Ausgabe 
28.11.1903 Drittes Blatt
 
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^ende Löwin.

. 102.00

. 91.30

. 101.85

. 91.20 . 100 70 . 100.00 . 102.85

101.00 . 100.20 . 103.80 . 64.30 . 32.30 . 37.10 . 145 20

. 44.90

. 26.10 . 91.45 . 111.00 . 105.40 . 215.00 . 198.60 . 148.50 . 159.90 . 165.40 . 144.80 . 17.60 . 189.70 . 238.20 . 187.50 . 204.80

4% Oesterr. G(Mdrente . . 4\6% OtiBterr. bilberrente 4% Ungar. Goldrente . ,

4«/ Italien. Heute , . .

4%% Portugieser , . ,

>°/ i'ortugitiBbn. . . . .

1% C. Tiiraen . . . .

1 urkenlose......

4u/q Gneoh. Monopol.-Anl. 4l>,% äunsere Argentiner

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besonders damals, al- Fritz Meuter dort als Kurgast weilte und als solcher seine köstlicheWatcrktmst" schrieb. In den letzten Jahren konnte es trotz aller Bemühungen nicht ge­lingen, das Unternehmen einträglich zu gestalten. In Kirchhain wurde im Amöneburger Stadtwalde ein schauer- licher Fund gelegentlich einer Treibjagd gemacht. Man fand dort im tiefsten Dickicht die stark in Verwesung übergegangene und von wilden Tieren zernagte Leiche eines Amöneburger Einwohners, der seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht hatte. Der Unglückliche war seit Mai d. Js. vcr- schivundcn, und die damaligen Nachforschungen nach dem Verbleib hatten keinen Erfolg.

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Tendenz: fest

GerichtslaiU.

d. Mainz, 28. Nov. Wilhelm Reich von hier ist vor der Strafkammer des schweren Diebstahls um> der gewerbsmäßigen Kuppelei angeklagt. Der Angeschul-

Berlin, 28. Nov. Für die Stärkung d e S Deutschtums in den L) st marken sollen in den nächsten preußischen Etat neue Forderungen eingestellt wer­den. Ten evangelischen Deutschen in den Ostmarten soll ebenso wie den Katholiken bessere Gelegenheit gegeben werden, ihren kirchlichen Bedürfnissen zu genügen, da sich annehmen lasse, daß dort, wo es an der Unterstützung der evangelischen Kirche fehlt, das NaUonalpolentum Fort- chritte macht.

Wien, 28. Nov. Im Kischi ne wer Prozeß be­tätigte der Polizei-Pristaw Luzinsth, daß ihm schon vor dem Osterfest der bevorstehende Ausbruch der Unruhen bekannt war. Es sei ihm von dem Agitator Pronin das Manuskript einer von diesem verfaßten HetzschriftWer ist der Schul­dige" 14 Tage vor Opern übergeben worden, mit dem Ersuchen, bei der Verbreitung mitzuwirten.

Telephonischer Kursbericht.

fc ruMkiiari a. 28. Noveinuer iyu3

Ucrmischles.

* Berlin, 27. 7tov. Graf Hettor Kwilecki teilt mit, daß weder er noch seine Verwandten entgegen anderweiti­gen Meldungen die Absicht haben, die Zeugengcbuhren zu liquidieren.

* Berlin, 27. Nov. In der handelsstatteBranden­burg" an der Spandauerbrücke, einem der größten Ge- schästshäuser Berlins, brach gegen 4 Uhr im vlsten Stock­werk ein großes Schadenfeuer aus. Em Drenst- madchen schwebte in Lebensgefahr, wurde aber durch die Feuerwehr gerettet. Durch Eingreifen der letztern blieb der Brand auf das oberste Stockwerk beschränkt, das größtenteils ausbrannte.

Hildburghausen, 27. Nov. In der 1749 von Herzog Friedrich gegründeten Leich en lasseFraternität" wurde em Manko von 100000 Mark entdeckt.

München, 27. Nov. Heute nachmittag entdeckte der Gendarmerie-Kommandant von Schleißheim in seinem Bezirk zwei Wilderer. Als er sich ihnen näherte, feuerten diese aus ihrem Zwillingsgewehr auf ihn, ohne aber zu troffen. Der Kommandant zog seinen Revolver und schoß ebenfalls, wodurch einer der Angreifer schwer, der andere leichter verletzt wurde. Die beiden Burschen, welche Münchener sind, wurden mittelst Vorortzuges dorthin ge­bracht.

Kopenhagen, 27. Nov. Im militärischen Staats- laboratorrum wurde der Buchhalter Leutnant Petersen unter dem Verdachte, Unterschlagungen begangen zu haben, verhaftet.

Rotterdam, 27. Nov. An Bord derCaledonia", die im hiesigen Hafen ankert, ereignete sich eine schreck­liche Explosion. Drei Matrosen wurden getötet, vier tötlich verletzt. Das Schiff erlitt erhebliche Havarien. Die Ladung mit Benzinfässern ist augenblicklich noch gefährdet.

Troppau, 27. Nov. Seck mehreren Tagen sind hier über 5000 Personen an Brechdurchfall ertrankt.

Der Hauptgewinn der Preußischen Klass en- Lotterie von 500000 Alk. fiel auf Nummer 135 927.

'Uniüfr|ltütd-£Uil)nd)trH.

. Der preußische Kultusminister hat durch Runderlaß an die Universilatskuraloren augeordnet, daß künftig m den Abgangs­zeugnissen der Studierenden neben den doh den aka­demischen Behörden ausgesprochenen Tisziptmarslraien auch die von den Gerichten wegen Verbrechen oder Vergehen ertannten Slraien zu bemerken süid. Tie Anordnung ist unier anderem un Hinblick daraus erwlgt, daß nach der neuen Prünmgsorbnung für Aerzre die Zulassung zu den Prmungen und zum praluschen Fahre, foiuie die Erteilung der Approbanon zu oeriagen Und, roemt der Studierende oder Pratlikant sich schwerer strafrechtlicher oder stu- licher Versehlungen schuldig gemacht hat. Lieic Beuunmung saiid sich in der bisher gellenden Prüfungsordnung rucht.

Kunst und Wlffcllschujt.

Berlin, 28. Nov. Die Berliner Laryngologische Gesellschaft wählte am Freitag Geh. Rat Professor Moritz Schmidt eulsiiminlg zum Ehrenmitglied. Ter Vorsitzeiide, Prosesior Fraeiikel, verlas aus einem Briese des wieder in Franl- surt weilenden Geh. Rates Schmidt die Mitteilung, daß der Kaiser bei Ueberreichung des Geheimrals-Tekrets ihm gesagt habe:Ta wird sich auch die Laryngologie freuenI" Professor Fraenkel ver­sicherte, daß die Laryngologen darob voll freudigen Stolzes seien, und sügle hinzu: ,Wlr wollen Geh. Rat Schnildt durch Erneniiung zum Ehrenmitglied Tank abslatten, daß er unseren Kaiser durch eme glückliche Operation wieder hergeslelll hat.

Wie aus Innsbruck gemeldet wird, erlitt die berühmte Wiener Schauspielerin Helene Odilon im Tirolerhof vor der N o r a v o r st e l l u n g eine Nerven­erschütterung mit teilweiser einseitiger Rühmung. Tie

Künstlerin j0ll in den letzten Wochen an hochgradiger Aus- regung gelitten haben.

Roichsanleihe do.

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Hessen Oberhessen

Jugendfrisches Aussehen."

Wir versäumen nicht, unsere verehrten Leser und Hunnen mit Beginn der rauhen Jahreszeit aus die Vorzüge von -vyrottu und Byrolin-Seise auflnerkjam zu machen.

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digte soll sich in dem Kelter seines Hotels vor dem Gas Messer eine Extraleitung haben legen lassen und dadurch, das städtische (Gaswerk in den Jahren 1896 bis 1903 um den Betrag von 6000 9Nark bestohlen haben. Die Verhand- : lung erfolgte unter Ausschluß der Oefientlichk^it. Das Ge­richt verurteilte den Angeklagten wegen des Gasdiebstah.s zu fünf Monaten Gefängnis, von der Anklage der Kuppelei wurde er sreigejprochen.

[] Marburg, 27. Nov. Ein Messerprozeß, bei dem es sich um acht Angeklagte, der neunte fehlte, handelte, beschästigre heute das Lanogericht. In der Nacht zum 20. Oktober v. I. kam es in Liesjelo im Kreise Bieoenrvpf bei einem Rekruten-Abschiedskränzchen zu einer gewaltigen Schlägerei zwischen Burschen des genannten Ortes und solcheii von Frechenhausen. In der Wirts,chbe löschte man die Lampen aus, bei welcher Gelegenheit ein kleiner Brand entstand, und dann schlug man mit Messern, Flaschen, Gläsern, Stühlen re. auseinander los. Dann gabs noch Fortsetzung auf der Straße, und schließlich wurden die ^rechenhäuser auf der Flucht in einem Wieiengrunde von einer Anzayl vermummter Burschen überfallen und noch­mals geprügelt. Aus beiden Seuen hatte es damals Ver­letzte gegeben. Die gegen die Angeklagten erkannten Strafen gingen vis zu sechs Monaten Gefängnis.

Ein neuer D i p p o l d. Wie aus L i e g n i tz gemeldet wird, Deruitcilte das dortige Schöffengericht den K a u i m a n n s° lehrling Hütter, der wiederholt Knaben auf eine ent* legeneWiefe gelockt hatte und sie dort nut Stockhieben mißhandelte, sodaß einer eine ganze Woche krank war, zu drei Atonalen Gefängnis, obwohl der Amlsanivali nur 60 Mk. Geldstrafe beantragt hatte. In dem Urteil wurde aus- geführt, der Angeklagte fei Sadist. Er habe aus reiner Wollust ichwachliche Kinder brutal gepeinigt. Hütter habe ähnliche An- lagen wie Tippold.

Ausjnz eu9 i>cu slM«s»misrkgiflki» etr Sleoi u>itKtu.

Aufgebote.

November. 19. Heinrich Krauskops, Hilfsheizer dahier, mit Ehristme Gilles in Oberelbert. 23. Heinrich Karl Johann Schweitzer, Laglbhner dahier, nut Elisabeth Auguste Wilhelmine Gehrte hier- selbg. 24. Philipp Vlocker, Heizer dahier, mit Katharine Schäler m Annerod. 24. Heinrich Bong, Bahnarbeiter in Garbenteich, mit Marie Jauz dahier. 24. Tr. Eduard Leonhard Waldeck, prakt. Arzt m Rockenhausen, mit Wilhelmine Sophie Jughardt dahier. 25 Johannes Rink, Dienslkiiecht in Vlieder-Walgern, mit Margarethe Siegel dahier.

Cheschlietzungen.

November. 21. Johannes Emmerich, Fiihrknecht dahier, mit Karoline Elisabeth Schä'er, geb. Scholl, hierjelbst. 21. Voui^ edjaier, Schneider dahier, mit Anna Alanha Schneider hierielbst. 21. Konrad Alalloniestns, Bremser dahier, nut Louise Jay hierjelbst. 21. Johs. Erdmann, Privatmann dahier, nut Aiarie Plock hierjelbst. 24. Georg August Berg, Groph. Regierungsasiejsor m Alamz, mit Karolme Jalobme Schlüter dahier. 26. Alexander Hermann Herr, Kellner dahier, mit Elije Aiargarethe Winnecker hierjelbst.

Geborene.

November. 17. Dem Bahnwerlftätteschlosser Heinrich Göbel ein Sohn, Wilhelm August Heinrich ^ohann Karl Ernst. 17. Dem Tachdecker Heinrich Schmidt XIX. em toljn, Heinrich. 18. Lern Tienstmann Ehristian !-loll em Sohn. 2u. -Lern Universitälsprosehor Jranz v. Wagner eine Tochter, Hilda. 20. Dem Gerber Heinrich Velten em Sohn, Willy. 21. Dem Fuhrmann Karl HaaS VI. eine Tochter, Anna Marie. 22. Dem Buchhalter Hans Greilich eine Tochter, Alana Johanna Eleonora. 24. Lern Taglöhner Friedrich Dietrich eine Tochter.

Gestorbene.

November. 20. Eva Katharine Emma Lehrmund, 1 Jahr alt, Tochter des Kellners Philipp Lehrmund dahier. 21. Baltya,er Emil Malkomesius, 70 Jahre alt, Privatier dahier. _ 22. Friedrich Ernst Schlgner, 9 Aionate alt, Sohii des Laglöhners Ernst Schistner dahier. 23. Als red Muth, 3 Jahre alt, Sohn des Backermei,iers Ernst Aluth dahier. 24. Anna Atükler, 5 Atonale alt, Tochter des Fuhrmannes Friedrich Aiuller dahier. 24. Hemnch Schmall, 32 Jahre alt, Tachdeclermeiper dahter. 26. Ludwig Karl Aiuller, 69 Jahre alt, Schremenneifier dahier. 26. Karl Klmgspor, 64 Jahre alt, Fabrikant dahier. 26. Atane Hofmann, geb.Stiesbach, 58 Jahre alt, Tbitwe des Atüllers Johannes Hofmann dahier.

Märkte.

Gießen, 28. Nov. Aiark tbe richt. Auf heutigem Wocbenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1,001.20 Alk., Hühnereier 1 Lt. 810 Vfg., 2 Lick. 0000P,g., Gänfeeier 0000 Pig., Enteneier80 Pfg., Ka,e pr.'ctcf. 68 Pf., Käjematte2 Stck. 56 Pig., Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsenpr. Liter 32 Pig., Tauben pr.Paar 0,7o09,0Alk., Huhiier pr. St. 1,301,80 Aik., Hahne pr. Stück 0,701,50 Mk., Einen pr. Stück 1,702,20 Alk., Ganse pr. Pfd. 5060 Pfg., Ochsensteijch pr. Piuiid 6878 Pig., Kuh- Uiid Rindfleisch pr. Pfund 6266 Pfg., Schweme' sieisch pr. Pfund 6676 Pig., Schwemepeijch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pig., Kalbsieisch pr. Pfd. 7076 Pig-, Hammelsleisch pr. Pfund 6574 Pfg., Kartosseln pr. 100 Kgr. 5,00-5,50 Mr., Weißkraut per Stück 57 Pfg., per Beumer 1.3u1.60'1)11., Jimebeln pr. Zentner 4,505,00 Aik., Atilch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Zentner 16 bis 02 Alk., ui Körben 00-00 Pig. Nnffe 100 St. 40 Pig.

ytiullr Airwiuigrii.

Originaldrahtmeldungeu des Gießener Anzeigers.

fc. Frankfurt cl *ui., 28. Nov. Im Akter von 87 Jahren ftarb plö^kich der letzte offiziell Vertreter der ehemals freien Reichsstadt Frankfurt a. M., Senator Dr. von Oran.

Mnfzeßn Millionen

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ZviserPrimtkliigesilche des Bäckermeisters I. Kumpf in Gießen,

Privatklägers, gegen die Ehefrau des Karl Semmler in Gießen,

Angeklagte, wegen Beleidigung, hat das Großh. Schöffengericht zu Gießen am 20. November 1903 für Recht erkannt:

Die Angeklagte ist schuldig der Beleidigung im Sinne der §§ 185, 186, 200 St. G. B. und wird deshalb in eine Geldstrafe von fünfundzwanzig Mark, ev. fünf Tagen Ge­fängnis und in die Kosten des Verfahrens, einschließlich der dem Pcivatkläger erwachsenen notwendigen Auslagen ver­urteilt. Gleichzeitig wird dem Prioatkläger die Befugnis zu­gesprochen, den entscheidenden Teil des Urteils nach Rechts­kraft desselben innerhalb acht T^gen von Zustellung eines Auszugs des Urteils an ge­

rechnet, im ^Gießener An­zeiger" auf Kosten der An­geklagten zu veröffentlichen.

Die Richtigkeit der Abschrift der Urteilsformel wird be­glaubigt und die Vollstreckbar­keit des Urteils bescheinigt.

Gießen, den 21. Nov. 1903.

(L. 8.) gez. Losch, Gerichtsschreiber des Großherzogi. Amtsgerichts.

Für die Abschrift: für die Rechtsanwälte H. Katz und G. Kaufmann

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