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27.2.1903 Zweites Blatt
 
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Nr. 49 Zweites Blatt.

153. Jahrgang

Freitag 27. Februar 1903

elfte««! ««glich außer 6onntag4.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem besflschen Landwirt die Siehener Samilten» blätter viermal in der Woche beigelegt.

NolalionSdruck u. Der- feg der Brühl 'schen nioerl.-Buch- u.Stein» dructeretlP>etichlLrden> SUDaftton, ExpediNoa und Druaeretr

Echal st ratze 7.

Vdresie für Develchen, «nzetger Gießen.

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GietzenerAnzeiger

M General-Anzeiger w

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen

OeiadHrelli monatlich 76 i.<1_ oicrt* fährlid) Ml. 2.20; durch Slbbole- u. AroetgfteQai monatltch 6o PI.; durch dtePost Atk.L. Dien ei» läbrl auflldjl Bestell^ Annahme von Anzeige» iüi die lagHnummei bi» ponnuiagl 10 U^t, Zeilenprei». lokal lAPs, auAroän» 20 Plg. verantr»«,rlich, für den poliL a. allgeix teil. U Witiko. tüi .«ladt und ßanb* und OJendjifllüaJ* Lari Plato. iüi den Am jetaenietl: Hans vect

Ile Heutige Kummer umfaßt 10 Seiten.

Bekanntmachung.

Betr.: Bläschenausschlag in Allertshausen.

Bei dem Gemeindebullen, sowie in den Gehöften des Baltbaser Nachtigall, Ludwig Wißner II. und Peter Belloff in Allertshausen ist der BläZchenausschlag festgestellt worden. Die erkrankten Tiere dürfen so lange nicht zur Begattung zugelassen werden, als nicht durch den beamteten Tierarzt deren vollständige Heilung und Unvcrdächtigkeit festgestellt ist. Ein Wechsel des Standortes oder Gehöftes ist während der Dauer der Krankheit verboten.

Gießen, den 24. Februar 1903.

Großherzoglia,'e. Kreisamt Gießen-

I. 23.: Dr. Kranzbühler.

Kescher Landtag.

R. B. Darm stadt, 26. Febr. Nachmittagssitzung.

Die Nachmittagssitzung, die um 4V* Uhr vom Präs. Haas eröffnet wurde, setzte die Weiterberatung des (ftatd beim Kapitel Ministerium des Innern fort.

Abg. Wolf (Hess. 23p. klagt über die unzweckmäßige Einteilung der Kaminfegerbezicke und wendet sich dann gegen den Abg. Ulrich. Er, Redner, Hube doch weiter nichts getan, als vor einer übertriebenen Sozialpolitik gewarnt. Er wolle doch vor dem Lande konstatieren, daß die vier Millionen im Laufe der letzten 15 Jahre Verunglückten doch auch viele Milliarden Entschädigung erhalten hätten, die doch zum größten Teil aus den bürgerlichen Kreisen auf­gebracht wurden, wahrend sie, wenn es nach den Wünschen Der Sozialdemokraten in den achtziger Jahren gegangen wäre, reinen Pfennig erhalten hätten. Im übrigen kenne man ja den Stairdpunkt seiner Partei und den der Sozial­demokraten, sodaß es zwecklos wäre, noch weiter darauf einzugehen. Dem Lande sei mit solchen Debatten nicht gedient.

Ministerialrat Eisenhut geht auf mehrere Ausführ­ungen der Vorredner näher ein und widerlegt namentlich die Behauptung, als ob manche Gemeinden die ihnen für Fortbildungsschulzwecke bewilligten Mittel nicht auch dazu verwendet hätten. Der Anregung des Abg. Dr. Schmitt werde Folge gegeben werden.

Ministerialrat B e st bespricht die gewünschte Abschaffung der Feierstunde, lieber die Frage einer gänzlichen Auf­hebung derselben seien Rückfragen angeftellt worden. Die ländlichen Bürgermeister Hütten aber mit überwiegender Mehrheit sich gegen die Aufhebung ausgesprochen. Die Re­gierung war bisher darauf bedacht, und werde es auch in Zukunft sein, daß diese Bestimmung in loyaler Weise ge­handhabt werde.

Abg. Schien g er (Zentr.) wendet sich gegen die Aus­führungen des Abg. Schönberger über die Schule. Die Stadt Mainz bringe für ihre Volksschulen allein 660 000 Mark auf, bestreite sie also ganz aus eigenen Mitteln, und er glaube auch, daß die andern Städte in dieser Hinsicht- ihre Pflicht voll erfüllten. Uebrigens müßten ja die Städte auch noch an den wetteren Schullasten teilnehmen. Mainz bringe den sechsten Teil aller Lasten des Staates aus, es werde also auch zu den weiteren Schullasten noch ganz erheblich mit herangezogen.

Abg. Erck (natl.) bedauert, daß von den 10000 Mk. Dispositionsfonds der Regierung für Zuschüsse an Lehrer in ungünstig gelegenen Orten vom Finanzausschuß 4000 Mk. gestrichen wurden; an den Ausgaben für die hohen Schulen sei fein Abstrich erfolgt. Redner bringt noch Wünsche wegen Befreiung von der Beteiligung an der Pflichtfeuer­wehr vor und bespricht dann in ausführlicher Weise die Frage der Boden^Melioratton und Wasserversorgung, wobei er betont, daß in Bezug auf viele Triebwerke und die Benutzung von Quellen ein ungesetzlicher Zustand herrsche.

Ministerialrat E i s e n h u t erläutert die Anschauung der Regierung zu der letzteren Frage.

2lbg. Dr. David (Soz.) polemisiert wieder gegen den Abg. Wolf, der mit den Angriffen in betreff der Sozial- polittk begonnen habe und nun die Sozialdemokratie als das Karnickel hinstelle, das angefangen habe. Wolf habe auch heute wieder die Milliarden für Die Unfallsentschädig- ungen alsGeschenke" oderWohltaten" der bürgerlichen Parteien bezeichnet. Tie Beiträge hierzu seien aber doch in letzter Linie aus den Taschen der Arbeiter geflossen. Wenn Molthan von den Hunderttausenden christlicher Arbei­ter spreche, so möge er nur erst einmal abwarten, was dieselben bei der nächsten Reichstagswahl auf die Zoll­tarifpolitik seiner Partei antworten würden. Die Ueber- nahme der Volksschullasten auf den Staat, die auch er dringend wünsche, laufe nicht darauf hinaus, die Städte auf Kosten des Landes zu entlasten, sondern die reicheren Schultern zu Gunsten der Armen zu belasten.

Abg Reh (frei).) ersucht um Auskunft ivegen der Rechtslage in betreff der Verpachtung der Gemeinoejagden.

Ministerialrat Braun weirdet sich zunächst ausführ­lich gegen den Abg. Erck. Ein großer Teil der Triebwerke sei überhaupt erst nach dem ^ahre 1821, entstanden. Tie Damalige Bestimmung konnte also auf sie garnicht zu­treffen. Ter Vorwurf, daß jede Versorgung einer Ge­meinde mit Quellwasser eine Rechtswidrigkeit oder Un­gesetzlichkeit bedeute, müsse er entjchicd.n zurückweisen. Tie Rechtsprechung habe stets im Jntere,se der Bodenmelio­ration und Wasserversorgung entschieden. Redner bejpricfit dann in sehr eingehender Weise das Jagdverpachtungsrecht

der Gemeinden. Tie Regierung habe die fteihändige Ver­gebung der Jagden auf Antrag der betr. Gemeinde zu­gelassen, weil alsdann weniger Ausbeutung der Jagd statt- zufüiden pflege und Jagdliebhaber meist wesentlich höhere Pachtgelder zahlten, als dies bei der Versteigerung der Fall sei. Cs tauge gewöhnlich nicht, wenn die Jaadoer- pachtung int Ort bleibe. Tie Gemeinden hätten sich bei dem jetzigen Zustand sehr wohl befunden. Tas Ergebnis sei für die Gemeinden meist ein glänzendes gewesen. Die Pachterttäge hätten sich verdoppelt und veroreifacht und das wertvolle Gemeindegut hätte bei der Vergebung an solche Jagdliebhaber meist nicht an Mert verloren, son- Dcm noch gewonnen.

Abg. Leun wirst noch die Frage des Wildschaden­ersatzes auf, worauf

Ministerialrat Braun antwortet. Als er noch junger Beamter im Vogelsberg mar, sei man über den Wild­schaden garnicht so empört gewesen; da hätte oft als Grundsatz gegolten, daß Flurschade, Hagelfchaoe und Wild­schade die beste Treifelder-Wirtschaft wäre. (Heiterkeit.)

Nach einigen 23emertungen des Abg. Bähr wendet sich Abg. Tr. Frenay noch mit scharfen Morten gegen die sozialpolitischen Ausführungen des Abg. Dr. Tavid, dessen Partei nur immer für die Verschärfung der Gegensätze innerhalb der Bevölkerung gearbeitet habe.

Ta noch eine Anzahl weiterer Redner zum Wort ge­meldet find, wird Der vorgerückten Zeit wegen Die De­batte um halb 7 Uhr abgebrochen.

Nächste Sitzung: Freitag stüh 9 Uhr.

Politische Tagesschau.

Prof. Harnack über Babel uud Bibel.

Jetzt nimmt in DenPreuß. Jahrbüchern" Der bekannte Berliner Theologe, Prof. Adolf Harnack, hochangesehen beim Kaiser, das Wort zum Delitzschschen Bortrage und erklärt, daß die Abstammung mancher Mythen undLegenden des Alten Testaments aus Babylon läng stbekannt und diese Tatsache Der landläufigen Vorstellung von Der Inspiration Des Alten Testaments aus Babylon längst bekannt und Diese Sinne Des Kaisers, wenn dessen Kundgebung nur mit Schweigen beantwortet würde. Harnack weift daraus hin, daß der Brief des Kaisers zwei Offenbarungen unterscheide, eine allgemeine und eine mehr religiöse Diese Unter­scheidung habe eine große Stärke.

Aber andererseits kann sich der denkende Geist un­möglich bei der Annahme zweier, gleichsam neben­einander lausender Offenbarungen beruhigen, und das kaiserliche Schreiben hat dieser Einsicht selbst Ausdruck ge­geben, indem es Abraham sowohl in die eine wie in Die anDere Reihe gestellt hat. Nicht um zwei Offenbarungen kann es sich also hanoeln stehen Doch auch Religion, sittliche Kraft unD Erkenntnis in innigster Verbindung, fonDern um eine Offenbarung, Deren .träger freilich nach Art und Größe, Beruf unD Aufgabe ganz verschieben waren und noch sind. LeiDet Jesus Christus nichts an seiner Eigenart und Einzigkeit, wenn er auf die Linie Des Moses, Jesaias und Der Psalmisten gestellt wird, so büßt er auch nichts ein, wenn wir ihn auf Der Linie Des Sokrates, Plato und der anderen schauen. Die in Dem kaiserlichen Schreiben genannt sind." Harnack äußert Be­denken, ob Die starre FormelGottheit Christi" Die richtige ist. Schon Die FormelMensch unD Gott" (Gottmenschheil) sei nicht über jeDen Einwurf ei. hab en. Es sei richtiger. Den Worten nachzudenken unD nachzuleben: Liebet ihr mich, so haltet ihr meine Gebote; Daran soll jeDermann erkennen. Daß ihr meine Jünger seid, daß ihr Liebe zu einander habt."

Diesen Worten nachzuleben, sei wichttger, als das Un­begreifliche und Verehrungswürdige in Formeln zu fassen. Es wird auch die Zeit kommen und ist schon im Anzuge, so schreibt Harnack,in der sich die evangelischen Christen auf dem Bekenntnisse zu Jesus Christus als dem Herrn und in Dem Entschlüsse, seinem Worte zu folgen, aufrichttg Die HanD reichen werden, und unsere katholi­schen Brüder werden dann folgen müssen. Die Last einer langen Geschichte voll von Mißverständnissen, von Formeln, die wie Schwerter starren, Thränen und Blut lastet auf uns, aber auch ein heiliges Erbe ist uns in ihr gegeben. Unentwirrbar scheinen beide miteinander Derbunocn zu sein, aber allmählich scheiden sie sich doch, wenn auch das letzte Werde" über diesem Chaos noch nicht gesprochen ist."

Mund der Kaufleute.

Berlin, 26. Februar.

Zwecks Gründung eine»Bundes der Kaufleute" hatte xu gestern ein in Fühlung mit der Zentralstelle zur Vor­bereitung von Handelsverträgen stehendesvorbereitendes Komttee" eine konstituierende Delegiertenversammlung kauf­männischer Vereinigungen einberufen. Zu der Versamm­lung, die unter Der Leitung des Herrn Fr. Gugenheim (L F. Michels u. Co.) tagte, hatten 124 Verbände verfchieDen- fter kaufmännischer Organisationen ihre Beteiligung an­gemeldet, Die auch zum größten Teil durch Telegierte ver­treten waren. Kauim. ^runo Eisen führ verbreitete sich über Zwecke und Ziele des zu gründenden Bundes und über Die Entstehung des Gedankens einer solchen Organisation. Tiese solle alle einzelnen Handelsbeflissenen, Prinzi­pale unD Gehilfen in sich schließen. Ter BunD solle überall, wo es erforberlid) erscheine, eingreifen. 2er vorbereitende Ausschuß habe von vielen Seiten Zu­stimmungen erhalten.

Ter zweite Redner ist der L-ekretär derZentralstelle zur Vorbereitung von Handelsverträgen", Tr. Vosberg- Reckow-Potsdam. Wie Der BunD der LanDwirte solle er

sich aus EinzelmitglieDern zusammensetzen. Deshalb habe man Die breiten Massen Der Geschüftstreiben- Den im Auge, Deren Interessen von keiner Seite genügend beachtet würden. Es müsse versucht werden, die hundert- tausende Interessenten für die neue Organisation zu ge­winnen. Tamil würde eine Macht geschaffen werden. Durch Einfluß auf die Wähler würde dieser Bund auch mit der Zeil eine gewisse politische Bedeutung er­langen. Ter Bund der Landwirte habe sowohl für die Organisation als auch für das weitere Vorgehen in Der Folgezeit ein gutes BorbilD gegeben. Tie Satzungen für den neuen Bund seien vorbereitet, sie sollen Die angebeutete Organisation schaffen.

Kaufmann Toering, Vertreter Des Deutsch-nationalen HanDlungsgehilfen-VerbanDes, bezeichnet als eine Haupt­aufgabe Des VerbanDes eine Interessenvertretung mit be­wußter Einseitigkeit. Ter BunD müsse vor allem bestrebt sein, Die soziale Stellung Der kleinen Kaufleute unD deren Angestellten zu verbessern.

Juwelier Fischer Berlin bezeichnet es als eine Not­wendigkeit, Daß Der Handels st anD ein eigenes Mi­nisterium erhalte, welches alleinstehe und nicht gleichzeitig auch den Gewerbestand vertrete.

Ein Vertreter des Verbandes katholischer Kauf­leute zu Regensburg glaubt nicht, daß die selbständigen Kaufleute lange werden mit den Handlungsgehilfen Zu­sammengehen tonnen, da die Interessen zu weit auSetn- andergehen.

Nach längerer Diskussion wurde gegen zwei Stimmen beschlossen: Den Bund der Kaufleute zu gründen. Der Zweck des Bundes ist:

alle Kaufleute ohne Rücksicht auf politische Partei-Arv gehörigkeit und soziale Stellung zur Wahrung der ge­meinsamen Interessen des Handelsstandes und zur Be­tätigung des Einflusses auf "die Gesetzgebung zusammen­zufassen".

Ties soll geschehen durch Schaffung einer sich über das ganze Reich erftredenben Organisation, durch sachliche Klär­ung der Jnteressenfrage usw.

Ter Lund kennt nur Einzelmitglieder, welche Landesabteilungen für Die Bundesstaaten außer Preußen, Provinttalabteilungen in Preußen, WahlkreiS- abteilungen für Die Reichstagswahlen, Bezirksabteilungen und Ortsgruppen bilDen. Die Verwaltung erfolgt durch Die MitglieDerversammlung, Den Aufsichtsrat, den BunDes- vorstanD, bestehenD aus zwei Vorsitzenden, einem Stell- Dertreter, Dem stimmführenben MttglieD des Dttektoriums unD 20 Beisitzern.

Im übrigen schließen sich Die Statuten Denen Des BunDes Der LanDwirte vollkommen an. Die Statuten tour» Den von Der Telegiertenversammlung in Der vorgeschla- genen Fassung angenommen. Zum ersten BunDesvorsitzen- Den wurde Fritz Gugenheim-Berlin. zum zweiten Bundes- Vorsitzenden Juwelier Fifcher-Berlin, zu Deren Stellver­tretern Die Herren Stavinski unD Fritz Steinbrück vorn Verein Der Kaufleute zu Leipzig gewählt. Zum stimm- führenDen MttglieD Des Direktoriums wurde Dr. Voßberg- Reckow-PotsDam ernannt.

Mrozetz tzraer.

Leipzig, 26. Febr.

In Der heutigen Verhandlung wurden die Geschäfte mit DerFinanz? und HanDelsztg." des Hugo Löwy er­örtert, wobei Die Leipziger Bank Die Garantie Des Rück­kaufes für mehrere Millionen russischer, an Löwy verkaufter Treberobligationen übernahm. Ferner kommen verschiedene, nach Ansicht der Sachverständigen ungewöhnliche Trans­aktionen zur Sprache, welche bezweckten, eine möglichst flüssig aussehende Bilanz der Leipziger Bank zu stände zu bringen, so u. a. die Hingabe von 22 Millionen Mark Wechseln der Kasseler Aussichtsratsmttglttder an die Leip­ziger Bank, für welche Summe die Treber gesell sch ast durch Die Leipziger Bank entlastet wurde. Die Wechsel wurden nicht eingelöst. Cs gelangt ferner ein Bries Schmidts an Exner zur Verlesung, in welchem dieser mitteilt, daß er drei Wechsel in Gesamthöhe von 3600000 Kronen auf die galizische Tochtergesellschaft schickte. Er bitte dringend, die galizische Gesellschaft nicht davon zu benachrich­tigen, da in Der Verwaltung Spitzbubengesindel schlechtester Art säße und man Gefahr eines erneuten Pretzangrifses liefe. Sachverständiger Plaut bemerkt, Schmidt hätte in Galizien überhaupt an keine Tochter­gesellschaft eine berechtigte Forderung, im Gegenteil, als die ^rebergesellschaft zusammenbrach, machten die Tochter­gesellschaften 11 Millionen Gegenforderungen geltend. Exner bemerke, daß er durch Annahme von Wechseln der Leipziger Bank die Sicherheit erhöhte, andererseits 900000 Mr er­hielt Um diese Summe wäre im Falle einer Nichtannahme die Konkursmasse ärmer gewesen. Die Sachverständigen sind der Ansicht, daß die Leipziger Bank auf Grund dieses Briefes ihre Beziehungen mit der Trebergesellschaft hätte abbrechen müssen, erkennen aber an, daß durch Annahme der Wechsel der Leipziger Bank ein wirtschaftlicher Nutzen erwachsen fei.

Im weiteren Verlaufe der Sitzung kommt zur Sprache, daß der Leipziger Bant meheere Hypotheken von Treoec werken übergeben worden sind, für die die Trebergesellschaft zu entlasten war. Exner weist auf den großen wirtschaft­lichen Nutzen aus diesem Geschäft für die Leipziger Bank hin. Sachverständiger Plaut erkennt den wirischaftlichen Nutzen des Geschäfts an, Der Hauptzweck aber sei Die Ent­lastung Der Tr.vergesellschaft r roejen. Die Verhandlung wird sodann auf morgen vertagt.

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