Ausgabe 
27.6.1903 Viertes Blatt
 
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Viertes Blatt.

Samstag 27. Juni 1903

153. Jahrgang

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Seidenstoffe

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höheren Lehranstalten hier Beschluß gefaßt werden. Nachdem Oberbgm. Mecum über den Verlauf der Ange­legenheit seit der Entscheidung vom 21. Juli 1898 berichtet hatte, wurde auf Veranlassung des Stadtv. Haubach in früherer Sitzung und mit Befürwortung der Schul- und der Finanzdeputation ein Antrag mit folgendem Wortlaut vor­geschlagen:

preiswert.

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In der nichtöffentlichen Stadtverordncten- sitzung wurde beschlossen, voiu 1. Juli ab statt der bis­herigen jiDct Ratsdiener deren vier anzustellen. Zu den beiden Ratsdienern Moll und Ochs kommen noch der frühere Stadt­

kassendiener Otterbein und der frühere Hospitaloerwalter Dörr. Jeder der vier Ratsdiener erhält einen bestimmten Bezirk zugewiesen.

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43 Leipziger Strasse 43 Ecke Markgrafen-Strasse.

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Sitzung der Stadtverordneten.

Gießen, 26. Juni 1903.

Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, die Beigeordneten Georgi und Curschmann, die Stadtverordneten Wallenfels, Jughardt, Löber, Keller, Haubach, Euler, Huhn, Pirr, Kirch, Schaffstaedt, Jann, Leib, Emmelius, Heichelheim, Dr. Schäfer, Brück, Schmall, Schiele, Petri, Loos, Dr. Gutfleisch.

Vor Eintritt in die Tagesordnung macht Oberbgm. Mecum die Mitteilung, daß der verdiente Magistratssekretär Kanzleirat Demuth, der der Stadt fast sein ganzes, langes Leben gewidmet hat, um Pensionierung eingekommen ist. Er, der Oberbürgermeister, habe ihm gesagt, daß man gewünscht und gehofft hätte, ihn alle seine Tage noch in DiensterHder Stadt zu sehen, aber da habe ihm Herr Demuth niitgeteilt, daß er auf ärztlichen Rat um seine Pensionierung einkommen müsse. Da nämlich seine Augen schwach geworden seien, sei die Gefahr vorhanden, daß er erblinden würde, wenn er noch länger im Dienst bliebe. Herr Demuth ist 79 Jahre alt und hat der Stadt so lange, treue Dienste getan, wie es wenig Beamten beschieden ist. Oberbgm. Mecum verliest das Gesuch, worin Herr Demuth vom 16. August d. Js. um seine Dienstentlassung bittet. Im Einverständnis des Oberbürger­meisters, der unter solchen Umständen dem Anträge ohne weiteres zu willfahren ersucht, erklärt sich die Stadtverordneten­versammlung mit der Pensionierung einverstanden.

Der 1. Punkt der Tagesordnung betrifft ein Bau- gesuch des Heinrich Arnold 11. sur die Marktstraße, wovon den Stadtverordneten Pläne vorgelegt worden sind. Die Baudeputation war der Ansicht, daß man die Bau­erlaubnis versagen müsse, und die Versammlung lehnt das Gesuch darauf ab. ,

Das Baugesuch von Stein und Meyer ist zurückgezogen worden.

Ein anderes Baugesuch, von Heiyrich Launspach, betraf die nachträgliche Genehmigung zur Erbauung eines Balkons für ein Wohnhaus in der Alicenstraße. Dieser Balkonplan war ursprünglich irrtümlich nicht in die Grund­rißzeichnung eingetragen worden. Der erforderliche Dispens wird dem Gesuchsteller nicht erteilt.

Dagegen wird ein Baugesuch von Bauunternehmer H. W. Rinn für ein Gebäude an der Ecke Landgrafenstraße und Ostanlage befürwortet und genehmigt.

Ein weiterer Punkt der Tagesordnung betraf einen Gelände austau sch am Riegelpfad und der Querstraße. Der alte Riegelpfad ist eingegangen und hat keinen Wert mehr. Hier will nun Heinrich Winn ein kleines Gebiet erwerben. Auf der einen Seite besitzt Winn noch ein Stückchen Land, das in städtisches Gelände einschneidet. Darüber soll nun ein Tausch beabsichtigt werden. Herr Winn soll 214 Qm. mehr bekommen und dafür nach dem Antrag der Baud^pu- tation 1820 Mk. zahlen. Stv. Euler äußert das Bedenken, daß der Preis von 8.50 Mk. für den Quadratmeter zu niedrig sei und wird darin von anderer Seite unterstützt, so daß schließlich ein Antrag von Stv. Heichelheim auf Zurückverweisung an die Kommission angenommen wird.

Auf einen Tauschantrag von H. Schaffstaedt, der an der Ostanlage seine Grenze gegen einen Teil der früher Löber'schen Wiese regulieren will, ist die Stadtverordneten­versammlung eingegangen.

Heinrich Keßler von Annerod hat um Verpa chtung einer Sandgrube im Gießener Stadtwald nachgesucht. Es handelt sich um eine Fläche von 658 Qm. im Winkel zwischen der 12. Schneise und dem Philosophenwald. Nach Anhörung des Gutachtens und der Bedingungen der Ober­försterei wird der Pachtvertrag mit 130 Mk. (20 Pfg. für den Quadratmeter) genehmigt.

DG Verpachtung einer Sandgrube an der Rödgenstraße an Heinrich Gans IX. von Großen-Buseck wird für den Pachtzins von 63 Mk. genehmigt.

Bei den Verhandlungen über das Erbbegräbnis von Friedrich Heß, der im Jahre 1895 von hier weg- gcgangen ist, ohne nach den Bestimmungen Verfügungen über sein Erbbegräbnis zu treffen, stellt sich ein anderer Tat­bestand heraus, sodaß eine Beschlußfassung ausgesetzt wer­den kann.

Zur Besetzung einerLehrerstelle (Präsentations­stelle) an der Stadtmädchenschule hier haben sich mehrere Bewerber gemeldet, die nach Prüfung der Zeugnisse durch den Schulvorstand gleichwertig sind. Es wird vorgeschlagen, unter ihnen Schulverwalter Zimmermann von hier für die Stelle zu präsentieren, womit die Versammlung einver­standen ist.

Die Lehrer an der Stadtknabenschule sind um Erhöh­ung der Vergütung für Leitung des Knaben­hortes eingekommen. Seither wurde ihnen für die Stunde 1 Mk. vergütet. Es sind 65 Schüler im Knabenhort, und Rektor Hahn hat in seinem Gutachten zu dem Gesuch be­merkt, daß die Anforderungen an die Lehrer gestiegen seien und im Interesse des Dienstes und der Dienstfreudigkeit der Lehrer eine Erhöhung der Vergütung geboten erscheine. Mit dem Antrag des Schulvorstandes, die Vergütung für die Stunde von 1 Mk. auf 1,50 Mk. zu erhöhen, sind die Stadtverordneten einverstanden.

Dann sollte über die Gehaltsverhältnisse der Lehrer seminaristischer Vorbildung an den

Wteratur.

I u st u s von kiebig. Sein Leben und Wirken. Von Dr. Adolph Kohu t" betitelt sich ein mit zahlreichen authentischen Illustrationen geschmücktes umfangreiches Werk, welches demnächst im Verlage von Emil Roth in Gießen erscheint. Der als Biograph und populär-wissen­schaftlicher Schriftsteller bekannte Verfasser bietet, so schreibt man uns, hier zum ersten Male eine auf den besten und zuverlässigsten Quellen beruhende, aber auch viel Neues und Interessantes enthaltende, erschöpfende biographisch- kritische Arbett über den größten Chemiker des 19. Jahr­hunderts. Doch wird hier nicht allein in Wort und Bild der Schöpfer der organischen Chemie, sondern auch der Mensch Liebig in seinen vielfachen interessanten Bezieh­ungen zu seinen Zeitgenossen, sowie in seiner Eigenschaft als Familienvater, Freund, Deutscher, Präsident der Aka­demie der Wissenschaften zu München, Kanzler des Mari- milianordens re. vorgeführt. Das Werk (Preis br. ca. 4 Mk., geb. ca. 5 Mk.) ist nicht bloß für den Fachgelehrten, sondern auch für den Laien bestimmt und durchaus licht­voll und volkstümlich gehalten, sodaß es voraussichtlich ein deutsches Volksbuch werden wird.

Die seminaristisch gebildeten Lehrer und Schuloermalter an der höheren und erweiterten Mädchenschule sowie an der Vorschule des Gymnasiums werden vorbehaltlich der Genehmigung durch die zuständige Staatsbehörde in Gehalt nnd Anstellungsbedingungen einschließlich derjenigen über das Ruhegehalt nut den Lehrern und Schulverwaltern au den hiesigen Volksschulen mit Wirkung vom 1. April 1903 an gleichgestellt. Den hiervon betroffenen, z. Z. gestellten Lehrern wird die Wahl gelassen, ob sie nach vorstehendem Beschlüsse oder der seit 1. April 1902 für die entsprechenden Lehrer im Staatsdienste geltenden Ordnung behandelt werden wollen; falls sie nicht binnen vier Wochen nach Aufforderung ihren be° treffenden Wunsch dem Bürgermeister angezeigt haben, werden sie wie die Volksschullehrer behandel!. Wenn »eilweise das Gehalt nach den neuen Bestimmungen hinter dem früheren zurückbleibt, wird eine besondere Entschädigung hierfür nicht gewährt.

UniversitätsUalyrichtr«.

Vom Hamburger SLudentenfest. Man schreibt aus Hamburg: Wir kommen aus dem Freuden­rausch gar nicht heraus, und die Reihe von schönen Tagen wird nicht allzuschwer ertragen. Kaum hatte der Kaiser unsere Stadt verlassen, als die Aufmerksamkeit sich den Studenten zuwandte, die in der stattlichen Zahl von 1000 Mann aus 44 deutschen Hochschulen hergezogen kamen, um die Aismarcksäule in Friedrichsruh einzuweiheu, von der das Sonnenwendfeuer in die weiten Lande hinaus­strahlte. Von dem dort entfalteten Bismarckenthusios- mus, von den feurigen Reden hat der Telegraph in be­schwingtem Laufe schon alle Welt in Kenntnis gesetzt. Aber draußen in Deutschland, wo Hochschulen keine Selten­heit sind, da ahnt man's kaum, wie die Leute hier mit ihremgesunden Verstand" und ihremkaufmännischen Blick" die akademische Jugend im bunten Wichs mit Ban­nern und blinkenden Schlägern, «mit weiten Stulphand­schuhen und wallenden Federbaretts prüfend beäugten. Noch weniger ahnt die akademische Jugend, daß mancher wetter­feste Hamburger sich äußerte:Der Mumpitz des äußeren Krams hat sich doch überlebt, und ohne denselben dringt man auch in die Pforten der Wissenschaft!"

An der bekannten breiten Gastlichkeit hat Hambirrg es wahrlich nicht fehlen lassen! Bei dem gestrigen Kommers bei Sagebiel blieben die Keylen nicht trocken, und der Genius des Bremer Temperenz-Kongresses verhüllte trauernd sein .Haupt. Wie viele Salamander dort gerieben, wie viele Hochs für d enTätenbringer", für Kaiser und Reichs, für Hammonta und für andere Damen ausgebracht wurden, das zu bestimmen, erfordert eine höhere Rechenkunst, als sie im gewöhnlichen Geschäftsverkehr üblich ist.In Ham­burg ißt man gut, und trinkt man nicht schlecht!" Dies erhebende Zeugnis haben die ^Rusensöhnc uns ausgesteltt, doch von Hamburgs landschaftlicher Schönheit ging ihnen heute abend erst ein Licht auf, alß der Ruderklub ihnen zu Ehren das Lampidnfest auf der Alster arrangierte. Natürlich darf dieser Alsterkorso sich auch nicht annähernd mit dem vorjährigen, für den Orietttalisten-Kongreßi ver­gleichen, aber der gestrige Abend war weich, und schön) und das gesamte Alsterbtld höchst anmutsvoll.

jeder Artin jeder Farbe, zu jedem Preise, der Meter von 75 Pf. an.

Giessener Anzeiger«

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Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen WrZs

U " getgentetl: Hans Beck.

Nr. 148

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werben im Wechsel mit dem kesfischen Landwirt die Siebener Familien» blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Unwers.-Buch- u. Stein­druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schnlstraße 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

Fernsprechanschluß Nr. 51.

Nachdem die Stadtv. Haubach und Emmelius für den Antrag das Wort ergriffen hatten, wurde er von der Ver­sammlung einstimmig angenommen.

Der Hauptvoranschlag des Real-Gh mna- siums und der Oberrealschule für das Jahr 1904 sieht für Gehälter 134 035 Mk. vor. Tie Prima der Ober­realschule verlangt die Besetzung von 32 weiteren Stunden. Außerdem wird die Obertertia der Oberrealschule geteilt, sodaß zwei definitive und eine provisorische Stellenbesetz­ung erforderlich werden. Ferner sind 7480 Mk. sachliche Aus­gaben vorgesehen und für Gerätschaften statt 400 450 Mk. Das Schulgeld, das eingenommen werden soll, ist 55300Mk. Der städtische Zuschuß zu den Schulen soll 3000 Mk. mehr be­tragen.

Die Ersetzung der hölzernen Kletterstangen für die Turnhalle der Stadtknabenschule durch solche von Stahl wird beschlossen. Rektor Hahn hatte seinen Antrag damit begründet, daß die hölzernen Stangen mit der Zeit besonders durch die Hakenstiefel der Schüler leiden müßten und bald nicht mehr zum Gebrauch geeignet wären. Für die Ersetzung der Stangen durch Stahlrohre ohne Naht werden 120130 Mark vorgesehen. Oberbgm. Mecum hat sich bei sieben Städten darüoer erkundigt, wie sich solche eisernen Stangen bewährten, und hat nur günstige Mit­teilungen bekommen.

Zum folgenden Punkt der Tagesordnung referierte Beigeordn. Curschmann. Er betraf die Aenderung der Viehmarktsordnung, worüber die Stadtverordneten­versammlung gehört werden mußte. Das Wesentliche dabei ist, daß in Zukunft während der vier Tage vor dem Markt­tage, nicht, wie bisher zwei Tage, auf den öffentlichen Sttaßeu und Plätzen kein Vieh verhandelt werden darf. Der Handel mit Pferden wird von dieser Bestimmung nicht getroffen. Ferner darf kein Vieh in dieser Zett ohne tier­ärztliche Untersuchung fortgeschafft werden. Die Stadtv. sind damtt einverstanden.

Die Beschaffung eines Kranken ft alles für Geflügel wird von der Versammlung beschlossen.

Für die L a n d w i r t s ch a f t l i ch e A u s st c l l u n g, die im Herbst dieses Jahres hier stattfinden wird, ist von der Stadt für Preise der Bettag von 300 Mk. bereitgestellt worden. Die Ausstellungskommission hat bereits einen Verteilungsplan geschaffen, und in dem schon zur Ausgabe gelangten Ausstellungskatalog sind die drei Ehrenpreise der Stadt Gießen schon verzeichnet.

Zwei weitere Punkte sind nachträglich in die 'Tages­ordnung eingeschoben worden. Die Einfahrt am Post- amt I, die seyr schlecht ist, soll hergestellt werden, wofür 110 Märst nötig werden. Tann funktioniert die Wage auf dem Seltersberg nicht mehr gut, weshalb für ihre Her­stellung (mit eisernen Rahmen) 400 Mk. bewilligt werden sollen. Mit beiden Forderungen sind dte Stadtverordneten einverstanden.

Den Stadtringgraben vom Selterstor an wünscht die Stadtverwaltung in die Westanlage zu verlegen. Ober­bürgermeister Mecum verwies an der Hand eines Planes auf die Notwendigkeit unb tüc Vorteile dieser Verlegung. Er stellte in Aussicht, die Verlegungen des Ringgrabens in Cementtohren, nicht Mauerwert, besorgen zu lauen, wo- mtt die Kosten sich erheblich reditzieren ließen. Die Ver­sammlung war einverstanden.

Zum Schluß wurden 3 Wirtschaftsgesuche erledigt: Das Gesuch von Robert Luckewald um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hofe des Grundstücks Seltersweg 31 stNepaurant Perkeo), der nur 3^2 Meter breit und 10 Meter lang ist, wurde abschläglich beschieden, weil voraus­sichtlich für die Nachbarn Ruhestörungen entstehen würden.

Zum Wirtschaftsbettceb im Hau,e Burggraben 9, im (Safe Ebel, wurde Friedrich Benz die Konzession erteilt.

Dem Wirt Harnickel imKais erhos' wurde die Erlaubnis zum Wirtschaftsbettieb aus dem Stückchen der Schulsttaße,. das ihm für diesen Ziveck üb er lassen worden ist, ebenfalls gegeben.

Damit war die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung erledigt. Zum Scyluß machen die Stadtv. Kirch und Dr. G u t f l e i s ch noch auf Unreinlichkeiten und üble Gerücheder Wies eck aufmerksam, die Oberbgm. Mecum nach Möglichkeit abgellen zu lassen sich beritt erhärte. Dann trat die Versammlung in die nichtöffentlichen Ver­handlungen ein.

Muster portofrei.

' - V V. . s, Blusen, halbfett. Roben,

Vermischtes.

* Tilsit, 26. Juni. Drei blühende Menschen­leben sind bei Skövcu in der Tilsiter Niederung durch den Uebermut eines Arbeiters am Samstag zu Grunde ge­gangen. Zwei Mädchen von 17 und 18 Jahren badeten etwa um 81/2 Uhr in der Gilge. Plötzlich kam ein Arbeiter M. hinzu und wollte die Mädchen ängstigen. Letztere gingen nun weiter in den Fluß hinein, den M. bittend, sie doch in Ruhe zu lassen. M. achtete jedoch nicht darauf, sondern folgte den Mädchen immer Wetter. Plötzlich gerieten beide Mädchen an eine tiefe Stelle und versanken. M., der nun sah, was sein Leichtsinn angerichtet hatte, versuchte, die Mädchen zu retten, wurde jedoch von ihnen mit in die Tiefe gezogen. Nach etwa 1/4 ft ün big em Suchen wurde M. und ein Mädchen gefunden. Alle sofort angestellten Wieder­belebungsversuche blieben, derDanz. Ztg." zufolge, er­folglos. Das zweite Mädchen wurde erst am Sonntag vor­mittag gefunden. M. war verheiratet und Familienvater.

* Der originellste Wahlzettel im ganzen Deutschen Reiche war unstreitig der in Perleberg (West- prieguitz) abgegebene mit untenstehendem Inhalt. Dort standen sich gegenüber der Freisinnige Winckler, der Sozial­demokrat Weht und der Anttsemit Wohlfahrt. Mit Bezug auf diese drei W. hatte ein Wähler folgenden w eh-inütig anitterierenben Zettel in das Kouvert gesteckt:

Wir Westpriegnitzer Wähler wählen Winckler, Weyl Winckler Wählers Wohlfahrt will.