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des 1810 Ul. Ml-M der Turnhalle am 2. Mz. Die finden sind alle umer- racht. Programme sind am laang, ebenda auch Texte,u Psg. zu haben. Laalohmnu , Uhr, Beginn 8 Uhr pünfiti j iappensitznng nntagabend 7 llhr bei, L.L6ll2^Udll1IgÜl6-
Dili! fänillityn 3ubet)inieilen zu achten. Ehr. Krtedr. Letoich
Grunmgen
Plaudereien aus der Kaiserstadt.
(Nachdruck verboten.)
Karnevals Mfchied. — Die schöne Spanierin. — Roßfleischdiners in Berlin W. — Eine Jdealheimat für Berliner Junggesellen.
Ter Aschermittwoch hat für viele lustige Taugenichtse seinen Namen daher, weil es mit der „Asche", auch „Moos", „Kitt" oder „Draht" genannt, gründlich zu Ende ist, wenn er heraufdämmert. Bei uns freilich hat er nach dieser Richtung nichts zu bedeuten; denn der richtige Berliner hat in diesen schlechten Zeiten das ganze Jahr kein Geld und giebt doch jeden Abend was aus. Wie er es anstellt, ist ein tiefes Geheimnis, das mit angeborenen Finanztalenten allererster Ordnung zusammenhängt. Heuer schwelgt er schon wieder in den Freuden der sich langsam auftuenden Bockbier-Saison und vergißt in dem süßen Rausche die letzten bitteren Erfahrungen des diesjährigen Carnevals. Tenn es sinb nicht eitel Freuden, die auf den Tanzsälen von Rixdorf und Treptow erblühen. Man wird da auch mitunter mit einer unverschämten Grazie geprellt. Zwei halb akklimatisierte Tbü- ringer erzählten unter dem schadenfrohen Gelächter der Tafelrunde ihrx nach dieser Richtung hin lehrreiche Abenteuer. Sie waren am Fastnachtsabend tanzsroh und lebensdurstig in eines der lebhaftesten Lokale gepilgert, in denen man, mit Auswahl freilich, die solideren Elemente der Berliner Tamenflora aus dem Kleinbürgertum, den großen Warenhäusern ec. findet; der eine als flotter Burenkämpfer, der andere als waschechter Salontyroler. Nach langer Umschau hatten sie auch endlich eine Spanierin entdeckt, die durch ihre feurige Schönheit sowohl als auch durch ihre sittsame Bescheidenheit ihr Herz gewann. H.hren Annäherungen begegnete sie mit jener lei)en ,3uructl)altung, die das Wohlwollen doppelt steigert. Einer Einladung zu einem Imbiß mit Wein wich ste unter dem Hinweis aus, daß sic nicht allein sei. Ihre ^chwe,ler besinde )ich unter den Zuschauern und werde es nicht dulden, daß |ie
allein mit Herren zusammensitze. Man erkundigte sich vorsichtig nach dem Alter der Schwester und erfuhr, daß sie nur 2 Jahre älter, aber „wirklich viel hübscher" sei, worauf man anfragte, ob denn das Schwesterchen nicht mittun würde. Zu vieren sei's ja so wie so angenehmer. Mittun würde sie schon, wenn man ihr gut zurede. Aber sie sei ja im Straßenanzug. Ohne Kostüm dürfe sie nicht in den Maskenraum. Und für ein zweites Kostüm hätten sie nicht Geld genug gehabt. Nur für eins hätte es gereicht, tnnb das hätten sie unter sich ausgelost. — Tie Aermsten! Es war zu rührend! — Glücklicherweise war ein Maskenverleiher am Platze, der allem Kummer ein Ende machen konnte. Tproler und Transoaaler legten zusammen, und freudestrahlend entfernte sich die Spanierin mit den zehn Emchen, um „Adelheid" zu holen. Aber es verging eine Viertelstunde und noch eine: weder Therese noch Adelheid ließ sich schauen — und als eine volle Stunde verstrichen und das liebe Mädchen noch immer nicht wiedergekehrt war, da ging den beiden langsam ein Licht auf, daß sie .„geleimt' worden waren. Und Zornentbrannt wandten sie sich staütwärls, bis sich am Stammtisch ihr Aschermittwochzorn bei der Beichte legte und in fröhlichem Lachen über die eigene Dummheit sein Ende fand.
Auch eine Karnevalsblüte sind die sonderbaren Diners, die hier und dort zum Ruhme des „Schlachtro s s e s", in des Wortes verwegenster Bedeutung, unter den oberen Zehntausend gegeben werden. Bekanntlich war vom Tierschutzoerein vor etlichen Wochen ein großes Pferdesleischessen für Gläubige und Ungläubige inszeniert worden. Das hat bei jenen Gourmets, die es zu Austern und Forellen re. haben, den Appetit gereizt und Anklang gefunden. Man bekommt von der Suppe an bis zum letzten Fleist.gang alles Pferd. Selbst wenn ein Haar in der ^uppe sein sollte, ist es unfehlbar ein Pferdehaar! Andere, oie nicht jo wild auf Roßfilet und Rappenragout find, reisten sich wenigstens den Seyer;, eine Renntierkeule als „oom Pferd" auf die Menutarte zu setzen und den lieben Gästen auf diese Weise ein ange
nehmes Gruseln zu erzeugen. Hier und da soll's auch umgekehrt gemacht worden sein, und die schmackhafte „Renntierkeule" wurde alsbald nach ihrer wahren Herkunft hin bezeichnet. Amüsant wirkte die Bemerkung eines verbissenen Proletan. auf mich, den ich bei „Aschinger" zum Nachbar hatte. Er las bei seinem Stehseidel eine Zeitungsnotiz über das Pferdefleischdiner bei Kommerzienrat Kühnemanns' u nb sagte dabei wütend. „Et is doch wirklich nich zu glooben. sogar bet Pferdefleesch fressen se den armen Leuten noch wcch! So 'ne Bande!"
Nicht weniger entrüstet zeigt sich hier und dort ein kleines heiratslustiges Mädchen, wenn es von dem neuen Projekt hört, das in den nächsten Monaten Gestalt gewinnen wird und den verwerflichen Zweck hat, ehescheuen Männern eine Art Ersatz für die Behaglichkeit des eigenen Heims zu gewähren. Tie Idee des Tamenheims, die schon in mancher Großstadt zur Ausführung gekommen ist und viel Zuspruch gefunden hat, wird die naheliegende Schwester- oder eigentlich Bruder-Idee eines „Herren - heims" gezeitigt haben, in dem Offiziere, Beamte, Rentiers, alte Herren ohne Familie rc. Wohnung und Verpflegung, Anregung und Geselligkeit finden sollen. Man will zunächst drei Klubhäuser bauen, eins in Wilmersdorf, eins in Moabit, eines in der Potsdamer Straße, natürlich nut allem Komfort vom Fahrstuhl an bis zur Telephon-Verbindung in jeder Etage rc. Tie Par- tcrr.räumc sollen Sp.i -, Sp.el, mpAn s .mmerrc., sowie eine Libliotyel enihalten, während in den anderen Etagen modern eingerichtete Wvhnraume für die Klubmitglieder angelegt werden. Ante^schcine ä .500 Mk. erwerben die Mitgliedschaft. Vier Anteilscheine sichern eine Wohnung, unkündbar auf fünf Jahre. Ter Pensionspreis stellt sich je nach der Güte des Zimmers, alles in allem auf 150 bis 200 Mk. pr© Monat, was in Berlin nicht gerade teuer ist, wenn man alle bie Annehmlichkeiten bedenkt, die damit verbunden sind. Und da sollen die Manner noch Luft zum Heiraten haben? — Arme Mdchen!.... A. R.
Drittes Blatt.
Samstag 28.» cdruar 1903
taatsanwaltschaft, die gegen den ersten Besitzer Verausgabung falschen Geldes erhob. Bei dem
die Anklage wegen Verausgabung fälschen
Wirkung
153. Jahrgang
mit der Warnung, cs nicht aus^ugeben, weil es falsch sei. Der neue Besitzer beachlcle indes die Warnung nicht, sondern suchte es zu versilbern, und babet kam die Herkunft des Stückes zutage bezw. zur Kemunis der S1 *" ...... "
leitung ist in dem Bericht des Reichsjustizamts eine Uebcr- sicht über die Gesetzgebung des Auslandes vorangestcllt. Daraus ergibt sich, daß in einer Reihe anderer Kulturstaaten nicht bloß, wie bei uns, die bedingte Begnadigung, sondern die bedingte Verurteilung eingeführt ist. Das letztere System verdient unzweifelhaft den Vorzug gegenüber der bei uns zur Anwendung kommenden bedingten Begnadigung. Die Verurteilung mit bedingter Strafaussetzung ist eine besondere Art von Strafverhängung. Es wird dem Angeklagten vom Richter eine Strafe aus erlegt, aber dabei gleichzeitig ausgesprochen, daß die Strafe nur dann vollstreckt werden soll, wenn binnen einer gewissen Zeit ein Rückfall einträte. Tiefe ganze Verfügung kann nur einheitlich vom Richter verhängt werden/ der den Angeklagten persönlich gehört und den ganzen Vorfall verhandelt hat. Ganz anders liegt cs aber bei der bedingten Begnadigung. Ta entscheidet nicht der Richter über den Eintritt der Strafaussetzung, sondern cs wird im schriftlichen Verwaltungsverfahren ohne jede Mitwirkung des. Gerichts der Beschluß über die Strafaussetzung gefaßt. Daß diese Einrichtung eine andere ist als die, bei welcher der Richter gleichzeitig mit der Verhängung der Strafe über die Aussetzung der Vollstreckung der Strafe erkennt, liegt auf der Hand. Es wäre an der Zeit, zu der bedingten Verurteilung auch bei uns überzugehen. Tic Zahl der Anhänger dieser Einrichtung hat sich in den letzten Jahren ganz bedeutend vermehrt, insbesondere, da das stetige Anwachsen der Zahl der rückfälligen Verbrecher auf die Unzulänglichkeit des gegenwärtigen Strafsystems immer deutlicher hinweist.
Formau (Schnupfenäther) klinisch erprobt und ärztlicherseits mehrfach als geradezu ideales Schuupfenmittel bezeichnet! Bei leichtem Schnupfen Forman-Watte (Dose 30 Pf.). Bei starkem Schnupfen Forman - Pastillen (60 Pf.) zum Inhalieren mittels Riechgläschens.
Eisenbahn Zeitung.
Die Einnahmen der preußischen Staatseife n- bahnen haben im Januar d. Is die des enlsprechenden 'Hlonats des Vorjahres fast um 5,3 Mill. Alk. übertroffen, sodaß der Ueberschuß des laufenden Etatsjahres über bas oorauigegangene ca. um 27,4 Mill. Mk. gestiegen ist. Wie im voraufgegangenen Dezember, so entfällt auch im Januar der größte Teil des Uebet-
gmnenbem Schnupfen fast unfehlbar. In allen Apotheken. Man frage seinen Arzt. 1513
frappant: Bei be-
Univerlltäts Nachrichten.
Wien, 26. Febr. Heute Vormittag kam es in ber hiesigen technischen Hochschule zu einem heftigen Z ufammenstoß zwischen klerikalen und deutsch-nationalen Studenten, wobei mehrere Studenten verletzt wurden. Die Polizei mußte einschreiten und nahm mehrere Verhaftungen vor. Erst nachdem Professor Tonla unter Androhung der Relegation zum Verlassen der "Aula ans- forderte, trat Ruhe ein.
Ter bisherige außerordentliche Professor Dr. Felix Rachfah 1 zu Halle a. S. ist zum ordentlichen Professor in der phtlojophifchen Fakultät ber Universität zu Königsberg i. Px. ernannt worden.
— Unter den im Prüfungchahr 1901,02 approbierten Aerzlen besinden sich auch 12 Frauen, von welchen 6 in Preußen, 5 in Baden und 1 in Elsaß-Lothringen die Approbation erlangt haben. 4 von den Frauen, welche die Approbation erlangten, waren verheiratet, bezw. oerroittroet, darunter eine Fretin Dr. Agnes von B a b ö und eine Gräfin D r. Friderika Gelbe r n - Egmonk, (bie sich kürzlich, wie wir melbeten, in Frankfurt niebergelaffen hat. Die Sieb, bes „Gieß. Anz.") alle aus Tcntschland. Unter ben Approbierten zählen wir ferner 18 Ausländer, von welchen 12 Russen waren. Die Zahl ber im Prüfungsjahre 1901 02 in Deutschlanb approbierten Zahnärzte belief sich auf 161. Seit 1876 hat sich bie Zahl ber Zahnärzte im Reiche vervierfacht. Von ben Neuapprobierten kommen 101 auf Preußen, 23 auf Bayern, 13 auf Sachsen, 16 auf Baben, 3 auf Hessen unb 5 auf Elsaß- Lothringen. Tierärzte würben in bem Prüfungsjahre 270 approbiert, nämlich m Preußen 157, in Bayern 39, in Sachsen 28, in Württemberg 18, in Hessen 28. Tie Zahl ber approbierten Apotheker belief sich auf 626. Davon entfallen auf Preußen 262, auf Bayern 153, auf Sachsen 50, auf Hessen 28 :c.
Nr. 50
•rfftetnt täglich
außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Kesfischea Landwirt die Siebener Samllleib Hättet viermal in ber
Woche beigelegt Rotationsdruck u. Der- tg bei B r ü h l'fchen nwerl^Buch- u. Stein» druckerei (Pietsch Erben) Rebafhon, ExvedUiov und Druckerei:
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Die bedingte Begnadigung.
Dem Reick. g ist, wie dies alljährlich geschickt, vom Reichsjusti^ami eine Zusammenstellung betreffend die Anwendung oer in den Bundesstaaten für die bedingte Begnadigung geltenden Vorschriften zugegangen. Bei der bedingten Begnadigung wird die Strafvollstreckung für eine gewisse Zeit ausgesetzt und nach Ablauf dieser Zeit erlassen, wenn der Verurteilte sich entsprechend geführt hat. Die bedingte Begnadigung ist bei uns in der Hauptsache int Jahre 1895 eingeführt worden. Seit dieser Zeit haben 52 268 derartige Begnadigungen bis zum 31. Dezember 1902 stattgefunden. Auf das Jahr 1902 entfallen, wie schon gemeldet, 11415 Fälle. Für die Zeit bis zum 31. Dezember 1898 ergaben sich durchschnittlich im Jahre 6041 Falle. Seitdem hat die Zahl mit jedem Jahre, und zwar besonders stark im letzten Jahre, zugenommen.
Was die in den einzelnen Bundesstaaten ermittelten Ziffern betrifft, so hat 1902 gegenüber dem Vorjahre die Zahl ber Fälle in den meisten Staaten nicht unbeträchtlich zugenommen. Eine Verminderung findet sich, jedoch durchweg nur in geringem Maße, bei Hessen, Sachsen, Oldenburg, Schwarzburg-Sondersyausen, Bremen und Elsaß-Lothringeu. Dem Grundsätze, die bedingte Begnadigung in erster Reihe jugendlichen Personen zu gewähren, entspricht es, daß fast vier Fünftel aller Fälle (79 Proz.) Jugendliche betreffen. Im allgemeinen ist die Maßregel auf Personen beschränkt geblieben, die noch keine Freiheitsstrafe verbüßt hatten. Nur zwei Prozent aller Fälle betraf solche Personen, welcher schon früher zu Freiheitsstrafen verurteilt worden waren. Die strafbare Handlung, auf welche sich die bedingte Begnadigung bezog, war meistens (in 68 Proz. aller Fälle) ein Vergehen, die übrigen Fälle verteilten sich ungefähr je zur Hälfte auf Verbrechen und Uebertretungcn. Die Strafe, für welche der Aufschub bewilligt wurde, Warin der Mehrzahl der Fälle (70 Proz.) von einem Amtsgericht oder Schöffengericht erkannt worden. Ueberwiegend handelte es sich nm Gefängnisstrafen (85 Proz.), seltener um Haftstrafen (15 Proz.), nur ganz vereinzelt um Zuchthaus- oder Festungshaft. Die Tauer der ausgesetzten Ge- fängnissttasc betrug in beinahe zwei Dritteln der Fälle (55 von 85) eine Woche oder weniger. Tie Zahl der Fälle, in denen diese Strafe einen Monat überstieg, ist nur etwa ein Zehntel (9 von 85) der Gesamtzahl. Die Bewährungsfrist war in der großen Mehrzahl der Fälle (85 Proz.) auf weniger als drei Jahre bemessen; nur bei 15 Proz. aller Fälle betrug sie drei Jahre ober mehr. Werben bie Strafen, auf bie in ben erlebigten Fällen erkannt war, hinsichtlich ihrer Tauer miteinanber verglichen, so zeigt sich, baß ber Erfolg ber bedingten Begnadigung bei Gefängnisstrafen von einer Woche unb weniger am größten war (80 Proz.) Die Verhältniszahlen bei ben Gefängnisstrafen von längerer Dauer sind nahezu gleich hoch (77 bis 81 Proz.). Was enblich den Einfluß ber Länge ber Bewährungsfristen betrifft, so ist es unverkennbar, daß sich die Ergebnisse umso weniger günftig gestalten, je weiter die Probezeit ausgedehnt wirb. Bei einer Frist von weniger als zwei Jahren haben sich 81 Proz. der Verurteilten bewährt. Tagegen beträgt die Verhältniszahl bei einer Frist von zwei bis brei Jahren 80 Proz. unb bei einer Frist von brei Jahren ober mehr 79 Proz Aus der Nachweisung geht hervor, daß die bedingte Begnadigung in den letzten Jahren in wachsendem Maße zur Anwendung gekommen ist und daß ungünstige Erfahrungen mit dieser Einrichtung nicht gemacht worben sinb.
Es bars aber nicht übersehen werden, daß bie Einrichtung zurzeit noch recht unvollkommen ist. Als Ein-,
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WW
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angelegten Verhandlungstermin blieb ber Angeschuldigte, der inzwischen in einer anderen Stadl Stellung erhallen hatte, aus, wurde daher steckbrieflich verfolgt und in Dortmund ermittelt. Hier wurde er vor einigen Tagen polizeilich festgenommen und dem auswärtigen Gerichte zur Aburteilung vorgeführt. Dieses verurteilte ihn zu 10 Mk Geldstrafe und in die ziemlich erheblichen Kosten, weil es seine Pflicht gewesen fei, oas Faljchstück unverzüglich der Polizeibehörde einzuliefern, statt es einem anderen weücrzugeben. Hanöel unb Verkehr. Doilu-wirtschafl.
Venezuela-Anleihe. Tie Bankfirma Heinrich Emden in Frankfurt a. M. beabsichtigt eine Vereinigung der deutschen Besitzer venezolanischer Anleihen zu bilden, behufs aemeinschaftllcher Wahr nehmung ihrer Interessen und fordert die Besitzer auf, sich mit ihr in Verbindung zu setzen.
Konversion der 4°/„ Mainzer Gtadtanleihc von 1891. Entsprechend der früheren Ankündigung wird nach der „Frkf. Ztg." den Besitzern dieser Anleihe im ursprünglichen Betrag von 5 Millionen Atark pie Uiiuuanblung auf ö‘/«% durch Abstempelung bis 16. März bs. Is. angeboren, wobei als Vergünstigung die noch mit 4°/0 lausenden Jahreszinsen gegen Einlieferung der am 1. Juni fälligen Halbjahreskoupons sofort ansbezahlt werden. Tie nicht mehr zur Abstempelung gelangenden 46/oigeii Titres werden auf L Juli zur Pari-Rückzahlung ^efünbißt
schusses aus den (Güterverkehr. Es sinb näinlich in der prcußisch . hesfischen Eisen bahn Gemeinschaft im Januar d. I. aus dem Güterverkehr 71 067 000 Mk. eingekommen gegen 66 363 000 Mk. im Januar v. I., also jetzt 5 304 000 Alk. oder 8,0 v. H. mehr. Tie Einnahmen aus dem Personen- und Gepack- verkehr beliefen sich auf 23 812 000 Mk. unb überstiegen damit die vorjährigen nur um 387 000 Alk. ober 1,6 v. H., die Einnahmen aus sonstigen Quellen lagen mit 6 802 000 Mk. um 42 000 Alk. über den vorjährigen, so daß die Gesamteinnahmen mit 102 281000 Alk. um 5 733 000 Alk. oder 5,9 v. H. über dem des Januar 1902 lagen. Der Dezember 1902 hatte einen Ueberschuß von 5,2 v. H. gehabt. Vom 1. April 1902 bis 31. Jan. 1903 sind im ganzen 1176028 000 Alk. verzeichnet gegen 1 148 27ö 000 Alk. im gleichen Zeitraum des Etats- jahres 1901, also jetzt 27 753 000 Mk. oder 2,4 v. H. mehr. Tie gesamte Bahnlänge war mit 32 087 Kilometer um 695 Kilometer größer als im Jahre 1901, so daß die auf 1 Kilometer entfallende Einnahme 37 039 Mk. beträgt und damit um 235 Mk. über der des Jahres 1901 liegt.
Gcrichtssaal.
Leipzig, 26. Febr. Das Reichsgericht hat die Revision des früheren Generaldirektors der Fabrik feuerfester und säurefester Produkte in Valendar, Boeing, heute verworfen.
2öao soll man mit falschen Geldstücken aufangen'? In dieser Beziehung hat in Tortmunb cm junger Mann vor einigen Tagen unangenehme Erfahrungen machen müssen. Im Jahre 1901 auswärts in Stellung, erhielt er eines Tages ein Talersiück in Zahlung, das sich später als falsch herausstellte. Um sich nicht mehr über den Verlust zu ärgern, gab er das Stück einem Bekannten


