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27.4.1903 Zweites Blatt
 
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1 isin in bet nuche und rbeit \et)t eriahrenrs Mädchen

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Zweites Blatt.

153. Jahrgang

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General-Anzeiger v"ä.

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW

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Nr-. 97

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Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Kesftsche» laodwirt Du Siebener Familien- blätter oiermal tn der

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No tatron«druck u. Ver­lag der B r ü h l'schen Unioerl.-Buch- u.Steln- b rudern (Dieoch Erden)

J)U yeutige Dummer umfaßt 10 Seite».

Wurf zur Sicherung dcv Wahlgeheimnisses erledigt. Der Wunsch der preußischen extremen Rechten, das Gesetz zu

Politische Mochtnschnu.

P. D. Gießen, 27. April.

Am Baume bei Schweigens hängt seine Frucht, der Triebe". So lautet, nach)openhauer, ein arabisä-es Won. Da- große Scknveigen des österlichen Friedens ist in der vergangenen Wolle durch großes Reden abgelöst worden. Der Reichstag nahm seine Arbeiten wieder

Falle kommen zu sehen, ging nicht in Erfüllung, und so werden denn wohl demnächst die Wahlen etwas mehr als bisher der tatsächlichen Stimmung im Lotte entsprechen weniastens an den Orten, wo sich die reckten Kandidaten des Lottes finden, was leider nicht allenthalben der Fall ist!

Ta der Wahltag immer näher rückt, muß sich der RoillMag beeilen, die ihm noch übrig gebliebenen Auf- aaben zu erledigen, und daS wird sich wohl auch madjcii laisen. Am Freitag standen zivei wichtige Dckcineangelegen- beuen zur Lerbandlung, und zwar zunächst der schreck­liche Fall hüjsener. Die Essener Bluttat hatte ohne künstlich Schürung eine große Aufregung in der gesamten Bevoilerung hervorgerusen. Ein hoffnungsvolles junges Aienfll-enleücn war vernichtet worden durch einen Jüngling, der, ivie ein Redner sich ausdrückte, in der Marine noch nicht mehr als die Stellung eines Lehrlings einnahm. Die Tat rief überall Empörung hervor, der Täter wurde allgemein verurteilt. Merkivürdigerweise fanden gerade die Sozialdemokraten von Anfang an Milderungsgründe für das Vorgehen de- Fähnrick)s Hüssener, doch brachten sie diese ui ihrer Presse nickt sowohl vor, um den Täter zu entlasten, als vielmehr, um gegen den in Marine und Heer herrsckMnden Geist Anklagen erheben zu tonnen. Tas taten sie auch am Freitag, aber ehre Angriffe konnten lauteren Widerhall nicht wecken, da der Staatssekretär des Reick-smarineamts ihnen schon vorher den Boden abgegraden hatte. Zm Laufe dec Debatten ft eilten Linke wie Zentrum dre sehr ernst zu erwägende Frage, ob eine Entwaffnung der Kadetten und Dckrinjchofieu während des llrtauds nicht angebracht sei. Die Antlvvrt des Staats­sekretärs v. Tirpitz ließ allerdings wenig Neigung dazu er­nennen, obwohl in der Residenz des Kaisers, in Potsdam, den Mannsll-afien dortiger (Eateiruppen das Wafsentragen außerhalb des Tienstes bereits untersagt ist! Der selt­same Marincjungling hatte übrigens die llnverfrorenheit, um seine Haftentlassung nall-gu suchen. Selbstver­ständlich wurde das Gesuch vom Geriä)tsherrn der L Ma- rtneuispektion abgelehnt. Tie Reiä-sregierung war noch in letzter Staude mit einem Rachtragseiat gekommen, dec die bei der kurzlickjen Etatsberatung abgelehnte Forder­ung für den Erwerb eines Grundsülues zum Neubau des ReichsmarineamteS enthalt. Die geforderte Summe ist zwar nicht unbeträchtlich niedriger als der urspiungliche Etatsan,atz. Trotzdem aber fand die Vor­lage außer bei den 3cktionallibi.ra.en und der Reichspartei, die ihr wohlwollend gegenübersieyen, eisigkalte Aufnahme. Die Tebatte war teilweise recht animiert und warf mandje eigentümlichen Schlaglichter auf die Vorgeschichte der Grundstückkaufs- und LeriaufSangelegenheit. Auf Antrag des Abg. v. Waldow beschloß das Haus, die Lorckge zur Klarstellung der angedeuteten Verhältnisse noch erst an die Budgetkommission zu Überweisen, und diese hat bereits am Samstag Die verlangte Summe mit 20 gegen 'i Stimmen abgelehnt. Zum Berichterstatter für das Plenum wurde Prinz Arenberg bestimmt. Nun ist an- lunehmen, daß heute, Montag, die zweite, und morgen die dritte Lesung der Krankengesetznovelle zu Ende lomnien wird, daß ferner morgen der 3ckchtragsetat für das Marineamt definitiv abgelehnt und das Phosphorgejetz zu Ende kommen wird. Das wäre dann der Schluß der Session. Zn diesen Plan ist aber störend eine soeben vom Grafen Limburg-Stirum eingebrachte Inter­pellation über die Kündigung der Handels­verträge gekommen. Es fragt sich, ob diese morgen zu einer längeren Debatte führen und dadurch vielleicht noch eine Sitzung am Mittwoch notwendig werden wird.

Außer parlamentarischen und wähl- resp. parteipoli- 4|cf]cn Fragen, von denen die immer merkbarere Un­einigkeit zwischen Konservativen und Agra­riern einiges Znteresfe verdient, ist es besonders das Verhältnis zunschen Deutschland und den V e r e i n i g- ten Staaten, das in der vergangenen Woche reichlichen Siojf zu Erörterungen bot. Die unfreundliche Stimmung, die in gewissen amerikanischen Kreisen dem Reich gegen­über schon lange besieht, scheint auch in Regierungstreisen einigen Boden zu haben, denn Roosevelts Abwesenheit wurde dazu benuyt, einen Besuch des amerilamfujen Europa-Ge- schwaders in Marseille zuzusagen, der nao> der Mlchnung br an das Ges^vader ergangenen kaiserlichen Einladung, den Hafen von kiel zu besua-en, als eine bewußte und beabsichtigte Unhöslichteit, rvenn nicht gar Demonstration aufgefaßt werden mußte, die gegenüber den vielfachen Freundliclckeiten, die der Kaiser den Amerikanern ui letzter 3eit erwiesen, direkt verletzen mußte. Präsident Rvose- relt hat das auch sofort richtig ercknul und seiner Ent- ckilosieiiheic Au^oeuä gegeben, derartigen Zntriguen ein ür allemal ein Ende zu matfcn. Ob er stark genug dazu ein wird, sreht dahin, iedenfalls aber sollte man Hiera? s

auf und um mit Shakespeare zu redenschmeick-elt ich^ sein schönes Derk in kurzem zu vollenden", um als- >ann dem Wahlkampfe Sckum zu geben. Gleich an einem ersten SitzungStage hat er den vielumfehdeten Qait-

die Lehre ziehen, daß eine Politik Der allzu großen Freund­lichkeiten geeignet ist, unangenehme Situationen zu zeitigen.

Tas ewig glimmende Feuer unter Den Balkan- Völkern, mag eS momentan durch die umfangreichen Truppenaufgebote der Türkei auch evvas unterdrückt sein, wird über kürz oder lang mit verdoppelter Gewalt empor- lodern und bann wird die große Auscinandersetzunü Zwischen den beteiligten Völkern fipiuerlU) noch aufzul>allen sein. Zn Serbien und Bulgarien hat man das, wie aus Aeußerungen deS Königs Alexander und auS den Reseroeeinberusungen und Grenzoerstärkungen in dem Tonaufürstentiun bervorgeht, richtig erkannt und ist bereit, jederzeit in die Aowickelung der türkischen Erbs-chaft einzu- treten. Blutige Zusammenstöße zwischen bulgarischen uid) türkischen truppen finden schon jetzt sehr häustg statt. Ter jüngste trug sicy südlich von Samato zu. Der französische Botschafter wurde am 24. d. M. vom Sultan empfangen und unterstützte die kürzlich von dem österreichisch-ungarisck-en und dem russischen Botschafter bei der Pforte unternom­menen Schritte. Die Pforte erhielt die Rieldung, daß bei Dem am. April stairg.habten Kampfe bei Smcrdesch im Bezirk Kastorck Sarasow verw undel wurde und sich noch in dem Bezirk verborgen hatte. Es ist die eifrigste Verfolgung Savofows angeordnet worden. Vom Dildiz wird fortgesetzt und abwechselnd mit verschiedenen Elementen der aldanesstchen Opposition im Wilajet llesküb verhandelt. Maßgebende diplomatische Kreise sind nach dem Wiener Korr.-Bur. von dieser Haltung der P.octe wenig befriedigt und befürchten einen Mißerfolg, die Ausbreitung der albe» nesischen Lpposttion auf andere Wilajets, oder, daß das Aufgeben der Opposition nur ein momentanes und Die Be­ruhigung keine dauernde sein würde, wenn ein energisches militärisches Vorgeben unterbleibt. In Dildiz-kreisen scheint dagegen die Meinung vorzuherrscl)en, daß die An­wendung von Waffengewalt, solange sich die Opposition der Albanesen nicht ofsensio äußert, vermieden unö zuerst alle friedlichen Beruhigungsmittel erschöpft werden müisen. Uine Zrade untersagt den Behörden von lleskub, den anwesenden Berichterstattern die Erlaubnis für Reisen In daS Znnere des Landes zu gewähren. 3ckch vertraulichen Meldungen sollen ein Offizier unb acht Mann aus Bulgarien nach Make­donien ab gegangen sein, in der Absicht, auf russische Konsuln Anschläge zu verüben.

Trügen nick-t alle Au-eichen, w<rd aber im Norden AkrckaS nvck vordem großen Balkan-Kladderadatsch die große Liaui- daiion erfolgen müssen, der die Verbaltuisse in Marokko mebr und uiehr eiugegenfteuenu Bu hamarra, der Prä­tendent. rückt, durch Die Erfolge ermutigt, auf F^z vor unb fühlt sich bereits so sehr als Sultan, daß er in den von ihm befeßten Gebieten einu eigene LerwalMng ein­gesetzt hat und in seinem Uebcrmut sogar den Spaniern droht, Melilla anzugreifen, wenn die von ihm Verfolgten dort fernerhin Schutz genießen. England unb Frankreich wachen eifersüchtig aus die Euttoicklung der Dinge, Die unter Umständen, da es sich um eine mohammedanische SkiDcgung handelt, auf die Situation in Macedonien von tocittiagenbcr Rückwirkung sein kann, uub wer weiß, ob es nicht ein böser Zufall fo fugt, daß der auf den Besuch am rcklienischen ^ofe und (am 23. d. M. im vatrkaii- folgende Besuch Eduards V1L in PariS gerade in eine Zett fällt, in der die alte Rivalität zwischen beiden Völkern von neuem erwacht. Faschoda ist noch unvergessen ui Paris, das be­weisen die Vorbereitungen der 3cktwnalisten, den englischen Herrscher mit einem Pseifenkonzert zu ernpsangen, und da der Pariser Gamin sich den Teufel um Höflichkeit und Diplo­matie fchert, wenn es ihm so in den Kram paßt, wird König Eduard nie sicher sein, ob ihm bei seinem Einzug nicht der gleiche Empfang bereitet wird, der einst ilbnig Alsons X11L von Spanien zuteil würbe, als er, aus Teutscl)- lanb, aus Berlin, zurückkchcenb, die französische Haupt- stabt passierte. Die Franzosen finb unberechenbar unb ebenso unberechenbar finb die Launen der Polittk.

Wahlbcwcguug.

Reichstagswahlen unb Referveübungen. TieNeue polit. Korr." schreibt: Wie in früheren Zähren, so ist auch diesmal den Geiieralkommanbos der Wahttecmin und nunmehr auch der für die Stichwahlen bekannt ge­geben worden, bainit keine Kollisionen zwische n bem Wahlakt un b etwaigen Einbeorberungen stattfinben. Haben baher in einzelnen Fällen, was ja nicht ausgeschlossen ist, Einberufungen währenb bieser Zett ftau- gesunben, fo geschah bies, als bie beregten Termine m>ch nicht bekannt waren, unb es ist ganz selbstverstänblich, baß entsprechenbe Abänberungen getrofsen werden.

Aus §1111)1 uni) Land.

®ie Ben, 25. April 1903.

AuS bem Theaterbureau. Novität auf Novität bringt DaS Steinert'fche Operetten - Ensemble. Aus Die tollen .LanDstreicher" folgt morgen Dienstag ,Das süße 'JJlä Del*. Diese Operette hat emen SiegeSzug über alle Deutschen Theater genommen. Arn Zentraltheater in Berlin ist sie allem über 4UOmal in Szene gegangen unD jetzt wirb DaS Werk in Dleroqorf bei übervollen Häusern auf­geführt. Tie Titelrolle singt Frl. Amalie Stöger, aber auch Fräulein Mizzi Bartl Hal eine Dankbare Partie, Die Masseuse Fritzi Weyringer. Ten LizeprästDenten Der Sinti» Alkoholisten spielt Herr Bruck, währenD Herr Ganzert eine originelle Figur vertreten rotcD, einen böhmischen Setre- tär. Auch Die Herren Nolte unD Sommer haben lohnende Ausgaben. Ersterer singt noch eine packende Einlage I ,Ber- lmchen, Tu bist so niedlich 1*

Ter Lehrermagel in Hessen wird Deutlich da» Durch illustriert, Daß Die vor Ostern entlassenen Schulamts- tanbiDaten bereits sämtlich VcrwenDung gesunden haben, ja viele mußten noch im abgelaufenen Schuljahr verwandt werden; so hatten z. B. bie Slbitunenten von Alzey eher ihre Dekrete als ihre Abgangszeugnisse. Vor einigen Jahren mußten bie jungen Leute bis Sommer, oft biB Herbst warten. Auch bieSmal konnten nicht alle Lücken gefüllt, vielmehr mußten zahlreiche Skeuernch.ungen von Schulstellen verschoben werden, sodaß Klassen mit über 1OO Schülern durchaus keine Seltenheü sind. Erst in etwa fünf Zähren dürfte der Lehrer­mangel behoben fein, da man jetzt auf den Seminaren Baralelklassen errichtet. Eine solche besteht bereits in Fried­berg mit 60 Schülern; in Alzey und Lich steht ihre Er­richtung bevor. Gutem Vernehmen nach haben sich 200 junge Leute zum Eintritt in bie brei Seminare gemelbet sobaß viele zurücktreten mußten.

§ Fried berg, 26. April. Die Stabtverorbnetenver» sammlung hat sich dieser Tage dahin ausgesprochen, daß sie Schritte tun will, um Garnison sta dt zu werden. In­folge großer Ausgaben, wie Ankauf von Bahngelände usw^ ist die Stadtkasse genötigt, beim Mathildenstist eine Anleihe von 12 000 Mt. zu 3J/< Prozent zu machen. An bem Kreuzungspunkt bet Frankfurterstraße und Horn burger Bahn beabsichtigt die Bahndirektion durch Höherlegung der Straße den gefahrvollen feitherigen Mißstand zu beseitigen. Tie Stadt hätt jedoch die Errichtung einer Barriere für er­forderlich.

Wiesbaden, 26. April. Im 84. Lebensjahre ist hin Frau Charlotte Wilhelms, die Niutter des Geigers August Wilhelms, gestorben. Während der ersten Hälfte Des vorigen Jahrhunderts war sie als Sängerin und Klaoier- oirluosin in wellen Kreisen geschätzt. Der Rheingauer Weinbau hatte in den letzten Jahren mit ungünstigen Ver­hältnissen zu kämpfen; im besonderen waren eS die schweren Schädigungen durch den Heu- und Sauerivurm, welche die ErnteergebNisie in ganz erheblicher Weife beeinträchtigten. DaS Zahr 1902 brachte hierin eine, wenn auch nicht allzu be­trächtliche Besierung, die jetzt ihre Rückwirkung auf die Wein­oer stetgerungen nicht verkennen läßt. Unter den zahl­reichen Angeboten erscheinen die neuen Weine in größerer 'Menge wie m den letzten Zähren. Sie beherrschen den dies­jährigen VersteigerungSmackt un allgemeinen, unb nut bei den größeren Besitzern gelangen Werne der früheren Jahr­gänge zum Verkaufe, ältere Gewächse jedoch auch nur in ver­einzelten Fällen. Tem Jahrgang 1902 wurde zunächst kein allzu gunjtigeS Prognostikon gestellt. Nachdem die Weine aber inzwischen von der Hefe abgelassen sind und sich mll Sicher­heit aus ihren Wett probieren lasten, ist allgemein festgeslellt, daß der 1902er eine ü berraschend gute Ent­wickelung erfahren hat, die ihm zu allseitiger Schätzung verhelfen wird. Die Weme finb burchweg remgärig, von angenehmer Raste unb mit schönem Bouquet auSgestattet. Auch der 1901er Wem, bet etwas reifer ist, hat sich auf bem Lager zu feinem Vorteil weiter auSgebaut Beide Jahrgänge haben Weine heroorgebracht, wie sie der heutigen Geschmacks­richtung am meisten entsprechen, durch welche jugendliche unb duftige, Nicht zu schwere Weme bevorzugt werden. Liebhaber älterer Weme, die größere Fülle, Aroma und die edle Art Rhemgauer Hochgenüsse zeigen, finben solche unter ben Jahr­gängen 1900, vor allem aber 1897 unb 1898 unb auch 1895, von benen noch einige Partien ober Fässer zum Ver­kaufe gelangen.

Kleine Mitteilungen aus Hessen unb ben Na ch harstaaten. Laut Ministerieller Verfügung ist gestattet worden, daß auch Mädchen die Stealschule zu Gernsheim a. Rh. besuchen. In Mainz geriet der Rangierer Erb auS Guntersblum auf dem Bahnhof zwischen die Puffer ziviler Wagen unb würbe auf ber Stelle zu Tobe gedrückt.

Gerichts laut.

W. Gießen, 22. April. GewerbegerichL. Den Vorsitz führt Stadtverordneter Keller. Als Beisitzer fungieren Bäckermeister Friedrich Hennings und Schrift­setzer Aböls Hensel hier. Ter Cafs-Koch August B. hier verlangt von bem Hotelier August H. hier noch 1,76 Mk. Re st lohn. Ta Kläger im Termin nicht erschienen ift, entspricht bas Gericht bem Antrag bes Bcklagten und weist die Klage durch Betsäumnisurteil kostensällig ab. Garten- arbeitcr Heinrich F. aus Atzbach klagt gegen Gärtner Rudolf W. hier wegen grund> und kündigungsloser Ent­lassung aus Eillschädigung. Es kam Dertzleich zu stunde, wonach Kläger die Arbeit beim Beklagten wieder aufnimmt Die Klage de» T-uchbeckers Andreas R. gegen Dachdecker- meister Heinrich Sch hier, welche ebenfalls wegen kündig- ungslofer Entlassung erhoben war, fand durch Ver­gleich Wiederaufnahme Der Arbeit Erledigung. ^n der Sache des Kellners Albert H. zurzeit in Frankfurt gegen Gafthofbesitzer Heinrich M. hier, über welche wir schon berichteten, ist durch Gericktsbeschluß das persönliche Erscheinen des Klägers angeordnet worden.

Beerenweine. Südweine.

Mit höchsten Preisen ausgezeichnet. 2584

Fr. Leo ^aehiuleer (C. Herherj," LctterSweg 58.

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