hn Haushalte 1 Bd. und 9 Bde. sehr hübsch auSgestatteter Jugendschristen, die ihren Stoff der deutschen Geschichte entnehmen. Emil Roth hier verlegte von ihm: Im Forsthause Falkenhorst, 2 Bde., und 3 Bde. Erzählungen .Aus Hessens Vorzeit". In Weinheim erschienen: Lebensbilder aus Amerika. — In Erbach sieht man Herrn Kleinschmidt sehr ungern scheiden. Möge er in Gießen wiederfinden was er dort verläßt.
— Personalien. In den Ruhestand verseht wurde am 26. März der evangelische Pfarrer Emil Sell he im zu Dill in gen, Dekanat Hungen, auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. Mai l. Js. an. — Ter Geh. NegierungSrat Marl Planz wurde mit Wirkung vom 3. April an von der Versetzung der Stelle des Direktors der Staatsschuldenkasse auf sein Nachsuchen enthoben und ihm aus diesem Anlaß das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Ernannt wurden mit Wirkung vom 3. April l. I. an: der zweite Direktor der Hauptstaatskasse Heinrich Sch ä sc r zum Vortragenden Rat in der Abteilung für Finanzwirtschaft und Eisenbahnwesen des Ministeriums der Finanzen mit dem Amtstitel Oberfinanzrat; der Hauptstaatskassier Regierungs- rat Karl Krebs zum Direktor der Staatsschuldenkasse und daneben mit der Versetzung erneS Referats in der Abteilung für Finanzwirtschaft und Eisenbahnwesen des Ministeriums der Finanzen beauftragt; der Kassier bei der Staatsschuldenkasse, Regierungsrat Adolf Schläger zum zweiten Direktor der Hauptstaatskasse; der Kontrollbeamte der Lokalkassenstellen des'Bezirks Darmstadt I, Regierungsrat Franz Hieme nz zum Kassier bei der Staatsschuldenkasse und daneben mit der Versetzung von Geschäften eines Hilfsarbeiters in der Abteilung für Steuerwesen deS Ministeriums der Finanzen beauftragt und der Ministerialsekretär bei dem Ministerium der Finanzen, Wilhelm Ebert, zum Hauptslaatskassier. — Ferner wurde dem Kontrollbcamten der Lokalkassestellen deS Bezirks Mainz, Rentamtmann Balthasar Kloos zu Mainz der Charakter als Regierungsrat verliehen.
•* Auch ein Jubiläum. 25 Jahre sind am 1. April verflossen, seit die Bestellung der Postpackete durch Pferdefuhrwerk und Postwagen stattftndet. 25 Jahre sind ebenfalls verstoßen, daß der schon früher bei der Post beschäftigte Oberbriefträger A. Keßler diesen Dienst übernahm. Wir gratulieren dem alten Herrn dazu und wünschen ihm noch lange rüstige Dienstzeit.
-i. Beerdigung. Gestern wurde der Hoboist Gröninger beerdigt. Der 70 jährige Herr gehörte von Ende der 50 er Jahre bis in die 60er Jahre der Kapelle des hiesigen Regiments an und machte den Feldzug 1870/71 mit.
•* Fe st nähme eines Mörders. Der kroatische Erdarbeiter, welcher, wie wir seiner Zeit berichtet haben, seinen Landsmann Marko Cinbric am Sonntag, den 18. November v. I. auf der Straße zwischen Ilbeshausen und Grebenhain ermordete, beraubte und dann die Flucht ergriff, ist, nachdem man lange und energisch nach ihm gesucht hat, in seiner Heimat Kroatien festgenommen worden. Die dortige Behörde weigert sich aber, den Mörder nach hier heraus zu liefern, weil ein Auslieferungsvertrag zwischen den deutschen und den kroatischen Behörden nicht existiert; wohl aber ist die dortige Justizverwaltung bereit, den Fall nach kroatischem Recht abzuurteilen. Auch dort ruht auf dem Ver- brechen deS Mordes die Todesstrafe.
•* 9luS dem Theaterbureau. Morgen, DienS- 1ag den 31. März, wird als letzte Vorstellung die am Sonntag mit stürmischem Beifall aufgenommene Operettenposse »Flotte Weiber" zur Aufführung gelangen und zwar als volkstümliche Vorstellung.
0 Jagd. Mit dem 1. April beginnt im Großherzogtum die Hegezeit für Enten; sie währt bis 30. Juni ein- schließlich.
m. Klein-Linden, 29. März. Heute nachmittag wurde der auf der Strecke Friedberg-Hungen überfahrene Bremser Peter Honig, welcher beim Fahrkartennachsehen zwischen zwei Personenwagen unter den Zug siel, zur letzten Ruhe bestattet. Seine Frau ist von hier gebürtig. Die 4 kleinen Kinder stehen im Alter von 7, 5, 3 und 1 Jahr. Zahlreiche Beamte und Einwohner gaben dem Verunglückten das letzte Geleite, so daß unser Dorf wohl selten einen so großen Leichenzug sah. Betriebsinspektor Roth- Gießen legte namens der Betriebsinspektion einen Kranz nieder und schilderte den Toten als einen fleißigen, tüchtigen und treuen Beamten, der in Ausübung feines Berufs durch den Unfall den Tod fand. Der Stationsvorsteher von Hungen sprach ebenfalls Worte der Anerkennung über den Verunglückten und legte im Namen der Beamten und Arbeiter der Bahnstrecke Friedberg-Hungen-Laubach einen Kranz am Grabe nieder. Dasselbe geschah auch seitens der Bahnbeamten der Station Gießen.
r. Lang-Göns, 28. Marz. Altbürgermeister Konrad B r ü ck e l wurde gestern unter großer Beteiligung der Gemeinde beerdigt.
§ Butzbach, 30. Marz. Die hiesige Ortsgruppe des Handlungsgehilfen-Verbandes veranstaltete gestern eine große Abendunterhaltung z u in Besten unseres Aliee- JrauenvereinS. Trotz der zahlreichen Festlichkeiten in letzter Zeit war das Wohltätigkeitskonzert start besucht; eS verlief in der schönsten Weise und erzielte einen namhaften Ertrag. — Mit dem Bau des neuen Kaffengebäudes deS Mat hi l de list ist S Butzbach nebst Rechnerwohnung ist nun begonnen worden; eS kommt an das Ende der BiSmarckstraße, nahe bei dem Amtsgericht.
Mainz, 28. März. Eine Frau, die in der Kapuzineraffe 21 im vierten Stock wohnt, hatte einen Gang zu besorgen und verschloß ihre Wohnung, in der sie drei Kinder zurückließ und zwar ein Pflegekind im Alter von zwei Jahren, das m dem Zimmer nach der Straße zu in seinem Bettchen schlief und ihre beiden eigenen Kinder, nämlich einen wenige Wochen alten Säugling, der in einem Korbwägelchen in demselben Zimmer lag, und noch ein vierjähriges Kind- Während der Abwesenheit der Frau ist durch bisher noch unaufgeklärte Ursache in dem Zimmer, in dem die beiden schlafenden Kinder lagen, Feuer auSgebrochen. Das zweijährige Pflegekind fand mau mit fürchterlichen Brandwunden bedeckt tot vor. DaS Bettchen deS Kindes stand in Flammen, die rasch gelöscht werden konnten. Der Säugling hatte unter
dem Rauch ebenfalls sehr gelitten, doch hofft man ihn am Leben erhalten zu können.
Frankfurt, 28. März. Hier hat sich ein Komitee gebildet, das eine Kollektivausstellung der deutschen Nahrungsmittelindustrie aus der Weltausstellung in St. Louis 1904 organisieren soll. Vorsitzender deS Komitees ist der Direktor des Norddeutschen Lloyd, Bremermann, und sein Stellvertreter der Geh. Re- g:.cmng§rat Pros. Tr. v. Buchka. Ten Ehrcnvorsitz hat Cberbgin. Adickes übernommen.
Hanau, 29. März. In dem Farbwerk zu Mühlheim a. M., A.-G., vormals A. Leonhard u. Co., brach heute früh auf bis jetzt unaufgeklärte Weise ein Brand aus, der einen Schaden von einigen hunderttausend Mk. aunchtete. Tas Feuer entstand in dem Mahlwerk (Farbmühle), zerstörte dieses mit den darin stehenden Maschinen und griff dann über auf das EishauS und daS Farblager, ersteres ganz, letzteres mit seinen Farboorräten zum Teil zerstörend. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Tas Farbwerk ist bei folgenden Versicherungen versichert: Phönix (London) Comerzial Union, Rorth British und Meceantilc, ferner bei der Aachener Feuerversicherungsgesellschaft, der Norddeutschen (Hamburg), der Baseler, Gladbacher und Hamburg-Bremen. Ter Betrieb der Fabrik erleidet durch den Brand keinerlei Störung.
Enteignung
des KNriikgeläudcs vor dem Krovinziak-Fusschuß.
Wir beginnen heute unseren Bericht mit der Bemerkung, daß die Sitzung vom Samstag von morgens 9 bis abends 1/28 Uhr gedauert hat mit einer Unterbrechung von zwei Stunden. Tas Urteil ist noch nicht gesprochen, und wird für die nächste Verhandlung vertagt, deren Termin heute noch nicht anberaumt ist.
Am Samstag Dormittag um 9 Uhr eröffnete Provin- zialdirektor Dr. Brcndert die Verhandlung. Der Aufruf der Zeugen und Sachverständigen ergab die Anwesenheit folgender Herren: Chr. Bieler, Rentier Senner, Bauunternehmer Filz-Frankfurt a. M., Gärtner Carl Decker, die Architekten Hamann, Stein, Kocterbeck und Meyer, Ingenieur Oskar Gutmann, jyabriiant Poppe-Frankfurt a. M., Obergärtner Schildknecht-Vilbel. Nechtsanw. Katz hatte außerdem den Gärtner Münzinger sistiert.
Es werden vorerst die inzwischen eingegangenen Schriftsätze verlesen. Interessant ist die zur Kenntnis gebrachte Darlegung des Mitgliedes der Lokalkommission Th. Haubach, der zu rechtfertigen sucht, weshalb er vom Staat für die Abtretung von Gelände hinter der psychiatrischen Klinik pro Quadratmeter 10 Mart als angemessenen Preis erhalten hat. Er sei bereit gewesen, sein ganzes Terrain ä 5 Mark abzutreten, der Staat habe aber nur einen Teil, und zwar das beste direkt an der Frankfurterstraße in einer Tiefe von 20 Meter gelegene Stück acceptiert. Dieser Umstand allein schon fei als den Wert erhöhend in Betracht zu ziehen, außerdem feien die Anlieger der Frankfurterstraße, weil es sich um eine bereits begehende Straße handele, von jedem Straßenkosten-Beitrag befreit, falls sie bauen. Hierzu komme noch, um den Wert des abgetretenen Geländes zu steigern, daß dieses in gleicher Höhe mit der Straße liege. Was den Fall mit Direktor Spanier betrifft, so vertritt Haubach die Ansicht, daß dieser für das getaufte Hintergelände nicht 20 Mark bezahlt hätte, wenn er sich nicht in einer Zwangslage befunden hätte, b. h. wenn er mit dem Gelänoe nicht feine Besitzung hätte aronbieren wollen.
Justizrat Hirschhorn bemerkt, diese Rechtfertigung fei unnötig genxfen. Er habe niemals behauptet, daß dieser ober gar Prof. Boström für bas dem Staat verkaufte Gelände zu viel bekommen hätten, im Gegenteil vertrete er die Meinung, es sei der gezahlte Preis zu gering bemessen gewesen. Nach Auskunft der Bürgermeisterei ist niemals bas fragliche Gelände zwischen Wilhelm- und Klinikstraße zur Bebauung freigegeben worben, es hat ein Bauplan wegen besselben nicht offen gelegen.
Mit Zustimmung ber Parteien wirb von einer Verlesung bes nachträglich erstatteten Berichts ber Lokal- kommission, ben biefe auf Beschluß bes Provinzial-Aus- schufses vom 14. März wegen einer eventuellen Trennung der beiden Kliniksbauten gegeben hat, da derselbe gedruckt worden ify abgesehen. Der Bericht erörtert:
a) die Augenklinik behack den Platz, ben das ursprüngliche Projekt für diese vorgesehen hatte;
b) die Augenklinik wird in südwestlicher Richtung verschoben, so etwa, daß sie südlich ber verlängert gell achten Hofmannstraße zu stehen kommt;
c) die Chirurgische Klinik wird an der nördlichen Seite der Klinikstraße östlich ber Wohnung des Direktors bet medizinischen Klinik erbaut;
d) die Chirurgische Klinik erhält ihren Platz hinter der Cholerabaracke, also östlich von der medizinischen Klinik.
Die Lokalkommission vertritt die Ansicht, daß bas Regierungsprojekt gegenüber den anderen Lösungsversuchen als das harmonischste und zweckmäßigste betrachtet werden muß und daß in einer etwa beabsichtigten Trennung nicht nur keine Verbesserung, sondern eher eine Verschlechterung des GcsamtprojektS zu erblicken sein würde. Die Lokal- kommission führt in ihrem Gutachten auch die Gründe vor, weshalb sie sich nicht für verpflichtet gehalten hat, vor Beantwortung ber Fragen wegen einer eventuellen Trennung ber Kliniken bie Beteiligten über ihre Einwendungen und Anträge zu hören.
Justiziat Hirschhorn bittet den Baurat Stahl, der als Lokalkommissionsmckglied ber Verhandlung beiwohnt, zu fragen, ob auch bei Abfassung des Berichts üb^r die Trennung von der Gegenseite niemand gehört worben sei. Dieser erklärt, daß bei der Beratung und der Abfassung des betreffenden Gutachtens niemand weiter anwesend gewesen als die Mitglieder der Lokalkommission.
Bauinspcktvr Becker erklärt, daß er allerdings vor der Beratung und Abfassung bcS Gutachtens gehört worden sei.
Justizrat Hirschhorn bemerkt, daß dies immerhin gegen den Gruiidsap „gleiche? Recht für alle" verstoße.
Rechtsanwalt Katz hält eS für unzulässig, nur bie Verlegung ber chirurgischen Klinik unb niück auch der Augen- llmik h.nter die Cholerabaracke einer Begutachtung durch bie Lok.t.kommi.'sion unierzi.hen zu lassen; er behält sich vor, fa.ls man euua auf b.c Durchs.'.h.u.ig einer Trennung beider Klin.kcn zurückkomme, weitere Sachverständige zu benennen.
Der Vertreter de- Staats, Justizrat Jäckel, bemerkt demgegenüber, e- stehe dem H»rooiNDiLlautschuß zu, Be
weise, die zur Aufklärung dienen, vorzunehmen, ohne daß die Interessenten dagegen Einwand erhaben können.
Vermischtes.
• Düsseldorf, 29. Marz. Erne Dame auS ben angesehensten Kreisen der Stadt, bie wegen Meine ideS angeklagt war, hat sich vergiftet. Ter Tat liegt ber folgcnbe Sachverhalt zu Grunbe: Seit Wochen hieß es, in bem Hause Charlottenstraße 10/12 hätten sich zwischen angesehenen Bürgersfrauen unb fremden Personen männlichen Geschlechts Vorkommniffe ereignet, bie bas Licht ber Lcffentlichkeit scheuen mußten. Ter Arzt Dr. Weibemüller II hatte nun indezug auf bie erwähnten Vorkommniffe m einer Gesellschaft bie Behauptung aufgestellt, baß bie Frau des Ingenieurs Eck in Düsseldorf in bem besagten Hause ein* und auSgehe. Tie Folge davon war, daß er sich eine Beleidigungsklage seitens bes Ehemannes Eck zuzog. Diese Klage wurde vor etwa 14 Tagen vor dem hiesigen Schöffengerichte verhandelt, sie endete mit der Verurteilung Dr. Weldenmüllers zu einer Geldstrafe von 500 Mk. In diesem Termin sagte Frau Eck unter ihrem Eid auS, daß sie niemals in dem Hause oerfebrt habe. Bemerkt sei, daß die Charlottenstraße eine verkehrsreiche Straße in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofes ist. Auch Leutnant a. D. von Loew, ber in bem Hause em Zimmer gemietet hatte, bekundete unter seinem Eibe, niemals m näheren Beziehungen zur Frau Eck gestanden zu haben. Dr. Weidenmüller blieb aber bei seiner Behauptung, gesehen zu haben, daß bie Frau Eck wieberholt in bem Hause verkehrt habe. Bald nach Fällung deS UrteilSsprucheS stiegen dem Staatsanwalt, der inzwischen verschiedene Haussuchungen hatte vornehmen lassen, Zweifel an her Glaubwürdigkeit der? Zeugen Eck und v. Loew auf. Mittlerweile häufle sich daS Verdachtsmaierial derart, daß der Staatsanwalt gegen beide Personen den Haftbefehl wegen Meineid.'- erließ. Leutnant 0. Loew, der inzwischen nach Bad Nauheim gefahren war, wurde, wie wir bereits meldeten, dort verhaftet und in das hiesige Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Für bie Haftentlassung ber Frau Eck waren als Sicherheit 500 000 Mk. angeboten, aber von ber Staatsanwaltschaft ab gelehnt. Nun hat sich darauf Frau Eck vergiftet.
* Dresden, 28. März. DaS ,Dr. Journ." schreibt». Der Generalkonsul ber Vereinigten Staaten, Cole, ber seitens bes StaatSminisierS v. Metzsch über bie von verschiedenen Blättern gebrachte Notiz, den Zahnarzt O'Brian betreffend, um Aufklärung gebeten wurde, hat m einer Unterredung zugestanden, baß er allerbingS bem Zahnarzt auf dessen Ansuchen, um ihm fein Fortkommen m Amerika zu erleichtern, ein Zeugnis auSftcüte, baß ihm aber hierbei durch- aus fern lag, ber sächsischen Regierung ben Vorwurf der Will, für zu machen. Er beklage es tief, in die Angelegenheit hineingezogen zu sein, zumal er hinterher erfuhr, daß bie sächsische Regierung reichlich Grund für ihr Vorgehen gegen O'Bryan hatte. Er bitte überzeugt zu sein, daß ihm jede beleidigende Absicht fern lag.
• Königsberg i, Pr., 29. März. Eine hier lebende Oberstleutnantswittwe hat in einem Anfälle von Schwermut sich und ihren beiden Töchtern im Alter von zehn und sieben Jahren mit einem Messer bie Kehlen durchschnitten.
• Monaco, 28.März. DaS Torpedowachtboot 53, daS dem Fürsten von Monaco für feine wissenschaftlichen Ozean-Untersuchungen zur Verfügung gestellt war, ist bei Cap Dardier gesunken. Alle Mann der Besatzung ertranken.
* Prinzessin Luise. Von einem Vertrauensmann der toskanischen Familie erfährt man, daß die Niederkunft ber Prinzessin Luise für Mitte Mai erwartet werbe. Zur Geburt wirb nicht nur ber toskanische Hausarzt, fonbem auch eine VertrauenSperson bes sächsischen HofeS zugezogen. DaS Kind wird vorerst bei ber Mutter bleiben; was später bannt geschieht, barüber ist noch kein Entschluß gefaßt. Ganz bestimmt wird versichert, das Manifest des Königs, das so streng verdammende Worte für die Prinzessin enthielt, fei ohne Kenntnis deS Kronprinzen hinausgegeben worden und habe ihn und ben ganzen Hof aufS höchste überrascht. — Die „Münch. Zig." läßt sich aus Salzburg berichten, Erzherzogin Marie Josepha, bie Gemahlin des Erzherzogs Otto, werde zum Besuch ihreS VaterS, deS Königs von Sachsen, in Gar- done erwartet. Dieser Besuch hänge mit einer Verstimmung zwischen dem König und bem Kronprinzen zusammen.
• Erstickt. Nach einer Meldung auS Trier erstickten in ber bärtigen GaSf abrik m einem Schachte 5 Arbeiter, 3 wurden betäubt.
• Der Selbstmord General Mae Donalds. In die trotz aller Andeutungen bisher noch dunkle Affäre deS Generals Mac Donald bringt folgende Information auS London einiges Licht: lieber die Ursachen des Selbstmordes erfährt man, daß sein moralisches Leben allerdings nicht vorwurfsfrei gewesen ist, daß dagegen aber wahrscheinlich kein Einwand in Ceylon erhoben worden wäre, wenn nicht amtliche Angelegenheiten eine Denunziation veranlaßt hätten. DaS KriegSamt war mit der Rechnungslegung Mac Donalds unzufrieden und verlangte sofortige Auftlärimg. Da Mac Donald sich darum wenig gekümmert hatte, fiel er über die mit dem Rechnungswesen betrauten Untergebenen auS bem Zivilstande her, bie badurch berartig verletzt waren, daß sie brohten, sein moralisches Leben zur Kenntnis der Behörden zu bringen. Als alter Soldat ließ Mac Donald sich nicht einschüchlern und veranlaßte die Suspension der betreffenden Beamten vom Amte. Daraufhin erfolgte die Denunziation.
Eisenbahn Zeitung.
Im preu6. Abgeordnetenhause bedauerte dieser Tage der Abg. Dr. Müller (fr. 93p.), daß die Strecke Jdstein-Hahn- Wehen noch immer nicht gebaut fei. Ernsteste Beachtung verdiene baS Projekt Jbstein-Usingen-Dutzbach, daS die Wetterau mit bem Rhein verbinbe, bie Main- Weser- und die Rhein-Bahn bedeutend entlaste und strategisch von größter Wichtigkeit feu Redner wünscht weiter an der Schwalbacher Bahn eine «tue Haltestelle in Brinthardt- Stüyelmühle und befürwortet den Bau eines Anschlußgleises von dem Bahnhof Schierstem nach dem Hasen. Wenn gleichzeitig tie Hafengebühren von Schierstem denjenigen der tzeffi-


