Ausgabe 
27.5.1903 Viertes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Gerichtssnal.

Weinhai Bezirk !

60000 . 40000 , 25000 , 10000 .

10000 , 10000 , 10000 , 10000 , 10000 , 20000 ,

Handels in ihrer Gesamtheit. Wir stellen eS hiernach einer ge­rechten Beurteilung anheim, ob vereinzelte Fälle von Vergehungen, wie sie aus allen Gebieten leider Vorkommen, dazu berechtigen, den wohlerworbenen guten Rus eines gan-en ErwerbszweigeS oder eines ganzen Bezirks anzuzweiseln.

mie o. iptgeroimt dio.

ü.i&000= ä2000= 41000= ä 200= auf.

ragt, gewinnt! hm M-Ättkit.

)om 23.-26. Auni 1903 iter Aussicht der ^itdtion in Tarmstadt.

ämwi.

Politische Tagesschau.

Aus der Nordmark.

Wir brachten bereits die Nachricht, daß Pastor Jacobsen in Scherrebek (NordschleSwtg) wegen angeblich vorgekommener Unregelmäßigkeiten in der Leitung der von ihm zur Förderung de« Deutschtums in« Leben gerufenen Unternehmungen von seinem Amte suspendiert und vom Kieler Konsistorium in Diöziplinaruntersuchung gezogen worden ist. Pastor Jacobsen hat sich um die Förderung deS Deutsch­tums in der Nordmark zweifellos sehr große Verdienste er­worben; die Fortschritte, die daS Deutschtum gerade in der Scherrebeker Gegend im letzten Jahrzehnt gemacht hat, kamen ja auch bei der letzten ReichStagSwahl zum deutlichen zahlen­mäßigen Ausdruck. Es mag sein, daß Pastor Jacobsen nicht die nötige geschäftliche Erfahrung besaß und infolgedesien den Ueberblick über die wirtschaftlichen Unternehmungen, die er begründet hatte, verlor. Daß er dabei aber irgend welchen selbstsüchtigen Zweck verfolgte, ist nicht anzunehmen, und eS wird sich wohl empfehlen, mit einer Verurteilung zurück­zuhalten, so lange die Ergebnisse der schwebenden Unter­suchung nicht bekannt sind. WaS nun die Unternehmungen selbst betrifft, so ist nur die Webe schule kürzlich in Liqui­dation getreten, waS um so mehr zu bedauern ist, als sie sich, wie wir schon erwähnten, eines hohen künstlerischen RuseS erfreute nnb lediglich der deutschen Bevölkerung zugute kam. ES wäre dringend zu wünschen, daß die Regierung in irgend einer Form den Weiterbestand dieses rein gemeinnützigen Unternehmens sicherte. Das Nordseebad Lakolk, gleichfalls eine Gründung Jacobsens, befand sich wohl vorübergehend in Schwierigkeiten, die aber kürzlich durch Beschaffung neuer Kapitalien und eine Neuorganisation der Leitung behoben wurden, sodaß eine gedeihliche Weiterentwickelung dieses aus­sichtsreichen Unternehmens gesichert erscheint. Was endlich die Kreditbank Scherrebek betrifft, für die Jacobsen bei seinen VortragSreisen eine große Zahl von Teilhabern geworben hatte, so ist zu bemerken, daß diese Bank im vergangenen Jahre nach gründlicher Prüfung ihres Standes seitens staat­licher Organe unter Aufsicht des Bezirkskommissars in Scherrebek gestellt wurde, sodaß hier zu irgend welchen Befürchtungen sicherlich kein Anlaß oorliegt.

Wie dem ,93erL Tagebl." auS Kiel telegraphiert wird, hat die Regierung Jakobsen nunmehr vom Amte eines Lokal- Schul-JnspettorS enthoben.

Kriefkasien der Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)

D. B. 10x0. Tie Hinrichtungen erfolgen in Preußen lediglich durch das gewöhnliche vom Henker milgeführte Richtbeil.

irischen Geruch- M wird von den be* deutendsi-n

tjSSr* ÄS* #2-

Ifwsiik öausirab " Leitungen 2C. als SSM-" »bestes

ahier kostet «Ätm allen

^hütendes 5SÖ* *$&««*

..Ufo .1

Aie deutsche Ktädte-Ausftelluug.

Dresden, 24. Mai.

Tie deutsche Städte-AuSstelluna, um die Zeit der Jahr­hundertwende geplant imd bewerkstelligt, folgt dem Haupt- gedanleu, eine Ueberficht über den grandiosen Aufschwung deutschen Stüdtewesens zu gewähren. Sie konnte nur in­sofern umfassend werden, als ausschließlich Städte von mindestens 25 000 Einwohnern zugelassen wurden, sodaß im ganzen einige 150 Städte in B-'.Muht kamen. Tie Städte mtt über 1OOOOO Einwohnern sinv alle erschienen und von den übrigen nicht weniger als vier Fünftel.

Was ist nun, um sogleich damit ihr genaueres Pro­gramm omzugeben, das, was wir in der deutschen Städte- Ausstellung alles sehen? Ter gesamte ungeheure Stoff ist in folgende acht große Abteilungen eingeordnet: Ab- tellung 1: Fürsorge der Gemeinden für die Verkchrsver- hältuisse, für Beleuchtung, Straßenbau und Entwässerung, Brücken und Häfen, einschließlich des gesamten Tiefbau- und Bermessungswesens, der Straßenbahnen usw. Ab- tellung 2: Stadterweitcrrmgen, Baupolizei und Wohn­ungswesen. -lbteilung 3: Fürsorge der Gemeinden für öffentliche Kunst, Architektur. Malerei, Bildhauerei usw. Abtellung 4: Fürsorge der Gemeinden für die Gesundheit mid allgemeine Wohlfahrt, Einrichtungen au£ dem Ge­biete deS Polizeiwesens. Abteilung 5: Schulwesen, Volksbildung. rivtettung 6: Armenwesen, Kranken­pflege, Wohltätigkettsanstallen, Wohltätigkeitssttftungen. Abteilung 7: Kassen- und Finanzvenvaltung einschließlich Steuerverwaltung, städtische Gewerbebetriebe unb städti­scher zur Gemeindeverwaltung nicht unmittelbar benutzter Grundbesitz sowie Einrichtungen der Gemeinden für Spar­kasse- und Leihwesen. Abteilung 8: aj Registratur- und Bureau-Einrichtung, Beamtenschaft usw., b) Statisttk und Literatur.

Tiefe Abteilungen finden noch eine sehr wertvolle Er­gänzung in einer umfänglichen Ausstellung solcher In­dustrieller, die für Stadtverwaltungen liefern, und in neun Sonderausstellungen, die auf Spezialgebieten hervorra­gende komplett llebersichten geben. Es sind dies je eine Sonderausstellung der städtischen (und von den Städten konzessionierten) Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke, der deutschen Sicherheitsbehörden, des Sam3rllerwesens^Bolks- kranthellen und ihre Bekämpfung", be5 Verbandes deutscher Arbeitsnachweise, des Verbandes der Feuerbestattungs­vereine deutscher Sprache und der Tresdener Gartenbau- firmen.

Tas Ausstellungsgebiet ist der städtische Aussrellungs-- palast mit seinem schönen Garten, nahe dem Zentrum, mitten in einem der schönsten Teile der sächsischen Residenz gelegen. Auf der einen Seite flankiert der welle Stübel- platz, auf der anderen der königliche Garten und der tönig- llche Botanische Garten. .Hier weht freie, gesunde Luft. Lerder wurd,e nur das Ausstellungsareal diesmal viel zu eng. Erst 1896 wurde der Ausstellungspalast durch Wallot gebaut mll allen Zullmftskautelen; diesen Winter machten sich> berells Erweiterungen nötig. Von

M a i n, 27. Mai, Zu dem Proxeß der Dr. Scklamv vom Hofe nu5 Nierstein nimmt nun der Verband Rhein- hessischer Weinhändler daS Wort und schreibt uns: L Der Besch des Tr. Schlamp vom Hose an erlragssähigcn Weinbergen bezifferte sich zur Zeit des Prozesses aus noch mcht 10 Morgen, also noch nicht 2*.t Ho., und war es deshalb ganz falsch, ihn, rote ge­schehen, als einen bedeutenden oder gar als einen der bedeutendsten Weingutsbesiker am Rheine zu bezeichnen. Dem beschränkten Besitz enisprach auch seine SJebeutunq für den Weinhandel und kann des­halb schon voii einem großen Andrange des Handels zu den Ver­steigerungen des Belreffcndeu keine Rede sein. 2. Ter von dem Angeklagten durch Aufgebot zahlreicher Entlastungszeugen beab­sichtigte Beweis, daß die von rhm geübten Manipulatwnen bei der Weinbehandlung allgemein gebräuchlrch seien, ist gänzlich miß­lungen, indem sowohl durch dte Zeugenaussagen bewiesen, als auch durch den Staatsanwalt ausdrücklich festgestellt worden ist, daß cs sich um eine vereinzelte Ausjchrettung handelt, die von Niemanden schärfer als von den Weinproduzenten und -Händlern verurteill wird. 3. Die deutsche Gesetzgebung gegen dte Wein- oersälschung ist hauptsächlich auf Veranlassung von Weinbau und Weinhandel selbst wohl die strengste in der Welt, und wird in dem Bezirk Rheinhessen, zu welchem Nierstein gehört, besonder« scharf durch eigene staatliche Aussichtsbeamte gehandhabt. Hterin liegt die beste Garantie für die Reellität der Weinproduktion und deS Wein-

Eingesandt.

(Für Form unb Jnhu.l aht. unter üiujer Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Tic allgemein laut werdenden Klagen über Schaden bet Vögel mehren sich derart, daß man von den Behörden einen Er­laß behr. Verminderuny der schädlichen Vögel erwarten dürfte. Da ist zunächst der in erschreckender Zahl vorhandene Sperling, der doch nur uns Menschen zum Aerger und Nachteil existiert. Beginnt die Hausfrau im Frühling mit der Bestellung des Gartens, so ist es der Sperling, der daraus wartet, bts fte den Rücken kehrt, um den nicht genügend untergebrachten Samen wea zu naschen. Be­ginnt etwas zu keimen, nascht er es weg, ja selbst schon entwickelte Pflänzchen werden seute Beute. Ist jein Verheerungswerk un Garten zu Ende, so zieht er in Scharen in die eomrnevgelreibe- ielber, wo er mitunter eminenten Schaden anrichtet. Außer dem Sperling ist cs der Star und die Amsel, die der Pflege nicht wert sind unb in den Wald gehören, von wo siebte angrenzenben Felber bestreichen können, keinensalls in unseren Gärten. <$eigt sich boch nur an einer Kirsche ein roter Fleck, so sitzt von beiden Raichern sicher einer dahinter. Star und Amsel mactien sich an dte Ktrschen, Pflaumen, Johannisbeeren, Birnen, Zwetschen, wovon sie ganze Körbe voll herunter hacken, insbesondere an Trauben, unb wenn sie nicht gerade alles verzehren, so machen sie doch viele durch Anptcken ungenießbar. Mancher Peser wird entgegen halten, Ein­sender dieser Zeilen scheine nur den schaden zu beobachten, mcht aber den Nutzen. Nun, letzterer erscheint angesichts des großen Schadens so minimal, daß er durch genügenden Schutz und Pflege der nur nützlichen Vögel wie Meisen, Schwalben, Kleiber, Gras­mücken, Baumläuser, Rotschwänzchen, Bachstelzen u. v. a., zehn­mal ersetzt werden kann. Mögen vorstehende Zeilen dazu beitragen, Veranlaßuug zu geben, durch gesetzliche Maßregel die ermahnten, sich erschreckend vermehrenden brei Nascher der Menschheit zum Wohl zu vermindern. Nur nühlicheii Vögeln wollen rotr den aus­gedehntesten Schutz augedeihcn laßen. Ein Vo-gelireund.

57930 ,

yroinne unb2^xan\\m. ir 11 »00 W

iejn äußerst gimsngm empjehle ich Lose fo lange 1L */, Mk. 30.- (für mb Liste 30 Psg. mehr). iard Bnchacker, t&ea, Oleuenbdue ö.

Hausfrau versuche Bin'scir Waschpilz wreka r verhütet das uuttcb- Abfarbcn nnb Em ver Wäsche, erbaU

l lene Wchchc wunder- «iS »s-r M nehmen

Kunst und Wissenschaft.

Berlin, 20. Mai. Bildhauer Prof. Ealandrellt ist heute nacht gestorben. (Calandrelli war u. a. der Schöpfer des Denkmals Friedrichs des Großen am Friedrichshain zu Berlin und des Kaiser Wilhelm-Denkmals in Bromberg. (Die Red. des,Eieß. An-/)

Berlin, 27. Mai. Der italienische Komponist Leoncavallo ist in Berlin eingetroffen. Seine Anwesenheit dürfte mit der Fer­tigstellung einer im Auftrag deS Katsers geschriebenen OperDer Roland von Berlin" zusammenhängen.

Marie von Ebner-Eschenbach hat soeben im Ber­lage von ®ebr. Paetel in Berlin-^. 85 einen neuen Roman .Agave' erscheinen lasten.

Zentrale, einer Wasch batterio, mehreren Touchcn unb Brausen usw. usw. Tie Firma Schafstädt hat bereits nicht weniger als 25 öffentliche Badeanstalten ausgeführt, neben der in Gießen u. a. solche in Berltu, Köln, Breslau, Frank­furt a. M., Krefeld, Offenbach und Augsburg; in Aus­führung begriffen sind zurzeit solche in Zwickau, Köln, Eolmar, Quedlttlburg, Tulken, Lübeck und Bockenhelln. So bekommt man hier wenigstens etwas von der Gießener In­dustrie zu schauen. Im übrigen tut dieses Fehlen ver­schiedener bekannter deutscher Städte einem aus­reichenden Gesamtüberblick über das deutsche Stöbte- wesen um die Wende des zwanzigsten Jahrhunderts natürlich keinen Abbruch. Zu kurz tommen ün allgemeinen Ansehen nur die fehlenden Städte selber! Tie Teutsche Sladttaussttllung aber hat das, was sie beabsichtigte, reichlich erfüllt. Sie ermöglicht zum ersten- mal eine klare Erkenntnis dessen' was die deutsche Stadt der Jetztzeit in dem großen Organismus des modernen Teutschen Reiches bedeutet.

Aus Anlaß der Städteausstellung erschien im Verlage von A. Müller-Fröbelhaus in Dresden ein neuer Plan von Dresden mit vollständigem Straßenverzeichnis (Preis 25 Pfennig). Dieser technisch vorzüglich ausgesührte Plan wird den zahlreichen Besuchern Dresdens ein sicherer Führer sein.

dem grünen AuSstellungSpar? blieb gar wenig übrig. Hier ragen in buntem Durcheinander über zwanzig größere Bauten: Pavillons, Kioske und Hallen. Von außen ge­wahrt mithin das Ausstellungsgebiet keinen ästhetisch har­monischen Anblick. Man steht unter dem Eindruckquet­schender Enge". Diesen verstärkt die allzu große stilistische Verfchiedenhett der Form der einzelnen Bauten. Um so größere «Sorgfalt wurde nach einem oft erprobten und be­währten Dresdener Ausstellungsprinzip auf geschmackvolle Innendekoration verwendet, wodurch tn-innen alle Aus- stellungsprojelte zur bestmöglichsten Wirkung kommen. Namentlich die Ausgestaltung des Hauptgebäudes, des steingefügten Ausstellungspalastes, kann als eine hervor­ragende raum künstlerische Tat gelten.

Ties der Rahmen. Ter Inhalt im sachlichen Betrack)t wurde schon angedeutet. Welchen Charakter hat er nun der deutschen Städte-Ausstellung geaeben? Betreten wir zunächst die Säle mit aller Harmlosigkeit eines schaulustigen Laien, dabei mit der mehr oder minder deutlichen Absicht, auch geistig etwas zu profitieren. In welcher Art wird unserem Verlangen da Rechnung getragen?

Tas ist eine Anzahl von in allen größeren Räumen ausgestellten Modellen; daneben auch durch hervorragende Schaustücke im Original. Von letzterer Art sind namentlich das bronzene Retterstandbild König Alberts für Dresden von Baumbach und der Longuelune sche Tresdener Neptun­brunnen zu nennen; ferner die Ausstellung städtischer Kunst äüerer und neuerer Zett, die alle im Ausstellungspalast aufgestellt sind.

Eharakteristischer für den Ausslettungszweck sind aber die Modelle; sie werden das Publikum gelinde immer tiefer in das eigentliche Ausstellungsgeheimnis hineinfuhren. Sie werden zuerst zu oberflächlichem Verweilen locken, bann eine eingehendere Betrachtung der Einzelheiten herbeiführen unb zuletzt viele, die es nickt gedacht, vermögen, sich wirk­lich tiefer für «Speziellstes zu interessieren. Diese Modelle sind ringsum an den Wänden von etwa zehnmal viel mehr Karten, Plänen unb graphischen llebersichten unb Taoellen umgeben. Dazwischen hängen herrliche, ölge­malte Stadtbilder unb Veduten, die nach der künstlerischen «Sette hin daS eben Geschaute illustrieren.

Im ganzen verzeichnet der amtliche Katalog auf mehr als 300 «Seiten mehr als 3000 Einzelobjekte, von denen viele wieder ganz yroße Sammelsurien für sich aus­machen. In diese dicken Mappen, Bände, ganzen Kojen mit Tabellen unb Statistiken können populäre Berichte natürlich nicht folgen. Unb doch, gerade diese, Gegen­stände sind der Haupttett, sie repräsentieren den Haupt- lvert in dem ganzen llntemehmen. Um ihretwillen wer­den die Städte wohl geeignete Beamte den Sommer über nach der Deutschen Städte- AuSstellung schicken, um hier zu ft ubieren, zu vergleich en unb für fie zu profitieren. Kleine Städte werben sich hier von den musterhaften Einrichtungen der entwickeltsten manches absehen. Um deswillen wird während der Ausstellungszeit eine große Anzahl hervorragender deutscher Kongresse in Dresden tagen. Das wirkliche Gros der Ausstellungsbesucher stellen also jedenfalls die Fachgelehrten.

Mben dem hervorragenden ideellen Ergebnis läßt fick aber auch ein erfreulicher finanzieller Abschluß ziemlich bereits vor der Eröffnung von einem Plus reden. So etwas vermindert die Sorgen. Tenn in der Tat waren das Risiko unb die Aufwendungen sehr beträchtlich. Ter Etat der Ausstellung ist in Einnahme und Ausgabe auf 420000 Mark veranschlagt. Unb biefe Summe wird jeden­falls durch die Lersicherungszisfer, die die Ausstellungs­leitung garantieren mußte, noch Überboten. Kostete doch das ausgestellte Hamburger Hafenmodell allein die Klei- nigkett von 40 000 Mark. Unb außer den Modellen be­finden sich auch, in der Mafchinenhalle besonders, wert­volle Objekte unb in der Abteilung für städtische Künst unbezahlbare Unica (Stick) trechtsverleihungsurkunden, älteste Stadtsiegel, Gold- und Silbergeräte- und Raritäten im Original.

Als die Städte, die sich am hervorragendsten be­teiligt haben, neunen wir Dresden, Berlin, Breslau, Mün­chen, Hamburg, Königsberg, Mannheim, Hannover, Augs­burg, die nahe an hundert verschiedene Gegenstände aus- ftcllten. Leider wird nur der dorther Kommende das, was seine Stadt repräsentiert, nicht so schnell unb leicht zusammenfinden, da die einzelnen Objekre auf die ver­schiedenen Gruppen und somtt über das ganze Ausstell­ungsgebiet verteilt sind; auch aus dem Äaialog, der bieder Gruppierung folgt, erhofft man sich hiebei Rat vergebens. Zum mindesten lostet bas Nachblättem und bann das Aufsuchen viel Zeit und Mühe.

Ter Zeitraum, über den sich die in der Deutschen Städteausstellung gegebenen llebersichten erstrecken, ist außerordentlich verschieden. Bonn am Rhein läßt unS zum Beispiel auf fünf Plänen auf eine zweitausendjährige Stadtentwicklung zurüabliaen; in anderen Städten, rote dem rasch aufgeblähten Cottbus, sehen wir nur ausschließ­lich neuzeitliches Streben. Leider fehlt in diesem Betracht das djaraneriftifajfie großstädtische Beispiel: Ludwigs­hafen. Auch fon]t ist noch manche Lucke zu bemerken. Indem Rostock, Schwerin, Oldenburg, Meiningen, Coburg, Gotha, Karlsruhe, Freiburg (ebenso wie Bochum, Frank­furt an der Oder unb Stettin! roegbliebcn, fehlen zugleich bie ganzen Staaten, deren Kulturzentren diese repräsentieren. Auch die hessische llniverfttäts- stadt Gießen fehlt. Tafür aber hat die Gießener F i r m a H. S ch a f ft ä d t, Die Erbauerin des mufiergiltigen Gießener Volksvades, ai^ ihre eigene Faust eine Aus­stellung veranstaltet. Neben der Adlerhütte und der Akttengesellschaft Lauchhammer hat sie ein vollständi­ges Bad hergerichtci mit einer Warmwasserleitungs-

153. Jahrgang

Viertes Blatt.

Gchnlstraße 7.

Adresse für Txpdcben: Anzeiger Gießen.

FernIvrkchanichlußRr.bl.

Nr. 122

Erscheint täglich außer Conntagd.

Dem Gießener'gelier werben im

dem vesfifchei: £and®iri die Giehener Kamil.cr.- diiller viermal in der

Woche dergelegt.

Äoumontbrud e. Ver­lag bei Brühl 'fchen Unwers^Buch- u.viern- druckereKPrekfch Erben) RedakNaa. fcrpebttto*

Teil: v. Wnrko- für , Stabt unb tianb' unb .(ScncblSfaal*. August Götz; für ben An­zeigenteil: Han» Beck.

ZietzenerAMcher

w E-meral-Anzeiger v

Amts- und AnzetzesM für den Kreis Gießen

Mittwoch«?. Mai 1903

monatsiw/dVi.. viertel»

ich All. 2.30; burch rr. Zweigstellen mo.miltd) 65 Pf.; burch bie Post Mk.L vtettel- fähri. auefchl. Bestellg. Annahme von Anreige« ür die Tagesnummer .'iS vormittags 10 Uhr. Zeilenprets: lokal ISPt» auswärts B0 Pfg.