Ausgabe 
30.5.1903 Viertes Blatt
 
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geude Löwin.

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Dem Gießener Hnjetget werden im Wechsel mit dem Kefsilchea ttmöoirl dieiefjencr Zamiliea. blätter viermal in der Woche beifldegt fRotattonibrud m. Ver- laq der Vrüh l'lchem UntD«t.-iöud>-u.6iMR- br aderet (tiied ch Erden-

Warnung!

Die meisten Nachahmungen von Dr. Homme!» Haematogea werden, um das JD. K. P. No. bl,öyi zu umgeben, nut Zuniiten&bine von A-ther bereitet, ein Zusatz, der insbesondere für Kinder und Nervöse direkt schädlich ist. Um sicher, zu sein, das aetherfreie Original-Präparat zu erhalten, verlange man stets ausdrücklich Dr. Hommofe Haematogen und achte auf die Schutxmarke *8äa-

Kirche nuD Schule.

* Evangelisch-sozialer Kongreß in Darm­stadt. Unsere heutige Nummer enthalt das ausführliche Programm der Tagung des Evangelisch-sozialen Kongresses. Die Gegenstände der Verhandlungen sind ebenso von all­gemeinem Interesse wie die Persönlichkeiten der Redner. Die Mitglieds- und Eintrittskarten sind in der Buch­handlung von Waitz in Darmstadt zu haben. Bei der evangelischen Bolksoerfammlung werden verschiedene An­sprachen gehalten werden: auch das Darmstädter Doppel- qnarteü hat seine Mitwirkung zugesagt. Der Vorsitzende deS Kongresses und Leiter der Verhandlungen ist Prof. D. Harnack aus Berlin, ein Bruder des an unserer Hoch­schule wirkenden Professors Harnack. Ter Ausruf, der nunmehr in Plakatform veröffentlicht ist, trägt die Unter­schriften des Ortsausschusses, dem nicht weniger als 122 Männer auS allen ötteisen der Bevölkerung angehören, und des Damenausschusses, der 41 Mitglieder zählt.

Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Petroleum. Bei weiter anhallend fester Markt­lage blieben die offiziellen Notierungen unverändert und hat zu jetzigen Preisen die Eindeckung des JahresbedarfeS bereits begonnen.

Getreide. Tie schöne Witterung und die nahen Pfingslfeiertage haben unsere Mühlen veranlaßt, während der abgelaufcnen Woche im Einlauf von Weizen eine große Zurückhaltung zu beobachten, weshalb der Go» schäftsgang sehr unbelebt war.

Roggen, Gerste und Hafer unverändert. MaiS dagegen fester.

Viehmarkt. Ter Handel in Großvieh gestaltete sich an den einzelnen Märkten m der abgelaufenen Woche äußerst lebhaft, sodaß nahezu vollständig ausverkautt wer­den konnte. Auch mittlere Qualitäten waren sehr gut beachtet und ebenfalls flott abgesetzt. Ter Kälberhandel war bei dem geringen Angebot ein sehr lebhafter, bei stark anziehenden Preisen wurde schlank ausverkauft. Fette Schweine gut gehandelt, eS blieb jedoch lleberstaud. Läufer und Milchfchweine fanden wenig Beachtung.

Tabak. Wir sind leider nicht in der Lage, eine Besser­ung im Geschäft, toahreno der LerichtSwoche konstatieren zu können. Das Geschäft liegt immer noch sehr ruhig und scheint außer Nachfrage nach entrippter Einlage, sich auch in nächster Zeit, wie man hofft, nicht bessern zu wollen. Die Fermentation der 1902er Ernte geht jetzt langsam ihrem Ende entgegen und fällt teilweise gut und teilweise schlecht aus, je nachdem solche von den Produzenten in gutem, oder nicht gutem Zustande geliefert wurde. In losen Pfälzer Rippen geschäftslos, lose feine ML 9P010,50, gebündelte feine ML 11,50-12..

Kraftfuttermittel. Das Geschäft bewegte sich in der abgelaufenen Woche bei nahezu unveränderten Preisen in normalen Grenzen. Gefragter waren Leinkuchen, für welche die Fabriken ihre Forderungen weiter erhöhten; auch für Baumwollsaatmehle machte sich eine bessere Stimm­ung geltend, während Schlempe reichlicher angeboten und etwas billiger käuflich war. Die Marseiller Notierungen für Erdnuß- und Kokoskuchen, namentlich für spätere Ter­mine, lauten dagegen noch immer recht hoch. Sesam- und Palmkuchen, sowie alle übrigen Artikel unverLnderL

Aus Stadt uliö Land.

R.B. Darrn st aor, Mai. Die heutige Stadt­verordneten Versammlung beschäftigte sich nach der Erledigung einiger Gegenstände lokaler Natur mit der Be- ratung des Hauptvoranschlags für 1903/04. Der Finanzausschuß hat sich tu allen wesentlichen Punkten dem von der Bürgermeisterei vorgelegten Voranschlag ange­schlossen und beantragt die Genehmigung desselben (Eine wesentliche Einbuße erleidet die Stadtkasse durch das Ein­gehen derBank für Süddeutschland". Die Bank zahlte noch im vorigen Jahre rund 50 000 ML an Gemeindesteuern. Trotz der Zunahme der Steuerpflichtiaen stelll sich daher daS Steuererträgnis im Etatsiahr 1903/04 nur auf 2155000 Mark gegen 2160 000 Mark tm Vorjahr. Beim städtischen Elektrizttatölverk ist der lieberschuß um 11000 ML, beim Gaswerk um 30000 ML niedriger angesetzt, trotzdem man auf eine Mehreinnahme von 12 000 ML rechnet Tas Wasserwerk soll bei einer Mehreinnahme von 23 000 Mk. 163 400 ML an die Stadtkasse abführen. Beim Kapitel Schulen sind 849 870 ML (Einnahme und 130 710 Mk. Aus­gabe, bei der Polizeikasse ein Zuschuß von 242 720 ML, bei der Oktroitasse 678 700 ML Einnahme und 130 540 Mark Ausgabe vorgesehen In Einnahme und Ausgabe balanciert der Etat mit 4 725 000 ML, das Vermögen mit 7 745 000 ML Ter Voranschlag wurde ohne Steuererhöhung genehmigt; es wird bei dem vorjährigen Prozentsatz von 88,2 verbleiben

Rodheim a. d. Bieber, 29. Mcn Die vorbereitende Tätigkeit zu dem am 12. und 13. Juli hier stattfindenden General-Krieger -Appell des Kreises Biedenkopf hat bereits vor mehreren Wochen begonnen Obgleich Rodheim am äußersten Südende des Kreises Biedenkopf gelegen, und

Schweinepest.

Tie in den Kreisen Gießen und Friedberg austretende, durch einen Händler aus dem AuSlande eingeschleppte Schweinepest ist eine außerordentlich ansteckende Magen- uno Banner Iran hing der Schweine. Sie befällt meist jüngere Tiere bis zum Alter von vier Monaten, verschont aber auch nicht ältere Schweine und endigt fast immer mit dem Tode In dem Großherzogtum Hessen trat diese Seuche zum ersten Male vor etum zehn Jahren in Rhein­hessen auf und fielen ihr damals viele Tausende von Schweinen zum Opfer. Seither ist sie in Hessen nicht wieder beobachtet woriren.

Tas Jneubationssladiurn, d. h. die Zeit von der Auf­nahme des Ansteckungsstoffes bis zum LuSoruch der Krankheit, dauert 520 Tage.

Tie Krankheit selbst äuyert sich durch Appetitmangel, geringgradige Verstopfung, später schwarzbraunen, übel­riechenden Durchfall. Der Kopf und Hals der erkrankten Tiere erscheint häufig geschwollen, die Augenlider sind fast immer durch graugelbes Exsudat verklebt und können gegen das Ende der Krankheit meist nicht mehr geöffnet werden. Vollständige Erblindung tritt in vielen Fällen ein. Sehr bald schon macht sich auch eine Abmagerung des Hinter­teiles und ein Schwanken im Kreuze bemerklich und um das Maul herum, manchmal aber auch mehr über den vorderen Teil des Körpers verbreitet tritt ein grindigen Hautausschlag in Erscheinung. Bei nicht lange vorher kastrierten Schweinen sind fast immer die LastrationS- wunden mit einem graugelben, fest aussitzenden Schorfe versehen.

Erschwertes Atmen und Husten wird nicht beobachtet Tie Krankheit endigt (in der Regel nach 58 Tagen, manch­mal auch erst nach 14 Tagen und mitunter nach noch längerer Zeit) mit dem Tode.

Tie Liebertragung der Krankheit findet sowohl durch direkte Berührung der erkrankten mit aesunden Schweinen, als durch Zwischenträger statt Händler und Schweine- kastrierer, dic von Ort zu Ort und Stall zu Stall wandern, sorgen meist für eine rasche Ausbreitung dielet Seuche. Deshalb ist zurzeit der Seuchengefahr vor dem Ankauf von Händlerschweineu zu warnen. Auch Schweineschneidern ist, bevor eine gründliche TeSinser- tion des Schuhlverks. der Kleide'-, Hände und der Kaltra- tionSinstrumente stattgefunden, der Zutritt in seuchefreie Gehöfte nicht zu gestatten. Auch durch Futterstoffe, Ge­fäße und andere Gegenstände, welchen der Auste-ckungsstoss anhaflet wie auch durch allerlei Abaänge der erkrankten Tiere, Kot, Urin, Blut usw. kann die Krankheit weiter ver­breitet werden.

Ter Ansteckungsstoff ist außerordenllich widerstands­fähig. Terselbe vermag sich außerhalb deS Tierlörpers längere Zeit lebens- und entwicklungsfähig zu erhallen und kann immer wieder auf neu eingestellte Schweine- über­tragen werden. Aus diesem Grunde ist eine sehr durch­greifende Reinigung und Desinfektion der verseuchten Ge­löste und Stauungen nach oorhergegangener Beseitigung der seuchenkranken Tiere erforderlich. Alles Holzwerk ver- feuchter Stallungen ist zu verbrennen und bei undurch­lässigen Fußböden ist unter allen Umständen die durch­feuchtete Erdschtcht abzuhebem Ferner sollte eine Seuchen­stallung nach sorgfältigst ausgeführter Tesuifektion erst wieder nach fechS Monaten besetzt werden dürfen. Line Ent- chädigung ans der Staatskasse für an der Schweinepest iu Grunde gegangene ober getötete Schweine tritt, wie viel­fach irrtümlich geglaubt wird, nicht ein.

Tagegen zählt diese »Lrankheit nach dem bürgerlichen Gesetzbuch zu den h r s ch a f ts fe h le r n mit einer lOtiigigen Gewährsfrist. Hierzu ist aufklarend zu be­merken, daß der Ueberlieferungöiag in der genannten Gc- wayrsfrist nicht inbegriffen ist, die Währung vielmehr erst mit dem nächsten Tage beginnt

fcrner kommt dem Käufer eine 48stundige Verlanger- rmgsfrist mvf) Ablauf der Gewährsfrist zu gute, und es

daher so mancher alte Krieger deS ,Hin ter lande»" zum diesjährigen Appell einen weiten Weg zu machen hat, so hofft der hiesige Verein dennoch auf eine zahlreiche Be­teiligung auch aus den Gemeinden deS nördlichen Teils unseres heimallichen Kreises.

Biedenkopf, 29. Riai. Die Stadtver ordneten verhandelten in diesen Tagen Aber eine Magistratsvorlage, welche den Neubau einer Lahnbrücke auf der Ludwigshütte betrifft Das Gutachten deS König!. Kreisdau-Jnspektors ließ keinen Zweifel darüber zu, daß die vorhandene Brücke baugebrechlich sei und Reparaturen kaum noch vertragen kann. Vertragsmäßig fallen der Stadt 45 Prozent der Brückenkosten zu. Tie Versammlung beschloß, die erforderlichen Verhandlungen sofort einxulciten, und soll der Magistrat ersucht werden, zu den Baukosten Zu­schüsse aus den Mitteln der dabei interessierten Kreisver­waltung und des Provinzialverbandes zu erbitten.

Viertes Blatt. ISS. Jahrgang Samstag 30. Mait SOS

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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger " ** S

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW

wird auch, falls der letzte Tag der DerlängerungSfrist auf einen gesetzlichen Sonn- oder Feiertag fällt, solcher nicht gerechnet

Vor Ablauf dieser Zell hat derselbe aber die Kündigung an den Verkäufer abzusenden und spätestens 6 Wochen nach Ablauf der Gewährsfrist Klage zu erheben.

Wahlbcwcguug.

Aus dem Kreise Wetzlar, 28. Mai. Tas Zen­trum will Lanbgerichtsrat Rinteln nicht mehr als Kan­didat aufstellen. Im kreise Altenkirchen scheüll die Wahl- bewegung viel eifriger betrieben zu werden, dort ist in Herrn Breidebach noch ein Kandidat der christ­lichen Arbeiterpartei aufgestellt worden. Bei der letzten Reichstagswahl 1898 ergab sich folgendes Resultat: Bürgermeister Krämer (nL) 6109 Stimmen, Tr. Rinteln (Ztr.) 5274, Rentner Tr. Burckhardt (christlich-sozial) 3041, Redakteur Zimmermann (Anti>.) 2762, Bebel (Soz.) 2507 Stimmen. Zn der Stichwahl siegte bekanntlich Krämer über Rinteln.

I

Kreuzpiatz 13.

Wegen vorgerückter Saison

schwarze und farbige Saccos, Kragen, Costnmes und Kinder-Konfektion

zu herabgesetzten Freisen.