konnte. Die Differenz von 58 000 Mk. er­gibt sich daraiis, daß beim Braunkohlenwerk Liidwigshosfnung und der Eisfabrik Bad-Nauheim je 29 000 weniger Ein­nahme angesetzt werden mußte. Da die Verzinsung der Eisenbahnschuld im ganzen 91/2 Millionen beträgt, so würde die Reineinnahme aus den Eisenbahnen rund 3 4 3 0 0 0 0 M k. betragen; es kommt hiervon jedoch nach dem Gesetz von 1896 zur Tilgung der Staatsschiild ein Be­trag von 741 500 Mk. in Abzug.

Während die Abteilung: Domänen des Großherzog­lichen Hauses bei einer Gesamteinnahme von 5 862 000 Mk. einen Ueberschuß von 837 000 Mk. aufweist, ein Mehr von nahezu 150 000 Mk. gegen das Vosiahr, mußte bei der Ab­teilung Lotterie der frühere Ueberschuß von einer Million diesmal auf 976 500 Mk. herabgesetzt werden, was durch den Rückgang im Absatz der Lotterielose bedingt erscheint. -Da­gegen hat die Abteilung direkte Steuern, Regalien rc. wieder eine erfreuliche Steigerung erfahren, da die Gesamteinnahme von 16 850 000 Mk. im Vorjahr auf 17 347 520 Mk. ge­stiegen ist. Infolge deffen ist auch der Ueberschuß gegen das Vorjahr um 388 571 Mk. höher angesetzt, er beträgt 15 546 810 Mk.

Eine besonders umfangreiche Etatsposition bildet die Abteilung: Ministerium des Innern. Hier stehen einer Gesamteinnahme von 4,920,000 Mk. die Gesamtausgaben von 15,535,000 Mk. gegenüber, sodaß der Zuschuß 10,815,000

Mark betragt, der gegen das Vorjahr um 116,800 Mk. gewachsen ist. Hier sind die Ausgaben für die Provinzial- Direktionen und Kreisämter um 20,940 Mk., für die Landes Universität um 14,250 Mk., für Gymnasien, Realschulen rc. um 19,900 Mk., für höhere Bürgerschulen um 7000 Mk., für Volksschulen um 38,200 Mk., für ärzt­lichen Dienst bei der öffentlichen Gesundheitspflege um 7600 Mk., für die Landesirrenanstalt um 7700 Mk., für Land­wirtschaftliches Unterr-chts- und Versuchswesen um 8490 Mk., für Förderung einzelner Zweige der Landwirtschaft um 8400 Mk. gewachsen, dagegen ist der Zuschuß für die Technische Hochschule um 14,000 Mk., der für die LandeSwaisenanstalt und der für Bodenmeliorations- und Wafferversorgungswesen um 75,000 Mk. geringer geworden, letzteres daher, weil für 1905 als Ersatz von Feldbereinigungskosten anstatt 70,000 Mk. im neuen Jahr 170,000. Mk. Einnahmen erwartet werden.

Für die Abteilung: Ministerium der Justiz sind die Einnahmen auf 2,224,000 Mk., die Ausgaben auf 4.657,000 Mk. festgesetzt. Die letzteren stiegen gegen das Vorjahr um 71,300 Mk. Die Hauptursache bildet die ge­plante Anstellung von zwei Oberlandesgerichtsräten, die im Hinblick auf die vielen Klagen wegen Prozessverzögerung von 10 auf 12 vermehrt werden und von 7 Amtsrichtern (von 120 auf 127) sowie mehreren Bureaubeamten. Von den neuen Amtsrichtern soll je einer an die neuen Amts- gerichte zu Dieburg und Lampertheim kommen, während je ein weiterer dem Amtsgericht I in Darmstadt, dem Amts­gericht Gießen, dem Amtsgericht Mainz und den jetzt nur mit je einen Richter besetzten Amtsgerichten zu Ober-Ingel­heim, Osthofen und Wöllstein zugeteilt werden soll. Der Richter in Lampertheim soll vorerst dem Amtsgericht Lorsch entnommen werden.

Das Ministerium der Finanzen endlich weist eine Einnahme von 297 600 Mk. und eine Ausgabe von 1 977 000 Mk. auf und erfordert gegen das Vorjahr ein Mehr von nahezu 50 000 Mk. Die Abteilung Pensionen erhöht sich von 3 691 000 Mk. auf 3 885 000 Mk., Abteilung Verhältnis zum Reich wird bei einer Einnahme von 4 500 000 Mk. und einer Ausgabe von 5 427 000 Mk. gegen bn§ Vorjahr eine Mehrausgabe von 327 689 Mk. erfordern. So sehen wir bei einem allgemeinen flüchtigen Ueberblick, > sich unsere Finanzen in stetig aufsteigender Linie be- wegen. Der Herr Finanzminister bezeichnete den Etat für 1904 alseine deutliche Wendung zum Besseren" und sagte bei der Vorlage des neuen Voranschlags, daß die Finanz­lagewiederum erheblich besser geworden" sei. Hoffen wir, daß er bei der Vorlage des nächstjährigen Etats von einer völlig guten und gesunden Finanzlage inHessen sprechen kann.

AUttes Konzert d<s KonMiocreins.

Gießen, den 6. Dezember 1904.

Teresita Carreno der Name allein hätte wohl genügt, ein volles Haus zu machen, und es bedurfte nicht des Bum'bum und Trara vorher, das meinetwegen gelten mag, wenn für junge Anfänger freundliche Teilnahme geweckt werden soll, das aber bei einer Künstlerin von Weltruf, deren Name ein Programm bebeutet, füglich unterbleiben konnte. J£ere|ila Carreno das Eigenschaftswort, das man am häufigsten in Verbindung mit ihrem Namen hört, es bezeichnet wohl auch am treffendsten die Empfindung, die einem bei ihrem Spiel überkommt und in der Vorstellung mit ihrem Namen verknüpft bleibt: grandios! Was Gottfried Keller einmal von dem größten schaffenden Musiker aller Zeiten sagt:

Dem war Gewalt gegeben, Zu wirken mit gefeiter Hand Ein tcmsendtönig Zauberband In das empörte Leben.

Er goß des Wohllauts süßen Wein Aus über die Wogen beere:

Mocht' noch so laut die Brandung schrei n, Doch stärker klang sein Spiel barem, Wie Orgelton am Meere......

pas läßt sich ohne Uebertreibung auf bas Spiel dieser Künstlerin übertragen anwenben, die wie wemge es versteyt, dem Schöpfer dcch Kunstwerk nachzuschaffen, seines Wesens innerste Art zu erfaffen und wieder zu geben und gerade darin auch ihr Bestes zu geben, lieber jede technische Schwierigkeit erhaben, von einer männlichen Kraft de^> An­schlags,. die Bewunderung erregt, dabei durch eine vor­nehme Auffassung Vor der Gefahr bewahrt, ins Virtuosen­tum zu verfallen oder die begrenzte Klangkraft des Flug, s ins Unschöne zu steigern, dann wieder von einer unbe,cl>ew- 'licken Zartheit und Weichheit im Piano, der ganze Bortrag Ni blich beseelt und durchdrungen von einem sprühenden Temperament einerseits, der geläuterten gereiften Kunst eines reichen Lebens andererseits, gewährt ihr Spiel einen seltenen, vollkommenen Kunstgenuß. Aber die,e ihre Vor­züge sind ja bekannt; nicht sie feststellen sollen dwse Zenen, Libern freudig bekennen, wie sie auch hier empfunden, dankbar empjnnden worden sind. Frau Earrenospielte Schumann, Chopin, Schubert unter kluger Beschränkung auf solche Werke, die sie nachzuempfinden vermag, die ihrer Eigenart verwandt sind. SchumannsShmphomsist

Etüden", aus der Zeit, da Schumann noch fast ausschließlich für das Klavier, das er selbst meisterhaft spielte, kom­ponierte, im selben Jahr wie fein berühmtererKarneval" entstanden, bestehen aus einem schlichten Thema im Ein- leittmgssatz, das in den folgenden Sätzen in mannigfachster kunstreicher Art variiert wird- sie geben Gelegenheit, tech­nisch hervorragendes Können in Verbindung mit feinem Verständnis für die wechselnden Stimmungen und Rhtühmeu der Variationen zu zeigen. Chopin, der mit vier Stücken folgt, derDichter des Klaviers", jedenfalls einer der persönlichsten, stimmungsvollsten unter den Klavierkompo- nisten, ist ja der Liebling der klavi er spielen den Damen­welt; leider bringt aber die Schwärmerei für ihn nicht immer auch die Fähigkeit mit sich, ihn, ganz abgesehen vom Technischen, auch zu bewältigen; so hört man oft etwas von Chopin spielen, Chopin aber so selten. Am Sonntag vernahm man ihn selbst, in seiner ganzen seltsamen, von den wechselndsten Stimmungen belebten, aber immer graziösen und doch wieder pathetischen Art. Dieser Teil des Programms war für mich der genußreichste, man hörte aus" den Tönen die Seele des Komponisten wie die Seele der Künstlerin heraus. Zum Schluß kam Schubert mit dem bekannten Impromptu, dessen zarter Charakter wirk­ungsvoll kontrastierte mit den orchesterartigen mächtigen Klängen des marche militaire in der Bearbeitung von Tausig, bei dem der Flügel alles hergeben mußte, was er an Ton und Tönen hat; die Vermittelung bildete die soirse de Vienne von Schubert-Liszt, ein Brillantfeuerwerk voll Grazie und Charme. Nach der kolossalen Leistung des Militärmarsches ließ sich die liebenswürdige Künst­lerin, die unermüdlich zu sein scheint, durch den tobenden Beifall des Publikums noch zu einer Zugabe bewegen und schloß den so schön verlaufenen Llbend mit einem walzer- artigen Sätzchen, in mancher der anwesenden jungen Damen wohl liebliche Erinnerungen an den vorhergegangenen Abend in diesem Saal erweckend.

Neben Frau Carreno, die natürlich das Hauptinteresse des Abends in Anspruch nahm, wirkte Herr Vaterhaus aus Frankfurt a. M., das uns schon so viel Gutes gebracht hat, mit. Der Vortrag der drei ersten Lieder ließ fast den Gedanken anfkommen, Frankfurt habe diesmal durch eine Ausnahme die obige Regel bestätigen wollen; die Stimme klang in der tiefen Lage zwar sympathisch, in der Mittellage schon unausgeglichen, von der Hohe gar nicht zu reden; im Vortrag störte häufig eine salsche Ans­prache (isch" stattich" und anderes); die Tonfarbe war

bedeckt, kurz, man applaudierte aus Gewohnheit, aber ohne. Wärme. Und dann geschah ein Wunder.. Bei der Arie deS Figaro" aus demBarbier von Sevilla" glaubte man zunächst einen ganz anderen Sänger vor sich zu haben; die Stimme war eine andere, hellere geworden, an Umfang! verdoppelt, klangvoll und warm, die Aussprache und die Kunst des Vortrages sehr gut. Hatte der Künstler hrer- durch schon die Stimmung für sich gewendet, so gewann, er sich feine Hörer ober doch mich ganz durch das prächttge Hochzeitslied Loowes. Die Ballade in der Loeweschen Ver­tonung setzt eine Zungenfertigkeit voraus, die der gewöhn­liche Sterbliche nicht besitzt. Herr Vaterhaus hat sie, ja er bewältigte diese Schwierigkeit scheinbar spielend. Aber das war das wenigste; die geradezu vollendete Vorttagsweise oder besser Wiedergabe des künstlerischen Gehaltes dieses Liedes, die der Tonmalerei der Begleitung folgend, ist Wüllnerscher Art darstellte und charakterisierte, ohne je maniriert zu werden, brachte ganz neue Schönheiten! des Werkes ans Tageslicht. Dem sttirmischen Beifall des Publikums dankte Herr Vaterhaus mit einer Zugabe. Der Wirkung des allerdings wohl nie versagenden Hoch­zeitsliedes kam die treffliche Klavierbegleittmg sehr zst statten, die Herr Musikdirektor Trautmann hier wie bei den übrigen Liedern übernommen hatte und zum Entzücken aller Freunde dieses ganz L-efottbereu Genusses dnrch-- füfirte; man hörte und sah förmlich das letzte Ratten- oder Mauseschwänzchen in der Tür des Kürstlerstübchens ver­schwinden. So war das Ganze wieder ein^ Treffer, eist Kunstgenuß ersten Ranges, für den wir dem Konzertverein! und seinem rührigen Dirigenten von Herzen danken.

n

Fritz Reuter:111 uiine etrointib . (£>0$**. deutsche A u sq a b e von Otto Hcidmüller.) Hi^orffsche Hof- buchhlmblung, Wismar, geb. 5 Mk. Dre Absicht des^ alten Reuterverlages, Fritz ReutersStromtid" in hochdeutscher sprach''' hcrauözugeben, ift durch den jetzt fertig dal legenden Band zur Tat geworben. Was die seinerzeit vorliegenden Aushängebogen versprachen, das hält bas Werk. Es ist allen denen, die deS Platt­deutschen nicht mächtig sind alS ein für sie nahezu vollwertiger Ersatz deS Originals zu empfehlen. Ja: diese boeodeutsche Auf­gabe wirb vielen dessen und anderen Suddeultchen, auch den Deutschen hinter den schwarzgelbcn Grenzpfählen Reuter über­

haupt erst erschließen.

Darmstadt, 6. Dez. Frl. Dcnkhausen, Mitglied deS Hostheaters und Vertreterin des komischen Faches, ist heute ge- gestorben.