Ausgabe 
27.5.1903 Erstes Blatt
 
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Aschnrger am Büffet ein Fräulein Höfner war, die zu Hüssener, wie mir gesagt wurde, Beziehungen hatte. Es toiio behauptet, daß Hüssener gesehen habe, wie wir mit dem Weibe gesprochen haben inu> daß ihn das erregt habe. Verteidiger R.-A. Stobbe: Ist es richtig, daß Sie dem Hüssener Rache geschworen haben, daß Sre Ihren Freund Hartmann rächen wollten? Zeuge: Ich fürchte, daß in den Worten eine Bedrohung liegen könnte und ver­weigere meine Aussage. Angekl.: Ich habe keinerlei Beziehung zu dem Mädchen gehabt. Ich kenne sie gar nicht. Der Zeuge gibt zu, den Hüssener einen Mörder genannt zu baden. Staatsanwalt de Bary: Haben Sie mir nidjt ge­sagt, Sie könnten 30 bis 40 Glas Bier vertragen, ohne betrunlen zu sein? Zeuge: Jawohl, es käme ja aufein Pröbchen an. (Heiterkeit.) Verhandlungsleiter: Ich möchte den Zeugen darauf aufmerksam machen, daß

das Gericht einen Zeugen wegen ungebührlichen Betragens in Ordnungssttafe nehmen kann. Tie Bemerkung war durchaus ungehörig. Glauben Sie, daß Hüssener Sie kannte? Zeuge: Er hat selbst Lu mir gesagt, daß er mit mir so manches Glas B-ier getrunken habe.

Zeuge Kaufmann Weinberg kam bei dem Vorfall ge­rade vorbei, er hörte die Worte: ,Hch gebe Ihnen dienst­lich den Befehl, zur Wache zu kommen. Hartmann habe Hüssener die Hand reichen wollen. Verhandlungsleiter: Welchen Eindruck machte das auf Sie? Zeuge: Einen freund­schaftlichen, als ob die Beiden sich kannten. Der Zeuge glaubt, daß Hüssener, als Hartmann sich losriß, einen Stoß erhalten habe. Zeuge Lassenbeamter Schröder erscheint als Unteroffizier der Reserve. Er sagt aus: Als ich herzukam, war die Tat schon geschehen. Ich sagte: Wenn Hartmann Widerstand geleistet hätte, hatten einige Ohrfeigen ge­nügt. Hüssener erwiderte: Dann hätte ich mich einer Soloatenmißhandlung schuldig gemacht. Hüssener gab mir eine Zigarette, ich glaube aber nicht, daß Hüssener selbst rauchte. Die Zeugin Frau Weißmann war auch bei dem Vorfall. Sie hat nicht den Eindruck gewonnen, daß Hartmann sehr betrunken war.

Tie Zeugen Polizeisergeant Haschke und Wachtmeister Kuhnert, die den Angeklagten festgenommen und zur Wache geführt haben, sagen aus, daß Hüssener feine Tat damit gerechtfertigt habe, daß er seine Stanöesehre habe wahren müssen.

Zeuge Rowecker, Geschäftsführer der Aschingerschen Bierguelle in Essen: An dem betreffenden Tage kam gegen 11 Uhr abends ein Kanonier und ein Unteroffizier ms Lokal, die mit dem Kellner Streit bekamen und schimpf­ten. Ich sagte zu dem Unteroffizier: Sie sind hier nicket aus dem Exerzierplatz^ ich werde zur Wache schicken. Sie gingen nun weg, kamen aber bald wieder und verlangten Bier, was Ihnen verweigert wurde. Staatsanw.: Haben Sie Hüssener an dem Abend in der Nähe des Lokals ge­sehen? Zeuge: Nein. Zeuge Sergeant Bonsafer: Um Weihnachten begegnete mir in Essen Hüssener in Begleit­ung einer Zivilperson. Ich ging vorbei. Ta drehte er sich um und sagte: Na, wollen Sie keine Ehrenbezeugung machen. Ich sagte, daß ich Sergeant vom Bezirks­kommando fei, Hüssener sagte: Pardon, bitte um Ent­schuldigung ! Musketier Rowecker: Im November ging ich an dem Angeklagten am Burgplatz in Essen vorüber, ohne chn zu grüßen, well icy ihn nicht gesehen hatte. Er stellte mich und sagte: Na, wirds bald! Zigarre aus der Schnauze! Wie heißen Sie? Er tat, als ob er mich aufschreiben wollte. Er ließ mich aber dann gehen. Angekl.: Ich habe nie jemand aufgeschrieben. Musketier Woll- ner wurde am Charfreitag angehalten und gefragt, ob er die Marineuniform nicht kenne, was er verneint habe. Tarauf habe der Fähnrich gesagt, er solle mal ordentlich grüßen Musketter Sienzle wurde vom Angeklagten auf der Straße gestellt: Na, keine Lust zum grüßen? Eine Schlächtermeistersfrau Alfejohann sagte aus, in ihrem Geschäftslokal habe sie beobachtet, wie Hüssener einen Soldaten stellte. Er fuhr ihn an: Stehen Sie stramm, Sie Esel! Als der Soldat sich nicht gleich stramm stellte, sagte er: Stehen Sie gerade, sonst trete ich Ihnen vor den Bauch, daß Ihnen die Gedärme hin­ten hinauskommen! Als der Soldat Folge geleistet hatte, sagte Hüssener: Ich werde es dem Regiment mel­den, und schrieb den Namen in ein kleines Notizbuch. Angell.: Ich habe niemals einem Soldaten gegenüber solche Ausdrücke gebraucht. Leutn z. S. Weiße bestätigt, oaß solche Meldungen nicht erstattet seien. Er hat zwei Meldungen erftattet, und davon ist einmal ein Mann bestraft worden

Tas Gericht beschließt, von der Vernehmung des Re­dakteurs Reißmann abzusehen, da die von dem Zeugen zu bekundenden Tatsachen unerheblich seien.

Auf Befragen des Verteidigers giebt Zeuge Lutscher die Möglichkeit zu, gesagt zu haben, es könne hundert­tausend Taler kosten, und der ganze Berliner Hof drauf­gehen, aber die Sache gegen Hüssener müsse in gewünsch­tem Sinne ausgehen.

Staatsanwalt, Dtarinekriegsgerichtsrat de Bary, nimmt das Wort zur Vertretung der Anklage. Er hält den Beweis für die Schuldfrage erbracht. Wäre Hartmann sinnlos betrunlen gewesen, so hätte sich dieser doppelt strafbar gemack)t, denn es bestehe eine sehr ver­nünftige Instruktion, daß man nicht in dieser Weise gegen Betrunkene einschreiten dürfe. Es soll die Aüöglichlett vermieden werden, daß ein Vctruntener Widerstand leistet und sich schwer vergeht. Durch Katz und Weinberg sei erwiesen, oaß Hartmann keine Tätlichkellen verübt habe. Ter Angeklagte sei überhaupt erst merkwürdig spät mit der Behauptung yervorgetreten, daß er angegriffen wor­den sei. Rechllich sei es also Körper ve r l etzun g eines Untergebenen mit tödlichem Ausgange. For­mell war der Angeklagte als Vorgesetzter zum Anhalten berechtigt, aber nicht zur Arretierung und auch nicht zum Waffen gebrauch. Auf alle Fälle war keine Ab­wehr eines Angriffs vorhanden, denn die Tat wurde verübt, als Hartmann auf der Flucht war. Wie bei den anderen Feststellungen, ist auch hier nur Prahlerei und persönliche Eitelkeit anzunehmen. Tie Be- trafung hat nach § 123 Abs. 3 zu erfolgen. Derselbe stellt ne Strafe auf 315 Jahre Zuchthaus fest, in minder chweren Fällen Gefängnis nicht unter 3 Jahren. Bon einem minder schweren Falle könne keine Rede fein. ES gebe wohl noch schwerere Fälle von Mißhandlungen, aber dieser Hall streife hart an Totschlag. Bei der Art und Gefährlich kett der Waffe mußte der Angeklagte sich über­legen, wie leicht der Tod emtreten konnte. Es muß oeshalb die Strenge des Gesetzes ein treten. Andererseits ist zu berücksichtigen, daß der Angeklagte cut junger, un­reifer Mensch ist, wie seine kläglichen Briefe beweisen. Auf­fallend falfdje Begriffe, die er cingesogen, mögen die Ver­anlassung zu biejer Handlung gewesen fein. Mit Berück- Hichtigung aller dieser erschwerenden und nnlDemben Um­

stände beantragt der Staatsanwalt 6 Jahre Zucht­haus und Ausstoßung aus der Manne.

Ter Verteidiger R.-A. Stobbe bittet von der Schwere des Erfolges der Tat bei der Beurteilung der Tat selbst zu abstrahieren. Ter Angeklagte hat zweifellos Hartmann nicht töten wollen und auch an die Möglichkeit nicht gedacht. Ter Reichstag habe sich infolge Interpella­tion eines Zentrumsabgcordneten mit dem Falle beschäftigt. Er nehme nicht Anstand, zu erklären, daß es von dem Staatssekretär des Reichsmarineamts vorsichtiger gewesen wäre, die Beantwortung vorläufig abzulehnen, bis der Urteilsspruch gefallen sei. Weiter bittet der Verteidiger, den Angeklagten für einen anständigen Menschen ru halten, der auch bei diesem schweren Fall nicht von der Wahrheit abweicht. Wir haben es, wenn auch unbeabsichtigt, mit beeinflußten Zeugen zu tun und müssen besonders die Aus­sagen des Zeugen Lütscher unter die Lupe nehmen. Nach einem reichsgerichllichen Erknntnis ist es nötig, daß der Nachweis erbracht wird, daß der Angeklagte die Instruktion gekannt bat, well ihm sonst der Dolus nicht nachgewiesen werden kann. Es fragt sich, ob der Angeklagte sich zu dem Vorgehen berechtigt hielt. Wird das bejaht, sv müsse man wegen des mangelnden subjektiven Verschuldens zu einer Freisprechung kommen. Er sei überzeugt, wenn Hartmann nicht getötet, sondern leicht verletzt worden wäre, wäre er wohl kaum unter Anklage wegen Mißhandlung ge­stellt worden, wenn er Hartmann hätte laufen lassen, dann wäre ihm feilend der Vorgesetzten der Vorwurf nicht schneidigen Vorgehens gemacht worden. Wenn Sie ihn be­strafen, so bestrafen Sie ihn zu Unrecht. Bestrafen Sie ihn wegen unrechtmäßiger Behandlung eines Untergebenen, aber nicht wegen bewußt rechtswidriger Körperverletzung. Daher beantrage ich in der Hauptsache Freisprechung und bitte, gegebenenfalls den Angeklagten nur wegen dis­ziplinwidriger Behandlung eines Trunkenen zu bestrafen. Auf alle Fälle bitte ich um Anrechnung der Untersuchungs­haft.

Ter Kriegsgerichtshof verurteilte den An­geklagten Hüssener wegen körperlicher Mißhand­lung eines Untergebenen mit tötlich em Ausgang unter Annahme eines minder schweren Falles zu einer Gefängnisstrafe von 4 Jahren und Te- grabation. Wegen Ungehorsams gegen einen Dienst- befehl wurde auf 14 Tage Gefängnis erkannt. Beide Strafen wurden auf 4 Jahre und eine Woche zusammenge- zogeu. Tie Woche Gefängnis wird durch die Untersuchungs­haft als verbüßt erachtet. Ter Angeklagte behält sich die Erklärung, ob er die Strafe antrUt oder Berufung einlegt, vor.

Aus Stadt und Sand.

Gießen, am 28. Mai 1903.

** Postalisches. Das britische Schutzgebiet So­maliland tritt vom 1. Juni ab dem Weltpostverein bei. Der Briefverkehr mit diesem Gebiete regelt sich von dem genannten Zeitpunkte ab nach den Bestimmungen des Vereinsdienstes.

L Fried berg, 26. Mai. Die Gründung einer Heren Töchterschule wird voraussichtlich erst im nächsten Früh­jahr vollzogen. Fast alle hiesigen Einwohner stehen der Sache sympathisch gegenüber. Da vorläufig kein geeignetes Lokal zur Verfügung steht, so vellautet, daß baS Wernersche Ge­bäude, in dem bereits früher ein Institut untergebracht war, in Aussicht genommen sei. Die Mathild en-Stiftung Friedberg-Butzbach wirb vom 1. Juli ab den Zinsfuß für Darlehen auf Hypotheken auf 4 pEt., für Spareinlagen auf 3 Vs pCt. festsetzen. In Heldenbergen fand am Sonntag die feierliche Grundsteinlegung des Kriegerdenkmals statt; das Fest der Einweihung und Enthüllung soll am 4., 5. und 6. Juli abgehalten werden.

() Ermenrod, 25. Mar Bei einem Gewitter, das vorgestern nachmittag einer Temperatur von 20 Grad Reau- mur im Schatten folgte, schlug d e r B l i tz in die Nähe desEisenmannsberg"-Waldes in die Telephonleit­ung, die Ermenrod mit Ruppertenrod verbindet. Ter Blitz zerschmetterte zwei Stangen so gänzlich, daß die Splitter in weitem Kreise wie Strohhalme umherlagen, Trei andere Stangen wurden ebenfalls beschädigt und un­gefähr 200 Dieter Draht unbrauchbar gemacht.

§ Mücke, 26. Mai. Gegenwärttg ist man auf unserem Bahnhofe mit der Errichtung eines eisernen Hoch­st eg es beschäftigt. Dieser führt vom Bahnhofe aus über Den Bahnkörper in nächster Nahe der Baiftschen Wirtschaft zur Sttaße von Merlau. Turch die Erbauung dieses Steges wird einem längst gefühlten Bedürfnis abgeholfen, das jetzt umso dringender ward, als der seitherige Fußpfad Zwischen Merlau und hier durch die neue Bahnlinie Mücke- Laubach in Wegfall kommt. Tie Erbauung der neuen Bahn macht rüstig Fortschritte, bereits liegt das Gleise bis Freienseen. Eine Fertigstellung der Bahn ist mllhin sicher in Diesem Sommer zu erwarten.

§§ Aus dem Seentale, 26. Dlai. Tie Cbft* baumblüte hat nicht den Schaden genommen, den man für sie nach der Wetterlage befürchtet. Sie hat durch ihre Verspätung sehr rasch abgeblüht und jedenfalls durch das gleichzellige Erscheinen der Blätter genügend Schutz ge­funden. Durch diese gleichzellige Blüte- und Vlattentroid» iung war der diesjährigen Baumblüte ihre sonstige Pracht verloren gegangen. In voller Schönheit blühen dagegen die Apfelbäume, aber gleichfalls wieder sehr rasch ab. Ta das schöne Wetter den Bienen guten Ausflug ermöglichte, so sind die ursächlichen Bedingungen einer guten Apsel- emte in der Tat vorhanden.

§ Grebenhain, 26. Mai. Gestern Abend wurde auf den Postillon der Abendpost GedernGrebenhain am sog. .Weidheckenteich, zwei Mal scharf geschossen, ohne den Mann zu verletzen. Wahrscheinlich hatte der Täter noch Mithelfer und einen Raubanfall geplant. Sofortige telepho­nische Nachricht ging nach Grebenhain und Gedern. Die Gendarmerie nahm eine Person fest; ob dies der Täter ist, konnte noch nicht festgestellt werden.

e. La uterba ch, 26. Mai. Die Stadt erbaut ein neues Armenhaus; die Rohbauarbeiten belaufen sich auf 13 500 Mark. Das hiesige Stationsgebäude erhält z. Zt. emen Erweiterungsanbau, der einen Wattesaal und em RestaurationSziNimer enthalten soll. Die Vergrößerung ist infolge des seit Eröffnung der neuen Strecke Lauterbach- Grebenham stets zunehmenden Verkehrs erforderlich geworden. Die Gemeinde Pfordt erbaut ein neues Schulhaus, dessen Kosten sich auf ca. 35 000 DU. belaufen werben.

f. Ehringshausen bei Alsfeld, 26. Mai. Unser

Lehrer Hünergarth feiert morgen hier im Kreise seiner Kollegen, Freunde und Bekannten fern 5 0 jährig eS Dienst- jubiläum. Bereits am 4. April waren es 50 Jahre, daß Herr Hüneraarch in den Schuldienst trat. Er wirkte zuerst im Kreise Schotten, darnach 18 Jahre m Zeilbach, später in Heidelbach und wohnt jetzt fast 25 Jahre in unserem Otte. Er besuchte bis Frühjahr 1853 das Lehrerseminar Friedberg. Ter Jubilar erfreut sich noch der besten körperlichen und geistigen Frische und gedenkt noch einige Jahre im Dienste der Schule zu wirken.

() Aus dem Vogelsberg, 26. Mai. Im Frank­furterG. A." wurde dieser Tage berichtet. Der diesjährige Flieder habe keinen Duft, was wohl eine Folge der vor­ausgegangenen naßkalten Witterung sei. Für unsere Ge­genden trifft diese Erscheinung nicht zu (in Gießen auch nicht). Der Flieder, Der zurzeit hier in voller Blütenpracht steht, hat seinen Duft wie immer. Nur verkürzen Die heißen Tage die Blütezeit der geschätztenBäumchesblume" allzusehr.

lt. B. Darmstadt, 26. Mai. Se. königl. Hoheit der Groß Herzog gab heute nachmittag von 4 Uhr ab im Garten des neuen Palais ein großes Gartenfest, zu welchem über hundert Familien aus der hiesigen Gesellschaft geladen waren; sehr zahlreich war auch die Schar der in schmucken Hellen Sommerkleidchen erschienen Mädchen und Knaben. Als in dem prächtigen Gatten am neuen Palais die Geladenen versammelt waren, erschien der Großherzog mit Prinzessin Elisabeth an der Hand, der sich die Gräfl. Erbach-Schönberg- 'schen Kinder und die fürstlichen Damen anschlossen. Nach kurzer Begrüßung durch den Großherzog begab sich die Feft- gesellschast nach dem Hinteren Teil des Gattens, wo die Kapellen des 1. Großh. Hess. Jnf.-RegtS Nr. 115 und des 23. Drag.-Regts. konzcrtietten. Zur Belustigung für die Kinder wurden allerlei Spiele arrangiert.

Mainz, 25. Mai. Zur Erlangung von Entwürfen für den Neubau eines Justizgebäudes mit Drovin- zialarresthaus in Mainz wird seitens des Großh. Hess. Ministeriums der Justiz em Wettbewerb unter Architekten, die in Deutschland ansässig sind, ausgeschrieben. Für die besten Lösungen Der Aufgabe werden ausgesetzt: ein erster Preis von 5000 Mk., ein zweiter Preis von 4000 Mk., zwei Dritte Preise von je 2500 Mk. Ter Ankauf von roeiteren Entwürfen zum 5ktrage von je 1000 Mk. bleibt Vorbe­halten. Das Preisgericht setzt sich aus 11 Herren zusammen.

8. Wetzlar, 26. Mai. Der Obst- und Gattenbau- oecein des Kreises hat in seiner letzten Generalversammlung für diesen Herbst einen Obstmarkt vorgesehen. Ein solcher Obstmarkt hat den Zweck, den Verkehr zwischen dem Odst- züchter und dem Obsckäufer zu erleichtern, um dem Odst- züchter für gutes Obst gute Preise zu sichern. Der Vettauf soll in der Weise geschehen, daß der Obstzüchter das zu ver­kaufende Obst an einem bestimmten Tage im Marktlokale auf stellt, woselbst der Käufer sich von der Qualität der Ware überzeugen und danach kaufen kann. Für die Einrichtung dieses Obstmarktes wurde bereits eine Kommission gewählt, bestehend aus Winterschuldirektor Eouttin, Lehrer Oster und Kreisobstbaulehrer Kilb.

Unioersitats Nachrichten.

Paris, 26. Mai. Der a.-o. Pros, der meb. Fakultät der Universität Toulouse, Barber, wurde vom UnterrichtSminister beauftragt, die Einrichtungen des medizinischen Unterrichtswesens an deutschen Universitäten, besonders aus dem Gebiete der Hals-. Nasen- und Ohrenkrankheiten zu studieren.

Landwirtschaft.

Saaten st and des Deutschen Reiches um M i t t e Di a i. (Eingeklammerte Zahlen bedeuten Mitte April 1908.) Winterweizen 2,9 (3,2), Sommerweizen 2,4 (), Winterspelz 2,4 (2,5), Winterroggen 2,8 (2,9), Sommerroggen 2,3, Sommergerste 2,3, Hafer 2,4, Klee 2,5 (2,5), Luzerne 2,6 ,2,6 , Wiesen 2,2 (2,5). Wegen der Auswinterung usw. ungepstiigte Fläche m Prozenten der Anbaufläche: Winterweizen 17,4 (13,9), Wmterfpelz 3,1 (2,6), Wlnterroggen 3,2 (2,2), Klee 3.4 (2,2), Luzerne 4,0 (2,7). In der ersten HätUe der abgelaufenen Berichtsperiode war die Witterung in gaiu Deutschland für die Vegetation ungünstig. Sie hinderte das Wachstum der Winterung, verzögerte die Einbringung der Frühjahrssaaten und rief vielfach Verkehrsstockungen hervor. Tie im vorigen Monat ziemlich verbreitete Mäuseplaye verschwand m- folge der naßkalten Witterung, dagegen wird mehrfach über häufiges Auftreten von Trahtwürmern, Maden usw. berichtet. Die frucht­bare Witterung im Mai verbesserte im Allgemeinen etwas den Stand der Wintersaaten, namentlich den des Weizeris. Sommer­saaten wurden infolge der naßkalten Witterung im April meist verspätet zur Erde gebracht. Tie Frühjahrssaaten sind soweit auf- gegangen, entwickeln sich befttedigend und zeigen meist einen guten stand. Die Aussaat von Kartoffeln hat sich überall sehr verspätet. Klee zeigt nur teilweise guten Stand. Luzerne, deren Stand auch ,m allgemeinen befriedigt, machte nur geringe Fortschritte. Wiesen zeigen guten Graswuchs.

Sport.

M a i n 25. Mai. Vorgestern abend hielt der Ruderverein im Saal der Liedertafel eine Festfeier zum 25jähr. Bestehen des Vereins ab. 18 Delegationen auswärtiger Ruderoereine waren erschienen, die Glückwünsche und Geschenke darbrachten; aus Frank­furt Delegierte der Germania, des Frankfurter RudervereinS und der Rudergesellfchast Sachsenhausen.

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Lebcnoversichcruug. Die Allgemeine Versorg- ungs-Anstalt Karlsruher Lebensversicherung l)atte nach den vorläufigen TUttciluugcn im Jahre 1902 wieder sehr erfreuliche Ergebnisie. 9keu abgeschlossei» wurden 7140 Ver­sicherungen über 32 640 000 Alk., dieser Aenzugang ist der höchste, den die Anstalt bisher in einem Jahre erzielt bat. Ter reine Zu­wachs betrug 4080 Versicherungen über 19 540 00O Mk. Auf Ende 1902 ergiebt sich ein Versicherungsbestand von 116 660 Versicher­ungen über 495 680 000 Mk. Durch Ableben von 1061 Personen wurden im Jahre 19v2 4 940 000 Mk. fällig. Diese Sterblichkeit blieb um rund 34 pEt. hinter der Erwartung zurück, jo daß dem Jahresnberfchusse wieder cm großer Sterblichkeitsgewinn zufließt.

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Srüdl'scke Unmerfitäts=Druderci. Sieben.